Fraxiforte 0

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Fraxiforte 0 6 mL, Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • 6 mL, Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • nadroparinum calcicum ca. 100 mg Endwerte. 11400 U. I., Wasser iniectabilia q.s. zu einer Lösung statt 0,6 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Fraxiforte 0 6 mL, Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Biotechnologika
  • Therapiebereich:
  • Behandlung der tiefen Venenthrombosen

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 54499
  • Berechtigungsdatum:
  • 10-02-1998
  • Letzte Änderung:
  • 09-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Fraxiforte®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Nadroparinum calcicum.

Hilfsstoffe: Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Graduierte Fertigspritzen 0,6 ml à ca. 100 mg Nadroparin corresp. 11’400 I.E. anti-Xa.

Graduierte Fertigspritzen 0,8 ml à ca. 134 mg Nadroparin corresp. 15’200 I.E. anti-Xa.

Graduierte Fertigspritzen 1 ml à ca. 166 mg Nadroparin corresp. 19’000 I.E. anti-Xa.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung der tiefen Venenthrombosen.

Bei ausgedehnten proximalen Phlebothrombosen, insbesondere bei Beckenvenenthrombosen und bei

Patienten mit Lungenembolien in der Anamnese, soll bis zum Vorliegen weiterer Studien die

Behandlung mit unfraktioniertem, intravenösem Heparin erfolgen.

Dosierung/Anwendung

Technik der subkutanen Injektion

Die subkutane Injektion wird gewöhnlich in das Fettgewebe des Unterbauches appliziert,

abwechslungsweise rechts und links der Mittellinie auf der Höhe der Crista iliaca. Dazu wird mit

zwei Fingern eine Hautfalte gebildet und die Nadel senkrecht eingestochen. Nach erfolgter Injektion

senkrecht zur Abdominaloberfläche herausziehen.

Übliche Tagesdosis/Dosisintervall

Behandlung der ausgebildeten tiefen Venenthrombosen

Fraxiforte wird 1mal/Tag während ca. 10 Tagen subkutan verabreicht. Die Injektionsdosis wird dem

Gewicht des Patienten angepasst (so wie sie in klinischen Studien bestimmt wurde) und beträgt 171

I.E. anti-Xa pro kg Körpergewicht. Als Beispiel werden folgende Dosierungen vorgeschlagen:

Körpergewicht

Fraxiforte-Menge/Injektion

1 Injektion/Tag

< 50 kg

0,4 ml

50-59 kg

0,5 ml

60-69 kg

0,6 ml

70-79 kg

0,7 ml

80-89 kg

0,8 ml

≥ 90 kg

0,9 ml

Für Patienten mit über 100 kg Körpergewicht oder wenn sich eine genauere Dosisanpassung am

Gewicht des Patienten als nötig erweisen sollte, sind graduierte Fertigspritzen zu 1 ml (19’000 I.E.)

erhältlich.

Bemerkungen:

Obwohl die Anti-Xa-Aktivität nicht unbedingt mit der therapeutischen Wirksamkeit korreliert ist,

kann sie gemessen werden, um die individuelle Sensibilität der Patienten zu bestimmen,

insbesondere im Fall der klinischen Wirkungslosigkeit, von Blutungen oder Niereninsuffizienz. Die

Blutentnahme muss zwischen der 4. und 6. Stunde nach der Injektion ausgeführt werden; die

Bestimmung erfolgt normalerweise nach dem amidolytischen Verfahren, wobei der zu

berücksichtigende therapeutische Bereich im Allgemeinen zwischen 0,5 und 1 I.E. anti-Xa

amidolytisch liegt.

Die orale Behandlung zur Hemmung der Blutgerinnung sollte, ausser bei Vorliegen einer

Kontraindikation, so bald wie möglich begonnen werden. Die Behandlung mit Fraxiforte soll erst

nach Erreichen der erforderlichen INR beendet werden. Während der gesamten Dauer der Fraxiforte-

Verabreichung ist eine Überwachung der Thrombozytenzahl unerlässlich (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nadroparin Calcium wurden bei pädiatrischen Patienten nicht

untersucht. Deshalb wird die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich, vorausgesetzt dass keine

Nierenfunktionsstörung vorliegt. Es wird empfohlen, vor Einleitung der Behandlung die

Nierenfunktion abzuklären (siehe nachfolgenden Abschnitt «Nierenfunktionsstörung» und

«Pharmakokinetik»).

Nierenfunktionsstörung

Eine Dosisreduktion ist bei Patienten mit leichter Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-

Clearance über oder gleich 50 ml/min) nicht erforderlich.

Bei Patienten mit mittelschwerer Niereninsuffizienz (30 ml/min ≤ ClCr <50 ml/min) wird die

Anwendung von Fraxiforte nicht empfohlen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und

«Pharmakokinetik»).

Nadroparin in therapeutischer Dosierung ist bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung

kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und

«Pharmakokinetik»).

Leberfunktionsstörung

Zu Patienten mit Leberfunktionsstörungen liegen keine Untersuchungen vor.

Spinal-/Epidural-Anästhesie/spinale Lumbalpunktion

Die speziellen Empfehlungen zum Zeitpunkt der Gabe von Nadroparin im Rahmen der

Spinal-/Epiduralanästhesie bzw. der spinalen Lumbalpunktion sollten befolgt werden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kontraindikationen

-Allergische Reaktionen auf Nadroparin oder auf einen der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

-Vorgeschichte von Thrombozytopenie unter Nadroparin (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

-Thrombozytopenie bei Patienten, welche in Gegenwart von Nadroparin einen positiven In-vitro-

Aggregationstest aufweisen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

-Aktive Blutung oder erhöhtes Blutungsrisiko im Zusammenhang mit Hämostasestörungen mit

Ausnahme von disseminierter intravaskulärer Koagulation, die nicht durch Heparin induziert ist.

-Heparinintoleranz.

-Hämorrhagische Manifestationen oder Diathesen (mit Ausnahme derjenigen, die auf eine

Verbrauchskoagulopathie hinweisen).

-Organische Läsionen, die bluten könnten (zum Beispiel: Magen-Darm-Ulzera im

Entwicklungsstadium).

-Hämorrhagischer zerebrovaskulärer Insult.

-Akute bakterielle Endokarditis.

-Nach chirurgischen Eingriffen an Gehirn und Rückenmark.

-Schwere und unkontrollierte Hypertonie.

-Schwere Niereninsuffizienz (Creatinin-Clearance <30 ml/Min.) bei Patienten in kurativer

Behandlung, abgesehen von der speziellen Situation der Dialyse.

-Die Therapie von Phlebothrombosen mit niedrigmolekularen Heparinen ist während der

Schwangerschaft kontraindiziert, bis umfassendere Informationen vorliegen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Heparin-induzierte Thrombozytopenie

-Aufgrund eines durch Heparin induzierten Thrombozytopenie-Risikos immunologischen Ursprungs

wird empfohlen, die Thrombozytenzahl während der Behandlung mit Nadroparin regelmässig

(mindestens wöchentlich) zu überprüfen.

-Einige seltene Fälle von Thrombozytopenie, gelegentlich schwerwiegender Natur, sind beobachtet

worden. Diese kann, muss aber nicht, mit einer arteriellen oder venösen Thrombose verbunden sein.

In solchen Fällen muss die Behandlung abgesetzt werden. Diese Diagnose sollte in folgenden Fällen

in Betracht gezogen werden:

-Thrombozytopenie;

-jeglicher signifikanter Abfall der Plättchenzahl (30–50% des Basiswertes);

-Verschlechterung der initialen Thrombose während der Therapie;

-während der Therapie auftretende Thrombose;

-disseminierte intravasale Koagulation.

Diese Effekte sind möglicherweise von immuno-allergischer Natur und treten im Falle einer ersten

Behandlung zwischen dem 5. und dem 21. Behandlungstag auf, können aber bei Patienten mit

Heparin-induzierter Thrombozytopenie in der Anamnese auch sehr viel früher auftreten.

-Bei Patienten mit einer durch (entweder unfraktioniertes oder niedermolekulares) Heparin

verursachten Thrombozytopenie in der Vorgeschichte kann eine Behandlung mit Nadroparin in

Betracht gezogen werden, wenn die Heparin-Behandlung unerlässlich ist. In derartigen Fällen

müssen eine klinische Überwachung und eine Kontrolle der Plättchenzahl mindestens täglich

erfolgen. Bei Auftreten einer Thrombozytopenie muss die Behandlung sofort abgebrochen werden,

da Fälle frühzeitiger Rezidive beschrieben worden sind.

-Bei Patienten, die eine durch Nadroparin bedingte Thrombozytopenie aufweisen, muss Nadroparin

nach Möglichkeit durch eine andere Antithrombotika-Klasse abgelöst werden. Wenn dieser

Medikationstyp nicht verfügbar ist, kann die Substitution durch ein anderes niedermolekulares

Heparin in Betracht gezogen werden, wenn die Heparin-Behandlung sich als unumgänglich erweist.

In diesem Fall muss die Überwachung mindestens täglich erfolgen, und die Behandlung muss so

kurz wie möglich sein, denn es sind Fälle beschrieben worden, in denen die Thrombozytopenie trotz

der Substitution durch ein anderes Heparin fortbestand.

-Es wurde über Einzelfälle berichtet, in denen ein niedermolekulares Heparin auch nach einem

negativen Thrombozytenaggregationstest eine Thrombozytopenie verursacht hat. Bei Verdacht oder

anamnestischen Hinweisen auf eine Thrombozytopenie ist eine Thrombozytenzählung indiziert.

In vitro durchgeführte Thrombozytenaggregationstests liefern nur eine begrenzte Information für die

Diagnose einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie.

Risikoerkrankungen

Bei der Verabreichung von Nadroparin in folgenden Situationen ist Vorsicht geboten, da das

Blutungsrisiko erhöht sein kann:

-Leberinsuffizienz.

-Niereninsuffizienz (eventuell Reduzierung der Dosen).

Nadroparin wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden, was bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion zu erhöhten Nadroparin-Expositionen führt (siehe «Pharmakokinetik –

Niereninsuffizienz»). Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion tragen ein erhöhtes Risiko für

Blutungen und sollten mit Vorsicht behandelt werden.

Patienten, die eine mittelschwere Niereninsuffizienz aufweisen: die Anwendung von Fraxiforte wird

nicht empfohlen.

Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Clcr <30 ml/Min.): die Verordnung von Fraxiforte ist –

abgesehen von der besonderen Situation der Dialyse – kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»

und «Pharmakokinetik»).

-Schwere arterielle Hypertonie;

-Magen-Darm-Ulzera in der Vorgeschichte (oder im Fall anderer, früherer, zu Blutungen neigenden

Organläsionen);

-Gefässerkrankung der Aderhaut unabhängig von der Ätiologie;

-chirurgischer Eingriff am Auge.

Ältere Patienten

Bei betagten Patienten ist die Elimination leicht verzögert. Diese Veränderung hat keinen Einfluss

auf die Dosen und den Rhythmus der Injektionen zur Präventivbehandlung, solange die

Nierenfunktion dieser Patienten innerhalb annehmbarer Grenzen bleibt, das heisst nur geringfügig

verändert ist. Bei kurativer Behandlung wird die Messung der Anti-Xa-Aktivität empfohlen.

Vor Einleitung einer Nadroparin-Behandlung bei betagten Patienten von 75 Jahren und darüber ist es

unerlässlich, die Nierenfunktion mit Hilfe der Cockcroft-Formel zu evaluieren: Clcr = [((140 – Alter)

× Gewicht) : (0,814 × Serum-Creatinin)], in der das Alter in Jahren, das Gewicht in kg und der

Serum-Creatinin-Wert in µmol/l ausgedrückt sind. Diese Formel gilt für Patienten männlichen

Geschlechts und muss für Frauen durch Multiplikation des Resultats mit 0,85 korrigiert werden.

Hyperkaliämie

Heparin kann die Aldosteronsekretion in den Nebennieren unterdrücken und so zu einer

Hyperkaliämie führen, im besonderen bei Patienten mit erhöhten Kalium-Plasmaspiegeln oder bei

Patienten mit Hyperkaliämie-Risiko infolge Diabetes mellitus, chronischem Nierenversagen,

vorexistierender metabolischer Azidose oder infolge Einnahme von Medikamenten (z.B. ACE-

Inhibitoren, nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAR)).

Das Risiko einer Hyperkaliämie scheint sich mit der Dauer der Therapie zu erhöhen, ist jedoch

üblicherweise reversibel. Der Kalium-Plasmaspiegel sollte bei Risikopatienten überwacht werden.

Spinal-/Epidural-Anästhesie/spinale Lumbalpunktion und gleichzeitige Anwendung von

Medikamenten

Das Risiko von Spinal/Epidural-Hämatomen ist erhöht bei der Verwendung von Epidural-

Dauerkathetern oder bei gleichzeitiger Anwendung von Medikamenten, die die Blutgerinnung

beeinflussen (wie NSAR, Plättchenaggregationshemmer, andere Antikoagulantien). Bei

traumatischer oder wiederholter epiduraler oder spinaler Punktion scheint das Risiko ebenfalls erhöht

zu sein.

In folgenden Situationen sollte die gleichzeitige Verschreibung einer Spinal-/Epidural-Anästhesie

und einer Therapie mit Antikoagulantien deshalb nach einer individuellen Nutzen/Risiko-Beurteilung

entschieden werden:

bei Patienten die bereits mit Antikoagulantien behandelt werden, muss das Nutzen/Risiko-Verhältnis

einer Spinal-/Epidural-Anästhesie sorgfältig abgewogen werden;

bei Patienten, bei denen ein chirurgischer Eingriff mit einer Spinal-/Epiduralanästhesie geplant ist,

muss der Nutzen einer Therapie mit Antikoagulantien sorgfältig gegenüber den Risiken beurteilt

werden.

Im Fall einer spinalen Lumbalpunktion oder einer Spinal-/Epiduralanästhesie sollte zwischen der

Injektion von Nadroparin und der Einführung bzw. Entfernung des Spinal-/Epiduralkatheters oder

der Nadel ein Zeitraum von mindestens 24 Stunden bei therapeutischer Dosierung eingehalten

werden. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion können auch längere Zeiträume erwogen

werden.

Die Patienten sollten oft auf objektive und subjektive Symptome neurologischer Schädigungen

kontrolliert werden. Falls eine neurologische Läsion festgestellt wird, sollte unverzüglich mit einer

Behandlung begonnen werden.

Salicylate, nicht-steroidale Antiphlogistika und Thrombozytenaggregationshemmer

Bei der Prophylaxe oder Behandlung venöser thromboembolischer Störungen und bei der Prävention

der Gerinnselbildung während der Hämodialyse wird von der gleichzeitigen Anwendung folgender

Medikamente zusammen mit Nadroparin abgeraten, da sie das Blutungsrisiko erhöhen können:

Acetylsalicylsäure oder andere Salicylate, nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR, in analgetischen

und antipyretischen Dosen), Thrombozytenaggregationshemmer (siehe «Interaktionen»). Falls

Kombinationen dieser Art unvermeidbar sind, ist ein sorgfältiges klinisches und biologisches

Monitoring notwendig.

Hautnekrose

Von Hautnekrosen wurde sehr selten berichtet. Diesen geht das Auftreten von Purpura oder

(infiltrierten oder schmerzhaften) erythematösen Plaques (mit oder ohne Allgemeinsymptome)

voran. In solchen Fällen ist ein sofortiges Absetzen der Behandlung notwendig.

Allgemein

-Bei hohem Blutungsrisiko wird die Anwendung von intravenösem Standardheparin empfohlen

(Vorteil der kurzen Halbwertszeit und Möglichkeit der raschen Neutralisierung durch Protamin).

-Nicht intramuskulär verabreichen.

-Die Schutzkappe der Fertigspritzen kann Latexgummi natürlichen Ursprungs enthalten, welcher bei

Personen mit Latex-Überempfindlichkeit allergische Reaktionen auslösen könnte.

-Der Inhalt der Fertigspritze ist auf einmal zu verwenden (kein Konservierungsmittel).

Interaktionen

-Die gleichzeitige Verabreichung der folgenden Medikamente zusammen mit Nadroparin wird nicht

empfohlen:

Acetylsalicylsäure oder andere Salicylate (ausser in den nachstehend genannten Fällen),

nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR), Thrombozytenaggregationshemmer (siehe Kapitel

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), da sie das Blutungsrisiko erhöhen.

-Die gleichzeitige Verabreichung der folgenden Medikamente erfordert besondere Vorsicht:

Orale Antikoagulantien, systemische Glukokortikoide und Dextrane (Plasmaersatzstoffe). Bei

Patienten unter Nadroparin sollte bei Beginn einer oralen Therapie mit Antikoagulantien die

Behandlung mit Heparin so lange fortgesetzt werden, bis der erforderliche INR (International

Normalized Ratio) erreicht ist.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt keine klinischen Studien zur Auswirkung von Nadroparin auf die Fertilität.

Tierversuche mit Fraxiforte zeigen, dass dieses weder embryotoxisch noch teratogen ist. Die

klinischen Befunde in Bezug auf die Passage der Plazentaschranke bei schwangeren Frauen sind

begrenzt: Eine Studie an 68 schwangeren Frauen hat gezeigt, dass kurz vor der Entbindung durch

Kaiserschnitt verabreichtes Nadroparin die Plazentaschranke passiert. Bis jetzt sind keine weiteren,

relevanten, epidemiologischen Daten verfügbar.

Folglich wird von der Verabreichung von Nadroparin während der Schwangerschaft abgeraten, es sei

denn es besteht dringende Notwendigkeit. Überdies sollte Nadroparin aufgrund des Blutungsrisikos

rechtzeitig vor der Entbindung abgesetzt werden.

Es sind nur begrenzte Informationen über die Ausscheidung von Nadroparin in die Muttermilch

verfügbar. Folglich sollte Nadroparin stillenden Frauen vorzugsweise nicht verabreicht werden (siehe

auch «Kontraindikationen»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

Unerwünschte Wirkungen

Zur Klassifikation der Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen wurden die folgenden Definitionen

verwendet: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1’000 bis <1/100), selten

(≥1/10’000 bis <1/1’000), sehr selten (<1/10’000).

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Sehr häufig: an verschiedenen Stellen kann es zu Blutungserscheinungen kommen, häufiger bei

Patienten, die andere Risikofaktoren aufweisen (siehe Kapitel «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Selten: Thrombozytopenie, Heparin-induzierte Thrombozytopenie eingeschlossen (siehe Kapitel

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Thrombozytose.

Sehr selten: Eosinophilie, die bei Absetzen der Behandlung reversibel ist.

Störungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen inklusive Gefässödeme sowie Hautreaktionen,

anaphylaktoide Reaktion.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten: reversible Hyperkaliämie infolge der durch Heparin induzierten Aldosteronsuppression,

insbesondere bei Risikopatienten (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Hepatobiliäre Störungen

Häufig: gewöhnlich vorübergehende Erhöhung der Transaminasen.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Hautausschlag, Urtikaria, Erythem, Pruritus.

Sehr selten: Hautnekrose, üblicherweise an der Injektionsstelle (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems

Sehr selten: Priapismus.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: an der Injektionsstelle können leichte Hämatome auftreten. In manchen Fällen ist das

Auftreten fester Knötchen zu beobachten, was jedoch nicht auf eine Verkapselung von Heparin

hinweist. Diese Knötchen verschwinden üblicherweise nach ein paar Tagen.

Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle.

Selten: Calcinose an der Injektionsstelle. Calcinose tritt häufiger bei Patienten mit einer abnormalen

Calcium oder Phosphatbalance auf, wie z.B. in einigen Fällen von chronischer Niereninsuffizienz.

Überdosierung

Symptome und Anzeichen: Blutung ist das wichtigste klinische Anzeichen für eine subkutane oder

intravenöse Überdosierung. Die Anzahl der Thrombozyten und andere Koagulationsparameter

sollten bestimmt werden. Kleinere Blutungen erfordern nur in seltenen Fällen eine spezielle

Therapie, so dass eine Senkung oder verzögerte Verabreichung der nächsten Nadroparingaben in den

meisten Fällen ausreicht.

Behandlung: Der Einsatz von Protaminchlorhydrat sollte schweren Fällen vorbehalten bleiben.

Protaminchlorhydrat neutralisiert nach langsamer intravenöser Injektion die schwache

antikoagulierende Aktivität von Nadroparin-Calcium, während eine restliche Anti-Xa-Aktivität –

ohne Einfluss auf das Bluten – aufrechterhalten wird.

Unter diesen Bedingungen neutralisiert 1 internationale Einheit Protaminchlorhydrat ca. 1,52 I.E.

anti-Xa von Nadroparin. Eine Überdosierung von Protamin muss verhindert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B01AB06

Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik

Nadroparin ist ein niedermolekulares Heparin (mittlere Molmasse 4’300 Dalton), das mittels

Depolymerisation aus der Darmschleimhaut des Schweines hergestellt wird. Es übt eine starke Anti-

Xa-Faktor-Aktivität (zwischen 95 und 130 I.E./mg) aus und weist ein Verhältnis «Anti-Xa-Faktor-

Aktivität/Anti-IIa-Faktor-Aktivität» zwischen 2,5 und 4 auf.

Fraxiforte ist ein Antithrombotikum mit Glycosaminoglycanstruktur, in welchem die

antithrombotische Aktivität des Heparins von der antikoagulierenden getrennt wurde.

Fraxiforte entwickelt somit eine sofortige und langanhaltende antithrombotische Wirkung, stärker als

diejenige des Heparins, mit einem beschränkten Blutungsrisiko sowie einer schwachen

antikoagulierenden Wirkung.

Fraxiforte beeinflusst die Blutungszeit bei vorgeschriebener Dosierung nicht. Nach subkutaner

Injektion wird der zirkulierende Faktor Xa vermehrt gehemmt, ohne dass dabei die Blutgerinnung

bedeutsam beeinflusst wird.

Pharmakokinetik

Die pharmakokinetischen Parameter von Fraxiforte wurden hauptsächlich anhand des Verlaufs der

Anti-Xa-Faktor-Aktivität im Plasma gemessen. Die klinischen Studien zur Wirksamkeit von

Fraxiforte wurden bei subkutaner Applikation des Präparates an der Bauchwand durchgeführt.

Absorption

Nach subkutaner Injektion in die Bauchwand erfolgt die Resorption von Nadroparin rasch und zu

fast 100%; die maximale Aktivität im Plasma wird um die 3. Stunde beobachtet. In einer kleinen

Bioverfügbarkeitsstudie bei 20 gesunden Probanden konnte gezeigt werden, dass bei Applikation

von 7’500 IU des Präparates am Oberschenkel eine vergleichbare, wenngleich etwas geringere

Exposition erreicht wird, als nach Applikation des Präparates in die Bauchwand (mittlere AUC 0–24

h ratio Oberschenkel/Bauchwand 0,89 (CI 90% 0,79–1,00) in «Institut Choay units», und mittlere

AUC 0–24 h ratio 0,92 (CI 90% 0,84–1,00) gemäss «International low-molecular weight Heparin

standard».

Distribution

Die Halbwertszeit der Anti-Xa-Aktivität der niedermolekularen Heparine ist im Vergleich zu den

unfraktionierten Heparinen länger. Diese Halbwertszeit liegt in der Grössenordnung von 3,5

Stunden.

Hingegen verschwindet die Anti-IIa-Aktivität im Fall der niedermolekularen Heparine schneller aus

dem Plasma als die Anti-Xa-Aktivität.

Nadroparin bindet sich fast vollständig an Plasmaproteine.

Metabolismus

Die Metabolisierung findet im retikuloendothelialen System (insbesondere in der Leber) statt.

Elimination

Die Elimination erfolgt hauptsächlich über die Niere in wenig oder nicht metabolisierter Form. Die

Eliminationshalbwertszeit, bestimmt nach Verabreichung wiederholter Dosen, beträgt 8–10 Stunden.

Die Anti-Xa-Aktivität (>0,05 I.E./ml) hält mindestens 24 Stunden nach der Injektion an.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Die Nierenfunktion nimmt in der Regel mit zunehmendem Alter ab, so dass die Elimination bei

älteren Patienten verzögert sein kann (siehe «Pharmakokinetik – Niereninsuffizienz»). Die

Möglichkeit einer eingeschränkten Nierenfunktion in dieser Altersgruppe sollte in Erwägung

gezogen und die Dosierung entsprechend angepasst werden (siehe «Dosierung/Anwendung»,

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Niereninsuffizienz

Im Rahmen einer klinischen Studie über die Pharmakokinetik von intravenös verabreichtem

Nadroparin (41 I.E./kg nach WHO) bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen unterschiedlicher

Ausprägung wurde eine Korrelation zwischen der Nadroparin-Clearance und der Kreatinin-

Clearance festgestellt.

Im Vergleich zu gesunden Probanden waren bei Patienten mit mittelschwerer Niereninsuffizienz

(Kreatinin-Clearance 36–43 ml/min) sowohl die mittlere AUC wie auch die

Eliminationshalbwertszeit um 52 resp. 39% erhöht. Bei diesen Patienten war die mittlere Plasma-

Clearance auf 63% des Normalwerts gesenkt. In der Studie wurden starke interindividuelle

Schwankungen beobachtet. In Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 10–20

ml/min) waren die mittlere AUC und die Eliminationshalbwertszeit im Vergleich zu gesunden

Probanden um 95 resp. 112% erhöht. Die Plasma-Clearance von Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz war im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion um 50% vermindert.

Bei Hämodialyse-Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 3–6 ml/min)

waren die mittlere AUC und die Eliminationshalbwertszeit im Vergleich zu gesunden Probanden um

62% resp. 65% erhöht. Die Plasma-Clearance von Hämodialyse-Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz war im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion um 67% vermindert

(siehe «Dosierung/Anwendung», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz (Creatinin-Clearance >30 ml/Min.): in manchen

Fällen kann eine Kontrolle der zirkulierenden Anti-Xa-Aktivität von Nutzen sein, um eine

Überdosierung auszuschliessen.

Präklinische Daten

Nadroparin hat keinen negativen Effekt auf die Fruchtbarkeit der Ratte gezeigt. Studien bei der Ratte

und beim Kaninchen haben weder eine embryotoxische noch eine teratogene Wirkung gezeigt.

Verschiedene Tests um einen eventuellen mutagenen Effekt herauszufinden haben alle negative

Resultate ergeben. Es wurde keine Studie durchgeführt, um eine karzinogene Wirkung

herauszufinden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudie durchgeführt wurde, darf dieses Präparat nicht mit anderen

Präparaten gemischt werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Wie unter unfragmentiertem Heparin, ist nicht auszuschliessen, dass unter Fraxiforte folgende

klinisch-chemischen Untersuchungen verfälscht werden:

-Messung der Cholesterinämie (Vortäuschung zu niedriger Werte).

-Messung der T3- und T4-Werte (Vortäuschung zu hoher Werte).

-Messung der Glykämie (Vortäuschung zu hoher Werte).

-Bromosulphthalein-Test.

Haltbarkeit

Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren. Inhalt der Fertigspritze auf einmal verwenden (ohne

Konservierungsstoffe).

Zulassungsnummer

54499 (Swissmedic).

Packungen

2 und 10 graduierte Fertigspritzen 0,6 ml à 11’400 I.E. anti-Xa (B)

2 und 10 graduierte Fertigspritzen 0,8 ml à 15’200 I.E. anti-Xa (B)

2 und 10 graduierte Fertigspritzen 1 ml à 19’000 I.E. anti-Xa (B)

Zulassungsinhaberin

Aspen Pharma Schweiz GmbH, Baar.

Stand der Information

Juni 2011.

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