Foscavir

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Foscavir Infusionslösung 24 mg-ml
  • Dosierung:
  • 24 mg-ml
  • Darreichungsform:
  • Infusionslösung
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Foscavir Infusionslösung 24 mg-ml
    Belgien
  • Sprache:
  • Deutsch

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AFMPS - Agence Fédérale des Médicaments et des Produits de Santé - Belgium
  • Zulassungsnummer:
  • BE158986
  • Letzte Änderung:
  • 12-04-2018

Packungsbeilage

M131 proposed track-changes SmPC (BE-DE)

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ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Foscavir, 24 mg/ml, Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml enthält 24 mg (80 μmol) hexahydratiertes Foscarnet-Trinatrium.

Foscavir 250 ml: 6 g hexahydratiertes Foscarnet-Trinatrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Infusionslösung.

Klare und farblose Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

- Bei Zytomegalie- (CMV-) Virämie und CMV-Erkrankung bei Patienten, bei denen eine

hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT) durchgeführt wurde. Bei Patienten, die gegen

Ganciclovir resistent oder intolerant sind.

Bei auf CMV zurückzuführender Retinitis bei Patienten, die eine erworbene Immunschwäche

aufweisen.

Bei immungeschwächten Patienten mit Haut- und Schleimhautinfektionen, die durch Aciclovir-

resistente Herpes Simplex Viren (HSV) verursacht werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Foscavir sollte unter Aufsicht eines Arztes und gemäß dieser Anwendungshinweise durch einen

entsprechend geschulten Pfleger verabreicht werden.

Es ist wichtig, die folgenden Dosierungen an die Nierenfunktion des Patienten anzupassen (siehe

Tabelle 1 unten).

Es ist wichtig, dass die Behandlung mit einer Flüssigkeitszufuhr durch Infusion kombiniert wird (siehe

Hydratisierung unten).

Erwachsene

CMV-Virämie bei HSCT-Patienten

Induktionstherapie: Bei Patientinnen und Patienten mit normaler Nierenfunktion: Infusionen alle 12

Stunden mit einer Dosis von 60 mg/kg.

Die Dosis muss an die individuelle Nierenfunktion des Patienten angepasst werden: siehe

untenstehende Tabelle 1. Die Infusionszeit sollte bei einer Dosierung von 60 mg/kg nicht weniger als 1

Stunde betragen. Die Behandlung sollte mindestens 2 Wochen fortgesetzt werden.

Erhaltungstherapie: Die bewährte Erhaltungstherapie umfasst eine einmal tägliche Infusion von 90

bis 120 mg/kg nach Beendigung der Induktionstherapie.

Bei Patientinnen und Patienten mit normaler Nierenfunktion liegt die Dosierung einer täglichen

Infusion bei 90 bis 120 mg/kg. Die Dosierung muss der Nierenfunktion des Patienten angepasst

werden (siehe untenstehende Tabelle 1). Die Infusionszeit sollte nicht kürzer als 2 Stunden sein.

Patientinnen und Patienten, deren Infektion während der Erhaltungstherapie fortschreitet, können

nochmals gemäß dem Induktionsplan behandelt werden.

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CMV-Erkrankung bei HSCT-Patienten

Induktionstherapie: Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion: Infusionen entweder alle 8 Stunden

mit einer Dosierung von 60 mg/kg oder alle 12 Stunden mit einer Dosierung von 90 mg/kg.

Die Dosis muss der Nierenfunktion des Patienten angepasst werden: siehe untenstehende Tabelle 1.

Die Infusionsdauer sollte nicht kürzer als 1 Stunde bei einer Dosierung von 60 mg/kg bzw. nicht

kürzer als 2 Stunden bei einer Dosierung von 90 mg/kg sein. Die Behandlung sollte mindestens 2-3

Wochen (je nach klinischer Reaktion) fortgesetzt werden.

Erhaltungstherapie: Die bewährte Erhaltungstherapie umfasst eine einmal tägliche Infusion von 90

bis 120 mg/kg nach Beendigung der Induktionstherapie.

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion beträgt der Dosierbereich 90 bis 120 mg/kg, wobei die

Dosis einmal täglich infundiert wird. Die Dosis muss an die individuelle Nierenfunktion der Patienten

(siehe untenstehende Tabelle 1) angepasst werden. Die Infusionsdauer sollte nicht kürzer als 2

Stunden sein.

Patientinnen und Patienten, deren Infektion während der Erhaltungstherapie fortschreitet, können

nochmals gemäß dem Induktionsplan behandelt werden.

CMV-Retinitis bei AIDS-Patienten

Induktionstherapie: In 90 % aller Fälle stabilisieren sich retinale Läsionen nach 2-3 Wochen

Induktionsbehandlung.

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion: Infusionen alle 8 Stunden mit einer Dosierung von

60 mg/kg oder alle 12 Stunden mit einer Dosierung von 90 mg/kg.

Die Dosierung muss an die individuelle Nierenfunktion des Patienten angepasst werden: siehe

untenstehende Tabelle 1. Die Infusionszeit sollte bei einer 60 mg/kg Dosis nicht weniger als 1 Stunde

bzw. 2 Stunden bei einer 90 mg/kg Dosis betragen. Die Behandlung sollte je nach klinischer Reaktion

2-3 Wochen fortgesetzt werden.

Da jedoch CMV latente Infektionen hervorrufen kann und Foscarnet virustatische Eigenschaften

aufweist, sind nach Behandlungsstopp Rückfälle bei Patienten möglich, die unter anhaltender

Immunschwäche leiden.

Erhaltungsbehandlung: Die bewährte Erhaltungsbehandlung besteht aus einer täglichen Infusion mit

90 bis 120 mg/kg nach Beendigung der Induktionsbehandlung. Dies verlangsamt das Fortschreiten der

Retinitis.

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion beträgt der Dosierbereich 90-120 mg/kg, wobei die Dosis

einmal täglich infundiert wird. Die Dosis muss an die individuelle Nierenfunktion der Patienten (siehe

untenstehende Tabelle 1) angepasst werden:

Es wird empfohlen, die Behandlung mit einer Dosis von 90 mg/kg zu beginnen. Eine Erhöhung auf bis

zu 120 mg/kg kann bei Patienten in Betracht gezogen werden, deren Retinitis im Laufe der

Behandlung fortschreitet oder die die anfängliche Dosis gut vertragen.

Die Infusionszeit sollte 2 Stunden betragen.

Foscavir ist sieben Tage pro Woche zu verabreichen, solange die Behandlung für geeignet befunden

wird.

Verschlimmert sich die Retinitis im Verlaufe der Erhaltungsbehandlung, so muss erneut mit der

Induktionsbehandlung begonnen werden.

Keine Wirksamkeit von Aciclovir bei mukokutanen HSV-Infektionen

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion: Infusionen alle 8 Stunden mit einer Dosierung von

40 mg/kg.

Die Dosierung muss an die Nierenfunktion des Patienten angepasst werden (siehe untenstehende

Tabelle 1). Die Infusionszeit sollte nicht kürzer als 1 Stunde sein.

Die Behandlung sollte für 2 – 3 Wochen bzw. mindestens bis die Läsionen abgeheilt sind, fortgesetzt

werden.

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Anmerkung: Die Heilungszeit hängt von der Größe der ursprünglichen Läsion ab. Die

Foscavir-Therapie sollte fortgesetzt werden, bis eine vollständige Re-Epitheliasierung

eintritt. Dies geschieht normalerweise nach 2 bis 3 Wochen. Nach einer Woche der

Behandlung mit der Foscavir-Therapie müsste eine klinische Reaktion sichtbar sein.

Bei Patienten, die zu diesem Zeitpunkt keine Reaktion zeigen, sollte die Therapie neu

überdacht werden.

Die fehlende Wirkung von Aciclovir kann klinisch beobachtet werden (keine Reaktion bei

Dosierungen von 3 x 5-10 mg/kg/Tag nach 10 Tagen) oder durch In-vitro-Tests ermittelt werden.

Anmerkung: Die Wirksamkeit der Erhaltungsbehandlung bei Patienten mit HSV-Infektionen, die nicht

auf Aciclovir ansprechen, ist noch nicht nachgewiesen.

VORSICHT:

NIEMALS

EINE

SCHNELLE

INTRAVENÖSE

FOSCAVIR-INJEKTION

VORNEHMEN.

Tabelle 1: TABELLE DER EMPFOHLENEN DOSEN

a)

Induktion

Creatinin-

Clearance

(ml/Min./kg)

CMV-Virämie

(HSCT)

CMV-Erkrankung (HSCT) und CMV-

Retinitis (AIDS)

HSV

mg/kg in 1 Stunde

mg/kg in 2 Stunden

mg/kg in 1

Stunde

mg/kg in 1 Stunde

>1,4

- > 1

- > 0,8

- > 0,6

- > 0,5

60 alle 12 Stunden

45 alle 12 Stunden

35 alle 12 Stunden

25 alle 12 Stunden

20 alle 12 Stunden

15 alle 12 Stunden

90 alle 12 Stunden

70 alle 12 Stunden

50 alle 12 Stunden

80 alle 24 Stunden

60 alle 24 Stunden

50 alle 24 Stunden

60 alle 8 Stunden

45 alle 8 Stunden

35 alle 8 Stunden

40 alle 12

Stunden

30 alle 12

Stunden

25 alle 12

Stunden

40 alle 8 Stunden

30 alle 8 Stunden

20 alle 8 Stunden

25 alle 12 Stunden

20 alle 12 Stunden

15 alle 12 Stunden

< 0,4

VON EINER BEHANDLUNG IST ABZURATEN

b)

Erhaltung (CMV)

Creatinin-Clearance (ml/Min./kg)

1 Infusion alle 2 Stunden (mg/kg)

> 1,4

- > 1

- > 0,8

- > 0,6

- > 0,5

90-120 alle 24 Stunden

70 - 90

50 - 65

80-105 alle 48 Stunden

60 - 80

50 - 65

< 0,4

VON EINER BEHANDLUNG IST ABZURATEN

Von einer Verwendung von Foscavir bei Hämodialysepatienten wird abgeraten, da noch keine

etablierten Dosierungsrichtwerte existieren.

Hydratisierung

Durch angemessene Hydratisierung des Patienten kann das Risiko toxischer Auswirkungen auf die

Nieren vermindert werden. Die Diurese kann durch Verabreichung von 0,5-1,0 Liter herkömmlicher

Kochsalzlösung vor der ersten Foscavir-Infusion und anschließender Beifügung von 0,5-1,0 Liter

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dieser Lösung zu jeder Infusion gefördert werden.

Bei Patienten mit guter Compliance wurde eine

ähnliche Therapie mit oraler Hydrierung durchgeführt. Klinisch dehydrierte Patienten sollten vor der

Behandlung mit Foscavir hydriert werden

Ältere Menschen

Die selbe Dosierung wie für Erwachsene.

Pädiatrisches Alter

Zur Sicherheit und Wirksamkeit von Foscarnet-Natrium bei Kindern sind keine Ergebnisse vorhanden.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Abschnitten 4.4 und 5.3.

Patienten mit renaler oder hepatischer Insuffizienz

Die Dosis muss bei Patienten mit renaler Insuffizienz gemäß dem Kreatinin-Clearance-Level, wie in

der Tabelle 1 oben beschrieben, reduziert werden. Bei Patienten mit hepatischer Insuffizienz wird

keine Dosierungsanpassung benötigt.

Art der Anwendung

Foscavir darf ausschließlich intravenös verabreicht werden:

Wenn das Mittel in eine Zentralvene infundiert wird, kann die 24 mg/ml Lösung unverdünnt

verabreicht werden.

Wenn das Mittel in eine periphere Vene infundiert wird, muss die 24 mg/ml Lösung unmittelbar vor

der Anwendung mit einer 5%igen Dextroselösung oder einer herkömmlichen Kochsalzlösung auf

eine Konzentration von 12 mg/ml verdünnt werden.

Anweisungen für den Umgang mit dem Mittel

Wie in Abschnitt 6.6 angegeben, kann der unbeabsichtigte Kontakt von Foscavir mit der Haut oder den

Augen lokale Hautreizungen sowie ein Brennen verursachen. Bei versehentlichem Kontakt ist der

betroffene Bereich ausgiebig mit Wasser zu spülen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Foscavir muss bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion mit Vorsicht verabreicht werden:

Aufgrund von möglicher Funktionseinschränkung der Nieren muss die Serum-Creatinin-Konzentration

während

Induktionsbehandlung

Foscavir

jedem

zweiten

Erhaltungsbehandlung

einmal

wöchentlich

kontrolliert

werden.

In Abhängigkeit

Nierenfunktion ist eine angemessene Dosisanpassung vorzunehmen. Alle Patienten müssen

angemessen

Flüssigkeit

versorgt

werden

(siehe

Abschnitt

4.2).

Patienten

Nierenerkrankungen oder die eine Begleitbehandlung mit anderen nephrotoxischen Arzneimitteln

erhalten, muss die Nierenfunktion genau überwacht werden (siehe Abschnitt 4.5).

Aufgrund des Natriumgehalts (240 µmol (5,5 mg) Natrium pro ml) sollte der Einsatz von Foscavir

vermieden werden, wenn eine Saline-Infusion vom Körper nicht toleriert werden kann (z. B. bei

Kardiomyopathie).

Da Foscavir dazu neigt, bivalente Metallionen wie z.B. Calcium zu binden, kann die Verabreichung

von Foscavir einen akuten Abfall der im Blut befindlichen Calciumionen proportional zum Foscavir-

Infusionsanteil zur Folge haben, der sich u.U. nicht im Gesamtcalciumwert im Blut niederschlägt. Die

Elektrolytwerte, besonders von Calcium und Magnesium, müssen vor und während der Behandlung

mit Foscavir überprüft und jegliche Mangelerscheinungen korrigiert werden.

Foscarnet steht in Verbindung mit einer Verlängerung des QT-Intervalls und in selteneren Fällen mit

Torsade de pointes (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mit bekannter, bestehender Verlängerung der

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Intervalle des Erregungsleitungssystems des Herzens, insbesondere der QTc-Verlängerung, Patienten

mit erheblichen Störungen im Elektrolythaushalt (Hypokaliämie, Hypomagnesiämie), Bradykardie,

und Patienten mit zugrundeliegenden Herzerkrankungen wie Herzinsuffizient, oder Patienten die

Medikamente einnehmen, die nachweislich das QT-Intervall verlängern, sollten sorgfältig überwacht

werden, da hier ein erhöhtes Risiko für eine ventrikuläre Arrhythmie besteht. Patienten sollten

sämtliche kardiale Symptome unverzüglich melden.

Foscavir lagert sich in den Zähnen, im Knochen und Knorpel ab. Die Anwendung beim Tier ergab,

dass bei jüngeren Tieren eine stärkere Ablagerung erfolgt. Die Sicherheit von Foscavir und seine

Wirkung auf die Entwicklung des Skeletts bei Kindern wurden nicht untersucht.

Krampfanfälle, die mit Veränderungen im Mineralien- und Elektrolythaushalt des Blutplasmas

zusammenhängen, wurden mit einer Behandlung mit Foscavir in Verbindung gebracht. Fälle von

Status epilepticus wurden gemeldet. Aus diesem Grund müssen Patienten genau auf Veränderungen

und Spätfolgen überwacht werden. Ein Mineralien- und Elektrolytausgleich ist eventuell nötig.

Foscavir wird in hoher Konzentration mit dem Urin ausgeschieden und kann eine beträchtliche

Irritation im Genitalbereich und/oder Geschwürbildung verursachen. Zur Vermeidung einer Irritation

oder Geschwürbildung wird eine sorgfältige Körperpflege empfohlen. Ebenso sollte nach jedem

Urinieren der Genitalbereich gereinigt werden.

Sollte der Patient über eine gestörte Gefühlswahrnehmung in den Armen oder Beinen oder Übelkeit

klagen, so wird empfohlen, die Infusionsgeschwindigkeit zu verlangsamen.

Wenn Diuretika gegeben werden, werden Medikamente der Gruppe Thiazide empfohlen.

Entwicklung von Resistenzen: Wenn die Verabreichung von Foscavir nicht zu einer therapeutischen

Reaktion oder zu einer Verschlechterung des Zustands nach anfänglicher Reaktion führt, kann dies

durch eine reduzierte Empfindlichkeit der Viren gegenüber Foscarnet begründet sein.

Bei der Verabreichung von Foscavir bei CMV-Virämie muss besonders auf organspezifische

Krankheiten geachtet werden. Im Falle des Auftretens von CMV-Krankheitssymptomen muss die

Verabreichungsdosis sehr schnell, unter Berücksichtigung der Erkrankung (siehe Abschnitt 4.2),

angepasst und die Durchführung entsprechender Maßnahmen vorgenommen werden. Sollte der Patient

jedoch weiterhin Krankheitsanzeichen aufweisen, oder sollte der Antigenämie-Level oder die CMV-

DNA-Belastung nach mehr als 2 Behandlungswochen noch immer ansteigen, sollte eine CMV-

Resistenz vermutet und eine Änderung der Behandlung in Erwägung gezogen werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Da sich Foscavir auf die Nierenfunktion auswirken kann, kann es in Kombination mit anderen

nephrotoxischen Medikamenten wie z. B. Aminoglykosiden, Amphotericin B, Ciclosporin A,

Aciclovir, Methotrexat und Tacrolimus zu einer Toxizität kommen. Außerdem ist bei dem Einsatz

zusammen mit anderen Medikamenten, die den Calciumgehalt im Blut beeinträchtigen (z. B.

Pentamidin i.v.), große Vorsicht geboten, da Foscavir die Serumlevel von ionisiertem Calcium senken

kann. Eine beeinträchtigte Nierenfunktion und symptomatische Hypokalzämie (Trousseau- und

Chvostek-Zeichen) wurden bei gleichzeitiger Behandlung mit Foscavir und intravenösem Pentamidin

beobachtet. Anormale Nierenfunktion wurde im Zusammenhang mit dem Einsatz von Foscavir

zusammen mit Ritonavir und/oder Saquinavir berichtet.

Aufgrund des potentiell erhöhten Risikos einer QT-Verlängerung und Torsade de pointes, sollte

Foscavir bei gleichzeitiger Verabreichung von Medikamenten, die nachweislich das QT-Intervall

verlängern, insbesondere der Klassen IA (z. B. Chinidin) und III (z. B. Amiodaron, Sotalol),

Antiarrhythmika oder Neuroleptika, mit Vorsicht verabreicht werden. Bei gleichzeitiger Verabreichung

bedarf es einer sorgfältigen kardialen Überwachung.

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Es besteht keine pharmakokinetische Wechselwirkung mit Zidovudin (AZT), Ganciclovir, Didanosin

(ddI), Zalcitabin (ddC) oder Probenecid.

Pharmazeutische Wechselwirkungen (Inkompatibilitäten für Infusionen) werden in Abschnitt 6.2

beschrieben.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilität

In Bezug auf den Einfluss von Foscavir auf die Fertilität liegen keine Daten vor.

In Tierversuchsstudien wurden keine Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).

Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen

Frauen

gebärfähigen Alter

sollten

während

Behandlung

Foscavir

wirksame

Verhüttungsmittel nutzen.

Männer, die mit Foscavir behandelt werden, sollten bis zu 6 Monate nach Beendigung der Behandlung

keine Kinder zeugen.

Schwangerschaft

Für den Einsatz von Foscarnet bei schwangeren Frauen liegen keine oder nur begrenzte Daten vor.

Tierversuchsstudien liefern in Bezug auf die Reproduktionstoxizität nur unzureichende Daten (siehe

Abschnitt 5.3).

Foscavir wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Stillzeit

Über die Ausscheidung von Foscarnet über die Muttermilch liegen nur unzureichend Daten vor.

Verfügbare pharmakodynamische/toxikologische Daten aus Tierversuchsstudien haben gezeigt, dass

Foscarnet über die Milch ausgeschiedene wird (Informationen dazu siehe Abschnitt 5.3).

Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden.

Foscavir sollte während der Stillzeit nicht verwendet werden.

Es sollte eine Entscheidung über den Abbruch des Stillens oder der Behandlung mit Foscavir getroffen

werden. Dabei sollten die Vorteile des Stillens für das Kind und die Vorteile der Behandlung für die

Frau abgewägt werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Foscavir wirkt sich mäßig auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

aus. Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen können aufgrund der

Krankheit selbst und aufgrund möglicher unerwünschter Nebenwirkungen von Foscavir (wie

Schwindel und Konvulsionen, siehe Abschnitt 4.8) beeinträchtigt sein. Der Arzt sollte seinen Patienten

darüber informieren und, basierend auf dem Krankheitszustand und der Toleranz gegenüber der

Medizin, diesen individuell beraten.

4.8

Nebenwirkungen

Die meisten Patienten, denen Foscavir verabreicht wird, weisen eine starke Immunschwäche auf und

leiden an ernsthaften Virusinfektionen. Der körperliche Zustand des Patienten, die Schwere der

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Grunderkrankung, andere Infektionen und begleitende therapeutische Maßnahmen tragen ebenfalls zu

den Nebenwirkungen bei, die beim Einsatz von Foscavir beobachtet wurden.

Die unerwünschten Nebenwirkungen von Foscavir, die während klinischer Studien und bei der

Kontrolle nach der Markteinführung beobachtet wurden, sind in der Tabelle 2 unten aufgeführt. Sie

werden nach Systemorganklasse (SOC) und nach Häufigkeit wie folgt aufgelistet: Sehr häufig (

1/10),

Häufig (

1/100, <1/10), Gelegentlich (

1/1.000, <1/100), Selten (

1/10.000, <1/1.000), Sehr selten

(<1/10.000), Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Bitte

beachten

Sie,

dass

während

dieser

klinischen

Studien

Hydrationslevel

Elektrolytgleichgewicht nicht durchgehend beachtet wurden; die Häufigkeit einiger unerwünschter

Nebenwirkungen wird geringer ausfallen, wenn die aktuellen Empfehlungen befolgt werden (siehe

Abschnitte 4.2 und 4.4).

Tabelle 2: Häufigkeiten von unerwünschten Nebenwirkungen

SOC

Häufigkeit

Nebenwirkung

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

Sehr häufig

Granulozytopenie, Anämie

Häufig

Leukopenia, Thrombozytopenie,

Neutropenie

Gelegentlich

Panzytopenie

Erkrankungen des

Immunsystems

Häufig

Sepsis

Nicht bekannt

Überempfindlichkeit

(einschließlich anaphylaktischer

Reaktionen), anaphylaktoide

Reaktionen

Endokrine Erkrankungen

Nicht bekannt

Diabetes insipidus

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr häufig

Verminderter Appetit,

Hypokalämie,

Hypomagnesiämie,

Hypokalzämie

Häufig

Hyperphosphatämie,

Hyponatriämie,

Hypophosphatämie, erhöhte

alkalische Blutphosphatase,

erhöhte

Blutlaktatdehydrogenase,

Hyperkalzämie, Dehydrierung

Gelegentlich

Azidose

Nicht bekannt

Hypernatriämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Häufig

Aggression, Beunruhigung,

Angstzustände, Verwirrung,

Depression, Nervosität

Nicht bekannt

Änderungen des mentalen

Zustands

Erkrankungen des

Nervensystems

Sehr häufig

Schwindelgefühl,

Kopfschmerzen, Parästhäsie

Häufig

Unnatürliche Koordination,

Konvulsion, Hypoästhesie,

unwillkürliche

Muskelzuckungen, Neuropathie,

Zittern

Nicht bekannt

Enzephalopathie

Herzerkrankungen

Häufig

Herzrasen, Tachykardie

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Nicht bekannt

Verlängerte QT-Zeit im EKG,

ventrikuläre Arrhythmie,

Torsade de pointes

Gefäßerkrankungen

Häufig

Bluthochdruck, niedriger

Blutdruck, Thrombophlebitis

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Durchfall, Übelkeit, Erbrechen

Häufig

Bauchschmerzen, Verstopfung,

Verdauungsstörungen,

Entzündung der

Bauchspeicheldrüse,

gastrointestinale Blutungen

Nicht bekannt

Speiseröhrengeschwür

Leber- und

Gallenerkrankungen

Häufig

Anormale Leberfunktion

Erkankungen der Haut

und des

Unterhautzellgewebes

Sehr häufig

Hautausschlag

Häufig

Juckreiz

Gelegentlich

Urtikaria, Angioödem

Nicht bekannt

Erythema multiforme, toxische

epidermale Nekrolyse, Stevens-

Johnson-Syndrom

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Häufig

Myalgie

Nicht bekannt

Muskelschwäche, Myopathie,

Myositis, Rhabdomyolyse

Erkrankungen der Nieren

und Harnwege

Häufig

Nierenfunktionsstörungen,

akutes Nierenversagen, Dysurie,

Polyurie, Proteinurie

Gelegentlich

Renal-tubuläre

Funktionsstörung,

Glomerulonephritis,

nephrotisches Syndrom

Nicht bekannt

Nierenschmerzen, renale

tubuläre Azidose, renal-tubuläre

Nekrose, akut-tubuläre Nekrose,

Kristallnephropathie, Hämaturie

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und

der Brustdrüse

Häufig

Wunde Stellen und

Geschwürbildung im

Genitalbereich

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig

Kraftlosigkeit, Schüttelfrost,

Mattheit, Pyrexie

Häufig

Unwohlsein, Ödembildung,

Brustschmerzen

, Schmerzen an

der Injektionsstelle, Entzündung

an der Injektionsstelle

Nicht bekannt

Extravasation

Untersuchungen

Sehr häufig

Erhöhter Blut-Creatininwert,

Verringerter Hämoglobinwert

Häufig

Verringerte Creatinin-Clearance

der Nieren, anormales EKG,

erhöhte Gamma-

Glutamyltransferasewert,

erhöhter Alanin-

Aminotransferasewert, erhöhter

Aspartat-Aminotransferasewert,

Lipase erhöht

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Gelegentlich

Erhöhter Blutamylasewert,

erhöhter Blut-Creatinin-

Phosphokinasewert

Nach der Infusion einer unverdünnten Foscarnet-Lösung wurde eine Thrombophlebitis bei peripheren

Venen beobachtet.

In einigen Fällen wurden blasenbildende Erkrankungen berichtet, einschließlich Erythema

multiforme, toxische epidermale Nekrolyse und Stevens-Johnson-Syndrom. In den meisten Fällen

haben Patienten andere Medikamente zu sich genommen, die mit toxischer epidermaler Nekrolyse

oder Stevens-Johnson-Syndrom in Verbindung stehen.

Foscarnet wird hochkonzentriert mit dem Urin ausgeschieden und kann zu einer deutlichen Irritation

und Geschwürbildung im Genitalbereich führen, insbesondere nach einer längeren Therapie.

Vorübergehende Brustschmerzen wurden als eine Infusionsreaktion für Foscarnet berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

Föderalagentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte

Abteilung Vigilanz

EUROSTATION II

Victor Hortaplein, 40/40

B-1060 BRÜSSEL

Website: www.fagg-afmps.be

E-Mail: adversedrugreactions@fagg-afmps.be

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Über Fälle von Überdosierungen während der Behandlung mit Foscavir wurde berichtet. Dabei wurde

das Arzneimittel bis zum 20fachen der empfohlenen Dosis verabreicht. Bei einigen dieser Fälle

handelte es sich dahingehend um relative Überdosierungen, dass die verabreichte Dosis nicht sofort an

einen Patienten angepasst wurde, der eine beeinträchtigte Nierenfunktion aufwies.

Es sind Fälle bekannt, bei denen die Überdosierung keine klinischen Spätfolgen hatte.

Die bei einer Überdosierung mit Foscavir berichteten Symptome entsprechen den bekannten

Nebenwirkungen für dieses Produkt.

Eine Hämodialyse erhöht die Eliminierung von Foscavir und kann in entsprechenden Fällen von

Nutzen sein.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Wirkstoffe zur systemischen Anwendung; direkte

antivirale Wirkstoffe; Phosphonsäurederivate,

ATC-Code: J05A D01

Foscavir ist ein antiviraler Wirkstoff mit einem breiten Einsatzbereich, der alle bekannten

menschlichen Viren der Herpes-Gruppe inhibiert, darunter die Herpes-Simplex-Viren (HSV) vom Typ

1 und 2, das menschliche Herpes-Virus 6 (HHV-6), das Varizella-Zoster-Virus (VZV), das Epstein-

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Barr-Virus (EBV) und das Cytomegalovirus (CMV), sowie einige Retroviren, darunter das Humane-

Immunschwäche-Virus (HIV), bei Konzentrationen, die das normale Zellenwachstum nicht

beeinträchtigen.

Foscavir inhibiert ebenfalls die virale DNA-Polymerase des Hepatitis B Virus. Es erzielt seine

antivirale Wirkung durch direkte Inhibierung virenspezifischer Enzyme (DNA-Polymerase und reverse

Transkriptase) bei Konzentrationen, die zelluläre DNA-Polymerasen nicht beeinträchtigen.

Foscavir erfordert keine Aktivierung (Phosphorylierung) durch Thymidinkinase oder andere Kinasen

und ist daher in vitro aktiv gegen HSV-mutante Stränge, die ein Thymidinkinasendefizit (TK)

aufweisen.

Gegen

Ganciclovir

resistente

CMV-Stämme

können

ebenfalls

Foscavir

ansprechen.

Empfindlichkeitstestergebnisse, die als erforderliche Konzentration des Medikaments zur Inhibierung

des Virenwachstums um 50 % in Zellkulturen (IC50) angegeben werden, zeigen je nach verwendetem

Verfahren und Zelltyp unterschiedliche Ergebnisse.

Tabelle 3: Foscarnet-Inhibition von Virusvermehrungen in Zellkulturen

Virus

IC50 (µmol/l)

50-800*

HSV1-HSV2

10-130

48-90

< 500**

HHV-6

Ganciclovir resistente CMV-Stämme

HSV-TK minus Mutant

HSV-DNA-Polymerase-Mutant

5-443

HIV-1

11-32

Zidovudin resistentes HIV-1

10-32

* der Durchschnittswert beträgt 269 µmol/l

** 97 % der Virusantigen-Synthese wird bei 500 µmol/l inhibiert

Im Falle eines klinischen Nichtansprechens auf Foscarnet muss die Empfindlichkeit der Virusisolate

auf Foscarnet getestet werden, da eine Resistenz in vivo

und in vitro

auftreten kann. Der

durchschnittliche Inhibitionskonzentrationswert (IC50) für über einhundert klinische CMV-Isolate

beträgt ungefähr 270 μmol/l, während eine reversible Inhibition des normalen Zellwachstums bei

ungefähr 1000 μmol/l beobachtet wurde.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Intravenöse Verabreichung bei bestimmten Tierarten hat gezeigt, dass Foscarnet schnell aus dem Blut

und anderen Weichgeweben eliminiert wird; Studien an Mäusen haben jedoch gezeigt, dass rund 1/3

der intravenös verabreichten Dosis in den Knochen gespeichert wird.

Beim Menschen beträgt das Abbaumuster für Plasmakonzentrationen nach intravenöser Verabreichung

mehrere Halbwertzeiten. Die anfängliche Eliminierung erfolgt schnell, mit einer Halbwertzeit von ca.

2-4 Stunden bei Patienten mit normaler Nierenfunktion.

Die letzte Halbwertzeit beträgt zwischen 2 bis 8 Tagen. Foscavir wird nach Ablagerung in den

Knochen und anderen Geweben nur langsam umverteilt.

Foscarnet wird über die Rückenmarksflüssigkeit im Körper verteilt. Es erfolgt keine bekannte

metabolische Umwandlung und die Bindung an Plasmaproteine ist gering (< 20 %).

Foscarnet wird von den Nieren hauptsächlich durch glomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion

ausgeschieden. Sieben Tage nach der Verabreichung liegt der Anteil der kumulativen intravenösen

Dosis, die nicht im Urin ausgeschieden wird, zwischen 3 und 20 %.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Zu den am stärksten ausgeprägten Nebenwirkungen, die während der allgemeinen Toxizitätsstudie von

Foscarnet beobachtet wurden, gehören Störungen im Serumelektrolythaushalt, und Nieren- und

Knochenveränderungen.

M131 proposed track-changes SmPC (BE-DE)

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Die Knochenveränderung wurde als gesteigerte osteoklastische Aktivität und Knochenresorption

beschrieben. Ca. 20 % des verabreichten Medikaments werden in den Knochen und Knorpel

aufgenommen und die Ablagerung ist bei jungen Tieren und im Wachstum befindlichen Tieren höher.

Diese Wirkung wurde nur bei Hunden beobachtet. Eine Erklärung für diese Veränderungen könnte

sein, dass Foscarnet aufgrund seiner strukturellen Ähnlichkeit mit Phosphat in das Hydroxyapatit

aufgenommen wird. Autoradiografische Studien zeigten, dass Foscarnet eine deutliche Affinität zum

Knochengewebe aufweist. Regenerationsstudien ergaben, dass die Knochenveränderungen reversibel

sind. Foscarnet-Natrium beeinträchtigt nachweislich die Entwicklung des Zahnschmelzes bei Mäusen

und Ratten. Die Wirkungen dieser Ablagerung auf die Skelettentwicklung wurden nicht untersucht.

M131 proposed track-changes SmPC (BE-DE)

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6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Chlorwasserstoffsäure (E507)

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Foscavir ist nicht kompatibel mit 30%iger Dextroselösung, Amphotericin B, Aciclovir-Natrium,

Ganciclovir, Pentamidin-Isethionat, Trimethoprim-Sulfametoxazol und Vancomycin-Hydrochlorid.

Foscavir ist ebenfalls nicht kompatibel mit Lösungen, die Calcium enthalten.

Es wird empfohlen, keine gleichzeitige Infusion mit anderen Medikamenten über denselben

Infusionskatheter vorzunehmen.

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 4.2 (Art der Anwendung) aufgeführten, nicht

mit anderen Arzneimitteln gemischt warden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnet: 3 Jahre.

Nach dem Öffnen

Foscavir enthält keine Konservierungsstoffe: Sobald das Sterilitätssiegel der

Flasche aufgebrochen ist, muss die Lösung innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden.

Foscavir kann in der Krankenhausapotheke aseptisch in Plastikbeutel für Infusionen umgefüllt werden.

Die chemische und physikalische Haltbarkeit von Foscavir und Verdünnungen des Mittels mit einer

herkömmlichen Kochsalzlösung gleichen Volumens oder 50 mg/ml Dextrose in PVC-Beuteln beträgt 7

Tage.

Die Haltbarkeitsdauer kann je nach örtlichen Gegebenheiten und gültiger Gesetzgebung geringer sein.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30ºC lagern. Nicht im Kühlschrank lagern.

Bei Lagerung im Kühlschrank oder bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes kann eine

Ausfällung auftreten. Durch Lagerung der Flasche bei Zimmertemperatur und wiederholtes Schütteln

kann die Ablagerung wieder aufgelöst werden.

Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch und/oder Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt

6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Eine Glasflasche mit 250 ml Infusionslösung.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Der unbeabsichtigte Kontakt von Foscavir mit der Haut oder den Augen kann lokale Hautreizungen

sowie ein Brennen verursachen.

Bei versehentlichem Kontakt ist der betroffene Bereich ausgiebig mit Wasser zu spülen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Clinigen Healthcare Ltd.

Pitcairn House

First Avenue

Burton-on-Trent

Staffordshire

DE14 2WW

M131 proposed track-changes SmPC (BE-DE)

13/13

Vereinigtes Königreich

8.

ZULASSUNGSNUMMER

BE158986

Verschreibungspflichtig.

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 12/08/1992

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 12/08/2007

10.

STAND DER INFORMATION

06/2017

Datum der letzten Genehmigung der ZMA: 06/2017