FIBRYGA

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • FIBRYGA 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung
  • Verschreibungstyp:
  • Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • FIBRYGA 1 g Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung
    Österreich
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Produktbesonderheiten:
  • Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AGES
  • Zulassungsnummer:
  • 137788
  • Berechtigungsdatum:
  • 03-08-2017
  • Letzte Änderung:
  • 07-03-2018

Packungsbeilage

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

FIBRYGA 1 g

Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

Humanes Fibrinogen

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie jede

auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Ende

Abschnitt 4.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist FIBRYGA und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von FIBRYGA beachten?

Wie ist FIBRYGA anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist FIBRYGA aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist FIBRYGA und wofür wird es angewendet?

Was ist FIBRYGA?

FIBRYGA enthält das Eiweiß Fibrinogen vom Menschen, das ein wichtiger Bestandteil der

Blutgerinnung (Koagulation) ist. Bei einem Mangel an Fibrinogen gerinnt das Blut nicht so gut wie es

soll, was eine erhöhte Blutungsneigung zur Folge hat. Der Ersatz des humanen Fibrinogens durch

FIBRYGA behebt die Gerinnungsstörung.

Wofür wird FIBRYGA angewendet?

FIBRYGA wird angewendet zur:

Behandlung von Blutungen bei Patienten mit angeborenem Fibrinogenmangel (Hypo- oder

Afibrinogenämie) mit Blutungsneigung.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von FIBRYGA beachten?

FIBRYGA darf NICHT angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen humanes Fibrinogen oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie in der Vergangenheit allergische Reaktionen auf FIBRYGA gezeigt haben.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie allergisch gegen ein Arzneimittel sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie FIBRYGA anwenden.

Risiko für Blutgerinnsel in Blutgefäßen

Ihr Arzt sollte den Nutzen dieses Arzneimittels gegen das Risiko von Blutgerinnseln in Blutgefäßen

abwägen, insbesondere:

wenn Sie dieses Arzneimittel in hohen Dosen oder mehrfach erhalten haben.

wenn Sie einen Herzanfall hatten (koronare Herzerkrankung oder Myokardinfarkt in der

Vorgeschichte).

wenn Sie eine Lebererkrankung haben.

wenn Sie gerade eine Operation hatten (postoperative Patienten).

wenn Sie demnächst eine Operation haben werden (perioperative Patienten).

bei neugeborenen Säuglingen (Neugeborene).

wenn es bei Ihnen voraussichtlich zu Blutgerinnseln oder Gerinnungsstörungen in den

Blutgefäßen kommen wird (Patienten unter Risiko für thromboembolische Ereignisse oder

disseminierte intravaskuläre Gerinnung).

Ihr Arzt wird bei Ihnen möglicherweise zusätzliche Tests zur Blutgerinnung durchführen, um dieses

Risiko zu überwachen.

Allergische oder anaphylaktoide Reaktionen

Alle Arzneimittel, die wie FIBRYGA aus menschlichem Blut (das Eiweiße enthält) hergestellt und in

eine Vene gespritzt werden (intravenöse Gabe), können allergische Reaktionen hervorrufen. Wenn Sie

in der Vergangenheit allergische Reaktionen auf FIBRYGA gezeigt haben, wird Ihr Arzt Ihnen

mitteilen, ob Sie Arzneimittel zum Schutz vor diesen Reaktionen benötigen.

Ihr Arzt wird Sie über Warnzeichen einer allergischen oder anaphylaktoiden Reaktion informieren.

Bitte achten Sie auf Frühzeichen einer allergischen Reaktion (Überempfindlichkeit) wie z. B.:

Quaddeln

Hautausschlag

Engegefühl in der Brust

Giemen

niedrigen Blutdruck

oder Anaphylaxie (wenn eines bis alle der oben erwähnten Symptome schnell auftreten und

stark ausgeprägt sind).

Falls diese Beschwerden auftreten, muss die Injektion/Infusion von FIBRYGA sofort beendet werden

(d. h. die Injektion abgebrochen werden).

Virussicherheit

Bei der Herstellung von Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Plasma werden bestimmte

Maßnahmen getroffen, um zu vermeiden, dass Infektionen auf Patienten übertragen werden. Diese

umfassen:

die sorgfältige Auswahl der Spender von Blut und Plasma, um sicherzugehen, dass jene, die

möglicherweise Infektionen haben, ausgeschlossen werden

die Untersuchung aller Spenden und Plasmapools auf Anzeichen von Viren/Infektionen

die Durchführung von Schritten zur Inaktivierung oder Entfernung von Viren bei der

Verarbeitung des Blutes oder Plasmas.

Trotz dieser Maßnahmen kann bei Gabe von Arzneimitteln, die aus menschlichem Blut oder Plasma

hergestellt wurden, die Möglichkeit der Übertragung von Infektionen nicht völlig ausgeschlossen

werden. Dies gilt auch für unbekannte oder neu auftretende Viren und andere Infektionserreger.

Die getroffenen Maßnahmen werden für umhüllte Viren wie das humane Immunschwächevirus (HIV),

das Hepatitis-B- und das Hepatitis-C-Virus sowie für das nicht umhüllte Hepatitis-A-Virus als

wirksam angesehen. Die getroffenen Maßnahmen sind bei nicht umhüllten Viren wie dem Parvovirus

B19 möglicherweise von begrenztem Wert.

Parvovirus-B19-Infektionen können für schwangere Frauen (Infektion des ungeborenen Kindes) und

für Personen mit unterdrücktem Immunsystem oder mit bestimmten Arten von Blutarmut (Anämie,

z. B. Sichelzellkrankheit oder ein gestörter Abbau der roten Blutkörperchen) schwerwiegende Folgen

haben.

Es wird dringend empfohlen, dass jedes Mal, wenn Sie eine Dosis von FIBRYGA erhalten, der Name

und die Chargenbezeichnung des Arzneimittels vermerkt werden, um Aufzeichnungen über die

verwendeten Chargen zu haben.

Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise eine Impfung gegen Hepatitis A und B empfehlen, wenn Sie

regelmäßig/wiederholt Fibrinogenprodukte erhalten, die aus humanem Plasma gewonnen wurden.

Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche gibt es keine spezifischen oder zusätzlichen Warnhinweise oder

Vorsichtsmaßnahmen.

Anwendung von FIBRYGA zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere

Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden.

FIBRYGA darf, außer mit den unter "Rekonstitution" im Abschnitt "Die folgenden Informationen sind

für medizinisches Fachpersonal bestimmt" aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt

werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat. Dieses Arzneimittel darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach vorheriger

Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker angewendet werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

FIBRYGA hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen.

FIBRYGA enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält bis zu 132 mg (5,8 mmol) Natrium pro Flasche. Wenn Sie eine

kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

3.

Wie ist FIBRYGA anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

FIBRYGA wird von medizinischem Fachpersonal als intravenöse Infusion (Infusion in eine Vene)

gegeben.

Die Dosis und das Behandlungsschema sind von folgenden Faktoren abhängig:

Ihrem Körpergewicht

dem Schweregrad Ihrer Erkrankung

dem Ort der Blutung oder

der Art Ihrer Operation und

Ihrem Gesundheitszustand

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Gabe von FIBRYGA bei Kindern und Jugendlichen (intravenös) unterscheidet sich nicht von der

Gabe bei Erwachsenen.

Wenn Sie eine größere Menge von FIBRYGA angewendet haben, als Sie sollten

Ihr Arzt wird Ihren Fibrinogenspiegel mit Bluttests regelmäßig überwachen, um das Risiko einer

Überdosierung zu vermeiden.

Im Fall einer Überdosierung kann das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln in den Blutgefäßen

erhöht sein.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Art der Anwendung

Dieses Arzneimittel ist zur Injektion oder Infusion in eine Vene bestimmt. Wenn Sie weitere Fragen

zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt,

wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt.

wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden von FIBRYGA und anderen Fibrinogenprodukten berichtet

(die Häufigkeit der aufgeführten Nebenwirkungen ist nicht bekannt):

Allergische oder anaphylaktoide Reaktionen: Hautreaktionen (siehe Abschnitt 2,

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

Kardiovaskulär: Thromboembolie, Lungenembolie, Thrombophlebitis (siehe Abschnitt 2,

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

Anstieg der Körpertemperatur

Wenn eine der oben genannten Beschwerden bei Ihnen auftritt, wenden Sie sich schnellstmöglich an

Ihren Arzt.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist FIBRYGA aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nicht über 25

C lagern. Nicht einfrieren. Die Flasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor

Licht zu schützen.

Das Pulver sollte erst unmittelbar vor der Injektion/Infusion aufgelöst werden. Die Stabilität der

Lösung wurde für 24 Stunden bei Raumtemperatur gezeigt. Dessen ungeachtet sollte die Lösung sofort

und nur einmalig angewendet werden, um Kontaminationen zu vermeiden. Das rekonstituierte

Arzneimittel darf nicht im Kühlschrank oder Gefrierschrank gelagert werden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was FIBRYGA enthält

Der Wirkstoff ist: humanes Fibrinogen. FIBRYGA enthält nach Rekonstitution mit 50 ml

Wasser für Injektionszwecke 1 g humanes Fibrinogen pro Flasche bzw. 20 mg/ml humanes

Fibrinogen.

Die sonstigen Bestandteile sind: L-Argininhydrochlorid, Glycin, Natriumchlorid und

Natriumcitrat-Dihydrat.

Wie FIBRYGA aussieht und Inhalt der Packung

FIBRYGA ist ein Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung und in Flaschen erhältlich.

FIBRYGA ist ein weißes oder blassgelbes, hygroskopisches Pulver oder krümeliger Feststoff. Die

rekonstituierte Lösung ist nahezu farblos und leicht opaleszierend.

FIBRYGA wird in einem Umkarton mit folgendem Inhalt verkauft:

1 Flasche mit Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

1 Octajet-Transfersystem

1 Partikelfilter

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Octapharma Pharmazeutika Produktionsges.m.b.H.

Oberlaaer Straße 235, 1100 Wien, Österreich

Hersteller

Octapharma Pharmazeutika Produktionsges.m.b.H.

Oberlaaer Straße 235, 1100 Wien, Österreich

Octapharma AB

Lars Forssells gata 23, 112 75 Stockholm, Schweden

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Fibryga

: Österreich, Belgien, Tschechische Republik, Dänemark, Ungarn, Finnland, Deutschland,

Luxemburg, Norwegen, Polen, Portugal, Slowakei, Schweden, Vereinigtes Königreich

Fibrema

: Slowenien

Z.Nr.: 137788

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 04.2018.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dosierung

Dosierung und Dauer der Substitutionstherapie hängen von der Schwere der Erkrankung, der

Lokalisation und dem Umfang der Blutung sowie vom klinischen Zustand des Patienten ab.

Die individuelle Dosierung sollte auf Grundlage des (funktionalen) Fibrinogenspiegels berechnet

werden. Menge und Häufigkeit der Anwendung sollten individuell für den einzelnen Patienten durch

regelmäßige Messung des Fibrinogenspiegels im Plasma und durch kontinuierliche Überwachung des

klinischen Zustands des Patienten und anderer verwendeter Substitutionstherapien bestimmt werden.

Der normale Fibrinogenspiegel im Plasma liegt im Bereich von 1,5-4,5 g/l. Der kritische

Fibrinogenspiegel im Plasma, unterhalb dessen es zu Blutungen kommen kann, liegt bei ca.

0,5-1,0 g/l.

Bei größeren chirurgischen Eingriffen ist eine präzise Überwachung der Substitutionstherapie durch

Gerinnungstests unbedingt erforderlich.

Prophylaxe bei Patienten mit kongenitaler Hypo- oder Afibrinogenämie und bekannter

Blutungsneigung.

Um übermäßige Blutungen bei chirurgischen Eingriffen zu verhindern, wird eine prophylaktische

Behandlung empfohlen, um den Fibrinogenspiegel auf 1 g/l anzuheben und auf diesem Wert zu halten,

bis die Hämostase unter Kontrolle ist, und auf über 0,5 g/l zu halten, bis die Wundheilung

abgeschlossen ist.

Für einen chirurgischen Eingriff oder zur Behandlung einer Blutungsepisode sollte die Dosis wie folgt

berechnet werden:

Dosis (mg/kg Körpergewicht) = (Zielspiegel [g/l] – gemessener Spiegel [g/l])

0,018 (g/l pro mg/kg Körpergewicht)

Die nachfolgende Dosierung (Injektionsdosen und -häufigkeit) sollte auf Grundlage des klinischen

Zustands des Patienten und der Laborergebnisse erfolgen.

Die biologische Halbwertszeit von Fibrinogen beträgt 3-4 Tage. Daher ist bei fehlendem Verbrauch

eine wiederholte Behandlung mit humanem Fibrinogen in der Regel nicht erforderlich. Aufgrund der

Akkumulation bei wiederholter Verabreichung zur Prophylaxe sollten die Dosis und Häufigkeit der

Gabe auf Grundlage der therapeutischen Ziele des Arztes für den jeweiligen Patienten bestimmt

werden.

Dosierung bei besonderen Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8 und 5.1 der Zusammenfassung der

Merkmale des Arzneimittels beschrieben; eine Dosierungsempfehlung für Kinder kann jedoch nicht

gegeben werden.

Ältere Patienten

In klinischen Studien mit FIBRYGA waren keine Patienten ab 65 Jahren eingeschlossen, so dass keine

endgültige Aussage darüber gemacht werden kann, ob diese Patienten anders auf die Behandlung

ansprechen als jüngere Patienten.

Behandlung von Blutungen

Blutungen bei Patienten mit kongenitaler Hypo- oder Afibrinogenämie

Bei der Behandlung von Blutungen sollte der Fibrinogenspiegel im Plasma auf den empfohlenen

Zielwert von 1 g/l angehoben werden. Der Fibrinogenspiegel sollte auf diesem Wert gehalten werden,

bis die Hämostase unter Kontrolle ist.

Art der Anwendung

Allgemeine Hinweise

Die rekonstituierte Lösung sollte nahezu farblos und leicht opaleszierend sein. Keine Lösungen

verwenden, die trübe sind oder Ablagerungen aufweisen.

Rekonstitution

Pulver und eine Durchstechflasche mit 50 ml Wasser für Injektionszwecke (WfI, nicht in der

Packung enthalten) in ungeöffneten Flaschen auf Raumtemperatur bringen. Diese

Temperatur sollte während der Rekonstitution beibehalten werden. Wenn zum Aufwärmen

ein Wasserbad benutzt wird, muss darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht in Kontakt

mit den Gummistopfen oder den Verschlusskappen der Flaschen kommt. Die Temperatur

des Wasserbads sollte +37 °C nicht überschreiten.

Verschlusskappen von den Flaschen mit dem Konzentrat (FIBRYGA) und dem WfI

abziehen, um den zentralen Teil des Infusionsstopfens freizulegen. Gummistopfen der

Flaschen mit einem Alkoholtupfer säubern und anschließend trocknen lassen.

Deckel von der äußeren Verpackung des Octajet-Transfersystems abziehen. Das Octajet-

System in der durchsichtigen äußeren Verpackung belassen, um die Sterilität

aufrechtzuerhalten.

Das Octajet-Transfersystem mit der äußeren Verpackung

aufnehmen und über der Flasche mit dem Konzentrat

(FIBRYGA) umdrehen. Das weiter in der äußeren

Verpackung befindliche Transfersystem in der Mitte der

FIBRYGA-Flasche aufsetzen, bis die Klemmen des

(farblosen) Einstechdorns für das Arzneimittel eingerastet

sind. Die Konzentratflasche festhalten und vorsichtig die

äußere Verpackung vom Octajet entfernen, wobei der (blaue)

Dorn für das Wasser nicht berührt werden darf. Das Octajet

fest an der Konzentratflasche angebracht lassen. (Abb. 1)

Während die Flasche mit dem Konzentrat (FIBRYGA) auf

einer ebenen Oberfläche festgehalten wird, die Flasche mit

dem WfI umdrehen und in der Mitte des Einstechdorns für

die Wasserflasche platzieren. Die blaue Kunststoffkanüle des

Octajets fest durch den Gummistopfen der Flasche mit dem

WfI drücken. (Abb. 2)

Den Abstandhalter entfernen (Abb. 3) und die Flasche mit dem WfI herunterdrücken

(Abb. 4). Darauf fließt das WfI in die Flasche mit dem Konzentrat (FIBRYGA).

Wenn die Überführung des WfI abgeschlossen ist, die Flasche mit dem Arzneimittel

vorsichtig schwenken, bis das Pulver vollständig gelöst ist. Die Flasche nicht schütteln, um

Schaumbildung zu vermeiden. Das Pulver sollte sich innerhalb von ca. 5 Minuten

vollständig aufgelöst haben. Das Auflösen des Pulvers sollte nicht länger als 30 Minuten

dauern. Wenn das Pulver nach 30 Minuten noch nicht vollständig aufgelöst ist, muss das

Arzneimittel verworfen werden.

Den blauen Anschluss der WfI-Flasche drehen (in beide

Richtungen möglich), um die Markierungen aneinander

auszurichten und dann die WfI-Flasche zusammen mit

dem Wasserdorn entfernen. (Abb. 5)

Abb. 1

Abb. 2

Abb. 4

Abb. 3

Abb. 5

Eine Spritze am beiliegenden Filter anbringen (Abb. 6) und den Filter am Luer-Lock-

Anschluss des Octajets auf der Flasche mit dem Konzentrat anschließen (Abb. 7). Lösung

durch den Filter in die Spritze ziehen. (Abb. 8)

Die gefüllte Spritze vom Filter abnehmen und die leere Flasche verwerfen.

Zur intravenösen Verabreichung der rekonstituierten Lösung bei Raumtemperatur wird die

Verwendung eines herkömmlichen Infusionssets empfohlen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

Art der Anwendung

Intravenöse Infusion oder Injektion.

FIBRYGA sollte als langsame intravenöse Infusion mit einer empfohlenen maximalen

Infusionsgeschwindigkeit von 5 ml/min verabreicht werden.

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Abb. 8

Abb. 6

Abb. 7