Estracyt

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Estracyt Kapseln
  • Darreichungsform:
  • Kapseln
  • Zusammensetzung:
  • estramustini phosphas 140 mg bis estramustini phosphas dinatricus monohydricus, excipiens für die Kapsel.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Estracyt Kapseln
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Prostata-Karzinom

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 39259
  • Berechtigungsdatum:
  • 26-05-1977
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Transferiert von Pfizer AG

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden, und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

Ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Estracyt®, Kapseln

Was ist Estracyt und wann wird es angewendet?

Estracyt enthält den Wirkstoff Estramustinphosphat. Diese Substanz wirkt einerseits als Zellgift auf

bestimmte entartete Gewebe und besitzt andererseits hormonelle Eigenschaften.

Estracyt dient der Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms, einer bösartigen Geschwulst

der männlichen Vorsteherdrüse. Es wirkt direkt abtötend auf die entarteten Drüsenzellen und hemmt

deren Vermehrung. Indirekt entzieht Estracyt der Geschwulst ihren natürlichen Wachstumsreiz,

indem es das männliche Geschlechtshormon Testosteron vollständig unterdrückt. Estracyt erhalten

Sie auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin.

Was sollte dazu beachtet werden?

Das Präparat darf nur unter ärztlicher Überwachung eingenommen werden.

Wann darf Estracyt nicht angewendet werden?

Estracyt darf nicht angewendet werden bei:

-bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Estramustinphosphat, dem Hormon Estradiol, N-Lost

(die Teile des Wirkstoffs) oder einem der in Estracyt enthaltenen Hilfsstoffe (siehe Rubrik «Was ist

in Estracyt enthalten»);

-schweren Herzerkrankungen;

-akuten Venenentzündungen und bei Gefahr einer Blutgerinnsel-Bildung;

-schweren Lebererkrankungen.

Wann ist bei der Anwendung von Estracyt Vorsicht geboten?

Estracyt ist ein hochwirksames Arzneimittel und wird Ihnen nur durch einen Arzt bzw. eine Ärztin

mit Erfahrung in der Krebsbehandlung verschrieben. Es darf nur unter regelmässiger Überwachung

des Arztes bzw. der Ärztin eingenommen und die Dosierung ohne Einwilligung nicht abgeändert

oder unterbrochen werden. Folgen Sie sorgfältig allen Anweisungen des Arztes bzw. der Ärztin.

Besondere Vorsicht ist in folgenden Fällen geboten:

-Gefässe/Herz/Kreislauf: Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie bereits früher eine

Venenentzündung oder einen Gefässverschluss durch ein Blutgerinnsel (Thrombose oder

Thromboembolie) hatten, besonders wenn diese Erkrankung in Zusammenhang mit einer

Östrogentherapie stand, sowie wenn Sie bereits einmal unter einer Erkrankung der Hirn- oder

Herzgefässe (einschliesslich Herzinfarkt) gelitten haben.

Informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Bluthochdruck, Neigung zu

Ödemen, Kreislaufstörungen oder Funktionsstörungen des Herzens haben, da es unter Behandlung

mit Estracyt zu einer Verschlechterung kommen kann. Es muss auf eine ausreichende

Harnausscheidung geachtet und der Blutdruck regelmässig kontrolliert werden.

-Flüssigkeitshaushalt: Durch Estracyt kann der Flüssigkeitshaushalt gestört sein. Informieren Sie

daher Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie unter Krampfanfällen (Epilepsie), Migräne oder

Nierenfunktionsstörungen leiden, da in diesen Fällen eine regelmässige Überwachung notwendig

sein kann.

-Blutzucker: Estracyt kann die Glukosetoleranz reduzieren. Falls Sie an Diabetes leiden, sollten die

Blutzuckerwerte regelmässig überwacht werden.

-Knochen/Kalzium: Estracyt kann den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel beeinflussen. Informieren

Sie daher Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie unter einer Knochenerkrankung leiden, insbesondere

wenn gleichzeitig die Nierenfunktion eingeschränkt und/oder der Kalziumgehalt im Blut erhöht ist

(Hyperkalzämie).

Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom und Knochenmetastasen haben ein erhöhtes Risiko

für zu hohe oder tiefe Kalziumwerte, der Kalziumspiegel muss in diesen Fällen regelmässig

überwacht werden.

-Leber/Nieren: Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Ihre Leber- oder Nierenfunktion

eingeschränkt ist, da in diesen Fällen Ihre Blutwerte regelmässig überwacht werden müssen.

-Haut/Schleimhaut: Falls bei Ihnen nach der Einnahme von Estracyt (oder anderen Medikamenten

wie ACE-Hemmer) Reaktionen wie Schwellungen im Gesicht, der Arme und Beine, Augen, Lippen

oder Zunge (Anzeichen eines Angioödems) auftreten, müssen Sie die Anwendung von Estracyt

sofort stoppen und unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin kontaktieren.

Während der Behandlung mit Estracyt kann es zu einer Vergrösserung der Brustdrüsen kommen. Zur

Vorbeugung wird eine einmalige Brustbestrahlung empfohlen.

Männer, welche sexuell aktiv sind und Estracyt einnehmen, müssen eine sichere Methode zur

Empfängnisverhütung (Kondom) anwenden.

Impfungen während oder nach der Behandlung mit Estracyt sollten nur in Absprache mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin erfolgen. Während der Behandlung sollte auf eine Impfung mit so genannten

«Lebendimpfstoffen» verzichtet werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Bitte teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie ein blutdrucksenkendes Arzneimittel vom

ACE-Hemmer-Typ einnehmen, da in diesem Fall eine gefährliche Wechselwirkung mit Estracyt

nicht ausgeschlossen werden kann (siehe auch unter «Welche Nebenwirkungen kann Estracyt

haben?»). Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ausserdem mit, falls Sie Arzneimittel gegen

Depressionen (sogenannte trizyklische Antidepressiva) einnehmen.

Fahrtüchtigkeit und Bedienen von Maschinen

Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, Verwirrtheit,

Depression oder Kopfschmerzen kann Estracyt die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die

Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen! Es ist deshalb Vorsicht

geboten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

-an anderen Krankheiten leiden,

-Allergien haben,

-andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen.

Wie verwenden Sie Estracyt?

Wenn nicht anders verordnet, sind während der ersten 3-4 Wochen 3x täglich 2 Kapseln unzerkaut

mit Wasser einzunehmen. Nach diesem Zeitraum entscheidet Ihr Arzt bzw. Ärztin, ob Sie auch

weiterhin mit Estracyt behandelt werden. In diesem Falle sind für die Dauertherapie 2x täglich 2

Kapseln einzunehmen. Diese Dosis kann im Bedarfsfall von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin erhöht

werden.

Die Kapseln sind 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach den Mahlzeiten mit kalziumarmem Leitungs-

oder Mineralwasser einzunehmen. Bitte nehmen sie die Kapseln nicht zusammen mit Milch,

Milchprodukten, Produkten, die Kalzium, Magnesium oder Aluminium enthalten, oder einer

Mahlzeit ein, da dies die Wirksamkeit des Arzneimittels stark beeinträchtigt.

Vor der Einnahme soll man sich vergewissern, dass die Kapseln unbeschädigt sind. Sie dürfen nicht

gelutscht, zerbissen oder gekaut und auch nicht geöffnet werden.

Estracyt darf nur von männlichen Patienten mit einem Prostatakarzinom eingenommen werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Estracyt haben?

Besonders zu Beginn der Behandlung können Übelkeit, Erbrechen und selten Durchfall auftreten.

Diese Begleiterscheinungen verschwinden normalerweise im Behandlungsverlauf.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Estracyt auftreten:

Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Patienten): Verminderung der roten und weissen Blutkörperchen,

Einlagerung von Flüssigkeit im Gewebe (Ödeme), Beeinträchtigung der Herzfunktion, Übelkeit,

Erbrechen, Durchfall, Leberfunktionsstörungen, Vergrösserung der Brustdrüse.

Häufig (bei mehr als 1 von 100 Patienten): Verminderung der Blutplättchen, Teilnahmslosigkeit,

Kopfschmerzen, Herzinfarkt, Embolie (Verstopfung von Blutgefässen durch Blutgerinnsel), Bildung

von Blutgerinnsel in den Venen (Thrombose), vorübergehendes Jucken und Brennen im

Intimbereich.

Sehr selten (bei weniger als 1 von 10000 Patienten): Verschlechterung von Durchblutungsstörungen

des Herzes.

Weitere Nebenwirkungen: Überempfindlichkeitsreaktionen, Quincke Ödem (plötzlich auftretende,

starke Schwellung v.a. im Kopf und Halsbereich), allergische Reaktion mit Hautausschlag und

Juckreiz, Verwirrung, Depression, Durchblutungsstörung des Herzmuskels, Bluthochdruck,

Muskelschwäche, Erektionsstörungen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt,

Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Nicht über 25 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Estracyt enthalten?

1 Kapsel zu 140 mg enthält 140 mg Estramustinphosphat als Estramustinphosphat Dinatrium. Die

Kapseln sind weiss mit schwarzem Aufdruck «ESTRACYT» und «KPh 750».

Die Kapseln enthalten zudem folgende Hilfsstoffe: Talk, Natriumdodecylsulfat, kolloidales

Silikondioxid, Magnesiumstearat. Die Kapselhüllen bestehen aus Gelatine und Titandioxid (E171).

Zulassungsnummer

39259 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Estracyt? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Die Kapseln sind in Packungen zu 40 und 100 Stück erhältlich.

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im Oktober 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

PIL V003