Esmeron 50mg/5ml Injektionslösung

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Esmeron 50mg/5ml Injektionslösung Esmeron 50mg/5ml Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Esmeron 50mg/5ml Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • rocuronii bromidum 50 mg, natrii acetas trihydricus, natrii chloridum, aqua ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 5 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Esmeron 50mg/5ml  Injektionslösung Esmeron 50mg/5ml  Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Muskelrelaxans

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 52686
  • Berechtigungsdatum:
  • 29-08-1995
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Esmeron®

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Rocuronium ut Rocuronii bromidum.

Hilfsstoffe: Natrii acetas trihydricus, Natrii chloridum, Acidum aceticum, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung in Stechampullen; 1 ml enthält 10 mg Rocuroniumbromid.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Esmeron ist bei der Allgemeinanästhesie indiziert, um die tracheale Intubation zu erleichtern und für

die Dauer des chirurgischen Eingriffs die Skelettmuskelrelaxation zu erhalten.

Dosierung/Anwendung

Esmeron wird intravenös entweder als Bolusinjektion oder als Dauerinfusion verabreicht (siehe auch

«Hinweise für die Handhabung»).

Esmeron sollte nur von - oder unter Aufsicht von - erfahrenen Klinikern, die mit der Wirkung und

Anwendung dieser Arzneimittel vertraut sind, verabreicht werden.

Wie bei allen neuromuskulären Blockern sollte die Dosierung von Esmeron für jeden Patienten

individuell bestimmt werden. Die Art der Anästhesie und die voraussichtliche Operationsdauer, die

Sedationsmethode und die voraussichtliche Dauer der künstlichen Beatmung, die möglichen

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, die begleitend verabreicht werden, und der Zustand

des Patienten sollten bei der Festlegung der Dosis berücksichtigt werden.

Die Anwendung einer geeigneten neuromuskulären Überwachungstechnik zur Beurteilung der

neuromuskulären Blockade und Wiederherstellung wird empfohlen.

Inhalationsanästhetika verstärken den neuromuskulären Hemmeffekt von Esmeron. Im Verlauf einer

Anästhesie wird diese Potenzierung klinisch relevant, wenn Inhalationsanästhetika im Gewebe

Konzentrationen erreicht haben, die für eine Wechselwirkung erforderlich sind. Aus diesem Grund

sollte eine Anpassung der Esmeron Dosen erfolgen, entweder kleinere Erhaltungsdosen in grösseren

Intervallen oder eine niedrigere Infusionsrate während länger dauernder Eingriffe (länger als 1

Stunde) (siehe auch «Interaktionen»).

Erwachsene:

Folgende Dosierungsangaben können für Erwachsene als allgemeine Richtlinie für die tracheale

Intubation und die Muskelrelaxation bei kurzen bis lang andauernden operativen Eingriffen und für

die Anwendung in der Intensivmedizin dienen.

Anwendung in der Chirurgie

Tracheale Intubation:

Die Standard-Intubationsdosis während einer routinemässigen Anästhesie beträgt 0,6 mg/kg

Rocuroniumbromid, nach deren Verabreichung bei 75-80% der Patienten innerhalb von 60 Sekunden

akzeptable Intubationsbedingungen erhalten werden.

Für die Blitzintubation ist eine Dosis von 1 mg/kg notwendig.

Höhere Dosen:

In klinischen Studien wurden für die Blitzintubation Dosen bis 2,0 mg/kg angewendet (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erhaltungsdosis:

Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 0,15 mg/kg Rocuroniumbromid. Im Falle von Langzeit-

Inhalationsanästhesie sollte diese auf 0,075-0,1 mg/kg Rocuroniumbromid gesenkt werden.

Die Erhaltungsdosen sollten vorzugsweise dann verabreicht werden, wenn die Zuckungsamplitude

wieder 25% des Kontrollwertes erreicht hat oder wenn 2 bis 3 Reizantworten auf eine Vierfach-

(TOF)-Stimulation vorhanden sind.

Dauerinfusion:

Wenn Rocuroniumbromid als Infusion verabreicht wird, wird empfohlen, eine Initialdosis von 0,6

mg/kg Rocuroniumbromid zu verabreichen und die Infusion einzuleiten, sobald die Erholung von der

neuromuskulären Blockade einsetzt. Die Infusionsrate sollte so gewählt werden, dass eine

Zuckungsspannung von 10% der Kontrollzuckungsspannung eingehalten wird oder 1 bis 2

Reizantworten bei Vierfach-(TOF)-Stimulation erhalten bleiben. Die hierfür erforderliche

Infusionsrate beträgt beim Erwachsenen unter intravenöser Anästhesie 0,3-0,6 mg·kg-1·h-1 und

unter Inhalationsanästhesie 0,3-0,4 mg·kg-1·h-1. Eine kontinuierliche Überwachung der

neuromuskulären Blockade ist unbedingt notwendig, da die Infusionsgeschwindigkeit von Patient zu

Patient variiert und von der angewandten Anästhesiemethode abhängt.

Pädiatrie-Patienten:

Bei Kleinkindern (28 Tage-23 Monate), Kindern (2-11 Jahre) und Jugendlichen (12-18 Jahre) ist die

empfohlene Intubationsdosis während der routinemässigen Anästhesie sowie die Erhaltungsdosis

ähnlich wie bei Erwachsenen.

Die Infusionsgeschwindigkeit bei Dauerinfusion ist für pädiatrische Patienten mit Ausnahme von

Kindern (2-11 Jahre) gleich wie für Erwachsene. Für Kinder ist möglicherweise eine höhere

Infusionsgeschwindigkeit erforderlich. Als initiale Infusionsgeschwindigkeit wird für Kinder die

gleiche wie für Erwachsene empfohlen. Anschliessend sollte die Infusionsgeschwindigkeit so

eingestellt werden, dass eine Zuckungsamplitude von 10% des Kontrollwertes eingehalten wird oder

1 bis 2 Reizantworten bei Vierfach-(TOF)-Stimulation während des Eingriffs erhalten bleiben.

Es liegen nur ungenügende Daten vor, um Dosierungs-Empfehlungen für die Verwendung von

Rocuroniumbromid bei Neugeborenen (0-1 Monat) geben zu können.

Es gibt nur wenig Erfahrung bezüglich Rocuroniumbromid für die Blitzeinleitung bei Pädiatrie-

Patienten. Deshalb wird Rocuroniumbromid zur Erleichterung der trachealen Blitzeinleitung bei

Pädiatrie-Patienten nicht empfohlen.

Dosierung bei geriatrischen Patienten und Patienten mit Erkrankungen der Leber und/oder der

Gallenwege und/oder Niereninsuffizienz:

Die Standard-Intubationsdosis für geriatrische Patienten und Patienten mit Leber- und/oder

Gallenwegserkrankungen und/oder Niereninsuffizienz während einer routinemässigen Anästhesie

beträgt 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid. Für Patienten, bei denen eine verlängerte Wirkungsdauer zu

erwarten ist, sollte eine Dosis von 0,6 mg/kg für die Blitzeinleitung in Erwägung gezogen werden.

Bei Blitzeinleitung mit einer Dosis von 0,6 mg/kg sollte 80-90 Sekunden bis zur Intubation gewartet

werden. Ungeachtet der verwendeten Anästhesietechnik beträgt die empfohlene Erhaltungsdosis für

diese Patienten 0,075-0,1 mg/kg Rocuroniumbromid und die empfohlene Infusionsrate beträgt 0,3-

0,4 mg·kg-1·h-1 (siehe «Dauerinfusion» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Übergewichtige und adipöse Patienten:

Bei adipösen oder übergewichtigen Patienten (d.h. Patienten mit einem Körpergewicht von 30% oder

mehr über dem Idealgewicht) wird eine Dosisreduktion empfohlen. Die Dosierung sollte dabei auf

Basis der lean body mass (fettfreies Körpergewicht) erfolgen.

Anwendung in der Intensivmedizin

Tracheale Intubation:

Bei der trachealen Intubation sollten dieselben Dosen verwendet werden wie oben unter

«Anwendung in der Chirurgie» beschrieben.

Erhaltungsdosis:

Es wird empfohlen, eine Initialdosis von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid zu verwenden. Sobald eine

Erholung der Zuckungsamplitude auf 10% des Kontrollwertes auftritt oder nach dem

Wiederauftreten von 1–2 Reizantworten bei Vierfach-(TOF)-Stimulation erfolgt eine Dauerinfusion.

Die Dosierung sollte immer entsprechend der Wirkung am einzelnen Patienten eingestellt werden.

Bei Erwachsenen beträgt die empfohlene Infusionsrate für die Erhaltung einer neuromuskulären

Blockade von 80-90% während der ersten Stunde der Verabreichung 0,3-0,6 mg·kg-1·h-1. Diese

wird während der folgenden 6-12 Stunden abhängig von der individuellen Wirkung gesenkt werden

müssen. Danach bleibt die individuell benötigte Dosis relativ konstant.

In kontrollierten klinischen Studien wurde zwischen Patienten eine grosse Schwankungsbreite der

stündlichen Infusionsraten festgestellt, wobei die mittleren stündlichen Infusionsraten, abhängig von

der Art und des Ausmasses von Organversagen, begleitender Medikation und individuellen

Patienteneigenschaften, von 0,2-0,5 mg·kg-1·h-1 reichten.

Um eine optimale Kontrolle der einzelnen Patienten zu gewährleisten, wird eine Überwachung der

neuromuskulären Übertragung dringend empfohlen. Eine Verabreichung bis zu 7 Tagen wurde

untersucht.

Da keine Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten vorhanden sind, wird Esmeron für die Erleichterung

der künstlichen Beatmung bei Pädiatrie- und Geriatrie-Patienten in der Intensivmedizin nicht

empfohlen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Rocuronium, Bromid oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Esmeron sollte nur von oder unter Aufsicht von erfahrenen Klinikern verabreicht werden, die mit den

Wirkungen dieser Arzneimittel und den geeigneten neuromuskulären Überwachungstechniken

vertraut sind.

Da Esmeron eine Lähmung der Atemmuskulatur verursacht, ist bei Patienten, die mit diesem

Arzneimittel behandelt werden, künstliche Beatmung unerlässlich, bis die spontane Atmung

wiederhergestellt ist.

Wie bei allen neuromuskulären Blockern ist es wichtig, Intubationsschwierigkeiten einzukalkulieren,

besonders wenn Esmeron zur Blitzintubation angewandt wird. Im Falle von Schwierigkeiten bei der

Intubation, die eine sofortige Aufhebung der durch Rocuronium induzierten neuromusklären

Blockade notwendig macht, sollte der Einsatz von Sugammadex oder einem Acetylcholinesterase-

Hemmer in Erwägung gezogen werden.

Wie bei anderen neuromuskulären Blockern wurde unter Rocuroniumbromid über Residual-

Kurarisierung berichtet. Um Komplikationen, als Folge einer residuellen neuromuskulären Blockade

zu vermeiden, sollen die Patienten erst extubiert werden, wenn sie sich von der neuromuskulären

Blockade ausreichend erholt haben. Geriatrische Patienten (65 Jahre oder älter) können ein erhöhtes

Risiko für eine residuelle neuromuskuläre Blockade haben. Andere Faktoren, die zur Verlängerung

der neuromuskulären Blockade nach Extubation in der post-operativen Phase beitragen (wie

Arzneimittel-Interaktionen oder Gesundheitszustand der Patienten) sollten auch in Betracht gezogen

werden. Insbesondere bei Patienten, bei denen die Wahrscheinlichkeit von residuellen

neuromuskulären Blockaden erhöht ist, sollte eine Antagonisierung der neuromuskulären Blockade

durch Sugammadex oder einen anderen Hemmstoff am Ende des Eingriffs sowie ein anschliessendes

neuromuskuläres Monitoring erwogen werden.

Bei der Verabreichung höherer Dosen ist zu beachten, dass sich die Anschlagszeit verkürzt und die

Wirkungsdauer von Rocuroniumbromid verlängert. Bei einer Dosis von 2 mg/kg wurde in klinischen

Studien eine Wirkungsdauer von bis zu 160 Minuten (Median: 110 Minuten) gemessen. Eine

Dosisabhängigkeit der unerwünschten kardiovaskulären Wirkungen wurde hingegen nicht

beobachtet (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Anaphylaktische Reaktionen können nach Verabreichung von neuromuskulären Blockern auftreten.

Vorsorgemassnahmen zur Behandlung solcher Reaktionen sollten daher immer getroffen werden,

insbesondere bei früheren anaphylaktischen Reaktionen auf Muskelrelaxantien, da über allergische

Kreuzreaktionen berichtet wurde.

Im Allgemeinen wurde nach der Langzeitanwendung von neuromuskulären Blockern in der

Intensivmedizin verlängerte Paralyse und/oder Skelettmuskelschwäche beobachtet. Um eine

mögliche Verlängerung der neuromuskulären Blockade und/oder Überdosierung auszuschliessen,

wird eine Überwachung der neuromuskulären Übertragung während der Anwendung von

neuromuskulären Blockern dringend empfohlen. Zusätzlich sollten die Patienten angemessene

Analgesie und Sedation erhalten. Darüber hinaus sollten neuromuskuläre Blocker von erfahrenen

Ärzten, die mit den Wirkungen des Arzneimittels und den geeigneten neuromuskulären

Überwachungsmethoden vertraut sind, oder unter deren Überwachung, verabreicht und die

Dosierung immer entsprechend der Wirkung am einzelnen Patienten eingestellt werden.

Über Myopathie nach der Langzeitanwendung von nicht-depolarisierenden Blockern in der

Intensivmedizin und in Kombination mit Kortikosteroid-Therapie, ist regelmässig berichtet worden.

Deshalb sollte bei Patienten, die neuromuskuläre Blocker und Kortikosteroide erhalten, die

Anwendungsdauer der neuromuskulären Blockern auf ein Minimum beschränkt werden.

Wenn Suxamethonium für die Intubation angewendet wird, sollte mit der Verabreichung von

Esmeron zugewartet werden, bis sich der Patient von der Suxamethonium induzierten

neuromuskulären Blockade erholt hat.

Folgende Krankheiten können die Pharmakokinetik und/oder die Pharmakodynamik von Esmeron

beeinflussen.

Erkrankungen der Leber und/oder des Gallentraktes und/oder Niereninsuffizienz

Da Rocuronium im Urin und über die Galle ausgeschieden wird, sollte es bei Patienten mit klinisch

signifikanten Leber- und/oder Gallenwegserkrankungen und/oder Niereninsuffizienz mit Vorsicht

eingesetzt werden. Bei dieser Patientengruppe wurde mit Dosen von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid

eine verlängerte Wirkungsdauer beobachtet.

Verlängerte Kreislaufzeit

Zustände, die mit einer verlängerten Kreislaufzeit verbunden sind und damit zu der Erhöhung des

Verteilungsvolumens führen, wie beispielsweise kardiovaskuläre Erkrankungen, hohes Alter und

Ödeme, können zu einem langsameren Wirkungseintritt beitragen. Aufgrund einer verminderten

Plasmaclearance kann bei solchen Zuständen die Wirkdauer verlängert sein.

Neuromuskuläre Erkrankungen

Bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen sowie nach Poliomyelitis sollte Esmeron, wie

auch alle anderen neuromuskulären Blocker, mit äusserster Vorsicht eingesetzt werden, da bei diesen

Patienten Ausmass und Art der neuromuskulären Blockadewirkung erheblich variieren können. Bei

Patienten mit bekannter Myasthenia gravis oder pseudomyasthenischem Syndrom (Eaton-Lambert)

haben kleine Dosen von Rocuroniumbromid mitunter eine tiefgreifende Wirkung. In diesen Fällen

sollte die Dosis entsprechend angepasst werden.

Hypothermie

Bei Operationen unter Hypothermie ist der neuromuskuläre Hemmeffekt von Esmeron verstärkt

sowie die Wirkdauer verlängert.

Adipositas

Wird bei Adipösen zur Berechnung der Dosis das tatsächliche Körpergewicht berücksichtigt, kommt

es zu einer relativen Überdosierung mit verlängerter Wirkung und verzögerter Spontanerholung. Bei

diesen Patienten sollte die Dosis reduziert werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Verbrennungen

Patienten mit Verbrennungen können eine Resistenz gegen nicht-depolarisierende neuromuskuläre

Blocker entwickeln. Die Dosierung ist individuell anzupassen.

Zustände, die die Wirkung von Esmeron steigern können

Hypokaliämie (u.a. nach starkem Erbrechen, Diarrhoe und Diuretika-Therapie), Hypermagnesämie,

Hypokalzämie (nach massiven Transfusionen), Hypoproteinämie, Dehydratation, Azidose,

Hyperkapnie, Kachexie.

Ernste Elektrolytstörungen, ein veränderter Blut-pH oder Dehydratation sollten nach Möglichkeit

zunächst korrigiert werden.

Interaktionen

Die folgenden Arzneimittel können das Ausmass und/oder die Dauer der Wirkungen von nicht-

depolarisierenden neuromuskulären Blockern beeinflussen:

Einfluss anderer Arzneimittel auf Esmeron

Verstärkter Effekt:

·Halogenierte flüchtige Anästhetika (Enfluran, Isofluran, Sevofluran, Desfluran, Halothan)

verstärken die neuromuskuläre Blockade von Rocuronium. Der Effekt manifestiert sich nur bei der

Erhaltungsdosis (siehe «Dosierung/Anwendung»). Auch könnte die Aufhebung der Blockade mit

Cholinesterase-Inhibitoren gehemmt werden.

·Nach Intubation mit Suxamethonium (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

·Langzeitanwendung von Kortikosteroiden und Rocuronium in der Intensivmedizin kann in einer

verlängerten neuromuskulären Blockadedauer oder Myopathie resultieren (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» sowie «Unerwünschte Wirkungen»).

·Antibiotika: Aminoglykoside, Lincosamide, Polypeptid-Antibiotika, Acylamino-Penicilline.

·Diuretika, Chinidin und dessen Chinin-Isomer, Magnesiumsalze, Calciumkanalblocker,

Lithiumsalze

·Lokalanästhetika (Lidocain i.v., epidurales Bupivacain) und akute Verabreichung von Phenytoin

oder β-Blocker.

Es gibt Berichte von Rekurarisierung nach post-operativer Verabreichung von Aminoglykosiden,

Lincosamiden, Polypeptid- und Acylamino-Penicilline, Chinidin, Chinin und Magnesiumsalzen

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Verringerter Effekt:

·Vorhergehende Dauermedikation mit Phenytoin oder Carbamazepin.

Variable Effekte:

·Die Verabreichung von anderen nicht-depolarisierenden neuromuskulären Blocker in Kombination

mit Esmeron kann ein Abschwächen oder Verstärken der neuromuskulären Blockade bewirken, dies

ist abhängig von der Reihenfolge der Verabreichung und dem angewendeten neuromuskulären

Blocker.

·Die Anwendung von Suxamethonium nach der Verabreichung von Rocuronium kann die

neuromuskuläre Blockwirkung von Esmeron verstärken oder abschwächen.

Wirkung von Rocuronium auf andere Arzneimittel

Rocuronium in Kombination mit Lidocain kann in einer schnelleren Anschlagwirkung von Lidocain

resultieren.

Pädiatrische Patienten

Es wurden keine eigentlichen Interaktions-Studien durchgeführt. Die oben erwähnten Interaktionen,

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen für Erwachsene sollten auch für pädiatrische Patienten

berücksichtigt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Für Rocuroniumbromid sind keine klinischen Daten bei schwangeren Frauen verfügbar. Tierstudien

ergaben keine Hinweise auf indirekte oder direkte schädigende Wirkungen in Bezug auf

Schwangerschaft, embryonales/foetales Wachstum, Entbindung oder Entwicklung nach der Geburt.

In der Schwangerschaft soll das Arzneimittel nicht verabreicht werden, es sei denn, dies ist absolut

notwendig.

Anmerkung

Die Aufhebung der durch neuromuskuläre Blocker induzierten neuromuskulären Blockade kann bei

Patientinnen, die Magnesiumsalze gegen Toxämie in der Schwangerschaft erhalten, gehemmt oder

unbefriedigend sein, da Magnesiumsalze die neuromuskuläre Blockade verstärken. Deshalb sollte bei

diesen Patientinnen die Esmeron-Dosis verringert und entsprechend der Zuckungsreaktion eingestellt

werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Esmeron mit der Muttermilch ausgeschieden wird. Tierstudien haben

unbedeutende Konzentrationen von Esmeron in der Muttermilch gezeigt. Esmeron sollte stillenden

Frauen nur verabreicht werden, wenn es eindeutig notwendig ist.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Da Esmeron in der Allgemeinanästhesie als ein Zusatzmittel verwendet wird, sollten bei ambulanten

Patienten nach einer Allgemeinnarkose die üblichen Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.

Unerwünschte Wirkungen

Am häufigsten auftretende unerwünschte Wirkungen sind Erscheinungen an der Injektionsstelle,

Änderungen in der Vitalfunktion und eine verlängerte neuromuskuläre Blockade. Im Rahmen der

Post-Marketing-Surveillance sind die häufigsten unerwünschten Wirkungen anaphylaktische und

anaphylaktoide Reaktionen und deren assoziierten Symptome.

Anaphylaktische Reaktionen

Obwohl sehr selten, wurde über schwere anaphylaktische Reaktionen auf neuromuskuläre Blocker,

einschliesslich Esmeron, berichtet. Symptome solcher Reaktionen können sein: Hautveränderungen

wie Urticaria und Angioödem; Bronchospasmus; kardiovaskuläre Veränderungen (Hypotonie,

Tachykardie, Kreislaufkollaps bis zum Schock). In einigen Fällen waren diese Reaktionen letal. Weil

schwere Reaktionen auftreten können, sollten stets die nötigen Vorsichtsmassnahmen getroffen

werden.

Neuromuskuläre Blocker können lokal und systemisch Histamin freisetzen. Dem Auftreten von

Juckreiz und erythematösen Reaktionen an der Injektionsstelle und/oder generalisierte histaminoide

(anaphylaktoide) Reaktionen (siehe auch oben unter «Anaphylaktische Reaktionen») sollte

Beachtung geschenkt werden.

Verlängerte neuromuskuläre Blockade

Die häufigste unerwünschte Wirkung der Klasse der nicht-depolarisierenden neuromuskulären

Blocker besteht in der verlängerten pharmakologischen Wirkdauer des Arzneimittels über die

notwendige Zeitspanne hinaus. Dies kann variieren von Skelettmuskelschwäche zu nachhaltiger und

verlängerter Skelettmuskellähmung und in Atemnot oder Apnoe resultieren.

Gelegentlich/Selten: <1/100, >1/10'000; Sehr selten: <1/10'000.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Hypersensibilität, anaphylaktische Reaktionen, anaphylaktoide Reaktionen,

anaphylaktischer Schock, anaphylaktoider Schock.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten: Schlaffe Lähmung.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Tachykardie.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Hypotonie.

Sehr selten: Kreislaufkollaps, Schock, Flushing.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr selten: Bronchospasmen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten: Angioneurotisches Oedem, Urtikaria, Hautausschlag, erythematöser Hautausschlag.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten: Muskelschwäche1), steroidale Myopathie1).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Wirkversagen, Zunahme/Abnahme der Wirkung, Schmerzen an der Injektionsstelle,

Reaktionen an der Injektionsstelle.

Sehr selten: Gesichtsödem, maligne Hyperthermie.

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Gelegentlich: Verlängerung der neuromuskulären Blockade, verzögerte Erholung nach der

Anästhesie.

Sehr selten: Atemweg-Komplikationen bei der Anästhesie.

1) Nach Langzeitanwendung in der Intensivstation.

Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle

In der Anästhesie wird von Schmerzen an der Injektionsstelle während der Blitzeinleitung berichtet,

speziell wenn der Patient das Bewusstsein noch nicht vollständig verloren hat und besonders wenn

Propofol als Einleitungsmittel verwendet wird. Aus klinischen Studien sind Schmerzen an der

Injektionsstelle bekannt; bei 16% der Patienten, die eine Blitzeinleitung mit Propofol hatten und in

weniger als 0,5% der Patienten, die eine Blitzeinleitung mit Fentanyl und Thiopental hatten.

Pädiatrische Patienten

Eine Meta-Analyse 11 klinischer Studien bei pädiatrischen Patienten (n=704) mit

Rocuroniumbromid (bis zu 1 mg/kg) zeigte, dass Tachykardie mit einer Häufigkeit von 1,4% als

unerwünschte Wirkung auftrat.

Überdosierung

Im Fall einer Überdosierung und verlängerten neuromuskulären Blockade sollte der Patient künstlich

weiterbeatmet und sediert werden. In dieser Situation gibt es zwei Optionen für die Aufhebung der

neuromuskulären Blockade: (1) Sugammadex kann zur Aufhebung einer intensiven (profunden) und

tiefen Blockade verabreicht werden. Die zu verabreichende Dosis von Sugammadex hängt vom Grad

der neuromuskulären Blockade ab. (2) Ein Acetylcholinesterase-Hemmer (wie Neostigmin,

Edrophonium, Pyridostigmin) kann bei ersten Anzeichen der spontanen Erholung verwendet werden

und soll in adäquaten Dosen verabreicht werden.

Falls trotz der Verwendung eines Acetylcholinesterase-Hemmers die muskelrelaxierende Wirkung

von Esmeron nicht aufgehoben wird, muss die Beatmung solange fortgesetzt werden, bis die

spontane Atmung wieder einsetzt. Wiederholte Dosen von Acetylcholinesterase-Hemmern können

gefährliche Auswirkungen haben.

In Tierstudien trat eine schwere Depression der Herz-Kreislauf-Funktion, die letztlich zu

Herzversagen führen kann, erst dann ein, als eine kumulierte Dosis von 750×ED90 (135 mg/kg

Rocuroniumbromid) verabreicht wurde.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M03AC09

Wirkungsmechanismus

Rocuroniumbromid ist ein mittellang wirkender nicht-depolarisierender neuromuskulärer Blocker

mit raschem Wirkungseintritt, der alle charakteristischen pharmakologischen Eigenschaften dieser

Arzneimittelklasse (curarewirksame Gruppe) besitzt. Rocuroniumbromid wirkt kompetitiv an den im

Bereich der motorischen Endplatte gelegenen nikotinischen Cholinrezeptoren. Durch Verabreichung

von Acetylcholinesterase-Hemmern, wie z.B. Neostigmin, Pyridostigmin oder Edrophonium, wird

die Wirkung von Esmeron antagonisiert.

Pharmakodynamik/Klinische Wirksamkeit

Die ED90 (erforderliche Dosis, um Zuckungsreaktion des Daumens nach Stimulation des Nervus

ulnaris zu 90% zu unterdrücken) wird bei intravenöser Anästhesie mit etwa 0,3 mg/kg

Rocuroniumbromid erreicht. Die ED95 bei Säuglingen ist niedriger als bei Erwachsenen und

Kindern (0,25; 0,35; resp. 0,4 mg/kg). Die ED95 bei Kindern ist höher als bei Erwachsenen, was

durch das unterschiedliche Verhältnis von Muskelmasse zu Fett erklärbar ist. Kinder haben einen

schnelleren Wirkungseintritt und eine kürzere Wirkdauer.

Die klinische Wirkdauer (Zeitdauer bis zur 25%-igen Spontanerholung der Kontrollzuckungsstärke)

mit 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid beträgt 30-40 Minuten.

Die Gesamtwirkungsdauer (Zeit der Spontanerholung auf 90% der Kontrollzuckungsstärke) beläuft

sich auf 50 Minuten. Die durchschnittliche Zeitdauer für die spontane Wiederherstellung der

Kontrollzuckungsstärke von 25% auf 75% (Wiederherstellungsindex) beträgt nach einer Bolus-

Injektion von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid 14 Minuten.

Mit kleineren Dosen von 0,3-0,45 mg/kg Rocuroniumbromid (1-1,5 fache ED90) ist die

Anschlagszeit verzögert und die Wirkdauer verkürzt. Eine klinische Studie mit Dosen bis 2,0 mg/kg

fand eine auf 110 Minuten verlängerte Wirkdauer.

Intubation in der Routine-Anästhesie

Nach intravenöser Verabreichung von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid (2×ED90 unter intravenöser

Anästhesie) werden geeignete Intubationsbedingungen innerhalb von 60 Sekunden bei beinahe allen

Patienten erreicht, bei 80% waren die Intubationsbedingungen ausgezeichnet. Allgemeine

Muskelrelaxation, die für alle Anwendungsgebiete ausreichend ist, wird innerhalb von 2 Minuten

erreicht. Die Applikation von 0,45 mg/kg Rocuroniumbromid führt nach 90 Sekunden zu

akzeptablen Intubationsbedingungen.

Blitzeinleitung

Während einer Blitzeinleitung der Anästhesie unter Propofol oder Fentanyl/Thiopental werden

geeignete Intubationsbedingungen innerhalb von 60 Sekunden bei 93% bzw. 96% der Patienten

erreicht, die 1,0 mg/kg Rocuroniumbromid erhielten. Bei 70% dieser Patientengruppe waren die

Intubationsbedingungen ausgezeichnet. Die klinische Wirkdauer nach dieser Dosis beträgt im Mittel

eine Stunde. Während einer Blitzeinleitung mit Propofol resp. Fentanyl/Thiopental werden adäquate

Intubationsbedingungen innerhalb von 60 Sekunden bei 81% resp. 75% der Patienten erreicht, die

0,6 mg/kg Rocuroniumbromid erhielten.

Pädiatrische Patienten

Die mittlere Anschlagszeit bei Kindern ist mit einer Intubationsdosis von 0,6 mg/kg etwas kürzer als

bei Erwachsenen. Ein Vergleich innerhalb der pädiatrischen Altersgruppen zeigte, dass die mittlere

Anschlagszeit bei Neugeborenen und Jugendlichen (1,0 min) leicht länger ist als bei Säuglingen,

Kleinkindern und Kindern (0,4; 0,6 bzw. 0,8 min). Die Relaxationsdauer und die Erholungszeit

scheinen bei Kindern kürzer zu sein als bei Säuglingen und Erwachsenen. Die mittlere Zeit bis zum

Wiederauftreten von T3 war bei Neugeborenen und Säuglingen (56,7 bzw. 60,7 min) im Vergleich

zu Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen (45,4; 37,6 bzw. 42,9 min) verlängert.

Geriatrische Patienten und Patienten mit Erkrankungen der Leber und/oder der Gallenwege und/oder

Niereninsuffizienz

Unter Enfluran- und Isofluran-Narkose sowie bei Geriatrie-Patienten, Patienten mit Leber- und/oder

Nierenerkrankungen ist die mittlere klinische Wirkdauer nach Erhaltungsdosen von 0,15 mg/kg

Rocuroniumbromid etwas länger (ungefähr 20 Minuten) als bei Patienten unter intravenöser

Anästhesie, ohne Beeinträchtigung von exkretorischen Organfunktionen (ca. 13 Minuten) (siehe

«Dosierung/Anwendung»). Ein akkumulierter Effekt (progressiver Anstieg der Wirkdauer) bei

wiederholten Erhaltungsdosen in der empfohlenen Höhe wurde nicht beobachtet.

Intensivmedizin

Bei der Dauerinfusion in der Intensivmedizin hängt die Erholungszeit der Vierfach-(TOF)-Ratio von

0,7 vom Ausmass der Blockade am Ende der Infusion ab. Nach einer Dauerinfusion von 20 Stunden

oder länger beträgt das Zeitintervall zwischen der Rückkehr des T2 bei der Vierfach-(TOF)-

Stimulation und der Wiederherstellung der Vierfach-(TOF)-Ratio von 0,7 im Mittel ungefähr 1,5 (1-

5) Stunden bei Patienten ohne multiplem Organversagen und 4 (1-25) Stunden bei Patienten mit

multiplem Organversagen.

Kardiovaskuläre Chirurgie

Patienten mit bevorstehender kardiovaskulärer Operation zeigen bei Eintritt der maximalen Blockade

- nach Applikation von 0,6-0,9 mg/kg Rocuroniumbromid - als häufigste kardiovaskuläre

Veränderungen eine leichte, klinisch unbedeutende Zunahme der Herzfrequenz um bis zu 9% und

einen Anstieg des mittleren Blutdrucks um bis zu 16% im Vergleich zu den Kontrollwerten.

Antagonisierung der Muskelrelaxation

Die Wirkung von Rocuroniumbromid kann entweder durch Sugammadex oder durch

Acetylcholinesterase-Inhibitoren wie Neostigmin, Pyridostigmin oder Edrophonium antagonisiert

werden. Sugammadex kann verabreicht werden zur routinemässigen Aufhebung (bei 1-2 Post-

Tetanic Counts bis zum Wiedererlangen von T2) oder zur sofortigen Aufhebung (3 Minuten nach

Verabreichung von Rocuroniumbromid). Acetylcholinesterase-Inhibitoren können beim Auftreten

von T2 oder bei ersten Anzeichen der klinischen Erholung verabreicht werden.

Pharmakokinetik

Distribution/Elimination

Nach intravenöser Verabreichung einer Einzel-Bolusdosis Rocuroniumbromid verläuft der

Plasmakonzentrations-Zeitablauf in drei exponentiellen Phasen. Bei normalen Erwachsenen ist die

mittlere (95% CI) Eliminationshalbwertszeit 73 (66-80) Minuten; das scheinbare Verteilvolumen bei

Steady-State Bedingungen 203 (193-214) ml/kg und die Plasmaclearance ist 3,7 (3,5-3,9) ml·kg-

1·min-1.

Intensivmedizin

Wird eine Dauerinfusion zur Erleichterung der künstlichen Beatmung 20 Stunden oder länger

verabreicht, dann ist die mittlere Eliminationshalbwertszeit und das mittlere (scheinbare)

Verteilungsvolumen unter Steady-State-Bedingungen erhöht. In kontrollierten Studien wurden grosse

Schwankungen zwischen Patienten festgestellt, die abhängig waren von der Art und dem Ausmass

von (multiplen) Organversagen und von individuellen Eigenschaften der Patienten. Bei Patienten mit

multiplem Organversagen wurde eine mittlere (± Standardabweichung) Eliminationshalbwertszeit

von 21,5 (± 3,3) Stunden, ein (scheinbares) Verteilungsvolumen unter Steady-State-Bedingungen

von 1,5 (± 0,8) l/kg und eine Plasmaclearance von 2,1 (± 0,8) ml·kg-1·min-1 festgestellt.

Elimination

Rocuronium wird im Urin und über die Galle ausgeschieden. Die Ausscheidung im Urin beträgt

annäherungsweise 40% innerhalb von 12-24 Stunden. Nach Injektion einer radioaktiv markierten

Dosis Rocuroniumbromid beträgt die Ausscheidung der radioaktiven Markierung nach 9 Tagen

durchschnittlich 47% im Urin und 43% in den Fäzes. Ungefähr 50% wird unverändert

wiedergefunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Geriatrische Patienten und Patienten mit Erkrankungen der Leber und/oder der Gallenwege und/oder

Niereninsuffizienz

In kontrollierten Studien war die Plasmaclearance bei Geriatrie-Patienten und bei Patienten mit

Nierenerkrankungen reduziert, in den meisten Studien jedoch nicht von statistischer Bedeutung. Bei

Patienten mit Lebererkrankung ist die mittlere Eliminationshalbwertszeit um 30 Minuten verlängert

und die mittlere Plasmaclearance um 1 ml·kg-1·min-1 reduziert (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Präklinische Daten

Wirkungen in präklinischen Studien wurden nur bei viel höheren Dosen als die maximalen Dosen

beim Menschen erzielt, welche für die klinische Praxis von geringer Relevanz sind.

Es gibt kein adäquates Tiermodell, um die Komplexität eines Patienten in der Intensivmedizin

nachzuahmen. Deshalb beruht die Sicherheit von Esmeron, wenn für die künstliche Beatmung in der

Intensivmedizin angewendet, im Wesentlichen auf Resultaten aus klinischen Studien.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Physikalische Inkompatibilität wurde für Esmeron mit Lösungen der folgenden Arzneimittel

dokumentiert: Amphotericin, Amoxycillin, Azathioprin, Cefazolin, Cloxacillin, Dexamethason,

Diazepam, Enoximon, Erythromycin, Famotidin, Furosemid, Hydrokortison-Natriumsuccinat,

Insulin, Intralipid, Methohexital, Methylprednisolon, Prednisolon-Natriumsuccinat, Thiopental,

Trimethoprim und Vancomycin.

Esmeron darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden, ausgenommen jener, die unter

«Hinweise für die Handhabung» aufgeführt sind.

Wenn Esmeron mit demselben Infusionsgerät verabreicht wird wie andere Arzneimittel, muss darauf

geachtet werden, dass dieses Gerät sorgfältig ausgespült wird (z.B. mit NaCl 0,9%). Dies gilt

insbesondere, wenn Esmeron und Arzneimittel verabreicht werden, bei denen eine Inkompatibilität

mit Esmeron gezeigt wurde oder bei denen eine Kompatibilität mit Esmeron nicht erwiesen wurde.

Hinweise für die Handhabung

Kompatibilität mit Esmeron konnte für die folgenden Infusionslösungen nachgewiesen werden. In

Konzentrationen von 0,5 mg/ml und 2,0 mg/ml war Esmeron kompatibel mit:

·Aqua ad iniectabilia

·5% Glucose

·5% Glucose in NaCl-Lösung

·0,9%ige NaCl-Lösung

·Ringer Lactat

Die chemische und physikalische Stabilität mit diesen Lösungen wurde über 24 Stunden gezeigt;

allfällige Reste der verdünnten Lösung sind danach zu verwerfen. Aus mikrobiologischen Gründen

sollte die gebrauchsfertige Zubereitung jedoch unmittelbar nach Verdünnung verwendet werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Da Esmeron kein Konservierungsmittel enthält, ist die Lösung unmittelbar nach dem Öffnen der

Stechampulle zu verwenden und die ungebrauchte Lösung zu vernichten.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel bei einer Temperatur zwischen +2°C und +8°C im Kühlschrank lagern.

Nach der Entnahme aus dem Kühlschrank kann Esmeron maximal 12 Wochen lang ausserhalb des

Kühlschranks zwischen +8°C und +30°C aufbewahrt werden. Die Lagerungsdauer darf die auf der

Packung angegebene Haltbarkeitsdauer nicht überschreiten. Esmeron sollte nicht wieder gekühlt

gelagert werden.

Zulassungsnummer

52686 (Swissmedic).

Packungen

Stechampullen zu 5 ml (10 mg/ml): 10 (B)

Stechampullen zu 10 ml (10 mg/ml): 10 (B)

Zulassungsinhaberin

MSD MERCK SHARP & DOHME AG, Luzern.

Stand der Information

März 2018.

CCDS-MK8085-SOi-022017&CCDS-MK8085-SOi-102017/MK8085-CHE-2018-017434

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