Ergomed retard

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Ergomed retard - Kapseln
  • Einheiten im Paket:
  • 20 Stück, Laufzeit: 36 Monate,50 Stück, Laufzeit: 36 Monate
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Ergomed retard - Kapseln
    Österreich
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiebereich:
  • Ergoloidmesylat

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AGES
  • Zulassungsnummer:
  • 16303
  • Letzte Änderung:
  • 29-08-2016

Packungsbeilage

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER 

Ergomed retard - Kapseln 

Wirkstoff: Co-Dergocrinmesilat (Dihydroergotoxinmethansulfonat) 

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme 

dieses Arzneimittels beginnen. 

-  Heben  Sie  die  Packungsbeilage  auf.  Vielleicht  möchten  Sie  diese  später  nochmals 

lesen. 

-  Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. 

-  Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte 

weiter.  Es  kann  anderen  Menschen  schaden,  auch  wenn  diese  die  gleichen 

Beschwerden haben wie Sie.  

-  Wenn  eine  der  aufgeführten  Nebenwirkungen  Sie  erheblich  beeinträchtigt  oder  Sie 

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, 

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. 

Diese Packungsbeilage beinhaltet

1.  Was sind Ergomed retard - Kapseln und wofür werden sie angewendet? 

2.  Was müssen Sie vor der Einnahme von Ergomed retard - Kapseln beachten? 

3.  Wie sind Ergomed retard - Kapseln einzunehmen? 

4.  Welche Nebenwirkungen sind möglich? 

5.  Wie sind Ergomed retard - Kapseln aufzubewahren? 

6.  Weitere Informationen 

1.  WAS  SIND  Ergomed  retard  -  Kapseln  UND  WOFÜR  WERDEN  SIE 

ANGEWENDET? 

Der  in  Ergomed  retard  -  Kapseln  enthaltene  Wirkstoff  Co-Dergocrinmesilat  gehört  zur 

Wirkstoff-gruppe  der  Mutterkornalkaloide  und  wirkt  unterstützend,  um  die  altersbedingte 

Beeinträchtigung der Funktion der Gehirnzellen zu verbessern.  

Der  Wirkstoff  Co-Dergocrinmesilat  besetzt  bestimmte  Bindungsstellen  verschiedener 

körpereigener  Botenstoffe,  die  Impulsübertragungen  zwischen  Nervenzellen  beeinflussen. 

Besteht ein Ungleichgewicht zwischen diesen Botenstoffen, so treten Störungen auf. Durch 

Ergomed  retard  -  Kapseln  werden  die  Wirkungen  an  den  Nervenzellen  teilweise  gehemmt 

und zum anderen Teil verstärkt, sodass wieder ein Gleichgewicht hergestellt wird. Dadurch 

kommt es unter anderem zu einer Verbesserung der Stoffwechselleistung der Gehirnzellen.  

Ergomed retard - Kapseln werden angewendet 

-  als  unterstützende  Maßnahme  bei  Hirnleistungsstörungen  im  Alter,  wenn  andere 

Arzneimittel nicht wirksam sind bzw. nicht vertragen werden.  

Typische  Beschwerden,  bei  denen  die  Anwendung  von  Ergomed  retard  -  Kapseln 

hilfreich  sein  kann,  sind  Störungen  der  geistigen  Leistungsfähigkeit 

(Konzentrationsschwäche),  Befindlichkeit,  Motivation  (Mangel  an  Eigeninitiative)  und 

sozialen Interaktion (Zurückgezogenheit, Isolation). 

Die Bedingungen, unter denen günstige Wirkungen erwartet werden können, sind jedoch 

nicht  vorhersehbar;  es  ist  auch  nicht  sicher,  welche  Krankheitserscheinungen  beim 

einzelnen Patienten günstig zu beeinflussen sind. 

Hinweis: 

Bevor  die  Behandlung  mit  Ergomed  retard  -  Kapseln  begonnen  wird,  wird  Ihr  Arzt 

abklären,  ob  die  Krankheitserscheinungen  nicht  auf  einer  spezifisch  zu  behandelnden 

Grunderkrankung (internistischer und psychiatrisch-neurologischer Natur) beruhen. 

2.  WAS  MÜSSEN  SIE  VOR  DER  EINNAHME  VON  Ergomed  retard  -  Kapseln 

BEACHTEN? 

Ergomed retard - Kapseln dürfen nicht eingenommen werden, 

-  wenn  Sie  überempfindlich  (allergisch)  gegen  den  Wirkstoff  Co-Dergocrinmesilat, 

gegenüber  anderen  Mutterkornalkaloiden  oder  einen  der  sonstigen  Bestandteile  von 

Ergomed retard - Kapseln sind. 

-  wenn Sie schwanger sind oder stillen. 

-  wenn  Sie  über  längere  Zeit  hinweg  mit  Ergomed  retard  -  Kapseln  behandelt  werden 

sollen und eine Herzklappenerkrankung vorhanden war oder ist  

-  wenn  Sie  an  Gefäßerkrankungen  (Durchblutungsstörungen  im  Gehirn  in  Ihrer 

Krankengeschichte,  ‚Raynaud-Syndrom’  (Durchblutungsstörung  im  Bereich  der  Finger 

und/oder Zehen aufgrund von Gefäßkrämpfen)) leiden.  

-  wenn  Sie  unter  einem  Krankheitsbild  leiden,  welches  durch  das  Auftreten  einer 

Gefäßwandentzündung  speziell  großer  Arterien  im  Kopfbereich  gekennzeichnet  ist 

(„Arteriitis temporalis“).  

-  Wenn Sie an koronaren Herzerkrankungen leiden (Erkrankung der Herzkranzgefäße wie 

‚Angina pectoris’).  

-  wenn Sie eine schwere Leberfunktionsstörung haben.  

-  wenn Sie unter einer Blutvergiftung (Sepsis) leiden.  

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Ergomed retard - Kapseln ist erforderlich, 

-  bei  erniedrigtem  Blutdruck.  Ihr  Arzt  wird  den  Blutdruck  in  den  ersten  Wochen  der 

Behandlung  und  bei  Kombination  mit  anderen  blutdrucksenkenden  Arzneimitteln 

regelmäßig kontrollieren. 

-  bei starker Verlangsamung der Herztätigkeit. 

-  bei nicht körperlich begründbaren seelisch-geistigen Erkrankungen. 

-  bei eingeschränkter Leberfunktion. Ihr Arzt wird unter Umständen eine niedrigere Start- 

und  Erhaltungsdosis  in  Erwägung  ziehen  und  entsprechende  Kontrolluntersuchungen 

durchführen. 

-  bei  schwerer  Nierenfunktionsstörung.  Ihr  Arzt  wird  unter  Umständen  eine  niedrigere 

Start-  und  Erhaltungsdosis  in  Erwägung  ziehen  und  entsprechende 

Kontrolluntersuchungen durchführen. 

-  wenn  bei  Ihnen  Narbengewebe  vorhanden  war  oder  ist,  die  Ihr  Herz,  Ihre  Lunge  oder 

Ihren  Bauchraum  betrafen  bzw.  betreffen.  Falls  Sie  Ergomed  retard  -  Kapseln  über 

längere  Zeit  erhalten,  untersucht  Ihr  Arzt  vor  Beginn  der  Behandlung  Ihr  Herz,  Ihre 

Lunge  und  Ihre  Nieren.  Während  der  Behandlung  achtet  Ihr  Arzt  besonders  auf  alle 

Anzeichen,  die  mit  Bindegewebsreaktionen  in  Verbindung  stehen  könnten  und  erstellt 

gegebenenfalls  ein  EKG.  Sollten  Bindegewebsreaktionen  auftreten,  muss  die 

Behandlung abgebrochen werden. 

Wenn  Sie  gleichzeitig  Arzneimittel,  welche  die  Verklumpung  der  Blutplättchen 

(Thrombozyten-aggregationshemmer)  oder  Arzneimittel,  die  die  Blutgerinnung 

(Antikoagulantien)  hemmen  einnehmen,  wird  Ihr  Arzt  die  Gerinnungsparameter  häufiger 

überprüfen. 

Besondere  Vorsicht  mit  Ergomed  retard  -  Kapseln  ist  erforderlich,  wenn  es  Hinweise  gibt, 

dass Sie von krankhafter Spielsucht und zwanghaftem Sexualtrieb besessen sind. 

Die  zu  häufige  Einnahme  von  Mutterkornalkaloiden  (wie  z.B.  Ergomed  retard  -  Kapseln) 

kann  zu  einem  Kopfschmerz  bei  Arzneimittelübergebrauch  führen  (Arzneimittel-bedingter 

Kopfschmerz ).  Sollte  dies  auftreten  ist  zu  überlegen,  die  Häufigkeit  der  Einnahmen  zu 

verringern.  Unter  Umständen  ist  auch  eine  Beendigung  der  Behandlung  in  Betracht  zu 

ziehen. Bei Auftreten von Kopfschmerzen informieren Sie bitte Ihren Arzt. 

Nach  längerer  und/oder  hochdosierter  Einnahme  von  Mutterkornalkaloiden  (wie  z.B. 

Ergomed  retard  -  Kapseln)  kann  es  zu  peripheren  Durchblutungsstörungen  kommen.  Falls 

bei  Ihnen  die  Haut  im  Bereich  der  Finger  und/oder  Zehen  blass  bzw.  blau  verfärbt  und 

berührungsempfindlich  ist,  sich  kühl  anfühlt,  falls  Taubheitsgefühl,  Kribbeln  oder 

Muskelschmerzen/-krämpfe im Bereich der Gliedmaßen auftreten, unterbrechen Sie bitte die 

Einnahme von Ergomed retard - Kapseln und kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt. 

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren 

Zu  Wirksamkeit  und  Verträglichkeit  von  Ergomed  retard  -  Kapseln  bei  Kindern  und 

Jugendlichen unter 18 Jahren liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Deshalb wird die 

Anwendung  von  Ergomed  retard  -  Kapseln  bei  Kindern  und  Jugendlichen  unter  18  Jahren 

nicht empfohlen. 

Bei Einnahme von Ergomed retard - Kapseln mit anderen Arzneimitteln 

Bitte  informieren  Sie  Ihren  Arzt  oder  Apotheker,  wenn  Sie  andere  Arzneimittel 

einnehmen/anwenden  bzw.  vor  kurzem  eingenommen/angewendet  haben,  auch  wenn  es 

sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.  

Sie sollten auch Ihren Arzt informieren, wenn Sie Ergomed retard - Kapseln zusammen mit 

anderen  Arzneimitteln  einnehmen,  die  den  Abbau  des  Wirkstoffs  beeinflussen,  z.B. 

bestimmte  Antibiotika  (z.B.  Troleandomycin,  Erythromycin,  Clarithromycin),  bestimmte 

Arzneimittel  gegen  AIDS  (z.B.  Ritonavir,  Indinavir,  Nelfinavir,  Delavirdin)  oder  bestimmte 

Mittel  gegen  Pilzinfektionen  (z.B.  Ketoconazol,  Itraconazol,  Voriconazol).  Wenn  mehrere 

Arzneimittel  eingenommen  werden,  kann  es  zu einer Abschwächung oder Verstärkung der 

Wirkung (oder auch der Nebenwirkungen) kommen. 

Wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel erhalten, welche die Blutgerinnung hemmen (Arzneimittel 

zur Blutverdünnung), sollen häufigere Kontrollen der Blutgerinnung vorgenommen werden. 

Ergomed  retard  -  Kapseln  sollen  nicht  gleichzeitig  mit  anderen  Mutterkornalkaloiden 

angewendet werden (Gefahr der unkontrollierten Wirkungsverstärkung). 

Die  Wirkung  von  Arzneimittel,  die  ihrerseits  den  Blutdruck  senken,  kann  verstärkt,  die  von 

Präparaten, die den Blutdruck steigern, kann abgeschwächt werden. Bei der gleichzeitigen 

Anwendung solcher Arzneimittel mit Ergomed retard - Kapseln soll regelmäßig Ihr Blutdruck 

kontrolliert werden. 

Bei  Einnahme  von  Ergomed  retard  -  Kapseln  zusammen  mit  Nahrungsmitteln  und 

Getränken 

Die  gleichzeitige  Einnahme  von  Alkohol  mit  Ergomed  retard  -  Kapseln  soll  wie  bei  allen 

Arzneimitteln unterlassen werden, da die Wirkung nicht vorhersehbar ist. 

Schwangerschaft und Stillzeit 

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. 

Schwangerschaft 

Sie  dürfen  Ergomed  retard  -  Kapseln  während  der  Schwangerschaft  nicht  einnehmen,  da 

das Arzneimittel Gebärmutterkrämpfe bewirken und eine Gefäßverengende Wirkung haben 

kann  und  damit  die  Gefahr  einer  verminderten  Plazentadurchblutung  und  der  Auslösung 

vorzeitiger Wehen besteht.  

Es liegen keine ausreichenden Untersuchungen zur Sicherheit in der Schwangerschaft beim 

Menschen vor. 

Stillzeit 

Mutterkornalkaloide hemmen die Milchproduktion. 

Da  Co-Dergocrinmesilat,  der  Wirkstoff  von  Ergomed  retard  -  Kapseln,  mit  der  Muttermilch 

ausgeschieden wird und beim Säugling unerwünschte Wirkungen verursachen kann, dürfen 

Sie Ergomed retard - Kapseln während der Stillzeit nicht einnehmen. 

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen 

Die Behandlung mit Ergomed retard - Kapseln erfordert eine regelmäßige ärztliche Kontrolle. 

Halten Sie sich daher bitte an die Anordnungen Ihres Arztes. Durch individuelle Reaktionen 

kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen 

oder  zum  Arbeiten  ohne  sicheren  Halt  beeinträchtigt  werden.  Dies  gilt  vor  allem  bei 

Behandlungsbeginn, Präparatewechsel und im Zusammenwirken mit Alkohol. 

3.  WIE SIND Ergomed retard - Kapseln EINZUNEHMEN? 

Nehmen Sie  Ergomed retard - Kapseln immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte 

fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.  

Erwachsene 

Falls  vom  Arzt  nicht  anders  verordnet,  wird  morgens  und  abends  je  eine  Kapsel,  vor  oder 

(bei empfindlichem Magen) zu einer Mahlzeit mit Flüssigkeit eingenommen. 

Ältere Patienten 

Für  ältere  Patienten  gilt  die  oben  angeführte  Dosierung  von  morgens  und  abends  je  eine 

Kapsel.  Unter  Umständen  wird  Ihr  Arzt  eine  niedrigere  Start-  und  Erhaltungsdosis  in 

Erwägung ziehen. 

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion 

Ihr Arzt wird die für Sie richtige Dosierung verschreiben. Bei Patienten mit eingeschränkter 

Leberfunktion wird unter Umständen eine niedrigere Start- und Erhaltungsdosis in Erwägung 

gezogen werden. 

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion 

Ihr  Arzt  wird  die  für  Sie  richtige  Dosierung  verschreiben.  Bei  Patienten  mit  schwerer 

Einschränkung  der  Nierenfunktion  wird  unter  Umständen  eine  niedrigere  Start-  und 

Erhaltungsdosis in Erwägung gezogen werden. 

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren 

Die  Anwendung  von  Ergomed  retard  -  Kapseln  bei  diesen  Patientengruppen  wird  nicht 

empfohlen, da keine ausreichenden Studien zu Wirksamkeit und Verträglichkeit vorliegen. 

Art und Dauer der Anwendung 

Die  Kapseln  werden  mit  Flüssigkeit  vor  oder  (bei  empfindlichem  Magen)  zu  einer  Mahlzeit 

eingenommen. 

Die  Anwendungsdauer  von  Ergomed  retard  -  Kapseln  ist  bei  bestimmungsgemäßer 

Dosierung  zeitlich  nicht  begrenzt.  In  geeigneten  Abständen,  mindestens  jedoch  alle  6 

Monate, wird Ihr Arzt überprüfen, ob die Behandlung mit Ergomed retard - Kapseln weiterhin 

Achtung:   Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und  

Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. 

Wenn Sie eine größere Menge von Ergomed retard - Kapseln eingenommen haben, als 

Sie sollten 

Im Falle einer Überdosierung oder Vergiftung mit Ergomed retard - Kapseln ist in jedem Fall 

unverzüglich ein Arzt (z.B. Vergiftungsnotruf) um Rat zu fragen. Nehmen Sie die restlichen 

Kapseln oder die Verpackung mit, damit sich der Arzt über den aufgenommenen Wirkstoff 

informieren kann. 

Die Anzeichen einer Überdosierung von Ergomed retard - Kapseln können sehr vielfältig und 

unter  Umständen  widersprüchlich  sein.  Von  Patient  zu  Patient  unterschiedlich  können  die 

unter  Punkt  4.  ‚WELCHE  NEBENWIRKUNGEN  SIND  MÖGLICH?’  aufgeführten 

Erscheinungen  verstärkt  auftreten.  Weiters  können  Sehstörungen,  Angst,  Atemstörungen, 

Erregungszustände,  Verwirrtheit,  Krämpfe,  Verlangsamung  oder  Beschleunigung  der 

Herztätigkeit  und  Blutdrucksenkung  bis  hin  zum  Kreislaufkollaps  und  Atemlähmung 

auftreten.  

Auch  ein  Auftreten  von  Gefäßkrämpfen  mit  Blutdrucksteigerung  und  nachfolgendem 

Kältegefühl, Empfindungsstörungen (Kribbelgefühl) sowie Schmerzen in den Gliedmaßen ist 

möglich. 

Die  Beurteilung  des  Schweregrades  der  Vergiftung  und  die  Festlegung  der  erforderlichen 

Maßnahmen erfolgt durch den Arzt. 

Für den Arzt: 

Zu Symptomen und Therapie bei Überdosierung finden Sie Hinweise am Ende dieser 

Gebrauchsinformation! 

Wenn Sie die Einnahme von Ergomed retard - Kapseln vergessen haben 

Bitte  holen  Sie  die  versäumte  Dosis  nicht  nach  bzw.  nehmen  Sie  nicht  die  doppelte  Dosis 

ein,  sondern  setzen  Sie  die  Einnahme  von  Ergomed  retard  -  Kapseln,  wie  von  Ihrem  Arzt 

verordnet, fort. 

Wenn Sie die Einnahme von Ergomed retard - Kapseln abbrechen 

Setzen Sie bitte das Arzneimittel nicht plötzlich und ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab. 

Bei  Auftreten  von  Nebenwirkungen  wird  Ihr  Arzt  mit  Ihnen  besprechen,  welche 

Gegenmaßnahmen  es  hierfür  gibt und ob andere Arzneimittel für die Behandlung in Frage 

kommen.  

Wenn  Sie  weitere  Fragen  zur  Anwendung  des  Arzneimittels  haben,  fragen  Sie  Ihren  Arzt 

oder Apotheker. 

4.  WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH? 

Wie  alle  Arzneimittel  können  Ergomed  retard  -  Kapseln  Nebenwirkungen  haben,  die  aber 

nicht bei jedem auftreten müssen. 

Die  folgende  Einteilung  wurde  für  die  Häufigkeitsbeschreibungen  der  Nebenwirkungen 

verwendet: 

Sehr häufig:     betrifft mehr als 1 Behandelten von 10 

Häufig:     betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100 

Gelegentlich:   betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000 

Selten:     betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10.000 

Sehr selten:     betrifft weniger als 1 Behandelten von 10.000 

Nicht bekannt:   Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar  

Mögliche Nebenwirkungen: 

Nasenverstopfung,  Kopfschmerzen,  vorübergehende  Übelkeit  und  Magenverstimmungen 

kommen  vor,  können  aber  im  Allgemeinen  vermieden  werden,  wenn  das  Arzneimittel  mit 

den  Mahlzeiten  eingenommen  wird.  In  den  meisten  Fällen  gehen  diese  unerwünschten 

Wirkungen zurück, ohne dass besondere Maßnahmen ergriffen werden müssen. 

Aufgrund der blutdrucksenkenden Wirkung von Co-Dergocrinmesilat kann es, insbesondere 

bei  Patienten  mit  niedrigem  Blutdruck,  zu  Gangunsicherheit,  Schwindelgefühl, 

Schwarzwerden  vor  den  Augen  beim  Aufstehen  (orthostatischen  Kreislaufstörungen)  und 

leichten  Kopfschmerzen  kommen.  Erforderlichenfalls  wird  Ihr  Arzt  deshalb  regelmäßige 

Kreislaufkontrollen durchführen. 

Besonders bei empfindlichen Patienten können folgende Beschwerden auftreten. 

Psychiatrische Erkrankungen 

Sehr selten:   Schlafstörung, gesteigerter Tätigkeitsdrang 

Erkrankungen des Nervensystems 

Gelegentlich:   Empfindungsstörungen (Kribbelgefühl) 

Selten:   Schwindel, Kopfschmerzen 

Herzerkrankungen 

Selten:   verlangsamte  Herztätigkeit,  Herzrhythmusstörungen,  Verstärkung  oder 

Auftreten  von  Beschwerden  einer  ‚Angina  pectoris’  (Enge  in  der Brust; nach 

längerer Behandlungsdauer) 

Sehr selten:  Herzklappenveränderungen  und  andere  Herzerkrankungen,  z.B.  Herzbeutel-

entzündung  (Perikarditis)  oder  Erguss  von  Flüssigkeit  im  Herzbeutel 

(Perikarderguss). 

Als  Frühsymptome  können  eines  oder  mehrere  der  folgenden  Symptome 

auftreten:  erschwertes  Atmen,  Kurzatmigkeit,  Brust-  oder  Rückenschmerzen 

und  Beinschwellungen.  Wenn  bei  Ihnen  eines  dieser  Symptome  auftritt, 

müssen Sie sofort Ihren Arzt informieren.  

Gefäßerkrankungen 

Selten:   niedriger  Blutdruck  (vor  allem  bei  Verabreichung  über  die  Vene),  arterielle 

Durchblutungsstörungen 

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und der Brusthöhle 

Selten:   Behinderung der Nasenatmung, Nasenverstopfung 

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes 

Selten:   Appetitlosigkeit, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen, Durchfall 

Sehr selten:   Vermehrung  des  Bindegewebes  in  der  hinteren  Bauchhöhle  (Beschwerden: 

Rückenschmerzen,  Schmerzen  im  Unterbauch  oder  Verengung  der 

ableitenden Harnwege bzw. Schmerzen beim Harnlassen) 

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes 

Selten:   Hautausschlag, -reaktionen 

Bei  Patienten,  die  mit  Co-Dergocrinmesilat  behandelt  wurden,  wurde  insbesondere  bei 

hohen Dosen ein Auftreten von Anzeichen eines ungewöhnlichen Drangs zu Glücksspielen 

(Spielsucht)  oder  ein  gesteigerter  Sexualdrang  und/oder  gesteigertes  Sexualverhalten 

berichtet, die im Allgemeinen bei Verminderung der Dosis oder bei Abbruch der Behandlung 

wieder zurückgehen. 

Informieren  Sie  bitte  Ihren  Arzt  oder  Apotheker,  wenn  eine  der  aufgeführten 

Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht 

in dieser Gebrauchs-information angegeben sind. 

5.  WIE SIND Ergomed retard - Kapseln AUFZUBEWAHREN? 

Nicht über 25°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu 

schützen. 

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. 

Sie  dürfen  das  Arzneimittel  nach  dem  auf  dem  Umkarton  nach  ‚Verwendbar  bis:’ 

angegebenen  Verfalldatum  nicht  mehr  anwenden.  Das  Verfalldatum  bezieht  sich  auf  den 

letzten Tag des Monats. 

Das  Arzneimittel  darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie 

Ihren  Apotheker  wie  das  Arzneimittel  zu  entsorgen  ist,  wenn  Sie  es  nicht  mehr  benötigen. 

Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen. 

6.  WEITERE INFORMATIONEN 

Was Ergomed retard - Kapseln enthalten 

-  Der Wirkstoff ist Co-Dergocrinmesilat (Dihydroergotoxinmethansulfonat)*.  

Eine Ergomed retard - Kapsel enthält 2,5 mg Co-Dergocrinmesilat. 

  

*  Co-Dergocrin  besteht  aus  den  hydrierten  Mutterkornalkaloiden  Dihydroergocornin,  Dihydroergocristin, 

Dihydroergocryptin  (Dihydro-α-ergocryptin  und  Dihydro-β-ergocryptin  im  Verhältnis  2:1)  in  gleichen 

Mengenanteilen. 

-  Die  sonstigen  Bestandteile  sind:  Polyethylenglycol,  Natriumascorbat,  Siliziumdioxid, 

Natriumstearat,  Carboxymethylcellulose,  Glycerin,  Schellack,  Gelatine,  Titandioxid 

(E171), Eisenoxid (E172). 

Wie Ergomed retard - Kapseln aussehen und Inhalt der Packung 

Braune, glänzende, ovale Weichgelatinekapseln in Kunststoffröhrchen zu 20 oder 50 Stück 

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller 

Zulassungsinhaber 

WABOSAN Arzneimittelvertriebs GmbH 

Anton Anderer Platz 6/1 

A-1210 Wien  

Tel:   01 / 270 03 70 

Fax:  01 / 270 03 70 20 

E-mail: office@wabosan.at 

Hersteller 

Rösch&Handel, Wien 

Z.Nr.:  

16.303 

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt im Dezember 2010.  

Die  folgenden  Informationen  sind  nur  für  Ärzte  bzw.  medizinisches  Fachpersonal 

bestimmt: 

Überdosierung 

Symptome einer Überdosierung 

Die Anzeichen einer Überdosierung von Ergomed retard - Kapseln können sehr vielfältig und 

unter  Umständen  widersprüchlich  sein.  Individuell  unterschiedlich  können  die  unter 

Nebenwirkungen  (siehe  Punkt  4.  ‚WELCHE  NEBENWIRKUNGEN  SIND  MÖGLICH?’) 

aufgeführten  Symptome  verstärkt  auftreten,  sowie  Sehstörungen,  Angst,  Dyspnoe, 

Erregungszustände,  Verwirrtheit,  Krämpfe, Brady- oder Tachykardie und Blutdrucksenkung 

bis hin zu Koma und Atemlähmung. Je nach Ausgangslage des Gefäßsystems ist auch ein 

Auftreten  von  Gefäßspasmen  mit  Blutdrucksteigerung  und  nachfolgendem  Kältegefühl, 

Parästhesien sowie Schmerzen in den Extremitäten möglich. 

Therapie einer Überdosierung 

Ein  spezifisches  Antidot  ist  nicht  bekannt.  Bei  erhaltenem  Bewusstsein  sollte  möglichst 

frühzeitig  Erbrechen  ausgelöst  werden.  Weitere  Maßnahmen  zur  Verringerung  der 

Resorption sind Magenspülung, Gabe von Aktivkohle und Beschleunigung der Magen-Darm-

Passage (Natriumsulfat). 

Bei  Blutdruckabfall  sind  Volumensubstitution,  indirekte,  ggf.  auch  direkte  α-

Sympathomimetika,  bei  Gefäßspasmen  gefäßerweiternde  Mittel  (je  nach  Situation  und 

Befund  β-Blocker,  Kalzium-Antagonisten,  Theophyllin)  angezeigt.  In  jedem  Falle  sind 

regelmäßige Kreislaufkontrollen erforderlich.