Erbitux 100mg/20ml

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Erbitux 100mg/20ml Infusionslösung
  • Darreichungsform:
  • Infusionslösung
  • Zusammensetzung:
  • cetuximabum 100 mg, natrii chloridum, glycinum, polysorbatum 80, acid citricum monohydricum, aqua ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung von 20 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Erbitux 100mg/20ml Infusionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Biotechnologika
  • Therapiebereich:
  • Kolorektalkarzinom, Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 56072
  • Berechtigungsdatum:
  • 01-12-2003
  • Letzte Änderung:
  • 12-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Erbitux® 5 mg/ml

Merck (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Cetuximab (chimärer monoklonaler IgG1-Antikörper, produziert von einer rekombinanten

Zelllinie in Maus-Myelomzellen).

Hilfsstoffe: Natrii chloridum, Glycinum, Polysorbatum 80, Acidum citricum monohydricum, Aqua

ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Infusionslösung: Durchstechflaschen zu 100 mg/20 ml und 500 mg/100 ml Cetuximab (5 mg/ml).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Behandlung von Patienten mit EGFR (epidermal growth factor receptor) exprimierendem

metastasiertem Kolorektalkarzinom mit RAS Wildtyp:

·in Kombination mit FOLFIRI oder FOLFOX

·als Monotherapie, wenn eine Therapie auf Oxaliplatin- und Irinotecan-Basis versagt hat oder eine

Irinotecan Intoleranz vorliegt.

In Kombination mit Radiotherapie zur Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem

Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich.

In Kombination mit Cisplatin und 5-Fluorouracil zur Behandlung von Patienten mit rezidivierendem

und/oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich.

Dosierung/Anwendung

Allgemeine Dosierungsanweisungen

Die Verabreichung von Erbitux soll stets unter Aufsicht eines in der Anwendung von

Antineoplastika erfahrenen Arztes erfolgen.

Der Patient ist während der Infusion und mindestens eine Stunde über deren Ende hinaus

engmaschig zu überwachen. Die notwendige Ausrüstung zur Durchführung von Notfallmassnahmen

muss verfügbar sein.

Vor der ersten Infusion ist der Patient mindestens 1 Stunde vor der Verabreichung von Cetuximab

mit einem Antihistaminikum und einem Kortikosteroid vorzubehandeln. Diese Prämedikation wird

auch für alle folgenden Infusionen empfohlen.

Erbitux wird einmal wöchentlich angewendet. Die erste Dosis beträgt 400 mg Cetuximab pro m2

Körperoberfläche. Danach werden einmal wöchentlich 250 mg/m2 Körperoberfläche verabreicht.

Erbitux (5 mg/ml) wird intravenös als Tropfinfusion oder mittels einer Infusionspumpe oder eines

Perfusors verabreicht (vgl. Rubrik «Sonstige Hinweise: Hinweise für die Handhabung»). Die

Initialdosis sollte langsam mit einer Infusionsgeschwindigkeit von höchstens 5 mg/Min. gegeben

werden. Die Mindest-Infusionsdauer für die erste Dosis beträgt damit z.B. bei 1.5 m2

Körperoberfläche 120 Min., bei grösserer Körperoberfläche entsprechend länger. Für die

nachfolgenden wöchentlichen Dosen beträgt die empfohlene Infusionsdauer 60 Min. Eine

Infusionsgeschwindigkeit von 10 mg Cetuximab/Min., entsprechend 2 ml Erbitux (5 mg/ml) pro

Minute, darf nicht überschritten werden.

Kolorektalkarzinom

Cetuximab wird in Kombination mit FOLFIRI bzw. FOLFOX oder als Monotherapie angewendet.

Die Begleitmedikation ist frühestens 1 Stunde nach Beendigung der Cetuximab-Infusion zu

applizieren.

Es wird empfohlen, Erbitux bis zur Progression der zugrundeliegenden Erkrankung anzuwenden.

Der Nachweis des RAS Wildtypstatus (mit Ausschluss von Mutationen in KRAS und NRAS: Codon

12, 13 in Exon 2; Codon 59, 61 in Exon 3; Codon 117, 146 in Exon 4) muss vor Beginn der

Cetuximab-Behandlung durchgeführt werden.

Der Nachweis der RAS Mutation (KRAS und NRAS) sowie derjenige der EGFR-Expression soll

mittels einer validierten Testmethode erfolgen.

Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich

Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich wird Erbitux

in Kombination mit Radiotherapie angewendet. Es wird empfohlen, die Behandlung mit Erbitux eine

Woche vor Beginn der Radiotherapie zu starten und bis zum Ende der Strahlentherapie

weiterzuführen. Die Infusion von Erbitux soll vor der Radiotherapie erfolgen.

Bei Patienten mit rezidivierendem und/oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-

Bereich wird Cetuximab in Kombination mit bis zu 6 Zyklen Cisplatin plus 5-Fluorouracil

verabreicht, gefolgt von Cetuximab allein als Erhaltungstherapie bis zur Tumorprogression. Die

Begleitmedikation ist frühestens 1 Stunde nach Beendigung der Cetuximab-Infusion zu applizieren.

Dosisanpassungen bei unerwünschten Wirkungen

Bei Patienten, die leichte oder mittelschwere infusionsbedingte Reaktionen (Grad 1-2) entwickeln,

kann die Cetuximab-Infusionsrate reduziert werden. Es wird empfohlen, die reduzierte Infusionsrate

für die weiteren Applikationen beizubehalten.

Beim Auftreten von schweren infusionsbedingten Reaktionen (Grad 3-4) ist die Cetuximab-

Behandlung unverzüglich und dauerhaft abzusetzen, und es sind gegebenenfalls die notwendigen

lebenserhaltenden Massnahmen einzuleiten.

Wenn ein Patient eine schwere Hautreaktion (Grad 3-4) entwickelt, muss die Therapie mit

Cetuximab unterbrochen werden. Die meisten Hautreaktionen entwickeln sich innerhalb der ersten

drei Behandlungswochen. Wenn sich die Reaktion beim ersten Auftreten auf Grad 2 zurückgebildet

hat, kann die Behandlung ohne Dosisanpassung wieder aufgenommen werden.

Beim zweiten und dritten Auftreten von schweren Hautreaktionen muss die Cetuximab-Behandlung

erneut unterbrochen werden. Wenn sich die Hautreaktion auf Grad 2 zurückgebildet hat, kann die

Therapie mit einer niedrigeren Dosis (200 mg/m2 Körperoberfläche nach dem 2. Auftreten und 150

mg/m2 nach dem 3. Auftreten) fortgesetzt werden.

Falls zum vierten Mal schwere Hautreaktionen auftreten oder diese sich während der

Therapieunterbrechung nicht auf Grad 2 zurückgebildet haben, muss die Behandlung mit Cetuximab

dauerhaft abgebrochen werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

·Erfahrungen zur Behandlung von Patienten mit Nieren- und Leberinsuffizienz liegen nicht vor. Hier

ist Erbitux mit Vorsicht anzuwenden.

·Daten zur Wirksamkeit von Erbitux bei Kindern und Jugendlichen liegen nicht vor. Aus einer

Phase-I-Studie gingen keine neuen sicherheitsrelevanten Hinweise bei Kindern und Jugendlichen

hervor. Eine Anwendung wird hier nicht empfohlen.

·Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung notwendig, jedoch liegen nur begrenzte Erfahrungen

bei Patienten über 75 Jahren vor. Hier ist Erbitux mit Vorsicht einzusetzen.

Kontraindikationen

·Bekannte schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (Grad 3 oder 4) auf Cetuximab oder auf einen

der Hilfsstoffe.

·Schwangerschaft und Stillzeit (vgl. auch Fachinformation von Irinotecan).

·Bei mCRC-Patienten mit RAS-Mutationen oder unbekanntem RAS-Mutationsstatus ist die

Kombination von Erbitux mit einer Oxaliplatin-haltigen Chemotherapie kontraindiziert (siehe auch

Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Infusionsbedingte Reaktionen einschliesslich anaphylaktischer Reaktionen

Häufig können schwere infusionsbedingte Reaktionen einschliesslich anaphylaktischer Reaktionen

auftreten, in einigen Fällen mit tödlichem Ausgang (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»). Das

Auftreten einer schweren infusionsbedingten Reaktion macht den sofortigen und dauerhaften

Abbruch der Behandlung mit Cetuximab erforderlich. Gegebenenfalls sind Notfallmassnahmen zu

ergreifen. Einige dieser Reaktionen können anaphylaktischer oder anaphylaktoider Natur sein oder

ein Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS) darstellen. Die Symptome können während der ersten

Infusion und auch noch mehrere Stunden danach oder bei nachfolgenden Infusionen auftreten. Es

wird empfohlen, die Patienten über die Möglichkeit eines derartig verspäteten Einsetzens zu

informieren und sie zu instruieren, bei Symptomen oder Anzeichen von infusionsbedingten

Reaktionen ihren Arzt zu kontaktieren. Die Symptome können Bronchospasmen, Urtikaria,

Blutdruckanstieg oder -abfall, Bewusstlosigkeit oder Schock umfassen. In seltenen Fällen wurden

Angina pectoris, Myokardinfarkt oder Herzstillstand beobachtet.

Anaphylaktische Reaktionen können bereits innerhalb weniger Minuten während der ersten Infusion

auftreten, z.B. wenn es zu einer Kreuzreaktion zwischen bereits gebildeten IgE-Antikörpern und

Cetuximab kommt. Diese Reaktionen gehen häufig mit Bronchospasmus und Urtikaria einher und

können trotz Gabe einer Prämedikation auftreten.

Das Risiko für anaphylaktische Reaktionen ist stark erhöht bei Patienten mit einer bekannten

Allergie gegen rotes Fleisch oder Zeckenbisse oder positiven Ergebnissen bei Tests auf IgE

Antikörper gegen Cetuximab (α-1-3-Galactose). Bei diesen Patienten sollte Cetuximab nur

verabreicht werden nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses einschliesslich

alternativer Behandlungen und nur unter engmaschiger Überwachung durch gut geschultes Personal

mit Zugang zu einsatzbereiter Ausrüstung zur Durchführung von Reanimationen.

Die erste Dosis sollte langsam mit einer Infusionsgeschwindigkeit von höchstens 5 mg/Min. gegeben

werden. Dabei müssen alle Vitalparameter mindestens zwei Stunden lang engmaschig kontrolliert

werden. Wenn bei der ersten Infusion innerhalb der ersten 15 Minuten eine infusionsbedingte

Reaktion auftritt, sollte die Infusion abgebrochen werden. Vor einer erneuten Infusion sollte eine

sorgfältige Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses unter Berücksichtigung möglicher, beim

Patienten bereits gebildeter, IgE-Antikörper erfolgen.

Kommt es im späteren Verlauf der Infusion oder bei einer nachfolgenden Infusion zu einer

infusionsbedingten Reaktion, ist die weitere Behandlung von der Schwere der Reaktion abhängig:

Grad 1: Langsame Infusion unter engmaschiger Überwachung fortsetzen

Grad 2: Langsame Infusion fortsetzen und unverzüglich die Symptome behandeln

Grad 3 und 4: Infusion sofort abbrechen und Symptome intensiv behandeln. Die weitere Anwendung

von Cetuximab ist kontraindiziert.

Ein Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS) tritt typischerweise innerhalb einer Stunde nach Infusion auf

und geht weniger häufig mit Bronchospasmus und Urtikaria einher. Ein CRS ist normalerweise im

Rahmen der ersten Infusion am stärksten ausgeprägt.

Leichte oder mittelschwere infusionsbedingte Reaktionen (vgl. «Unerwünschte Wirkungen») sind

sehr häufig und umfassen Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Schwindel oder Atemnot, die in

engem zeitlichem Zusammenhang vor allem zur ersten Infusion von Cetuximab stehen. Wenn beim

Patienten leichte oder mittelschwere infusionsbedingte Reaktionen auftreten, kann die

Infusionsgeschwindigkeit reduziert werden. Es wird empfohlen, auch alle nachfolgenden Infusionen

mit der langsameren Infusionsgeschwindigkeit durchzuführen.

Bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand und bestehenden Herz-Lungen-Erkrankungen ist

besondere Vorsicht geboten.

Erkrankungen der Atemwege

Es traten Fälle einer interstitiellen Lungenerkrankung auf, wobei die meisten Patienten aus der

japanischen Bevölkerung stammten. Wenn eine interstitielle Lungenerkrankung diagnostiziert wird,

muss die Behandlung mit Cetuximab abgebrochen und der Patient angemessen behandelt werden.

Hautreaktionen

Nebenwirkungen von Cetuximab sind vorwiegend Hautreaktionen, die insbesondere in Kombination

mit einer Chemotherapie einen schweren Verlauf nehmen können.

Hautreaktionen können bei über 80% der Patienten auftreten und äussern sich vor allem in

akneartigem Hautausschlag und/oder weniger häufig in Pruritus, Hauttrockenheit, Hautabschuppung,

Hypertrichose oder Nagelstörungen (z.B. Paronychie). Etwa 15% der Hautreaktionen sind

schwerwiegend, darunter einzelne Fälle von Hautnekrosen. Die meisten Hautreaktionen entwickeln

sich innerhalb der ersten drei Behandlungswochen. In der Regel bilden sie sich nach Therapieende

im Laufe der Zeit ohne Folgeerscheinungen zurück, sofern die empfohlenen Dosierungsanpassungen

eingehalten werden (vgl. «Dosierung/Anwendung»).

Patienten mit durch Cetuximab hervorgerufenen Hautläsionen sind möglicherweise für

Superinfektionen (z.B. mit S. aureus) prädisponiert, was Komplikationen wie Cellulitis, Erysipel

oder - eventuell mit tödlichem Ausgang - ein SSS-Syndrom (Staphylococcal scalded skin syndrome),

eine nekrotisierende Fasziiitis oder eine Sepsis nach sich ziehen kann.

Elektrolytstörungen

Es treten sehr häufig progressiv abnehmende Magnesium-Serumspiegel auf, die zu schwerer

Hypomagnesiämie führen können. Die Hypomagnesiämie ist nach Absetzen von Cetuximab

reversibel. Ausserdem können Hypokalzämie und als Folge einer Diarrhö Hypokaliämie auftreten;

vor allem in Kombination mit Cisplatin kann die Häufigkeit einer schweren Hypokalzämie erhöht

sein.

Vor und in regelmässigen Abständen während der Behandlung mit Cetuximab wird eine

Bestimmung der Elektrolytwerte im Serum empfohlen. Falls erforderlich wird ein Elektrolytersatz

empfohlen.

Neutropenie und damit verbundene infektiöse Komplikationen

Für Patienten, die Cetuximab in Kombination mit Cisplatin erhalten, besteht ein erhöhtes Risiko für

das Auftreten einer schweren Neutropenie, die zu nachfolgenden infektiösen Komplikationen wie

febriler Neutropenie, Pneumonie oder Sepsis führen kann. Diese Patienten sollten sorgfältig

überwacht werden, insbesondere jene, die Hautläsionen, Mukositis oder eine Diarrhö entwickeln

(was möglicherweise das Auftreten von Infektionen erleichtert).

Kardiovaskuläre Erkrankungen

Bei der Behandlung von Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich und Kolorektalkarzinomen

wurde eine erhöhte Häufigkeit schwerer und gelegentlich tödlich verlaufender kardiovaskulärer

Ereignisse und behandlungsbedingter Todesfälle beobachtet.

Bei einer Behandlung mit Cetuximab sollte der kardiovaskuläre Status sowie der Allgemeinzustand

der Patienten und eine begleitende Verabreichung kardiotoxischer Substanzen wie beispielsweise

Fluoropyrimidine berücksichtigt werden (vgl. Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»).

Augenerkrankungen

Es wurden Fälle von Keratitis und ulzerativer Keratitis während der Anwendung von Cetuximab

berichtet. Patienten, bei denen Anzeichen und Symptome vorliegen, die auf eine Keratitis hindeuten,

sollten umgehend einen Augenarzt aufsuchen.

Wenn eine Keratitis diagnostiziert wurde, sollten der Nutzen und die Risiken einer

Weiterbehandlung sorgfältig abgewogen werden. Bei Bestätigung der Diagnose einer ulzerativen

Keratitis sollte die Behandlung mit Cetuximab unterbrochen oder abgebrochen werden.

Besondere Vorsicht ist empfohlen bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Keratitis, ulzerativer

Keratitis oder schwerer Form eines trockenen Auges.

Patienten mit RAS mutiertem Kolorektalkarzinom

Cetuximab sollte bei Patienten mit Kolorektalkarzinom mit RAS Mutation (KRAS oder NRAS:

Exon 2: Codon 12, 13; Exon 3: Codon 59, 61; Exon 4: Codon 117,146) oder mit unbekanntem RAS

Mutationsstatus nicht angewendet werden. Ergebnisse klinischer Studien zeigen für Tumoren mit

RAS Mutationen ein negatives Nutzen-Risiko-Verhältnis unter Behandlung mit Erbitux,

insbesondere in Kombination mit FOLFOX mit Verkürzung des Gesamtüberlebens und des

progressionsfreien Überlebens sowie Verminderung der Ansprechrate (vgl. Rubrik «Klinische

Wirksamkeit»).

Spezielle Patientengruppen

Erbitux wurde bisher nur bei Patienten mit ausreichender Nieren- und Leberfunktion geprüft

(Serumkreatinin und/oder Bilirubin ≤1.5fach und/oder Transaminasen ≤5fach des oberen Limits des

Normalwerts).

Es liegen keine Erfahrungen zur Anwendung von Erbitux bei Patienten mit einem oder mehreren der

folgenden Laborparameter vor:

·Hämoglobin <9 g/dl

·Leukozytenzahl <3'000/mm3

·Neutrophilenzahl absolut <1'500/mm3

·Thrombozytenzahl <100'000/mm3

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen zur Anwendung von Cetuximab in Kombination mit

Radiotherapie zur Behandlung von Patienten mit Kolorektalkarzinom vor.

Interaktionen

Eine formale Interaktionsstudie mit Irinotecan beim Menschen ergab eine unveränderte

Pharmakokinetik beider Substanzen bei kombinierter Anwendung. Eine Analyse aller klinischen

Studien zeigte, dass die pharmakokinetischen Parameter bei Kombination mit Cisplatin, Paclitaxel,

Doxorubicin, Gemcitabin oder Strahlentherapie unverändert blieben.

Es wurden keine weiteren formalen Interaktionsstudien mit Cetuximab beim Menschen durchgeführt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es ist bekannt, dass der epidermale Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) bei der Fötalentwicklung

eine Rolle spielt. Beobachtungen an Tieren weisen darauf hin, dass Cetuximab und andere IgG1-

Antikörper die Plazentarschranke überschreiten. Tierexperimentelle Studien zeigten keine Hinweise

auf Teratogenität, jedoch wurde, abhängig von der verabreichten Dosis, eine erhöhte

Fehlgeburtshäufigkeit beobachtet (vgl. «Präklinische Daten»). Da nicht genügend Daten zur

Anwendung während der Schwangerschaft existieren, darf Erbitux während der Schwangerschaft

nicht angewendet werden. Vor einer allfälligen Therapie mit Erbitux ist eine Schwangerschaft

auszuschliessen.

Da nicht bekannt ist, ob Cetuximab in die Muttermilch übergeht, sollte während der Therapie und

mindestens zwei Monate über deren Ende hinaus nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Wenn behandlungsbedingte Symptome

auftreten, die die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen, sollte während deren

Dauer auf das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen verzichtet werden.

Unerwünschte Wirkungen

Es wurden keine klinisch relevanten geschlechtsspezifischen Differenzen beim Auftreten von

unerwünschten Wirkungen beobachtet.

Die nachfolgend aufgelisteten Häufigkeiten der möglichen unerwünschten Wirkungen von

Cetuximab sind wie folgt klassifiziert: sehr häufig ≥10%; häufig ≥1%, <10%; gelegentlich ≥0.1%,

<1%; selten ≥0.01%, <0.1%; sehr selten inkl. Einzelfälle <0.01%.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hypomagnesiämie (22-53%) (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Häufig: Hypokalzämie, Anorexie, Dehydratation (insbesondere infolge Diarrhö oder Mukositis).

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Häufigkeit unbekannt: Aseptische Meningitis.

Augenleiden

Häufig: Konjunktivitis.

Gelegentlich: Blepharitis, Keratitis.

Funktionsstörungen des Herzens

Gelegentlich: In Kombination mit Fluoropyrimidinen kardiale Ischämie inkl. Myokardinfarkt und

Herzinsuffizienz.

Funktionsstörungen der Gefässe

Gelegentlich: Tiefe Venenthrombose.

Atmungsorgane

Gelegentlich: Lungenembolie.

Selten: Interstitielle Lungenerkrankung.

Gastrointestinale Beschwerden

Sehr häufig: Mukositis (leicht bis mittelschwer: 24-36%), in einigen Fällen mit schwerem Verlauf.

Häufig: Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Epistaxis.

Leber und Galle

Sehr häufig: Anstieg von AST, ALT und AP (35-89%).

Störungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Akneartiger Ausschlag (80%) (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Häufig: Pruritus, trockene Haut, Desquamation, Hypertrichose oder Nagelveränderungen (vgl.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»); in Kombination mit Fluoropyrimidinen Hand-Fuss

Syndrom.

Sehr selten/Einzelfälle: Stevens-Johnson-Syndrom/toxisch epidermale Nekrolyse, Hautnekrosen.

Häufigkeit unbekannt: Superinfektionen von Hautläsionen (vgl. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»), die Komplikationen wie subkutane Entzündung und Nekrose, Erysipel oder

- eventuell mit tödlichem Ausgang - ein SSS-Syndrom (Staphylococcal scalded skin syndrome), eine

nekrotisierende Fasziitis oder Sepsis nach sich ziehen können.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Leichte oder mittelschwere infusionsbedingte Reaktionen (7-16%) (vgl. «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen») mit Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Schwindel oder Atemnot.

Häufig: Schwere infusionsbedingte Reaktionen, in einigen Fällen mit tödlichem Verlauf (vgl.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Fatigue.

Kombinationstherapie mit Chemotherapeutika

Bei Anwendung von Cetuximab in Kombination mit Chemotherapeutika sind auch deren

Arzneimittelinformationen zu beachten.

In Kombination mit platin-basierter Chemotherapie kann die Häufigkeit einer schweren Leukopenie

oder einer schweren Neutropenie erhöht sein. Dies führt - im Vergleich zu einer alleinigen platin-

basierten Chemotherapie - möglicherweise zu einer höheren Inzidenz infektiöser Komplikationen

wie febriler Neutropenie, Pneumonie oder Sepsis (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kombinationsbehandlung mit Strahlentherapie

Die bei Kombination mit lokaler Radiotherapie des Kopf-Hals-Bereichs zusätzlich aufgetretenen

unerwünschten Wirkungen (wie Mukositis, Strahlendermatitis, Dysphagie oder Leukopenie,

hauptsächlich in Form einer Lymphozytopenie) waren typisch für Strahlentherapie. In einer

randomisierten, kontrollierten klinischen Studie mit 424 Patienten traten schwere akute

Strahlendermatitis und Mukositis sowie verzögerte bestrahlungsbedingte Nebenwirkungen etwas

häufiger bei Patienten auf, die eine Bestrahlung in Kombination mit Cetuximab erhielten, als bei

Patienten, die nur eine Strahlentherapie erhielten.

Überdosierung

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit Cetuximab Einzeldosen über 400 mg/m2 Körperoberfläche,

resp. mit wöchentlichen Dosen über 250 mg/m2 Körperoberfläche vor. In klinischen Studien mit 2-

wöchentlichen Dosen bis zu 700 mg/m2 stimmte das Sicherheitsprofil mit jenem im Abschnitt

«Unerwünschte Wirkungen» überein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L01XC06

Pharmakotherapeutische Gruppe

Antineoplastischer Wirkstoff, monoklonaler Antikörper

Wirkungsmechanismus

Cetuximab ist ein rekombinanter, chimärer, monoklonaler IgG1-Antikörper, der spezifisch gegen den

epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) gerichtet ist.

In vitro sowie in vivo Studien haben den Beitrag der EGFR-Signalübertragung zur Entwicklung von

Malignität bei gewissen Tumorerkrankungen bestätigt. Die EGFR-Signalübertragung ist beteiligt an

der Kontrolle der Überlebensfähigkeit von Zellen, an Zellzyklusprogression, Angiogenese,

Zellmigration und zellulärer Invasion/Metastasierung. Die Expression von EGFR und seinen

zugehörigen Liganden in Tumoren wurde mit schlechter Prognose, verminderter Überlebenszeit

und/oder erhöhter Bildung von Metastasen in Verbindung gebracht.

Cetuximab bindet an den EGFR mit einer ungefähr 5-10fach höheren Bindungsaffinität als endogene

Liganden und hemmt durch Blockade der Bindung von endogenen EGFR-Liganden die Funktion des

Rezeptors. Es induziert die Internalisation des EGFR, was zur Downregulation des Rezeptors führen

kann.

Durch Cetuximab als IgG1-Antikörper kann auch eine ADCC (antibody dependent cell-mediated

cytotoxicity) induziert werden und weiterhin wird die Beteiligung von NK-Zellen (natürlichen

Killerzellen) bei der Tumorlyse angenommen.

Cetuximab bindet nicht an andere Rezeptoren der HER-Familie (human epidermal receptor). Die

EGFR-vermittelte Signalübertragung erfolgt über RAS: Mutationen an gewissen Schlüsselstellen der

RAS-Gene (KRAS oder NRAS: Exon 2: Codon 12, 13; Exon 3: Codon 59, 61; Exon 4: Codon 117,

146) führen zu einer konstitutiven Aktivierung der RAS Proteine, unabhängig von der EGFR

Signalwirkung.

Neue Daten zeigen, dass bei Patienten mit RAS Wildtyp mCRC die Wahrscheinlichkeit signifikant

höher ist von einer Behandlung mit Cetuximab oder von einer Kombinationsbehandlung von

Cetuximab mit Chemotherapie zu profitieren.

Retrospektive Analysen aus Tumorgewebe haben gezeigt, dass Patienten mit RAS Mutationen

(KRAS oder NRAS: Exon 2: Codon 12, 13; Exon 3: Codon 59, 61; Exon 4: Codon 117, 146) nicht

von der Therapie mit Erbitux profitieren.

Pharmakodynamik

Sowohl in vitro als auch in vivo hemmt Cetuximab die Proliferation von EGFR-exprimierenden

humanen Tumorzellen und induziert deren Apoptose. In vitro hemmt Cetuximab die Produktion von

Angiogenesefaktoren durch die Tumorzellen und blockiert die endotheliale Zellmigration. In vivo

verhindert es die Expression von Angiogenesefaktoren durch die Tumorzellen und bewirkt eine

Verringerung der Tumor-Neo-Vaskularisation und Metastasierung.

In vitro ist Cetuximab ein Mediator von Antikörper-abhängiger zellulärer Zytotoxizität. Deshalb

können Patienten mit EGFR-exprimierenden Tumoren neben der inhibitorischen Wirkung auf die

Signalübertragung des Rezeptors auch von diesem immunstimulierenden Effekt von Cetuximab

profitieren.

Immunogenität

Die Bildung humaner antichimärer Antikörper (HACA) ist ein klassenspezifischer Effekt

monoklonaler chimärer Antikörper. Messbare HACA-Titer traten bei 3.4% (Inzidenz zwischen 0-

9.6%) der untersuchten Patienten in den Zielindikationsstudien auf. Eine neutralisierende Wirkung

gegenüber Cetuximab wurde jedoch nicht beobachtet. Das Auftreten von HACA stand nicht im

Zusammenhang mit dem Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen oder anderen

unerwünschten Wirkungen, die mit Cetuximab in Verbindung gebracht werden.

Klinische Wirksamkeit

Kolorektalkarzinom

EMR 62 202-013: Randomisierte Studie bei Patienten mit mCRC ohne Vorbehandlung der

metastasierenden Erkrankung, in der die Kombination von Cetuximab und Irinotecan plus 5-

Fluorouracil/Folinsäure (5-FU/FA) (599 Patienten) mit Chemotherapie allein (599 Patienten)

verglichen wurde. Es wurde eine retrospektive Analyse auf den RAS Status durchgeführt. Die RAS

mutierte Population besteht aus Patienten mit bekannten KRAS Mutationen sowie zusätzlich

identifizierten RAS Mutationen. Für die Bestimmung des RAS Status wurden aus Tumorproben

zusätzlich zu den bekannten Mutationen im KRAS-Gen (Exon 2: Codon 12, 13) weitere Mutationen

in RAS-Genen (KRAS: Exon 3: Codon 59, 61; Exon 4: Codon 117, 146 und NRAS: Exon 2: Codon

12, 13; Exon 3: Codon 59, 61; Exon 4: Codon 117, 146) untersucht. Die Anzahl der analysierbaren

RAS Wildtyp Patienten betrug in der Erbitux plus FOLFIRI Gruppe 178 Patienten und in der Gruppe

mit FOLFIRI alleine 189 Patienten.

Die in dieser klinischen Studie erhobenen Daten zur Wirksamkeit sind in der nachfolgenden Tabelle

zusammengefasst:

Population mit Ras-Wildtyp

Population mit Ras-Mutation

Variable/Statistik

Cetuximab plus

FOLFIRI

FOLFIRI

Cetuximab plus

FOLFIRI

FOLFIRI

(N=178)

(N=189)

(N=246)

(N=214)

Monate, Median

28.4

20.2

16.4

17.7

(95% KI)

(24.7; 31.6)

(17.0; 24.5) (14.9; 18.4)

(15.4; 19.6)

Hazard Ratio (95%

0.691 (0.543; 0.879)

1.049 (0.860; 1.281)

p-Wert

0.0024

0.6355

Monate, Median

11.4

(95% KI)

(10.0; 14.6)

(7.4; 9.4)

(6.4; 8.0)

(7.2; 8.5)

Hazard Ratio (95%

0.556 (0.406; 0.761)

1.098 (0.852; 1.415)

p-Wert

0.0002

0.4696

66.3

38.6

31.7

36.0

(95% KI)

(58.8; 73.2)

(31.7; 46.0) (25.9; 37.9)

(29.6; 42.8)

Odds Ratio (95% KI)

3.1145 (2.0279; 4.7835)

0.8478 (0.5767; 1.2462)

p-Wert

<0.0001

0.3970

KI = Konfidenzintervall, FOLFIRI = Irinotecan plus 5-FU/FA-Dauerinfusion, ORR = objektive

Ansprech- bzw. Remissionsrate (Patienten mit Voll- oder Teilremission),

OS = Gesamtüberlebenszeit, PFS = progressionsfreie Überlebenszeit

Erbitux in Kombination mit FOLFIRI zeigte im Vergleich zur Chemotherapie bei RAS Wildtyp

Patienten eine signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens, der progressionsfreien

Überlebenszeit (PFS) und der objektiven Ansprechrate.

In der Untergruppe der Patienten mit RAS Mutationen konnte kein Benefit für die

Kombinationsbehandlung mit Erbitux festgestellt werden.

EMR 62 202-047: Randomisierte Studie bei Patienten mit mCRC ohne Vorbehandlung der

metastasierenden Erkrankung, in der die Kombination von Cetuximab und Oxaliplatin plus 5-

Fluorouracil-/Folinsäure-Infusionen (5-FU/FA) (169 Patienten) mit der entsprechenden

Chemotherapie allein (168 Patienten) verglichen wurde. Es wurde eine retrospektive Analyse auf den

RAS Status durchgeführt. Die RAS mutierte Population besteht aus Patienten mit bekannten KRAS

Mutationen sowie zusätzlich identifizierten RAS Mutationen:

Für die Bestimmung des RAS Status wurden aus Tumorproben zusätzlich zu den bekannten

Mutationen im KRAS-Gen (Exon 2: Codon 12, 13) weitere Mutationen in RAS-Genen (KRAS:

Exon 3: Codon 59, 61; Exon 4: Codon 117, 146 und NRAS: Exon 2: Codon 12, 13; Exon 3: Codon

59, 61; Exon 4: Codon 117, 146) untersucht. Die Anzahl der analysierbaren RAS Wildtyp Patienten

betrug in der Erbitux plus FOLFOX Gruppe 38 Patienten und in der Gruppe mit FOLFOX alleine 49

Patienten.

Die in dieser klinischen Studie erhobenen Daten zur Wirksamkeit sind in der nachfolgenden Tabelle

zusammengefasst:

Population mit Ras-Wildtyp

Population mit Ras-Mutation

Variable/Statistik

Cetuximab plus

FOLFOX4

FOLFOX4

Cetuximab plus

FOLFOX4

FOLFOX4

(N=38)

(N=49)

(N=92)

(N=75)

Monate, Median

19.8

17.8

13.5

17.8

(95% KI)

(16.6; 25.4)

(13.8; 23.9) (12.1; 17.7)

(15.9; 23.6)

Hazard Ratio (95%

0.937 (0.563; 1.558)

1.291 (0.905; 1.842)

p-Wert

0.8002

0.1573

Monate, Median

12.0

(95% KI)

(5.8; NA)

(4.7; 7.9)

(4.4; 7.5)

(6.7; 9.3)

Hazard Ratio (95%

0.533 (0.272; 1.042)

1.541 (1.037; 2.289)

p-Wert

0.0615

0.0309

57.9

28.6

37.0

50.7

(95% KI)

(40.8; 73.7)

(16.6; 43.3) (27.1; 47.7)

(38.9; 62.4)

Odds Ratio (95% KI)

3.302 (1.375; 8.172)

0.580 (0.311; 1.080)

p-Wert

0.0084

0.0865

KI = Konfidenzintervall, FOLFOX4 = Oxaliplatin plus 5-FU/FA-Dauerinfusion, ORR = objektive

Ansprech- bzw. Remissionsrate (Patienten mit Voll- oder Teilremission),

OS = Gesamtüberlebenszeit, PFS = progressionsfreie Überlebenszeit, NA = nicht abschätzbar

CA225006: In dieser randomisierten Studie an Patienten mit mCRC, die eine Ersttherapie mit

Oxaliplatin und Fluoropyrimidin für mCRC erhalten hatten, wurde Cetuximab in Kombination mit

Irinotecan (n=648) im Vergleich zu Irinotecan allein (n=650) angewendet. 64% der Patienten, deren

KRAS Mutationsstatus des Tumors bestimmt wurde, hatten KRAS Wildtyp Tumoren.

In dieser Studie konnte kein signifikanter Unterschied in der Gesamtüberlebenszeit gezeigt werden.

Bei Tumorprogression im Irinotecan-Monotherapie-Arm erhielten 46.9% der Patienten anschliessend

eine Cetuximab-basierte Therapie, was sehr wahrscheinlich die Überlebensresultate beeinflusste. Im

Kombinationstherapiearm war die Gesamtansprechrate signifikant erhöht (16.4% vs 4.2%) und das

progressionsfreie Überleben signifikant verlängert (3.98 vs 2.56 Monate). Da jedoch keine

unabhängige Bewertung der bildgebenden Daten durchgeführt wurde, sollten diese Resultate mit

Bedacht interpretiert werden. 23% der Patienten konnten retrospektiv auf KRAS ausgewertet

werden, davon waren 64% KRAS Wildtyp. Bei dieser Untergruppe war die Ansprechrate 10.3% vs

7.4% und das progressionsfreie Überleben 3.98 vs 2.79 Monate. Im PFS ist nur ein Vorteil bei

KRAS Wildtyp zu erkennen.

Die Monotherapie (CA225025) wurde in einer gegen Best Supportive Care (BSC) kontrollierten

Studie in Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom nach Vortherapie mit Oxaliplatin,

Irinotecan und 5-FU untersucht (287 Patienten Cetuximab Monotherapie plus BSC vs 285 Patienten

BSC). Auf KRAS wurden zwei Drittel der Patienten analysiert. Innerhalb der für den KRAS-Status

auswertbaren Patientengruppe betrug der Anteil der Patienten mit KRAS Wildtyp-Tumoren 58%.

Der Anteil an Respondern ist in den als KRAS Wildtyp charakterisierten Patienten 12.8%, das OS

9.5 vs 4.8 Monate und das PFS 3.7 vs 1.9 Monate. In der Untergruppe KRAS Mutationen wurde mit

4.5 vs 4.6 Monaten kein Überlebensvorteil gezeigt.

EMR 62 202-007: Diese randomisierte Studie verglich die Kombination Cetuximab/Irinotecan

(n=218) mit der Cetuximab Monotherapie (n=111). Bei der Kombinationstherapie wurde Irinotecan

wie folgt appliziert: 125 mg/m2 Körperoberfläche pro Woche während 4 Wochen, gefolgt von 2

Wochen Pause, oder 180 mg/m2 alle zwei Wochen, oder 350 mg/m2 alle 3 Wochen, oder

modifizierte Dosen gemäss der entsprechenden Fachinformation von Irinotecan. Mehr als die Hälfte

der Kombinations-Patienten wurde mit dem Irinotecan-Regime von 180 mg/m2 alle 2 Wochen

therapiert. Die Ansprechrate betrug 22.9% vs 10.8%, die TTP (time to progression) 4.1 vs 1.5

Monate und die OS (Gesamtüberlebenszeit) 8.6 vs 6.9 Monate.

Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich

Über 90% der Plattenepithelkarzinome im Kopf-Hals-Bereich überexprimieren EGFR.

Kombinationsbehandlung von Cetuximab mit Radiotherapie für lokal fortgeschrittenes

Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich

Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (Stadium III

oder IV, Oropharynx, Hypopharynx, Larynx) in Kombination mit Radiotherapie:

In der randomisierten Studie (EMR 62 202-006) wurde die Wirksamkeit der Kombination von

Cetuximab mit Radiotherapie (211 Patienten) mit Radiotherapie alleine (213 Patienten) verglichen.

Der Beginn der Cetuximab-Behandlung erfolgte eine Woche vor Start der Radiotherapie und die

Cetuximab-Therapie wurde während der gesamten Strahlentherapie beibehalten. Die Dosierung von

Cetuximab erfolgte gemäss «Dosierung/Anwendung».

Nach einer medianen Nachbeobachtungsdauer von 60 Monaten verlängerte die Kombination von

Cetuximab mit Radiotherapie die lokoregionäre Tumorkontrolle gegenüber der alleinigen

Radiotherapie im Median um 9.5 Monate (24.4 vs 14.9 Monate, HR 0.68, p=0.005). Auch zeigte

Cetuximab in Kombination mit Radiotherapie im Vergleich zu Radiotherapie alleine eine

signifikante Verbesserung des medianen Gesamtüberlebens (OS) von 29.3 Monaten auf 49.0 Monate

(HR 0.73, p=0.018).

Die 1-, 2-, 3- und 5-Jahresüberlebensraten unter Therapie mit Cetuximab plus Radiotherapie waren

konsistent höher im Vergleich zu den entsprechenden Überlebensraten unter Radiotherapie alleine

(77.6% vs 73.8% nach 1 Jahr, 62.2% vs 55.2% nach 2 Jahren, 54.7% vs 45.2% nach 3 Jahren und

45.6% vs 36.4% nach 5 Jahren).

Patienten mit einer guten Prognose, angezeigt durch Tumor-Klassifizierung, Karnofsky Performance

Status (KPS) und Alter, hatten einen stärker ausgeprägten Vorteil, wenn Cetuximab zusätzlich zur

Bestrahlung angewendet wurde. Kein klinischer Vorteil konnte für Patienten ≥65 Jahre und solche

mit einem KPS ≤80 gezeigt werden.

Kombinationsbehandlung von Cetuximab mit einer Platin-basierten Chemotherapie für

rezidivierendes und/oder metastasiertes Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich

In der vergleichenden Studie EMR 62-202-002 (EXTREME) wurden 442 Patienten mit

rezidivierendem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-

Bereich eingeschlossen, bei denen lokale Massnahmen wie Operation oder Strahlentherapie nicht

mehr in Frage kamen und bei welchen eine Chemotherapie als Teil der Gesamttherapie mehr als 6

Monate zurücklag. Die Kombinationen Cisplatin plus 5-FU oder Carboplatin plus 5-FU wurden

entweder allein oder zusammen mit Cetuximab über bis zu 6 Zyklen verabreicht. Im Primärendpunkt

Gesamtüberleben ergab sich eine Differenz für Cetuximab plus Chemotherapie vs Chemotherapie

allein von 10.1 vs 7.4 Monaten, HR 0.797 (CI95% 0.644, 0.986), p=0.036. Das progressionsfreie

Überleben unterschied sich mit 5.6 vs 3.3 Monaten, p <0.0001 und die Ansprechrate mit 35.6% vs

19.5%, p=0.0001.

Der Nutzen einer Kombination von Cetuximab mit Cisplatin/5-FU in Bezug auf die

Gesamtüberlebenszeit war stärker ausgeprägt als derjenige mit Carboplatin/5-FU: In der

Cisplatinuntergruppe betrug das Gesamtüberleben bei Cetuximab plus Chemotherapie vs

Chemotherapie allein 10.6 vs 7.3 Monate HR 0.69 (CI95% 0.53, 0.91), in der

Carboplatinuntergruppe 9.7 vs 8.3 Monate HR 0.98 (CI95% 0.69, 1.41). Die Kombination mit

Carboplatin in dieser Patientenpopulation wird daher nicht empfohlen.

Pharmakokinetik

Absorption

Cetuximab wird intravenös appliziert.

Distribution

Die Pharmakokinetik von Cetuximab wurde nach Verabreichung als Monotherapie oder in

Kombination mit gleichzeitiger Chemo- oder Strahlentherapie in klinischen Studien untersucht. Nach

intravenöser Infusion von wöchentlichen Cetuximab Dosen von 5 bis 500 mg/m2 Körperoberfläche

erwies sich die Pharmakokinetik als dosisabhängig.

Nach Applikation der ersten Dosis von 400 mg Cetuximab pro m2 entsprach das mittlere

Verteilungsvolumen annähernd dem Intravasalraum von 2.9 l/m2 (1.5-6.2 l/m2). Die Cmax betrug

im Mittel 185 ± 55 μg/ml. Die mittlere Clearance hat 0.022 l/h/m2 Körperoberfläche betragen. Die

Eliminationshalbwertszeit betrug im angestrebten Dosisbereich 70-100 Stunden.

Die Serumkonzentration erreichte nach dreiwöchiger Monotherapie stabile Werte. Die

durchschnittlichen Maximalkonzentrationen betrugen 155.8 μg/ml (Woche 3) und 151.6 μg/ml

(Woche 8), während die durchschnittlichen Minimalkonzentrationen 41.3 μg/ml bzw. 55.4 μg/ml

betrugen.

In einer Kombinationsstudie mit Irinotecan lagen die mittleren Minimalkonzentrationen von

Cetuximab in Woche 12 bei 50.0 μg/ml und in Woche 36 bei 49.4 μg/ml.

Metabolismus/Elimination

Es wurden verschiedene Abbauwege beschrieben, die beim Metabolismus von Antikörpern

mitwirken. Alle diese Wege beinhalten die Biodegradation des Antikörpers zu kleineren Molekülen,

wie beispielsweise kleine Peptide oder Aminosäuren.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Basierend auf allen verfügbaren Daten konnte keine Beeinflussung der Parameter durch Alter, Rasse,

Geschlecht, renalen oder hepatischen Status festgestellt werden.

Erbitux wurde bisher nur bei Patienten mit ausreichender Nieren- und Leberfunktion angewendet

(Serumkreatinin und/oder Bilirubin ≤1.5fach und/oder Transaminasen ≤5fach des oberen Limits des

Normalwerts).

Präklinische Daten

Dosis-abhängige Hautveränderungen, welche bereits bei Dosierungen auftraten, die äquivalent zu der

beim Menschen angewendeten Dosierung sind, waren die Hauptbefunde einer chronischen

Toxizitätsstudie sowie einer embryo-fötalen Entwicklungsstudie an Affen.

Eine embryo-fötale Toxizitätsstudie an Affen ergab keine Hinweise auf Teratogenität, jedoch wurde

dosisabhängig eine erhöhte Inzidenz von Aborten beobachtet.

Präklinische Daten bezüglich Genotoxizität und lokaler Verträglichkeit, einschliesslich

unbeabsichtigter Verabreichung auf anderem als dem vorgeschriebenen Applikationsweg (i.v.

Infusion), zeigten keine speziellen Risiken für den Menschen.

Es wurden keine formalen Tierstudien zur Untersuchung des karzinogenen Potentials von Cetuximab

oder zur Untersuchung von dessen Effekt auf die männliche und weibliche Fertilität durchgeführt.

Es wurden keine toxikologischen Studien mit der Kombination von Cetuximab und

Chemotherapeutika durchgeführt.

Zum Einfluss von Cetuximab auf die Wundheilung liegen keine präklinischen Daten vor. In

präklinischen Wundheilungsmodellen verzögerte die Gabe von EGFR-selektiven

Tyrosinkinaseinhibitoren jedoch die Wundheilung.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Dieses Arzneimittel darf nur mit der Infusionslösung gemischt werden, die in der Rubrik «Hinweise

für die Handhabung» aufgeführt ist. Es muss eine separate Infusionslinie verwendet werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Keine bekannt.

Haltbarkeit

Erbitux darf nur bis zu dem mit EXP auf der Packung bezeichneten Datum verwendet werden.

Nach Verdünnung der Lösung gemäss «Hinweise für die Handhabung» ist Erbitux bei 25 °C über 48

Stunden chemisch und physikalisch stabil.

Erbitux enthält kein Konservierungsmittel und ist nach Anbruch der Durchstechflasche und

Verdünnung der Lösung zum sofortigen Verbrauch bestimmt, es sei denn, die benutzte Methode

schliesst das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung im Kühlschrank (2-8 °C) und für Kinder unerreichbar lagern.

Hinweise für die Handhabung

Erbitux (5 mg/ml) kann unverdünnt oder mit steriler Natriumchloridlösung 0.9% gemischt als

Tropfinfusion oder mittels einer Infusionspumpe oder eines Perfusors verabreicht werden. Hierfür

können für die erste Dosis kommerziell erhältliche NaCl-Lösungen bis zu 500 ml, für die

nachfolgenden wöchentlichen Gaben solche bis zu 250 ml verwendet werden.

Die Initialdosis sollte langsam mit einer Infusionsgeschwindigkeit von höchstens 5 mg/Min. gegeben

werden. Bei allen weiteren Infusionen darf eine Infusionsgeschwindigkeit von 10 mg/Min.,

entsprechend 2 ml Erbitux (5 mg/ml) pro Minute nicht überschritten werden.

Die Mindest-Infusionsdauer für die erste Dosis beträgt damit z.B. bei 1.5 m2 Körperoberfläche 120

Min., bei grösserer Körperoberfläche entsprechend länger. Für die wöchentlichen nachfolgenden

Dosen beträgt die empfohlene Infusiondauer 60 Min. Es ist in jedem Falle eine separate

Infusionslinie zu verwenden, die am Ende der Infusion mittels steriler physiologischer

Kochsalzlösung (0.9%) für Injektionszwecke gespült werden muss.

Um eine mikrobielle Kontamination des Arzneimittels zu vermeiden, muss die Vorbereitung und

Anwendung von Erbitux unter aseptischen Bedingungen erfolgen.

Erbitux (5 mg/ml) ist mit folgenden Materialien kompatibel:

·Infusionsbeutel aus: Polyethylen, Polyvinylchlorid, Ethylvinylazetat

·Infusions-Sets aus: Polyethylen, Ethylvinylazetat, Polyvinylchlorid, thermoplastisches Polyolefin,

Polyurethan

·Spritzen aus: Polypropylen (für Perfusor)

Erbitux (5 mg/ml) sollte wie folgt vorbereitet werden:

·Mittels Tropfinfusion oder Infusionspumpe: Das erforderliche Volumen von Erbitux wird berechnet

und ein Infusionsbeutel mit steriler Natriumchloridlösung 0.9% von angemessener Grösse

bereitgelegt. Ein adäquates Volumen Natriumchloridlösung 0.9% wird aus dem Infusionsbeutel

mittels geeigneter steriler Spritze mit Kanüle entfernt. Auf eine geeignete sterile Spritze wird eine

sterile Kanüle aufgesetzt und Erbitux aus der Durchstechflasche aufgezogen (keine Spikes benützen)

und in den vorbereiteten Infusionsbeutel eingebracht. Dieses Vorgehen wird bis zum Erreichen des

berechneten Volumens von Erbitux wiederholt. Danach wird der Infusionsschlauch angebracht und

mit Erbitux oder steriler Natriumchloridlösung 0.9% gefüllt, bevor die Infusion begonnen wird.

·Mittels Perfusor: Auf eine geeignete sterile Spritze wird eine sterile Kanüle aufgesetzt und die

benötigte Menge Erbitux aus der Durchstechflasche aufgezogen. Die Kanüle wird entfernt und die

Spritze in den Perfusorschlitten eingesetzt. Nun wird die Infusionslinie an der Spritze angebracht, die

Infusionsgeschwindigkeit eingestellt und der Infusionsschlauch mit Erbitux oder steriler

Natriumchloridlösung 0.9% benetzt. Die Infusion wird gestartet. Dieses Vorgehen wird solange

wiederholt, bis das errechnete Volumen infundiert ist.

Die in Rubrik «Dosierung/Anwendung» beschriebenen Massnahmen sind zu beachten.

Zulassungsnummer

56072 (Swissmedic).

Packungen

Durchstechflaschen zu 100 mg/20 ml: 1 [A]

Durchstechflaschen zu 500 mg/100 ml: 1 [A]

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Stand der Information

Juni 2016.

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



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Esmya (Gedeon Richter Plc.)

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Tadalafil Heumann 20 mg Filmtabletten

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22-7-2018

Even when Essure is no longer sold, the #FDA will remain vigilant in protecting patients who’ve already had this device implanted. We’ll continue to monitor adverse events and publicly communicate any new safety findings on this - and any other device. ht

Even when Essure is no longer sold, the #FDA will remain vigilant in protecting patients who’ve already had this device implanted. We’ll continue to monitor adverse events and publicly communicate any new safety findings on this - and any other device. ht

Even when Essure is no longer sold, the #FDA will remain vigilant in protecting patients who’ve already had this device implanted. We’ll continue to monitor adverse events and publicly communicate any new safety findings on this - and any other device. https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-07-20/bayer-to-stop-selling-contraceptive-implant-after-threats-by-fda …

FDA - U.S. Food and Drug Administration

20-7-2018

Agenda:  Agenda - CAT agenda of the 18-20 July 2018 meeting

Agenda: Agenda - CAT agenda of the 18-20 July 2018 meeting

Committee for Advanced Therapies (CAT) agenda for the meeting on 18-20 July 2018

Europe - EMA - European Medicines Agency