Enrotron 2

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Enrotron 2,5% ad us. vet., Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • 5% ad us. vet., Injektionslösung
  • Verwenden für:
  • Tiere
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • Information für medizinisches Fachpersonal:
  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.


    Fordern Sie die Packungsbeilage für medizinisches Fachpersonal.

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Enrotron 2,5% ad us. vet., Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Antibiotikum (Gyrasehemmer) für Schweine, Hunde, Katzen, Heimtiere und Exoten

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Institut für Veterinärpharmakologie
  • Zulassungsnummer:
  • 65352
  • Letzte Änderung:
  • 02-09-2017

Packungsbeilage

Enrotron 2,5% ad us. vet., Injektionslösung

Dr. E. Graeub AG

Antibiotikum (Gyrasehemmer) für Schweine, Hunde, Katzen, Heimtiere und Exoten

ATCvet: QJ01MA90

Zusammensetzung

Enrofloxacinum 25 mg

Conserv.: alcohol butylicus 30 mg; kalii hydroxidum, acidum hydrochloricum, aqua ad

iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml

Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)

Enrofloxacin

Eigenschaften / Wirkungen

Enrofloxacin gehört zur chemischen Klasse der Fluorochinolone. Die Substanz besitzt eine

bakterizide Wirkung, die über eine Bindung an die A-Untereinheit der bakteriellen DNA-

Gyrase und die dadurch verursachte selektive Hemmung dieses Enzyms vermittelt wird.

Die DNA-Gyrase gehört zu den Topoisomerasen, die bei Bakterien an der Replikation,

Transkription und Rekombination der DNA beteiligt sind.

Fluorochinolone beeinflussen auch Bakterien in der Ruhephase aufgrund von Änderungen

der Zellwandpermeabilität. Diese Mechanismen erklären, warum die Lebensfähigkeit der

Bakterien bei Einwirkung von Enrofloxacin sehr schnell nachlässt. Bei Enrofloxacin liegen

die inhibitorischen und die bakteriziden Konzentrationen dicht nebeneinander. Sie sind

entweder identisch oder unterscheiden sich maximal um 1 - 2 Verdünnungsstufen.

Enrofloxacin ist in niedrigen Konzentrationen gegen die meisten gramnegativen Keime,

viele grampositive Keime sowie gegen Mycoplasmen antimikrobiell wirksam.

Pharmakokinetik

Die Elimination von Enrofloxacin erfolgt bei allen Zieltierarten zum Teil über die Niere.

Schwein

Nach intramuskulärer Verabreichung bei Schweinen wird der Wirkstoff Enrofloxacin sehr

schnell und nahezu vollständig von der Injektionsstelle resorbiert (hohe Bioverfügbarkeit).

Nach 1 - 2 Stunden werden maximale Wirkstoffspiegel im Serum erreicht.

Enrofloxacin besitzt ein grosses Verteilungsvolumen. Die Konzentration in den Geweben

und Organen übertreffen die Serumspiegel zumeist deutlich. Nach bestimmungsgemässer

Anwendung und Dosierung wird die minimale Hemmkonzentration der relevanten Erreger

von der antibiotischen Aktivität in Serum und Zielgeweben sehr gut abgedeckt. Organe, in

denen hohe Konzentrationen erwartet werden können, sind beispielsweise Lunge, Leber,

Nieren, Darm sowie Muskelgewebe.

Hund, Katze, Heimtiere und Exoten

Die Pharmakokinetik nach oraler und parenteraler Verabreichung ist nahezu gleich. Die

Bioverfügbarkeit beträgt über 80%. Nach wiederholter Applikation erreichen die

Konzentrationen schnell ein Fliessgleichgewicht zwischen Resorption und Ausscheidung.

Das hohe Verteilungsvolumen von über 2 ist als Zeichen für die gute Gewebepenetration

des Enrofloxacins anzusehen. Entsprechend hohe Konzentrationen finden sich in

wichtigen Organen einschliesslich Haut, Lungen, Leber, Niere, Prostata, Gebärmutter,

Urin, Knochen, Cerebrospinal- und Gallenflüssigkeit. Bemerkenswert ist die starke

Anreicherung von Fluorochinolonen in Makrophagen und neutrophilen Granulozyten.

Indikationen

Schwein (Ferkel und Jungschweine bis 30 kg)

Bakteriell bedingte Erkrankungen der Verdauungs- (Colidiarrhoe, Coliseptikämie) und

Atmungsorgane (enzootische Pneumonie):

E. coli, Pasteurella multocida, Mannheimia haemolytica und Mycoplasma hyopneumoniae

Hund und Katze

Bakteriell bedingte Einzel- und Mischinfektionen der Atmungs- und Verdauungsorgane,

der Harnwege, der Haut sowie von Wunden:

E. coli, Salmonella spp., Pasteurella multocida, Mannheimia haemolytica, Haemophilus

spp. und Staphylococcus spp.

Kaninchen

Bakteriell bedingte Einzel- und Mischinfektionen der Atmungsorgane, der Haut und

Mundschleimhaut sowie Wunden:

Pasteurella multocida, E. coli, Staphylococcus spp

Graupapageien und Aras

Bakteriell bedingte Einzel- und Mischinfektionen der Atmungs- und Verdauungsorgane,

der Haut sowie von Wunden:

E. coli, Staphylococcus spp., Chlamydia psittaci

Rotwangenschildkröten

Bakteriell bedingte Einzel- und Mischinfektionen der Atmungsorgane:

E. coli, Pseudomonas spp.

Grüne Leguane

Bakteriell bedingte Einzel- und Mischinfektionen der Atmungs- und Verdauungsorgane:

E. coli, Pseudomonas spp.

Nattern

Bakteriell bedingte Einzel- und Mischinfektionen der Atmungs- und Verdauungsorgane:

E. coli, Pseudomonas spp.

Alle Zieltierarten

Enrotron 2,5% Injektionslösung sollte nur nach vorheriger bakteriologischer Sicherung der

Diagnose und Sensitivitätsprüfung der beteiligten Erreger sowie bei Vorliegen von

Resistenzen gegenüber anderen Antibiotika angewendet werden.

Der Einsatz von Enrotron 2,5% Injektionslösung sollte, wie der aller Fluorochinolone, aus

Gründen einer möglichen Resistenzentwicklung nicht bei Bagatellinfektionen erfolgen.

Schwein

2,5 mg Enrofloxacin pro kg Körpergewicht und Tag, bzw.

0.1 ml Enrotron 2.5% pro 1 kg Körpergewicht und Tag

Zur intramuskulären Injektion beim Ferkel und Jungschwein bis 30 kg in die vordere

Nackenmuskulatur. Pro Injektionsstelle nicht mehr als 2,5 ml spritzen. Die Behandlung

erfolgt an drei aufeinanderfolgenden Tagen.

Hund und Katze

5 mg Enrofloxacin pro kg Körpergewicht und Tag, bzw.

0,2 ml Enrotron 2.5% pro 1 kg Körpergewicht und Tag

Zur subkutanen Injektion bei Hund und Katze. Die empfohlene Dosierung sollte nicht

überschritten werden. Die Behandlung erfolgt an 5 - 10 aufeinanderfolgenden Tagen.

Heimtiere und Exoten

Nagetiere (z.B. Maus, Ratte, Meerschweinchen und Hamster), Hasenartige (z.B.

Kaninchen) und Marderartige (z.B. Frettchen)

7,5 mg Enrofloxacin pro kg Körpergewicht und Tag, bzw.

0,3 ml Enrotron 2.5% pro 1 kg Körpergewicht und Tag

Zur intramuskulären oder subkutanen Injektion bei Nagetieren, Hasenartigen und

Marderartigen. Die Behandlung erfolgt über 5 - 10 aufeinanderfolgende Tage.

Ziervögel (z.B. Graupapagei, Virginia-Uhu, Rotschwanzbussard)

15 mg Enrofloxacin pro kg Körpergewicht und Tag, bzw.

0,6 ml Enrotron 2.5% pro 1 kg Körpergewicht und Tag

Zur intramuskulären Injektion bei Ziervögeln. Die Behandlung erfolgt über 5 -

10 aufeinanderfolgende Tage.

Schlangen (z.B. Tigerpython)

Die Dosierung bei Schlangen bei Pseudomonas Infektionen beträgt 10 mg Enrofloxacin

pro kg Körpergewicht alle zwei Tage, bzw.

0,4 ml Enrotron 2.5% pro 1 kg Körpergewicht alle zwei Tage

Für andere bakterielle Erreger beträgt die Dosierung bei Schlangen 10 mg Enrofloxacin

pro kg Körpergewicht am ersten Tag, danach 5 mg alle zwei Tage, bzw.

0,4 ml Enrotron 2.5% pro 1 kg Körpergewicht am ersten Tag und danach 0,2 ml pro

1 kg Körpergewicht alle zwei Tage

Zur intramuskulären Injektion bei Schlangen. Die Behandlung bei Schlangen sollte jeweils

bis zu drei Tage über das Abklingen der Symptome hinaus durchgeführt werden.

Eidechsen (z.B. Steppenwaran und Grüner Leguan)

Die Dosierung bei Eidechsen (Pseudomonas Infektion) beträgt 10 mg Enrofloxacin pro kg

Körpergewicht alle zwei Tage, bzw.

0,4 ml Enrotron 2.5% pro 1 kg Körpergewicht alle zwei Tage

Für andere bakterielle Erreger beträgt die Dosierung bei Eidechsen 5 mg Enrofloxacin pro

kg Körpergewicht alle zwei Tage, bzw.

0,2 ml Enrotron 2.5% pro 1 kg Körpergewicht alle zwei Tage

Zur intramuskulären Injektion bei Eidechsen. Die Behandlung erfolgt über 5 -

10 aufeinanderfolgende Tage.

Schildkröten (z.B. Sternschildkröte, Gopherschildkröte, Griechische-

Landschildkröte und Rotwangen-Schmuckschildkröte)

Die Dosierung bei Schildkröten beträgt 5 mg Enrofloxacin pro kg Körpergewicht alle 1 -

2 Tage abhängig vom Schweregrad der Infektion, bzw.

0,2 ml Enrotron 2.5% pro 1 kg Körpergewicht alle 1 - 2 Tage

Zur intramuskulären Injektion bei Schildkröten. Die Behandlung erfolgt über 5 -

10 aufeinanderfolgende Tage.

Alle Zieltierarten

Bei Ausbleiben einer klinischen Besserung innerhalb von zwei bis drei Tagen ist eine

erneute Sensitivitätsprüfung und gegebenenfalls eine Therapieumstellung angezeigt.

Wechselwarme Tiere sind vor Therapiebeginn auf ihre optimale Körpertemperatur zu

erwärmen. Für die Dauer der Behandlung ist die für die jeweilige Art erforderliche optimale

Umgebungstemperatur aufrecht zu erhalten. Vor Therapiebeginn ist ein eventuell

vorhandenes Flüssigkeitsdefizit auszugleichen.

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Nicht anwenden bei Resistenz gegenüber Chinolonen, da gegenüber diesen eine nahezu

vollständige, gegenüber anderen Fluorochinolonen eine komplette Kreuzresistenz besteht.

Vorsichtsmassnahmen

Nicht anwenden bei bereits bestehenden Knorpelwachstumsstörungen.

Hunde unter einem Jahr sind von der Behandlung auszuschliessen, da während der

Phase des intensiven Wachstums, artspezifisch bei grosswüchsigen Hunderassen,

Gelenkknorpelschäden auftreten können. Trächtige und in der Säugezeit stehende Hunde

und Katzen sind von der Behandlung auszuschliessen.

Aus Sicherheitsgründen wird bei sehr grossen Hunderassen wegen der längeren

Wachstumsphase ein Ausschluss von bis zu 18 Monaten empfohlen.

Wenn bei Katzen die empfohlene Dosierung überschritten wird, können retinotoxische

Effekte einschliesslich Blindheit vorkommen.

Im Falle von akuten überdosierungen (> 10 fach) mit der Injektionslösung sind als erste

Symptome zentralnervöse Erscheinungen wie Inkoordination, Muskeltremor, Nystagmus

und Krämpfe zu erwarten, die ohne Behandlung nach 24 Stunden reversibel sind.

Enrotron ad us. vet., Injektionslösung soll nur nach vorheriger bakteriologischer Sicherung

der Diagnose und Sensitivitätsprüfung der beteiligten Erreger sowie bei Vorliegen von

Resistenzen gegenüber anderen Antibiotika angewendet werden. Der Einsatz von

Enrotron ad us. vet., Injektionslösung, wie der aller Fluorochinolone, soll aus Gründen

einer möglichen Resistenzentwicklung nicht bei geringfügigen Infektionen erfolgen.

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten

In seltenen Fällen kann es zu vorübergehenden lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle

kommen.

Schwein: essbare Gewebe: 7 Tage

Kaninchen: essbare Gewebe: 3 Tage

Wechselwirkungen

Die Elimination von Theophyllin kann verzögert werden.

Bei Kombination von Enrotron (Enrofloxacin) mit Makroliden oder Tetrazyklinen sowie

Chloramphenicol ist mit antagonistischen Effekten zu rechnen.

Sonstige Hinweise

Vor Licht geschützt in der Originalverpackung und nicht über 25°C aufbewahren. Ausser

Reichweite von Kindern aufbewahren. Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung

mit "EXP." bezeichneten Datum verwendet werden.

Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage

Packungen

Flasche zu 50 ml

Abgabekategorie: A

Swissmedic Nr. 65'352

Informationsstand: 04/2015

Dieser Text ist behördlich genehmigt.