Endoxan

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Endoxan Dragees
  • Darreichungsform:
  • Dragees
  • Zusammensetzung:
  • cyclophosphamidum anhydricum 50 mg ut cyclophosphamidum monohydricum, excipiens pro compresso obducto.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Endoxan Dragees
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Zytostatikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 25441
  • Berechtigungsdatum:
  • 24-08-1960
  • Letzte Änderung:
  • 11-09-2017

Packungsbeilage

Patienteninformation

Zulassungsinhaberin

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses

Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden, und Sie dürfen es nicht an andere Personen

weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das

Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Endoxan

Was ist Endoxan und wann wird es angewendet?

Endoxan enthält den Wirkstoff Cyclophosphamid und hemmt die Vermehrung sich schnell teilender

Zellen.

Endoxan wird allein oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln eingesetzt zur Behandlung von

verschiedenen Tumorerkrankungen wie Leukämien, Morbus Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphom,

Plasmozytom und Tumoren der Eierstöcke, der Hoden, der Brust, der Lungen, des Knochenmarks

und von Nervenzellen. Ferner wird Endoxan zur Behandlung von bedrohlich verlaufenden

Erkrankungen des Immunsystems (wie z.B. bestimmten rheumatischen Erkrankungen, Erkrankungen

der Gelenke, der Haut, der Gefässe, der Nieren, der Muskeln, bestimmte Formen von Blutarmut) und

zur Behandlung bei Organ- und Knochenmarkstransplantationen angewendet.

Endoxan darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin eingenommen werden.

Wann darf Endoxan nicht angewendet werden?

Sie dürfen Endoxan nicht einnehmen, wenn

Sie auf den Wirkstoff Cyclophosphamid oder einen der Hilfsstoffe allergisch sind,

die Funktion Ihres Knochenmarks schwer beeinträchtigt ist (z.B. durch eine vorangegangene

Chemotherapie oder Strahlentherapie),

Sie eine Blasenentzündung haben oder der Harnabfluss gestört ist,

Sie an einer schweren Infektion leiden,

Sie schwanger sind oder stillen.

Wann ist bei der Einnahme von Endoxan Vorsicht geboten?

Sie werden während der Behandlung mit Endoxan regelmässig von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin

kontrolliert werden. Wenn Sie an Erkrankungen, die von einer geschwächten körperlichen Abwehr

begleitet sind (z.B. Diabetes), an Herzerkrankungen oder chronischen Leber- oder

Nierenerkrankungen leiden oder vorher eine Strahlentherapie hatten, werden diese Kontrollen

häufiger stattfinden.

Bitte informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn vor oder während der

Behandlung folgende Symptome auftreten: Beschwerden beim Wasserlösen (z.B. auffallend häufiges

oder seltenes Wasserlösen, Schmerzen, rötliche Verfärbung des Urins, Blut im Urin), Blutungen der

Haut oder Schleimhäute, kleine blaue Flecken auf der Haut oder hohes Fieber.

Die Behandlung mit Endoxan kann in Abhängigkeit von der Dosierung Nebenwirkungen an den

Harnwegen, besonders in der Blase, hervorrufen. Deshalb ist es sehr wichtig, ausreichend zu trinken

und regelmässig Wasser zu lösen da sich Abbauprodukte des Wirkstoffes in der Innenschicht der

Blase anreichern und diese schädigen können. Informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin,

wenn häufiger Harndrang mit Schmerzen beim Wasserlösen und/oder eine rötliche Verfärbung des

Urins auftritt.

In Abhängigkeit von der Dosierung hemmt Endoxan die Funktion des Knochenmarks und damit

auch die Neubildung von Blutzellen. Dies kann zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Infektionen

und zu einer verstärkten Blutungsneigung führen. Die Hemmung der Knochenmarksfunktion ist

verstärkt bei Patienten, die vor der Behandlung mit Endoxan bereits eine Chemotherapie oder eine

Strahlenbehandlung erhielten oder die zusätzlich andere Arzneimittel erhalten, welche die

Knochenmarksfunktion hemmen.

Endoxan kann wegen seiner hemmenden Wirkung auf das Immunsystem dazu führen, dass

Impfungen wirkungslos bleiben oder Impfungen mit Lebendimpfstoffen eine Infektion auslösen. Sie

sollten sich während der Behandlung mit Endoxan nicht oder nur auf den ausdrücklichen Rat Ihres

Arztes oder Ihrer Ärztin impfen lassen.

Die Behandlung mit Endoxan kann zu einer Störung der Spermienbildung führen. Bei Frauen kann

die Funktion der Eierstöcke vorübergehend oder andauernd gestört sein und es kann zum Ausbleiben

der Monatsblutung kommen.

Der Wirkstoff von Endoxan kann das Erbgut schädigen. Männer und Frauen, die mit Endoxan

behandelt werden, sollten sich diesbezüglich vor Therapiebeginn mit dem Arzt oder der Ärztin

beraten und während der Behandlung sowie bis zu 6 Monate danach kein Kind zeugen bzw

empfangen.

Die Behandlung mit Endoxan kann Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindelgefühl und

Sehstörungen hervorrufen, die eventuell zu Kreislaufschwäche führen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird

mit Ihnen darüber entscheiden, ob Sie während der Behandlung aktiv am Strassenverkehr teilnehmen

oder Maschinen bedienen können.

Auf den Genuss alkoholischer Getränke sollte verzichtet werden.

Grapefruits können die Wirksamkeit von Endoxan vermindern. Sie dürfen deshalb während der

Behandlung keine Grapefruits bzw. grapefruithaltige Speisen oder Getränke zu sich nehmen.

Die Behandlung mit Endoxan kann zu Wechselwirkungen mit anderen gleichzeitig angewendeten

Arzneimitteln führen.

Die Wirkung folgender Arzneistoffe kann durch Endoxan verstärkt oder vermindert werden.

Ebenfalls können die Nebenwirkungen von Endoxan durch folgende Arzneimittel verstärkt werden:

Arzneimittel zur Blutzuckersenkung (Sulfonylharnstoffe);

Arzneimittel gegen Epilepsie (Phenobarbital, Phenytoin, Primidon, Carbamazepin, Kortikosteroide);

Schlaf- und Beruhigungsmittel (Benzodiazepine, Chloralhydrat);

Antibiotika (Chloramphenicol, Rifampicin, Fluconazol, Sulfonamide, Ciprofloxacin, Metronidazol);

andere Tumormittel (Anthracycline, Busulfan, Cytarabin, Doxorubicin, Etoposid, Paclitaxel,

Pentostatin, Thiotepa, Tamoxifen, Trastuzumab);

Antirheumatika (Indometacin, Azathioprin);

das Gichtmittel Allopurinol;

harntreibende Mittel;

Bupropion zur Raucherentwöhnung;

Arzneimittel gegen Pilzinfektion (Amphotericin B, Itraconazol);

Blutdrucksenker (Verapamil, ACE Hemmer);

Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörung (Amiodaron, Digoxin);

Arzneimittel gegen depressive Stimmung (Johanniskraut);

Arzneimittel gegen Allergie (Cimetidin);

Alkohlentwöhnungsmittel (Disulfiram);

Arzneimittel gegen Erbrechen (Ondansetron, Aprepitant);

Arzneimittel zur Behandlung von HIV (Zidovudin);

das Immunsuppresivum Cyclosporin.

Eine Verstärkung einer schädigenden Wirkung von Endoxan auf das Herz wird auch nach

vorhergehender Bestrahlungsbehandlung der Herzregion angenommen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Endoxan während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Endoxan darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da der Wirkstoff das

Erbgut schädigen kann. Frauen sollten während einer Behandlung mit Endoxan nicht schwanger

werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten deshalb während der Behandlung und bis zu 6 Monate

danach eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn während der Behandlung dennoch

eine Schwangerschaft eintritt.

Da der Wirkstoff von Endoxan in die Muttermilch übergeht, darf während der Behandlung nicht

gestillt werden.

Wie verwenden Sie Endoxan?

Die Dosierung, d.h. die Anzahl der einzunehmenden Dragées wird von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin

bestimmt. Sie ist individuell und wird von Ihrem Allgemeinzustand, der Leber- und Nierenfunktion,

dem Blutbild, der Art Ihrer Erkrankung und einer allfälligen Begleitbehandlung beeinflusst. Im

allgemeinen sind 1-4 Dragées pro Tag einzunehmen. Die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen

ist ähnlich wie bei Erwachsenen.

Die Dragées werden im Normalfall am Morgen eingenommen. Nehmen Sie die Dragées unzerkaut

mit Wasser oder einem anderen Getränk (keine grapefruithaltigen Getränke) ein. Die Dragées dürfen

vor der Einnahme nicht geteilt werden. Achten Sie auf eine genügend grosse Einnahme von

Flüssigkeit während und auch unmittelbar nach der Einnahme von Endoxan Dragées.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Endoxan haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Endoxan auftreten:

Infektionen: Entzündungen, Lungenentzündung, Blutvergiftung.

Bösartige Tumore: Risiko für die Entwicklung von Zweitkrebserkrankungen (z.B. Blasenkrebs und

Krebs der ableitenden Harnwege), akute Leukämie.

Blut- und Lymphsystem: Schädigung des Knochenmarks, Mangel an weissen Blutkörperchen und

Blutplättchen, Fieber (Neutropenisches Fieber), Anämie (Blutarmut), Erkrankung der kleinen

Blutgefässe (Hämolytisch-Urämisches Syndrom).

Immunsystem: Unterdrückung des Abwehrsystems, Überempfindlichkeitsreaktionen begleitet von

Fieber in Einzelfällen bis zum Schock.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Essstörungen und Anorexie, Flüssigkeitsmangel,

Wassereinlagerung, erhöhter oder erniedrigter Blutzuckerspiegel, Natriummangel im Blut

(Hyponatriämie).

Psychiatrische Störungen: Verwirrung, Zerstreutheit.

Störungen des Nervensystems: Schwindel- und Krampfanfälle, unangenehme Körperempfindungen

(Parästhesie), veränderter Geschmackssinn, Schädigung des Nervensystems (Neurotoxizität,

Symptome sind z.B. Zittern, Überempfindlichkeit oder verminderte Sensibilität gegenüber Reizen,

Geruchsstörung).

Augen: Verschwommensehen, Sehschwäche, Bindehautentzündung, verstärkte Tränensekretion.

Ohr: Taubheit, Hörschäden, Ohrgeräusch (Tinnitus)

Herz: Herzmuskelerkrankungen und -entzündungen, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen,

Herzrasen (Tachykardie), Herzklopfen, Herzversagen.

Gefässe: Blutung, Verschluss eines Blutgefässes durch den Gefässpfropf, zu hoher oder zu niedriger

Blutdruck, Hitzegefühl, Hitzewallung, Lungenembolie, Venenthrombosen, Entzündung von

Gefässen (Vaskulitis).

Atmungsorgane: Verstopfte Nase, Entzündung der Nase und Nasenschleimhaut, Beschwerden im

Bereich der Nase und Atemwege, Lungenkrankheiten, Atemnot, Atembeschwerden, Husten, Niesen.

Magen-Darm: Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Entzündung der Mund- und

Rachenschleimhaut, Bauchschmerzen, Dickdarmentzündung, akute

Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Leber und Galle: Störungen der Leberfunktion, Leberentzündung (Hepatitis), Gelbfärbung der

Bindehaut der Augen oder der Haut (Gelbsucht), vergrösserte Leber, Schädigung der kleinen

Lebervenen.

Haut: Haarausfall, Glatzenbildung, Hautausschlag, Hautentzündungen,

Farbveränderungen von Handflächen, Fingernägeln und Fusssohlen,

Verfärbung der Haut, entzündungsbedingte Hautrötung und Juckreiz, übermässige Schweissbildung,

Urtikaria (Nesselsucht), Gesichtsschwellung.

Muskelskelettsystem: Krämpfe, Schmerzen im Bereich der Muskeln und Gelenke, Rhabdomyolyse

(Auflösung von Muskelfasern, Symptome sind Muskelschmerzen, Fieber, Muskelschwäche).

Nieren und Harnwege: Blasenentzündung zum Teil mit Gewebsdefekten, Blut im Urin,

Nierenfunktionsstörung, Nierenversagen, Zerstörung von Blasengewebe, Diabetes insipidus:

Symptome sind vermehrte Urinausscheidung, gesteigertes Durstgefühl.

Schwangerschaft: Vorzeitige Wehen.

Reproduktionssystem und Brust: Verminderte Anzahl von Spermien (Samenzellen) und Fehlen von

reifen männlichen Samenzellen in der Samenflüssigkeit, Verkleinerung der Hoden, Ausbleiben der

Menstruation, Erkrankung der Eierstöcke, Beschwerden während des Eisprungs, Unfruchtbarkeit.

Kongenitale, familiäre und genetische Störungen: Schädliche Wirkungen auf den Fötus.

Allgemeine Störungen: Fieber, Schüttelfrost, Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Schwächegefühl,

Unwohlsein, Kopfschmerzen, Schmerzen, Gewichtszunahme, Verschlechterung des

Allgemeinbefindens, Reaktionen an der Injektions-/Infusionsstelle, z.B. Entzündung, Schmerzen,

Schwellung.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit ‹Exp› bezeichneten Datum verwendet

werden. Endoxan Dragées nicht über 25° C und in der Originalverpackung aufbewahren.

Für Kinder unerreichbar aufbewahren!

Nicht aufgebrauchte Dragées oder Dragées, deren Verfalldatum abgelaufen ist, sollten in die

Apotheke zur sachgerechten Entsorgung zurückgebracht werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Endoxan enthalten?

1 Dragée enthält 50 mg Cyclophosphamid sowie Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

25'441 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Endoxan? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Packungen zu 50 Dragées

Zulassungsinhaberin

Baxter AG, 8152 Opfikon

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2011 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.