Doxorubicin Sandoz eco 100 mg

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Doxorubicin Sandoz eco 100 mg Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • doxorubicini hydrochloridum 100 mg, natrii chloridum, aqua ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung statt 50 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Doxorubicin Sandoz eco 100 mg Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Zytostatikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 54828
  • Berechtigungsdatum:
  • 01-07-1999
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Doxorubicin Sandoz® eco

Sandoz Pharmaceuticals AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Doxorubicini hydrochloridum.

Hilfsstoffe:

Natrii chloridum, Aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung 2 mg/ml.

Durchstechflaschen zu 10 mg/5 ml, 50 mg/25 ml, 100 mg/50 ml und 200 mg/100 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung bei Mammakarzinom, Bronchialkarzinom, Weichteil- und Knochensarkomen,

gynäkologischen und Blasen-Karzinomen, Hodentumor, Schilddrüsenkarzinom, Synovialom, Ewing-

Sarkom, Wilms-Tumor, Neuroblastom, Non-Hodgkin-Lymphom, Morbus Hodgkin, akuter

Lymphoblasten- und Myeloblastenleukämie.

Dosierung/Anwendung

Doxorubicin Sandoz eco 200 mg/100 ml ist ausschliesslich für die zentrale Zytostatikazubereitung

im Spital bestimmt und darf nicht als solches einem Patienten verabreicht werden.

Das Arzneimittel soll nur unter Aufsicht von in der Chemotherapie erfahrenen

Onkologen/Hämatologen angewendet werden.

Die Verabreichung erfolgt üblicherweise als langsame intravenöse Injektion über 3–10 Minuten,

ausnahmsweise als intravenöse Langzeitinfusion über 48–96 Stunden. Zubereitung der

Lösungen/Handhabung siehe «Sonstige Hinweise/Hinweise für die Handhabung».

Doxorubicin wird als Monotherapie oder in etablierten Therapieschemata angewendet (detaillierte

Angaben siehe Literatur).

Monotherapie

Intervalltherapie mit 75 mg/m² Körperoberfläche als Einzeldosis jede dritte Woche.

Monotherapie bei vorbehandelten Patienten und Polychemotherapie

Intervalltherapie mit 30–60 mg/m² Körperoberfläche als Einzeldosis jede dritte Woche.

Hämatologische Erkrankungen

Intervalltherapie mit täglich 0,6 mg/kg für die Dauer von 3 Tagen oder täglich 0,8 mg/kg für die

Dauer von 2 Tagen, wobei ein injektionsfreies Intervall von 10 Tagen nicht unterschritten werden

darf.

Als maximale kumulative Dosis sollten 550 mg/m² Körperoberfläche nicht überschritten werden.

Diese Dosierungsbegrenzung sollte auf 400 mg/m² reduziert werden, falls der Behandlung mit

Doxorubicin Sandoz eco eine Bestrahlung im Mediastinalbereich voranging.

Ferner ist die Entscheidung, welche Höchstdosis beim einzelnen Patienten zu vertreten ist, abhängig

von vorangegangener oder gleichzeitiger Behandlung mit anderen potentiell kardiotoxischen

Substanzen wie andere Anthracycline, Antracendione oder Cyclophosphamid.

Dosisanpassung auf Grund der Toxizität

Hämatotoxizität

Leukozyten/µl

Thrombozyten/µl

Doxorubicin-

Dosis

Über 5000

Über 150'000

100%

4000–5000

100'000–150'000 75%

3000–4000

75'000–100'000

2000–3000

50'000–75'000

Unter 2000

Unter 50'000

Stomatitis

Bei Auftreten einer Stomatitis darf erst dann weiter therapiert werden, wenn die Läsionen vollständig

abgeheilt sind. Die nachfolgenden Dosen sollten dann auf die Hälfte reduziert werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei Patienten, die aus medizinischen Gründen (z.B. bei vorliegender Immunsuppression,

eingeschränkter Hämopoese, hohem Alter usw.) die jeweilige volle Dosis nicht erhalten können,

werden folgende alternative Dosierungsschemata für die Mono- und Polychemotherapie empfohlen:

·Langzeitinfusion über 48–96 Stunden von 60 mg/m² Körperoberfläche.

·Wöchentliche niedrigdosierte Verabreichung von 5–15 mg/m²; die Gesamtdosis pro

Einzelbehandlung sollte 20 mg nicht überschreiten.

·Wöchentliche niedrigdosierte Verabreichung von 20 mg/m² Körperoberfläche.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit einer Hyperbilirubinämie bis 51 µmol/l muss die Dosis um 50% reduziert werden

und bei einem Bilirubin von 51–81 µmol/l um 75%. Bei schwerer Leberfunktionsstörung ist

Doxorubicin kontraindiziert.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leichter bis mässiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung

erforderlich. Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (ClKr <10 ml/min) sollten jedoch nur

75% der Maximaldosis erhalten.

Pädiatrie

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen sollte mit besonderer Vorsicht erfolgen.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber dem Doxorubicin, anderen Anthracyclinen, Anthracendionen oder

einem der Hilfsstoffe (siehe «Zusammensetzung»);

·bestehende Knochenmarksdepression;

·stark eingeschränkte Leberfunktion;

·schwere Herzinsuffizienz;

·kürzlich erfolgter Herzinfarkt;

·akute entzündliche Myokarderkrankungen;

·schwere Arrhythmien;

·Behandlung mit maximalen kumulativen Dosen von Doxorubicin und/oder anderen Anthracyclinen

bzw. Anthracendionen;

·floride Infektionen;

·Schwangerschaft, Stillzeit;

·Hämaturie.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allgemeines

Die Patienten sollten sich vor Beginn einer Behandlung mit Doxorubicin von der akuten Toxizität

einer vorangehenden zytotoxischen Therapie (wie Stomatitis, Neutropenie, Thrombozytopenie und

generalisierte Infektionen) erholt haben.

Blutbildendes System

Wegen einer möglichen Knochenmarksdepression sollten die Erythrozyten-, Leukozyten- und

Thrombozytenzahlen vor und während jedem Behandlungszyklus bestimmt werden.

Eine Leukopenie ist gewöhnlich vorübergehend. Die tiefsten Leukozytenwerte werden 10–14 Tage

nach Behandlung gefunden. Nach etwa 21 Tagen liegen diese wieder im Normbereich.

Eine Sekundärleukämie wurde mit einer Latenzzeit von 1–3 Jahren nach Behandlung mit

Anthracyclinen (inklusive Doxorubicin) beobachtet, insbesondere wenn gleichzeitig DNA-

schädigende Zytostatika verabreicht wurden. Dieses Risiko kann bei gleichzeitiger Behandlung mit

hämatopoetischen Wachstumsfaktoren oder Radiotherapie erhöht sein.

Hepatotoxizität

Vor und während der Behandlung ist eine Kontrolle der Leberfunktion empfehlenswert (SGOT,

SGPT, alkalische Phosphatase, Bilirubin); siehe auch «Dosierung/Anwendung».

Herzfunktion

Spezielle Vorsicht ist geboten betreffend der mit Doxorubicin assoziierten Kardiotoxizität, welche

sich als Soforttyp oder Spättyp manifestieren kann.

Soforttyp

Die frühe Form der Kardiotoxizität tritt akut während der Behandlung auf (meist 24–48 Stunden

nach Einleitung der Therapie) und manifestiert sich hauptsächlich als Sinustachykardien und/oder

EKG-Abweichungen wie unspezifische Änderungen der ST-Strecke. Es wurde über

Tachyarrhythmien einschliesslich vorzeitiger ventrikulärer Kontraktionen, Kammertachykardie und

Bradykardie wie über AV- und Linksschenkelblock berichtet. Diese sind selten von klinischer

Bedeutung und führen nicht generell zum Abbruch der Doxorubicinbehandlung.

Spättyp

Die verzögerte Form der Kardiotoxizität kann im späteren Verlauf einer Therapie oder 2–3 Monate

beziehungsweise sogar erst mehrere Monate oder Jahre nach Abschluss der Therapie in Form einer

Kardiomyopathie auftreten. Diese manifestiert sich durch eine Reduktion der LVEF (left ventricular

ejection fraction), Niedervoltage und QT-Verlängerung, und/oder als dekompensierte

Herzinsuffizienz mit Symptomen wie Dyspnoe, Lungenödem, Stauungsödeme, Kardiomegalie und

Hepatomegalie, Oligurie, Ascites, Pleuraerguss und Galopprhythmus. Subakute Effekte wie

Perikarditis/Myokarditis wurden ebenfalls beobachtet. Eine lebensbedrohliche Herzinsuffizienz ist

die schwerste Form der anthrazyklininduzierten Kardiomyopathie und stellt die kumulative

dosislimitierende Toxizität der Substanz dar.

Überwachung der Herzfunktion

Die Herzfunktion sollte vor Beginn der Behandlung erfasst und während der gesamten

Behandlungsdauer überwacht werden, um das Risiko einer schweren Herzschädigung zu verringern.

Die Überwachung der Herzfunktion muss besonders strikt bei Patienten durchgeführt werden, die

hohe kumulative Dosen erhalten oder bei denen Risikofaktoren vorhanden sind. Jedoch kann die

Kardiotoxizität auch bei niedrigen Dosierungen auftreten und unabhängig von dem Vorhandensein

von Risikofaktoren.

Die Therapie sollte bei ersten Anzeichen einer Funktionsstörung sofort abgesetzt werden.

Eine angemessene quantitative Methode zur wiederholten LVEF-Bestimmung stellt die Multigate

Radionuclid-Angiographie (MUGA) oder die Echokardiographie (ECHO) dar.

Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, eine spätauftretende Kardiotoxizität zu

entwickeln. Mädchen scheinen dabei gegenüber Jungen mit einem höheren Risiko behaftet zu sein.

In einem Langzeit-Followup über 10 Jahre wurde eine kongestive Herzinsuffizienz bei 5–10%

beobachtet. Deshalb müssen pädiatrische Patienten nach Doxorubicinbehandlung periodisch in

einem Langzeit-Followup überwacht werden.

Kumulative Gesamtdosis

Das Risiko für eine dekompensierte Herzinsuffizienz erhöht sich schnell mit steigender kumulativer

Gesamtdosis von Doxorubicin. Bei einer kumulativen Dosis von 300 mg/m² beträgt die

Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer schweren Herzinsuffizienz ca. 1–2% und steigt langsam

an bis zu einer kumulativen Dosis von 450–550 mg/m². Danach steigt das Risiko steil an. Es wird

deshalb empfohlen, eine kumulative Dosis von 550 mg/m² nicht zu überschreiten. Bei der

Doxorubicin-Dosis sollte eine frühere oder gleichzeitige Therapie mit anderen Anthrazyklinen wie

Epirubicin, Idarubicin, Daunorubicin oder Anthracen Derivaten berücksichtigt werden. Es ist

anzunehmen, dass sich die Toxizität von Doxorubicin und anderen Anthrazyklinen addiert.

Risikofaktoren

Risikofaktoren für eine Kardiotoxizität sind manifeste oder latente kardiovaskuläre Erkrankungen,

früher oder gleichzeitig erfolgte Bestrahlung der mediastinalen/pericardialen Region,

vorausgegangene Therapie mit anderen Anthrazyklinen oder Anthracendionen sowie gleichzeitige

Gabe von Arzneimitteln, die die Herzkontraktion herabsetzen können oder deren Anwendung mit

einer Kardiotoxizität assoziiert wird (z.B. Trastuzumab).

Anthrazykline, einschliesslich Doxorubicin, sollten nur bei gleichzeitiger engmaschiger

Überwachung der Herzfunktion des Patienten mit anderen kardiotoxischen Substanzen verabreicht

werden. Das Risiko für eine kardiotoxische Wirkung von Anthrazyklinen könnte auch nach dem

Absetzen anderer kardiotoxischer Arzneimittel erhöht sein, insbesondere wenn diese eine lange

Halbwertszeit aufweisen. Die Halbwertszeit von Trastuzumab beträgt ungefähr 28-38 Tage und die

Substanz kann bis zu 27 Wochen im Blut vorhanden sein. Während dieser Zeit sollte eine Therapie

mit Anthrazyklinen daher vermieden oder nur unter sorgfältiger Überwachung der Herzfunktion

durchgeführt werden.

Tumor-Lyse-Syndrom

Doxorubicin kann eine Hyperurikämie hervorrufen. Vor und nach Beginn der Behandlung sollten die

Harnsäure-, Kalium-, Calcium-, Phosphat- und Kreatininwerte überprüft werden. Hydratation,

Alkalisierung des Urins und prophylaktische Gabe von Allopurinol zur Vermeidung einer

Hyperurikämie können das Risiko potentieller Komplikationen der Hyperurikämie senken.

Reaktionen an der Injektionsstelle, Extravasation

Eine Phlebosklerose kann durch Injektion in ein kleines Gefäss oder wiederholte Injektion in

dieselbe Vene verursacht werden.

Eine Extravasation von Doxorubicin während der intravenösen Injektion kann lokale Schmerzen,

schwere Gewebeschädigung und Nekrose verursachen. Falls während der intravenösen

Verabreichung Symptome einer Extravasation auftreten, muss die Behandlung sofort gestoppt

werden.

Immunsupprimierender Effekt

Die Verabreichung von Lebend- oder attenuierten Impfstoffen bei durch eine Chemotherapie

(einschliesslich Doxorubicin Sandoz eco) immunsupprimierten Patienten kann schwere oder fatale

Infektionen verursachen. Die Immunisierung mit Lebendimpfstoffen sollte bei Patienten unter

Doxorubicin Sandoz eco vermieden werden. Bei Verwendung von inaktiven oder Tot-Impfstoffen ist

zu berücksichtigen, dass der Impfschutz vermindert sein kann.

Andere Arzneimittel

Bei gleichzeitiger Gabe von Ciclosporin und Doxorubicin wurden Koma und Krampfanfälle

beschrieben (siehe «Interaktionen»).

Interaktionen

Doxorubicin ist ein Substrat von Cytochrom P450 CYP3A4 und CYP2D6 sowie von P-Glycoprotein

(P-gp). Es wurden klinisch relevante Interaktionen mit Inhibitoren von CYP3A4, CYP2D6 und/oder

P-gp (z.B. Verapamil) beschrieben, welche zu Erhöhung der Konzentration und der klinischen

Wirkung von Doxorubicin führen. Induktoren von CYP3A4 (z.B. Phenobarbital, Phenytoin,

Johanniskraut) und P-gp können die Konzentration von Doxorubicin senken.

Die gleichzeitige Gabe von Ciclosporin und Doxorubicin kann zu einer Erhöhung der AUC von

Doxorubicin wie auch von Doxorubicinol führen. Literaturberichte weisen darauf hin, dass die

gleichzeitige Gabe von Ciclosporin und Doxorubicin zu erhöhter und verlängerter Hämotoxizität

führen kann als mit Doxorubicin allein. Ebenfalls wurden bei gleichzeitiger Gabe von Ciclosporin

und Doxorubicin Koma und Krampfanfälle beschrieben.

Doxorubicin kann die Toxizität von anderen antineoplastischen Therapien verstärken und umgekehrt.

Doxorubicin hat gemäss Studienberichten eine Cyclophosphamid-induzierte hämorrhagische Zystitis

verschlimmert und eine Mercaptopurin-induzierte Hepatotoxizität verstärkt. Gleichzeitige oder

frühere Verabreichung von anderen Anthracyclinen, Anthracendionen oder Cyclophosphamid sowie

Bestrahlung der Herzregion kann die kardiotoxische Wirkung von Doxorubicin verstärken. Die

maximale kumulative Dosis von Doxorubicin sollte in diesen Fällen reduziert werden (siehe

«Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei gleichzeitiger Anwendung von anderen kardioaktiven Arzneimitteln (z.B. Calcium-Kanal-

Blocker) sollte die Herzfunktion während der Behandlung überwacht werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Studien bei Tieren haben eine Schädigung des Fötus gezeigt, bzw. es gibt Hinweise auf fötale

Risiken, basierend auf Erfahrungen bei Tieren, wobei die Risiken die möglichen positiven

therapeutischen Effekte bei weitem übersteigen. Das Arzneimittel ist bei schwangeren Frauen

kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»). Frauen im gebärfähigen Alter sollten, falls eine

Behandlung notwendig ist, während der Behandlung und bis zu 6 Monaten danach eine zuverlässige

Verhütungsmethode anwenden.

Da Doxorubicin in die Muttermilch übergeht soll während der Anwendung von Doxorubicin nicht

gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Wegen des häufigen Auftretens von Übelkeit und Erbrechen, sollte vom Führen von Fahrzeugen und

Bedienen von Maschinen abgeraten werden.

Unerwünschte Wirkungen

Knochenmarksdepression und Kardiomyopathien sind die schwerwiegendsten unerwünschten

Wirkungen.

Die unerwünschten Wirkungen sind nach Organklasse aufgeführt und nach Häufigkeitsgrad

gewichtet, unter Berücksichtigung folgender Definitionen: sehr häufig (≥10%), häufig (≥1%-<10%),

gelegentlich (≥0.1%-<1%), selten (≥0.01%-<0.1%).

Infektionen

Sehr häufig: Infektionen (23.9%).

Häufig: Sepsis/Septikämie.

Neoplasmen

Gelegentlich: Sekundärleukämie (ALL, AML).

Blut- und Lymphsystem

Sehr häufig: Leukopenie (bei Monotherapie mit 60 mg/m2: 80%, Grad 4 15%), Neutropenie, Anämie

(78%), Thrombozytopenie (73%).

Immunsystem

Sehr selten: Anaphylaxie.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: verminderter Appetit (29%), Gewichtszunahme (14.4%; bei Patientinnen mit frühem

Brustkrebs bei adjuvanter Behandlung mit Einschluss von Doxorubicin).

Gelegentlich: Anorexie.

Sehr selten: Hyperurikämie.

Häufigkeit unbekannt: Dehydrierung, Hyperurikämie.

Augen

Häufig: Konjunktivitis.

Selten: Keratitis, erhöhte Tränensekretion.

Herz

Sehr häufig: Reduktion der linksventrikulären Ejektionsfraktion (350-450 mg/m2: 38%; >450

mg/m2: 70%), abnormales EKG (15%).

Häufig: kongestive Herzinsuffizienz, Sinustachykardie.

Gelegentlich: Kardiomyopathie (atrioventrikulärer Block, Tachyarrhythmien, Schenkel-Block,

Bradykardie, Perikarditis, Myokarditis).

Gefässe

Gelegentlich: Embolien (Thromboembolie, Lungenembolie).

Sehr selten: Hämorrhagie, Thrombophlebitis.

Häufigkeit unbekannt: Schock, Phlebitis, Hitzewallungen.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Schleimhautentzündungen/Stomatitis (70%), Erbrechen (45%), Übelkeit (12-21%),

Diarrhoe (14%).

Häufig: Oesophagitis, abdominale Schmerzen.

Gelegentlich: Kolitis.

Sehr selten: Ulzerationen und Nekrosen des Dickdarms, erosive Gastritis,

Hyperpigmentation/Verfärbung der Mundschleimhaut.

Häufigkeit unbekannt: Gastrointestinale Blutungen.

Leber

Sehr häufig: erhöhte Transaminasen (39-71%).

Haut

Sehr häufig: Alopezie (90-100%), palmar-plantare Erythrodysästhesie (22-29%).

Häufig: Urtikaria, Exanthem, Hyperpigmentation der Haut und Nägel.

Selten: Photosensitivität, Überempfindlichkeit von vorbestrahlten Hautbezirken («Recall-

Phänomen»).

Sehr selten: Juckreiz, Hautveränderungen, akrale Erytheme.

Nieren und Harnwege

Häufig: Arzneimittelbedingte Rotfärbung des Urins in den ersten 1-2 Behandlungstagen.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr selten: Amenorrhö, Azoospermie, Oligospermie.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Asthenie (57%), Schüttelfrost (15%), Fieber (13%).

Häufig: Reaktionen an Infusionsstelle (Phlebosklerose, Extravasation mit Gewebsnekrose.

Sehr selten: Unwohlsein.

Überdosierung

Sehr hohe Einzeldosen von Doxorubicin können innerhalb von 24 Stunden zur Degeneration des

Myocards führen und innert 10–14 Tagen zu schwerer Knochenmarksdepression. Die Behandlung

sollte unterstützende Massnahmen umfassen und schliesst gegebenenfalls Bluttransfusionen und

Isolation ein. Herzinsuffizienz ist bis zu 6 Monate nach Überdosierung mit Anthracyclinderivaten

festgestellt worden. Die Patienten müssen daher sorgfältig überwacht werden. Bei Auftreten einer

Herzinsuffizienz sollte diese konventionell behandelt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L01DB01

Doxorubicin ist ein Anthracyclin-Antibiotikum mit antineoplastischer Wirkung, das aus Kulturen

von Streptomyces peucetius var. caesius isoliert wird.

Doxorubicin bindet sich an die DNS und hemmt die Synthese der Nukleinsäuren über die Hemmung

der Topoisomerase II.

Dadurch kommt es zur Hemmung der Mitoseaktivität sowie zum Auftreten von Chromosomen-

Aberrationen.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Doxorubicin kann durch ein 2- oder 3-Kompartiment-Modell beschrieben

werden.

Distribution

Doxorubicin zeigt eine ausgeprägte Gewebeverteilung mit einem Verteilungsvolumen von 700–1100

l/m². Die Liquorgängigkeit ist gering. Doxorubicin verteilt sich rasch in Ascites und erreicht dort

Konzentrationen über den Plasmaspiegeln. Die Plasmaproteinbindung beträgt 50–85%.

Metabolismus

Doxorubicin wird teilweise metabolisiert. Hauptmetabolit ist das aktive Doxorubicinol (=

Adriamycinol = 13-OH-Doxorubicin). Der Metabolismus erfolgt sowohl in der Leber als auch

extrahepatisch über eine NADPH-abhängige Aldoketoreduktase.

Elimination

Die Elimination erfolgt hauptsächlich über die Galle und Faeces, zu 40–50% unverändert und zu

23% als Doxorubicinol. Die renale Elimination ist gering (5–15% der Dosis) und in unveränderter

Form. Die Clearance von Doxorubicin beträgt 400–583 ml/min/m², die terminale Halbwertszeit 17 h

(Metaboliten 30–50 h).

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist die Ausscheidung von Doxorubicin verzögert,

was zu einer Akkumulation im Plasma und Gewebe führt.

Pädiatrie: Die Clearance war bei 52 Kindern im Alter von über 2 Jahren im Vergleich zu

Erwachsenen erhöht (1540 ml/min/m²). Die Clearance bei 8 Kindern von 2 Monaten bis 2 Jahren

(813 ml/min/m²) war im Vergleich zu älteren Kindern verringert und näherte sich der Clearance der

Erwachsenen.

Zur Pharmakokinetik bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und bei geriatrischen

Patienten liegen keine Daten vor. Bei stark übergewichtigen Patienten ist die systemische Clearance

reduziert.

Präklinische Daten

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Doxorubicin ist in vitro und in vivo mutagen.

Nach einmaliger intravenöser Gabe an Ratten wurde ein Anstieg der Tumorrate beobachtet.

Reproduktionstoxizität

Die Auswirkungen auf reproduktionstoxikologische Parameter wurden an Ratten und Kaninchen

untersucht. An weiblichen Ratten wurde Doxorubicin in Dosierungen von 0,025, 0,050 und 0,2

mg/kg i.v. täglich vom 14. Tag vor der Verpaarung bis zur Laktationsperiode verabreicht. Es wurden

keine maternaltoxischen Effekte beobachtet. Der Fertilitätsindex der mittleren und hohen

Dosisgruppe war vermindert, allerdings nicht signifikant.

Männliche Ratten, denen Doxorubicin an den Tagen 6, 16, 24 und 45 postnatal verabreicht wurde,

zeigten bis zum 16. Tag schwere Beeinträchtigungen der Fortpflanzungsorgane und Fertilität. Ab

Tag 24 waren die Effekte auf Reproduktionsorgangewichte und Spermienanzahl reversibel, ab Tag

45 waren keine Effekte erkennbar. Embryotoxische Effekte traten im Dosisbereich von 0,2 mg/kg bei

Ratten und Kaninchen auf.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Doxorubicin Sandoz eco darf nicht mit Heparin, Dexamethason, Fluorouracil, Hydrocortison-

Natriumsuccinat, Aminophyllin oder Cefalotin gemischt werden (z.B. im gleichen Infusionsbeutel

oder am Y-Stück des Infusionsschlauchs), da es zu Ausfällungen kommen kann. Falls eine

gleichzeitige Behandlung mit diesen Arzneimitteln notwendig ist, sollte der Schlauch zwischen der

Verabreichung dieser Substanzen gespült werden.

Bei längerem Kontakt mit alkalischen Lösungen wird der Wirkstoff hydrolysiert. Doxorubicin

Sandoz eco darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln

gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung, im Kühlschrank (2–8 °C), vor Licht geschützt und ausser Reichweite von

Kindern lagern

Doxorubicin Sandoz eco enthält kein Konservierungsmittel. Nach Anbruch der Durchstechflaschen

ist die Lösung sofort zu verwenden. Falls erforderlich kann sie maximal 24 Stunden im Kühlschrank

(2–8 °C) und vor Licht geschützt aufbewahrt werden.

Hinweise für die Handhabung

Zytostatika-Hinweis

Bei der Handhabung von Doxorubicin Sandoz eco, der Zubereitung der Injektionslösung und der

Entsorgung sind die Richtlinien für Zytostatika zu befolgen.

Vorbereitung

Doxorubicin Sandoz eco ist gebrauchsfertig und kann direkt verwendet werden. Vor Anwendung

muss die Lösung jedoch auf Raumtemperatur gebracht werden.

Verabreichung

Die gebrauchsfertige Doxorubicinlösung wird innerhalb von 3–10 Minuten intravenös injiziert um

das Risiko einer Thrombose oder Extravasation zu vermindern. Eine paravenöse Applikation muss

unbedingt ausgeschlossen werden. Deshalb sollte man sich durch Vorspritzen von NaCl 0.9% von

der korrekten Lage der Nadel oder des Venenkatheters einer Infusion überzeugen. Die Nadel oder

der Venenkatheter wird abschliessend mit NaCl 0.9% durchgespült.

Doxorubicin Sandoz eco darf nicht intramuskulär oder intrathekal verabreicht werden.

Zulassungsnummer

54828 (Swissmedic).

Packungen

Durchstechflasche zu 10 mg/5 ml: 1 [A]

Durchstechflasche zu 50 mg/25 ml: 1 [A]

Durchstechflasche zu 100 mg/50 ml: 1 [A]

Durchstechflasche zu 200 mg/100 ml: 1 [A]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch.

Domizil

Rotkreuz.

Stand der Information

Mai 2014.

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