Distickstoffoxid medizinal PanGas

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Distickstoffoxid medizinal PanGas Inhalationsgas
  • Darreichungsform:
  • Inhalationsgas
  • Zusammensetzung:
  • dinitrogenii oxidum 100 %, gasum inhalationis.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.


    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Distickstoffoxid medizinal PanGas Inhalationsgas
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Anästhetikum / Analgetikum / Sedativum Mehr

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 56417
  • Berechtigungsdatum:
  • 12-01-2010
  • Letzte Änderung:
  • 14-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Distickstoffoxid medizinal PanGas

PANGAS

Zusammensetzung

Wirkstoff: Distickstoffoxid N

O Ph.Eur. 100% (verflssigtes Gas unter 44

bar Druck bei 15 °C).

Hilfsstoffe: keine.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Inhalationsgas

Bei 15 °C enthalten die Gebinde 90% Fllssigkeit und 10% Gas (in Bezug

auf das Volumen).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Therapeutische Indikationen

Distickstoffoxid ist indiziertd

als Anästhetikum, in Verbindung mit jedem anderen intravenös oder

durch Inhalation verabreichten Anästhetikum;

als Analgetikum/Sedativum in allen Situationen, in denen eine schnell

einsetzende und zu beendende Analgesie/Sedierung erforderlich ist.

Dosierung/Anwendung

Alle Personen, die medizinisches Distickstoffoxid verabreichen, mlssen

in der Anwendung dieses medizinischen Gases entsprechend geschult

und gelbt sein.

Bei der Verabreichung von medizinischem Distickstoffoxid mlssen

angemessene Geräte zur Freihaltung der Luftwege sowie zu sofortiger

Reanimation bereitstehen.

Distickstoffoxid muss mit Sauerstoff gemischt verabreicht werden. Seine

Konzentration muss zwischen 35% und 70% betragen. Die

inspiratorische Sauerstoffkonzentration darf 30% nicht unterschreiten.

Dosierungen bei Kindern unterscheiden sich nicht von den Erwachsenen

Dosierungen.

Bei Schwangeren Frauen muss die verabreichte Konzentration unter 50%

liegen.

Bei Patienten mit gestörter alveolärer Sauerstoffaufnahme (z.B.

Emphysem, Lungenödem) muss der inspiratorische Sauerstoffanteil

erhöht werden.

Die Anwendungszeit richtet sich nach der Dauer der Narkose und sollte

in der Regel 6 Stunden nicht lberschreiten.

Distickstoffoxid darf nur im Operationssaal und im Behandlungszimmer

verabreicht werden (Mischung Distickstoffoxid und medizinischer

Sauerstoff 50%/50% verwenden). Zur Vorschriftgemässen Verwendung

von Distickstoffoxid mlssen folgende Anforderungen erflllt seind

eine Distickstoffoxid/SauerstofffMischbatterie, die einen FiO

fWert von

mindestens 21% garantiert, einen FiO

fWert von 100% zulässt und mit

einer Rlckschlagventilvorrichtung sowie einem Sauerstoffmangelf

Alarmsystem ausgerlstet ist;

ein Monitoring des FiO

fWerts in der Inspirationsluft bei klnstlicher

Beatmung.

Distickstoffoxid ist durch Inhalation, entweder bei spontaner Atmung

oder durch kontrollierte Beatmung zu verabreichen.

Distickstoffoxid darf nur in ausreichend bellfteten Räumen und/oder

unter Einsatz einer Absaugvorrichtung verabreicht werden. Zu hohe

Konzentrationen in der Umgebungsluft gemäss den vor Ort geltenden

Bestimmungen mlssen dadurch vermieden werden.

Distickstoffoxid besitzt dosisabhängig analgetische und sedative

Eigenschaften und beeinträchtigt dosisabhängig die kognitiven

Funktionen.

Es wird in der Regel mit Volumenanteilen von 35% bis 75% in einem

Gemisch mit Sauerstoff sowie gegebenenfalls kombiniert mit anderen

Anästhetika eingesetzt.

Distickstoffoxid alleine reicht in der Regel nicht aus, um eine

ausreichende Anästhesie zu erzeugen. Soll es zur Anästhesie verwendet

werden, ist es daher kombiniert mit einer angemessenen Dosis eines

anderen Anästhetikums zu verabreichen.

Distickstoffoxid wirkt additiv zu den meisten anderen Anästhetika.

Die Wirkungen von Distickstoffoxid sind im Wesentlichen nicht

altersabhängig. Die Wechselwirkung mit anderen Anästhetika ist jedoch

je nach Alter unterschiedlich und bei höherem Lebensalter relativ stärker

ausgeprägt.

Distickstoffoxid darf nicht mit höheren Konzentrationen als 70 bis 75%

und somit garantiertem sicherem Sauerstoffanteil verabreicht werden.

Bei Patienten mit beeinträchtigter Sauerstoffversorgung ist ein sicherer

Sauerstoffanteil zu verabreichen. Distickstoffoxid flhrt bei eingeatmeten

Konzentrationen bis zu 50 bis 60% zu Analgesie/Sedierung/Anxiolyse,

beeinträchtigt jedoch in der Regel weder das Bewusstsein noch die

Ansprechbarkeit. Bei diesen Konzentrationen bleiben Atmung, Kreislauf

und Schutzrefexe in der Regel sicher erhalten.

Kontraindikationen

Distickstoffoxid darf nicht verabrreicht werden:

bei Patienten mit folgenden Erkrankungen/Symptomend Pneumothorax,

Gasembolie, nach Tauchgängen und wenn die Gefahr einer

Dekompressionskrankheit besteht, in Verbindung mit einer

Pneumoenzephalographie, nach einem kardiopulmonalen Bypass, mit

HerzfLungenfMaschine oder bei einem ernsten Schädeltrauma, da sich

Luftblasen (Emboli)/luftgeflllte Räume aufgrund des Distickstoffoxids

ausdehnen können;

bei Patienten, die eine intraokuläre Gasinjektion (z.B. SF

) erhalten

haben, da die Gefahr einer weiteren Ausdehnung der Gasblase besteht,

die zur Erblindung flhren kann;

bei Patienten mit Anzeichen eines Darmverschlusses (Ileus), da die

Gefahr einer weiteren Ausdehnung des Darms besteht;

bei Patienten mit Herzversagen oder ernsten Funktionsstörungen des

Herzens (z.B. nach einer Herzoperation), da hier die leicht

kardiodepressive Wirkung von Distickstoffoxid zu einer weiteren

Verschlechterung der Herzfunktion flhren kann;

bei Patienten, die dauerhaft Zeichen von Verwirrung, Abweichungen der

kognitiven Funktion oder andere Anzeichen zeigen, die auf erhöhten

Schädelinnendruck zurlckzuflhren sein könnten, da Distickstoffoxid den

Schädelinnendruck noch weiter verstärken kann;

bei Patienten mit eingeschränktem Bewusstsein und/oder verringerter

Fähigkeit zur Kooperation beim Einsatz als Analgetikum, da

Schutzrefexe fehlen könnten;

bei Patienten, die eine Beatmung mit reinem Sauerstoff benötigen;

bei einer Verabreichungsdauer von mehr als 24 Stunden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Verabreichung von Distickstoffoxid kann den Druck in den kleinen

Ballonen der trachealen Intubationskatheter erhöhen.

Die Einflhrung von Distickstoffoxid in den Kreislauf der Inspirationsluft

bewirkt eine Erhöhung der Konzentration der halogenierten Anästhetika

(SecondfGasfEffect) und erleichtert somit die Einleitung der Anästhesie.

Die Einflhrung von Distickstoffoxid in den Kreislauf verringert die

Verdampfungsrate der halogenierten Anästhetika durch den Verdampfer.

Entsprechend steigt beim Abbrechen der Distickstoffoxidzufuhr die

Konzentration der halogenierten Anästhetika. Es empfehlt sich deshalb,

die Verabreichung des flchtigen halogenierten Anästhetikums vor dem

Distickstoffoxid zu unterbrechen.

In den Minuten nach dem Abbrechen der Distickstoffoxidzufuhr tritt eine

Diffusionshypoxie ein. Aus diesem Grund ist der FiO

fWert in der vom

Patienten inhalierten Luft während dieses Zeitraums zu erhöhen.

Tritt während einer Anästhesie mit einem Gerät mit Dif

stickstoffoxid/SauerstofffVersorgung eine Zyanose auf, muss in einem

ersten Schritt zwingend die Distickstoffoxidzufuhr unterbrochen und,

falls die Zyanose nicht sehr schnell abklingt, der Patient mit einem

Beatmungsbeutel mit Raumluft von Hand beatmet werden.

Distickstoffoxid beeinträchtigt den VitaminfB

f und Folatmetabolismus.

Die Anwendung von Distickstoffoxid flhrt zur Inaktivierung des Vitamin

, was den Folatstoffwechsel beeinträchtigt. Längere Verabreichung

von Distickstoffoxid beeinträchtigt die DNAfSynthese. Diese Störungen

flhren zu megaloblastischen Veränderungen des Knochenmarks und

möglicherweise zu Myeloneuropathie und subakuter kombinierter

Degeneration des Rlckenmarks.

Distickstoffoxid darf aufgrund der möglichen Auswirkungen auf die

VitaminfB

fMethioninsynthetase nicht lber längere Zeiträume hinweg

verabreicht werden. Hierzu zählt etwa die Sedierung auf der

Intensivstation. Bei längerem Einsatz lber sechs Stunden mlssen die

potenziellen Wirkungen auf die VitaminfB

fMethioninsynthetase

berlcksichtigt werden.

Medizinisches Distickstoffoxid darf bei Patienten, die eine intraokuläre

Injektion erhalten haben, nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Es ist

sicherzustellen, dass diese ausreichend lange zurlckliegt, da die Gefahr

besteht, dass Sehstörungen auftreten.

Bei chirurgischen Eingriffen in den Luftwegen mithilfe eines Lasers darf

Distickstoffoxid aufgrund des relativen Risikos explosiver Entzlndungen

nicht eingesetzt werden.

In folgenden Fällen ist bei der Verwendung von Distickstoffoxid

besondere Vorsicht gebotend

Herzinsuffizienzd Tritt bei der DistickstoffoxidfVerabreichung an einen

herzinsuffizienten Patienten eine Hypotonie oder eine

Kreislaufnsuffizienz auf, ist die Distickstoffoxidzufuhr zu unterbrechen.

Sinusf und Innenohrchirurgie.

Es ist daflr zu sorgen, dass die Distickstoffoxidkonzentration im

Arbeitsbereich so gering wie möglich und im Rahmen der vor Ort

geltenden Bestimmungen bleibt.

Bei Personen, die dauerhaft geringen Konzentrationen Distickstoffoxid

ausgesetzt sind, ist eine gesundheitliche Gefährdung nicht völlig

auszuschliessen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann kein eindeutiger kausaler

Zusammenhang zwischen dauerhaft niedrigen Konzentrationen von Dif

stickstoffoxid in der Atemluft und einer Gesundheitsgefährdung

hergestellt werden. Es ist jedoch auch nicht möglich, einen

Zusammenhang zwischen dauerhaft niedrigen Konzentrationen von

Distickstoffoxid in der Atemluft und der Entwicklung bösartiger oder

anderer chronischer Erkrankungen, eingeschränkter Fruchtbarkeit,

spontanem Abort und/oder Fehlbildungen völlig auszuschliessen. Es gibt

zurzeit keine absolut sicheren Grenzwerte flr zulässige

Dauerkonzentrationen von Distickstoffoxid in der Atemluft, unterhalb

derer eine potenzielle Gesundheitsgefährdung sicher ausgeschlossen

werden kann.

Zur Zeit lässt sich kein klarer Kausalzusammenhang zwischen

Distickstoffoxid und den Fällen verminderter Fruchtbarkeit

dokumentieren, von denen bei medizinischem Personal und Sanitätern

berichtet wurde, die dem Gas wiederholt in nicht richtig bellfteten

Räumen ausgesetzt waren. Die Räume, in denen Distickstoffoxid häufg

eingesetzt wird, mlssen ein ordnungsgemässes System flr

Lufterneuerung und Bellftung oder ein Absaugsystem besitzen, das die

Distickstoffoxidkonzentration in der Umgebungsluft unterhalb der

jeweiligen nationalen Richtlinien hält (zeitbezogene

Durchschnittskonzentration, «Time Weighted Average» TWA).

Distickstoffoxid muss in daflr angepassten Räumen verabreicht werden,

die eine Sauerstoffversorgung und eine Absaugung besitzen und in

denen Apparate flr die klnstliche Beatmung bereitstehen. Es mlssen

Mitarbeiter anwesend sein, die in Notfallmassnahmen geschult sind.

Es besteht ein Abususpotential.

Medizinisches Distickstoffoxid kann in hohen Konzentrationen (>50%)

zum Verlust der laryngealen Refexe und zu

Bewusstseinseinschränkungen flhren. Bei Konzentrationen lber 60 bis

70% flhrt es oft zu Bewusstlosigkeit. Zudem steigt das Risiko der

Beeinträchtigung der laryngealen Refexe.

Nach einer Allgemeinanästhesie durch einen hohen Anteil

Distickstoffoxid besteht das klinisch gut bekannte Risiko einer

Hypoxämie (Diffusionshypoxämie). Dieses Problem ist neben der

Gaszusammensetzung in den Alveolen auch auf die beeinträchtigten

Körperreaktionen auf Hypoxie, Hyperkapnie und Hyperventilation

zurlckzuflhren. Nach einer Allgemeinanästhesie empfehlt es sich,

zusätzlich Sauerstoff zu geben und pulsoximetrisch die

Sauerstoffsättigung zu lberwachen, bis der Patient ausreichende

Zeichen einer Erholung zeigt.

Distickstoffoxid flhrt zu einer Erhöhung des Mittelohrdrucks.

Interaktionen

Distickstoffoxid verstärkt die hypnotischen Wirkungen intravenös oder

per Inhalation verabreichter Anästhetika (Thiopental, Benzodiazepine,

morphinhaltige, halogenierte Anästhetika), so dass deren Dosierung

reduziert werden kann.

Die myokardiale Kontraktilität kann bei einer Kombination von

Distickstoffoxid mit Opiaten negativ beeinfusst werden.

Naloxon schwächt die analgetische Wirkung von Distickstoffoxid ab.

Distickstoffoxid verstärkt unerwlnschte Wirkungen von Methotrexat.

Bei einer Kombination von Distickstoffoxid mit anderen

Inhalationsanästhetika kommt es zu einer erhöhten Aufnahme der

anderen Gase (SecondfGasfEffect).

Distickstoffoxid erniedrigt die MAC Werte anderer

Inhalationsanästhetika.

Bei einer Interaktion zwischen Distickstoffoxid und unvollständig

resorbiertem ophthalmologischem Gas (SF&, C3F8, C2F6) kann eine

schwerwiegende postoperative Komplikationen bei steigendem

intraokulären Augendruck auftreten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Auch wenn bisherige Erfahrungen mit einer therapeutischen Anwendung

von Distickstoffoxid in Kombination mit anderen Wirkstoffen bei

Schwangeren kein erhöhtes Risiko flr die Entstehung von Missbildungen

gezeigt haben, sollte Distickstoffoxid im ersten und zweiten

Schwangerschaftsdrittel nicht und im letzten Schwangerschaftsdrittel

nur nach sorgfältiger Nutzen/RisikofAbwägung durch einen Arzt

angewendet werden.

In Tierversuchen wurden nach Gabe von Distickstoffoxid Knochenf und

Organmissbildungen, Wachstumsretardierungen sowie embryof und

fetoletale Effekte beobachtet.

Distickstoffoxid ist plazentagängig und die Narkosetiefe des

ungeborenen Kindes entspricht der der Mutter. Bei Kindern, deren Mltter

während der Schwangerschaft Distickstoffoxid erhielten, sollte in den

ersten Lebensjahren auf neurologische Entwicklungsstörungen geachtet

werden.

Bei einem Einsatz von Distickstoffoxid in der Geburtshilfe ist bei

Neugeborenen auf hypoxische Zustände zu achten. Bei Frlhgeborenen

kann das Auftreten von Hirnblutungen durch Distickstoffoxid zusätzlich

erhöht sein. Diese Kinder sind daher besonders sorgfältig zu

lberwachen.

Stillen

Es ist nicht bekannt, in welchem Umfang Distickstoffoxid in die

Muttermilch lbertritt. Daher sollte nach einer DistickstoffoxidfExposition

das Stillen erst nach sorgfältiger Nutzen/RisikofAbwägung wieder

aufgenommen werden.

Wirkung auf die Fahrtlchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nach einer Narkose mit Distickstoffoxid darf der Patient nicht aktiv am

Strassenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen; lber den

Zeitfaktor hat der Arzt individuell zu entscheiden. Der Patient sollt sich

nur in Begleitung nach Hause begeben und keinen Alkohol zu sich

nehmen.

Unerwlnschte Wirkungen

Herz- und Gefässerkrankungen

Obwohl nur eine geringe Wirkung auf den Kreislauf zu erwarten ist, kann

es zur Senkung des Blutdrucks, zur Abnahme des Schlagvolumens und

zur Steigerung des pulmonalvaskulären Widerstandes kommen.

Distickstoffoxid kann zu einer Dilatation der Hirngefässe mit

nachfolgender Steigerung des intrakraniellen Druckes flhren.

Stoffwechselerkrankungen

Über das Auftreten einer malignen Hyperthermie unter Distickstoffoxid

ist sehr selten (< 1/10’000 Fällen) berichtet worden. Distickstoffoxid

kann Vitamin B

inaktivieren und dadurch die DNAfSynthese

beeinträchtigen. Bei langer Anwendungsdauer besteht die Gefahr der

Knochenmarksdepression und peripherer Neuropathien.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit und Erbrechen können auftreten.

Psychiatrische Erkrankungen

Euphorien, Träume und Phantasien werden beschrieben.

Überdosierung

Als Symptome einer Überdosierung können Hypoxie,

Kreislaufdepression, Agitation oder Somnolenz bis Bewusstlosigkeit

auftreten.

Der Patient ist mit reinem Sauerstoff kontrolliert zu beatmen,

gegebenenfalls sind kreislaufunterstltzende Massnahmen erforderlich.

Ein spezielles Antidot existiert nicht.

Eigenschaften/Wirkungen

ATCfCoded N01AX13

Distickstoffoxid ist ein farbloses Gas mit schwach slsslichem Geruch,

das brandfördernd wirkt und schwerer ist als Luft.

Pharmakodynamik

Distickstoffoxid hat eine dosisabhängige dämpfende Wirkung auf das

Zentralnervensystem.

Es wirkt schwach anästhetisch, so dass es flr die Anästhesie in

Kombination mit anderen flchtigen oder intravenös verabreichten

Anästhetika verwendet werden muss. Aufgrund seiner geringen

Löslichkeit in Blut und Fett weist es einen schwachen anästhetischen

Effekt, einen raschen Wirkungseintritt sowie eine rasche Eliminierung

beim Abbrechen der Verabreichung auf.

Seine analgetische Wirkung tritt bereits bei geringer Dosis auf (tiefe

Konzentration). Sie beruht auf der Heraufsetzung der Schmerzschwelle.

Es dämpft die synaptische Übermittlung der nozizeptiven Botschaften

und aktiviert das sympathische Nervensystem, dessen noradrenergen

Neuronen bei der Schmerzempfndung eine Rolle spielen.

Es wirkt gering amnestisch. Seine muskelentspannende Wirkung ist sehr

schwach.

Auf Ebene der Atmung wird eine Erhöhung des Rhythmus mit Abnahme

des Atemzugvolumens ohne Hyperkapnie beobachtet.

Auf Ebene des Herzens wird eine Myokarddepression beobachtet, die es

bei Linksherzinsuffizienz zu berlcksichtigen gilt.

Es tritt eine mässige Herabsetzung der Kontraktilität auf, mit geringem

Effekt auf die Linksherzbelastung. Die mässige Kreislaufdämpfung wird

durch die Erhöhung des sympathischen Tonus grösstenteils kompensiert.

Die Wirkung von Distickstoffoxid auf die Wahrnehmung und die

kognitiven Funktionen setzt bei etwa 15 Volumenf% ein und ist klar von

der Dosierung abhängig. Bei Konzentrationen lber 60 bis 70 Volumenf%

ist der Patient nicht mehr ansprechbar. Bei endf expiratorischen

Konzentrationen von etwa 20 Volumenf% zeigen sich dosisabhängige

analgetische Eigenschaften.

Es gibt deutliche Hinweise, dass sich Distickstoffoxid direkt oder indirekt

auf eine Reihe von Neurotransmittersystemen des Gehirns und des

Rlckenmarks auswirkt. Einer der zentraleren Wirkungsmechanismen

könnte die Interaktion mit den endogenen OpioidfRezeptorsystemen des

Zentralnervensystems sein. Darlber hinaus gibt es Erkenntnisse, die die

Theorie stltzen, dass Distickstoffoxid die Freisetzung von Norepinephrin

auf Ebene des Dorsalhorns des Rlckenmarks fördert und einige seiner

antifanxiozeptiven Wirkungen durch spinale Inhibition entstehen. Obwohl

also der Wirkungsmechanismus von Distickstoffoxid noch nicht

vollständig geklärt ist, gibt es immer deutlichere Hinweise auf eine

Wechselwirkung mit einer Reihe von Neurotransmittern.

Pharmakokinetik

Distickstoffoxid wird schnell lber die Lunge resorbiert. Aufgrund seiner

hohen Diffusion und geringen Löslichkeit erreicht die alveoläre

Konzentration in weniger als 5 Minuten annährend die inhalierte

Konzentration.

Seine Verteilung erfolgt einzig in gelöster Form im Blut. In den stark

durchbluteten Geweben, insbesondere im Gehirn, entspricht die

Konzentration in weniger als 5 Minuten annähernd der inhalierten

Konzentration.

Es erfährt keine Metabolisierung und wird beim normal bellfteten

Patienten innert weniger Minuten lber die Lunge eliminiert.

Präklinische Daten

Bisherige infvitrofTests mit Distickstoffoxid zur genetischen Toxikologie

zeigten positive und negative Befunde, infvivofTierstudien dagegen

verliefen negative. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die infvitrof

Befunde flr die infvivofSituation keine Bedeutung haben, und unter den

Bedingungen der sachgemässen klinischen Anwendung kein relevantes

genotoxisches Potential flr Distickstoffoxid vorliegt.

Eine 78fWochenfStudie an Mäusen zur Kanzerogenität von

Distickstoffoxid verlief negativ.

Bei Ratten flhrte in einer Studie die kombinierte Gabe von

Distickstoffoxid und Ketamin lber 3 Stunden zu einer histologische

nachgewiesenen, weit höheren Neurotoxizität als die Gabe der

jeweiligen Stoffe allein.

In einer Fertilitätsstudie an männlichen Ratten zeigten sämtliche Tiere

unter Begasung mit 20% Distickstoffoxid nach 14 Tagen reversible

Spermatogeneseschädigungen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibrilitäten

Keine bekannt.

Haltbrarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.»

bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Im Originalbehältnis aufbewahren. Das Behältnis fest verschlossen

halten. Vor Sonneneinstrahlung und Wärmeeinwirkung schltzen. Nur an

einem gut bellfteten Ort und nicht lber 30 °C lagern. Ungewolltes

Ausströmen von Distickstoffoxid in geschlossenen Räumen erhöht die

Brandgefahr; es gilt Rauchf und Feuerverbot, mögliche Zlndquellen sind

zu beseitigen. Distickstoffoxid ist schwerer als Luft; bei hoher

Konzentration besteht Erstickungsgefahr.

Druckbehältnis gegen Umfallen sichern. Nicht in Treppenhäusern, Fluren,

Durchgängen und Aufenthaltsf bzw. Verbrauchsräumen lagern.

Hinweise für die Handhabrung

Um Zwischenfälle zu vermeiden, sind folgende Anweisungen zwingend

zu befolgend

Die Gebinde stets aufrechtstehend aufbewahren, um das Risiko von

Fllssigkeitsspritzern zu vermeiden, die schwere Verbrennungen

(Kaltverbrennungen) verursachen. Bei einer Verbrennung mit viel

Wasser spllen.

Das Material ist vor dem Gebrauch auf seinen einwandfreien Zustand zu

prlfen.

Es gilt zu beachten, dass der Gasdruck in den Flaschen unabhängig vom

Pegel der verbleibenden Fllssigkeit konstant bleibt (44 bar bei 15 °C)

und somit keinen Rlckschluss auf die verbleibende Menge erlaubt. Erst

wenn die Flasche nur noch Gas enthält, fällt der Druck rasch ab. Deshalb

kann während des Gebrauchs einzig das Gewicht der Flasche

Rlckschllsse auf den verbleibenden Inhalt zulassen.

Das Material ist vor dem Gebrauch auf seinen einwandfreien Zustand zu

prlfen.

Kein Gebinde handhaben, dessen Ventil nicht durch eine Schutzkappe

oder eine fhllle geschltzt ist.

Das Material mit sauberen, fettfreien Händen handhaben.

Zum Handhaben der Gebinde von 50 l und mehr saubere

Arbeitshandschuhe und Sicherheitsschuhe tragen.

Grössere Gasfaschen mlssen mit einem geeigneten Wagen

transportiert werden. Insbesondere ist darauf zu achten, dass sich keine

angeschlossenen Geräte versehentlich lösen.

Die Gebinde mit geeignetem Material befestigen (Ketten, Haken oder

ähnliches), um sie in aufrechter Position zu halten und vor dem Umfallen

zu schltzen.

Ein Gebinde niemals in eine Halterung zwängen, in die es nur schwer

hineinpasst.

Das Gebinde nicht am Ventil heben.

Einen spezifschen Anschluss vom Typ «G 3/8» rechts verwenden,

welcher der Norm SN 219505f9 entspricht.

Einen Druckminderer mit Durchfussmesser verwenden, der einen Druck

von mindestens 1,5fmal den maximalen Betriebsdruck der Flasche

zulässt.

Bei den Flaschenblndeln nur Druckminderer verwenden, die mindestens

auf 315 bar geeicht sind.

An den Wandanschllssen Schläuche verwenden, die mit spezifschen

Aufsätzen flr Distickstoffoxid medizinal ausgerlstet sind.

Keine Verbindungsstlcke verwenden, um zwei Vorrichtungen zu

verbinden, die nicht zusammenpassen.

Ventil langsam öffnen.

Ventil niemals gewaltsam und nicht bis zum Anschlag öffnen.

Ausgangsanschluss der Gebinde vor dem Anschliessen des

Druckminderers reinigen, um etwaige Staubpartikel zu entfernen. Die

Schnittstellen zwischen dem Gebinde und dem Druckminderer sauber

halten.

Druckminderer niemals mehrmals nacheinander unter Druck setzen.

Sich niemals vor das Ventil stellen, sondern sich immer auf der dem

Druckminderer entgegengesetzten Seite, hinter dem Gebinde und mit

etwas Abstand dazu positionieren. Den Patienten niemals dem Gasfuss

aussetzen.

Vorgängig die Kompatibilität der Materialien prlfen, die in Kontakt mit

dem medizinisches Distickstoffoxid kommen, insbesondere am

Druckminderer Anschlussdichtungen verwenden, die flr dieses Gas

vorgesehen sind.

Den Zustand der Dichtungen lberprlfen.

Nicht rauchen.

Keine Flamme in die Nähe bringen.

Nicht einfetten.

Insbesondered

a) Dieses Gas niemals in ein Gerät einflhren, das feuergefährliche

Stoffe, insbesondere Fett, enthalten könnte.

b) Die Produkte, die dieses Gas enthalten, Ventile, Verbindungsstlcke,

Leitungen niemals mit brennbaren Mitteln, fetthaltigen Stoffe reinigen.

Keine fetthaltigen Stoffe (Vaseline, Salben etc.) auf das Gesicht des

Patienten auftragen.

Weder am Material noch in dessen Nähe Vorrichtungen verwenden, die

Aerosol (Lack, Deodorant etc.) oder Lösungsmittel (Alkohol, Benzin)

freisetzen.

Gebindeventil nach dem Gebrauch schliessen, Druck des

Druckminderers durch Offenhalten des Durchfussmessers abfallen

lassen, Durchfussmesser schliessen und danach die Verstellschraube

des Druckminderers lösen (nicht bei integrierten Druckminderern).

Ein defektes Ventil nicht zu reparieren versuchen.

Unter Druck stehendes Gas nicht von einer Flasche in eine andere

umflllen.

Druckminderer/Durchfussmesser nicht mit Hilfe einer Zange anziehen,

um die eine Beschädigung der Dichtung zu vermeiden.

Im Falle des Entweichens von Gas undichtes Ventil schliessen. Raum gut

llften und evakuieren. Niemals ein undichtes Gebinde verwenden und

die Einleitung der Notfallmassnahmen kontrollieren.

Bei starker Öffnung des Ventils mit Bildung von Reif am Druckminderer

das Gebinde nicht verwenden und es an den Verkaufspunkt

zurlckbringen.

Bei tiefen Raumtemperaturen oder wenn ein intensiver Gebrauch eine

Abklhlung des Gebindes bewirkt, kann der Durchfuss aufgrund eines

ungenlgenden Drucks im Gebinde sinken oder ausbleiben.

Gebinde mit Distickstoffoxid medizinal nicht bei Temperaturen von unter

0 °C verwenden, um Druckabfälle bei intensivem Gebrauch zu

vermeiden.

Das Ventil der Gasfasche muss geschlossen werden, solange sich noch

eine kleine Restmenge Gas in der Flasche befndet (ca. 2 bar). Dieser

kleine Restdruck muss unbedingt in der Gasfasche verbleiben, um sie

vor Verunreinigungen zu schltzen oder um eine Korrosion durch

Feuchtigkeit zu verhindern.

Distickstoffoxid niemals flr Dichtigkeitstests, flr die Versorgung von

pneumatischen Anlagen oder flr das Durchblasen von Rohren

verwenden.

Der Grenzwert flr die mittlere Expositionszeit (während 8 Stunden/Tag)

flr die Exposition des Personals mit Distickstoffoxid ist auf 100 ppm

festgesetzt worden.

Den Verwendungsort systematisch llften. Die ausgeatmeten Gase

evakuieren und die Orte, wo sie sich ansammeln können, meiden. Es ist

ratsam, sich vor jedem Gebrauch von der Möglichkeit zu versichern, die

Gase im Falle eines Unfalls oder eines Lecks zu evakuieren.

Zulassungsnummer

56417 (Swissmedic).

Packungen

Distickstoffoxid medizinal PanGas Inhalationsgas 1,41 m3 Fl 3,5 Lt (1

bar, 15 °C). (B)

Distickstoffoxid medizinal PanGas Inhalationsgas 4,06 m3 Fl 10 Lt (1 bar,

15 °C). (B)

Distickstoffoxid medizinal PanGas Inhalationsgas 16,26 m3 Fl 40 Lt (1

bar, 15 °C). (B)

Distickstoffoxid medizinal PanGas Inhalationsgas 243,9 m3 Fl 600 Lt (1

bar, 15 °C). (B)

Zulassungsinhaberin

PanGas AG, Industriepark 10, 6252 Dagmersellen.

Stand der Information

Juni 2009.

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



  • Dokumente in anderen Sprachen zur Verfügung hier