Dipiperon

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Dipiperon Tabletten
  • Darreichungsform:
  • Tabletten
  • Zusammensetzung:
  • pipamperonum 40 mg zu pipamperoni dihydrochloridum, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Dipiperon Tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Neurolepticum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 30269
  • Berechtigungsdatum:
  • 17-01-1964
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage: zusammensetzung, kinische angaben, nebenwirkungen, wechselwirkungen, dosierung, schwangerschaft, stillzeit

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Dipiperon® Tabletten

EUMEDICA

Was ist Dipiperon und wann wird es angewendet?

Dipiperon gehört zur Präparate-Gruppe der sogenannten «Neuroleptika». Dipiperon wird

angewendet bei psychischen Krankheiten (sogenannte «chronische Psychosen»), die sich z.B. in den

folgenden Symptomen ausdrücken können: Ungewöhnliches Misstrauen, etwas glauben, das nicht

wahr ist (Wahnvorstellungen); Rückzug in sich selbst, Fehlen von Gefühlen; etwas hören, sehen oder

fühlen, was nicht da ist und was andere Personen nicht wahrnehmen können.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Wann darf Dipiperon nicht angewendet werden?

Nehmen Sie Dipiperon nicht ein, wenn Sie:

an der Parkinson’schen Krankheit leiden oder früher gelitten haben;

Schläfrigkeit und Verlangsamung der Reaktion beobachten, entweder im Zusammenhang mit einer

Krankheit oder nach Einnahme von Alkohol oder Arzneimitteln, die auf das Nervensystem dämpfend

wirken;

überempfindlich allergisch auf einen der Inhaltsstoffe von Dipiperon oder auf ähnliche Arzneimittel

reagieren.

Wann ist bei der Einnahme von Dipiperon Vorsicht geboten?

Ältere Personen

Dipiperon kann bei älteren Personen eine stärkere Wirkung bzw. stärkere Nebenwirkungen haben,

weshalb der Arzt oder die Ärztin dann niedrigere Dosen verschreiben wird.

Vor der Einnahme dieses Arzneimittels sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin davon in Kenntnis

setzen, wenn Sie an eine der folgenden Krankheiten leiden:

– Herz- oder Kreislaufkrankheit,

– Herzrhythmusstörungen,

– Parkinson’sche Krankheit, Depressionen oder Epilepsie.

Kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eines der folgenden Symptome während der

Einnahme von Dipiperon feststellen:

– Herzrhythmusstörungen,

– hohes Fieber, steife Muskeln, schnelle Atmung, abnormales Schwitzen oder verminderte

Wachsamkeit,

– Zucken von Zunge, Gesicht, Mund oder Kiefer,

– Zittern, Steifigkeit, übermässiger Speichelfluss, Trägheit, Ruhelosigkeit, Muskelkrämpfe,

– Hautausschlag am ganzen Körper mit Verletzungen im Mund und Fieber.

Andere Arzneimittel und Alkohol

Trinken Sie keinen Alkohol während einer Dipiperon-Therapie, da Dipiperon die Wirkung des

Alkohols verstärkt.

Es kann zu Wechselwirkungen zwischen Dipiperon und den folgenden Arzneimitteln kommen:

Arzneimittel, die Ihre Reaktion verlangsamen: z.B. starke Schmerzmittel, Schlafmittel,

Beruhigungsmittel, Mittel gegen Depressionen und gewisse Arzneimittel gegen Allergien (sog.

Antihistaminika);

Arzneimittel gegen Bluthochdruck;

Arzneimittel gegen die Parkinson’sche Krankheit;

Arzneimittel gegen Epilepsie (Phenytoin, Barbiturate);

Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (z.B. Quinidin und Amiodaron), gewisse Antibiotika

(sog. Makrolide).

Teilen Sie Ihrem Arzt, Apotheker resp. Ihrer Ärztin oder Apothekerin mit, welche Arzneimittel Sie

momentan einnehmen. Er oder sie wird Sie informieren, welche Präparate Sie zurzeit nicht

einnehmen dürfen oder welche Massnahmen (z.B. Dosierungsanpassung) notwendig sind. Beginnen

Sie nicht mit der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel, während Sie Dipiperon einnehmen,

ohne dass Sie vorher mit Ihrem Arzt, Apotheker oder Ihrer Ärztin oder Apothekerin Rücksprache

genommen haben.

Wichtig

Ältere Patienten mit Demenz, welche eine Dipiperon Behandlung benötigen, können ein höheres

Sterberisiko aufweisen als unbehandelte Patienten.

Wenn hohes Fieber, Muskelsteifheit, schnelle Atmung, abnormales Schwitzen oder verminderte

Aufmerksamkeit (Bewusstseinsverminderung) auftreten, sollten Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre

Ärztin benachrichtigen. Es könnte sein, dass Ihr Körper nicht richtig auf das Arzneimittel reagiert.

Wenn Sie ausnahmsweise zu viele Tabletten eingenommen haben, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre

Ärztin umgehend konsultieren. Wenn Sie zu viel Dipiperon einnehmen, können diejenigen

Nebenwirkungen, die bei empfohlenen Dosierungen vorkommen und zusätzliche Symptome

auftreten.

Todesfälle sind bei Überdosierungen berichtet worden.

Eine oder mehrere der folgenden Nebenwirkungen können auftreten: Schwäche, Schläfrigkeit,

Muskelsteifigkeit, Zittern, Krampfanfälle, tiefer Blutdruck, schneller Puls, Übelkeit vom Magen,

Erbrechen, Durchfall, Verstopfung des Darms, Verengung der Augenpupille, Aggression und

Orientierungslosigkeit.

Die folgenden unerwünschten lebensbedrohlichen Wirkungen können auftreten:

Herzrhythmusstörungen, Atemstillstand, Herzstillstand, Koma, Hirnschwellung aufgrund einer

Erhöhung des Wassergehaltes des Hirngewebes, Reduktion des Blutflusses zum Hirn, verminderte

Sauerstoffversorgung des Hirns und ein Zustand, in dem das Blut zu viel Säure enthält.

Autofahren und Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen! Bedienen Sie also keine Maschinen und lenken Sie

kein Fahrzeug, ausser Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erlaubt es Ihnen.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) anwenden.

Darf Dipiperon während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder planen, schwanger zu werden, müssen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin

aufsuchen, welche(r) entscheiden wird, ob Sie Dipiperon einnehmen dürfen. Zittern,

Muskelsteifigkeit und/oder Muskelschwäche, Schläfrigkeit, Erregung, Schwierigkeiten beim Atmen

oder Probleme beim Füttern können beim Neugeborenen auftreten, wenn die Mutter im letzten

Drittel der Schwangerschaft Dipiperon einnimmt.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ärztin unverzüglich im Falle einer Schwangerschaft, um das

weitere Vorgehen zu besprechen. Die Behandlung soll keinesfalls aus eigenem Ermessen abgesetzt

werden. Ein plötzliches Absetzen von Dipiperon kann schwerwiegende Folgen haben.

Bitte informieren Sie auch unverzüglich Ihren Frauenarzt bzw. -ärztin oder Geburtshelfer/-in über

eine Einnahme während der Schwangerschaft, insbesondere wenn beschriebene Auffälligkeiten bei

Ihrem Kind nach der Geburt auftreten.

Während der Anwendung von Dipiperon soll nicht gestillt werden.

Wie verwenden Sie Dipiperon?

Dipiperon steht in Form von Tabletten zur Verfügung. Sie können Dipiperon-Tabletten mit ein

wenig Wasser während oder zwischen den Mahlzeiten schlucken.

Es ist sehr wichtig, dass die richtige Menge von Dipiperon eingenommen wird. Der Arzt oder die

Ärztin wird die Dosis so lange ändern, bis die für Sie beste Menge gefunden ist.

Die folgenden Dosierungsangaben geben Ihnen nur eine grobe Idee von der Menge, die Sie

einnehmen sollen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihnen genau mitteilen, wie viele Tabletten Sie

brauchen.

Erwachsene

Erwachsene beginnen mit 1 Tablette 3mal täglich. Diese Dosis kann auf Verschreibung des Arztes

oder der Ärztin gesteigert werden auf maximal 3 Tabletten 3mal täglich.

Ältere Personen

Ältere Personen starten mit ½ Tablette täglich. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann dann die Dosis weiter

steigern bis die gewünschte Wirkung erreicht ist (z.B. ½ bis 1 Tablette 3× täglich).

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Patienten mit Leber- bzw. Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Leber- bzw. Niereninsuffizienz wird Dipiperon nicht empfohlen.

Bei Kindern und Jugendlichen wird Dipiperon nicht empfohlen.

Wichtig

Beenden Sie die Therapie nur nach Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin. Wenn Sie zu früh, ohne

die Einwilligung des Arztes resp. der Ärztin, die Therapie abbrechen, kann Ihr Problem wieder

auftreten. Bleiben Sie also in Kontakt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, von dem Moment an, wo Sie

die Therapie beenden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Dipiperon haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Dipiperon auftreten:

Sehr häufig (mindestens 1 von 10 Patienten)

Schläfrigkeit.

Ruckartiges Nachgeben des Muskeltonus bei passiver Bewegung einer Extremität

(Zahnradphänomen).

Häufig (können bei mindestens 1 von 100 Patienten aber weniger als 1 von 10 Patienten auftreten)

Muskelsteifheit, Ruhelosigkeit (Unvermögen still zu sitzen), Gehschwierigkeiten, Blickkrämpfe,

Muskelkrämpfe in der Streckmuskulatur des Rückens, die zur Rückwärtsbeugung des Kopfes und zu

Überstreckung des Rumpfes und Extremitäten führen (Opisthotonus), anomale Bewegungen von

Zunge, Mund und Körper (Dyskinesie). Diese Symptome sind auch als extrapyramidale Symptome

bekannt.

Depressionen.

Erbrechen.

Schwäche, Schwindel beim Aufstehen, schneller Herzschlag.

Nesselsucht.

Ausbleiben der Menstruation.

Sehr selten (treten bei weniger als 1 von 10’000 Patienten auf)

Verminderte Anzahl weisser Blutkörperchen.

Nasenbluten.

Allergische Reaktion, mit unterschiedlichen Symptomen wie Ausschlag, Anschwellen und/oder

Atembeschwerden.

Krampfanfälle.

Ohnmachtsanfälle.

Während einer Langzeittherapie können Zuckungen der Zunge, im Gesicht, des Mundes oder des

Kiefers auftreten, die langfristig dauern können. Möglicherweise mit wurmartigen Bewegungen Ihrer

Zunge und Ihres Mundes, mit einer begrenzten Fähigkeit Ihren Mund ganz aufzusperren. Diese

Symptome können auch nach Absetzen des Arzneimittels noch anhalten.

Zittern.

Tiefer Blutdruck.

Hautausschlag.

Vergrösserung der Brust, auch bei Männern, Ausfluss eines Sekrets aus der Brust,

Menstruationsstörungen.

Müdigkeit.

Schwellung der Gliedmassen, des Gesichts oder der Knöchel.

Tiefe Körpertemperatur.

Fieber.

Folgende unerwünschte Wirkungen stellen einen medizinischen Notfall dar:

Malignes neuroleptisches Syndrom, das mit einer Versteifung des Körpers und hohem Fieber

einhergeht.

Herz-Rhythmusstörungen, welche zum Tod führen können, wenn unbehandelt.

Ablösen der oberen Schicht der Haut.

Langanhaltende schmerzhafte Erektionen.

Erhöhung der hepatischen Enzyme.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt,

Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Dipiperon Tabletten sollten bei Raumtemperatur (15–25°C) lagern. Ausserhalb der Reichweite von

Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Dipiperon enthalten?

1 Tablette Dipiperon enthält als Wirkstoff 40 mg Pipamperon als Pipamperondihydrochlorid und

Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

30269 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Dipiperon? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

30 und 200 Tabletten zu 40 mg.

Zulassungsinhaberin

EUMEDICA Pharmaceuticals AG, Basel, BS.

Diese Packungsbeilage wurde im Januar 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.