Digoxin-Juvisé

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Digoxin-Juvisé Injektionslösung (i.v.)
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung (i.v.)
  • Zusammensetzung:
  • digoxinum 0,5 mg, acid citricum, dinatrii phosphas monohydricus, ethanolum, propylenglycolum, Wasser ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 2 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Digoxin-Juvisé Injektionslösung (i.v.)
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Herzglykosid

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 40039
  • Berechtigungsdatum:
  • 29-07-1976
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Transferiert von Novartis Pharma Schweiz AG

Digoxin-Sandoz

Medius AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Digoxinum.

Hilfsstoffe: Tabletten: Lactose-Monohydrat, Excipiens pro compresso.

Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung: Dinatrii phosphas, Acidum

citricum, Ethanolum, Propylenglycolum, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 0.125 mg und 0.25 mg.

Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung: Ampullen zu 0.5 mg/2 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Akute und chronische Herzinsuffizienz.

Supraventrikuläre Tachyarrhythmien wie Vorhofflimmern und –flattern.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen über 40 kg (>10 Jahre).

Bei Kindern und Jugendlichen über 10 Jahren kann die gleiche Dosierung, wie bei Erwachsenen

angewendet werden.

Orale Applikation

Langsame Sättigung: Tägliche Gabe der Erhaltungsdosis von durchschnittlich 1×/Tag 0.25 mg,

Bereich 0.125-0.5 mg/Tag. Ein Steady-state-Blutspiegel wird nach 7-10 Tagen erreicht (3-

4 Halbwertszeiten).

Schnelle Sättigung: Im Allgemeinen sollte die Gabe einer Sättigungsdosis nur bei Patienten in der

Akutversorgung erwogen werden, wenn eine engmaschige Überwachung möglich ist.

Die übliche totale Sättigungsdosis beträgt je nach Alter und Körpergewicht 0.75 bis 1.25 mg an

Tag 1. Die totale Sättigungsdosis sollte in drei Teildosen in Abständen von 6-8 Stunden unter

sorgfältiger Beurteilung der klinischen Antwort vor jeder weiteren Gabe verabreicht werden. Von

Tag 2 an sollte die Erhaltungsdosis verabreicht werden (mittlere Dosis: 0.25 mg einmal täglich,

Spannweite 0.125–0.5 mg/Tag).

Digoxin-Tabletten können vor oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden, wobei die

Absorptionsgeschwindigkeit des Wirkstoffes nach einer Mahlzeit langsamer ist.

Parenterale Applikation

Die parenterale Verabreichung von Digoxin sollte vorzugsweise in Form einer kurzen intravenösen

Infusion durchgeführt werden. Zubereitung s. «Sonstige Hinweise».

Die übliche totale Sättigungsdosis beträgt je nach Alter und Körpergewicht 0.5 bis 1.0 mg an Tag 1.

Die totale Sättigungsdosis sollte in zwei bis drei Teildosen in Abständen von 6-8 Stunden unter

EKG-Überwachung und sorgfältiger Beurteilung der klinischen Antwort vor jeder weiteren Gabe

verabreicht werden. Von Tag 2 an sollte die Erhaltungsdosis von 0.1 bis 0.4 mg verabreicht werden.

Die intravenöse Verabreichung von Digoxin sollte wegen des vermehrten und stärkeren Auftretens

von unerwünschten Wirkungen auf Notfallsituationen (wenn ein schneller Wirkungseintritt

erwünscht ist) oder auf Fälle beschränkt bleiben, in denen eine orale Gabe nicht möglich ist.

Spezielle Dosierungsanweisungen für orale und parenterale Applikation

Ältere Patienten und Patienten mit Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die Digoxin-Dosis der renalen Clearance

anzupassen.

Die renale Kreatinin-Clearance lässt sich mit Hilfe der von Cockcroft und Gault entwickelten Formel

einfach und hinreichend genau berechnen:

Kreatinin-Clearance = (140-Alter [Jahre]) × Gewicht (kg)/72 × Serumkreatinin (mg/100 ml).

Richtlinien zur Dosisreduktion:

Kreatinin-Clearance Erhaltungsdosis

>100 ml/min = Standard Erhaltungsdosis

50 bis 100 ml/min = 50-75% der Standard Erhaltungsdosis

20 bis 50 ml/min = 30-50% der Standard Erhaltungsdosis

kleiner als 20 ml/min = 20-30% der Standard Erhaltungsdosis

Wenn der klinische Zustand die Verabreichung einer Sättigungsdosis an Patienten mit einer

Nierenfunktionsstörung erfordert, beträgt die empfohlene totale orale Sättigungsdosis je nach Alter,

Körpergewicht und Nierenfunktion 0.5 bis 1.0 mg an Tag 1, sie sollte jedoch 10 µg/kg

Körpergewicht nicht überschreiten, insbesondere bei Patienten mit mässiger bis schwerer

Nierenfunktionsstörung. Die Sättigungsdosis sollte in drei Teildosen in Abständen von 6-8 Stunden

unter sorgfältiger Beurteilung der klinischen Antwort vor jeder weiteren Gabe verabreicht werden.

Intravenöse Dosierungen sollten zirka 25% niedriger als die oralen Dosierungen sein. Von Tag 2 an

sollte die angepasste Erhaltungsdosis verabreicht werden.

Die Dosierung muss an die individuellen Erfordernisse angepasst werden. Je nach Ausmass der

Nierenfunktionsstörung werden die Steady-State-Blutspiegel erst nach 10-20 Tagen durch

mehrfache, tägliche Einnahme erreicht.

Ältere Patienten

Die Dosierung soll individuell an die Nierenfunktion angepasst und je nach Antwort und

Plasmakonzentration verändert werden (s. «Warnhinweise und Vorsichstmassnahmen»). Bei älteren

Patienten (>65 Jahren) sollte die Erhaltungsdosis 0.25 mg/Tag nicht überschreiten.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Begrenzte Daten zur Anwendung von Digoxin bei Patienten mit Lebererkrankungen deuten darauf

hin, dass die mittleren Digoxin-Plasmakonzentrationen bei Patienten mit Lebererkrankungen im

Allgemeinen innerhalb des Bereichs der Plasmakonzentrationen liegen, die bei gesunden Probanden

ermittelt wurden.

Zur Anwendung von Digioxin bei Patienten mit Lebererkrankungen liegen nur begrenzt Daten vor.

Diese Daten zeigen, dass die durchschnittliche Konzentration an Digoxin im Plasma im Allgemeinen

im Bereich der entsprechenden Plasmakonzentration von gesunden Probanden entspricht. Aus

diesem Grund ist keine Dosisanpassung bei lebererkrankten Patienten erforderlich.

Patienten mit Niereninsuffizienz

Die Dosierung soll individuell an die Nierenfunktion angepasst und je nach Antwort und

Plasmakonzentration verändert werden (s. «Warnhinweise und Vorsichstmassnahmen»).

Kinder und Jugendliche bis 40 kg (<10 Jahren)

Bei Kindern und Jugendlichen wird Digoxin nach Alter und Körpergewicht dosiert (Tabelle 1 und 2).

Eine Schnelldigitalisierung ist besonders bei Säuglingen mit der Gefahr von

Intoxikationserscheinungen verbunden und sollte daher nur im Notfall durchgeführt werden.

Da bei Früh- und Neugeborenen die erforderlichen Digoxin-Dosen stark schwanken können, sind vor

allem hier Digoxin-Spiegelbestimmungen zu empfehlen.

Bei leichter bis mittelschwerer Herzinsuffizienz perorale Sättigung in 3 Teildosen innert 24-

48 Stunden.

Bei sehr leichter Herzinsuffizienz (ambulante Patienten) kann auf eine Sättigungsdosis verzichtet

werden. Man beginnt direkt mit der Erhaltungsdosis, innert 5-7 Tagen ist meistens der gewünschte

Spiegel erreicht.

Die Erhaltungstagesdosis ist auf 2 Teildosen (morgens und abends) zu verteilen.

Der bei Kindern und Jugendlichen angestrebte Digoxin-Spiegel im Plasma liegt zwischen 1.5 und

2.5 ng/ml.

Tabelle 1: Orale Applikation

Alters- und Gewichtsgruppe

Totale Sättigungsdosis

µg/kg/erste 24 (-48) h

Erhaltungsdosis

µg/kg/Tag

Frühgeborene <1.5 kg

Frühgeborene 1.5 kg-2.5 kg

Neugeborene bis 2 Wochen

Neugeborene ab 2 Wochen bis 10 kg 50

12.5

10-20 kg

20-40 kg

* Totale Sättigungsdosis 1.0-1.5 mg p.o. nicht überschreiten

Tabelle 2: Parenterale Applikation

Alters- und Gewichtsgruppe

Totale Sättigungsdosis

µg/kg/erste 24 (-48) h

Erhaltungsdosis

µg/kg/Tag

Frühgeborene <1.5 kg

Frühgeborene 1.5 kg-2.5 kg

Neugeborene bis 2 Wochen

Neugeborene ab 2 Wochen bis 10 kg 35

10-20 kg

20-40 kg

* Totale Sättigungsdosis 0.5-1.0 mg i.v. nicht überschreiten

Kontraindikationen

·Verdacht auf Digitalisintoxikation,

·Kammertachykardie oder Kammerflimmern,

·AV-Block II. oder III. Grades, pathologische Sinusknotenfunktion (ausgenommen bei

Schrittmacher-Therapie),

·Vermutete oder nachgewiesene akzessorische atrio-ventrikuläre Leitungsbahnen (z.B. WPW-

Syndrom),

·Hypokaliämie, Hyperkalzämie, Hypomagnesiämie,

·Hypoxie,

·hypertrophe Kardiomyopathie mit Obstruktion,

·thorakales Aortenaneurysma,

·gleichzeitige intravenöse Gabe von Calciumsalzen (s. «Interaktionen»).

·bekannte Überempfindlichkeit auf Digoxin, andere Herzglykoside oder auf einen der Hilfsstoffe

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Therapeutisch relevante Plasmaspiegel liegen bei Erwachsenen zwischen 0.5 und 2.0 ng/ml. Bei

Spiegeln über 2.5 ng/ml muss mit Intoxikationen gerechnet werden. Nebenwirkungen sind allerdings

bereits im therapeutischen Bereich möglich. Während der Behandlung mit Digoxin (v.a. bei

Verdacht auf Über- und Unterdosierung) kann die Bestimmung der Plasmakonzentration hilfreich

sein. Allerdings sollte bedacht werden, dass der Assay auch auf andere Glykoside anspricht und

somit falsch positive Messergebnisse liefern kann. Eine Beobachtung des Patienten während eines

vorübergehenden Absetzens von Digoxin könnte daher geeigneter sein.

Pulmonale und renale Beeinträchtigung

Bei akuter Myokarditis (wie rheumatische Karditis), Cor pulmonale oder Hypoxämie infolge

schwerer Atemwegserkrankungen besteht eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Digitalis-

Glykosiden.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die Digoxin-Dosis der renalen Clearance

anzupassen. Wegen der erhöhten Glykosid-Empfindlichkeit und der verminderten Nierenfunktion im

Alter ist auch bei älteren Patienten eine Dosis-Anpassung notwendig (s. «Dosierung/Anwendung»).

Bei Patienten, die Digoxin erhalten, sollten die Serumelektrolyte und die Nierenfunktion

(Serumkreatinin-Konzentration) regelmässig untersucht werden, die Häufigkeit dieser

Untersuchungen sollte vom klinischen Zustand abhängig gemacht werden. Bei Patienten mit

schwerer Niereninsuffizienz kann der Serumkreatinin-Spiegel aufgrund verminderter Muskelmasse

und tiefer Kreatinin-Produktion normal sein.

Elektrolytungleichgewicht und Funktionsstörung der Schilddrüse

Vorsicht ist geboten bei Säure-Basen- und Elektrolytstörungen. Dosisanpassung sollte je nach dem

klinischen Zustand vorgenommen werden.

Hypokaliämie, Hyperkalzämie und eine Hypomagnesiämie können die Digoxin-Toxizität erhöhen.

Hypokalzämie und/oder Hyperkaliämie können die Wirkung von Digoxin vermindern, eine schwere

Hyperkaliämie kann auch das Auftreten von Rhythmusstörungen begünstigen. Wegen der Gefahr

von Arrhythmien sollte Calcium nicht gleichzeitig parenteral verabreicht werden. Im Allgemeinen

sollten schnelle Änderungen der Serum-Kalium-Konzentration oder anderer Elektrolyte (z.B.

Magnesium, Calcium) vermieden werden. Ein Kaliummangel kann z.B. auftreten durch Dialyse,

Absaugen von Magen-Darm-Sekret, Unterernährung, Durchfall, längeres Erbrechen sowie bei

hohem Alter oder bei langfristig bestehender Herzinsuffizienz.

Bei Hypothyreose besteht eine erhöhte Digoxin-Empfindlichkeit und die Digoxin-Dosis (Sättigungs-

und Erhaltungsdosis) ist zu reduzieren. Bei einer Hyperthyreose kann eine Dosiserhöhung

erforderlich sein.

Malabsorption

Höhere Dosen an Digoxin können notwendig sein, wenn Digoxin bei Patienten mit Malabsorption

(z.B. chronischer Durchfall) oder nach einer gastrointestinalen Operation oral verabreicht wird. Die

Anpassung der Dosis sollte je nach dem klinischen Zustand vorgenommen werden.

Herzkreislaufsystem

Bei akutem Myokardinfarkt ist Vorsicht geboten (Patienten mit akutem Myokardinfarkt sind häufig

hypokaliämisch und/oder neigen zu Herzrhythmusstörungen und sind wahrscheinlich

hämodynamisch instabil). Die Digoxin-Gabe unmittelbar nach einem Herzinfarkt ist nicht

kontraindiziert. Jedoch kann unter diesen Bedingungen bei Anwendung von inotropen Arzneimitteln

bei einigen Patienten sowohl eine unerwünschte Zunahme des myokardialen Sauerstoffbedarfs als

auch eine Ischämie hervorgerufen werden. Bei einigen retrospektiven Studien wird Digoxin in

Verbindung mit einer erhöhten Sterblichkeit gebracht. Die Einschränkungen bei einer eventuell

später notwendigen Elektrokardioversion sollten ebenfalls bedacht werden.

Im Falle von Koronarinsuffizienz sollte die Dosis reduziert werden.

Digoxin-Sandoz kann bei Patienten, die sich einer Kardioversion unterziehen, das Auftreten von

Arrhythmien verstärken. Digoxin sollte, falls möglich, 1 bis 2 Tage vor einer geplanten

Kardioversion abgesetzt werden. Das Risiko, gefährliche Arrhythmien durch die Kardioversion

auszulösen, ist bei vorliegender Digitalistoxizität stark erhöht und ist ebenfalls von der

Kardioversionsenergie abhängig. In Notfällen, wie z.B. bei Defibrillation, soll die geringste noch

wirksame Energie angewendet werden.

Von jeglicher Herzrhythmusstörung oder Veränderung am kardialen Zustand bei einem Kind, das

Digoxin nimmt, sollte zunächst angenommen werden, dass es sich um eine Folge von

Digoxinvergiftung handelt. Da erwachsene Patienten mit Herzinsuffizienz einige Symptome mit

Digoxin-Toxizität gemeinsam haben, kann es schwierig sein, Digoxin-Toxizität von Herzinsuffizienz

zu unterscheiden. Wenn die Ätiologie dieser Anzeichen und Symptome nicht klar ist, messen Sie den

Digoxinspiegel im Serum.

AV-Block I. Grades: Die therapeutische Wirkung von Digoxin bei Arrhythmien beruht auf einer

teilweisen Blockade der AV-Überleitung. Bei schon vorhandenen teilweisen kardialen Block muss

bei Digoxin-Gabe mit einer raschen Progression des Blocks gerechnet werden. Bei vollständigem

Block kann der Kammerersatzrhythmus unterdrückt werden.

Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz ist eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung

erforderlich.

Bei Bradykardie infolge von Erregungsbildungs- und/oder –leitungsstörungen ist eine besonders

sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.

Eine Digoxin-Toxizität kann sich durch das Auftreten von Arrhythmien äussern, von denen einige

solchen Arrhythmien ähneln können, für die das Arzneimittel therapeutisch angezeigt sein könnte.

Z.B. ist besondere Vorsicht erforderlich bei Vorhoftachykardie mit wechselndem AV-Block, da der

Rhythmus klinisch einem Vorhofflimmern entspricht. Für die Beurteilung, ob ein unerwünschtes

Ereignis auf Digoxin zurückzuführen ist, sollte der klinische Zustand des Patienten zusammen mit

den Serum-Kalium-Spiegeln sowie der Nieren- und Schilddrüsenfunktion als wichtigste Faktoren

herangezogen werden. Eine Nierenfunktionsstörung ist der häufigste Grund für die Auslösung einer

Digitalisintoxikation. Die Anwendung von therapeutischen Digoxin-Dosierungen kann eine

Verlängerung des PR-Intervalls und eine Senkung der ST-Strecke im Elektrokardiogramm

verursachen. Digoxin kann während des Belastungs-EKGs falsch positive ST-T-Veränderungen im

Elektrokardiogramm hervorrufen. Diese elektrophysiologischen Auswirkungen sind bei Digoxin zu

erwarten und weisen nicht auf eine Toxizität hin.

Obwohl viele Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz von einer kurzzeitigen Verabreichung von

Digoxin profitieren, werden hingegen bei einigen keine konstanten, ausgeprägten oder anhaltenden

Verbesserungen der hämodynamischen Parameter erzielt. Es ist daher wichtig, die Reaktion jedes

einzelnen Patienten zu beurteilen, wenn Digoxin-Sandoz in der Langzeittherapie angewendet wird.

Digoxin verbessert die Belastbarkeit bei Patienten mit linksventrikulärer systolischer

Funktionsstörung und normalem Sinusrhythmus, was mit oder ohne Verbesserung hämodynamischer

Parameter einhergehen kann. Der Nutzen einer Therapie mit Digoxin ist bei Patienten mit

supraventrikulären Arrhythmien in Ruhe am grössten, weniger gross unter Belastung. Bei Patienten,

die Diuretika und einen ACE-Hemmer oder ein Diuretikum allein erhalten, hat das Absetzen von

Digoxin zur klinischen Verschlechterung geführt.

Digoxin-Tabletten enthalten Laktose. Patienten mit seltener hereditärer Galaktoseintoleranz,

schwerem Laktasemangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten Digoxin-Tabletten nicht

einnehmen.

Interaktionen

Interaktionen können aus einer Beeinflussung der renalen Ausscheidung, der Bindung an

Körpergewebe, der Verteilung, der Resorptionskapazität des Darmes und der Empfindlichkeit

gegenüber Digoxin resultieren.

Als Vorsichtsmassnahme sollte bei jeglicher zusätzlicher Therapie die Möglichkeit einer Interaktion

berücksichtigt werden. Im Zweifelsfall sollten die Digoxin-Serumspiegel überprüft werden.

Eine Übersicht von Interaktionen gibt die nachstehende Tabelle.

Wirkungs- und Toxizitätsverstärkung

Calcium (darf nicht i.v. injiziert werden).

Verstärkung der Glykosidtoxizität.

Arzneimittel, die die Elektrolyt-Homöostase beeinflussen,

wie z.B. Diuretika, Laxantien (Abusus), Benzylpenicillin,

Amphotericin B, Kortikosteroide, ACTH, Salicylate,

Lithiumsalze.

Verstärkung der Glykosidtoxizität

durch medikamentös bedingte

Hypokaliämie bzw. Hypomagnesiämie.

Arzneimittel, welche die P-Glykoprotein-vermittelte

Exkretion von Digoxin inhibieren, einschliesslich

Atorvastatin, Calciumantagonisten (z.B. Verapamil,

Felodipin), Captopril, Spironolacton, Itraconazol, Chinin,

Atropin, Ciclosporin, Ritonavir und Saquinavir,

Antiarrhythmika (Chinidin, Amiodaron, Flecainid,

Propafenon), Indomethacin und Alprazolam.

Arzneimittel die den prä-systemischen Metabolismus von

Digoxin herabsetzen wie Antibiotika (z.B.

Makrolidantibiotika [Clarithromycin, Erythromycin und

Azithromycin], Tetracycline, Gentamicin, Trimethoprim).

Arzneimittel, die durch unbekannte Mechanismen mit

Digoxin interagieren, einschliesslich Prazosin.

Erhöhung der Digoxin-

Serumkonzentration.

Betablocker.

Verstärkung der bradykardisierenden

Wirkung und Verlängerung der

atrioventrikulären Überleitungszeit.

Suxamethoniumchlorid, Reserpin, trizyklische

Antidepressiva, Sympathomimetika,

Phosphodiesterasehemmer (z.B. Theophyllin).

Begünstigung von

Herzrhythmusstörungen.

Loperamid

Erhöhung der Digoxin-Resorption

durch Verminderung der Darmmotilität

und Veränderung der P-Glykoprotein

Funktion.

Wirkungsabschwächung

Kaliumspielgelerhöhende Arzneimittel

(Spironolacton, Kaliumcanrenoat, Amilorid,

Triamteren, Kaliumsalze).

Verminderung der positiv inotropen Wirkung von

Digoxin und Begünstigung von

Herzrhythmusstörungen.

Aktivkohle, Colestyramin, Colestipol, Antacida,

Verminderung der Glykosidresorption durch

Kaolin-Pektin, einige Füll- oder Quell-Laxantien,

Sucralfat.

Bindung bzw. Unterbrechung des

enterohepatischen Kreislaufs, daher Digoxin-

Sandoz 2 h vorher einnehmen

Arzneimittel, welche die P-Glykoprotein-

vermittelte Exkretion von Digoxin induzieren,

einschliesslich Rifampicin, Johanniskraut

(Hypericum perforatum) und Acarbose.

Arzneimittel, welche die Darmmotilität erhöhen,

einschliesslich Metoclopramid, Neomycin, PAS,

Zytostatika, Sulfasalazin, Adrenalin, Salbutamol,

Phenytoin, Penicillamin.

Erniedrigung der Digoxin-Serumkonzentration.

Patienten, die Digoxin-Sandoz einnehmen, sind empfindlicher gegenüber einer durch

Suxamethonium aggravierten Hyperkaliämie.

Interferenz von endogenen und exogenen, Digoxin-ähnlichen Substanzen auf Schätzungen von

Digoxin-Konzentrationen im Serum oder Plasma

Endogene und exogene Substanzen (zum Beispiel Chan Su, sibirischer und asiatischer Ginseng,

Ashwagandha, Danshen, Spironolacton, Canrenon und Kaliumcanrenoat) können mit

herkömmlichen Immun-Assay-Techniken verwendet werden, um die Digoxin-Konzentrationen im

Plasma/Serum zu messen. Die Überwachung von freien Digoxin-Konzentrationen anstelle des

Gesamtdigoxins kann die Interferenz von endogenen Digoxin-ähnlichen Substanzen abschwächen.

Die Verwendung der LC-MS/MS (Flüssigkeitschromatographie – Tandem-Massenspektrometrie)-

Methode wird empfohlen, um die Interferenz sowohl von endogenen wie exogenen Substanzen zu

vermeiden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Fertilität

Über den Einfluss von Digoxin auf die Fertilität stehen keine Daten zur Verfügung.

Es existieren keine speziellen Empfehlungen für Frauen im gebärfähigen Alter.

Schwangerschaft

Es existieren kaum Daten über die Anwendung von Digoxin-Sandoz bei Schwangeren. Digoxin

passiert die Plazenta.

Es wurde kein Häufigkeitsanstieg von Missbildungen bei den Jungen von Ratten oder Kaninchen

beobachtet, deren Muttertiere während der Trächtigkeit mit Herzglykosiden in Dosen verabreicht

wurden, die mehrere hundert Mal höher lagen als diejenigen für den Menschen. Das Risiko für den

Fötus und die Mutter ist unbekannt. Digoxin-Sandoz soll Schwangeren nur verschrieben werden,

wenn der Nutzen der Behandlung den potentiellen Risiken klar überwiegt.

Stillzeit

Digoxin wird in die Muttermilch ausgeschieden. Bislang liegen jedoch keinerlei Berichte über

Folgeerscheinungen vor, denn die vom Säugling aufgenommene Tagesdosis ist sehr gering

(ca. 1/1'000 der Erhaltungsdosis). Wenn die Anwendung klinisch indiziert wird kann Digoxin

während der Stillzeit angewendet werden. Aufgrund höherer Plasmaspiegel sollte allerdings bis zu

2 Stunden nach der intravenösen maternalen Gabe von Digoxin nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Digoxin-Sandoz kann zentral-nervöse Symptome und Augenstörungen hervorrufen (s.

«Unerwünschte Wirkungen»), wodurch die Reaktionsfähigkeit des Patienten beeinträchtigt werden

könnte. Die Patienten müssen daher auf die Möglichkeit des Auftretens von zentral-nervösen

Symptomen und Sehstörungen hingewiesen werden. Bei Vorliegen solcher Symptome dürfen die

Patienten weder ein Fahrzeug lenken noch eine Maschine bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Die Studie der Digitalis Investigation Group (DIG) war eine multizentrische, randomisierte,

doppelblinde, placebokontrollierte Studie zur Untersuchung der Auswirkungen von Digoxin auf die

Gesamtmortalität (primärer Endpunkt) und auf die Hospitalisierung für Herzinsuffizienz (wichtiger

sekundärer Endpunkt) bei Patienten mit Herzinsuffizienz und einer linksventrikulären

Ejektionsfraktion ≤0.45 mit normalem Sinus-Rhythmus. 6.800 Patienten wurden in die Hauptstudie

aufgenommen. Die durchschnittliche Dauer der Nachbeobachtung betrug 37 Monate. Die Ergebnisse

der Hauptstudie weisen darauf hin, dass Digoxin die Gesamtmortalität (primärer Endpunkt) nicht

reduziert (34.8% in der Digoxingruppe vs. 35.1% in der Placebogruppe). Bei Digoxin-Patienten

wurde ein signifikanter Rückgang bei der Anzahl an Spitaleinlieferungen (sekundäre Endpunkte)

insgesamt (6% weniger) und sich verschlechternder Herzinsuffizienzen (etwa 8% weniger)

festgestellt. Die Häufigkeit der Spitaleinlieferung wegen Verdacht auf Digoxin-Toxizität betrug 2%

bei Patienten, die Digoxin nahmen, verglichen mit 0.9% bei Patienten, die Placebo nahmen.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden aus verschiedenen Quellen inklusive

Postmarketing-Erfahrungen, von Patienten die mit Digoxin behandelt wurden, berichtet. Diese

Nebenwirkungen wurden spontan von einer Patientengruppe ungewisser Grösse berichtet, sodass

deren Häufigkeit nicht zuverlässig bestimmt werden kann. In jeder Organklasse werden die

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad geordnet.

Häufigkeiten

Sehr häufig: >1/10, häufig: >1/100, <1/10, gelegentlich: >1/1'000, <1/100, selten: >1/10'000,

<1/1'000, sehr selten: <1/10'000.

Blut- und Lymphsystem

Sehr selten: Thrombozytopenie, Agranulozytose.

Immunsystem

Sehr selten: Überempfindlichkeit (Pruritus, Urtikaria, makulöser Ausschlag).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexie.

Psychiatrische Störungen

Selten: Verwirrtheit, Desorientierung, Albträume, Delirium, akute Psychosen,

Wahrnehmungsstörungen, Depressionen, Halluzinationen.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Somnolenz.

Selten: Aphasie.

Sehr selten: Konvulsion.

Augen

Selten: Sehstörung, Chromatopsie.

Herz

Häufig: Herzrhythmusstörungen, Benommenheit.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.

Selten: Abdominale Schmerzen.

Häufigkeit nicht bekannt: Intestinale Ischämie/Nekrose.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr selten: Gynäkomastie.

Allgemeine Beschwerden und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Schmerzen im Gesicht, Müdigkeit, Asthenie.

Selten: Irritation an der Injektionsstelle.

Haut und subkutane Gewebsstörungen

Hautausschläge.

Untersuchungen:

Häufig: EKG: ST-Senkung, T-Inversion.

Überdosierung

Symptome

Hauptmanifestationen der Digoxin-Intoxikation sind Herzrhythmusstörungen, gastrointestinale und

zentralnervöse Symptome. Manifestationen einer lebensbedrohlichen Toxizität umfassen schwere

ventrikuläre Arrhythmien wie ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern, progressive

Bradyarrhythmien oder Herzblock sowie Hyperkaliämien. Herzstillstand infolge Asystolen und

Herzkammerflimmern kann tödlich enden.

Therapie

Die Reihenfolge der therapeutischen Massnahmen richtet sich nach dem Schweregrad der

Intoxikation. Bei nur leichter Digoxin-Überdosierung reichen Absetzen des Glykosids und

sorgfältige Überwachung des Patienten aus. Einflüsse, die zur Veränderung der Digitalistoleranz

führen, sind zu vermeiden oder zu korrigieren (Störungen im Elektrolyt-/Säure-Basen-Haushalt).

Patienten mit bedrohlichen, digitalisinduzierten Herzrhythmusstörungen und/oder bedrohlichen

Hyperkaliämien sollten unter Monitoring auf einer Intensivstation betreut werden.

In Abhängigkeit von der klinischen Situation können folgende Arzneimittel appliziert werden:

·Bei Hypokaliämie ist der Serumkaliumspiegel auf hochnormale Werte anzuheben

(Kontraindikation: AV-Block). Ein niedriger Kaliumspiegel erhöht das Risiko für unerwünschte

Nebenwirkungen.

Kaliumsalze können bei Patienten mit digoxinbedingter Bradykardie oder Herzblock und im Rahmen

einer massiven Digitalis-Überdosierung mit einer Hyperkaliämie gefährlich sein.

Bevor Kalium bei einer Überdosis an Digoxin verabreicht wird, muss der Serum-Kaliumspiegel

bekannt sein.

·Im Rahmen schwerer Intoxikationen treten initial oft bedrohliche Hyperkaliämien auf. Zur Therapie

dieser Hyperkaliämien ist die intravenöse Infusion von hochprozentiger Glukose und Insulin

indiziert.

·Bei komplexen ventrikulären Arrhythmien sollten Phenytoin, Lidocain oder Betablocker verabreicht

werden.

·Bei bradykarden Rhythmusstörungen werden Parasympatholytika verabreicht, z.B. Atropin,

Ipratropiumbromid, ggf. eine passagere transvenöse Schrittmachersonde gelegt.

·Bei kurz zurückliegender Einnahme extremer, möglicherweise lebensbedrohlicher Digoxin-Dosen,

akzidentell oder in suizidaler Absicht, sind zum Verhindern der Absorption oder der entero-

hepatischen Rezirkulation die Gabe von Aktivkohle, Colestyramin oder Colestipol in Betracht zu

ziehen. Erbrechen oder Magenspülung sollten üblicherweise nur innerhalb der ersten Stunde nach

Einnahme einer lebensbedrohlichen Dosis erwogen werden. Das Auslösen von Erbrechen oder der

Versuch, eine Magensonde zu legen, kann eine akute vagale Episode herbeiführen, die eine Digitalis-

bedingte Arrhythmie verschlechtern kann.

·Therapie der Wahl einer schweren Digoxin-Intoxikation ist die Behandlung mit spezifischem

Digoxin-Antikörperfragment (Digitalis Antidot BM), das freies Glykosid zu unwirksamen

Antikörper-Glykosid-Komplexen im Extrazellulärraum bindet und über die Nieren ausscheidet.

Digoxin-spezifische Antikörperfragmente werden auch empfohlen bei Hyperkaliämie verursacht

durch eine massive Digitalis-Toxizität als Folge einer Kalium-Verlagerung vom intra- zum

extrazellulären Raum.

·Vor allem durch die selektive Hämoperfusion mit trägergebundenen Digoxin-Antikörpern, aber in

geringem Umfang auch durch die Hämoperfusion mit beschichteter Aktivkohle oder Plasmapherese

kann der Körperbestand von Digoxin vermindert werden.

·Forcierte Diurese, Peritoneal- und Hämodialyse haben sich als unwirksam zur Digoxin-Elimination

erwiesen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C01AA05

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Digoxin ist ein Herzglykosid vom Cardenolidtyp und wird aus den Blättern von Digitalis lanata

gewonnen. Es erhöht die Herzmuskelkontraktilität, vermindert die Herzfrequenz (negativ chronotrop

am sinuatrialen Knoten durch Verlängerung der Refraktärperiode des AV-Knotens) und bessert oder

behebt eine myokardiale Herzinsuffizienz. Die therapeutische Wirkung beginnt 5-30 min nach i.v.

Injektion und 2 h nach oraler Verabreichung. Das Wirkungsmaximum wird bei i.v. Injektion

nach 2 (-4) h, bei oraler Verabreichung nach 6 h erreicht.

Pharmakokinetik

Absorption

Die absolute Bioverfügbarkeit bei oraler Verabreichung beträgt 70-80% und die maximale

Plasmakonzentration wird innerhalb etwa 1 h erreicht. Die therapeutische Plasmakonzentration

beträgt 0.5-2.0 ng/ml. Nahrung oder eine verzögerte Magenentleerung können die

Absorptionsgeschwindigkeit verlangsamen. Das Ausmass der Absorption bleibt aber unverändert.

Distribution

Das relative Verteilungsvolumen beträgt 5-7 l/kg und die Plasmaproteinbindung 20-30%. Die

Abklingquote beträgt 20%/Tag.

Metabolismus

Digoxin ist ein Substrat von P-Glykoprotein und wird zu 5-10% in der Leber zu Digoxigenin-mono-

und –bi-digitoxosiden metabolisiert. Im Darm erfolgt wahrscheinlich durch Darmbakterien eine

Hydrierung des Lactonringes zu Dihydrodigoxin.

Elimination

Digoxin wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden, davon 60-80% als unveränderte

Substanz. Die Eliminations-Halbwertszeit beträgt etwa 40 h. Digoxin unterliegt auch einem

enterohepatischem Kreislauf.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Störungen der Nierenfunktion verzögern die Elimination von Digoxin. Daher kann, je nach Ausmass

der Clearance-Einschränkung, die Plasma-Halbwertszeit bis zu 100 h und mehr betragen. Bei

Patienten mit Niereninsuffizienz und mit Hypothyreoidismus kann das Verteilungsvolumen

vermindert sein. Basierend auf dem Serumkonzentrationslevel können Dosisanpassungen bei

Patienten mit Niereninsuffizienz notwendig werden.

Leberinsuffizienz

Begrenzte Daten zur Anwendung von Digoxin bei Patienten mit Lebererkrankungen deuten darauf

hin, dass die mittleren Digoxin-Plasmakonzentrationen bei Patienten mit Lebererkrankungen im

Allgemeinen innerhalb des Bereichs der Plasmakonzentrationen liegen, die bei gesunden Probanden

ermittelt wurden.

Hypo- und Hyperthyreodismus

Bei Patienten mit Hypothyreodismus kann das Verteilungsvolumen vermindert sein, bei Patienten

mit Hyperthyreodismus kann es erhöht sein.

Ältere Patienten

Pharmakokinetische Daten von Digoxin bei älteren Patienten stehen nicht zur Verfügung. Um eine

optimale Anwendung zu gewährleisten, sind genaue klinische Untersuchungen und

Serumkonzentrations Messungen notwendig.

Pädiatrische Patienten

Im Vergleich mit Kindern ist bei Neugeborenen und Kleinkindern die Plasmakonzentration von

Digoxin erhöht und die renale Elimination vermindert.

Präklinische Daten

Reproduktionstoxizität

Bei Neugeborenen Ratten und Kaninchen wurde keine erhöhte Häufigkeit von Malformationen

beobachtet, wenn während der Schwangerschaft Herzglykoside in 100-fach höheren Dosen als die

beim Menschen angewendete Maximaldosis verwendet wurden.

Es wurden keine Studien zur Beeinflussung der Fertilität beim Tier durchgeführt.

Mutagenität

Digoxin war in zwei in vitro Studien mit und ohne metabolische Aktivierung nicht genotoxisch.

Karzinogenität

Es existieren keine Langzeitstudien am Tier zur Einschätzung des karzinogenen Potenzials.

Sonstige Hinweise

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf Digoxin-Sandoz Injektionslösung oder

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Digoxin-Sandoz Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung darf nur mit

der unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Infusionslösung gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Die verdünnte Infusionslösung ist nicht konserviert. Chemische und physikalische in-use Stabilität

wurde für 7 Stunden insgesamt einschliesslich 1 Stunde Infusionsdauer bei Raumtemperatur gezeigt.

Aus mikrobiologischen Gründen sollte die gebrauchsfertige Zubereitung unmittelbar nach

Verdünnung verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Tabletten: Vor Feuchtigkeit geschützt und bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Digoxin-Sandoz Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung: Bei

Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Das 2 ml Digoxin-Sandoz Konzentrat (0.5 mg/2 ml) kann in 48 ml Natriumchlorid 0.9% verdünnt

werden. In einem Volumen von 50 ml beträgt die Konzentration der Infusionslösung 0.01 mg/ml.

Zulassungsnummer

26728, 40039 (Swissmedic).

Packungen

Tabletten zu 0.25 mg: 100. [B]

Tabletten zu 0.125 mg: 100. [B]

Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung: 5 Ampullen. [B]

Zulassungsinhaberin

Medius AG, 4132 Muttenz.

Stand der Information

Januar 2016.

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