Diazepam-Mepha i.v.

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Diazepam-Mepha i.v. Injektionsemulsion
  • Darreichungsform:
  • Injektionsemulsion
  • Zusammensetzung:
  • diazepamum 10 mg, sojae oleum fractionatum, acetylated lard glyceride, lecithinum fractionatum e vitello ovi, glycerolum, aqua q.s. ad emulsionem pro 2 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Diazepam-Mepha i.v. Injektionsemulsion
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Anxiolytikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 45519
  • Berechtigungsdatum:
  • 10-01-1984
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Transferiert von Actavis Switzerland AG

Diazepam-Mepha Tabletten, - rectal Mikroklisma, - iv Ampullen

Mepha Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Diazepam.

Hilfsstoffe

Tabletten: Hilfsstoffe zur Tablettenherstellung.

Mikroklisma: Conserv.: Benzoesäure (E210), Natriumbenzoat (E211), Benzylalkohol,

Propylenglykol und weitere Hilfsstoffe.

i.v. Ampullen: Fraktioniertes Sojabohnenöl, acetylierte Monoglyzeride, fraktionierte

Eiphospholipide, Glycerol, Natriumhydroxid, gereinigtes Wasser.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 2 mg, 5 mg, 10 mg Diazepam.

Mikroklisma zu 5 mg, 10 mg Diazepam pro 2,5 ml Lösung.

Ampullen zu 10 mg Diazepam pro 2 ml Emulsion.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Orale Formen

Zur Behandlung psychoneurotischer Störungen, wie Angst, Erregtheit und Spannungsgefühl. Angst

kann sich auch in Form von psychosomatischen und vegetativen Symptomen, wie Herzklopfen,

Schwitzen, Schlafstörungen, Tremor oder nervöser Unruhe äussern.

Parenterale Form

Zur Prämedikation bei Operationen.

Zur Beruhigung vor psychisch belastenden diagnostischen und therapeutischen Eingriffen.

Zur Behandlung von Erregung bei akuten Angstzuständen, Panikanfällen und psychotischer

Alkoholreaktion.

Zur Akutbehandlung des Status epilepticus und anderer Krampfzustände.

Mikroklisma

Zur Behandlung von Fieberkrämpfen und anderer Krampfzustände z.B. im Zusammenhang mit

Epilepsie.

Dosierung/Anwendung

Tabletten

Als Anxiolyticum

Erwachsene: 5–20 mg pro Tag (Einzeldosis maximal 10 mg).

In Fällen von schweren Angstzuständen bei hospitalisierten Patienten kann die Dosis auf 30–60 mg

pro Tag erhöht werden.

Bei älteren und schwachen Patienten sollte die Dosis 5 mg pro Tag nicht überschreiten.

Kinder: 0,1–0,3 mg pro kg Körpergewicht und Tag.

Ampullen

Anästhesiologie

10–20 mg als langsame intravenöse Injektion (max. 5 mg/min, Apnoe-Gefahr bei zu rascher

Verabreichung), wenn nötig wiederholt. Alte und schwache Patienten höchstens 5 mg pro Tag.

Status epilepticus

0,15–0,25 mg pro kg Körpergewicht i.v. Bei Bedarf nach ca. 15 Minuten wiederholen.

(Maximaldosis: 3 mg/kg Körpergewicht in 24 Stunden.)

Bei Verabreichung von hohen Dosen sollte die Atmung überwacht werden.

Mikroklisma

Krämpfe

Erwachsene und Kinder über 6 Jahre: 10 mg.

Kinder 1–6 Jahre, alte und schwache Patienten: 5 mg.

Zur Therapie des Status epilepticus kann die Dosis wenn nötig nach 10–15 Min. wiederholt werden

bis zur max. Tagesdosis von 30 mg (Erwachsene), bzw. 20 mg (Kinder).

Bei Fieberkrämpfen kann die Dosis alle 3–4 Stunden (Erwachsene), bzw. 12 Stunden (Kinder)

wiederholt werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder unter 1 Jahr sollten Diazepam nur bei Konvulsionen erhalten (0,5–1,0 mg/kg Körpergewicht).

Kinder unter 3 Monaten sollten Diazepam nur im Spital erhalten.

Alte und schwache Patienten erhalten nur Kinderdosen.

Die intravenöse Injektion von Diazepam darf nur sehr langsam erfolgen, maximal 5 mg pro Minute

(entsprechend 1 ml pro Minute), da es sonst zu einer Atemdepression oder Apnoe kommen kann.

Behandlungsdauer

Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein. Der Patient sollte regelmässig kontrolliert und die

Notwendigkeit einer weiteren Behandlung abgeklärt werden, insbesondere wenn der Patient

symptomfrei ist. Die Behandlungsdauer sollte – einschliesslich der Ausschleichphase – nicht länger

als 2–3 Monate betragen. Eine längere Behandlung sollte nur nach erneuter Beurteilung der Situation

ins Auge gefasst werden. Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen sollte die Dosis stufenweise

reduziert werden. Ausserdem ist es wichtig, den Patienten über eventuelle Reboundphänomene zu

informieren, damit dieser nicht zu beunruhigt ist, falls solche auftreten sollten.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Diazepam oder andere Benzodiazepine oder einem Hilfsstoff

gemäss Zusammensetzung, Myasthenia gravis, schwere respiratorische Insuffizienz, Schlafapnoe-

Syndrom, schwere Leberinsuffizienz, chronische Abhängigkeit von anderen Mitteln einschliesslich

Alkohol. Die Mikroklisma sollen nicht an Frühgeborene verabreicht werden (Benzylalkohol).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Relative Einschränkungen

Bei schwerwiegenden organischen Veränderungen, wie z.B. hirnorganischer oder

kardiorespiratorischer Insuffizienz, können die Toleranzgrenzen von Patient zu Patient ändern. Es ist

bekannt, dass es bei Verwendung von Benzodiazepinen zu paradoxen Reaktionen wie Ruhelosigkeit,

Agitation, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wutausbrüchen, Alpträumen,

Halluzinationen, Psychosen, auffälligem Verhalten und anderen Verhaltungsstörungen kommen

kann. In solchen Fällen sollte das Arzneimittel abgesetzt werden. Solche Reaktionen treten häufiger

bei Kindern und älteren Patienten auf. Bei kreislauflabilen und älteren Patienten oder solchen mit

kardiorespiratorischer Insuffizienz ist speziell bei parenteraler Applikation Vorsicht am Platze.

Besondere Vorsicht ist auch bei Patienten mit Alkohol- oder Drogen-Abusus in der Anamnese

geboten.

Besonders bei rascher intravenöser Applikation zur Behandlung des Status epilepticus kann es zu

Atemstillstand kommen (Beatmungs-Bereitschaft).

Der in Diazepam-Mepha i.v. Ampullen enthaltene Benzylalkohol kann bei Neugeborenen und

insbesondere bei Frühgeborenen zu irreversiblen Schäden führen. Daher sollten die Ampullen bei

diesen Patienten nur verwendet werden, wenn keine therapeutische Alternative verfügbar ist.

Vigilität

Diazepam kann die Wirkung von Psychopharmaka, Alkohol und anderen zentralwirksamen Stoffen

potenzieren.

Dem Patienten ist zu empfehlen, kein Fahrzeug zu lenken und gefährliche Maschinenarbeit zu

unterlassen, da Diazepam die individuelle Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt.

Abhängigkeit

Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zu einer Abhängigkeit führen. Dieses Risiko ist erhöht bei

längerer Einnahme, hoher Dosierung und bei prädisponierten Patienten. Die Entzugssymptomatik

tritt vor allem nach abruptem Absetzen auf und beschränkt sich in leichteren Fällen auf Tremor,

Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Angst, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche. Es können

aber auch Symptome wie Schwitzen, Muskel- und Bauchkrämpfe, Wahrnehmungsstörungen sowie

in seltenen Fällen Delirien und zerebrale Krampfanfälle auftreten.

Das Einsetzen von Entzugserscheinungen schwankt je nach Wirkungsdauer der Substanz zwischen

ein paar Stunden und einer Woche oder mehr nach Absetzen der Therapie.

Um das Risiko einer Abhängigkeit auf ein Minimum zu reduzieren, sollten Benzodiazepine nur nach

sorgfältiger Prüfung der Indikation verschrieben und über möglichst kurze Dauer (als Hypnotikum

zum Beispiel in der Regel nicht länger als vier Wochen) eingenommen werden. Ob eine

Weiterführung der Behandlung notwendig ist, muss periodisch überprüft werden. Eine längere

Behandlung ist nur bei bestimmten Patienten (zum Beispiel Panikzustände) indiziert und der Nutzen

im Vergleich zu Risiken weniger klar.

Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen empfiehlt sich in jedem Falle ein ausschleichendes

Absetzen, indem die Dosis stufenweise reduziert wird. Bei Auftreten von Entzugserscheinungen ist

eine engmaschige ärztliche Überwachung und Unterstützung des Patienten erforderlich.

Rebound-Angst

Darunter wird ein Durchgangssyndrom verstanden, bei dem die Symptome, die zur Behandlung mit

Diazepam-Mepha führten, verstärkt auftreten. Dies kann bei Absetzen der Behandlung auftreten. Es

kann auch von anderen Reaktionen wie Stimmungsänderungen, Angst und Ruhelosigkeit begleitet

sein.

Da das Risiko von Entzugserscheinungen und Reboundphänomenen nach abruptem Absetzen der

Behandlung grösser ist, wird empfohlen, die Dosierung allmählich zu reduzieren.

Amnesie

Es sollte beachtet werden, dass Benzodiazepine zu einer anterograden Amnesie führen können. Eine

anterograde Amnesie kann auch bei therapeutischen Dosierungen auftreten, wobei das Risiko bei

höheren Dosierungen zunimmt. Die amnestischen Wirkungen können mit auffälligem Verhalten

einhergehen.

Interaktionen

Bei der Kombination von Diazepam-Mepha mit anderen zentral wirkenden Pharmaka, wie

Neuroleptika, Anxiolytika/Sedativa, Antidepressiva, Hypnotika, Antikonvulsiva, Narkoanalgetika,

Anästhetika und sedierenden Antihistaminika ist zu berücksichtigen, dass ihre Wirkungen sich

gegenseitig verstärken können.

Dagegen sind keine Wechselwirkungen mit gängigen Antidiabetika, Antikoagulantien und Diuretika

bekannt.

Wegen der Verstärkung der sedierenden Wirkung ist vom gleichzeitigen Genuss von Alkohol

abzuraten.

Es besteht eine potentiell relevante Wechselwirkung zwischen Diazepam und Pharmaka, die

bestimmte Leberenzyme hemmen (insbesondere Cytochrom P 450 III A). Es gibt Daten, dass diese

Pharmaka die Pharmakokinetik von Diazepam verändern und zu einer verstärkten und verlängerten

Sedierung führen können. Bisher ist bekannt, dass diese Reaktion mit Cimetidin, Ketoconazol,

Fluvoxamin, Fluoxetin, Disulfiram und Omeprazol auftritt.

Theophyllin kann die Wirkung von Diazepam hemmen.

Ferner liegen Berichte vor, laut denen Diazepam die metabolische Elimination von Phenytoin

verändert.

Cisaprid kann zu einer zeitweiligen Erhöhung der sedierenden Wirkungen von oral verabreichten

Benzodiazepinen führen, da es deren Resorption beschleunigt.

Rifampicin besitzt eine starke enzyminduzierende Wirkung in der Leber, wodurch der Stoffwechsel

von Diazepam in der Leber verstärkt wird.

Bei Kombination von Diazepam-Mepha mit atemdepressiv wirkenden Opiaten ist auf eine mögliche

Verstärkung der atemdepressiven Wirkung zu achten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt klare Hinweise für Risiken des menschlichen Fötus. Diazepam-Mepha sollte während der

Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig. Diazepam geht sowohl

in den Fötus wie auch in die Muttermilch über. Im 1. Trimenon wurden in einigen (nicht in allen)

retrospektiven Studien Hinweise auf vermehrte fötale Missbildungen gefunden. Bei Neugeborenen,

deren Mütter mit Diazepam behandelt wurden, können Muskelrelaxation, Atem- und Saugstörungen,

Hypothermie und Hypotonie auftreten («Floppy Infant Syndrom»). Eine Verabreichung von

Diazepam-Mepha während der Schwangerschaft und der Stillperiode sollte deshalb vermieden

werden, ausser wenn eine vitale oder zwingende Indikation für die Mutter vorliegt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Diazepam-Mepha hat einen ausgeprägten Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit

Maschinen zu bedienen. Dem Patienten ist zu empfehlen kein Motorfahrzeug zu lenken und keine

gefährlichen Maschinen zu bedienen, da die individuelle Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt wird.

Ferner ist der Patient vor gleichzeitigem Alkoholgenuss zu warnen.

Unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Benommenheit und

Muskelschwäche; sie sind normalerweise dosisabhängig. Diese Erscheinungen treten vorwiegend zu

Beginn der Therapie auf und verschwinden üblicherweise bei länger dauernder Anwendung.

Blut- und Lymphsystem

Erhöhte Werte der alkalischen Phosphatase im Blut bei der i.v.- oder oralen Verabreichung.

Nervensystem

Ataxie, Dysarthrie, verwaschene Sprache, Kopfschmerzen, Tremor, Schwindel. Anterograde

Amnesie kann bei therapeutischen Dosen vorkommen, wobei das Risiko bei zunehmender Dosierung

steigt. Amnesien können von inadäquatem Verhalten begleitet sein.

Psychiatrische Störungen

Paradoxe Reaktionen wie Ruhelosigkeit, Agitation Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen,

Wut, Albträume, Halluzinationen, Psychosen, auffälliges Verhalten und andere unerwünschten

Wirkungen auf das Verhalten können erfahrungsgemäss beim Gebrauch von Benzodiazepinen

auftreten. In solchen Fällen soll das Arzneimittel abgesetzt werden. Die Wahrscheinlichkeit eines

Auftretens ist bei Kindern und bei älteren Patienten grösser.

Verwirrtheit, emotionale Verarmung, reduzierte Aufmerksamkeit, Depressionen, gesteigerte oder

verminderte Libido.

Eine chronische Einnahme (selbst bei therapeutischen Dosen) kann zur Entwicklung einer

physischen Abhängigkeit führen: Ein Therapieabbruch kann zu Entzugssymptomen oder zum

Rebound-Phänomen führen (siehe «Arzneimittelmissbrauch» und «Abhängigkeit»).

Über den Missbrauch von Benzodiazepinen wurde berichtet (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»/«Abhängigkeit»).

Muskelskelettsystem

Muskelschwäche. Über ein höheres Risiko für Stürze und Knochenbrüche bei älteren Benzodiazepin-

Anwendern wurde berichtet.

Gastrointestinale Störungen

Übelkeit, Unterleibsschmerzen, Mundtrockenheit oder vermehrter Speichelfluss (Hypersalivation),

Diarrhö, Verstopfung und andere Magen-Darm-Störungen.

Augen

Doppelbilder, verschwommenes Sehen.

Gefässe

Hypotension, Kreislaufdepression.

Untersuchungen

Unregelmässiger Puls, sehr selten erhöhte Transaminasen, erhöhte alkalische Phosphatase.

Nieren und Harnwege

Inkontinenz, Harnverhalt.

Haut

Hautausschläge.

Schwindel.

Herz

Herzversagen einschliesslich Herzstillstand.

Atmungsorgane

Atemdepression einschliesslich Atemstillstand.

Leber- und Gallenwege

Sehr selten Gelbsucht.

Herz-Kreislauf/Atmung

Eine kardio-respiratorische Depression kann bei rektaler Applikation von Diazepam auftreten.

Rasche intravenöse Injektion kann zu Blutdruckabfall, Bradykardie und Atemdepression bis zum

Atemstillstand führen.

Überdosierung

Eine absichtliche oder versehentliche Überdosierung von Diazepam-Mepha allein ist selten

lebensbedrohlich. Die Symptome bestehen vor allem in einer Verstärkung der therapeutischen

Wirkungen (Sedierung, Muskelschwäche, tiefer Schlaf) oder aber in einer paradoxen Erregung. In

den meisten Fällen genügt es abzuwarten und die Vitalfunktionen zu überwachen. Extrem starke

Überdosierungen, besonders in Kombination mit anderen zentral wirkenden Pharmaka, sowie

Alkohol, können Koma, Areflexie, kardio-respiratorische Depression und Apnoe zur Folge haben,

welche entsprechende Gegenmassnahmen erfordern (Beatmung, Unterstützung des Kreislaufs). Als

spezifische Therapie empfiehlt sich die Verabreichung des Benzodiazepin-Antagonisten Flumazenil.

Bei der Verwendung von Flumazenil bei mit Benzodiazepinen behandelten Epileptikern ist Vorsicht

geboten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05BA01

Diazepam ist ein Benzodiazepinderivat, das sedativ, anxiolytisch, muskelrelaxierend und

antikonvulsiv wirkt. Der Effekt erfolgt hauptsächlich über die Beeinflussung subkortikaler Zentren

im limbischen System. Diazepam verstärkt die inhibitorischen Effekte des Neurotransmitters

Gamma-Aminobuttersäure (GABA).

In den Diazepam-Mepha i.v. Ampullen ist das Diazepam in der Lipidphase einer Mikroemulsion

bestehend aus gereinigtem Sojabohnenöl in Wasser gelöst. Deshalb kommt es bei intravenöser

Injektion weniger häufig zu Schmerzen und Phlebitiden, als für herkömmliche Diazepam-Ampullen

bekannt ist.

Die rektale Applikation mit Diazepam-Mepha Mikroklisma gewährt einen raschen Wirkungseintritt

(innerhalb von 5–10 Minuten).

Pharmakokinetik

Absorption

Diazepam wird rasch und nahezu vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert

(Bioverfügbarkeit nahezu 100%). Die Spitzenkonzentration im Plasma wird ca. 30–90 Minuten nach

oraler Verabreichung erreicht.

Nach i.m. Applikation erfolgt die Resorption langsam, unvollständig (80–90%) und erratisch.

Der Eintritt der therapeutischen Wirkung erfolgt in der Regel 1–5 Minuten nach i.v. Applikation, 3–7

Minuten nach Verabreichung eines Mikroklismas und 15–30 Minuten nach oraler Gabe.

Distribution

Die Plasmaeiweissbindung von Diazepam ist hoch (96–98%). Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 1

l/kg und nimmt mit steigendem Lebensalter zu.

Diazepam und seine Metaboliten sind liquor- und plazentagängig, und werden ebenfalls in der

Muttermilch ausgeschieden.

Eine Korrelation der therapeutischen Wirkung mit der Plasmakonzentration von Diazepam ist selten

feststellbar, da aktive Metaboliten zum klinischen Effekt beitragen.

Metabolismus

Diazepam wird in der Leber zu den biologisch aktiven Metaboliten Desmethyldiazepam und

Oxazepam verstoffwechselt, die hauptsächlich im Urin (ca. 70%) vorwiegend als Konjugate

ausgeschieden werden.

Elimination

Die Eliminationshalbwertzeit des Diazepam beträgt ca. 20–45 Stunden. Der Verlauf der

Eliminationskurve ist biphasisch mit einer initialen Verteilungsphase und einer terminalen

Eliminationsphase.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Halbwertszeit von Diazepam kann bei Frühgeborenen, im Alter und bei Patienten mit Leber-

oder Nierenerkrankungen verlängert sein.

Diazepam-Mepha sollte deshalb mit Vorsicht eingesetzt werden.

Präklinische Daten

Karzinogenität

Das karzinogene Potenzial von oral verabreichtem Diazepam wurde an verschiedenen Nagern

untersucht. Eine Zunahme der Häufigkeit von Leberzellkarzinomen trat bei männlichen Mäusen auf.

Bei weiblichen Mäusen, Ratten, Hamstern oder Wüstenrennmäusen wurde keine signifikante

Erhöhung in Bezug auf die Häufigkeit von Tumoren beobachtet.

Mutagenität

Mehrere Untersuchungen lieferten schwache Hinweise auf ein mutagenes Potential in hohen

Konzentrationen, die jedoch weit oberhalb der therapeutischen Dosierung beim Menschen liegen.

Fertilitätsstörungen

Reproduktionsstudien bei Ratten, denen vor und während der Paarung sowie während der gesamten

Trächtigkeit und Säugezeit orale Dosen von 100 mg/kg/Tag verabreicht worden waren, ergaben eine

Abnahme der Zahl der Trächtigkeiten und eine geringere Zahl überlebender Jungtiere.

Teratogenität

Diazepam erwies sich als teratogen, wenn es Mäusen in Dosierungen von 45–50 mg/kg/Tag, 100

mg/kg/Tag und 140 mg/kg/Tag und Hamstern in einer Dosierung von 280 mg/kg verabreicht wurde.

Im Gegensatz dazu wurde keine Teratogenität beobachtet, wenn Diazepam Ratten in Dosierungen

von 80 und 300 mg/kg/Tag sowie Kaninchen in Dosierungen von 20 und 50 mg/kg/Tag verabreicht

wurde.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln

gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Diazepam-Mepha i.v Ampullen: Bei Raumtemperatur (15-25 °C) vor Licht geschützt, in der

Originalverpackung und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Nicht einfrieren.

Diazepam-Mepha rectal Mikroklisma: Bei Raumtemperatur (15-25 °C) in der Originalverpackung,

vor Licht geschützt und für Kinder unerreichbar aufbewahren. Nicht einfrieren.

Diazepam-Mepha Tabletten: Bei Raumtemperatur (15-25 °C) in der Originalverpackung und für

Kindern unerreichbar aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Diazepam-Mepha i.v. Ampullen sind mischbar mit Intralipid, Glucose 5–30% und physiologischer

Kochsalzlösung in Konzentrationen von 0,1–0,4 mg Diazepam pro ml.

Zulassungsnummer

39645, 41756, 45519 (Swissmedic).

Packungen

Diazepam-Mepha 2 mg Tabletten: 25 und 100 [B]

Diazepam-Mepha 5 mg Tabletten: 25 und 100 [B]

Diazepam-Mepha 10 mg Tabletten: 25 und 100 [B]

Diazepam-Mepha rectal 5 mg Mikroklisma: 5 [B]

Diazepam-Mepha rectal 10 mg Mikroklisma: 5 [B]

Diazepam-Mepha i.v. Ampullen: 10 [B]

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

Juni 2013.

Interne Versionsnummer: 1.2

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