Deseril

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Deseril überzogene Tablette 1 mg
  • Dosierung:
  • 1 mg
  • Darreichungsform:
  • überzogene Tablette
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • Information für medizinisches Fachpersonal:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Deseril überzogene Tablette 1 mg
    Belgien
  • Sprache:
  • Deutsch

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AFMPS - Agence Fédérale des Médicaments et des Produits de Santé - Belgium
  • Zulassungsnummer:
  • BE131774
  • Letzte Änderung:
  • 11-04-2018

Packungsbeilage

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben und darf nicht an Dritte

weitergegeben werden. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome

haben wie Sie.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Deseril und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Einnahme von Deseril beachten?

Wie ist Deseril einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Deseril aufzubewahren?

Weitere Angaben

Deseril 1 mg, überzogene Tabletten

Methysergid

Der arzneilich wirksame Bestandteil ist Methysergid (1 mg) als Hydrogenmaleat.

Die sonstigen Bestandteile sind Gelatine, Maleinsäure, Stearinsäure, Talk, Maisstärke und Laktose.

Der Überzug der Tablette besteht aus: kolloidalem Siliciumdioxid, Gummi arabicum, Talk,

Saccharose und Titandioxid (Farbstoff).

Pharmazeutischer Unternehmer

Amdipharm Limited, Temple Chambers – 3 Burlington Road, Dublin 4, Irland

Hersteller

Amdipharm UK Limited, Capital House, 85 King William Street, EC4N 7BL, London, Vereinigtes

Königreich

Sanico NV, Veedijk 59, 2300 Turnhout, Belgie

Zulassungsnummer: BE 131774

WAS IST DESERIL UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Deseril ist in Packungen zu 100 überzogenen Tabletten erhältlich.

Deseril gehört in die Gruppe der Arzneimittel zur Migränebekämpfung.

Deseril ist ein Medikament für Patienten, die unter schweren Migräneanfällen (mit oder ohne Aura)

leiden und die dadurch nicht in der Lage sind, normal am Leben teilzunehmen. Es wird regelmäßig als

vorbeugendes Medikament eingenommen, um die Häufigkeit der Migräneanfälle zu reduzieren. Die

Behandlung mit Deseril sollte jedoch erst begonnen werden, wenn andere Standardbehandlungen, die

über einen Zeitraum von mindestens vier Monaten bei Höchstdosis durchgeführt wurden, erfolglos

geblieben sind.

Deseril sollte nicht zur Bekämpfung von bereits manifestierten Kopfschmerzen eingenommen werden.

Deseril wird auch Patienten verschrieben, die unter episodischem Kopfschmerz oder regelmäßigem

Clusterkopfschmerz leiden. Die regelmäßige, vorbeugende Einnahme zielt darauf, die Häufigkeit von

solchen Kopfschmerzattacken zu verringern. Allerdings sollte das Medikament erst verschrieben

werden, wenn mindestens zwei andere Medikamente zur Behandlung dieser Art von Kopfschmerzen

über einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten eingenommen wurden, wonach jedoch keine

Besserung hinsichtlich der Clusterkopfschmerzen zu verzeichnen war.

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON DESERIL BEACHTEN?

Deseril darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Methysergid, einem anderen Mutterkornderivat

oder einem der sonstigen Bestandteile von Deseril sind.

wenn Sie schwanger sind oder stillen.

wenn Sie einen schlechten Blutkreislauf haben oder an einer Erkrankung der Herzkranzschlagadern

(z.B. Angina pectoris) leiden.

wenn Sie einen zu hohen Blutdruck haben, der mit Arzneimitteln nicht unter Kontrolle ist.

wenn Sie an einer schweren Nieren-, Leber- oder Blasenerkrankung leiden.

wenn Sie eine schwere Infektion haben.

wenn Sie bestimmte Arzneimittel einnehmen (siehe „Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln“).

Die Anwendung von Deseril bei Kindern wird abgeraten.

Bei der Einnahme vonDeseril ist Folgendes besonders zu berücksichtigen

Vor der Einnahme von Deseril informieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt gegebenenfalls über

Folgendes:

Sie verspüren in ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Fingern und Zehen.

Bevor Sie mit der Behandlung beginnen, wird Ihr Arzt einige Untersuchungen durchführen, die im

Behandlungsverlauf alle sechs Monate wiederholt werden, um sicherzustellen, dass Sie keine

Fibrosen (krankhafte Gewebsveränderungen in den Organen) aufweisen oder entwickelt haben. Zu

diesen Untersuchungen zählen u. a. eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie),

ein Lungenfunktionstest und Untersuchungen des Bauchraums, beispielsweise mittels einer

Magnetresonanztomographie (MRT).

Falls Sie eines der folgenden Symptome bei sich feststellen, müssen Sie umgehend Ihren Arzt

informieren: Schmerzen im Brustraum oder Bauchraum, auffälliger Herzschlag, Schwierigkeiten beim

Atmen, trockener Husten, Übelkeit, allgemeines Schwächegefühl, Ermüdung, Appetitlosigkeit oder

Gewichtsverlust, Auffälligkeiten beim Harnlassen, Schmerzen, Kältegefühl oder Taubheit in den

Extremitäten. Ihr Arzt wird Sie untersuchen und entscheiden, ob ein Absetzen des Medikaments

erforderlich ist.

Bei Patienten, die innerhalb der ersten 2-3 Monate nicht auf das Medikament ansprechen, sollte die

Behandlung abgebrochen werden.

Methysergide darf nicht länger als sechs Monate kontinuierlich (ohne Pause) eingenommen werden.

Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, informieren sie bitte Ihren Arzt. Es muss –ein behandlungsfreier

Zeitraum von mindestens vier Wochen zwischen zwei Behandlungszyklen liegen. Gegen Ende der

Behandlung empfiehlt es sich, die Dosis über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen schrittweise

herunter zu setzen, damit es hinsichtlich der Kopfschmerzen nicht zu einem Rebound-Effekt kommt.

Patienten mit einer seltenen, erblich bedingten Galaktose- oder Fruktose-Intoleranz, lappischem

Laktasemangel oder Glukosegalaktose-Malabsorption bzw. Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten

Deseril nicht einnehmen.

Bei Einnahme von Deseril zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Deseril wird zu den Mahlzeiten eingenommen.

Schwangerschaft

Deseril ist während der Schwangerschaft gegenangezeigt.

Stillzeit

Deseril ist in der Stillzeit gegenangezeigt.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Wenn Sie sich schwindelig fühlen, sollten Sie weder Autofahren noch Maschinen bedienen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Deseril:

Dieses Arzneimittel enthält Laktose und Saccharose. Wenn Ihr Arzt Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie

gegen bestimmte Zucker überempfindlich sind, sollten Sie sich zunächst mit Ihrem Arzt in

Verbindung setzen, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor

kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel

handelt.

Die nachstehenden Arzneimittel können - ebenso wie übermäßiges Rauchen - Wechselwirkungen

verursachen (insbesondere Gefäßspasmen):

Antibiotika: Troleandomycin, Erythromycin, Clarithromycin

antivirale Arzneimittel: Ritonavir, Indinavir, Nelfinavir, Delavirdin

Antimykotika: Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol

Antihypertensiva: Propranolol

Antimigränemittel: Präparate, die Mutterkorndealkaloide enthalten und Sumatriptan.

3.

WIE DESERIL EINZUNEHMEN IST?

Sie sollten Methysergide nur auf Empfehlung und unter Aufsicht eines erfahrenen Facharztes für

Migräne und Clusterkopfschmerz (Neurologe) einnehmen.

Nehmen Sie Deseril immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Zu Behandlungsbeginn nehmen Sie täglich eine Tablette ein.

Erhöhen Sie anschließend die Dosis schrittweise laut Anweisung Ihres Arztes.

Migräne

Die Behandlungsdauer sollte sechs Monate nicht überschreiten.

Clusterkopfschmerz

Bei episodischem Clusterkopfschmerz wird die Behandlungsdauer an die durchschnittliche Dauer der

Episoden angepasst werden, beträgt allerdings in der Regel allerdings nicht mehr als 2 oder 3 Monate.

Bei chronischen Clusterkopfschmerzen sollte die Behandlungsdauer sechs Monate nicht

überschreiten.

Zwischen zwei Behandlungszyklen sollte eine Pause von 3-4 Wochen liegen, um zu überprüfen, ob

Sie Deseril weiterhin einnehmen müssen. Die Absetzung des Medikaments sollte schrittweise

erfolgen (über einen Zeitraum von 2 oder 3 Wochen).

Sollte eine fibrotische Reaktion festgestellt werden, kann allerdings ein sofortiger Abbruch der

Behandlung erforderlich sein.

Deseril sollte nicht von Kindern eingenommen werden.

Art und Weise der Verabreichung

Die Tablette zu einer Mahlzeit mit etwas Flüssigkeit einnehmen.

Wenn Sie die Einnahme von Deseril vergessen haben

Nehmen Sie die vergessene Dosis ein sobald Sie daran denken, jedoch nicht, wenn Sie innerhalb von

4 Stunden bereits die nächste Dosis einnehmen müssen. Nehmen Sie in diesem Fall Deseril zum

gewöhnlichen Zeitpunkt ein. Nehmen Sie niemals eine doppelte Dosis Deseril ein, um so die

vergessene Dosis nachzuholen.

Auswirkungen, wenn die Behandlung mit Deseril abgebrochen wird

Die dürfen die Behandlung mit diesem Arzeimittel nicht plötzlich abbrechen; Sie können dann an

Migräne leiden. Überlegen Sie immer mit Ihrem Arzt, um die Dosierung allmählich abzubauen.

Wenn Sie eine größere Menge von Deseril eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viel von Deseril eingenommen haben, sollen Sie sofort mit Ihrem Arzt, Ihrem Apotheker

oder dem Antigiftzentrum (Tel: 070/245.245) Kontakt aufnehmen.

Die Symptome einer ernsthaften Überdosierung sind: Kopfschmerzen, Unruhe, Übelkeit und

Erbrechen, Bauchschmerzen; erhöhte Herzfrequenz; schmerzhafte, kalte oder blasse Finger und

Zehen.

4.

MÖGLICHE NEBENWIRKUNGEN

Wie alle Arzneimittel, kann Deseril Nebenwirkungen auslösen, von denen aber nicht jeder Patient

betroffen ist.

Störungen des zentralen Nervensystems

Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, geringfügige und vorübergehende Veränderungen der

seelischen Verfassung (Nervosität, Ruhelosigkeit, depressive und verwirrte Zustände in seltenen

Fällen).

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Es liegen Einzelberichte von Herzinfarkten vor, insbesondere bei Patienten, die Kontraindikationen

aufgrund von Koronarerkrankungen oder wegen der Anwendung blutgefäßverengender Medikamente

nicht beachtet haben.

Fibrotische Herzklappenveränderungen (siehe Allgemeine Erkrankungen).

Es können Ödeme und Gefäßverengungen der kleineren und größeren Arterien auftreten. Abhängig

von der Lage des betroffenen Gefäßes kann sich diese Komplikation auch als Brustschmerzen oder

Bauchschmerzen äußern, als kalte, dumpfe und schmerzhafte Empfindung in den Extremitäten (mit

oder ohne Parästhesien) oder als verlangsamter bzw. fehlender Puls und theoretisch auch als

arterieller Bluthochdruck.

Erkrankungen der Atmung, des Thorax und des Mittelfellraums

Pleuropulmonare Fibrose (siehe Allgemeine Erkrankungen), Atemnot, Brustfellentzündung,

angesammelte Flüssigkeit im Bereich des Brustfells.

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Übelkeit und Erbrechen, insbesondere dann, wenn Deseril nicht zu den Mahlzeiten eingenommen

wird.

Retroperitoneale Fibrose (siehe Allgemeine Erkrankungen).

Hauterkrankungen

Hautreaktionen (z. B. Ausschlag, Nesselfieber).

Allgemeine Erkrankungen

Bei ununterbrochener Einnahme von Deseril über einen längeren Zeitraum hinweg kam es zu

Fibrosen (zunehmenden krankhaften Gewebsveränderungen in den Organgen) im Bereich des

Bauchfells (Hautsack, der die Lunge umschließt), des Peritoneums (Hautsack, der den Bauchraum

und die Verdauungsorgane umschließt) und der Herzklappen.

Fibrotische Veränderungen des Brustfells äußern sich in den folgenden Symptomen: Schmerzen im

Brustbereich, Kurzatmigkeit, trockenem Husten und Gewichtsverlust.

Fibrosen im hinteren Bauchfell können sich in den folgenden Symptomen äußern: allgemeines

Unwohlsein, Rückenschmerzen, Schmerzen in Taille oder Rippen, Schmerzen beim Harnlassen,

verringerte Harnproduktion, Appetitlosigkeit und Hautverfärbungen der Beine.

Fibrotische Veränderungen der Herzklappen können Herzrasen sowie geschwollene Hände und Füße

verursachen und lassen sich durch eine klinische Untersuchung diagnostizieren.

Wird eines dieser Symptome oder Anzeichen festgestellt wird, muss die das Medikament sofort

abgesetzt werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Sollten sie bei sich mögliche Nebenwirkungen feststellen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder

Apotheker. Dies schließt auch mögliche Nebenwirkungen ein, die in der Packungsbeilage nicht

auftauchen. Sie können Nebenwirkungen auch direkt melden über das nationale Meldesystem:

Föderalagentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte

Abteilung Vigilanz

EUROSTATION II

Victor Hortaplein, 40/40

B-1060 BRUSSEL

Website: www.fagg-afmps.be

E-Mail: patientinfo@fagg-afmps.be

Indem Sie Nebenwirkungen melden, helfen Sie mit, mehr Informationen zur Sicherheit dieses

Medikaments zusammen zu tragen.

5.

WIE IST DESERIL AUFZUBEWAHREN?

Deseril außer Sicht und außer Reichweite von Kindern aufbewahren.

Äußerstes Verwendungsdatum: Sie dürfen Deseril nach dem Datum hinter EXP auf dem Umkarton

nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum ist der letzte Tag des angegebenen Monates.

6.

WEITERE ANGABEN

Für alle Informationen in Bezug auf dieses Arzneimittel sollen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker

Kontakt aufnehmen.

Verschreibungsstatus: auf ärztliche Verordnung.

Das Datum der Genehmigung dieser Packungsbeilage ist: 09/2014.