Depo-Medrol Lidocaine 80 mg/2 mL

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Depo-Medrol Lidocaine 80 mg/2 mL Injektionssuspension
  • Darreichungsform:
  • Injektionssuspension
  • Zusammensetzung:
  • methylprednisoloni acetas 80 mg, lidocaini hydrochloridum 20 mg, macrogolum 3350, natrii chloridum, conserv.: alcohol benzylicus 17.4 mg, N-myristyl-gamma-picolinii chloridum 0.38 mg, Wasser iniectabilia q.s. zu der suspension für 2 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Depo-Medrol Lidocaine 80 mg/2 mL Injektionssuspension
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Lokale Glukokortikoid-Therapie

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 38546
  • Berechtigungsdatum:
  • 03-02-1975
  • Letzte Änderung:
  • 11-09-2017

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Transferiert von Pfizer AG

Depo-Medrol® Lidocaine

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Methylprednisoloni acetas, Lidocaini hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Macrogolum 3350, Natrii chloridum, Conserv.: Alcohol benzylicus (8,7 mg/ml), N-

Myristyl-gamma-picolinii chloridum (0,19 mg/ml); Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 ml sterile Suspension enthält 40 mg Methylprednisoloni acetas und 10 mg Lidocaini

hydrochloridum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Für die intrasynoviale, periartikuläre und intrabursale Administration sowie Weichteilinfiltration

(siehe «Dosierung/Anwendung»):

Als kurzfristige Zusatztherapie (während einer akuten Phase oder Exazerbation) bei:

·posttraumatischer Arthrose;

·Synovitis bei Arthrose;

·chronischer Polyarthritis;

·akuter und subakuter Bursitis;

·Epikondylitis;

·akuter unspezifischer Tendosynovitis;

·akuter Gichtarthritis.

Weiter kann Depo-Medrol Lidocaine bei zystischen Tumoren einer Aponeurose oder Sehne

(Ganglion) eine günstige Wirkung zeigen.

Dosierung/Anwendung

Die Corticosteroidtherapie ergänzt in der Regel eine Basistherapie, ersetzt diese aber nicht. Die

Dosierung sollte dem Schweregrad der Erkrankung und der Reaktion des Patienten angepasst

werden. Zur Verminderung unerwünschter Wirkungen und sobald es der Zustand des Patienten

erlaubt, sollte die Dosierung herabgesetzt und auf eine orale Behandlung mit Glukocorticoiden

umgestellt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Dosierung schrittweise reduziert wird, wenn

die Behandlung mehr als einige Tage angedauert hat.

Lokale Injektion bei chronischer Polyarthritis und Arthrosen

Die intraartikulär zu verabreichende Dosis variiert individuell je nach Grösse des zu behandelnden

Gelenkes und der Schwere der Erkrankung. Für eine chronische Behandlung werden die Injektionen

im Abstand von 1–5 oder mehr Wochen wiederholt, abhängig von der Besserung, die die

Erstinjektion herbeigeführt hat. Die Dosen in der folgenden Tabelle gelten als Richtlinien:

Grösse des Gelenkes Beispiel

Dosisbereich

Gross

Knie, Sprunggelenk, Schulter 20 bis 80 mg

Mittel

Ellbogen, Handgelenk

10 bis 40 mg

Klein

Metakarpophalangeal

Interphalangeal

Sternoklavikular

Akromioklavikular

4 bis 10 mg

Bursitis, Ganglion, Tendinitis, Epikondylitis

Zur Behandlung von verschiedenen Erkrankungen von Sehnen und Bursen variiert die Dosis

zwischen 4–30 mg. Bei rezidivierenden oder chronischen Fällen können sich wiederholte Injektionen

als notwendig erweisen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Pädiatrie

Bei Kindern bis zum Alter von 12 Jahren darf eine Maximaldosis von 5 mg/kg Lidocain nicht

überschritten werden.

Zur Behandlung von Kleinkindern und Kindern werden üblicherweise geringere Steroiddosen

verwendet. Die Dosis sollte sich mehr nach der Schwere der Erkrankung richten als nach Alter,

Körpergewicht oder Körperoberfläche.

Aufgrund des Gehaltes an Benzylalkohol ist Depo-Medrol Lidocaine bei Frühgeborenen sowie bei

Neugeborenen mit geringem Geburtsgewicht kontraindiziert.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist im Falle einer längerdauernden Corticosteroidtherapie das Risiko für eine

Osteoporose sowie für eine Flüssigkeitsretention (eventuell mit daraus resultierender Hypertonie)

potentiell erhöht. Ältere Patienten sollten daher mit Vorsicht behandelt werden.

Niereninsuffizienz

Bei leichter und mässiggradiger Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung notwendig. Bei

schwerer Niereninsuffizienz sollte die Anwendung von Depo-Medrol Lidocaine unter besonderer

Vorsicht erfolgen. Bei Hämodialyse-Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Leberinsuffizienz, Hypothyreose

Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz oder mit Hypothyreose ist die Metabolisierung von

Methylprednisolon verzögert, und die Wirkung kann verstärkt sein. Auch die Pharmakokinetik von

Lidocain wird bei Leberfunktionsstörungen beeinträchtigt. Es sollte daher eine entsprechende

Dosisanpassung erfolgen.

Kontraindikationen

Intrathekale, intranasale, intraokuläre oder epidurale Verabreichung.

Intravenöse Verabreichung.

Systemische Pilzinfektionen.

Schwere Überleitungsstörungen.

Akute dekompensierte Herzinsuffizienz.

Überempfindlichkeit gegenüber einem der Wirkstoffe oder Hilfsstoffe (siehe «Zusammensetzung»).

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Lokalanästhetika vom Anilid-Typ.

Die Verabreichung von Lebendimpfstoffen oder abgeschwächten Lebendimpfstoffen ist bei

Patienten, die immunsuppressive Dosen von Corticosteroiden erhalten, kontraindiziert.

Depo-Medrol Lidocaine ist kontraindiziert bei Frühgeborenen, da es das Konservierungsmittel

Benzylalkohol enthält (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Depo-Medrol Lidocaine enthält ein Lokalanästhetikum (Lidocain). Ärzte, welche Lokalanästhetika

anwenden, müssen über eine ausreichende Erfahrung verfügen und mit Diagnose und Behandlung

möglicher unerwünschter Wirkungen (einschliesslich systemischer Toxizität) bzw. Komplikationen

vertraut sein. Die notwendige Ausrüstung und die erforderlichen Arzneimittel für eine Reanimation

sollten in unmittelbarer Nähe sofort zur Verfügung stehen.

Depo-Medrol Lidocaine sollte nicht mittels anderer als der unter «Indikationen» erwähnten

Verabreichungsarten appliziert werden. Es ist dabei unerlässlich, dass Depo-Medrol Lidocaine

mittels adäquater Applikationstechniken an die gewünschten Stellen verabreicht wird. Bei

intrathekaler oder epiduraler Applikation von Methylprednisolon wurde über teils schwerwiegende

unerwünschte Wirkungen berichtet, wie Arachnoiditis, Meningitis, Paraparese/Paraplegie,

Konvulsionen, Sensibilitätsstörungen, Kopfschmerzen, Blasenbeschwerden sowie funktionelle

gastrointestinale Störungen. Die intrathekale oder epidurale Applikation ist daher kontraindiziert

(siehe «Kontraindikationen»).

Angemessene Massnahmen sind zu ergreifen, um eine intravaskuläre Injektion zu vermeiden.

Bei Vorliegen akuter Infektionen soll die intrasynoviale, intrabursale oder die Verabreichung in die

Sehnenscheide unterlassen werden.

Da Komplikationen einer Steroidbehandlung von der Dosis und Behandlungsdauer abhängen, muss

eine Nutzen/Risiko-Beurteilung betreffend Dosis und Behandlungsdauer individuell erfolgen.

Es wurde berichtet, dass Patienten unter Corticosteroidtherapie ein Kaposi-Syndrom entwickelten.

Bei einigen dieser Patienten bildete sich das Sarkom nach Absetzen der Corticosteroidbehandlung

vollständig zurück.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Überempfindlichkeitsreaktionen (bis hin zum anaphylaktischen Schock) können sowohl durch

Methylprednisolon oder Lidocain als auch durch einen der Hilfsstoffe von Depo-Medrol Lidocaine

verursacht werden.

Das in Depo-Medrol Lidocaine enthaltene Konservierungsmittel Benzylalkohol kann

Überempfindlichkeitsreaktionen verursachen. Bei Frühgeborenen (sowie bei Neugeborenen mit

geringem Geburtsgewicht) kann Benzylalkohol ausserdem ein schweres toxisches Syndrom

(«Gasping Syndrom») verursachen (siehe «Kontraindikationen»). Das Toxizitätsrisiko hängt dabei

von der verabreichten Menge und von der Entgiftungskapazität der Leber und der Nieren ab.

Frühgeborene und untergewichtige Säuglinge sind möglicherweise einem höheren Toxizitätsrisiko

ausgesetzt.

Auch wenn die Benzylalkohol-Konzentration bei Applikation therapeutischer Dosen von Depo-

Medrol Lidocaine wesentlich geringer ist als die Dosen, die mit dem «Gasping Syndrom» in

Verbindung gebracht werden, ist die minimale Menge Benzylalkohol, ab der Toxizität auftritt, nicht

bekannt. Patienten, die hohe Dosen erhalten, können wahrscheinlicher eine Toxizität entwickeln. Bei

der Anwendung Benzylalkohol-haltiger Arzneimittel sollte die Summe der täglichen Menge

Benzylalkohol aus allen Quellen berücksichtigt werden.

In seltenen Fällen können nach Gabe von Corticosteroiden allergische Reaktionen auftreten wie

Hautreaktionen, Angioödeme und/oder anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen. Deshalb sollten,

insbesondere bei Patienten mit bekannter Arzneimittelallergie, vor der Anwendung entsprechende

Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.

Endokrine Effekte

Pharmakologische Dosierungen von Corticosteroiden, die über einen längeren Zeitraum verabreicht

werden, können zu einer hypothalamisch-hypophysär-adrenalen Suppression (sekundäre

Nebennierenrindeninsuffizienz) führen. Das Ausmass und die Dauer einer adrenokortikalen

Insuffizienz variiert von Patient zu Patient und ist abhängig von Dosis, Frequenz, Tageszeit der

Verabreichung und Dauer einer Glucocorticoidtherapie.

Bei ungewöhnlichen Belastungen (z.B. schwere Erkrankung, grössere Operationen, schweres

Trauma, etc.) muss bei Patienten, welche unter einer längerfristigen Therapie mit Corticosteroiden

stehen, kurzfristig vor, während und nach der Belastungssituation die Dosis schnell wirksamer

Corticosteroide erhöht werden.

Bei abruptem Absetzen von Glucocorticoiden kann es zu einer NNR-Insuffizienz (unter Umständen

mit letalem Ausgang) kommen. Daher sollten Steroide nicht abrupt abgesetzt, sondern die Dosis

allmählich reduziert werden.

Eine relative NNR-Insuffizienz kann noch Monate nach dem Absetzen der Therapie persistieren.

Kommt es in diesem Zeitraum zu besonderen Belastungssituationen (z.B. schwere Erkrankungen,

grössere Operationen etc.), so sollte die Hormontherapie wieder aufgenommen werden. Da auch die

Mineralcorticoidsekretion eingeschränkt sein kann, sollten zusätzlich auch Salz und/oder ein

Mineralcorticoid begleitend verabreicht werden.

Ein «Steroid-Absetzsyndrom», welches unabhängig von einer Nebennierenrindeninsuffizienz (NNR-

Insuffizienz) zu sein scheint, kann ebenfalls bei abruptem Absetzen von Glucocorticoiden auftreten.

Dieses Syndrom zeigt Symptome wie: Anorexie, Nausea, Erbrechen, Lethargie, Kopfschmerzen,

Fieber, Gelenkschmerzen, Hautschuppung, Myalgie, Gewichtsverlust und/oder Hypotonie.

Bei Patienten mit Hypothyreose ist die Wirkung extern zugeführter Glucocorticoide verstärkt.

Nach systemischer Verabreichung von Corticosteroiden wurde über Phäochromozytom-Krisen

berichtet, teilweise mit letalem Ausgang. Corticosteroide sollten daher bei Patienten mit bekanntem

oder vermutetem Phäochromozytom nur nach entsprechender Evaluierung des Risiko/Nutzen-

Verhältnisses verabreicht werden.

Treten bei einem Patienten unter Behandlung mit Depo-Medrol potentielle Symptome einer

Phäochromozytom-Krise wie hypertensive Krise, Herzversagen, Tachykardie, Kopf-, Abdominal-

und/oder Thoraxschmerzen auf, sollte an die Möglichkeit eines bisher unbekannten

Phäochromozytoms gedacht werden.

Da Glucocorticoide ein Cushing-Syndrom hervorrufen oder verschlechtern können, sollten

Glucocorticoide bei Patienten mit Morbus Cushing vermieden werden.

Immunsuppressive Effekte/Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Infektionen

Corticosteroide können die Anzeichen einer beginnenden Infektion maskieren oder latente

Infektionen aktivieren (einschliesslich solcher durch Parasiten), ebenso können während der

Corticosteroidtherapie neue Infektionen auftreten. So kann bei Corticosteroidanwendung die

Resistenz gegenüber Erregern vermindert und die Lokalisierung einer Infektion erschwert sein.

Solche Infektionen können leicht, aber auch schwer und manchmal tödlich verlaufen. Mit steigenden

Corticosteroid-Dosen steigt die Rate infektiöser Komplikationen. Bei schweren

Infektionskrankheiten ist für einen ausreichenden antibiotischen bzw. chemotherapeutischen Schutz

zu sorgen.

Varizellen und Masern, die während einer systemischen Behandlung mit Corticosteroiden auftreten,

können eine schwere Verlaufsform annehmen und insbesondere bei Kindern tödlich enden.

Varizellen erfordern eine sofortige Behandlung, z.B. mit Aciclovir i.v.. Bei Risikopatienten ist eine

Prophylaxe mit Aciclovir oder eine passive Immunprophylaxe mit Varizella-zoster-Immunglobulin

angezeigt. Patienten, die Corticosteroide erhalten, sollten nicht gegen Pocken geimpft werden.

Depo-Medrol Lidocaine darf bei Tuberkulosepatienten nur bei aktiver fulminanter Tuberkulose oder

Miliartuberkulose und nur in Kombination mit einer geeigneten tuberkulostatischen Therapie

eingesetzt werden. Bei Patienten mit latenter Tuberkulose oder Tuberkulinreaktivität ist eine

engmaschige Kontrolle erforderlich, da eine Reaktivierung der Erkrankung erfolgen kann. Bei einer

Corticosteroid-Langzeittherapie sollten diese Patienten eine Chemoprophylaxe erhalten.

Effekte auf Herz/Kreislauf

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz sollten systemische Corticosteroide mit Vorsicht und nur wenn

absolut notwendig eingesetzt werden.

Bei Patienten mit vorbestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren, die über einen längeren Zeitraum

höhere Dosen erhalten, können unerwünschte Wirkungen von Glucocorticoiden wie Hypertonie oder

Dyslipidämie das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse weiter erhöhen. Daher sollten

Corticosteroide bei diesen Patienten sowie bei Patienten mit frischem Myokardinfarkt nur mit

Vorsicht eingesetzt werden. Gegebenenfalls ist eine Risikomodifizierung anzustreben und/oder ein

zusätzliches kardiales Monitoring durchzuführen.

Corticosteroide sollten mit Vorsicht bei Patienten mit Hypertonie eingesetzt werden.

Effekte auf die Psyche

Unter Corticosteroidbehandlung kann es zu potentiell schwerwiegenden psychiatrischen Störungen

kommen, die von Euphorie über Insomnie, Stimmungsschwankungen und

Persönlichkeitsveränderungen bis hin zu schweren Depressionen und manifesten Psychosen reichen.

Auch können sich eine bereits bestehende emotionale Labilität oder psychotische Tendenzen durch

Corticoideinwirkung verschlimmern.

Die Symptome treten meist innerhalb von Tagen oder Wochen nach Behandlungsbeginn auf. Die

meisten Reaktionen verschwinden nach Dosisreduktion oder Absetzen, trotzdem kann eine

spezifische Behandlung notwendig sein. Unerwünschte psychische Effekte wurden auch nach

Absetzen von Corticosteroiden berichtet. Patienten und Angehörige sollten aufgefordert werden, bei

Auftreten psychischer Symptome unter der Therapie bzw. während oder nach dem

Ausschleichen/Absetzen den Arzt zu konsultieren, insbesondere, wenn depressive Stimmung oder

suizidale Absichten vermutet werden.

Effekte auf das Nervensystem

Bei Patienten mit Anfallsleiden sollten Corticosteroide nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Hepatobiliäre Effekte

Es wurde über Leber- und Gallenerkrankungen berichtet, welche nach Absetzen der Therapie

reversibel sein können. Daher ist eine angemessene Überwachung erforderlich.

Muskuloskeletale Effekte

Prinzipiell sollten Corticosteroide bei Patienten mit Myasthenia gravis nur mit Vorsicht eingesetzt

werden.

In Zusammenhang mit der Anwendung hoher Corticosteroid-Dosen wurden akute Myopathien

beobachtet, die am häufigsten auftraten bei Patienten mit Störungen der neuromuskulären

Transmission (z.B. Myasthenia gravis) oder bei Patienten, die gleichzeitig neuromuskuläre Blocker

erhielten. Solche akuten Myopathien verlaufen generalisiert, können die Augen- und die

Atemmuskulatur einbeziehen und zu einer Tetraparese führen. Die Kreatinkinase-Werte können

steigen. Die klinische Besserung oder Heilung nach Absetzen der Corticosteroide kann Wochen bis

Jahre dauern.

Die Langzeitanwendung von Corticosteroiden kann zu einer Osteoporose führen, insbesondere bei

geriatrischen Patienten oder bei postmenopausalen Frauen.

Okuläre Effekte

Bei Patienten mit Herpes-Simplex-Infektionen des Auges sollten Corticosteroide wegen der Gefahr

der Hornhautperforation besonders vorsichtig und nur bei intakter Korneaoberfläche angewendet

werden.

Mögliche unerwünschte Wirkungen bei längerdauernder Anwendung von Corticosteroiden sind

Exophthalmus, Katarakt (insbesondere bei Kindern) und erhöhter intraokulärer Druck. Letzterer

kann zu einem manifesten Glaukom mit Schädigung des Sehnervs führen. Eine periodische

augenärztliche Untersuchung ist daher in Erwägung zu ziehen.

Lokale Reaktionen

Obwohl die Anwesenheit von Steroidkristallen in der Unterhaut entzündliche Reaktionen

unterdrücken kann, können sie zelluläre Bestandteile auflösen und in der Grundsubstanz des

Bindegewebes physiochemische Veränderungen bewirken. Diese selten auftretenden Veränderungen

von Cutis und/oder Subcutis können zu Einbuchtungen der Haut an der Injektionsstelle führen. Die

Schwere dieses Syndroms hängt von der applizierten Corticosteroidmenge ab. Der Hautzustand

regeneriert sich entweder nach wenigen Monaten oder nach der Resorption aller Steroidkristalle.

Um das Auftreten dermaler und subdermaler Atrophien zu reduzieren, ist darauf zu achten, dass die

empfohlenen Dosen nicht überschritten werden. Falls immer möglich, sollen jeweils mehrere kleine

Injektionen in die Läsion gemacht werden. Bei intrasynovialen und intramuskulären Injektionen

müssen eine intradermale Injektion bzw. das Auslaufen in die Dermis vermieden werden.

Andere Erkrankungen, bei welchen Corticosteroide nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden

sollten

·Aktive oder latente peptische Ulcera: Glucocorticoide können die Symptome peptischer Ulcera

maskieren, sodass es zu einer weitgehend asymptomatischen Perforation oder zu akuten

gastrointestinalen Blutungen kommen kann. Das Risiko für peptische Ulzera steigt durch die

Kombination von Corticosteroiden mit nicht-steroidalen Antiphlogistika

·Pankreatitis: Hohe Corticosteroid-Dosierungen können eine akute Pankreatitis auslösen.

·Stoffwechsel: Corticosteroide können den Blutglukosespiegel erhöhen, einen bestehenden Diabetes

verschlechtern und bei Langzeittherapie das Risiko für einen Diabetes mellitus erhöhen.

·Wasser-Elektrolyt-Haushalt: Corticosteroide können, insbesondere in mittleren und hohen Dosen,

zu einer Salz- und Flüssigkeitsretention sowie zu einer erhöhten Kaliumausscheidung führen.

Eventuell kann eine Kochsalz-Restriktion bzw. eine Kaliumsubstitution notwendig werden.

·Gleichzeitige Behandlung mit nicht-steroidalen Antiphlogistika: Acetylsalicylsäure und andere

nicht-steroidale Antiphlogistika sollten nur mit Vorsicht zusammen mit Corticosteroiden angewendet

werden. Insbesondere ist im Falle einer Hypoprothrombinämie bei der gleichzeitigen Gabe von

Acetylsalicylsäure Vorsicht geboten.

·Andere Erkrankungen: Vorsicht ist auch geboten bei Abszessen oder anderen eitrigen

Entzündungen, unspezifischer ulzeröser Kolitis (insbesondere bei drohender Perforation),

Divertikulitis, frischen intestinalen Anastomosen, Leberzirrhose, Niereninsuffizienz,

Thromboseneigung oder Migräne in der Anamnese.

Anwendung in der Pädiatrie

Da Depo-Medrol Lidocaine als Konservierungsmittel Benzylalkohol enthält, sollte von der

Verabreichung des Präparates an Neugeborene abgesehen werden (siehe «Unerwünschte

Wirkungen»). Bei Frühgeborenen darf es nicht verabreicht werden (siehe «Kontraindikationen»).

Bei Kindern und Jugendlichen können unter langzeitiger Glucocorticoidbehandlung Wachstum und

Entwicklung gehemmt werden. Eine solche Behandlung bedarf daher einer äusserst strengen

Indikationsstellung.

Bei einer längerdauernden Corticosteroidtherapie besteht bei Kindern ein Risiko für eine Erhöhung

des intrakraniellen Druckes.

Die folgenden Vorsichtsmassnahmen betreffen spezifisch die parenterale Verabreichung von

Corticosteroiden:

Zur Vermeidung von Infektionen und Kontamination ist eine aseptische Arbeitsweise unabdingbar.

Lokale Injektionen in bereits infizierte Gelenke sind zu vermeiden.

Um eventuelle septische Prozesse auszuschliessen, muss allfällige Gelenkflüssigkeit sachgemäss

untersucht werden.

Deutlich vermehrte Schmerzen mit lokalen Schwellungen, weiterer Einschränkung der

Gelenkbeweglichkeit, Fieber sowie allgemeines Unwohlsein deuten auf eine septische Arthritis hin.

Falls eine Sepsis bestätigt wird, muss eine adäquate antimikrobielle Therapie eingeleitet werden.

Injektionen in unstabile Gelenke sollen vermieden werden. Wiederholte intraartikuläre Injektionen

können zu Gelenkinstabilitäten führen. In Einzelfällen sind daher Röntgenaufnahmen zur vorzeitigen

Entdeckung eventueller Gelenkschäden empfehlenswert.

Falls nach intraartikulärer Steroidtherapie eine symptomatische Besserung erzielt wurde, muss eine

Überbeanspruchung des Gelenkes sorgfältig vermieden werden, andernfalls kann eine weitere

Schädigung des Gelenkes auftreten, die den Effekt der Steroidtherapie zunichte macht.

Intrasynoviale Injektionen können neben ihrer lokalen Wirkung eine systemische Wirkung entfalten.

Die intramuskuläre Verabreichung von Depo-Medrol Lidocaine bringt keinen zusätzlichen

therapeutischen Nutzen. Falls eine anhaltende systemische Wirkung mit parenteral zu

verabreichenden Corticosteroiden erwünscht ist, sollte ein Präparat ohne Lokalanästhetika-Zusatz

verwendet werden.

Vorsichtsmassnahmen betreffend Lidocain

In den folgenden Situationen ist das Risiko schwerwiegender unerwünschter Wirkungen von

Lokalanästhetika wie Lidocain erhöht:

Ältere Patienten.

Patienten in schlechtem Allgemeinzustand.

AV-Block (da Lokalanästhetika zu einer Verzögerung der Reizleitung führen können).

Schwere Lebererkrankungen.

Schwere Niereninsuffizienz.

In diesen Fällen sollte die Anwendung von Depo-Medrol Lidocaine unter besonderer Vorsicht

erfolgen.

Patienten, die mit Antiarrhythmika der Klasse III (z.B. Amiodaron) behandelt werden, sollten

überwacht und ein EKG- Monitoring in Betracht gezogen werden, da die kardialen Wirkungen

additiv sein können.

Injektionen Lidocain-haltiger Lösungen im Kopf- und Nackenbereich können, falls sie versehentlich

intraarteriell erfolgen, bereits bei niedriger Dosierung zentralnervöse Symptome verursachen.

Interaktionen

Methylprednisolon

Pharmakokinetische Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Methylprednisolon

Methylprednisolon wird hauptsächlich durch das CYP450-Enzym CYP3A4 metabolisiert.

Interaktionen an diesem Enzym können daher die Wirksamkeit und/oder die unerwünschten

Wirkungen von Methylprednisolon beeinflussen.

Enzyminhibitoren: Bei gleichzeitiger Verabreichung von mässigen bis starken CYP3A4-Inhibitoren

(z.B. Protease-Inhibitoren, Azol-Antimykotika, Makrolide, Diltiazem, Isoniazid, Verapamil) wird die

Metabolisierung von Methylprednisolon verlangsamt, und sowohl Wirksamkeit als auch

unerwünschte Wirkungen können verstärkt sein. Eine Reduktion der Methylprednisolon-Dosis kann

erforderlich sein, um eine Steroidtoxizität zu vermeiden. Auch Grapefruitsaft stellt einen CYP3A4-

Inhibitor dar.

Auch Sexualhormone (z.B. Ethinylestradiol, Norethisteron) können die Clearance von

Glucocorticoiden beeinflussen. Insbesondere können Östrogene die Wirkung von Corticosteroiden

verstärken. Bei therapeutischen Dosierungen dieser Hormone (z.B. in hormonalen Kontrazeptiva) ist

jedoch eine klinisch relevante Inhibition von CYP-Enzymen durch Sexualhormone

unwahrscheinlich.

Enzyminduktoren: Bei gleichzeitiger Verabreichung von CYP3A4-Induktoren (z.B. Barbiturate,

Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin sowie Präparate, welche Johanniskraut (Hypericum

perforatum) enthalten) wird die Metabolisierung von Methylprednisolon beschleunigt, wodurch die

Wirksamkeit reduziert werden kann. Eine Erhöhung der Methylprednisolon-Dosis kann daher

notwendig sein.

CYP3A4-Substrate: Auch durch gleichzeitige Verabreichung anderer CYP3A4-Substrate (z.B.

Benzodiazepine, Cyclophosphamid, Tacrolimus, Aprepitant, Fosaprepitant, Diltiazem) kann die

hepatische Clearance von Methylprednisolon beeinflusst und eine Dosisanpassung erforderlich

werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Methylprednisolon und Cyclosporin wird der Metabolismus gegenseitig

inhibiert. Deshalb können unerwünschte Wirkungen beider Substanzen verstärkt auftreten.

Insbesondere wurden unter gleichzeitiger Gabe von Methylprednisolon und Cyclosporin vermehrt

Konvulsionen beobachtet.

Einfluss von Methylprednisolon auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Glucocorticoide können CYP3A4 sowohl induzieren als auch inhibieren und dadurch die

Plasmakonzentrationen anderer CYP3A4-Substrate erhöhen oder erniedrigen. Beispiele hierfür sind:

Aprepitant, Fosaprepitant, Ethinylestradiol, Norethisteron, Protease-Inhibitoren (wie Amprenavir,

Indinavir, Lopinavir, Ritonavir und Saquinavir).

Die Clearance und Acetylierungsrate von Isoniazid kann durch Methylprednisolon erhöht werden.

Glucocorticoide können bei längerdauernder hoher Dosierung die Elimination von Salicylaten

beschleunigen und dadurch deren Wirksamkeit reduzieren. Umgekehrt kann bei Reduktion der

Corticosteroid-Dosis die Toxizität von Salicylaten verstärkt sein.

Acetylsalicylsäure soll bei Patienten mit Hypoprothrombinämie nur mit Vorsicht zusammen mit

Corticosteroiden angewendet werden.

Pharmakodynamische Interaktionen

NSAR's: Bei gleichzeitiger Gabe von Corticosteroiden und NSARs kann die Inzidenz von Ulzera

und Blutungen im Gastrointestinaltrakt erhöht sein.

Immunsuppressiva: Methylprednisolon wirkt synergistisch mit anderen Immunsuppressiva wie z.B.

Methotrexat. Daher kann bei gleichzeitiger Gabe mit solchen Immunsuppressiva eine niedrigere

Corticosteroid-Dosis ausreichend sein.

Aromatase-Inhibitoren: Länger andauernde Glucocorticoid-Behandlung kann eine

Aminoglutethimid-induzierte Nebennierensuppression verstärken.

Anticholinergika: Atropin und andere Anticholinergika können einen bereits durch

Methylprednisolon gesteigerten Augeninnendruck weiter erhöhen.

Sympathomimetika: Corticosteroide erhöhen die Wirkung sowie die Toxizität von

Sympathomimetika wie Salbutamol.

Neuromuskuläre Blocker: Corticosteroide können die Wirkung von nicht-depolarisierenden

neuromuskulären Blockern wie z.B. Vecuronium beeinflussen. Berichtet wurde über eine

Antagonisierung der neuromuskulären Blockade sowie bei gleichzeitiger Anwendung hoher Dosen

über akute Myopathien (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Cholinesterasehemmer: Corticosteroide können die Wirkung von Cholinesterasehemmern bei

Myasthenia gravis reduzieren. Bei gleichzeitiger Anwendung von Methylprednisolon mit

Cholinesterasehemmern wie Neostigmin oder Pyridostigmin kann eine Myastheniekrise auftreten.

Antikoagulantien: Die Wirkung von Heparin oder oralen Antikoagulantien kann erhöht oder

erniedrigt sein. Die Blutgerinnung ist daher zu kontrollieren und ggf. die Antikoagulantien-Dosis

anzupassen.

Herzglykoside: Die Toxizität von Digitalis-Glykosiden wird durch die gleichzeitige Gabe von

Corticosteroiden potenziert.

Antidiabetika: Aufgrund des diabetogenen Effekts der Glucocorticoide müssen bei Diabetikern die

Glucosespiegel überwacht werden. Gegebenenfalls ist die Dosierung der Antidiabetika anzupassen.

Antihypertonika: Die antihypertensive Wirkung wird durch den mineralcorticoiden Effekt der

Corticoide teilweise reduziert, was zu erhöhten Blutdruckwerten führen kann.

Arzneimittel mit Einfluss auf den Kaliumhaushalt: Bei Verabreichung von Corticosteroiden

zusammen mit Arzneimitteln, welche die Kaliumsausscheidung steigern (z.B. Furosemid,

Hydrochlorothiazid, Amphotericin B, Betasympathomimetika oder Xanthin-Derivaten), besteht ein

erhöhtes Risiko einer Hypokaliämie. Bei diesen Patienten sollten daher die Kaliumspiegel überwacht

werden.

Psychopharmaka: Die Wirkung von Anxiolytika und Antipsychotika kann vermindert werden.

Gegebenenfalls ist die Dosis dieser Substanzen anzupassen.

Zytostatika: Die Wirkung von Cyclophosphamid kann reduziert sein.

Impfstoffe: Lebendvirus-Impfstoffe wie z.B. Poliomyelitis-, BCG-, Mumps-, Masern- und Röteln-

Impfstoffe können wegen der immunsuppremierenden Wirkung der Corticosteroide verstärkt toxisch

sein. Disseminierte virale Infektionen können auftreten.

Bei Totvirus-Impfstoffen kann die Impfantwort reduziert sein.

Lidocain

Pharmakokinetische Interaktionen

Lidocain ist ein Substrat der CYP450-Enzyme CAP1A2 und CYP3A4. Der Metabolismus von

Lidocain kann daher bei gleichzeitiger Gabe von CYP-Inhibitoren (z.B. Itraconazol, Voriconazol,

Fluconazol, Clarithromycin, Erythromycin, Cimeditin) gehemmt und durch gleichzeitige Gabe von

Enzyminduktoren (z.B. Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin) verstärkt

werden.

Pharmakodynamische Interaktionen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Wirkstoffen, welche mit Lokalanästhetika vom Amidtyp

strukturverwandt sind (z.B. Antiarrhythmika wie Mexiletin oder Tocainid), können sich die

systemischen toxischen Effekte addieren. Depo-Medrol Lidocaine sollte daher bei Patienten, welche

mit solchen Arzneimitteln behandelt werden, unter besonderer Vorsicht angewendet werden.

Die Wirkung von Muskelrelaxantien kann durch Lidocain verstärkt werden.

Es wird empfohlen, auch die Fachinformation der gleichzeitig verabreichten Arzneimittel zu

konsultieren.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Tierstudien haben unerwünschte Wirkungen auf den Foetus gezeigt (siehe «Präklinische Daten»). Es

existieren keine kontrollierten Humanstudien, und bis heute sind keine Auswirkungen von

Corticosteroiden auf den Geburtsvorgang bekannt. Retrospektive Studien an Neugeborenen von 17

Frauen, welche während 34 Schwangerschaften unterschiedliche Dosen verschiedener

Glucocorticoide erhalten hatten, ergaben keine Hinweise auf teratogene Effekte der Arzneimittel.

Sowohl Methylprednisolon als auch Lidocain passieren die Plazentaschranke. Auch Benzylalkohol

kann die Plazentaschranke passieren (zu möglichen unerwünschten Wirkungen des Hilfsstoffes siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Deshalb sollte Depo-Medrol Lidocaine während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es

sei denn es ist klar notwendig.

Eine retrospektive Studie zeigte eine erhöhte Inzidenz geringer Geburtsgewichte bei Neugeborenen,

deren Mütter Corticosteroide erhielten. Beim Menschen scheint das Risiko von niedrigem

Geburtsgewicht dosisabhängig zu sein und kann durch die Verabreichung niedriger Corticosteroid-

Dosen verringert werden. Ausserdem wurden bei Neugeborenen, deren Mütter eine Langzeittherapie

mit Corticosteroiden erhielten, Katarakte beobachtet.

Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft höhere Steroiddosen erhalten haben,

sollen sorgfältig auf Zeichen einer NNR-Insuffizienz überwacht werden, ggf. ist eine

ausschleichende Substitutionsbehandlung erforderlich.

Die Anwendung von Lokalanästhetika wie Lidocain während der Geburt kann unerwünschte

Wirkungen bei der Mutter und/oder dem ungeborenen Kind (z.B. Bradykardien) hervorrufen.

Stillzeit

Da sowohl Methylprednisolon als auch Lidocain in die Muttermilch übertreten und Corticosteroide

u.a. die Nebennierenrindenfunktion und das Wachstum des Säuglings beeinträchtigen können, sollte

Depo-Medrol Lidocaine während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Fertilität

In Tierversuchen wurde gezeigt, dass Corticosteroide die Fertilität beeinträchtigen (siehe

«Präklinische Daten»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Wirkung von Corticosteroiden auf die Fahrtüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen wurde

nicht untersucht. Unerwünschte Wirkungen wie Schwindel, Schwindelgefühl, Sehstörungen und

Müdigkeit können unter einer Behandlung mit Corticosteroiden auftreten. Betroffene Patienten

sollten kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Nachfolgend sind zunächst die unerwünschten Wirkungen aufgeführt, welche typisch sind für

systemisch verabreichte Corticosteroide und auch unter Depo-Medrol Lidocaine auftreten können.

Im darauffolgenden Abschnitt sind dann die unerwünschten Wirkungen beschrieben, welche unter

der Anwendung von Lidocain beobachtet wurden. Über die kombinierte Anwendung von

Methylprednisolon und Lidocain liegen keine spezifischen Daten vor.

Die unerwünschten Wirkungen sind nach Organklassen und, wo möglich, nach Häufigkeit

aufgeführt, unter Berücksichtigung folgender Definitionen: sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10,

≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1‘000), selten (<1/1‘000, ≥1/10‘000), sehr selten (<1/10‘000),

nicht bekannt (Häufigkeit kann auf der Basis der vorliegenden Daten nicht abgeschätzt werden).

Methylprednisolon

Die unerwünschten Wirkungen von Methylprednisolon sind von Dosis und Behandlungsdauer sowie

von Alter, Geschlecht und Grundkrankheit des Patienten abhängig.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Infektionen.

Nicht bekannt: opportunistische Infektionen.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Nicht bekannt: Leukozytose.

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen (inklusive anaphylaktoider oder anaphylaktischer

Reaktionen wie z.B. Angioödem oder Kreislaufkollaps), abgeschwächte Reaktionen auf Hauttests.

Endokrine Erkrankungen

Häufig: Cushing-Syndrom.

Nicht bekannt: Hypopituitarismus, Steroid-Absetz-Syndrom, Auslösung einer Phäochromozytom-

Krise bei Patienten mit vorbestehendem (auch latentem) Phäochromzytom.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Natrium- und Flüssigkeitsretention, Hypokaliämie.

Nicht bekannt: Appetitzunahme (welche zu Gewichtszunahme führen kann), verminderte

Glucosetoleranz, Dyslipidämie, metabolische Azidose, negative Stickstoffbilanz infolge

Eiweisskatabolismus, hypokaliämische Alkalose, Lipomatose.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: affektive Störungen wie depressive oder euphorische Stimmung, Stimmungsschwankungen,

Reizbarkeit, abnormes Verhalten.

Nicht bekannt: Affektlabilität, Ängstlichkeit, mentale Störungen, Verwirrtheitzustände,

Persönlichkeitsveränderungen, psychische Abhängigkeit, psychotische Störungen (wie Manie,

Wahnvorstellung, Halluzination, Schizophrenie oder deren Verschlechterung), Suizidgedanken.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schlaflosigkeit.

Nicht bekannt: Kopfschmerzen, Schwindel, Amnesie, kognitive Störungen, erhöhter intrakranieller

Druck (mit Papillenödem [benigne intrakranielle Hypertonie]), Krampfanfall, epidurale Lipomatose.

Augenerkrankungen

Häufig: Katarakt, Glaukom.

Nicht bekannt: Erhöhter intraokulärer Druck, Exophthalmus, Chorioretinopathie, vereinzelte Fälle

von Blindheit nach intraläsionaler Applikation im Bereich des Gesichtes und des Kopfes.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Nicht bekannt: Vertigo.

Herzerkrankungen

Nicht bekannt: Herzinsuffizienz bei prädisponierten Patienten, Arrhythmien.

Gefässerkrankungen

Häufig: Hypertonie.

Nicht bekannt: Hypotonie, thromboembolische Ereignisse.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Nicht bekannt: Singultus.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Peptische Ulcera (mit möglicher Ulkus-Perforation oder Blutung)

Nicht bekannt: Bauchschmerzen, abdominelles Spannungsgefühl, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe,

Dyspepsie, Ösophagitis (einschliesslich ulzerative Ösophagitis), gastrointestinale Blutungen,

Pankreatitis (auch bei Kindern), Darmperforation, Peritonitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Nicht bekannt: Erhöhung von Transaminasen und/oder alkalischer Phosphatase.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautatrophie, Akne, Ekchymosen.

Nicht bekannt: Erythem, Hautausschlag, Hyperhidrose, Pruritus, Striae, Pigmentierungsstörungen,

Hirsutismus, Petechien, Urtikaria, sterile Abszesse.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelschwäche, Osteoporose.

Nicht bekannt: Arthralgie, Myalgie, Myopathie, Muskelatrophie, neuropathische Arthropathie,

Sehnenriss (insbesondere der Achillessehne), Wirbelkompressionsfrakturen, pathologische

Frakturen, Osteonekrose, Aufflammen einer Gelenkentzündung nach intrasynovialer Applikation

(«Post-Injection Flare»).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nicht bekannt: Blutharnstoff erhöht.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Nicht bekannt: Menstruationsstörungen, Potenzstörungen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Periphere Ödeme, Wundheilungsstörungen.

Nicht bekannt: Reaktionen an der Injektionsstelle (wie Erythem, Pruritus, Ausschlag oder Urtikaria),

Infektionen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Unwohlsein.

Pädiatrie

Das Sicherheitsprofil von Methylprednisolon bei Kindern und Jugendlichen entspricht im

Wesentlichen jenem bei Erwachsenen. Darüber hinaus wurden bei Kindern folgende unerwünschte

Wirkungen beobachtet:

Endokrine Erkrankungen

Häufig: Wachstumsretardierung.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, abnormes Verhalten.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schlaflosigkeit.

Lidocain

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: anaphylaktische Reaktionen.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Nervosität, Ängstlichkeit, Euphorie, Verwirrtheit.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindel, Parästhesien, Schläfrigkeit, Berührungsempfindlichkeit, Tremor, Dysarthrie,

Konvulsionen, Bewusstseinsverlust.

Selten: Neuropathie.

Augenerkrankungen

Häufig: Verschwommensehen, Doppelbilder.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Tinnitus.

Gelegentlich: Hyperakusis.

Herzerkrankungen

Häufig: Bradykardie, Hypotonie, Hypertonie.

Selten: Arrhythmien, kardiovaskulärer Kollaps, Herzstillstand.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Atemdepression, Atemstillstand.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit, Erbrechen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Nicht bekannt: kutane Läsionen, Urtikaria.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelzuckungen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Ödeme, Kälte- und/oder Hitzegefühl.

Überdosierung

Methylprednisolon

Berichte über eine akute Toxizität nach Überdosierung mit Corticosteroiden sind selten, ein

klinisches Syndrom einer akuten Überdosierung ist nicht bekannt. Im Fall einer Überdosierung ist

kein spezifisches Antidot verfügbar. Die Therapie ist supportiv und symptomatisch.

Methylprednisolon ist dialysierbar.

Lidocain

Die toxischen Reaktionen bei Überdosierung von Lidocain betreffen hauptsächlich das

Zentralnervensystem und das kardiovaskuläre System. Dabei verläuft die zentralnervöse Toxizität

progredient, d.h. der Schweregrad der Symptome nimmt kontinuierlich zu.

Bei versehentlicher intravaskulärer Injektion treten die nachfolgend genannten Symptome

unmittelbar (d.h. innerhalb von 1-3 Minuten) auf, im Falle einer Überdosierung hingegen erst mit

einer Verzögerung von 20-30 Minuten.

Frühsymptome einer Überdosierung sind: Gähnen, Parästhesien (v.a. zirkumoral), Benommenheit,

Unruhe, Schwindelgefühl, Tinnitus, Hypakusis, Sehstörungen, Dysarthrie und Ataxie sowie Übelkeit

und Erbrechen. Bei mittelschweren Intoxikationen können zudem Muskelzuckungen bzw.

Muskelspasmen und nachfolgend generalisierte Krampfanfälle auftreten, unter Umständen gefolgt

von Bewusstlosigkeit, Atemdepression und Koma.

In schwerwiegenden Fällen kommt es ausserdem (meist erst nach Auftreten zentralnervöser

Symptome) zu Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System. Symptome sind Blutdruckabfall,

Bradykardie und Arrhythmien. Bei sehr schweren Intoxikationen kann es zu einem kompletten AV-

Block und zum Herz-Kreislauf-Stillstand kommen.

Bei Anzeichen einer akuten systemischen Toxizität sollte die Injektion sofort abgebrochen werden.

Es gibt kein spezifisches Antidot, die Behandlung der Überdosierung erfolgt symptomatisch. Im

Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstandes ist eine rasche kardiopulmonale Reanimation angezeigt,

einschliesslich Behandlung der Azidose.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: H02BX01

Depo-Medrol Lidocaine ist eine sterile wässrige Suspension, die als Wirkstoffe

Methylprednisolonacetat und Lidocain (Lokalanästhetikum) enthält. Methylprednisolonacetat besitzt

dieselben qualitativen Eigenschaften wie Methylprednisolon bei einer verlängerten Wirksamkeit.

Diese wird durch die geringere Löslichkeit und den verzögerten Metabolismus des Moleküls bedingt.

Die therapeutische Wirksamkeit hält noch lange nach dem Abfall der Plasmaspiegel unter die

Nachweisgrenze an.

Methylprednisolon

Methylprednisolonacetat hat antiinflammatorische und immunsuppressive Wirkungen mit geringen

mineralcorticoiden Eigenschaften. Die Wirkung von Methylprednisolon beruht wie bei allen

Glukocorticoiden auf der Anregung der Synthese spezifischer Proteine in der Zelle. Diese sind

biologisch aktiv und für die eigentlichen systemischen Wirkungen verantwortlich. Aufgrund des

Wirkmechanismus setzt die Wirkung auch bei parenteraler Verabreichung verzögert ein.

Die Dauer der antiinflammatorische Wirkung der Glucocorticoide entspricht etwa der Dauer der

Hypothalamus-Hypophysen-NNR-Depression.

Die entzündungshemmende Wirkung von 4 mg Methylprednisolon entspricht jener von 5 mg

Prednisolon, 4 mg Triamcinolon, 0,6 mg Betamethason oder 0,75 mg Dexamethason.

Lidocain

Lidocain ist ein Lokalanästhetikum vom Anilid-Typ mit einem schnellen Wirkungseintritt und einer

mittleren Wirkungsdauer, es blockiert reversibel die Nervenleitung nahe der Injektionsstelle. Die

lokalanästhetische Wirkung setzt wenige Minuten nach einer Injektion von Depo-Medrol Lidocaine

ein und hält 45 bis 60 Minuten lang an.

Pharmakokinetik

Es existieren keine pharmakokinetischen Daten für die intraartikuläre Injektion von Depo-Medrol

Lidocaine. Nachfolgend werden die pharmakokinetischen Daten der beiden Einzelsubstanzen

beschrieben.

Methylprednisolonacetat

Methylprednisolonacetat wird in vivo rasch zum freien Methylprednisolon hydrolysiert.

Absorption

Serumspitzenwerte (Cmax) von Methylprednisolon von ca. 160 ng/ml werden nach intraartikulärer

Verabreichung von 80 mg Methylprednisolonacetat innerhalb von 4–8 Stunden erreicht.

Nach intraartikulärer Verabreichung diffundiert Methylprednisolonacetat während ca. 7 Tagen aus

dem Gelenk in das Blut.

Distribution

Methylprednisolon wird weitgehend in die Gewebe verteilt. Das Verteilungsvolumen liegt bei

ungefähr 1.4 l/kg. Methylprednisolon wird zu etwa 77% an Plasmaproteine gebunden.

Methylprednisolon passiert sowohl die Blut-Hirn- als auch die Plazentaschranke und tritt in die

Muttermilch über.

Metabolismus

Der Metabolismus von Methylprednisolon in der Leber verläuft qualitativ ähnlich wie bei Cortisol.

Die Hauptmetaboliten sind 20α-Hydroxymethylprednisolon und 20β-Hydroxy-6α-

methylprednisolon.

Elimination

Die totale Clearance von Methylprednisolon liegt bei 5-6 ml/min/kg, die mittlere

Eliminationshalbwertszeit beträgt 1.8-5.2 Stunden.Die Plasmahalbwertszeiten von Steroiden sind in

der Regel im Vergleich zur biologischen Halbwertszeit kurz (die scheinbare Halbwertszeit nach i.m.

Verabreichung von 40 mg Methylprednisolonacetat beträgt 70 Stunden). Die Metaboliten werden im

Urin als Glukuronide, Sulfate und nicht konjugierte Verbindungen ausgeschieden. Minimale

Methylprednisolon-Mengen werden auch über die Faeces ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Pädiatrie: Bei Neugeborenen ist die Plasmaclearance niedriger als bei Kindern und Erwachsenen.

Niereninsuffizienz: Bei Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung notwendig. Methylprednisolon

ist dialysierbar.

Leberinsuffizienz: Bei schwerer Leberinsuffizienz ist die Metabolisierung von Methylprednisolon

verzögert, sodass erwünschte und unerwünschte Wirkungen verstärkt sein können.

Hypoalbuminämie/Hyperbilirubinämie: Es können unerwünscht hohe Konzentrationen an nicht

proteingebundenem Methylprednisolon auftreten.

Lidocain

Zur Pharmakokinetik von Lidocain nach intrabursaler oder intrazystischer Applikation liegen keine

Daten vor.

Absorption

Lidocain wird schnell resorbiert, wobei die Absorptionsrate abhängig ist von der Vaskularisierung

des Injektionsortes.

Nach intraartikulärer Bolus-Injektion von Lidocain lag die Cmax – je nach verwendeter Dosierung –

zwischen 0.63 und 2.18 µg/ml. Dabei wurden die maximalen systemischen Konzentrationen nach

0.5-2 Stunden erreicht.

Distribution

Die Plasmaproteinbindung von Lidocain ist konzentrationsabhängig. Die Bindung vermindert sich

mit steigender Konzentration. Bei Konzentrationen von 1 bis 5 µg/ml liegen 60 bis 80% des

Lidocains proteingebunden vor. Das Verteilungsvolumen im Steady State beträgt 91 Liter.

Lidocain passiert die Plazentaschranke. Die Gesamtkonzentrationen beim Feten sind jedoch niedriger

als bei der Mutter, da die Plasmaproteinbindung beim Feten geringer ist als bei der Mutter.

Lidocain tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über.

Metabolismus

Lidocain wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert, unter Beteiligung mehrerer CYP450-Enzyme

(z.B. CYP3A4 und CYP1A2). Die Hauptmetaboliten von Lidocain sind Monoethylglycinxylidid,

Glycinexylidid, 2,6-Dimethylanilin und 4-Hydroxy-2,6-Dimethylanilin. Monoethylglycinxylidid und

Glycinexylidid sind pharmakologisch aktiv, ihre Aktivität ist jedoch schwächer als jene der

Muttersubstanz.

Elimination

Lidocain wird überwiegend renal eliminiert, wobei sich etwa 73% der applizierten Dosis als 4-

Hydroxy-2,6-Dimethylanilin-Metabolit im Urin finden. Nur 3% des Lidocains werden unverändert

über die Nieren ausgeschieden.

Die Plasma-Clearance von Lidocain nach Verabreichung einer intravenösen Bolus-Injektion beträgt

9 bis 10 ml/min/kg.

Nach intravenöser Bolus-Injektion von Lidocain betrug die Eliminationshalbwertszeit 1,5 bis 2

Stunden, jene der aktiven Metaboliten bis zu 10 Stunden. Bei längerfristiger Gabe ist eine

Akkumulation von Glycinexylidid möglich.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Pädiatrische Population: Die Eliminationshalbwertszeit bei Neugeborenen beträgt annähernd das

Doppelte (3,2 Stunden) der Eliminationszeit bei Erwachsenen.

Leberfunktionsstörungen: Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen war nach intravenöser

Verabreichung die Halbwertszeit von Lidocain etwa 3-fach erhöht.

Nierenfunktionsstörungen: Leichte bis mittelschwere Nierenfunktionsstörungen (Clcr 30 bis

60 ml/min) beeinträchtigen die Pharmakokinetik von Lidocain nicht, können jedoch die

Akkumulation des Glycinexylidid-Metaboliten verstärken. Bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung (Clcr <30 ml/min) war die Clearance von Lidocain um ca. die Hälfte

reduziert und die Halbwertszeit in etwa verdoppelt.

Lidocain ist dialysierbar.

Präklinische Daten

Methylprednisolon

Auf der Basis konventioneller Studien zur Sicherheitspharmakologie und zur Toxizität nach

wiederholter Gabe wurden keine unerwarteten Risiken identifiziert. Die Toxizitäten, die in Studien

mit wiederholter Gabe beobachtet wurden, entsprachen jenen, die bei kontinuierlicher Exposition

gegenüber exogenen Nebennierenrindensteroiden zu erwarten sind. Methylprednisolon zeigte keine

Hinweise auf ein sensibilisierendes Potenzial im Test an Meerschweinchen.

Kanzerogenität

Mit Methylprednisolon wurden keine Studien zur Kanzerogenität bei Nagetieren durchgeführt. Die

Ergebnisse von Tests mit verwandten Glucocorticoiden auf Kanzerogenität bei Ratten fielen

unterschiedlich aus. Veröffentlichte Daten weisen darauf hin, dass Budesonid, Prednisolon und

Triamcinolonacetonid die Inzidenz von hepatozellulären Adenomen und Karzinomen nach oraler

Verabreichung über das Trinkwasser bei männlichen Ratten erhöhen können, wobei die Dosen unter

den typischen klinischen Dosen lagen (berechnet auf der Basis von mg/m2).

Mutagenität

Mit Methylprednisolon wurden keine Studien zur Genotoxizität durchgeführt.

Methylprednisolonsulfonat, welches eine ähnliche Struktur aufweist wie Methylprednisolon, zeigte

bis 2000 µg/Platte keine Mutagenität auf Salmonella typhimurium mit oder ohne metabolischer

Aktivierung. Methylprednisolonsulfonat war auch in einem Genmutationsassay an Ovarienzellen von

chinesischen Hamstern in einer Konzentration bis 10000 µg/ml nicht mutagen.

Methylprednisolon suleptanat induzierte keine ausserplanmässige DNA-Synthese in primären

Rattenhepatozyten bei einer Konzentration bis 1000 µg/ml.

Darüber hinaus weist eine Überprüfung von publizierten Daten darauf hin, dass

Prednisolonfarnesylat (PNF), welches in seiner Struktur Mehylprednisolon ähnelt, in Salmonella

typhimurium und Escherichia coli-Stämmen bis 5000 µg/Platte mit oder ohne metabolischer

Aktivierung nicht mutagen war. Bei einer Fibroblastenzelllinie von chinesischen Hamstern bewirkte

PNF bei der höchsten getesteten Konzentration von 1500 µg/ml einen leichten Anstieg der Inzidenz

von strukturellen Chromosomenaberrationen nach metabolischer Aktivierung.

Reproduktionstoxizität

Bei Verabreichung von Corticosteroiden an Ratten wurde eine verminderte Fertilität beobachtet.

Nach subkutaner Behandlung von männlichen Ratten während 6 Wochen mit Corticosteron in Dosen

von 10 und 20 mg/kg/Tag wurden verkleinerte Kopulationspfropfen beobachtet, was ein Nebeneffekt

des geringeren zusätzlichen Organgewichts sein kann. In unbehandelten Weibchen war nach

Kopulation mit behandelten Männchen die Anzahl der Implantationsstellen und der lebenden Foeten

reduziert. Die fertilitätsmindernde Potenz der einzelnen Corticosteroide ist sehr unterschiedlich,

weshalb eine quantitative Risikoabschätzung für Methylprednisolon nicht möglich ist.

Die Verabreichung von Corticosteroiden in humanäquivalenten Dosen hat sich bei vielen Tierspezies

als teratogen erwiesen. In entsprechenden Studien wurde gezeigt, dass Glucocorticoide wie

Methylprednisolon die Inzidenz von Fehlbildungen (Gaumenspalten, Fehlbildungen des Skeletts,

Anenzephalie, ventrikuläre Defekte, Spina bifida), embryofötaler Letalität (z.B. Zunahme von

Resorptionen) sowie intrauterine Wachstumsverzögerungen erhöhen.

Lidocain

Es liegen zahlreiche Untersuchungen an unterschiedlichen Tierarten zur akuten Toxizität von

Lidocain vor. Anzeichen einer Toxizität waren ZNS-Symptome. Dazu zählten auch Krampfanfälle

mit tödlichem Ausgang. Die beim Menschen ermittelte toxische (kardiovaskuläre oder

zentralnervöse Symptome, Krämpfe) Plasmakonzentration von Lidocain wird mit 5 Mikrogramm/ml

bis >10 Mikrogramm/ml Blutplasma angegeben.

Kanzerogenität, Mutagenität

Lidocain zeigte in Mutagenitätsstudien weder genotoxisches noch kanzerogenes Potenzial. Dagegen

gibt es aus in vitro-Studien Hinweise darauf, dass der Metabolit 2,6-Xylidin mutagene Eigenschaften

besitzt. Darüber hinaus zeigte 2,6-Xylidin in einer Kanzerogenitätsstudie an Ratten über 2 Jahre ein

tumorigenes Potenzial (Tumoren vor allem in der Nasenhöhle). Zwar ist die Relevanz für den

Menschen nicht hinreichend sicher auszuschliessen. Allerdings ist Depo-Medrol Lidocaine nur zur

Kurzzeitbehandlung vorgesehen.

Reproduktionstoxizität

In einer Studie an männlichen und weiblichen Ratten erhielten diese täglich oral 30 mg/kg Lidocain

über 8 Monate. Bis zum Absetzen der Nachkommen wurden keinerlei Hinweise auf

Reproduktionstoxizität gefunden.

Methylprednisolon mit Lidocain

Kanzerogenität, Mutagenität

Mit der Kombination aus Methylprednisolon und Lidocain wurden keine Studien zur Genotoxizität

oder Kanzerogenität durchgeführt. Angaben zur entsprechenden Toxizität der Einzelstoffe finden

sich in den obigen Absätzen dieser Rubrik.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Zur Vermeidung von eventuellen physikalischen Inkompatibilitäten sollte Depo-Medrol Lidocaine

nicht mit anderen Injektionslösungen verdünnt oder gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Die Injektionslösung sollte vor der Verabreichung visuell auf das Vorhandensein von Partikeln oder

Verfärbungen geprüft werden.

Die sterile Suspension von Depo-Medrol Lidocaine ist nicht zur Mehrfachdosierung geeignet. Nach

Entnahme der benötigten Dosis muss die restliche Suspension vernichtet werden.

Lokale Injektion bei chronischer Polyarthritis und Arthrosen

Für eine intraartikuläre Injektion nicht geeignet sind anatomisch schwer erreichbare Gelenke wie die

im Bereich der Wirbelsäule und sakroiliakal gelegenen.

Für die intraartikuläre Injektion sind die folgenden Gelenke geeignet: Knie, Sprunggelenk,

Handgelenk, Ellbogen, Schulter, Hüfte und Interphalangealgelenke. Bei der Injektion in das

Hüftgelenk muss darauf geachtet werden, dass keine grossen Blutgefässe getroffen werden.

Die Gelenkanatomie soll vor jeder intraartikulären Injektion untersucht werden. Zur Erreichung der

vollen antiinflammatorischen Wirkung muss die Injektion in den Synovialspalt erfolgen. Die

Kautelen aseptischer Injektionstechnik sind zu beachten. Eine sterile Injektionsnadel (Kaliber 20–24

Gauge) auf einer leeren Spritze wird rasch in den Synovialspalt eingeführt, dabei ist eine

Lokalanästhesie empfehlenswert. Zur Verifizierung werden ein paar Tropfen Synovialflüssigkeit

aspiriert. Bei jedem Gelenk soll an jener Stelle injiziert werden, wo der Synovialspalt nahe der

Oberfläche liegt und am wenigsten grosse Gefässe und Nerven aufweist. Während die Kanüle am

Injektionsort verbleibt, wird die Aspirationsspritze durch eine zweite Spritze mit der gewünschten

Menge Depo-Medrol Lidocaine ersetzt. Zur Kontrolle, dass sich die Kanüle noch immer im

Synovialspalt befindet, wird der Spritzenkolben ein wenig zurückgezogen, um Synovialflüssigkeit zu

aspirieren. Nach der Injektion wird das Gelenk einige Male sanft bewegt, um eine Vermischung der

Suspension mit der Gelenkflüssigkeit zu bewirken.

In instabile Gelenke soll nicht injiziert werden. Die wiederholte intraartikuläre Injektion kann in

einigen Fällen zu instabilen Gelenken führen. Wenn notwendig, soll das Gelenk mittels Röntgenbild

auf allfällige Veränderungen untersucht werden.

Nach einer intraartikulären Corticosteroid-Therapie soll das Gelenk auch nach einer

symptomatischen Verbesserung nicht überbelastet werden. Eine Überbelastung könnte das Gelenk

schädigen und den Nutzen einer Steroidinjektion mehr als aufheben.

Ein Behandlungsmisserfolg resultiert oftmals aus einer unsachgemässen Injektionstechnik, indem der

Gelenkspalt verfehlt wurde. Die Injektion ins umliegende Gewebe zeigt geringen oder keinen

Nutzen. Falls Aspiration von Gelenkflüssigkeit das Erreichen des Gelenkspaltes bewiesen hat und

ein Behandlungserfolg dennoch ausbleibt, führen auch wiederholte Injektionen kaum zu

therapeutischen Erfolgen.

Bursitis

Nach Desinfektion des Injektionsortes wird eine 1%ige Procain-HCl-Lösung infiltriert. Eine sterile

Nadel vom Kaliber 20–24 Gauge auf einer leeren Spritze wird in die Bursa eingebracht und die

Flüssigkeit aspiriert. Während die Kanüle am Injektionsort verbleibt, wird die Aspirationsspritze

durch eine zweite Spritze mit der gewünschten Menge Depo-Medrol Lidocaine ersetzt. Nach der

Injektion wird die Nadel entfernt und ein kleiner Verband angelegt.

Ganglion, Tendinitis, Epikondylitis

Bei der Behandlung von Tendinitis oder Tendosynovitis darf die Injektion von Corticosteroid-

Suspensionen keinesfalls in die Sehne selbst erfolgen. Die Sehne kann nach Ausstrecken gut ertastet

werden. Bei Epikondylitis wird die Suspension an den Ort der stärksten Empfindlichkeit infiltriert.

Bei Ganglia von Sehnenscheiden wird die Suspension direkt in die Zyste injiziert. Oftmals bewirkt

eine einzelne Injektion eine merkliche Verminderung der Grösse des zystischen Tumors und kann

ihn zum Verschwinden bringen.

Die üblichen Kautelen steriler Injektionstechnik sind selbstverständlich bei jeder Injektion zu

beachten.

Zulassungsnummer

38546 (Swissmedic).

Packungen

Depo-Medrol Lidocaine Stechampulle 40 mg (1 ml): 1 [B]

Depo-Medrol Lidocaine Stechampulle 40 mg (1 ml): 25 [B]

Depo-Medrol Lidocaine Stechampulle 80 mg (2 ml): 1 [B]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

Juni 2016.

LLD V009

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