Daonil

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Daonil tabletten
  • Darreichungsform:
  • tabletten
  • Zusammensetzung:
  • glibenclamidum 5 mg, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Daonil tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Antidiabetikum oral

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 35402
  • Berechtigungsdatum:
  • 05-01-1970
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Daonil®

Sanofi-Aventis (Suisse) SA

Was ist Daonil und wann wird es angewendet?

Daonil enthält als Wirkstoff Glibenclamid. Es wirkt blutzuckersenkend (über die Steuerung der

Insulinausschüttung) und dient deshalb zur Behandlung der Zuckerkrankheit (lateinisch: Diabetes

mellitus) bei Personen, die noch eine eigene, aber ungenügende Insulinbildung in ihrer

Bauchspeicheldrüse haben (sogenannter Typ 2-Diabetes) und deren Blutzucker mit Diät, körperlicher

Aktivität und Gewichtsreduktion allein unbefriedigend eingestellt werden kann. Daonil darf nur auf

Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin verwendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Eine Zuckerkrankheit kann nur richtig behandelt werden, wenn Sie sich genau an den mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin oder Ihrer Diabetesberatungsstelle besprochenen Diätplan halten. Diät ist die

wichtigste Massnahme gegen Zuckerkrankheit. Es ist falsch zu glauben, durch die Einnahme

blutzuckersenkender Tabletten müssten Sie weniger auf Ihre Diät achten. Wenn Sie Übergewicht

haben, ist es unerlässlich, dass Sie die Kalorienzufuhr senken und abnehmen.

Wann darf Daonil nicht angewendet werden?

Daonil darf nicht eingenommen werden von zuckerkranken Patienten oder Patientinnen

·deren Bauchspeicheldrüse gar kein Insulin mehr bilden kann, was insbesondere bei Entwicklung der

Zuckerkrankheit im Kindes- oder Jugendlichen-Alter zutrifft (sogenannter Typ 1-Diabetes),

·bei instabilem Diabetes mit häufigen, schweren Stoffwechselentgleisungen (insbesondere bei

Überzuckerungen, die begleitet sind von Azetongeruch in der Atemluft, Nachweis von Ketokörpern

im Urin oder Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit),

·mit schweren Funktionsstörungen der Leber, Nieren oder Nebennierenrinde,

·mit Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff Glibenclamid oder andere Bestandteile der Tablette,

·während Schwangerschaft oder Stillzeit,

·die mit Tracleer behandelt werden (ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Bosentan) zur Behandlung

von pulmonaler Hypertonie (Lungenbluthochdruck).

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin weiss, was in solchen Fällen zu tun ist.

Wann ist bei der Anwendung von Daonil Vorsicht geboten?

Die Verabreichung von Glibenclamid ist mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Morbidität

assoziiert, insbesondere bei Patienten mit koronaren Herzkrankheiten. Bis zur optimalen Einstellung

(zu Behandlungsbeginn, bei Präparatewechsel), bei unregelmässiger Anwendung oder

unregelmässiger Nahrungsaufnahme besteht ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerungen. Dadurch

kann dieses Arzneimittel die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Durch Stress-Situationen (Infektionen, Operationen) ausgelöster zu hoher Blutzucker kann eine

vorübergehende Umstellung auf Insulin erfordern.

Personen welche allergisch auf andere Sulfonamide reagieren, können auch auf Daonil eine

allergische Reaktion entwickeln.

Bei Patienten mit G6PD-Mangel (Anämie-Form) kann das Risiko einer hämolytischen Anämie nach

der Einnahme von Daonil erhöht sein. Der Arzt bzw. die Ärztin wird dann eine alternative Therapie

in Erwägung ziehen.

Die blutzuckersenkende Wirkung von Daonil kann durch die gleichzeitige Einnahme verschiedener

anderer Arzneimittel verstärkt oder vermindert werden.

Zu den Arzneimittel, welche die Daonilwirkung verstärken können, gehören neben anderen

Antidiabetika u.a. gewisse Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks, von

Infektionskrankheiten, von Depressionen und von Fieber/Schmerzen. Zu den Arzneimitteln, welche

die Daonilwirkung vermindern können, gehören u.a. gewisse Hormone (z.B. orale Kontrazeptiva),

Kortikosteroide, gewisse AIDS-, Asthma- oder Allergiebehandlungen, gewisse Neuroleptika und

Diuretika.

Gewisse blutdrucksenkende Arzneimittel (z.B. β-Blocker) können die Wahrnehmung der

Warnzeichen einer Unterzuckerung beeinträchtigen.

Mit einigen Arzneimitteln, aber auch nach Einnahme von Alkohol, kann der Blutzucker sowohl

ansteigen als auch abfallen.

Daonil kann die Plasmakonzentration von Cyclosporin erhöhen und zu einer erhöhten Cyclosporin-

Toxizität führen. Eine medizinische Überwachung wird empfohlen. Es ist dem Arzt bzw. der Ärztin

vorbehallen, die Cyclosporin-Dosis anzupassen.

Fragen Sie immer nach möglichen Wechselwirkungen, wenn Ihnen ein Arzneimittel neu

verschrieben wird oder Sie in einer Apotheke ein Arzneimittel kaufen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Daonil während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Daonil darf während einer Schwangerschaft nicht angewenden werden, da nicht ausgeschlossen

werden kann, dass es unerwünschte Wirkungen auf das ungeborene Kind haben könnte. Wirkstoffe

vom Typ des Glibenclamids können in die Muttermilch übergehen, deshalb darf Daonil auch nicht

eingenommen werden, wenn Sie stillen.

Bei Kinderwunsch ist frühzeitig ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt bzw. der Ärztin

aufzunehmen, um die weitere Behandlung Ihrer Zuckerkrankheit festzulegen. Wenn Sie während der

Behandlung mit Daonil schwanger werden sollten, müssen Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

verständigen.

Wie verwenden Sie Daonil?

Der Arzt bzw. die Ärztin wird aufgrund regelmässiger Stoffwechseluntersuchungen (Blut- und

Harnzuckerbestimmungen) die für Sie zutreffende Dosierung individuell festlegen, wobei er bzw. sie

üblicherweise mit einer niedrigen Dosierung von ½ Tablette Daonil beginnen wird. Tagesdosen bis

zu 2 Tabletten Daonil werden üblicherweise morgens, vor dem Frühstück, eingenommen. Falls

erforderlich, kann die Tagesdosis unter ärztlicher Kontrolle auf 3 (in Ausnahmefällen 4) Tabletten

Daonil gesteigert werden. Die 3. Tablette wäre vor dem Abendessen (resp. die 3. vor dem

Mittagessen und die 4. vor dem Abendessen) einzunehmen. Die Tabletten nehmen Sie unzerkaut mit

ausreichend Flüssigkeit (½-1 Glas Wasser) ein. Die zeitgerechte Einnahme von Daonil, wie sie vom

Arzt bzw. der Ärztin verordnet wurde, ist unerlässlich. Wenn Sie vergessen haben, eine Tablette

einzunehmen, so dürfen Sie diesen Einnahmefehler nicht durch Einnahme einer erhöhten

Tablettenzahl ausgleichen. Nehmen Sie die nächste Tablette erst wieder zur gewohnten Zeit.

Falls Sie eine zu hohe Dosis oder eine zusätzliche Dosis von Daonil eingenommen haben, so

benachrichtigen Sie sofort einen Arzt bzw. eine Ärztin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Daonil haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Daonil auftreten: häufig und in schweren

Fällen gefährlich ist das Auftreten einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Sie kann entstehen durch

Einnahme einer zu hohen Dosis des Arzneimittels, Auslassen von Mahlzeiten, ungewohnte

körperliche Anstrengung oder Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln. Eine Unterzuckerung

äussert sich in der Regel mit folgenden Warnzeichen: Schwitzen, Hungergefühl, Zittern,

Herzklopfen, Kopfschmerzen sowie Verhaltensauffälligkeiten, Reizbarkeit, Aggressivität,

Verwirrtheit, Benommenheit, Schlafstörungen. Wird die Behandlung unterlassen, kann es infolge

extremer Blutzuckersenkungen zu Sprech- und Sehstörungen, Lähmungserscheinungen oder

Empfindungsstörungen und Bewusstlosigkeit kommen.

Nehmen Sie bei ersten Anzeichen Trauben- oder Würfelzucker (2-4 Stück) ein. Wenn die Zeichen

nicht sofort verschwinden, so informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Mit

künstlichen Süssstoffen kann eine Hypoglykämie nicht beherrscht werden.

Sehstörungen können vorübergehend zu Beginn der Behandlung auftreten. Störungen im Magen-

Darm-Bereich (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Durchfall) sowie allergische

Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Hautausschläge, Juckreiz, in Einzelfällen auch schwerwiegend

mit Atemnot und schockartigen Reaktionen, Lichtüberempfindlichkeit) treten gelegentlich auf.

Veränderungen des Blutbildes (z.B. Verminderung der Zahl der Blutplättchen, der weissen und der

roten Blutkörperchen) und der Leberfunktion (z.B. Gelbsucht, Leberentzündung, Gallenstauung) sind

selten, können jedoch schwerwiegend sein. Eine Entzündung der Blutgefässe ist sehr selten.

Daonil kann auch häufig zu einer Gewichtszunahme führen.

Wenn Sie solche Symptome beobachten oder Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben

sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Zur Erzielung einer guten Stoffwechsellage sind der vom Arzt bzw. von der Ärztin vorgeschriebene

Behandlungsplan, die Diätvorschrift und die abgestimmte körperliche Betätigung strikt einzuhalten.

Alkohol soll während der Therapie mit Daonil gemieden werden. Sie sollten regelmässig zu den vom

Arzt bzw. von der Ärztin verordneten Stoffwechselkontrollen erscheinen. Kommt es während der

Behandlung mit Daonil zu anderen Erkrankungen, insbesondere wenn diese zu Erbrechen oder

verminderter Nahrungsaufnahme führen, so ist unverzüglich der behandelnde Arzt bzw. die Ärztin

zu Rate zu ziehen. Bei einem Krankenhausaufenthalt oder Erkrankung im Urlaub müssen Sie den

behandelnden Arzt bzw. die Ärztin über Ihre Zuckerkrankheit informieren.

Das Arzneimittel ist bei Raumtemperatur (15-25 °C) ausserhalb der Reichweite von Kindern

aufzubewahren.

Es darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Daonil enthalten?

1 Tablette Daonil enthält als Wirkstoff 5 mg Glibenclamid sowie Hilfsstoffe einschliesslich Laktose.

Zulassungsnummer

35402 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Daonil? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken, nur gegen ärztliche Verschreibung.

Daonil: Packungen mit 30 und 100 Tabletten (mit Bruchrille).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Diese Packungsbeilage wurde im April 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.