Dantrolen i.v.

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Dantrolen i.v. Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • Praeparatio sicca: dantrolenum natricum 20 mg, mannitolum, pro vitro.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.


    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Dantrolen i.v. Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Myotonolyticum: Maligne Hyperthermie

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 45217
  • Berechtigungsdatum:
  • 28-05-1984
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

DANTROLEN i.v.

Norgine AG

Wichtiger Hinweis für die Handhabung:

ZUM AUFZIEHEN BEILIEGENDE FILTERNADELN VERWENDEN (siehe Rubrik «Sonstige

Hinweise»).

Zusammensetzung

Wirkstoff: Dantrolenum-Natricum 3,5 H20.

Hilfsstoffe: Mannitol, Natriumhydroxid.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Injektionsflasche (Durchstechflasche) Trockensubstanz enthält: 20 mg Dantrolenum-Natricum 3,5

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Maligne Hyperthermie.

Dosierung/Anwendung

Schnelle i.v. Infusion von 1–2,5 mg/kg Körpergewicht innerhalb weniger Minuten. Diese Dosis muss

bis zu einer Gesamtmenge von 10 mg/kg Körpergewicht in 5-Minuten-Abständen appliziert werden.

Ist nach einer kumulierten Dosis von 10 mg/kg Körpergewicht ein eindeutiger Effekt nicht zu

beobachten, so muss die Diagnose in Zweifel gezogen werden. Gelegentlich kann eine Dosis von

über 10 mg/kg Körpergewicht erforderlich sein, um eine maligne Hyperthermie endgültig zu

beherrschen.

Die therapeutische Wirkung von DANTROLEN i.v. ist erkennbar an: Normalisierung von

Herzfrequenz, Atem-Minuten-Volumen, Muskeltonus, ausgeatmeter CO2-Konzentration, des Serum-

Kaliums, der Körpertemperatur sowie am Rückgang des metabolischen Säuerungsprozesses.

DANTROLEN i.v. ist kein Ersatz für bisher bekannte unterstützende Massnahmen. Diese müssen

weitergeführt werden.

Gleiche Dosierung bei Kindern und Erwachsenen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstige Bestandteile, siehe Abschnitt

«Zusammensetzung».

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Nach Gabe von DANTROLEN i.v. kann eine Muskelschwäche mit Beeinträchtigung der

Atemfunktion auftreten. Die Atemtätigkeit ist daher zu überwachen.

DANTROLEN i.v. darf nur intravenös infundiert werden. Wegen des hohen pH-Wertes der Lösung

(pH 9,5) ist extravasale Injektion unbedingt zu vermeiden, weil sie zu Gewebsnekrosen führen kann.

Wegen der Gefahr von Gefässverschlüssen sind intraarterielle Injektionen zu vermeiden.

Jede Injektionsflasche DANTROLEN i.v. enthält 3 g Mannitol (zur Einstellung einer isotonischen

Lösung). Diese Menge sollte berücksichtigt werden, falls eine therapeutische Gabe von Mannitol

erforderlich sein sollte.

Unter DANTROLEN i.v.-Therapie können Leberschädigungen auftreten. Diese sind abhängig von

der Dosierung und der Therapiedauer und können einen letalen Verlauf nehmen.

Interaktionen

Tierexperimentelle Untersuchungen weisen auf eine Wechselwirkung von Dantrolen und Verapamil

(u.U. auch anderen Calciumantagonisten) in Form von Herzflimmern hin. DANTROLEN i.v. und

Verapamil oder andere Calciumantagonisten sollen nicht gleichzeitig angewendet werden.

Vorsicht ist bei dem Auftreten von Hyperkaliämie-Symptomen (muskuläre Paralyse, EKG-

Veränderungen, bradykarde Herzrhythmusstörungen) oder bei bereits bestehender Hyperkaliämie

(Niereninsuffizienz, Digitalisintoxikation etc.) geboten, da im Tierversuch eine Erhöhung des

Serumkaliums durch Dantrolen gezeigt wurde.

Die gleichzeitige Gabe von DANTROLEN i.v. und nicht-depolarisierenden Muskelrelaxantien wie

Vecuronium kann deren Wirkung verstärken.

Schwangerschaft/Stillzeit

In tierexperimentellen Studien mit Kaninchen und Ratten war die Ausbildung einseitiger oder

beidseitiger 13. Rippen vermehrt.

Dantrolen geht in die Plazenta über und wurde in Muttermilch nachgewiesen.

Da Erfahrungen mit DANTROLEN i.v.-Behandlung schwangerer Frauen fehlen, sollte eine

Anwendung nur erfolgen, wenn dies eindeutig erforderlich ist (vitale Indikation).

DANTROLEN i.v. sollte bei stillenden Müttern nicht angewendet werden. Wenn eine Behandlung

mit DANTROLEN i.v. notwendig ist, sollte abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

DANTROLEN i.v. hat Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen,

da es zu Schwindel, Benommenheit und Schwäche führen kann. Postoperativ sind bis zu 48 Stunden

eine Greifschwäche und eine Schwäche der Beinmuskulatur zu erwarten, die sich vor allem beim

Treppenlaufen bemerkbar machen kann.

Unerwünschte Wirkungen

Eine anaphylaktische Reaktion wurde in einem Fall nach i.v. Gabe beobachtet.

Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen,

Durchfall, Hyperkaliämie, Lungenödem, allergische Reaktionen, meist der Haut (Urticaria) sowie

Thrombophlebitis oder Reaktionen an der Applikationsstelle können als Nebenwirkungen von

DANTROLEN i.v. auftreten.

Die Häufigkeit folgender Erkrankungen kann auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt

werden:

·Erkrankungen des Nervensystems: Schläfrigkeit, Konvulsionen, Sprachstörung

·Herzerkrankungen: Herzinsuffizienz, Bradykardie, Tachykardie

·Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums: Pleuraerguss, Respiratorische

Insuffizienz, Atemdepression

·Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Bauchschmerzen, gastrointestinale Blutungen

·Leber- und Gallenerkrankungen: Ikterus, Hepatitis

·Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: Hyperhidrose

·Erkrankungen der Nieren und Harnwege: Kristallurie

Dosen von mehr als 10 mg Wirkstoff/kg Körpergewicht/24 Stunden können Muskelschwäche

hervorrufen.

Überdosierung

Bei der malignen Hyperthermie handelt es sich um eine Notfallsituation, in der die rasche Infusion

einer hohen Dosis von DANTROLEN i.v. notwendig ist.

Spezifische Symptome einer DANTROLEN i.v.-Überdosierung sind nicht bekannt. Vorsicht ist bei

Zeichen einer Hyperkaliämie geboten.

Sollte es erforderlich erscheinen, die DANTROLEN i.v.-Therapie abzubrechen, so sind eingeleitete

Therapiemassnahmen individuell fortzuführen.

Der Nutzen einer Dialyse bei einer Überdosierung ist nicht bekannt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M03CA01

Wirkungsmechanismus

Dantrolen entkoppelt Reiz und Kontraktion des Skelettmuskels durch Hemmung der

Calciumfreisetzung aus dem sarkoplasmatischen Retikulum. Es wirkt hier spezifisch, beeinflusst

weder die neuro-muskuläre Übertragung noch hat es messbare Wirkung auf die elektrisch erregbare

Oberflächenmembran.

Bei dem durch Anästhetika induzierten Syndrom maligne Hyperthermie weisen Anzeichen auf eine

genetisch bedingte Anomalie der Muskelzelle hin. Man nimmt an, dass die Triggersubstanzen einen

plötzlichen Anstieg des myoplasmatischen Calciums verursachen, indem sie seine Freisetzung

verstärken und die Speicherung im sarkoplasmatischen Retikulum verhindern. Der resultierende

Anstieg des myoplasmatischen Calcium führt zu einem Hypermetabolismus, der die Ursache der

Hyperthermie, der metabolischen Azidose sowie der weiteren Symptome der malignen Hyperthermie

ist.

Dantrolen kann den akuten Katabolismus innerhalb der Muskelzelle verhüten, indem es die

Freisetzung von Calcium aus dem sarkoplasmatischen Retikulum in das Myoplasma hemmt. So

können die physiologischen, metabolischen und biochemischen Veränderungen, die mit der Krise

verbunden sind, umgekehrt oder geschwächt werden.

Pharmakokinetik

Distribution

Maximale Blutkonzentrationen von 4,3–6,5 mg/l wurden bei 6 Patienten mit vermuteter maligner

Hyperthermie gefunden, denen eine prophylaktische i.v. Infusion von 2,5 mg/kg über eine Zeit von

10–30 Min. verabreicht wurde.

Metabolismus

Dantrolen wird in der Leber zu 5-Hydroxydantrolen und Acetylamino-Dantrolen metabolisiert. Der

Metabolit 5-Hydroxydantrolen ist pharmakologisch aktiv, hat ca. 50% der Aktivität der

Ausgangssubstanz, während Acetylamino-Dantrolen keine muskelrelaxierende Wirkung zeigt.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 12 Std. bei Patienten mit maligner Hyperthermie. Für die

diaplazentare Passage wurde ein Faktor von 0,4 gefunden.

Präklinische Daten

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Dantrolen war in in-vitro-Mutagenitätstests (Ames-Tests) bei einigen Bakterienstämmen in An- und

Abwesenheit von Rattenleberhomogenat positiv.

In Langzeituntersuchungen mit Ratten und Mäusen wurden nach oraler Dantrolen-Behandlung

unterschiedliche Ergebnisse berichtet.

Bei weiblichen Sprague-Dawley Ratten wurden im Vergleich zu Kontrollen vermehrt benigne und

maligne Mammatumore sowie bei der höchsten Dosierung von 60 mg/kg/d Dantrolen vermehrt

hepatische Lymphangiome bzw. Angiosarkome beobachtet.

In zusätzlichen Untersuchungen mit Sprague-Dawley- und Fischer-344-Ratten sowie Mäusen

ergaben sich keine Hinweise auf ein spezifisches tumorigenes Potential. Die Bedeutung dieser

Ergebnisse aus tierexperimentellen Studien für den Menschen ist unklar.

Trotz mittlerweile langjähriger Anwendung von DANTROLEN i.v. beim Menschen wurden bisher

keine Hinweise auf mutagene oder kanzerogene Effekte mitgeteilt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Die zubereitete DANTROLEN i.v.-Lösung darf nicht mit anderen Infusionslösungen gemischt

werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Faltschachtel mit «Verwendbar bis» bezeichneten

Datum verwendet werden.

Nach Rekonstitution und Filtration ist die Lösung gebrauchsfertig und muss SOFORT verwendet

werden. Übriggebliebene Lösung entsorgen.

Besondere Lagerungshinweise

Trockensubstanz nicht über 25 °C lagern.

Die Lösung ist vor direktem Licht zu schützen und zwischen 15-25 °C zu lagern.

Hinweise für die Handhabung

Lösungsvorschrift: Zu jeder Durchstechflasche DANTROLEN i.v. werden 60 ml Wasser für

Injektionszwecke gegeben und solange geschüttelt, bis die Lösung klar ist.

Wichtig - vor Gebrauch lesen:

Rekonstitution von DANTROLEN i.v. (Dantrolen-Natrium)

Die rekonstituierte Dantrolen-Natrium-i.v. Lösung muss vor der Anwendung am Patienten filtriert

werden, um Partikelfreiheit zu gewährleisten. Dazu ist wie folgt vorzugehen:

1.Die Durchstechflasche mit 60 ml Wasser für Injektionszwecke rekonstituieren. Zur Zugabe des

Wassers NICHT die stumpfe Filternadel verwenden.

2.Das rekonstituierte Produkt mittels der stumpfen Filternadel in die Spritze aufziehen (= Filtration).

Bei jeder neuen DANTROLEN i.v. Durchstechflasche eine NEUE Filternadel verwenden.

3.Die stumpfe Filternadel von der Spritze entfernen, durch eine i.v. Kanüle oder ein

Verabreichungsset ersetzen und das Präparat SOFORT verabreichen. Die Verabreichung darf

NICHT durch die Filternadel erfolgen.

4.Die stumpfe Filternadel und die Durchstechflasche mit dem Produkt in einem geprüften

Sicherheitsbehälter (Sharps Collector) entsorgen.

Achtung: Nur für i.v. Infusion. Mehrfache Verwendung der Filternadel kann zu Infektionen oder

anderen Erkrankungen/Verletzungen führen. Die Filternadel nicht autoklavieren. Bei Beschädigung

von Einzelverpackungen nicht verwenden.

Zulassungsnummer

45217 (Swissmedic).

Packungen

1× 12 und 3× 12 Injektionsflaschen (Durchstechflaschen zu je 20 mg Dantrolen-Natrium).

1× 12 und 3× 12 BD stumpfe Füllnadeln mit Filter (18G × 1 ½ (1,2 mm × 40 mm) (5 µm)).

Zulassungsinhaberin

Norgine AG, 4132 Muttenz.

Stand der Information

Oktober 2016.

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



  • Dokumente in anderen Sprachen zur Verfügung hier