Citrate d'Erbium (169Er) Cis bio international

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Citrate d'Erbium (169Er) Cis bio international Kolloidale Suspension zur lokalen Injektion (ERMM-I)
  • Darreichungsform:
  • Kolloidale Suspension zur lokalen Injektion (ERMM-I)
  • Zusammensetzung:
  • erbii(169-Er) citras zum Kalibrierungszeitpunkt 111 MBq corresp. erbii(169-Er) citras 0.24 -2.22 mg, erbium, natrii chloridum, acidum nitricum, aqua ad iniectabilia q.s. ad suspensionem pro 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Radioaktive Arzneimittel

Dokumenten

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Citrate d'Erbium (169Er) Cis bio international Kolloidale Suspension zur lokalen Injektion (ERMM-I)
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Radiopharmazeutika
  • Therapiebereich:
  • Radiosynoviorthese kleiner Gelenke nach Versagen konventioneller Behandlungen

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 51704
  • Berechtigungsdatum:
  • 20-07-1999
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

(169Er) Erbiumcitrat CIS bio international

Kolloidale Suspension zu lokalen Injektion

ERMM-1

Zusammensetzung

Ein Milliliter der kolloidalen Suspension enthält:

Wirkstoff:

Erbii (169Er) Citras 111 MBq zum Kalibrierungszeitpunkt

Hilfsstoffe:

Natrii chloridum , Erbium, Acidum nitricum , Aqua q.s. ad suspensionem pro 1 ml

Spezifikationen

Reinheit des Radionuklids: Die Radioaktivität durch grössere Gamma-Verunreinigungen entspricht

maximal 0,38 % der Gesamtradioaktivität zum Kalibrierungszeitpunkt.

% der nicht filtrierbaren

(Filter mit 0,2 µm) Fraktion der

Gesamtradioaktivität ≥ 80 %

Mittlere Teilchengrösse Mittlere Teilchengrösse 3 µm bis 6 µm (Laserdiffraktometrie)

Gehalt an löslichen Komplexen £ 1 %

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Gebrauchsfertiges Radiopharmazeutikum für die direkte Applikation.

Weisse milchige Kolloidsuspension zur intraartikulären Injektion mit einem pH-Wert zwischen 5,5

und 7,5. Jeder Milliliter enthält 111 MBq Erbiumcitrat (169Er) zum Kalibrierungszeitpunkt.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Radiopharmazeutikum

Synoviorthese der kleinen Gelenke bei Patienten, die auf eine lokale Behandlung mit

Glukokortikoiden nicht ansprechen, insbesondere bei Mono- und Oligoarthritis im Rahmen

chronisch entzündlicher rheumatischer Erkrankungen (vor allem rheumatoider Polyarthritis) der

kleinen Gelenke an Händen und Füssen.

Erbiumcitrat (169Er) ist für die Anwendung bei Erwachsenen angezeigt.

Dosierung/Anwendung

Streng intraartikuläre Anwendung

Die verabreichte Aktivität richtet sich nach der Grösse des Gelenks, der Dicke der Synovialis und

dem Volumen des Gelenkergusses. Die folgenden Aktivitäten werden empfohlen:

20 à 40 MBq für Metacarpophalangealgelenke und Metatarsophalangealgelenke

10 à 20 MBq für Interphalangealgelenke.

20 à 80 MBq für Trapeziometacarpalgelenke.

Es können mehrere Synoviorthesen gleichzeitig oder nacheinander durchgeführt werden, wobei eine

Gesamtdosis von 555 MBq beim einzelnen Patienten nicht überschritten werden darf. Eine erneute

Injektion des radioaktiven Kolloids in das gleiche Gelenk kann normalerweise frühestens nach 6

Monaten erwogen werden. Wenn zwei Anwendungen erfolglos geblieben sind, darf anschliessend

keine weitere Synoviorthese mehr erfolgen.

Anwendungshinweise

Die Injektion muss streng intraartikulär erfolgen, um eine Radionekrose durch Rückfluss des

radioaktiven Produkts an der Punktionsstelle zu vermeiden. Eine arthrographische Kontrolle sowie

streng aseptische Bedingungen sind obligatorisch.

Für die Injektion wird folgendes Vorgehen empfohlen:

· Lokalanästhesie, z. B. mit 1 % oder 2 % Xylocain.

· Vollständige Entleerung eines ggf. vorhandenen Gelenkergusses.

· Intraartikuläre Injektion der kolloidalen Suspension von Erbiumcitrat (169Er).

· Vor dem Zurückziehen der Kanüle intraartikuläre Injektion eines wasserlöslichen Glukokortikoids

(z. B. Hydrokortisonacetat oder Prednisolonacetat), um die lokale Entzündung und synoviale

Permeabilität zu verringern und gleichzeitig die Kanüle zu spülen, damit es nicht zum Rückfluss des

radioaktiven Produkts und zu einer lokalen Radionekrose kommt. Das Spülen der Kanüle kann auch

mit einem physiologischen Serum erfolgen. Für die Dosierung des Kortikosteroids ist die

Fachinformation des verwendeten Präparats massgeblich.

· Um die extraartikuläre Diffusion des lsotops zu begrenzen, wird das behandelte Gelenk über

mindestens 48 Stunden immobilisiert; im Bereich der oberen Gliedmassen durch Schienung bzw. im

Bereich der unteren Gliedmassen mittels Bettruhe.

Bei einer sachgerecht durchgeführten intraartikulären Injektion dürften nicht mehr als 2 bis 3 % der

verabreichten Dosis in den extraartikulären Raum diffundieren (siehe Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen).

Strahlenbelastung

Ausserhalb des Synovialgewebes als Zielorgan erhalten die regionalen Lymphknoten die höchste

Strahlendosis; sie wird durch Ruhigstellung des Gelenks beträchtlich verringert (s. „Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen“).

Eine Abschätzung der absorbierten Dosen im Bereich der Gelenke oder der Ganglien im Fall eines

extraartikulären Entweichens wird in der folgenden Tabelle aufgeführt :

Gelenke

Injizierte

Aktivität

(MBq)

Absorbierte Dosis (Gy) im Bereich des Gelenks*

in 0,1 mm

Tiefe der

Synovialis

in 0,2 mm

Tiefe der

Synovialis

in 0,3 mm

Tiefe der

Synovialis

in 0,4 mm

Tiefe der

Synovialis

Proximale und distale

Interphalangale

1820

Metakarpophalangeale und

Metatarsophalangeale

1820

3640

1320

Trapeziometakarpale

1820

7280

2640

1040

* Maximale Werte ohne extraartikuläres Entweichen

Die Strahlenbelastung der regionalen Lymphknoten variiert in Abhängigkeit von der in die

Lymphknoten diffundierten Radioaktivitätsmenge und der Anzahl der Lymphknoten, die die

Radioaktivität fixieren. Nach intraartikulärer Anwendung von 80 MBq Erbiumcitrat (169Er) und bei

einer angenommenen Fixierung der Radioaktivität in den regionalen Lymphknoten von 3 % liegt die

Strahlenbelastung der Lymphknoten zwischen 11,5 Gy (vier fixierende Lymphknoten) und 45,6 Gy

(ein fixierender Lymphknoten).

Bei diesen Werten wird vorausgesetzt, dass die Vorsichtsmassnahmen (siehe Abschnitt

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen) beachtet werden und vor allem eine geeignete

Ruhigstellung erfolgt.

Sollte das behandelte Gelenk nicht immobilisiert werden, kommt es zu einer stärkeren

Strahlenbelastung der regionalen Lymphknoten und damit der Lymphozyten sowie zu einer

entsprechenden Verminderung der im Synovialgewebe applizierten Dosis.

Die Strahlenbelastung kann anhand der nachstehenden Dosimetrietabelle geschätzt werden. Die

Werte für die Strahlenbelastung wurden auf Grundlage einer Modellrechnung geschätzt

(OLINDA/CIRP 53 und 60).

Tabelle 1: Von Organen absorbierte Strahlendosis (mGy/MBq injiziert / % extraartikuläre Diffusion)

und effektive Dosis nach Injektion von 80 MBq bei einer angenommenen extraartikulären Diffusion

von 10 % (mSv)

Zielorgan

Absorbierte Dosis

mGy/MBq/% Diffusion

Absorbierte Dosis nach Injektion von 80 MBq

bei 10 % Diffusion

Milz

0,105

Leber

0,0702

56,2

Knochenmark

0,0156

12,5

Osteogene Zellen 0,00717

Nieren

0,000131

Uterus

0,000131

Testes

0,000131

Ovarien

0,000131

Andere Organe

0,000131

Gesamtkörper

0,00261

mSv/MBq/% Diffusion mSv

Effektive Dosis

0,00820

Die Ganglien und Gelenke wurden bei der Berechnung der effektiven Dosis nicht berücksichtigt. ie

effektive Dosis, die sich bei intraartikulärer Injektion einer Aktivität von 80 MBq und bei einer

extraartikulären Diffusion von 10 % ergibt, beläuft sich auf 6,6 mSv.

Nach einer injizierten Aktivität von 80 MBq liegen die Strahlendosen, die kritische Organe

erreichen, bei: einzelner Lymphknoten mit Fixierung von 3 %: 45,6 Gy, 4 Lymphknoten mit

Fixierung von 3 %: 11,5 Gy; Leber: 56 mGy; Milz: 84 mGy.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe

Jegliche nicht intraartikuläre Anwendung

Infektiöse Arthritis

Vor kurzem erfolgte Ruptur einer Synovialzyste mit Verbindung zur Gelenkhöhle

Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren

Schwangerschaft

Stillzeit

Lokale Infektionen oder Hautveränderungen im Injektionsbereich

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei der Injektion sind sehr strenge Vorsichtsmassnahmen zur Sicherstellung aseptischer

Bedingungen einzuhalten. Eine Radiosynoviorthese bringt die gleichen Risiken mit sich wie eine

intraartikuläre Verabreichung.

Besondere Vorsichtsmassnahmen:

Jede Anwendung von radiopharmazeutischen Produkten bei Patienten darf nur durch einen

Nuklearmediziner erfolgen. Bei allen Patienten muss die Belastung mit ionisierender Strahlung durch

den erwarteten therapeutischen Nutzen gerechtfertigt sein. Die verabreichte Aktivität ist so zu

wählen, dass die Strahlendosis zur Erzielung des gewünschten Behandlungsergebnisses so niedrig

wie möglich ist.

Patientinnen im gebärfähigen Alter:

Bei Frauen im gebärfähigen Alter muss über mehrere Monate nach der Behandlung eine wirksame

Kontrazeption erfolgen (siehe Abschnitt Schwangerschaft/Stillzeit).

Nach der Behandlung:

Das Hauptrisiko einer Synoviorthese besteht in der extraartikulären Diffusion des

Radiopharmazeutikums, da sie zur Bestrahlung entfernter Gewebe, insbesondere der lymphatischen

Organen und Gonaden, führen kann. Durch die gleichzeitige intraartikuläre Applikation von

Kortikoiden wird die extraartikuläre Diffusion stark verringert, ebenso durch Ruhigstellung der

behandelten Gelenke durch Schienen (eventuell mit Bettruhe) während mindestens 48 Stunden.

Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwendung von Radionukliden:

Die Verabreichung radioaktiver Substanzen beim Menschen ist in der „Strahlenschutzverordnung“

(in der gültigen Fassung) geregelt.

Der Umgang mit radioaktiven Substanzen erfordert die vorherige Genehmigung des Bundesamts für

Gesundheit. Die in der „Strahlenschutzverordnung“ (in der gültigen Fassung) beschriebenen

erforderlichen Vorsichtsmassnahmen sind zu beachten.

Sie beziehen sich auf den Umgang mit radioaktiven Substanzen und die Beseitigung von

radioaktiven Abfällen, um jegliche Kontamination zu vermeiden und die Strahlenbelastung von

Patient und Pflegepersonal auf ein Minimum zu beschränken.

Radioaktives Restmaterial (nicht verwendete radiopharmazeutische Produkte) und das bei seiner

Anwendung kontaminierte Material sind an einem dafür bestimmten Ort zu lagern, bis die

Radioaktivität auf den für das betreffende Radioisotop tolerierten Schwellenwert zurückgegangen ist.

Risiko des Auftretens von Krebs oder Leukämie

Für Erbiumcitrat (169Er) - ERMM-1 wurde bis heute kein karzinogenes Risiko nachgewiesen. Sollte

die mit diesem Präparat durchgeführte Synoviorthese zusätzlich zu anderen Synoviorthesen, z. B. mit

Yttrium-90 oder Rhenium-186, durchgeführt werden, ist die Zahl der behandelten Gelenke auf das

strikte Minimum zu beschränken (siehe Dosierung/Anwendung).

Interaktionen

Im Fall von Kontrastmitteln, die EDTA oder andere Chelatbildner enthalten, hängt das Risiko einer

Interaktion mit Erbiumcitrat (169Er) von der Eliminationsgeschwindigkeit des Kontrastmittels ab.

Monomerische, ionische Kontrastmittel mit hoher Osmolarität und nichtionische Kontrastmittel mit

niedriger Osmolarität werden aus einem gesunden Gelenk mit einer Halbwertszeit von 30 bis 60

Minuten eliminiert. Bei rheumatischen Gelenken kann die Eliminationszeit kürzer ausfallen.

Dennoch sollte zwischen der Anwendung eines Röntgenkontrastmittels und der Anwendung der

Erbiumcitrat-(169Er-)Suspension ein Sicherheitsabstand von acht Stunden eingehalten werden, um

jedes Interaktionsrisiko auszuschliessen.

Angesichts der langsamen Elimination von dimerischen nichtionischen Kontrastmitteln, die EDTA

oder andere Chelatbildner enthalten, ist in diesen Fällen ein Sicherheitsabstand von drei Tagen

einzuhalten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Wenn bei einer Frau im gebärfähigen Alter die Anwendung eines Radiopharmazeutikums geplant ist,

muss zuvor festgestellt werden, ob die Frau schwanger ist. Bei jeder Frau, deren Regelblutung

ausbleibt, ist bis zum Beweis des Gegenteils von einer Schwangerschaft auszugehen. Sollten Zweifel

in Bezug auf eine eventuelle Schwangerschaft bestehen (bei Amenorrhoe, sehr unregelmässigen

Zyklen usw.), müssen der Frau andere Techniken vorgeschlagen werden, bei denen keine

ionisierende Strahlung eingesetzt wird (falls existent).

Erweist sich eine Synoviorthese bei einer Frau im gebärfähigen Alter als unerlässlich, ist vor der

Anwendung des Radiopharmazeutikums sowie über mehrere Monate danach eine wirksame

Kontrazeption erforderlich.

Schwangerschaft

Die Anwendung von Erbium-169 ist während der Schwangerschaft kontraindiziert, da die Gefahr

besteht, dass das Radiopharmazeutikum aus dem behandelten Gelenk diffundiert und der Fetus einer

Strahlenbelastung ausgesetzt wird (siehe Abschnitt Kontraindikationen).

Bei versehentlicher Verabreichung des Präparats während der Schwangerschaft, besonders in der

Frühschwangerschaft, muss die Patientin über die Risiken bei einer Fortsetzung der Schwangerschaft

informiert werden.

Stillzeit

Die Anwendung von Erbiumcitrat (169Er) ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt

Kontraindikationen). Erweist sich eine Synoviorthese bei einer stillenden Frau als unumgänglich,

muss abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Während der notwendigen Ruhigstellung der Gliedmasse mittels Schienen oder Bettruhe für

mindestens 48 Stunden nach der Applikation des Präparats ist das Führen eines Fahrzeugs und die

Arbeit an Maschinen ausgeschlossen. Nach dieser Frist ist nicht zu erwarten, dass

(169Er)Erbiumcitrat - ERMM-1 die Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen von

Maschinen beeinträchtigt, doch kann diese Fähigkeit durch das Grundleiden eingeschränkt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Die nachfolgenden Häufigkeiten wurden nach der folgenden Konvention definiert:

Sehr häufig (³1/10); häufig (³1/100, <1/10); gelegentlich (³1/1000, <1/100); selten (³1/10'000,

<1/1000); sehr selten (<1/10'000); Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

In dieser Tabelle sind die unerwünschten Wirkungen entsprechend der MedDRA-Datenbank

klassifiziert:

MedDRA-Systemorganklasse

Unerwünschte Wirkung

Häufigkeit

Infektionen und Infestationen

Infektiöse Arthritis

Häufigkeit

unbekannt

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der

Pyrexie

Häufig

Applikationsstelle

Schmerzen

Sehr häufig

Entzündung

Sehr häufig

Muskelskelettsystem

Arthritisschub

Sehr häufig

Eingeschränkte Beweglichkeit

des Gelenks

Häufig

Gelenkerguss

Häufigkeit

unbekannt

Funktionsstörungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Nekrose der Haut

Häufigkeit

unbekannt

Bullöser Hautausschlag

Sehr selten

Pigmentstörungen

Häufig

Erythem

Sehr selten

Hautausschlag

Häufigkeit

unbekannt

Pruritus

Häufigkeit

unbekannt

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen nach Synoviorthese mit einer kolloidalen Suspension von

(169Er) Erbiumcitrat - ERMM-1 sind wie folgt:

Muskelskelettsystem

Häufig (bis zu 40% der Fälle) kommt es einige Stunden oder Tage nach der Synoviorthese zu

entzündlichen Schüben im behandelten Gelenk. Sie können mit Analgetika oder nicht-steroidalen

Entzündungshemmern behandelt werden. Häufig zeigt sich eine funktionelle Einschränkung während

einem Monat.

Haut

Eine Hautnekrose oder schwärzliche Pigmentierung der Epidermis an der Injektionsstelle beobachtet

man bei ungefähr 1% der Patienten. Sie entsteht wahrscheinlich durch Zurückfliessen von

radioaktivem Material nach der Injektion, oder Injektion in unmittelbarer Nähe einer Lücke infolge

einer Synovialbiopsie oder Arthroskopie.

Nervensystem

In ungefähr 3% der Fälle tritt eine vorübergehende Temperaturerhöhung innerhalb 24 Stunden nach

der Synoviorthese auf.

Immunsystem

Vereinzelt wurden allergische Reaktionen berichtet.

Andere Störungen

Die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung kann zu Krebs oder zur Entwicklung hereditärer

Defekte führen. Im therapeutischen Rahmen kann die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung

eine erhöhte Inzidenz von Krebs und Mutationen zur Folge haben. Auf alle Fälle muss gewährleistet

sein, dass die Risiken einer Exposition gegenüber ionisierender Strahlung geringer sind als die der

Erkrankung selbst. Die wirksame Dosis (E) beträgt 6,6 mSv bei intraartikulärer Verabreichung der

maximalen empfohlenen Aktivität (80 MBq) von Erbiumcitrat (169Er).

Die Häufigkeit von Chromosomenaberrationen ist ein quantitativer Indikator für die Zellschädigung,

die unter bestimmten Bedingungen mit der verabreichten Aktivität verbunden ist. Spezifische

Studien zu Chromosomenaberrationen in zirkulierenden Lymphozyten haben jedoch keinen

bedeutsamen Anstieg der Anzahl von dizentrischen Chromosomen (Chromosomenaberrationen in

Zusammenhang mit Bestrahlung) nach Radiosynoviorthese mit Erbiumcitrat (169Er) gezeigt.

Überdosierung

Da Erbiumcitrat (169Er) ausschliesslich durch medizinische Fachpersonen verabreicht wird, ist die

Wahrscheinlichkeit einer Überdosierung sehr gering, sofern die Anwendung sachgerecht erfolgt. Bei

einer Überdosierung werden die gleichen Massnahmen durchgeführt wie im Fall einer radiogenen

Synovitis. Angesichts der sehr geringen physiologischen Elimination des Radionuklids durch den

Körper kann die absorbierte Dosis nicht reduziert werden. Das Gelenk muss immobilisiert und

gekühlt werden, falls nötig.

Eigenschaften/Wirkungen

Code ATC V10AX04

Physikalische Eigenschaften

Erbiumoxid-169 wird durch Neutronenbestrahlung von Erbiumoxid, welches mit Erbium-168

angereichert ist, gewonnen und mit Salpetersäurelösung aufgelöst. Durch Zugabe von 0,1 M

Natriumcitratlösung und danach 1 N Natriumhydroxidlösung entsteht die kolloidale Suspension von

(169Er) Erbiumcitrat. Die gewünschte Radioaktivität zum Zeitpunkt der Kalibrierung wird mit

Natriumchloridlösung 0,6 % eingestellt.

Erbium-169 zerfällt mit einer Halbwertszeit von 9,4 Tagen unter Abgabe von b-Strahlen und sehr

schwachen Gammastrahlen (8.4 keV, 0.2%) zu stabilem [169Tm]-Thulium.

Erbium-169 weist die folgende typische Strahlung auf:

Strahlungstyp Energie (keV) Intensität (%)

343,6

352,0

Zerfallstabelle von Erbium-169, T½ = 9,4 Tage

Zeit (Tage) Zerfallsfaktor Zeit (Tage) Zerfallsfaktor

1,248

1,159

1,077

1,000

0,929

0,863

0,802

0,745

0,692

0,642

0,597

0,554

0,515

0,478

0,444

0,413

0,383

0,356

Pharmakodynamik

·Wirkmechanismus

Bei den klinisch verabreichten Mengen sind keine pharmakologischen Wirkungen zu erwarten; die

biologische Wirkung des Präparates ist durch die Betastrahlung des Isotops bedingt.

Die mittlere Eindringtiefe beträgt im weichen Gewebe (Synovia) 0,3 mm (maximal 1 mm) und im

Knorpel 0,2 mm (maximal 0,7 mm). Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass die radioaktiven

Kolloide nach der intraartikulären Injektion von oberflächlichen Synovialzellen absorbiert werden.

Unter dem Einfluss der Strahlung kommt es zur Nekrose der oberflächlichen Schicht der

Synovialmembran, gefolgt von einer Phagozytose des nekrotischen Gewebes und einem .begrenzten

Entzündungsschub.

·Pharmakodynamik

Nach mehreren Monaten zeigt sich eine Fibrose der Synovialis, wobei im entzündeten und

infiltrierten Gewebe die Grösse und Zahl der synovialen Fransen sowie die Dicke der benachbarten

Schichten abnimmt.

Dennoch können entzündete Bereiche persistieren, was zur Bildung einer Neo-Synovialis mit oder

ohne weiter bestehende, abgeschwächte Synovitis führt. Diese histologische Entwicklung verläuft

parallel zu allmählichen Rückbildung der klinischen Zeichen einer Gelenkentzündung.

Pharmakokinetik

·Distribution

Das Produkt wird als einmalige intraartikuläre Injektion im Rahmen einer isotopischen

Synovektomie angewendet. Kolloidales Erbiumcitrat (169Er) verteilt sich homogen im Gelenk und

wird von Synovialzellen phagozytiert, was zu einer therapeutischen Bestrahlung der Synovia führt.

·Aufnahme in Organe

Erbiumcitrat (169Er) wird in Form einer kolloidalen Zubereitung angewendet. Diese kolloidale Form

begünstigt die Phagozytose und vermindert das Risiko einer Migration in die regionalen

Lymphknoten. Die mediane Grösse der Erbiumcitrat-(169Er-)Partikel liegt bei 3 µm bis 6 µm. Das

Risiko einer extraartikulären Migration in die regionalen Lymphknoten, und damit die Möglichkeit

einer Strahlenbelastung von Lymphozyten und Leber, hängt zu einem grossen Teil von der

Mobilisation des Gelenks ab; daher die Empfehlung, das behandelte Gelenk über 48 Stunden zu

immobilisieren.

·Elimination

Es wurden tierexperimentelle Studien durchgeführt, um die Verteilung und extraartikuläre Diffusion

von Erbiumcitrat (169Er) zu untersuchen. Nach einer intraartikulären Injektion von etwa 5 MBq

Erbiumcitrat (169Er) in das Knie eines Kaninchens lagen 13 Tage nach der Injektion noch 87 % der

injizierten Radioaktivität im Knie vor. Die kalkulierte Verweildauer der applizierten Radioaktivität

im Knie beträgt 268 Stunden.

Präklinische Daten

Die LD50 von intraperitoneal verabreichtem [169Er]Erbiumcitrat beträgt 63 mg/kg für

Meerschweinchen und 122 mg/kg für Mäuse. Es wurden keine Untersuchungen zum mutagenen oder

kanzerogenen Potential oder zur fötalen Toxizität durchgeführt. Mutagene oder karzinogene

Wirkungen sind allerdings in der Klinik wenig wahrscheinlich, da das Präparat nur für eine einzige

intra-artikuäre Injektion verwendet wird. Bei mehrerer verabreichten Synoviorthesen ist jedoch

Vorsicht geboten (s. „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).

Sonstige Hinweise

·Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel, ausser mit den im

Abschnitt Dosierung/Anwendung aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

·Haltbarkeit

18 Tage ab Herstellungsdatum. Das Verfalldatum ist auf der Aussenverpackung und auf der Etikette

des Fläschchens angegeben.

Nach der ersten Entnahme muss das Produkt im Kühlschrank (zwischen 2 °C und 8 °C) gelagert und

innerhalb von 8 Stunden verwendet werden.

·Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15 – 25 °C) in der Originalverpackung aufbewahren.

Die Lagerung muss in Übereinstimmung mit den nationalen Bestimmungen für radioaktive Produkte

erfolgen.

·Hinweise zur Handhabung des Arzneimittels

Geeignete Vorsichtsmassnahmen in Bezug auf Sterilität und Schutz vor Radioaktivität sind

einzuhalten.

Wenn das Fläschchen während der Vorbereitung des Produkts beschädigt wird, darf es nicht mehr

verwendet werden.

Vor der Anwendung müssen die Verpackung, der pH-Wert sowie die Radioaktivität kontrolliert

werden. Jedoch kann die Aktivität einer Lösung eines betastrahlenden Radioisotops geringer Energie

wie Erbium-169 nicht mit Hilfe einer in der Nuklearmedizin normalerweise verwendeten

Ionisationskammer gemessen werden, da die Metallhülle dieser Kammern das Durchdringen der

Betapartikel von geringer Energie nicht zulässt. Deshalb ist das Resultat einer Messung der Aktivität

einer Probe von Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international, die auch sehr geringe Mengen von

gammastrahlenden Verunreinigungen enthält, mit Hilfe eines konventionellen Aktivimeters nicht

zuverlässig.

Im Gegensatz dazu ist die auf den Etiketten der Verpackung angegebene Volumenaktivität ein

zuverlässiger Wert, weil er mittels Liquid-Szintillation gemessen wurde, welche die Methode der

Wahl für eine präzise Messung der betastrahlenden Radionuklide ist. Eine Zerfallstabelle von

Erbium-169 findet sich im Abschnitt „Eigenschaften/Wirkungen“.

Der entnommene Anteil der ursprünglichen Aktivität kann mittels Subtraktion der Aktivität des

Fläschchens vor und nach der Entnahme ermittelt werden, jedoch nur, wenn die dafür verwendete

Messkammer ein ausreichendes Signal für Erbium-169 liefern kann; das heisst, wenn das Signal

signifikant höher ist als das Geräusch im Hintergrund.

Folgendes Vorgehen wird empfohlen:

1. Messung der Gesamtaktivität des Fläschchens

2. Entnahme des benötigten Volumens entsprechend der auf der Etikette deklarierten Aktivität

3. Messung der Restaktivität im Fläschchen

Das Fläschchen darf nie geöffnet und muss innerhalb der Bleiabschirmung aufbewahrt werden.

Gebrauchsfertiges Produkt

Nach Desinfektion des Stopfens muss die Lösung unter aseptischen Bedingungen mit Hilfe einer

Spritze, die mit einem geeigneten Schutzschild und einer sterilen Einmalkanüle ausgestattet ist,

durch den Stopfen entnommen werden.

·Rechtliche Bestimmungen

Die Verabreichung radioaktiver Substanzen beim Menschen ist in der „Strahlenschutzverordnung“

(in der gültigen Fassung) geregelt.

Radiopharmazeutische Präparate dürfen nur von ermächtigten Personen in den behördlich

genehmigten Institutionen verordnet, verwendet und verabreicht werden. Ihre Entgegennahme,

Lagerung, Verwendung, ihr weiterer Transport und ihre Beseitigung erfordern die vorherige

Genehmigung des Bundesamts für Gesundheit.

Bei der Anwendung radioaktiver Substanzen und Beseitigung von bei ihrer Anwendung

entstehenden radioaktiven Abfällen sind alle in der genannten Verordnung beschriebenen

Vorsichtsmassnahmen einzuhalten, um die Strahlenbelastung von Patient und Pflegepersonal auf das

strikte Minimum zu beschränken. Nicht verwendete Lösungen und das bei ihrer Anwendung

kontaminierte Material sind an einem dafür bestimmten Ort zu lagern, bis die Radioaktivität auf den

für das betreffende Radioisotop tolerierten Schwellenwert zurückgegangen ist.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den gültigen Bestimmungen zu

beseitigen.

Zulassungsnummer

51'704 (Swissmedic)

Packungen

Fläschchen zu 15 ml aus farblosem gezogenem Glas vom Typ I gemäss europäischer Pharmakopöe,

mit Gummistopfen verschlossen und mit einer Metallkapsel versiegelt.

Aktivität: 37 bis 1110 MBq

minimale Aktivität: 37 MBq

abgestuft auf 37 MBq

Abgabekategorie: A

Hersteller

CIS bio international

F-91192 GIF SUR YVETTE

Zulassungsinhaberin

Solumedics AG, 4800 Zofingen

Stand der Information

August 2014

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

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