Cisplatin Sandoz 100 mg/100 ml

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Cisplatin Sandoz 100 mg/100 ml Infusionskonzentrat
  • Darreichungsform:
  • Infusionskonzentrat
  • Zusammensetzung:
  • cisplatinum 100 mg, natrii chloridum, aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 100 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Cisplatin Sandoz 100 mg/100 ml Infusionskonzentrat
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Zytostatikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 51077
  • Berechtigungsdatum:
  • 15-11-1994
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Cisplatin Sandoz®

Sandoz Pharmaceuticals AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Cisplatinum.

Hilfsstoffe: Natrii chloridum, aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Infusionskonzentrat: Durchstechflaschen zu 10 mg/20 ml, 25 mg/50 ml, 50 mg/100 ml

(Konzentration = 0,5 mg/ml) und 100 mg/100 ml (Konzentration = 1 mg/ml)

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Kombinationstherapie bei metastasierendem Hodenkarzinom, metastasierendem Ovarialkarzinom,

Plattenepithelkarzinom im ORL-Bereich nach Resektion und/oder Strahlentherapie, Osteosarkom

und kleinzelligem oder nichtkleinzelligem Lungenkarzinom in Ergänzung zur Operation oder

Strahlentherapie.

Monotherapie bei Ovarialkarzinom nach Rezidiv auf nicht-cisplatinhaltige Vortherapie.

Monotherapie oder Kombinationstherapie bei Blasenkarzinom, wenn eine lokale Behandlung nicht

mehr in Frage kommt.

Eine palliative Therapie mit Cisplatin ist als Mono- oder Kombinationstherapie bei Zervixkarzinom,

Prostatakarzinom, Ösophaguskarzinom, Lymphomen, Sarkomen und malignem Melanom angezeigt,

wenn andere Therapiemöglichkeiten nicht in Frage kommen.

Dosierung/Anwendung

Der Einsatz dieses Arzneimittels ist prinzipiell Ärzten und Pflegepersonal vorbehalten, die Erfahrung

mit antineoplastischer Chemotherapie besitzen.

Die Verabreichung erfolgt ausschliesslich durch intravenöse Infusion nach vorheriger Verdünnung

des Cisplatin Sandoz-Infusionskonzentrates.

Übliche Dosierung

Die häufigste Dosis in der Monotherapie beträgt 50–100 mg/m² Körperoberfläche als Einmalgabe

oder je 15–20 mg/m²/d an 5 aufeinanderfolgenden Tagen. Nach jedem Behandlungszyklus ist ein

Unterbruch von 4 Wochen unbedingt erforderlich.

Für die Dosierung bei den verschiedenen Indikationen ist die Spezialliteratur zu konsultieren. Eine

Wiederholung des Behandlungszyklus sollte nicht vor Normalisierung der Kreatininwerte und der

Blutbildparameter durchgeführt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Hydratation, Diurese (zur Verminderung der Nephrotoxizität)

Vor, während und bis zu einem halben Tag nach der Behandlung müssen beim Patienten die

Wasserzufuhr und die Diurese hoch sein. Die Urinmenge sollte 100–150 ml/h betragen. Dazu werden

als Vorhydratation 2 Liter einer geeigneten Infusionslösung verabreicht, nach der Cisplatin-

Behandlung wird 2,5 l/m²/24 h Infusionslösung verabreicht. Falls notwendig kann gegebenenfalls

Mannitol verabreicht werden. Ebenso ist ein Verlust von Kalium und Magnesium zu kompensieren

oder zu verhindern. Cisplatin darf niemals ohne angemessene Diurese verabreicht werden, ferner

auch nicht in Lösungen ohne genügend Natriumchlorid (mindestens 0,3% NaCl, wegen Instabilität

und Nephrotoxizität des Komplexes).

Prävention von Erbrechen

Vor der Behandlung sind Vorbeugungsmassnahmen gegen Erbrechen, das oft intensiv auftritt, zu

treffen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten: Bei älteren Patienten liegen keine Erfahrungen vor.

Kinder und Jugendliche: Zur Dosierung bei Kindern und Jugendlichen sollte die Spezialliteratur

konsultiert werden.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber Cisplatin oder anderen Platin-Derivaten

·Myelosuppression

·cisplatinbedingter Neuropathie

·eingeschränkte Nierenfunktion (bestehend oder früher diagnostiziert)

·Exsikkose

·schwere Störungen des Gehörs

·schwere Leberfunktionsstörungen

·Schwangerschaft und Stillzeit

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei reduzierten Knochenmarks-Reserven, bei peripheren Neuropathien und bei Herzinsuffizienz

wird eine vorsichtige Behandlung empfohlen.

Eine sorgfältige Untersuchung des Gehörs inklusive Audiogramm sollte vor Behandlungsbeginn und

vor jedem Zyklus erfolgen. Es ist derzeit nicht bekannt, ob die durch Cisplatin hervorgerufene

Schädigung des Gehörs vollständig reversibel ist.

Es ist unerlässlich, vor und während der Behandlung – ganz besonders auch vor jedem

Behandlungszyklus – Nierenfunktion, Serumkreatinin, Harnstoffstickstoffwerte, Kreatinin-

Clearance, Magnesium-, Natrium-, Kalium- und Kalziumspiegel, das Blutbild und die Leberfunktion

zu prüfen. Neurologische Kontrollen sind regelmässig vorzunehmen. Falls das Serum-Kreatinin an

der Grenze des Normalbereiches liegt, wie auch bei älteren Patienten, ist die Kreatinin-Clearance

regelmässig zu überprüfen. Im Verlaufe der Therapie ist das Blutbild jede Woche erneut zu

untersuchen. Ein weiterer Behandlungszyklus kann nur in Frage kommen, wenn folgende Werte

erreicht sind:

Serumkreatinin ≤130 µmol/l bzw. 1,5 mg/100 ml

Thrombozyten >100'000/µl bzw. >100 × 109/l

Leukozyten

>4'000/µl bzw. >4,0× 109/l

Audiometrie

normalisiert

Bei Auftreten von Nieren-, schweren Leber- und schweren Hörstörungen ist die Behandlung

abzubrechen (siehe «Kontraindikationen»).

Nephrotoxizität:

Cisplatin Sandoz verursacht eine schwere kumulative Nephrotoxizität, welche dosislimitierend ist.

Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Aminoglykosiden sollte beachtet werden, dass eine verstärkte

Nieren- und Ototoxizität auftreten kann (s. «Interaktionen»).

Neuropathien:

Die Merkmale der Cisplatin-induzierten Neuropathie können sich in Parästhesien, fehlende

Eigenreflexe, Verlust der propriozeptiven und motorischen Eigenschaften, gestörte

Vibrationswahrnehmung, Kribbeln bis zu Leukoencephalopathie oder Krampfanfälle manifestieren.

Die Toxizität ist dosisabhängig, Symptome erscheinen gewöhnlich bei Patienten, die kumulative

Dosen von 300 bis 600 mg/m2 Körperoberfläche erhalten haben. Neuropathie kann irreversibel sein.

Bei einer reversiblen Neuropathie kann die Wiederherstellung aber ein Jahr oder länger dauern.

Ototoxizität:

Eine Ototoxizität manifestiert sich in Form eines Tinnitus und/oder einer Beeinträchtigung des

Gehörs bei höheren Frequenzen (4000 – 8000 Hz). Auch über das Auftreten von vestibulärer

Toxizität wurde berichtet (siehe «unerwünschte Wirkungen»). Gelegentlich kann es zu einer

Abnahme der Hörfähigkeit im Bereich der Konversationslautstärke kommen.

Vor Einleitung der Cisplatin-Therapie sowie vor Verabreichung weiterer Dosen oder

Behandlungszyklen sind sorgfältige audiometrische Kontrollen, gegebenenfalls ein Audiogram,

durchzuführen.

Allergische Reaktionen:

Während der Behandlung mit Cisplatin wurden Hypersensitivitätsreaktionen beobachtet. Diese

können lokale Überempfindlichkeitsreaktionen an der Injektionsstelle oder anphylaktische

Reaktionen beinhalten.

Bei allen Platinverbindungen traten Kreuzreaktionen auf, die in manchen Fällen letal verliefen (siehe

«Kontraindikationen» und «unerwünschte Wirkungen»).

Leberfunktion und hämatologische Parameter:

Die Leberfunktion und hämatologischen Parameter müssen in regelmässigen Abständen kontrolliert

werden.

Karzinogenes Potential:

Es gibt Hinweise, dass Cisplatin mit der Entstehung sekundärer Leukämien assoziert ist. Cisplatin

besitzt mutagene und teratogene Eigenschaften.

Übelkeit und Erbrechen:

Nach der Anwendung von Cisplatin treten häufig Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö auf (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»). Diese Symptome verschwinden bei den meisten Patienten nach 24

Stunden. Eine weniger stark ausgeprägte Anorexie kann nach der Behandlung über bis zu sieben

Tage fortbestehen.

Verabreichung von Impfstoffen:

Die Verabreichung von Lebend- oder attenuierten Impfstoffen bei durch eine Chemotherapie

(einschliesslich Cisplatin) immunsupprimierten Patienten kann schwere oder fatale Infektionen

verursachen. Die Immunisierung mit Lebendimpfstoffen sollte bei Patienten unter Cisplatin

vermieden werden. Bei Verwendung von inaktiven oder Tot-Impfstoffen ist zu berücksichtigen, dass

der Impfschutz vermindert sein kann.

Kinder und Jugendliche:

Bei Kindern und Jugendlichen liegen nur beschränkte Erfahrungen vor. Aus Einzelberichten ist

bekannt, dass bei Kindern die Ototoxizität ausgeprägter ist als bei Erwachsenen.

Interaktionen

Die Kombination mit anderen myelotoxischen Substanzen oder einer Strahlentherapie verstärkt die

Myelotoxizität.

Renal wirkende Substanzen:

Eine gleichzeitige Anwendung nephrotoxischer Substanzen (z.B. Cephalosporine, Aminoglykosiede,

Amphotericin B; Kontrastmittel) oder Medikamente, welche renale Wirkungen haben (z.B.

Furosemid, Hydralazin, Diazoxid oder Propranolol) können die nephrotoxische Wirkung von

Cisplatin verstärken.

Die manchmal auf die Therapie folgende Einschränkung der Nierenfunktion kann die Kinetik

anderer durch die Niere ausgeschiedener Substanzen (z.B. Bleomycin, Methotrexat) beeinflussen und

dadurch deren Wirksamkeit und Toxizität verändern. Die durch Cisplatin bedingten tubulären

Schädigungen beschleunigen die Ausscheidung anderer Substanzen.

Patienten, die Cisplatin erhalten, müssen nephrotoxische und ototoxische Arzneimittel –

insbesondere Aminoglykoside, Cefalotin und Penicillamin – meiden.

Ototoxische Substanzen und Substanzen, welche die Ototoxizität maskieren:

Bei gleichzeitiger Gabe von ototoxischen Arzneimitteln (z.B. Aminoglykoside, Schleifendiuretika)

wird der toxische Effekt von Cisplatin auf die Hörfunktion potenziert.

Eine gleichzeitige Behandlung mit Antihistaminika, Meclozin, Phenothiazinen,Thioxanthenen kann

die Symptome einer Ototoxizität (wie Schwindel oder Tinnitus) maskieren.

Chelierende Substanzen:

Chelierende Substanzen, wie z.B. Penicillamin, dürfen während der Therapie mit Cisplatin nicht

eingesetzt werden, da sie die Wirksamkeit von Cisplatin herabsetzen.

Antikonvulsiva:

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Antikonvulsiva kann deren Plasmaspiegel in einen

subtherapeutischen Bereich absinken. Deren Dosis muss daher eventuell angepasst werden.

Bei einer Therapie mit Phenytoin in Kombination mit Cisplatin muss die Serumkonzentration von

Phenytoin streng überwacht werden.

Pyridoxin:

In einer randomisierten Studie bei fortgeschrittenem Ovarialkarzinom war die Dauer des

Ansprechens auf die Cisplatin-Therapie durch gleichzeitige Gabe von Pyridoxin negativ beeinflusst.

Kombination Bleomycin und Vinblastin:

Ein Raynaud-Phänomen kann in einer Kombinationstherapie mit Bleomycin oder Vinblastin

auftreten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft: Es gibt Hinweise auf fœtale Risiken bei Tieren (teratogen und fœtotoxisch).

Hierauf weisen ebenfalls Erfahrungen bei Menschen. Cisplatin Sandoz ist bei schwangeren Frauen

kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»). Frauen im gebärfähigen Alter und männliche Patienten

im geschlechtsreifen Alter sollen, falls eine Behandlung notwendig ist, während und bis zu 6 Monate

nach einer Behandlung mit Cisplatin Sandoz eine zuverlässige antikonzeptionelle Methode

anwenden. Patienten und Patientinnen sind über die notwendigen Verhütungsmassnahmen zu

instruieren.

Stillzeit: Es wurde beschrieben, dass Cisplatin in die Muttermilch übertritt. Während einer

Behandlung mit Cisplatin Sandoz darf deshalb nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Daten aus Studien über die Wirkung von Cisplatin auf die Fahrtüchtigkeit und auf

das Bedienen von Maschinen vor.

Aufgrund des Nebenwirkungsprofils (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Hörstörungen) ist vom

Führen eines Fahrzeugs und vom Bedienen von Maschinen abzuraten.

Unerwünschte Wirkungen

Die meisten Nebenwirkungen sind dosisabhängig, sowohl bezüglich der Höhe der Einzeldosis als

auch der kumulierten Gesamtdosis bei Mehrfachverabreichung.

Die häufigsten Nebenwirkungen, welche bei der Behandlung mit Cisplatin auftreten sind

hämatologische (Leukopenie, Thromobzytopenie und Anämie) sowie gastrointestinale (Anorexie,

Übelkeit, Erbrechen) Erkrankungen, Beeinträchtigung des Gehörs, Erkrankungen der Niere

(Nierenversagen, Nephrotoxizität, Hyperurikämie).

Nachfolgend werden die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem angegeben, welche in

klinischen Studien und während der Marktüberwachung unter Behandlung mit Cisplatin beobachtet

wurden. Die Häufigkeiten sind dabei wie folgt definiert: «sehr häufig» (≥1/10); «häufig» (<1/10,

≥1/100); «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000); «selten» (<1/1000, ≥1/10'000); «sehr selten»

(<1/10'000), «nicht bekannt»: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Nicht bekannt: Infektionen.

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Selten: akute Leukämie (nach Kombinationstherapien).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig: Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie (25–30%), Knochenmarksinsuffizienz.

Bei den Leukozyten wird der Nadir innerhalb von 2 Wochen, bei den Thrombozyten innerhalb von 3

Wochen nach der Behandlung erreicht; die meisten Patienten erholen sich innerhalb 5–6 Wochen

nach der Behandlung.

Selten: Coombs-positive hämolytische Anämie, nach Absetzen reversibel.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: anaphylaktische Reaktionen mit Tachykardie, Blutdruckabfall, Dyspnœ, Gesichtsœdem,

pfeifendem Atem etc. (können innerhalb weniger Minuten nach der Verabreichung auftreten).

Bei längerer Therapie kann es zur Immunsuppression kommen.

Endokrine Erkrankungen

Selten: ADH-Syndrom.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hyponatriämie, Hyperurikämie (25–30%), Hypomagnesiämie.

Selten: Hypercholesterinämie, Hypokaliämie, Hypophosphatämie, Hypokalziämie mit

Muskelkrämpfen (Tetanie) mit und ohne EKG-Veränderungen, Dehydration.

Sehr selten: Erhöhung der Eisenwerte im Blut.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Periphere Neuropathien mit Parästhesien, Muskelschwäche, Kribbeln, Muskelkrämpfen und

Verlust der Tastempfindung sind dosislimitierende Toxizitäts-Effekte von Cisplatin. Sie treten am

häufigsten nach längerer Behandlung (4–7 Monate) mit kumulativer Dosis von 300–600 mg/m² auf,

können jedoch auch nach einmaliger Verabreichung auftreten. Die Neurotoxizität kann noch mehrere

Wochen nach der letzten Dosis auftreten und nach Absetzen der Behandlung fortschreiten. Das

Lhermitte-Zeichen (Nackenbeugezeichen) wird häufig beobachtet, eine Myelopathie im

Wirbelsäulenbereich und eine autonome Neuropathie wurden beobachtet. Die Behandlung sollte bei

ersten Anzeichen von Neurotoxizität abgesetzt werden.

Selten: Leukoenzephalopathie, reversibles posteriores Leukoenzephalopathiesyndrom.

Sehr selten: Verlust des Geschmackssinns, epileptische Krampfanfälle, komatöse Zustände; diese

Erscheinungen waren reversibel. Schwere Neuropathien und Muskelkrämpfe von kurzer Dauer sind

bei Patienten aufgetreten, die Cisplatin in höherer Dosierung oder häufiger als empfohlen erhalten

haben. Diese Neuropathien können irreversibel sein und sich als Parästhesien im Bein- und

Handbereich, im Fehlen von Reflexen und Verlust der Propriorezeptoren und Wahrnehmung von

Vibrationen äussern. Über einen Verlust der motorischen Funktion wurde ebenfalls berichtet.

Augenerkrankungen

Sehr häufig: dosisabhängiges verschwommenes Sehen und dosisabhängige veränderte Farb-

Wahrnehmung (23%) mit Verlust der Farbunterscheidung im Blau-Gelb-Bereich; diese kann länger

als ein Jahr persistieren.

Selten: Optikusneuritis, Papillenödem und kortikale Blindheit, nach sofortigem Absetzen der

Therapie reversibel.

Nicht bekannt: retinale Pigmentierung.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Sehr häufig: Tinnitus und Hörverlust für Frequenzen von 4000–8000 Hz (31%), bei Kindern häufiger

als bei Erwachsenen.

Gelegentlich: Taubheit, vestibuläre Toxizität (Schwindel).

Ein Hörverlust kann ein- oder zweiseitig sein, bei wiederholten Anwendungen verstärkt er sich und

tritt häufiger auf. Die Ototoxizität kann bereits nach erstmaliger Gabe auftreten. Sie wird verstärkt

durch vorherige oder gleichzeitige Bestrahlung des Schädels und dürfte mit der Höhe der maximalen

Serumspiegel korrelieren.

Herzerkrankungen

Häufig: Herzrhythmusstörungen, Arrhythmie, Bradykardie, Tachykardie.

Selten: Herzversagen, Zunahme einer Herzinsuffizienz, Angina pectoris, Myokardinfarkt, Apoplexie.

Nicht bekannt: Herzstillstand.

Gefässerkrankungen

Selten: arterielle und venöse Thrombosen, thrombotische Mikroangiopathie (hämolytisch-urämisches

Syndrom), Arteritis, Raynaud-Phänomen (bei Kombinationstherapie mit Bleomycin und Vinblastin).

Nicht bekannt: zerebrovaskulärer Insult, hämorrhagischer Insult, ischämischer Insult, zerebrale

Arthritis.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Nicht bekannt: Lungenembolie.

Erkrankungen des Gastrointetinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit und Erbrechen bei den meisten Patienten in den ersten 4 h, Dauer bis 24 h, in

gewissen Fällen bis zu einer Woche. Übelkeit und Erbrechen können auch verzögert auftreten

(Beginn oder Dauer 24 Stunden oder mehr nach Chemotherapie).

Selten: Diarrhöe, erhöhte Serumamylase.

Nicht bekannt: Schluckauf, Anorexia.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Selten: Erhöhung von Transaminasen und Bilirubin.

Sehr selten: Lebernekrosen.

Nicht bekannt: erhöhte Leberenzymwerte.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Selten: Hautausschlag (Rash), Alopezie.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Muskelkrämpfe (Tetanie).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr häufig: (akutes) Nierenversagen, tubuläre renale Nekrose, Nephrotoxizität ohne genügende

Wasserzufuhr und forcierte Diurese 25–33%, insbesondere bei wiederholter Verabreichung (siehe

«Dosierung/Anwendung»).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: abnorme Spermatogenese.

Nicht bekannt: Gynäktomastie.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Fieber.

Selten: Unwohlsein, Asthenie, bei versehentlicher extravasaler Gabe lokale Gewebereizungen wie

schmerzhafte Entzündung, Erythem, Gewebezellulitis, Fibrose oder Nekrose.

Überdosierung

Eine Überdosierung bewirkt vor allem eine Knochenmarkdepression (Infektionen, Blutungen, etc.)

und eine Niereninsuffizienz, die von Fall zu Fall behandelt werden müssen. In der Frühphase kann

eine forcierte Diurese nützlich sein. Das Hauptproblem besteht im langfristigen Verbleib der

Substanz in den Geweben.

Leberversagen, Taubheit, Toxizität am Auge (Ablösung der Netzhaut), unstillbares Erbrechen bzw.

Brechreiz und/oder Neuritis sowie Tod infolge von Überdosierung sind auch beobachtet worden.

Wegen der hohen Proteinbindung scheint Hämodialyse, auch innerhalb der ersten 4 Stunden nach

Überdosis durchgeführt, wenig effizient zu sein.

Bei einer Überdosierung sind je nach Bedarf allgemein symptomatische und unterstützende

Massnahmen indiziert. Ein spezielles Antidot existiert nicht.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L01XA01

Cisplatin (Molekulargewicht 300,1) ist eine ebene, anorganische Metallkomplexverbindung mit

einem Platin-Atom im Zentrum. Um dieses Pt++-Kation liegen je 2 Chlor- und 2 Ammoniak-

Liganden in cis-Position zueinander.

Der Wirkmechanismus hat Ähnlichkeiten mit demjenigen alkylierender Substanzen, indem Cisplatin

Bindungen zwischen und innerhalb der DNA-Stränge bildet. Es bewirkt ebenfalls die Entstehung

lateraler DNA-Ketten. Ferner hemmt Cisplatin den Einbau von DNA, RNA und Proteinvorläufern in

Makromoleküle. Die Wirkung ist scheinbar unabhängig vom Zellzyklus.

Pharmakokinetik

Das pharmakokinetische Profil bei intravenöser Verabreichung ist biphasisch.

Werden gleiche Dosen Cisplatin durch rasche i.v.-Infusion oder durch Infusion über 2 bis 3 oder 24 h

bei Patienten mit normaler Nieren- und Leberfunktion verabreicht, so sind die jeweiligen Flächen

unter der Plasmakurve (AUC) des nicht proteingebundenen Platins äquivalent.

Distribution

Das Distributionsvolumen von Platin bei Erwachsenen nach i.v.-Verabreichung von Cisplatin wurde

mit 20–80 l/m² angegeben, mit einem Mittelwert von 41 l/m².

Cisplatin und die platinhaltigen Metaboliten werden rasch und in grossem Umfang an Gewebs- und

Plasma-Proteine gebunden. Diese Proteinbindung scheint weitgehend irreversibel zu sein. Die

Proteinbindung steigt mit der Zeit. Einige Stunden nach einer i.v.-Infusion von Cisplatin liegen

weniger als 2–10% des Platins im Blut in ungebundener Form vor.

Platin kumuliert in Körpergeweben und kann bis 6 Monate nach der letzten verabreichten Dosis in

vielen Geweben nachgewiesen werden.

In der Zerebrospinalflüssigkeit beträgt die Platin-Konzentration 2,5–5% der Konzentration im

Blutplasma. Dies gilt jedoch bei Vorliegen eines Hirntumors oft nicht, da dieser die Permeabilität

beträchtlich verändert, so dass im Tumor und im benachbarten Hirngewebe hohe Konzentrationen

auftreten können.

Metabolismus

Der Metabolismus von Cisplatin ist noch nicht geklärt. Bis heute gibt es keine Anzeichen dafür, dass

der Abbau enzymatisch erfolgt. Es wird angenommen, dass die Chlorid-Liganden hydrolytisch

abgespalten und durch Wassermoleküle ersetzt werden, wobei positiv geladene Platin-Komplexe

entstehen, die mit nukleophilen funktionellen Gruppen reagieren.

Elimination

Die Ausscheidung geschieht renal, vor allem glomerulär aber ebenfalls tubulär.

Totales Platin wird mit einer initialen Halbwertszeit (t½α) von 25–49 Min. aus dem Plasma entfernt

(Verteilungsphase). Die terminale Halbwertszeit (t½β) des totalen Platins (nach der

Verteilungsphase) beträgt 58–73 h. Die Halbwertszeit des an Plasmaprotein gebundenen Platins

beträgt mindestens 5 Tage.

Innerhalb von 24 Stunden werden 10–40% des Platins mit dem Urin ausgeschieden, wobei während

der ersten Stunde vor allem Cisplatin ausgeschieden wird. Nur 27–43% von radioaktiv markiertem

Cisplatin werden innert 5 Tagen nach einer Verabreichung im Urin wiedergefunden. Die biliäre und

fäkale Elimination von Platin scheint unbedeutend zu sein.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Vorliegen einer Niereninsuffizienz ist die Ausscheidungsdauer beträchtlich verlängert.

Präklinische Daten

Cisplatin wirkt bei Bakterien mutagen und verursacht in Tierzellen Chromosomenaberrationen. In

Tierversuchen zeigte Cisplatin karzinogene Eigenschaften. Bei Mäusen ist Cisplatin teratogen und

embryotoxisch.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Im Kontakt mit Aluminium kann Cisplatin einen schwarzen Niederschlag bilden. Es ist darauf zu

achten, dass keine aluminiumhaltigen Materialien (intravenöse Infusionssets, Nadeln, Katheter,

Spritzen) mit Cisplatin in Berührung kommen.

Haltbarkeit/Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15−25 °C), vor Licht geschützt und ausser

Reichweite von Kindern lagern. Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

Cisplatin Sandoz enthält kein Konservierungsmittel. Nach Anbruch der Durchstechflaschen ist die

Lösung aus mikrobiologischen Gründen vorzugsweise sofort zu verwenden, allfällige Reste sind

fachgerecht zu entsorgen.

Nach Verdünnung mit 0,9%iger Natriumchloridlösung sowie mit gemischter Lösung, die 5%

Glukose und mindestens 0,3% Natriumchlorid enthält (siehe «Hinweise für die Handhabung»), ist

die Gebrauchslösung während 6–8 h bei Temperaturen von 2–25 °C stabil. Allfällige Reste sind

fachgerecht zu entsorgen.

Hinweise für die Handhabung

Handhabung von Zytostatika

Bei der Handhabung von Cisplatin Sandoz, der Zubereitung der Infusionslösung und der Entsorgung

sind die Richtlinien für Zytostatika zu befolgen.

Zubereitung und Verabreichung der Infusionslösung

Cisplatin Sandoz wird als rasche oder längerdauernde i.v. Infusion verabreicht. Die rasche Infusion

erfolgt innert 30 Min. oder weniger. Das Infusionskonzentrat in der Durchstechflasche wird mit einer

0,9%igen Natriumchloridlösung oder mit einer gemischten Lösung, die 5% Glukose und mindestens

0,3% Natriumchlorid enthält, verdünnt. Die Konzentration soll <100 mg Cisplatin/250 ml betragen.

Für eine längerdauernde Infusion über 1–8 Stunden wird das Infusionskonzentrat 1–2 l

physiologischer Kochsalzlösung zugegeben. Cisplatin kann mit einer Infusionsgeschwindigkeit von

1 mg/min verabreicht werden. Alternativ kann Cisplatin über 6–8 Stunden mit ausreichend

Flüssigkeit verabreicht werden, damit eine ausreichende Urinausscheidung während und nach der

Verabreichung erhalten bleibt.

Hydratation: siehe «Dosierung/Anwendung».

Die Extravasation kann schmerzhafte Entzündungen oder Nekrosen hervorrufen. Um die

Einstichstelle herum können gelegentlich Schmerzen oder ein Erythem auftreten. Aus

Sicherheitsgründen ist eine unverdünnte Infusion zu vermeiden.

Zulassungsnummer

51077 (Swissmedic).

Packungen

Durchstechflasche zu 10 mg/20 ml: 1 [A]

Durchstechflasche zu 25 mg/50 ml: 1 [A]

Durchstechflasche zu 50 mg/100 ml: 1 [A]

Durchstechflasche zu 100 mg/100 ml: 1 [A]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Stand der Information

Juni 2017.

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12-6-2018

Blokhuis: harde feiten gif in sigaretten zeer zorgelijk

Blokhuis: harde feiten gif in sigaretten zeer zorgelijk

Teer, nicotine en koolmonoxide gehalten in sigaretten die gemeten worden volgens de Canadian Intense (CI) methode zijn minimaal twee keer zo hoog als de gehalten gemeten met de wettelijke voorgeschreven ISO methode waarmee de EU en dus ook Nederland werkt. In sommige gevallen liggen de gehaltes zelfs tot meer dan 20 keer hoger. Dat blijkt uit onderzoek van het RIVM, dat 100 sigaretten onder de loep nam. Staatssecretaris Paul Blokhuis (VWS) heeft als opdrachtgever het onderzoek vandaag in ontvangst genome...

Netherlands - Ministerie van Volksgezondheid, Welzijn en Sport

14-8-2018

Tramadol AbZ 100 mg/ml Tropfen

Rote - Liste

10-8-2018

IBRANCE® 75/100/125 mg Hartkapseln

Rote - Liste

3-8-2018

CIN 100/300 mg

Rote - Liste

1-8-2018

Maviret® 100 mg/40 mg Filmtabletten

Rote - Liste

30-7-2018

Hyrimoz (Sandoz GmbH)

Hyrimoz (Sandoz GmbH)

Hyrimoz (Active substance: adalimumab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5097 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4320

Europe -DG Health and Food Safety

30-7-2018

Halimatoz (Sandoz GmbH)

Halimatoz (Sandoz GmbH)

Halimatoz (Active substance: adalimumab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5098 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4866

Europe -DG Health and Food Safety

30-7-2018

Hefiya (Sandoz GmbH)

Hefiya (Sandoz GmbH)

Hefiya (Active substance: adalimumab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5099 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4865

Europe -DG Health and Food Safety

26-7-2018

Tramagit® 100 mg Retardtabletten

Rote - Liste

24-7-2018

Norvir® 100 mg Filmtabletten

Rote - Liste

13-7-2018

Erelzi (Sandoz GmbH)

Erelzi (Sandoz GmbH)

Erelzi (Active substance: etanercept) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4712 of Fri, 13 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety

13-7-2018

Soledum® Kapseln 100 mg

Rote - Liste

12-7-2018

Morphin Merck® 100 mg

Rote - Liste

10-7-2018

Temozolomide Sandoz (Sandoz GmbH)

Temozolomide Sandoz (Sandoz GmbH)

Temozolomide Sandoz (Active substance: temozolomide) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4480 of Tue, 10 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety

10-7-2018

Pemetrexed Sandoz (Sandoz GmbH)

Pemetrexed Sandoz (Sandoz GmbH)

Pemetrexed Sandoz (Active substance: pemetrexed) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4485 of Tue, 10 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety

2-7-2018

ZEPATIER 50 mg/100 mg Filmtabletten

Rote - Liste

28-6-2018

Tramadol-CT 100 mg Retardkapseln

Rote - Liste

27-6-2018

Fluanxol Depot 10%, 100 mg/ml

Rote - Liste

25-6-2018

Thevier 50/100

Rote - Liste

22-6-2018

Fevarin® 100 mg Filmtabletten

Rote - Liste

14-6-2018

Gabapentin AbZ 100 mg Hartkapseln

Rote - Liste