Cerazette

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Cerazette Filmtabletten
  • Darreichungsform:
  • Filmtabletten
  • Zusammensetzung:
  • desogestrelum 75 µg, maydis für amylum, excipiens pro compresso Dunst.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Cerazette Filmtabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Hormonales Kontrazeptivum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 55155
  • Berechtigungsdatum:
  • 28-03-2000
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Cerazette®

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Was ist Cerazette und wann wird es angewendet?

Cerazette ist ein Arzneimittel zur hormonellen Schwangerschaftsverhütung. Cerazette enthält als

Wirkstoff eine kleine Menge des weiblichen Geschlechtshormons Desogestrel, das in die Gruppe der

Gestagene gehört. Cerazette ist eine sogenannte Gestagen-Mono-Pille oder Minipille. Im Gegensatz

zur Kombinationspille enthält die Minipille kein Östrogen.

Die empfängnisverhütende Wirkung von Cerazette beruht einerseits auf einer fast vollständigen

Hemmung des Eisprungs sowie andererseits auf einer Verdickung des Gebärmutterhalsschleims,

wodurch das Aufsteigen von Spermien in die Gebärmutter gehemmt wird.

Cerazette darf nur auf Verschreibung eines Arztes bzw. einer Ärztin angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Bevor Sie mit der Einnahme hormonaler Mittel zur Schwangerschaftsverhütung beginnen, wird Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin eine sorgfältige Krankengeschichte (Vorkommnisse von eigenen Krankheiten

und von Krankheiten in der Familie) erheben sowie eine gründliche allgemeine und gynäkologische

Untersuchung durchführen. Eine Schwangerschaft ist auszuschliessen.

Während der Anwendung von Cerazette empfehlen sich ärztliche Kontrolluntersuchungen in etwa

jährlichen Abständen.

Cerazette gewährt keinen Schutz vor einer HIV-Infektion (AIDS) oder anderen sexuell übertragbaren

Krankheiten.

Wann darf Cerazette nicht eingenommen/angewendet werden?

Cerazette darf nicht angewendet werden, wenn einer der nachstehend aufgeführten Punkte auf Sie

zutrifft. Wenn einer der nachstehend aufgeführten Punkte auf Sie zutrifft, müssen Sie dies Ihrem

Arzt/Ihrer Ärztin mitteilen. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird dann mit Ihnen besprechen, welche andere

Verhütungsmethode für Sie besser geeignet ist. Cerazette darf nicht angewendet werden bei

·bekannten oder vermuteten geschlechtshormonsensitiven Krebserkrankungen (z.B. bestimmte Arten

von Brustkrebs)

·ungeklärten Scheidenblutungen

·Lebertumoren

·schweren Lebererkrankungen (z.B. Gelbsucht) solange krankhafte Leberwerte bestehen

·Vorhandensein von Blutgerinnseln (Thrombosen) in den Blutgefässen [z.B. der Beine (tiefe

Beinvenenthrombose) oder der Lungen (Lungenembolie)]

·vermuteter oder bestehender Schwangerschaft

·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Inhaltsstoffe von Cerazette

Wenn einer dieser Zustände zum ersten Mal während der Anwendung von Cerazette auftritt, sollten

Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Cerazette Vorsicht geboten?

Wenn Sie an einem der nachfolgend aufgeführten Zustände leiden oder gelitten haben, teilen Sie dies

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird entscheiden, ob Sie Cerazette in

diesen Fällen anwenden dürfen und Sie während der Behandlung entsprechend überwachen.

·Frauen, die ein kombiniertes hormonales Empfängnisverhütungsmittel (Pille) einnehmen, haben ein

leicht erhöhtes Risiko, an einem Brustkrebs zu erkranken im Vergleich zu Frauen, die die Pille nicht

anwenden. Dieses leicht erhöhte Risiko geht nach Absetzen der Pille während eines Zeitraumes von

ca. 10 Jahren wieder auf das ursprüngliche Risiko zurück. Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken,

steigt mit dem Alter. Deshalb ist die diagnostizierte Anzahl von Brustkrebs grösser bei älteren Pillen-

Anwenderinnen. Die Dauer der Pilleneinnahme hat keinen Einfluss auf dieses Risiko;

·Es ist nicht bekannt, ob der Unterschied durch die Pille verursacht wird. Möglicherweise wurden

diese Frauen nur sorgfältiger und öfters untersucht, so dass der Brustkrebs früher erkannt wurde. Das

Risiko für Anwenderinnen von Gestagen-Mono-Präparaten wie Cerazette ist möglicherweise mit

demjenigen für Anwenderinnen der Pille vergleichbar, jedoch sind die vorhandenen Daten weniger

aussagekräftig. Informieren Sie jedoch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie jemals an Brustkrebs

erkrankt waren;

·In seltenen Fällen sind nach Anwendung hormonaler Empfängnisverhütungsmittel, wie Cerazette,

gutartige, noch seltener bösartige Veränderungen der Leber beobachtet worden, die vereinzelt zu

Blutungen im Bauchraum geführt haben. Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls Sie

an Leberkrebs leiden oder gelitten haben oder wenn ungewohnte Oberbauchschmerzen auftreten;

·Epilepsie (Siehe «Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln»);

·Tuberkulose (Siehe «Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln»);

·Bei Frauen, die hormonale Verhütungsmittel anwenden, besteht ein erhöhtes Risiko für

Gerinnselbildung in den Venen und Arterien (venöse und arterielle thromboembolische

Krankheiten), welche zu teilweise schweren Gesundheitsschäden führen kann. Eine Gerinnselbildung

kann z.B. in den Beinen eine tiefe Venenthrombose verursachen oder zu Lungenembolie,

Schlaganfall oder Herzinfarkt führen. Das Risiko für solche Thrombosen oder Embolien besteht bei

der Anwendung aller hormonalen Empfängnisverhütungsmittel. Wenn Sie mögliche Zeichen einer

Thrombose an sich bemerken, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen (vgl.

auch den Abschnitt «Gründe für das sofortige Aufsuchen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin»);

·Während der Anwendung von Cerazette können bei einigen Frauen Blutungen häufiger auftreten

(20-30%). Bei anderen treten die Blutungen seltener auf oder bleiben sogar aus (20%). Die

Blutungen können auch länger anhalten. Dies bedeutet nicht, dass Cerazette für Sie nicht geeignet ist,

oder Sie nicht vor einer Schwangerschaft schützt. Im Allgemeinen müssen Sie in diesen Fällen nichts

unternehmen. Bei sehr starker oder sehr lang anhaltender Blutung muss jedoch der Arzt bzw. die

Ärztin unterrichtet werden;

·Bei der Anwendung von niedrigdosierten hormonalen Verhütungsmitteln wie Cerazette können sich

kleine mit Flüssigkeit gefüllte Blasen in den Eierstöcken bilden, welche über die Grösse, die sie

normalerweise bei einem natürlichen Monatszyklus erreichen, hinauswachsen. Diese werden

Eierstockzysten genannt. Sie verschwinden normalerweise ohne Behandlung. Manchmal können sie

Unterleibsbeschwerden verursachen, führen aber nur selten zu schwerwiegenden Problemen;

·Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter (ektopische Schwangerschaft)

·Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus); Cerazette kann möglicherweise den Blutzuckerstoffwechsel

beeinflussen;

·Bluthochdruck: Der Blutdruck kann unter der Anwendung von Cerazette ansteigen

·Östrogene sind zur Erhaltung der Stärke des Knochens wichtig. Während der Anwendung von

Cerazette ist die Konzentration des im Blut messbaren Östrogens vergleichbar mit derjenigen, die in

der ersten Hälfte des natürlichen Zyklus vorkommt, jedoch ist die Konzentration im Vergleich zur

zweiten Zyklushälfte geringer. Es ist nicht bekannt, ob dieser Effekt eine Auswirkung auf die

Knochenstärke hat;

·Erstmaliges Auftreten oder Verschlimmern der folgenden Erscheinungen während einer früheren

Schwangerschaft oder Hormonbehandlung: Gelbverfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht) oder

schwerer Juckreiz; Gallensteine; Porphyrie (eine Stoffwechselstörung der Leber); systemischer

Lupus erythematodes (SLE: eine Autoimmunkrankheit, die zahlreiche Körperstellen befällt);

hämolytisch-urämisches Syndrom (eine bestimmte Störung des Blutes, die zu Nierenversagen führt);

Chorea (eine neurologische Störung); Schwangerschafts-Herpes (durch Herpesviren verursachter

Bläschenausschlag); Verschlechterung des Hörvermögens (Otosklerose);

·Gelegentlich kann ein Chloasma (hellgelbe bis dunkelbraune Hautflecken, vor allem im Gesicht)

auftreten, speziell bei Frauen, bei denen dies bereits während einer früheren Schwangerschaft oder

Hormonbehandlung der Fall war. Falls dieses bei Ihnen auftreten sollte, sollten Sie zu starke UV-

Bestrahlung (natürliches oder künstliches Sonnenlicht) meiden;

Gründe für das sofortige Aufsuchen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin

·Auftreten eines Knotens in der Brust (könnte auf Brustkrebs hindeuten);

·Ungewöhnliche, starke Scheidenblutungen (dieses Symptom könnte auf Gebärmutter-Krebs

hinweisen)

·Plötzliche heftige Bauchschmerzen, Juckreiz am ganzen Körper oder Gelbsucht (könnte auf

Leberprobleme hindeuten);

·Mögliche Zeichen einer Thrombose (z.B. ungewöhnliche oder starke Schmerzen oder Schwellung in

einem Bein, unerklärbare Schmerzen in der Brust, Atemlosigkeit, ungewöhnlicher Husten,

besonders, wenn dieser blutig ist);

·Erstmaliges Auftreten von migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt starker

Kopfschmerzen;

·Plötzliche Wahrnehmungsstörungen (z.B. Sehstörungen, Hörstörungen, Sprechstörungen);

·Stärkerer Blutdruckanstieg;

·Zunahme von epileptischen Anfällen;

·Plötzlicher oder heftiger Schmerz im Unterbauch oder im Magenbereich (könnte auf eine ektopische

Schwangerschaft, das ist eine Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter, hindeuten);

·Wenn Sie eine Schwangerschaft vermuten;

·Längere Bettruhe (z.B. nach Unfällen) oder geplante Operationen (suchen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin mind. 4-6 Wochen vorher auf);

·Cerazette enthält Laktose (Milchzucker). Wenn Sie gegenüber gewissen Zuckerarten

Unverträglichkeitsreaktionen zeigen, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren, bevor Sie mit der Einnahme

von Cerazette beginnen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie andere

Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige oder pflanzliche Präparate handelt. Informieren Sie auch jeden anderen Arzt

oder Zahnarzt bzw. Ärztin oder Zahnärztin, der/die Ihnen ein weiteres Medikament verschreibt (oder

Ihren/Ihre Apotheker/Apothekerin), dass Sie Cerazette einnehmen.

Einige Arzneimittel können die empfängnisverhütende Wirkung von Cerazette herabsetzen: z.B.

Arzneimittel gegen Epilepsie (z.B. Barbiturate, Phenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Topiramat,

Felbamat, Primidon), Arzneimittel gegen Tuberkulose (Rifampicin, Rifabutin), Arzneimittel gegen

HIV (z.B. Ritonavir, Nelfinavir, Nevirapin, Efavirenz), gegen Hepatitis-C-Virus-Infektionen (z.B.

Boceprevir, Telaprevir), Bluthochdruck in den Blutgefässen der Lunge (Bosentan), Aktivkohle gegen

Verdauungsbeschwerden, eine bestimmte Art von Schläfrigkeit (Modafinil) sowie Johanniskraut-

Präparate (Hypericum) gegen Depressionen.

Wenn Sie Arzneimittel oder pflanzliche Präparate einnehmen, die die Wirksamkeit von Cerazette

beeinträchtigen könnten, sollten Sie eine barrierebildende Verhütungsmethode, z.B. Kondome,

anwenden. Da die Wirkung eines anderen Arzneimittels auf Cerazette bis zu 28 Tage nach

Beendigung der Einnahme anhalten kann, ist es notwendig, die zusätzliche barrierebildende

Verhütungsmethode für so lange anzuwenden.

Einige Arzneimittel und Grapefruitsaft können die Wirkstoffkonzentration von Cerazette im Blut

erhöhen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel

oder Grapefruitsaft einnehmen:

·Antipilzmittel, die Wirkstoffe wie z.B. Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol oder Fluconazol

enthalten,

·Bestimmte Antibiotika (sogenannte Makrolide), die als Wirkstoff Clarithromycin oder

Erythromycin enthalten,

·Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen (mit den Wirkstoffen

Diltiazem oder Verapamil).

Cerazette kann ebenfalls die Wirkung von anderen Arzneimitteln beeinträchtigen und entweder deren

Wirkung steigern (z.B. Cyclosporin) oder senken (z.B. Lamotrigin). Letzteres könnte zu einer

erhöhten Häufigkeit von Krampfanfällen führen, weshalb Ihr Arzt/Ihre Ärztin zu Beginn der

Anwendung von Cerazette, und wenn Sie Cerazette absetzen, die Lamotrigin-Blutspiegel

überwachen wird.

Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit zur Maschinenbedienung

Es ist unwahrscheinlich, dass Cerazette die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinflusst.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen.

Darf Cerazette während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet

werden?

Cerazette darf während der Schwangerschaft oder bei Verdacht auf eine Schwangerschaft nicht

angewendet werden. Vor der Anwendung von Cerazette muss eine Schwangerschaft mit Sicherheit

ausgeschlossen werden.

Cerazette hat keinen negativen Einfluss auf die Menge oder Qualität der Muttermilch. Aber es gehen

kleine Mengen des Wirkstoffes von Cerazette in die Muttermilch über. Es ist dadurch kein Risiko für

die Gesundheit des gestillten Kindes bekannt. Die Gesundheit von Säuglingen, die während 7

Monaten gestillt wurden und deren Mütter Cerazette einnehmen, wurde untersucht bis sie 2.5 Jahre

alt waren; es konnte kein Effekt auf Grösse und Entwicklung festgestellt werden.

Cerazette kann während der Stillzeit auf Verordnung des Arztes oder der Ärztin eingenommen

werden. Die Entwicklung und das Wachstum des Kindes sollten in diesem Falle sorgfältig

beobachtet werden.

Wie verwenden Sie Cerazette?

Jeder Cerazette Blister enthält 28 Filmtabletten. Auf der Rückseite des Blisters ist bei jeder

Filmtablette der Wochentag aufgedruckt, an dem die Filmtablette einzunehmen ist. Beim Anbrechen

eines neuen Cerazette Blisters ist mit der Einnahme der Filmtablette des entsprechenden Wochentags

jeweils in der obersten Reihe zu beginnen und danach in Pfeilrichtung fortzufahren, bis die Packung

aufgebraucht ist. Auf diese Weise können Sie leicht überprüfen, ob Sie Ihre tägliche Filmtablette

eingenommen haben. Die Filmtabletten sollen nach untenstehenden Anweisungen jeden Tag zur

gleichen Zeit, unzerkaut und mit etwas Wasser eingenommen werden.

Ist ein Blister aufgebraucht, ist am nächsten Tag, d.h. ohne Einnahmepause und ohne eine

Monatsblutung abzuwarten, mit einem neuen Cerazette Blister fortzufahren. Nehmen Sie auch dann

Ihre Filmtabletten weiterhin wie gewohnt ein, wenn es während der Anwendung von Cerazette zu

Scheidenblutungen kommt.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Beginn der Einnahme von Cerazette

Wenn Sie zur Zeit kein hormonales Verhütungsmittel verwenden

Warten Sie Ihre Monatsblutung ab und nehmen Sie die erste Cerazette-Filmtablette vorzugsweise am

ersten Tag Ihrer Blutung. Eine zusätzliche Verhütungsmethode ist dann nicht erforderlich.

Falls Sie erst zwischen dem 2. und 5. Tag Ihrer Blutung mit der Einnahme von Cerazette beginnen,

ist zusätzlich während der ersten 7 Tage ein barrierebildendes Verhütungsmittel (z.B. Kondom)

anzuwenden.

Wenn Sie von einer 21- oder 22-Tage Kombinationspille, von einem Vaginalring oder einem Patch

auf Cerazette umstellen

Nehmen Sie die erste Cerazette-Filmtablette am folgenden Tag nach Einnahme der letzten Tablette

Ihrer bisherigen Pille ein oder am Tag, an dem Sie den Vaginalring oder den Patch entfernen (d.h. es

gibt keine tablettenfreie, ringfreie, patchfreie Tage). Eine zusätzliche Verhütungsmethode ist dann

nicht erforderlich.

Sie können auch am Tag nach dem letzten tablettenfreien, ringfreien, patchfreien Tag mit der

Einnahme von Cerazette beginnen. Während der ersten 7 Tage ist aber zusätzlich ein

barrierebildendes Verhütungsmittel (z.B. Kondom) anzuwenden.

Wenn Sie von einer 28-Tage Kombinationspille (mit 21-24 wirkstoffhaltigen Tabletten und 4-7

Tabletten ohne Wirkstoffe) auf Cerazette umstellen

Nachdem Sie die letzte wirkstoffhaltige Tablette aus der Packung Ihrer bisherigen Pille

eingenommen haben (nach 21-24 Tagen), beginnen Sie unmittelbar am darauffolgenden Tag – ohne

Einnahmepause – mit der ersten Cerazette-Filmtablette. Eine zusätzliche Verhütungsmethode ist

dann nicht erforderlich.

Wenn Sie von einer anderen nur Progestagen enthaltenden Pille (Minipille) auf Cerazette umstellen

Sie können das Arzneimittel an jedem beliebigen Tag wechseln, indem Sie die Minipille einfach

durch Cerazette ersetzen. Eine zusätzliche Verhütungsmethode ist dann nicht erforderlich.

Wenn Sie von einem Injektionspräparat, einem Implantat oder einer gestagenabgebenden Spirale auf

Cerazette umstellen

Beginnen Sie mit der Einnahme von Cerazette, wenn die nächste Injektion fällig wäre oder am Tag,

an dem Ihr Implantat resp. Ihre Spirale entfernt wird. Eine zusätzliche Verhütungsmethode ist dann

nicht erforderlich.

Nach einer Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch

Konsultieren Sie Ihren Arzt.

Nach einer Geburt

Nach einer Geburt sollte mit der Einnahme von Cerazette zwischen dem 21. und 28. Tag begonnen

werden. Sie brauchen dann keine zusätzlichen empfängnisverhütenden Massnahmen zu ergreifen.

Sind seit der Geburt mehr als 28 Tage verstrichen, müssen Sie allerdings während der ersten 7 Tage

zusätzliche empfängnisverhütende Massnahmen ergreifen. Sollten Sie zuvor Geschlechtsverkehr

gehabt haben, muss die Möglichkeit einer Schwangerschaft ausgeschlossen werden oder Sie müssen

bis zum Beginn der nächsten Monatsblutung warten, bevor Sie mit der Einnahme von Cerazette

beginnen. Zusätzliche Informationen betreffend dem Stillen finden Sie im Kapitel «Darf Cerazette

während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?».

Was tun, wenn Sie eine oder mehrere Filmtabletten vergessen haben?

Wenn seit dem gewohnten Einnahmezeitpunkt weniger als 12 Stunden vergangen sind, bleibt die

Wirksamkeit von Cerazette erhalten. Nehmen Sie die vergessene Filmtablette sogleich ein und

nehmen Sie die übrigen Filmtabletten zur gewohnten Zeit ein.

Wenn seit dem gewohnten Einnahmezeitpunkt mehr als 12 Stunden vergangen sind, kann die

Wirksamkeit von Cerazette vermindert sein. Je mehr aufeinanderfolgende Filmtabletten Sie

vergessen haben, desto höher ist das Risiko, dass der Empfängnisschutz ungenügend ist. Nehmen Sie

die letzte der vergessenen Filmtabletten sogleich ein und nehmen Sie die nächste Filmtablette zur

gewohnten Zeit ein, auch dann, wenn dadurch an einem Tag 2 Filmtabletten einzunehmen sind.

Wenden Sie während der folgenden 7 Einnahmetage zusätzlich ein barrierebildendes

Verhütungsmittel (z.B. Kondom) an. Wenn Sie in der ersten Woche der Tabletteneinnahme eine oder

mehrere Filmtabletten vergessen haben und in der Woche davor Geschlechtsverkehr hatten, könnten

Sie schwanger werden. Fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Wenn Sie Magendarm Beschwerden haben (z.B. Erbrechen, starker Durchfall)

Wenn Sie innerhalb von 3-4 Stunden nach der Einnahme Ihrer Cerazette-Filmtablette erbrechen

müssen, ist es möglich, dass der Wirkstoff noch nicht vollständig in den Blutkreislauf aufgenommen

werden konnte. Befolgen Sie in diesem Fall die Anweisungen, die bei vergessenen Filmtabletten

einzuhalten sind. Damit das gewohnte Einnahmeschema eingehalten werden kann, muss die

zusätzlich einzunehmende Filmtablette aus einer Reservepackung eingenommen werden. Bei

starkem Durchfall konsultieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Wenn Sie zu viele Cerazette-Filmtabletten eingenommen haben (Überdosis)

Schwerwiegende schädigende Wirkungen durch die Einnahme von zu vielen Filmtabletten sind nicht

bekannt. Mögliche Symptome einer Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen und bei jungen

Mädchen leichte Scheidenblutungen.

Wenn Sie mit der Cerazette-Einnahme aufhören wollen

Sie können mit der Cerazette-Einnahme jederzeit aufhören. Im Allgemeinen sind Sie sogleich wieder

fruchtbar. Wenn Sie nicht schwanger werden möchten, fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Ihren

Apotheker/ Ihre Apothekerin nach anderen Verhütungsmethoden.

Welche Nebenwirkungen kann Cerazette haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Cerazette auftreten:

häufig bis sehr häufig: Blutungsunregelmässigkeiten, Ausbleiben der Blutung, Kopfschmerzen,

Akne, Stimmungsschwankungen, Beeinflussung des Geschlechtstriebes, Brustschmerzen, Übelkeit

oder Gewichtszunahme

gelegentlich: Erbrechen, Menstruationsbeschwerden, Eierstockzysten, Scheidenentzündungen,

Müdigkeit, Haarausfall oder Probleme beim Tragen von Kontaktlinsen

selten: Hautreaktionen (wie z.B. Rötung, Juckreiz, schmerzhafte blau-rote Hautflecken)

Ferner wurde nach Markteinführung von Cerazette über Milchfluss berichtet und es können die unter

«Wann ist bei der Einnahme von Cerazette Vorsicht geboten?» genannten unerwünschten Wirkungen

auftreten.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, oder die Nebenwirkungen

schlimmer werden und anhalten, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Cerazette Filmtabletten sollten ausser Reichweite von Kindern und bei 2-30 °C aufbewahrt werden.

Im Originalbeutel aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen. Haltbarkeit

nach dem ersten Öffnen des Beutels: 1 Monat.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Cerazette enthalten?

1 Filmtablette enthält: 0,075 mg Desogestrel als Wirkstoff sowie Laktose, Maisstärke (aus

gentechnisch verändertem Mais hergestellt) und weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

55155 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Cerazette? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen zu 1, 3 und 6 Kalenderpackungen (Monatspackungen).

Jede Kalenderpackung enthält 28 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

MSD MERCK SHARP & DOHME AG, Luzern.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

S-CCDS-MK8276-TB-032016/MK8276-CHE-2017-015586