Ceftriaxon Sandoz 2 g i.v.

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Ceftriaxon Sandoz 2 g i.v. Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
  • Darreichungsform:
  • Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
  • Zusammensetzung:
  • Vorbereitung trocknen: ceftriaxonum 2 g ceftriaxonum natricum für Glas.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Ceftriaxon Sandoz 2 g i.v. Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Infektionskrankheiten

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 55682
  • Berechtigungsdatum:
  • 29-10-2002
  • Letzte Änderung:
  • 11-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Ceftriaxon Sandoz®, Trockensubstanz i.v./i.m.

Sandoz Pharmaceuticals AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Ceftriaxon (in Form des Dinatriumsalzes).

Ceftriaxon Sandoz enthält annähernd 83 mg (3,6 mVal) Natrium pro Gramm Ceftriaxon.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

250 mg i.m., Injektionspräparat

Praeparatio sicca: Ceftriaxonum 250 mg ut C. dinatricum pro vitro.

500 mg i.v., Injektionspräparat

Praeparatio sicca: Ceftriaxonum 500 mg ut C. dinatricum pro vitro.

1 g i.v./i.m., Injektionspräparat

Praeparatio sicca: Ceftriaxonum 1 g ut C. dinatricum pro vitro.

2 g i.v., Infusionspräparat

Praeparatio sicca: Ceftriaxonum 2 g ut C. dinatricum pro vitro.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Infektionen, verursacht durch Erreger, die gegen Ceftriaxon empfindlich sind:

·Atemwegsinfektionen, insbesondere Pneumonien, sowie Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich;

·abdominale Infektionen (Peritonitis, Infektionen der Gallenwege sowie des Magen-Darm-Traktes);

·Nieren- und Harnwegsinfektionen;

·Infektionen der Genitalorgane, einschliesslich Gonorrhö;

·Sepsis;

·Infektionen der Knochen, Gelenke, Weichteile, der Haut sowie Wundinfektionen;

·Infektionen bei Patienten mit geschwächter Immunabwehr;

·Meningitis;

·disseminierte Lyme Borreliose (Stadien II und III).

Perioperative Infektionsprophylaxe bei Operationen im GI-Trakt, in den Gallenwegen, im

Urogenital- und gynäkologischen Bereich, aber nur im Fall von potenzieller oder sicherer

Kontamination.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Für die intramuskuläre (i.m.)-Verabreichung wird ein Lidocain-enthaltendes Lösungsmittel

verwendet. Deshalb müssen vor der i.m.-Injektion von Ceftriaxon zuerst etwaige Kontraindikationen

gegen Lidocain ausgeschlossen werden (siehe «Kontraindikationen»).

Dosierung

Erwachsene und Kinder über zwölf Jahren

Üblicherweise 1–2 g Ceftriaxon Sandoz einmal pro Tag (alle 24 Stunden). Bei schweren Infektionen

oder solchen, die durch mässig empfindliche Keime verursacht werden, lässt sich die tägliche

Einzeldosis bis auf 4 g erhöhen.

Neugeborene, Kleinkinder und Kinder bis zu zwölf Jahren

Folgende Dosierungsrichtlinien werden für die tägliche Einzeldosis empfohlen:

Neugeborene (bis 14 Tage alt)

Eine tägliche Dosis von 20–50 mg pro kg Körpergewicht; sie darf 50 mg pro kg nicht übersteigen.

Ceftriaxon Sandoz ist bei Frühgeborenen bis zu einem postmenstruellen Alter von 41 Wochen

(Gestationsalter + postnatales Alter) kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Ceftriaxon Sandoz ist kontraindiziert bei Neugeborenen (≤28 Tage), die eine Behandlung mit

intravenösen calciumhaltigen Lösungen einschliesslich calciumhaltiger Dauerinfusionen z.B. im

Rahmen der parenteralen Ernährung benötigen (oder bei denen zu erwarten ist, dass sie eine solche

Behandlung benötigen), weil das Risiko einer Ausfällung von Calcium-Ceftriaxon besteht (siehe

«Kontraindikationen»).

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (von 15 Tagen bis zwölf Jahren)

Eine tägliche Dosis von 20–80 mg pro kg.

Für Kinder mit einem Körpergewicht von 50 kg oder mehr muss die übliche Erwachsenendosierung

verwendet werden.

Intravenöse Dosen von 50 mg oder mehr pro kg Körpergewicht bei Säuglingen und Kindern bis zu

12 Jahren sollten als langsame Infusion über einen Zeitraum von mindestens 30 Minuten verabreicht

werden. Bei Neugeborenen sollten intravenöse Dosen über einen Zeitraum von 60 Minuten

verabreicht werden, um das mögliche Risiko einer Bilirubinenzephalopathie zu reduzieren.

Ältere Patienten

Die für Erwachsene empfohlenen Dosierungen bedürfen im Fall von älteren Patienten keiner

Anpassung, vorausgesetzt es liegt keine starke Beeinträchtigung der Nieren- und Leberfunktion vor.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Indikation und nach dem Krankheitsverlauf.

Kombinationstherapie

Zwischen Ceftriaxon Sandoz und Aminoglykosiden wurde experimentell hinsichtlich vieler

gramnegativer Bakterien ein Synergismus nachgewiesen. Obwohl eine erhöhte Wirksamkeit solcher

Kombinationen nicht immer voraussagbar ist, sollte bei schweren, lebensbedrohlichen Infektionen

durch Mikroorganismen wie Pseudomonas aeruginosa eine Kombination in Betracht gezogen

werden. Aufgrund der chemischen Inkompatibilität zwischen Ceftriaxon und Aminoglykosiden

müssen die beiden Medikamente getrennt in der empfohlenen Dosierung verabreicht werden.

Auch bei intravenöser Verabreichung von Amsacrin, Vancomycin und Fluconazol wurde eine

chemische Inkompatibilität mit Ceftriaxon beobachtet (siehe «Sonstige Hinweise,

Inkompatibilitäten»).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Meningitis

Im Falle von bakterieller Meningitis bei Kleinkindern und Kindern beginnt die Behandlung mit

Dosen von 100 mg/kg (nicht über 4 g) einmal pro Tag. Sobald der Erreger identifiziert und seine

Empfindlichkeit erwiesen ist, kann die Dosierung entsprechend reduziert werden. Die besten

Ergebnisse wurden jeweils mit der folgenden Therapiedauer erzielt:

Neisseria meningitidis

4 Tage

Haemophilus influenzae

6 Tage

Streptococcus pneumoniae 7 Tage

Lyme Borreliose

Die Dosierung bei Lyme Borreliose beträgt bei Kindern und Erwachsenen 50 mg/kg bis zu maximal

2 g, einmal täglich verabreicht während 14 Tagen.

Gonorrhö

Zur Behandlung der Gonorrhö (Penicillinaseproduzierende und nicht Penicillinaseproduzierende

Stämme) wird die einmalige i.m. Verabreichung von 0,25 g Ceftriaxon Sandoz empfohlen.

Perioperative Prophylaxe

Um postoperative Infektionen bei einem kontaminierten oder potenziell kontaminierten Eingriff zu

vermeiden, wird empfohlen, eine Einzeldosis von – je nach Infektionsrisiko – 1–2 g Ceftriaxon

Sandoz 30–90 Minuten vor der Operation zu verabreichen. Bei kolorektalen Eingriffen hat sich die

gleichzeitige Gabe von Ceftriaxon Sandoz und einem 5-Nitroimidazol, zum Beispiel Ornidazol,

bewährt.

Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion

Bei Patienten mit gestörter Nierenfunktion besteht keine Notwendigkeit, die Dosierung von

Ceftriaxon Sandoz herabzusetzen, sofern die Leberfunktion nicht vermindert ist. Jedoch darf in

Fällen von präterminaler Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <10 ml/min) die Tagesdosis

Ceftriaxon Sandoz 2 g nicht überschreiten.

Ceftriaxon wird durch Peritoneal- oder Hämodialyse nicht ausgeschieden. Bei dialysepflichtigen

Patienten ist daher anschliessend an die Dialyse keine zusätzliche Verabreichung erforderlich. Die

Tagesdosis von 2 g sollte bei Dialysepatienten nicht überschritten werden.

Bei Leberschädigung ist es nicht notwendig, die Dosierung von Ceftriaxon Sandoz zu reduzieren,

sofern die Nierenfunktion nicht vermindert ist.

Patienten mit schwerer Nieren- und Leberinsuffizienz

Bei gleichzeitiger schwerer Nieren- und Leberinsuffizienz empfiehlt sich eine klinische

Überwachung der Sicherheit und Wirksamkeit.

Anweisungen für die Applikation: «Sonstige Hinweise/Hinweise für die Handhabung».

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit

Ceftriaxon Sandoz ist bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Ceftriaxon, einem

der sonstigen Bestandteile, oder allen anderen Cephalosporinen kontraindiziert. Bei Patienten, die in

der Vergangenheit bereits einmal auf Penicillin oder andere Beta-Lactam-Präparate überempfindlich

reagiert haben, besteht möglicherweise ein grösseres Risiko für eine Ceftriaxon-Überempfindlichkeit

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Überempfindlichkeit»).

Bei der i.m.-Injektion von Ceftriaxon Sandoz, bei der Lidocain-enthaltendes Lösungsmittel

verwendet wird, müssen vor der i.m.-Injektion von Ceftriaxon Sandoz zuerst etwaige

Kontraindikationen gegen Lidocain ausgeschlossen werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Lidocain oder anderen Lokalanästhetika

des Anilidtyps.

Lidocain enthaltende Ceftriaxon-Lösungen sollten auf keinen Fall intravenös verabreicht werden.

Schwere Überleitungsstörungen.

Akute dekompensierte Herzinsuffizienz.

Frühgeborene

Ceftriaxon Sandoz ist bei Frühgeborenen bis zu einem postmenstruellen Alter von 41 Wochen

(Gestationsalter + postnatales Alter) kontraindiziert.

Neugeborene mit Hyperbilirubinämie

Neugeborene mit Hyperbilirubinämie sollten wegen des Risikos einer Bilirubin-Encephalopathie

infolge der Verdrängung von Bilirubin aus seiner Bindung an Serumalbumin durch Ceftriaxon nicht

mit Ceftriaxon Sandoz behandelt werden.

Neugeborene und calciumhaltige intravenöse Lösungen

Ceftriaxon Sandoz ist bei Neugeborenen (≤28 Tage) kontraindiziert, welche eine parenterale

Behandlung mit calciumhaltigen Präparaten benötigen (oder voraussichtlich benötigen werden),

einschliesslich calciumhaltige Dauerinfusionen wie parenterale Ernährung, wegen des Risikos letaler

Organschäden an Niere und Lunge infolge von Ausfällungen von Ceftriaxon-Calcium-Salzen.

Eine geringe Anzahl von Fällen mit tödlichem Ausgang, bei denen bei der Obduktion ein kristallines

Material in der Lunge und in den Nieren festgestellt wurde, wurde bei Neugeborenen berichtet, die

Ceftriaxon Sandoz und calciumhaltige Lösungen erhalten hatten. Bei einigen dieser Fälle war

derselbe Infusionsschlauch für Ceftriaxon Sandoz und calciumhaltige Lösungen verwendet worden,

und in einigen Fällen war ein Präzipitat im Infusionsschlauch gefunden worden. Mindestens ein

Todesfall wurde bei einem Neugeborenen berichtet, dem Ceftriaxon Sandoz und calciumhaltige

Lösungen zu verschiedenen Zeitpunkten und über verschiedene Infusionsschläuche verabreicht

wurden; bei diesem Neugeborenen wurde bei der Obduktion kein kristallines Material festgestellt. Es

liegen keine vergleichbaren Berichte bei anderen als neugeborenen Patienten vor (siehe auch

«Unerwünschte Wirkungen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Lidocain

Sämtliche Angaben zu Lidocain in dieser Fachinformation sind allgemeiner Art und stehen nicht

spezifisch im Zusammenhang mit der i.m.-Verabreichung von Ceftriaxon Sandoz.

Das Lösungsmittel für die i.m.-Injektion von Ceftriaxon enthält ein Lokalanästhetikum (Lidocain).

Ärzte, welche Lokalanästhetika anwenden, müssen über eine ausreichende Erfahrung verfügen und

mit Diagnose und Behandlung möglicher unerwünschter Wirkungen (einschliesslich systemischer

Toxizität) bzw. Komplikationen vertraut sein. Die notwendige Ausrüstung und die erforderlichen

Arzneimittel für eine Reanimation sollten in unmittelbarer Nähe sofort zur Verfügung stehen.

Überempfindlichkeit

Wie bei allen Beta-Lactam-Antibiotika liegen Meldungen über schwerwiegende und gelegentlich

tödliche Überempfindlichkeitsreaktionen vor (siehe «Unerwünschte Wirkungen - Nach der

Markteinführung»). Bei schweren Überempfindlichkeitsreaktionen ist die Behandlung mit Ceftriaxon

sofort zu beenden, und es sind angemessene Notfallmassnahmen einzuleiten. Vor Beginn der

Behandlung ist abzuklären, ob der Patient bereits früher einmal Überempfindlichkeitsreaktionen

gegenüber Ceftriaxon, anderen Cephalosporinen oder einem anderen Beta-Lactam-Präparat

entwickelt hat. Bei Verabreichung von Ceftriaxon an Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber

anderen Beta-Lactam-Präparaten in der Krankengeschichte ist Vorsicht geboten.

Überempfindlichkeitsreaktionen (bis hin zum anaphylaktischen Schock) können durch Lidocain

(enthalten im Lösungsmittel für die i.m.-Injektion) verursacht werden.

Verlängerung der Thromboplastinzeit

Ceftriaxon kann die Thromboplastinzeit verlängern. Bei Verdacht auf Vitamin-K-Mangel empfiehlt

sich deshalb eine Kontrolle des Quick-Wertes.

Hämolytische Anämie

Eine immunvermittelte hämolytische Anämie wurde bei Patienten beobachtet, die Antibiotika der

Cephalosporin-Klasse einschliesslich Ceftriaxon Sandoz erhalten hatten. Schwere Fälle einer

hämolytischen Anämie, einschliesslich Todesfälle, unter der Behandlung wurden sowohl bei

Erwachsenen als auch bei Kindern berichtet. Wenn ein Patient unter Ceftriaxon eine Anämie

entwickelt, sollte die Diagnose einer mit Cephalosporinen assoziierten Anämie in Betracht gezogen

werden und Ceftriaxon bis zur Abklärung der Ursache abgesetzt werden.

Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhöe (CDAD)

Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhöe (CDAD) wurde in Zusammenhang mit der Anwendung

von fast allen antibakteriellen Wirkstoffen einschliesslich Ceftriaxon Sandoz berichtet und kann von

milder Diarrhöe bis zu tödlicher Kolitis reichen. Die Behandlung mit antibakteriellen Wirkstoffen

verändert die normale Flora des Kolons, was zu übermässigem Wachstum von C. difficile führt.

C. difficile produziert Toxin A und B, die zur Entwicklung einer CDAD beitragen. Toxin-

überproduzierende Stämme von C. difficile verursachen eine erhöhte Morbidität und Mortalität, da

diese Infektionen gegenüber antimikrobieller Therapie refraktär sein können und eine Kolektomie

erforderlich machen können. CDAD muss bei allen Patienten in Betracht gezogen werden, bei denen

eine Diarrhöe im Anschluss an die Anwendung von Antibiotika auftritt. Eine sorgfältige Anamnese

ist erforderlich, da das Auftreten von CDAD bis zwei Monate nach der Verabreichung

antibakterieller Wirkstoffe berichtet wurde.

Wenn eine CDAD vermutet oder bestätigt wurde, muss die weitere Anwendung des nicht gegen C.

difficile gerichteten Antibiotikums gegebenenfalls abgebrochen werden. Angemessene Flüssigkeits-

und Elektrolytzufuhr, Supplementierung von Proteinen, antibiotische Behandlung von C. difficile

und chirurgische Beurteilung sollten je nach klinischen Erfordernissen eingeleitet werden.

Peristaltikhemmende Arzneimittel sind in diesem Fall kontraindiziert.

Superinfektionen

Bei langdauerndem Gebrauch von Ceftriaxon Sandoz können nicht empfindliche Erreger überhand

nehmen. Eine genaue Beobachtung des Patienten ist daher wesentlich. Tritt während der Behandlung

eine Superinfektion auf, sind entsprechende Massnahmen zu ergreifen.

Calcium-Ceftriaxon-Ausfällungen

Bei Ultraschalluntersuchungen der Gallenblase von Patienten unter Behandlung mit Ceftriaxon, vor

allem bei Dosen von 1 g pro Tag und mehr, wurden Calcium-Ceftriaxon-Ausfällungen festgestellt.

Die Wahrscheinlichkeit solcher Ausfällungen scheint bei pädiatrischen Patienten am höchsten zu

sein. Die Ausfällungen verschwinden nach Absetzen der Ceftriaxon-Therapie wieder und sind selten

symptomatisch. In symptomatischen Fällen wird eine konservative, nicht-chirurgische Behandlung

empfohlen. Der Arzt sollte zudem, ausgehend von einer individuellen Nutzen-Risiko-Bewertung, ein

Absetzen der Ceftriaxon-Behandlung in Erwägung ziehen.

Pankreatitis

Eine möglicherweise cholestatisch bedingte Pankreatitis ist in seltenen Fällen bei Patienten gemeldet

worden, die mit Ceftriaxon Sandoz behandelt wurden. Die meisten Patienten wiesen bei der

Konsultation Risikofaktoren für eine Cholestase und für Gallenschlamm auf, beispielsweise eine

umfangreiche Vorbehandlung, schwere Erkrankung oder vollständige parenterale Ernährung. Es

kann nicht ausgeschlossen werden, dass von Ceftriaxon Sandoz herrührende Präzipitationen in der

Gallenblase als Auslöser oder Cofaktor wirken.

Ceftriaxon kann Bilirubin aus seiner Bindung an Serumalbumin verdrängen. Daher ist die

Behandlung von Neugeborenen mit einer Hyperbilirubinämie nicht angezeigt (siehe

«Kontraindikationen»).

Überwachung des Blutbilds

Während einer länger dauernden Behandlung sollte in regelmässigen Abständen ein vollständiges

Blutbild erstellt werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Vorsicht ist angebracht bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bei gleichzeitiger

Behandlung mit Aminoglykosiden und Diuretika.

Neugeborene, Kinder und Jugendliche

Ceftriaxon darf nicht mit calciumhaltigen Lösungen gemischt oder gleichzeitig mit solchen

verabreicht werden, auch dann nicht, wenn die Lösungen über unterschiedliche Infusionsleitungen

appliziert werden. Fälle mit letalen Reaktionen durch Präzipitate von Calcium-Ceftriaxon in Nieren

und Lungen von Neugeborenen wurden beschrieben, und zwar auch dann, wenn für Ceftriaxon und

die calciumhaltigen Lösungen unterschiedliche Infusionsleitungen und Verabreichungszeiten

verwendet wurden. Deshalb dürfen bei Neugeborenen während mindestens 48 Stunden nach der

letzten Gabe von Ceftriaxon Sandoz keine intravenösen calciumhaltigen Lösungen verabreicht

werden (siehe «Kontraindikationen»).

Bei anderen Altersgruppen sind keine Fälle intravaskulärer Ceftriaxon-Calcium-Ausfällungen nach

gleichzeitiger Anwendung von Ceftriaxon und intravenösen calciumhaltigen Lösungen bekannt.

Trotzdem sollte bei allen Patienten auf eine gleichzeitige Verabreichung verzichtet werden.

Vorsichtsmassnahmen betreffend Lidocain (enthalten im Lösungsmittel für die i.m.-Injektion)

In den folgenden Situationen ist das Risiko schwerwiegender unerwünschter Wirkungen von

Lokalanästhetika wie Lidocain erhöht:

·Ältere Patienten

·Patienten in schlechtem Allgemeinzustand

·AV-Block (da Lokalanästhetika zu einer Verzögerung der Reizleitung führen können)

·Schwere Lebererkrankungen

·Schwere Niereninsuffizienz

In diesen Fällen sollte die i.m.-Injektion von Ceftriaxon Sandoz (mit Lidocain Lösungsmittel) unter

besonderer Vorsicht erfolgen.

Patienten, die mit Antiarrhythmika der Klasse III (z.B. Amiodaron) behandelt werden, sollten

überwacht und ein EKG- Monitoring in Betracht gezogen werden, da die kardialen Wirkungen

additiv sein können.

Injektionen Lidocain-haltiger Lösungen im Kopf- und Nackenbereich können, falls sie versehentlich

intraarteriell erfolgen, bereits bei niedriger Dosierung zentralnervöse Symptome verursachen.

Interaktionen

Bei gleichzeitiger Verabreichung hoher Dosen von Ceftriaxon Sandoz und stark wirkenden Diuretika

wie Furosemid wurde keine Störung der Nierenfunktion beobachtet.

Bezüglich einer möglichen Zunahme der Nierentoxizität von Aminoglykosiden bei Anwendung mit

Cephalosporinen liegen widersprüchliche Daten vor. In solchen Fällen sollten die Empfehlungen zur

Überwachung der Aminoglykosidspiegel und der Nierenfunktion in der klinischen Praxis sorgfältig

eingehalten werden. Beide Präparate müssen jedoch getrennt verabreicht werden (siehe

«Inkompatibilitäten»).

Eine «Disulfiram-artige» Wirkung nach Verabreichung von Ceftriaxon Sandoz und Alkoholgenuss

konnte nicht nachgewiesen werden. Ceftriaxon enthält keinen N-Methylthiotetrazol-Anteil, der eine

Ethanolunverträglichkeit und Blutungsprobleme zur Folge haben könnte, wie dies bei anderen

Cephalosporinen der Fall ist.

Probenecid hat keinen Einfluss auf die Elimination von Ceftriaxon.

Bakteriostatika können mit der bakteriziden Wirkung von Cephalosporinen ungünstig interferieren.

In einer In-vitro-Studie von Ceftriaxon in Kombination mit Chloramphenicol konnten

antagonistische Effekte beobachtet werden.

Zur Rekonstitution von Ceftriaxon Sandoz-Ampullen oder zur weiteren Verdünnung einer

rekonstituierten Ampulle zur intravenösen Verabreichung dürfen keine calciumhaltigen

Lösungsmittel wie Ringer- oder Hartmann-Lösung verwendet werden, weil sich Präzipitate bilden

können. Calcium-Ceftriaxon-Präzipitate können sich auch bilden, wenn Ceftriaxon Sandoz mit

calciumhaltigen Lösungen im selben Infusionsschlauch vermischt wird. Ceftriaxon Sandoz darf nicht

gleichzeitig mit calciumhaltigen Infusionslösungen, einschliesslich calciumhaltiger Dauerinfusionen

wie z.B. im Rahmen der parenteralen Ernährung über ein Y-Verbindungsstück verabreicht werden.

Jedoch können mit Ausnahme von Neugeborenen bei anderen Patienten Ceftriaxon Sandoz und

calciumhaltige Lösungen nacheinander verabreicht werden, wenn die Infusionsschläuche zwischen

den Infusionen gründlich mit einer verträglichen Lösung gespült werden. In-vitro-Studien mit

Plasma von Erwachsenen und aus dem Nabelschnurblut von Neugeborenen haben ein erhöhtes

Risiko der Ausfällung von Calcium-Ceftriaxon bei Neugeborenen ergeben (siehe

«Dosierung/Anwendung» und «Kontraindikationen»).

Es liegen keine Berichte vor über Interaktionen zwischen Ceftriaxon und oralen calciumhaltigen

Präparaten oder zwischen intramuskulärem Ceftriaxon und calciumhaltigen Präparaten (intravenös

oder oral).

Bei gleichzeitiger Anwendung von Ceftriaxon zusammen mit Vitamin-K-Antagonisten kann sich das

Blutungsrisiko erhöhen.

Sowohl während als auch nach der Behandlung mit Ceftriaxon sollte eine regelmässige Kontrolle der

Gerinnungswerte erfolgen und die Dosis des Antikoagulans entsprechend angepasst werden (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»).

Interaktionen mit Lidocain (enthalten im Lösungsmittel für die i.m.-Injektion)

Pharmakokinetische Interaktionen: Lidocain ist ein Substrat der CYP450-Enzyme CYP1A2 und

CYP3A4. Der Metabolismus von Lidocain kann daher bei gleichzeitiger Gabe von CYP-Inhibitoren

(z.B. Itraconazol, Voriconazol, Fluconazol, Clarithromycin, Erythromycin, Cimetidin) gehemmt und

durch gleichzeitige Gabe von Enzyminduktoren (z.B. Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin,

Primidon, Rifampicin) verstärkt werden.

Pharmakodynamische Interaktionen: Bei gleichzeitiger Anwendung von Wirkstoffen, welche mit

Lokalanästhetika vom Amidtyp strukturverwandt sind (z.B. Antiarrhythmika wie Mexiletin oder

Tocainid), können sich die systemischen toxischen Effekte addieren. Die i.m.-Injektion von

Ceftriaxon Sandoz (mit Lidocain enthaltendem Lösungsmittel) sollte daher bei Patienten, welche mit

solchen Arzneimitteln behandelt werden, unter besonderer Vorsicht verabreicht werden.

Die Wirkung von Muskelrelaxantien kann durch Lidocain verstärkt werden.

Es wird empfohlen, auch die Fachinformation der gleichzeitig verabreichten Arzneimittel zu

konsultieren.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Ceftriaxon durchdringt die Plazentaschranke (siehe «Pharmakokinetik: Distribution»). Es liegen

keine kontrollierten klinischen Studien vor. Obwohl in den entsprechenden präklinischen

Untersuchungen keine teratogenen Eigenschaften festgestellt wurden, soll Ceftriaxon Sandoz in der

Schwangerschaft, besonders in den ersten drei Monaten, nur bei strengster Indikationsstellung

angewendet werden.

Lidocain (enthalten im Lösungsmittel für die i.m.-Injektion) passiert die Plazentaschranke. Deshalb

sollte eine i.m.-Injektion von Ceftriaxon während der Schwangerschaft (insbesondere in den ersten

drei Monaten) nicht angewendet werden. Sofern die Anwendung von Ceftriaxon Sandoz unbedingt

erforderlich ist, sollte auf eine Gabe ohne Lidocain ausgewichen werden.

Die Anwendung von Lokalanästhetika wie Lidocain während der Geburt kann unerwünschte

Wirkungen bei der Mutter und/oder dem ungeborenen Kind (z.B. Bradykardien) hervorrufen.

Stillzeit

Da Ceftriaxon – wenn auch in niedrigen Konzentrationen – und auch Lidocain (enthalten im

Lösungsmittel für die i.m.-Injektion) in die Muttermilch ausgeschieden werden, soll das Präparat

während der Stillzeit nicht angewendet werden. Falls eine Behandlung unbedingt erforderlich ist, soll

abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Während der Behandlung mit Ceftriaxon Sandoz können unerwünschte Wirkungen auftreten (z.B.

Schwindel), welche die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflussen

können (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Die Patienten sollten Vorsicht walten lassen, wenn sie

sich ans Steuer eines Fahrzeugs setzen oder Maschinen bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Nachfolgend sind zunächst die unerwünschten Wirkungen aufgeführt, welche typisch sind für die

systemische Verabreichung von Ceftriaxon, und die auch unter Ceftriaxon nach i.m.-Injektion (mit

Lidocain) auftreten können. Im darauffolgenden Abschnitt sind dann die unerwünschten Wirkungen

beschrieben, welche unter der Anwendung von Lidocain beobachtet wurden. Über die kombinierte

Anwendung von Ceftriaxon und Lidocain liegen keine spezifischen Daten vor.

Die Daten zur Bestimmung der Häufigkeit unerwünschter Arzneimittelreaktionen auf Ceftriaxon

stammen aus klinischen Studien. Zur Klassifizierung der Häufigkeit werden die folgenden

Kategorien benutzt: Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100-<1/10); gelegentlich (≥1/1000-<1/100);

selten (≥1/10'000-<1/1000); sehr selten (<1/10'000) und Einzelfälle.

Die häufigsten gemeldeten unerwünschten Reaktionen auf Ceftriaxon sind Eosinophilie, Leukopenie,

Thrombozytopenie, Diarrhöe, Ausschlag und erhöhte Leberenzymwerte.

Ceftriaxon ohne/mit Lidocain (enthalten im Lösungsmittel für die i.m.-Injektion)

Während der Behandlung mit Ceftriaxon Sandoz wurden folgende unerwünschte

Arzneimittelwirkungen beobachtet, die entweder spontan oder nach Absetzen des Arzneimittels

abklangen:

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: Mykose des Genitaltrakts.

Selten: Pseudomembranöse Kolitis.

Einzelfälle: Superinfektionen mit nicht empfindlichen Organismen.

Erkrankungen des Blut- und des Lymphsystems

Häufig: Eosinophilie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Verlängerung der Thromboplastinzeit.

Gelegentlich: Granulozytopenie, Anämie, Koagulopathie, Erhöhung des Serumkreatinins.

Einzelfälle von Agranulozytose (<500/mm³) sind beobachtet worden, die meisten davon nach

Totaldosen von 20 g oder mehr.

Bei länger dauernder Behandlung sollte das Blutbild regelmässig kontrolliert werden. Über eine

geringe Verlängerung der Prothrombinzeit wurde berichtet.

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Schwindel.

Einzelfälle: Krämpfe.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Selten: Bronchospasmus.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Diarrhöe, dünner Stuhl.

Gelegentlich: Nausea, Erbrechen.

Sehr selten: Pseudomembranöse Enterokolitis.

Einzelfälle: Pankreatitis*, Stomatitis, Glossitis.

* möglicherweise verursacht durch die Obstruktion von Gallengängen. Die meisten betroffenen

Patienten hatten Risikofaktoren für Gallestauung und Gallengries, z.B. einen grösseren chirurgischen

Eingriff, eine schwere Krankheit oder alleinige parenterale Ernährung. Es kann nicht ausgeschlossen

werden, dass Ceftriaxon Sandoz bei der Präzipitationsbildung in der Galle eine Rolle als Auslöse-

oder Kofaktor spielt.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Sehr häufig: Symptomatische Präzipitation des Kalziumsalzes von Ceftriaxon in der Gallenblase von

Kindern, reversible Cholelithiasis bei Kindern. Diese Störung tritt bei Erwachsenen selten auf (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Häufig: Erhöhung der Leberenzyme im Serum (ALT, AST, alkalische Phosphatase).

Selten: Kernikterus.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Ausschlag, Ödem.

Gelegentlich: Pruritus.

Selten: Urtikaria.

Einzelfälle: Akute generalisierte exanthemische Pustulose (AGEP), schwere Hautreaktionen

(Erythema multiforme, Stevens Johnson Syndrom oder Lyell's Syndrom/toxische epidermale

Nekrolyse).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten: Oligurie, Hämaturie, Glykosurie.

Es wurden Ausfällungen von Ceftriaxon in den Harnwegen beobachtet und zwar meistens bei

Kindern, die mit hohen Dosen (zum Beispiel ≥80 mg/kg/Tag oder Gesamtdosen von über 10 g)

behandelt worden waren und bei denen andere Risikofaktoren (z.B. Dehydrierung, Bettlägerigkeit

usw.) vorlagen. Diese Nebenerscheinung kann asymptomatisch oder symptomatisch sein und zu

Harnleiterobstruktion und postrenaler akuter Niereninsuffizienz führen, ist aber in der Regel nach

Absetzen von Ceftriaxon Sandoz reversibel.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Phlebitis, Schmerzen an der Injektionsstelle, Fieber.

Selten: Ödem, Schüttelfrost, anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen.

Auftreten entzündlicher Reaktionen der Venenwand nach i.v.-Verabreichung. Diese können durch

langsame Injektion (zwei bis vier Minuten) verringert werden.

Untersuchungen

Falsch-positiver Coombs-Test, falsch-positiver Galaktosämie-Test, falsch-positives Ergebnis bei

nicht-enzymatischen Methoden zur Glukosebestimmung.

Interaktionen mit Calcium

Zur Untersuchung der Interaktion zwischen Ceftriaxon und Calcium wurden zwei In-vitro-Studien,

eine mit Plasma von Erwachsenen und die andere mit Plasma aus dem Nabelschnurblut von

Neugeborenen, durchgeführt. Dabei wurden Konzentrationen von Ceftriaxon bis zu 1 mM (im

Konzentrationsüberschuss erreicht in vivo durch eine Infusion von 2 Gramm Ceftriaxon über 30

Minuten) in Kombination mit Konzentrationen von Calcium bis zu 12 mM (48 mg/dl) verwendet.

Die Rückgewinnung von Ceftriaxon aus dem Plasma war bei Calcium-Konzentrationen von 6 mM

(24 mg/dl) oder höher im Plasma von Erwachsenen bzw. 4 mM (16 mg/dl) oder höher im Plasma

von Neugeborenen reduziert. Dies kann eine Ausfällung von Calcium-Ceftriaxon-Präzipitaten

widerspiegeln.

Eine geringe Anzahl von Fällen mit tödlichem Ausgang, bei denen bei der Obduktion ein kristallines

Material in der Lunge und in den Nieren festgestellt wurde, wurde bei Neugeborenen berichtet, die

Ceftriaxon Sandoz und calciumhaltige Lösungen erhalten hatten. Bei einigen dieser Fälle war

derselbe Infusionsschlauch für Ceftriaxon Sandoz und calciumhaltige Lösungen verwendet worden,

und in einigen Fällen war ein Präzipitat im Infusionsschlauch gefunden worden. Mindestens ein

Todesfall wurde bei einem Neugeborenen berichtet, dem Ceftriaxon Sandoz und calciumhaltige

Lösungen zu verschiedenen Zeitpunkten und über verschiedene Infusionsschläuche verabreicht

wurden; bei diesem Neugeborenen wurde bei der Obduktion kein kristallines Material festgestellt. Es

liegen keine vergleichbaren Berichte bei anderen als neugeborenen Patienten vor (siehe auch

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Lidocain (enthalten im Lösungsmittel für die i.m.-Injektion)

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: anaphylaktische Reaktionen.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Nervosität, Ängstlichkeit, Euphorie, Verwirrtheit.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindel, Parästhesie, Schläfrigkeit, Berührungsempfindlichkeit, Tremor, Dysarthrie,

Konvulsionen, Bewusstseinsverlust.

Selten: Neuropathie.

Augenerkrankungen

Häufig: Verschwommensehen, Doppelbilder.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Tinnitus.

Gelegentlich: Hyperakusis.

Herzerkrankungen

Häufig: Bradykardie, Hypotonie, Hypertonie.

Selten: Arrhythmien, kardiovaskulärer Kollaps, Herzstillstand.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Atemdepression, Atemstillstand.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit, Erbrechen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Nicht bekannt: Kutane Läsionen, Urtikaria.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelzuckungen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Ödeme, Kälte- und/oder Hitzegefühl.

Überdosierung

Ceftriaxon:

Zu hohe Plasmakonzentrationen von Ceftriaxon können mittels Hämo- oder Peritonealdialyse nicht

reduziert werden. Zur Behandlung von Patienten nach Überdosierung werden symptomatische

Massnahmen empfohlen.

Lidocain (enthalten im Lösungsmittel für die i.m.-Injektion):

Die toxischen Reaktionen bei Überdosierung von Lidocain betreffen hauptsächlich das

Zentralnervensystem und das kardiovaskuläre System. Dabei verläuft die zentralnervöse Toxizität

progredient, d.h. der Schweregrad der Symptome nimmt kontinuierlich zu.

Bei versehentlicher intravaskulärer Injektion treten die nachfolgend genannten Symptome

unmittelbar (d.h. innerhalb von 1-3 Minuten) auf, im Falle einer Überdosierung hingegen erst mit

einer Verzögerung von 20-30 Minuten.

Frühsymptome einer Überdosierung sind: Gähnen, Parästhesien (v.a. zirkumoral), Benommenheit,

Unruhe, Schwindelgefühl, Tinnitus, Hypakusis, Sehstörungen, Dysarthrie und Ataxie sowie Übelkeit

und Erbrechen. Bei mittelschweren Intoxikationen können zudem Muskelzuckungen bzw.

Muskelspasmen und nachfolgend generalisierte Krampfanfälle auftreten, unter Umständen gefolgt

von Bewusstlosigkeit, Atemdepression und Koma.

In schwerwiegenden Fällen kommt es ausserdem (meist erst nach Auftreten zentralnervöser

Symptome) zu Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System. Symptome sind Blutdruckabfall,

Bradykardie und Arrhythmien. Bei sehr schweren Intoxikationen kann es zu einem kompletten AV-

Block und zum Herz-Kreislauf-Stillstand kommen.

Bei Anzeichen einer akuten systemischen Toxizität sollte die Injektion sofort abgebrochen werden.

Es gibt kein spezifisches Antidot, die Behandlung der Überdosierung erfolgt symptomatisch. Im

Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstandes ist eine rasche kardiopulmonale Reanimation angezeigt,

einschliesslich Behandlung der Azidose.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01DD04

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Die bakterizide Wirksamkeit von Ceftriaxon ergibt sich aus der Hemmung der Zellwandsynthese.

Ceftriaxon entfaltet in vitro ein breites Wirkungsspektrum gegen gramnegative und grampositive

Mikroorganismen. Ceftriaxon ist gegen die meisten β-Lactamasen – sowohl Penicillinasen als auch

Cephalosporinasen – grampositiver und gramnegativer Bakterien in hohem Masse stabil.

Ceftriaxon ist gewöhnlich in vitro und bei klinischen Infektionen gegen folgende Mikroorganismen

aktiv (siehe «Indikationen»):

Grampositive Aerobier

Medianwerte

MHK50*

(in mg/l)

MHK90**

(in mg/l)

Staphylococcus aureus

(Methicillin-sensibel)

Staphylokokken, Koagulase-negativ 4

Streptococcus pyogenes

(β-hämolysierend, Gruppe A)

0,03

0,03

Streptococcus agalactiae

(β-hämolysierend, Gruppe B)

≤0,06

0,06

Streptokokken, β-hämolysierend

(nicht Gruppe A oder B)

≤0,06

0,06

Streptococcus viridans

0,125

Streptococcus pneumoniae

≤0,06

0,06

* MHK50 = minimale Hemmkonzentration für 50% der getesteten Stämme.

** MHK90 = minimale Hemmkonzentration für 90% der getesteten Stämme.

Gramnegative Aerobier

Medianwerte

MHK50

(in mg/l)

MHK90

(in mg/l)

Acinetobacter lwoffi

Acinetobacter anitratus1

(hauptsächlich A. baumanii)

Aeromonas hydrophila

0,25

Alcaligenes faecalis

Alcaligenes odorans

≤0,25

Alcaligenes-artige Bakterien

≤0,25

Borrelia burgdorferi

≤0,06

≤0,06

Burkholderia cepacia

Capnocytophaga spp.

≤0,06

Citrobacter diversus

(einschliesslich C.

amalonaticus)

0,125

0,125

Citrobacter freundii1

0,125

Escherichia coli

≤0,06

0,125

Enterobacter aerogenes1

Enterobacter cloacae1

Enterobacter spp.

(übrige)1

0,25

Haemophilus ducreyi

0,004

0,004

Haemophilus influenzae

≤0,008

0,06

Haemophilus parainfluenzae

0,016

0,06

Hafnia alvei

0,125

Klebsiella oxytoca

≤0,06

0,125

Klebsiella pneumoniae2

≤0,06

0,125

Moraxella catarrhalis

(früher Branhamella catarr.)

0,125

Moraxella osloensis

≤0,25

≤0,25

Moraxella spp.

(übrige)

≤0,25

≤0,25

Morganella morganii

0,06

Neisseria gonorrhoeae

≤0,008

0,06

Neisseria meningitidis

≤0,008

0,008

Pasteurella multocida

≤0,06

0,06

Plesiomonas shigelloides

≤0,06

0,06

Proteus mirabilis

≤0,06

0,06

Proteus penneri1

Proteus vulgaris

≤0,06

Pseudomonas fluorescens1

Pseudomonas spp.

(übrige)1

Providencia rettgeri

≤0,06

Providencia spp.

(übrige)

≤0,06

Salmonella typhi

≤0,06

0,125

Salmonella spp.

(Enteritidis-Gruppe)

≤0,06

0,06

Serratia marcescens

Serratia spp.

(übrige)

0,25

Shigella spp.

0,03

0,25

Vibrio spp.

≤0,06

0,25

Yersinia enterocolitica

≤0,125

0,125

Yersinia spp.

(übrige)

0,25

Anaerobier

Medianwerte

MHK50*

(in mg/l)

MHK90**

(in mg/l)

Bacteroides spp.3

(Galle-empfindlich)

Clostridium spp.

(ohne die C. perfringens-Gruppe)

Fusobacterium nucleatum

Fusobacterium spp.

(übrige)

0,125

0,25

Gaffkia anaerobica

(früher Peptococcus)

0,125

Peptostreptokokken

0,125

Die Empfindlichkeit gegen Ceftriaxon lässt sich im Disk-Diffusionstest oder im Dilutionstest auf

Agar oder Bouillon bestimmen, wobei standardisierte Techniken für die Resistenzprüfung

Anwendung finden wie diejenigen, welche vom Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI)

empfohlen werden. Das CLSI hat für Ceftriaxon die folgenden Grenzwerte zur Interpretation der

Tests festgelegt.

Empfindlich

Mässig

empfindlich

Resistent

Dilutionstest

≤8

16-32

≥64

Hemmkonzentrationen in mg/l

Diffusionstest

(Disk mit 30 µg Ceftriaxon) Hemmhofdurchmesser

in mm

≥21

20-14

≤13

Die Mikroorganismen sollten mit dem Ceftriaxon-Disk getestet werden, da sich bei In-vitro-Tests

gezeigt hat, dass er gegen gewisse Stämme aktiv ist, die gegenüber einem Cephalosporin-

Klassendisk resistent sind.

An Stelle der Empfehlungen des CLSI können auch andere genormte Richtlinien wie DIN oder ICS

für die Resistenzbestimmung angewendet werden.

Resistenzen

¹ Einige Isolate dieser Spezies sind aufgrund der Dereprimierung der chromosomalen β-Lactamase

gegen Ceftriaxon resistent.

² Einige Isolate von Klebsiella pneumoniae sind aufgrund der plasmid-abhängigen β-Lactamase-

Produktion gegen Ceftriaxon resistent.

³ Einige Isolate von Bacteroides spp. sind gegen Ceftriaxon resistent.

Viele Stämme der β-Lactamaseproduzierenden Bacteroides spp. (namentlich B. fragilis) sind

resistent.

Clostridium difficile ist resistent.

Methicillin-resistente Staphylococcus spp. sind gegen Cephalosporine einschliesslich Ceftriaxon

resistent. Enterococcus faecalis und Enterococcus faecium sowie Listeria monocytogenes sind im

Allgemeinen resistent.

Viele Stämme der gramnegativen Aerobier, die gegen andere Antibiotika wie Amino- und Ureido-

Penicilline, ältere Cephalosporine und Aminoglykoside eine Mehrfachresistenz aufweisen, sind

gegen Ceftriaxon empfindlich. Treponema pallidum ist in vitro und im Tierexperiment empfindlich.

Klinische Prüfungen lassen erkennen, dass primäre und sekundäre Syphilis gut auf eine Behandlung

mit Ceftriaxon ansprechen.

Mit wenigen Ausnahmen sind klinische Isolate von Pseudomonas aeruginosa resistent gegen

Ceftriaxon.

Lidocain:

Lidocain (enthalten im Lösungsmittel für die i.m.-Injektion) ist ein Lokalanästhetikum vom Anilid-

Typ mit einem schnellen Wirkungseintritt und einer mittleren Wirkungsdauer, es blockiert reversibel

die Nervenleitung nahe der Injektionsstelle. Die lokalanästhetische Wirkung setzt wenige Minuten

nach einer intramuskulären Injektion von Ceftriaxon Sandoz ein und hält 45 bis 60 Minuten lang an.

Pharmakokinetik

Ceftriaxon weist eine nichtlineare Pharmakokinetik auf. Alle pharmakokinetischen Parameter, mit

Ausnahme der Eliminationshalbwertzeit, sind dosisabhängig, wenn sie auf die Gesamtkonzentration

(freies und proteingebundenes Ceftriaxon) bezogen werden, und steigen unterproportional mit der

Dosis an. Die Nichtlinearität ist auf die Sättigung der Plasmaproteinbindung zurückzuführen und

wird daher in Bezug auf das Gesamt-Ceftriaxon im Plasma, aber nicht in Bezug auf freies

(ungebundenes) Ceftriaxon festgestellt.

Absorption

Nach einer i.m. Injektion von 1 g Ceftriaxon erreichte man eine maximale Plasmakonzentration von

81 mg/l nach 2–3 Stunden. Nach einer einmaligen i.v. Infusion von 1 g erhielt man nach 30 Minuten

eine Konzentration von 168,1 ± 28,2 mg/l. Nach einer einmaligen i.v. Infusion von 2 g erhielt man

nach 30 Minuten eine Konzentration von 256,9 ± 16,8 mg/l.

Die Flächen unter den Plasmakonzentration-Zeit-Kurven nach i.v. und i.m. Verabreichung sind

identisch. Dies bedeutet, dass die Bioverfügbarkeit von i.m. verabreichtem Ceftriaxon 100% beträgt.

Nach intravenöser Bolusgabe von 500 mg und 1 g Ceftriaxon betragen die mittleren

Höchstkonzentrationen von Ceftriaxon im Plasma ca. 120 bzw. 200 mg/l. Nach intravenöser Infusion

von 500 mg, 1 g und 2 g Ceftriaxon liegt die Ceftriaxon-Konzentration im Plasma bei ca. 80, 150

bzw. 250 mg/l. Nach intramuskulärer Injektion ist die mittlere Höchstkonzentration von Ceftriaxon

im Plasma etwa halb so hoch wie nach intravenöser Gabe einer entsprechenden Dosis.

Distribution

Das Verteilungsvolumen liegt zwischen 7 und 12 l.

Bei intravenöser Verabreichung tritt Ceftriaxon rasch in die interstitielle Körperflüssigkeit über, wo

bakterizide Konzentrationen gegen empfindliche Keime über 24 Stunden aufrechterhalten bleiben.

Nach einer Dosis von 1–2 g zeigt Ceftriaxon eine gute Penetration in Gewebe und

Körperflüssigkeiten; Konzentrationen über der minimalen Hemmkonzentration für die meisten

pathogenen Keime konnten länger als 24 Stunden in über 60 Geweben bzw. Körperflüssigkeiten

gemessen werden, inkl. Lunge, Herz, Gallentrakt, Leber, Mittelohr, Nasenschleimhaut, Knochen

sowie Cerebrospinal-, Pleural-, Synovial- und Prostataflüssigkeit.

Ceftriaxon bindet sich reversibel an Albumin. Die Plasmaproteinbindung beträgt bei

Plasmakonzentrationen unter 100 mg/l etwa 95%. Die Bindung unterliegt einer Sättigungskinetik

und der gebundene Anteil verringert sich mit steigender Konzentration (auf bis zu 85% bei einer

Plasmakonzentration von 300 mg/l.

Eindringen in bestimmte Gewebe

Ceftriaxon passiert die Gehirn- und Rückenmarkshäute (Meningen). Die Durchdringung ist am

höchsten, wenn die Meningen entzündet sind. Die mittleren Höchstkonzentrationen von Ceftriaxon

im Liquor von Patienten mit bakterieller Meningitis betragen bis zu 25% des Plasmaspiegels,

verglichen mit 2% des Plasmaspiegels bei Patienten ohne Entzündung der Meningen. Die

Höchstkonzentrationen von Ceftriaxon im Liquor sind etwa 4 bis 6 Stunden nach der intravenösen

Injektion erreicht.

Ceftriaxon durchdringt die Plazentaschranke. Ceftriaxon wird in niedrigen Konzentrationen in der

Muttermilch ausgeschieden (3–4% der mütterlichen Plasmakonzentration nach 4–6 Stunden).

Metabolismus

Ceftriaxon wird im Organismus selbst nicht metabolisiert; erst nach biliärer Ausscheidung ins

Darmlumen wandelt die Darmflora den Wirkstoff zu inaktiven Metaboliten um.

Elimination

Die Plasmaclearance beträgt 10–22 ml/min.

Die renale Clearance beträgt 5–12 ml/min.

Ceftriaxon wird zu 50–60% unverändert über die Nieren und zu 40–50% unverändert mit der Galle

ausgeschieden.

Die Plasmahalbwertszeit beträgt bei Erwachsenen etwa 8 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Kinder

Die Halbwertszeit von Ceftriaxon ist bei Neugeborenen verlängert. Innerhalb der ersten 14 Tage

nach der Geburt kann sich die Konzentration des freien Ceftriaxons durch Faktoren wie etwa eine

reduzierte glomeruläre Filtration und eine veränderte Proteinbindung weiter erhöhen. Im Kindesalter

ist die Halbwertszeit niedriger als bei Neugeborenen oder Erwachsenen.

Plasma-Clearance und Distributionsvolumen des Gesamt-Ceftriaxons sind bei Neugeborenen,

Säuglingen und Kindern grösser als bei Erwachsenen.

Ältere Patienten

Bei Personen über 75 Jahren ist die durchschnittliche Plasmahalbwertzeit ungefähr

2–3mal so lang wie bei gesunden jungen Erwachsenen.

Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz oder gestörter Leberfunktion ist die

Pharmakokinetik von Ceftriaxon nur leicht verändert. Die Plasmahalbwertzeit steigt geringfügig an

(um weniger als das Doppelte), selbst bei Patienten mit stark gestörter Leberfunktion.

Der moderate Anstieg der Halbwertszeit bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung lässt sich durch

eine kompensatorische Erhöhung der extrarenalen Clearance des Gesamt-Ceftriaxons aufgrund einer

Verringerung der Proteinbindung erklären.

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist die Eliminationshalbwertszeit von Ceftriaxon nicht

erhöht, weil es zu einer kompensatorischen Erhöhung der renalen Clearance kommt. Ein weiterer

Faktor ist die Erhöhung der plasmafreien Fraktion von Ceftriaxon, die zu der beobachteten

paradoxen Erhöhung der Gesamt-Clearance des Arzneimittels beiträgt. Entsprechend der Erhöhung

der Gesamt-Clearance kommt es auch zu einer Erhöhung des Distributionsvolumens.

Lidocain (enthalten im Lösungsmittel für die i.m.-Injektion), Beschreibung der Pharmakokinetik als

Einzelsubstanz

Absorption

Lidocain wird schnell resorbiert, wobei die Absorptionsrate abhängig ist von der Vaskularisierung

des Injektionsortes.

Distribution

Die Plasmaproteinbindung von Lidocain ist konzentrationsabhängig. Die Bindung vermindert sich

mit steigender Konzentration. Bei Konzentrationen von 1 bis 5 µg/ml liegen 60 bis 80% des

Lidocains proteingebunden vor. Das Verteilungsvolumen im Steady-state beträgt 91 Liter.

Lidocain passiert die Plazentaschranke. Die Gesamtkonzentrationen beim Feten sind jedoch niedriger

als bei der Mutter, da die Plasmaproteinbindung beim Feten geringer ist als bei der Mutter.

Lidocain tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über.

Metabolismus

Lidocain wird hauptsächlich in der Leber unter Beteiligung mehrerer CYP450-Enzyme (z.B.

CYP3A4 und CYP1A2) metabolisiert. Die Hauptmetaboliten von Lidocain sind

Monoethylglycinxylidid, Glycinexylidid, 2,6-Dimethylanilin und 4-Hydroxy-2,6-Dimethylanilin.

Monoethylglycinxylidid und Glycinexylidid sind pharmakologisch aktiv, ihre Aktivität ist jedoch

schwächer als jene der Muttersubstanz.

Elimination

Lidocain wird überwiegend renal eliminiert, wobei sich etwa 73% der applizierten Dosis als 4-

Hydroxy-2,6-Dimethylanilin-Metabolit im Urin finden. Nur 3% des Lidocains werden unverändert

über die Nieren ausgeschieden.

Die Plasma-Clearance von Lidocain nach Verabreichung einer intravenösen Bolus-Injektion beträgt

9 bis 10 ml/min/kg.

Nach intravenöser Bolus-Injektion von Lidocain betrug die Eliminationshalbwertszeit 1,5 bis 2

Stunden, jene der aktiven Metaboliten bis zu 10 Stunden. Bei längerfristiger Gabe ist eine

Akkumulation von Glycinexylidid möglich.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Pädiatrische Population: Die Eliminationshalbwertszeit bei Neugeborenen beträgt annähernd das

Doppelte (3,2 Stunden) der Eliminationszeit bei Erwachsenen.

Leberfunktionsstörungen: Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen war nach intravenöser

Verabreichung die Halbwertszeit von Lidocain etwa 3-fach erhöht.

Nierenfunktionsstörungen: Leichte bis mittelschwere Nierenfunktionsstörungen (Clcr 30 bis 60

ml/min) beeinträchtigen die Pharmakokinetik von Lidocain nicht, können jedoch die Akkumulation

des Glycinexylidid-Metaboliten verstärken. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörungen

(Clcr <30 ml/min) war die Clearance von Lidocain um ca. die Hälfte reduziert und die Halbwertszeit

in etwa verdoppelt.

Lidocain ist dialysierbar.

Präklinische Daten

Ceftriaxon

Reproduktionstoxizität

In Studien an Maus, Ratte und Affe konnten keine embryotoxischen oder teratogenen Effekte von

Ceftriaxon gefunden werden.

Lidocain (enthalten im Lösungsmittel für die i.m.-Injektion)

Mutagenität, Kanzerogenität

Lidocain zeigte in Untersuchungen zur Mutagenität kein genotoxisches Potential. Es gibt jedoch

Hinweise, dass der Metabolit 2,6-Xylidin mutagene Eigenschaften und ein tumorigenes Potenzial

(Tumoren vor allem in der Nasenhöhle) besitzt. Die Relevanz dieser Befunde für den Menschen ist

nicht klar. Lidocain sollte deshalb nicht über längere Zeit und in hohen Dosen verabreicht werden.

Reproduktionstoxizität

In einer Studie an männlichen und weiblichen Ratten erhielten diese täglich oral 30 mg/kg Lidocain

über 8 Monate. Bis zum Abstillen der Nachkommen wurden keinerlei Hinweise auf

Reproduktionstoxizität gefunden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Ceftriaxon Sandoz soll nicht mit calziumhaltigen Lösungen wie Hartmann- oder Ringerlösung

gemischt werden.

Ceftriaxon ist inkompatibel mit Amsacrin, Vancomycin, Fluconazol und Aminoglykosiden.

Ceftriaxon Sandoz darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten

Arzneimitteln gemischt werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Unter Behandlung mit Ceftriaxon Sandoz kann der Coombs-Test falsch-positiv ausfallen. Tests auf

Galaktosämie können unter Ceftriaxon Sandoz, wie bei anderen Antibiotika, ebenfalls falsch-positiv

ausfallen.

Ebenso können nichtenzymatische Methoden zur Harnzuckerbestimmung ein falsch-positives

Resultat ergeben. Deshalb ist der Harnzucker unter der Therapie mit Ceftriaxon Sandoz enzymatisch

zu bestimmen.

Ceftriaxon kann verursachen, dass bei gewissen Blutglukoseüberwachungssystemen die geschätzten

Blutzuckerwerte fälschlicherweise zu niedrig angegeben werden. Es ist die Gebrauchsanleitung des

jeweiligen Messsystems zu beachten. Gegebenenfalls sollten alternative Testmethoden angewendet

werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Rekonstituierte Lösungen behalten ihre physikalische und chemische Stabilität bis zu 24

Stunden bei Raumtemperatur (max. 25 °C) (oder bis zu 48 Stunden im Kühlschrank bei 2–8 °C).

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15–30 °C) und ausser Reichweite von Kindern

lagern.

Hinweise für die Handhabung

Die rekonstituierten Lösungen müssen unmittelbar nach der Zubereitung verwendet werden. Je nach

Konzentration zeigen die Lösungen eine Farbe zwischen blassgelb und gelbbraun. Diese Eigenschaft

des Wirkstoffs ist ohne Bedeutung für die Wirksamkeit oder Verträglichkeit des Arzneimittels.

Intramuskuläre Injektion

Zur i.m. Injektion wird Ceftriaxon Sandoz 0,25 g in 2 ml und Ceftriaxon Sandoz 1 g in 3,5 ml

einprozentiger Lidocainlösung aufgelöst und mitten in eine relativ grosse Muskelmasse injiziert. Es

empfiehlt sich, an einer Stelle nicht mehr als 1 g zu injizieren.

Die lidocainhaltige Lösung darf nie intravenös verabreicht werden (siehe «Kontraindikationen»).

Intravenöse Injektion

Zur i.v. Injektion wird Ceftriaxon Sandoz 0,5 g in 5 ml und Ceftriaxon Sandoz 1 g in 10 ml Wasser

zu Injektionszwecken gelöst und während einer Applikationsdauer von zwei bis vier Minuten

intravenös injiziert.

Intravenöse Infusion

Die Infusion sollte mindestens 30 Minuten dauern. Zur i.v. Infusion werden 2 g Ceftriaxon Sandoz in

40 ml einer der folgenden kalziumfreien Infusionslösungen aufgelöst:

Natriumchlorid 0,9%, Natriumchlorid 0,45% + Glukose 2,5%, Glukose 5%, Glukose 10%, Dextran

6% in Glukose 5%, Hydroxyethylstärke 6–10%, Wasser zu Injektionszwecken.

Wegen möglicher Inkompatibilität dürfen Lösungen mit Ceftriaxon Sandoz nicht mit Lösungen, die

andere Antibiotika enthalten, gemischt oder solchen angekoppelt werden. Sie dürfen auch nicht

anderen als den oben erwähnten Infusionslösungen beigegeben werden.

2 g Ceftriaxon und 1 g Ornidazol sind jedoch in 250 ml physiologischer Natriumchlorid- oder

Glukoselösung physikalisch und chemisch kompatibel.

Zur Rekonstitution von Ceftriaxon Sandoz-Ampullen oder zur weiteren Verdünnung einer

rekonstituierten Ampulle zur intravenösen Verabreichung dürfen keine calciumhaltigen

Lösungsmittel wie Ringer- oder Hartmann-Lösung verwendet werden, weil sich Präzipitate bilden

können. Calcium-Ceftriaxon-Präzipitate können sich auch bilden, wenn Ceftriaxon Sandoz mit

calciumhaltigen Lösungen im selben Infusionsschlauch vermischt wird. Ceftriaxon Sandoz darf nicht

gleichzeitig mit calciumhaltigen Infusionslösungen, einschliesslich calciumhaltiger Dauerinfusionen

wie z.B. im Rahmen der parenteralen Ernährung über ein Y-Verbindungsstück verabreicht werden.

Jedoch können mit Ausnahme von Neugeborenen bei anderen Patienten Ceftriaxon Sandoz und

calciumhaltige Lösungen nacheinander verabreicht werden, wenn die Infusionsschläuche zwischen

den Infusionen gründlich mit einer verträglichen Lösung gespült werden (siehe «Interaktionen» mit

anderen Medikamenten und andere Formen der Interaktion).

Entsorgen nicht verwendeter oder verfallener Arzneimittel

Die Freisetzung pharmazeutischer Präparate in die Umwelt ist auf ein Minimum zu reduzieren.

Arzneimittel sollten nicht mit dem Abwasser entsorgt werden und die Entsorgung im Haushaltsabfall

ist zu vermeiden. Nach Therapieabschluss oder Verfall sind nicht verwendete Arzneimittel in der

Originalpackung der Abgabestelle (Arzt oder Apotheker) zur fachgerechten Entsorgung zu

retournieren.

Zulassungsnummer

55682 (Swissmedic).

Packungen

i.m. Injektion: 1 Flasche mit Wirkstoff-Trockensubstanz, entsprechend 250 mg oder 1 g Ceftriaxon.

Flaschen zu 250 mg: 1. [A]

Flaschen zu 1 g: 1, 5, 50. [A]

i.v. Injektion: 1 Flasche mit Wirkstoff-Trockensubstanz, entsprechend 500 mg oder 1 g Ceftriaxon.

Flaschen zu 500 mg: 1. [A]

Flaschen zu 1 g: 1, 5, 50. [A]

i.v. Infusion: 1 Flasche mit Wirkstoff-Trockensubstanz, entsprechend 2 g Ceftriaxon.

Flaschen zu 2 g: 1, 5, 50. [A]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Stand der Information

August 2016.

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



  • Dokumente in anderen Sprachen zur Verfügung hier

30-7-2018

Hyrimoz (Sandoz GmbH)

Hyrimoz (Sandoz GmbH)

Hyrimoz (Active substance: adalimumab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5097 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4320

Europe -DG Health and Food Safety

30-7-2018

Halimatoz (Sandoz GmbH)

Halimatoz (Sandoz GmbH)

Halimatoz (Active substance: adalimumab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5098 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4866

Europe -DG Health and Food Safety

30-7-2018

Hefiya (Sandoz GmbH)

Hefiya (Sandoz GmbH)

Hefiya (Active substance: adalimumab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5099 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4865

Europe -DG Health and Food Safety

13-7-2018

Erelzi (Sandoz GmbH)

Erelzi (Sandoz GmbH)

Erelzi (Active substance: etanercept) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4712 of Fri, 13 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety

12-7-2018

Ceftriaxon-saar zur Infusion 1 g/2 g

Rote - Liste

10-7-2018

Temozolomide Sandoz (Sandoz GmbH)

Temozolomide Sandoz (Sandoz GmbH)

Temozolomide Sandoz (Active substance: temozolomide) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4480 of Tue, 10 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety

10-7-2018

Pemetrexed Sandoz (Sandoz GmbH)

Pemetrexed Sandoz (Sandoz GmbH)

Pemetrexed Sandoz (Active substance: pemetrexed) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4485 of Tue, 10 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety

23-5-2018

Zessly (Sandoz GmbH)

Zessly (Sandoz GmbH)

Zessly (Active substance: infliximab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)3215 of Wed, 23 May 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4647

Europe -DG Health and Food Safety