Calciumfolinat Sandoz 300 mg

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Calciumfolinat Sandoz 300 mg Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • acidum folinicum 300 mg ut calcii folinas, natrii chloridum, aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 30 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Calciumfolinat Sandoz 300 mg Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Antidot gegen Folsäureantagonisten

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 51075
  • Berechtigungsdatum:
  • 22-11-1994
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Calciumfolinat Sandoz® eco, Injektionslösung; Calciumfolinat Sandoz®, Kapseln

Sandoz Pharmaceuticals AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Acidum folinicum (ut Calcii folinas).

Hilfsstoffe:

Kapseln: Color. E 132, excipiens pro capsula.

Injektionslösung: Natrii chloridum, aqua ad iniectabilia ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln à 15 mg Wirkstoff.

Injektionslösung in Durchstechflaschen mit 30 mg, 50 mg, 100 mg, 200 mg, 350 mg, 500 mg, oder

1000 mg Wirkstoff in einer Konzentration von 10 mg/ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Als spezifisches Antidot des Folsäure-Antagonisten Methotrexat zur Verminderung der

hämatopoetischen Toxizität bzw. zur Aufhebung der Wirkung dieses Zytostatikums.

Bei Behandlungen mit hohen Dosen Methotrexat ist die nachfolgende Gabe von Calciumfolinat

(«Rescue») unbedingt erforderlich, da das Zytostatikum bei den entsprechenden Indikationen in

toxischen Dosen verabreicht wird.

Calciumfolinat hat sich in der Therapie des fortgeschrittenen kolorektalen Karzinoms (Stadium:

Dukes C) in der Kombination mit 5-Fluorouracil (5-FU) als wirksam erwiesen.

Dosierung/Anwendung

Calciumfolinat kann oral, intravenös als Injektion oder Infusion oder intramuskulär appliziert

werden. NICHT intrathekal verabreichen.

Bei intravenöser Applikation sollten aufgrund des Calcium Gehalts des Folinats nicht mehr als

160 mg pro Minute injiziert werden.

Der peroralen Verabreichung sollte - wenn immer möglich - der Vorzug gegeben werden, da

Folinsäure im Darm in die physiologische Speicherform übergeführt wird. Bei Patienten mit

Malabsorptionssyndromen oder anderen Störungen des Magen-Darm-Traktes (Erbrechen, Diarrhoe,

Subileus u.a.), bei denen eine sichere enterale Resorption nicht gewährleistet ist, muss der

Calciumfolinat-Schutz (Rescue) jedoch grundsätzlich parenteral durchgeführt werden.

Für die Anwendung und Dosierung werden verschiedene Schemata beschrieben, die folgenden

können daher nur als Richtlinien gelten:

Als Antidot beim Auftreten von Nebenwirkungen des Folsäureantagonisten Methotrexat.

Bei niedrigdosierter Methotrexat-Therapie (100 mg/m² Körperoberfläche)

Bei Auftreten von Methotrexat-Nebenwirkungen muss die Verabreichung sobald wie möglich

beginnen. Da die Patienten in diesen Fällen häufig unter Schleimhautulzerationen im Mund und

Magen-Darm-Trakt (Durchfälle) leiden, ist hier die parenterale Gabe empfohlen; z.B. 6−12 mg

Folinsäure intravenös injiziert, anschliessend mehrfach (mindestens 4×) die gleiche Dosis in

3−6stündigen Abständen.

Bei mittelhoch- und hochdosierter Methotrexat-Therapie

Für die Anwendung von Calciumfolinat als Antidot in der mittelhochdosierten (0,1−1 g/m²

Körperoberfläche) und in der hochdosierten (>1 g/m² Körperoberfläche) Methotrexat-Stosstherapie

ist es unerlässlich, alle im Rahmen dieser Behandlung zu beachtenden Vorsichtsmassnahmen genau

zu kennen.

Es gibt keine festen Richtlinien, von welcher Methotrexat-Dosis an eine nachfolgende Gabe von

Calciumfolinat erfolgen muss, da die Toleranz gegenüber dem Folsäure-Antagonisten von

verschiedenen Faktoren abhängt und demzufolge variiert.

Bei einer Methotrexat-Dosis von mehr als 500 mg/m² Körperoberfläche ist ein Schutz mit

Calciumfolinat allgemein üblich, bei Dosierungen von Methotrexat von 100−500 mg/m²

Körperoberfläche sollte er individuell in Betracht gezogen werden. Von verschiedenen

Dosierungsempfehlungen hat sich die nachstehende in zahlreichen Fällen bewährt. Für

unterschiedliche Empfehlungen wird auf die Fachliteratur verwiesen.

Beginn des Rescue: spätestens 24 Stunden nach Beginn der Methotrexat-Infusion.

Gebräuchliche Dosierung von Calciumfolinat: 6−15 mg/m² Körperoberfläche alle 3−6 Stunden

peroral.

Etwa 48 Stunden nach Beginn der Methotrexat-Infusion richtet sich die weitere Verabreichung von

Calciumfolinat nach dem Methotrexat-Serumspiegel. Bei einer Konzentration von über 1 μmol/l ist

mit verstärkter Toxizität zu rechnen und die Verabreichung von Calciumfolinat muss verstärkt

werden.

Dauer des Rescue: Mindestens bis zu 72 Stunden nach Beginn der Methotrexat-Infusion und bis zum

Abfall des Methotrexat-Serumspiegels auf nicht-toxische Werte (0,01−0,1 μmol/l). Diese Werte

zeigen sich bei den meisten Patienten nach 72 Stunden.

Kombination mit 5-Fluorouracil

Calciumfolinat verstärkt die Toxizität von 5-FU. Bei der Kombination dieser Substanzen in der

palliativen Therapie des fortgeschrittenen kolorektalen Karzinoms muss daher die 5-FU Dosierung

tiefer sein als üblich.

Calciumfolinat wird hier meistens intravenös appliziert. Die beiden Substanzen sollten nicht

miteinander gemischt werden, sie können als Bolus gegeben oder kontinuierlich infundiert werden.

In der Literatur werden Dosierungen von 60 mg/m²/Tag bis 500 mg/m²/Tag beschrieben. Beim

fortgeschrittenen kolorektalen Karzinom (Stadium: Dukes C) können folgende Schemata angewendet

werden:

Niedrige Calciumfolinat-Dosis

20 mg/m² Calciumfolinat als intravenöse Injektion, unmittelbar danach gefolgt von 425 mg/m²

Fluorouracil intravenös. Diese Behandlung wird täglich über 5 Tage wiederholt. Weitere

Behandlungsperioden können jeweils nach 4−5wöchigen behandlungsfreien Intervallen erfolgen.

Mittelhohe Calciumfolinat-Dosis

Calciumfolinat in einer Dosierung von 200 mg/m² als intravenöse Injektion. Unmittelbar danach

gefolgt von einer 5-Fluorouracil i.v. Injektion von 370 mg/m². Diese Behandlung wird täglich

während 5 Tagen wiederholt. Weitere Behandlungsperioden dürfen nur nach Abklingen möglicher

gastrointestinaler Beschwerden erfolgen, da bei einem hochdosierten Behandlungsschema (500

mg/m² Calciumfolinat-Bolus) über fatale gastrointestinale Symptome berichtet wurde. Eine weitere

Behandlungsperiode darf in jedem Fall frühestens nach einem behandlungsfreien Intervall von 21−28

Tagen erfolgen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder und Jugendliche

Als Antidot bei hochdosiertem Methotrexat wird Calciumfolinat wie bei Erwachsenen gemäss

Methotrexat-Spiegel dosiert.

Dosierung bei Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz kann die Ausscheidung von Methotrexat verzögert sein. In

diesem Fall muss Calciumfolinat intravenös verabreicht werden; die Dosis muss dementsprechend

erhöht (höher als für die orale Gabe empfohlen) oder die Infusionsdauer verlängert werden.

Bei akutem Nierenversagen

·Plasmaspiegel von Methotrexat ≥50 μmol/l nach 24 h, ≥5 μmol/l nach 48 h.

·Anstieg des Serumkreatinins um mehr als 100% 24 h nach Gabe von Methotrexat.

Calciumfolinat 150 mg intravenös alle 3 h bis Methotrexat–Spiegel <1 μmol/l; anschliessend

Calciumfolinat 15 mg alle 3 h bis Methotrexat-Spiegel <0,05 μmol/l

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Calciumfolinat oder einem der Hilfsstoffe.

Perniziöse Anämie und andere durch Vitamin B12-Mangel bedingte megaloblastäre Anämien.

Nicht intrathekal verabreichen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die genaue Kenntnis auf diesem speziellen Gebiet der antineoplastischen Chemotherapie und die

erforderlichen Einrichtungen für die Kontroll- und Sicherheitsmassnahmen müssen unbedingt

gegeben sein.

Besondere Vorsicht ist bei älteren Patienten geboten, da sie möglicherweise einem erhöhten

Toxizitätsrisiko unterliegen.

Der «Methotrexat-Rescue» soll nur von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden und nur, wenn die

Möglichkeit der Methotrexat-Blutspiegelbestimmung besteht. Der Serumspiegel von Methotrexat

sollte sorgfältig überwacht werden, um die optimale Dosis sowie die Behandlungsdauer von

Calciumfolinat zu bestimmen.

Der Übergang von Methotrexat in die Flüssigkeit des «dritten Kompartiments» (Aszites, Ergüsse)

sowie die Rückverteilung erfolgen langsam. Dies kann zu einer «Depot-Wirkung» führen, die durch

eine Verlängerung der Eliminationsphase die Toxizität des Produktes erhöht.

Eine entsprechende Erhöhung der Calciumfolinat-Dosis sowie eine verlängerte Behandlungsdauer

könnten deswegen angebracht sein, wobei die oral empfohlene Dosierung nicht überschritten werden

darf. Gegebenenfalls muss auf die parenterale Verabreichung ausgewichen werden.

Calciumfolinat sollte nicht an Patienten mit nicht abgeklärter Anämie gegeben werden (Gefahr der

Maskierung der perniziösen Anämie bei gleichzeitigem Fortschreiten der neurologischen

Komplikationen, eventuell bis zur funikulären Myelose).

Die Kombinationstherapie bei der Behandlung des fortgeschrittenen Kolorektalkarzinoms mit 5-

Fluorouracil darf nur von einem für die Onkologie erfahrenen Arzt durchgeführt werden.

Calciumfolinat muss vor 5-Fluorouracil gegeben werden (siehe «Dosierung/Anwendung»). Treten

Diarrhoe und/oder Stomatitis auf, sollte die Dosis von 5-FU reduziert werden.

Die beiden Arzneimittel dürfen nicht in einer Injektion/Infusion gemischt werden.

Calciumfolinat verstärkt die Toxizität von 5-FU. Bei der Kombination dieser Substanzen in der

palliativen Therapie des fortgeschrittenen kolorektalen Karzinoms muss daher die 5-FU Dosierung

tiefer sein als üblich und die Vorsichtsmassnahmen für die Dosierung von 5-FU (genetischer und

erworbener Mangel an Dihydropyrimidindehydrogenase u.a.) sind streng zu beachten. Obwohl die

toxischen Effekte mit der Kombinationstherapie qualitativ mit der 5-FU Monotherapie vergleichbar

sind, können gastrointestinale Nebenwirkungen (im speziellen Stomatitis und Durchfall) häufiger

beobachtet werden und zudem schwerer und von längerer Dauer sein.

Die Kombinationsbehandlung Calciumfolinat/5-FU darf bei Patienten, die bestehende Symptome

gastrointestinaler Toxizität aufweisen, weder fortgeführt noch eingeleitet werden bevor sie nicht

symptomfrei sind. Besonders sorgfältig sind Patienten mit Durchfall bis zu dessen Abklingen zu

begleiten, da eine rasche klinische Verschlechterung bis hin zum Tod eintreten kann. Ältere und

behinderte Patienten haben ein erhöhtes Risiko für gastrointestinal toxische Wirkungen.

Im Falle einer akzidentellen Überdosierung mit einem Folsäureantagonisten sollte die Behandlung

mit Calciumfolinat so schnell wie möglich einsetzen. Mit zunehmendem Zeitintervall zwischen den

Behandlungen nimmt die Schutzwirkung des Calciumfolinats ab.

Bei Kombination von Calciumfolinat mit 5-FU sind auch Hyperammonaemie, Myelosuppression

(teils mit fatalem Ausgang) sowie palmo-plantares Erythrodysaesthesiesyndrom wichtige Risiken

(vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

Interaktionen

Bei gleichzeitiger Therapie mit einem Folsäure-Antagonisten kann die Wirksamkeit des Folsäure-

Antagonisten entweder herabgesetzt oder vollständig aufgehoben werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Calciumfolinat mit 5-Fluorouracil werden die zytotoxischen Wirkungen

von 5-Fluorouracil verstärkt (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

In höherer Dosierung schwächt Folinsäure die Wirkung von Phenobarbital, Phenytoin und Primidon

ab, insbesondere bei Kindern kann dadurch die Häufigkeit epileptischer Anfälle zunehmen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Zur Behandlung von Schwangeren oder Stillenden mit der Kombination von Zytostatika mit

Calciumfolinat liegen keine tierexperimentellen oder kontrollierten klinischen Studien vor. Das

Präparat sollte daher in diesen Situationen nur angewendet werden, wenn dies absolut erforderlich

ist. Da bei Schwangerschaft und Stillzeit eine zytostatische Behandlung generell kontraindiziert ist,

entfällt jedoch die Prävention deren Folgen mit Calciumfolinat.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Störungen des Immunsystems:

Sehr selten (<0,01%): Allergische Reaktionen, inklusive anaphylaktoide/anaphylaktische Reaktionen

und Urtikaria.

Psychiatrische Störungen:

Selten (0,01−0,1%): Schlafstörungen, Erregung, Depression nach hohen Dosen.

Gastrointestinale Störungen:

Selten (0,01−0,1%): gastrointestinale Störungen nach hohen Dosen.

Neurologische Störungen:

Selten (0,01−0,1%): Auftreten von Anfällen (z.B. epileptische Anfälle) und Synkopen (meist bei

Kombination mit Fluoropyrimidinen wie z.B. 5-FU und vor allem bei Patienten mit ZNS-Metastasen

oder anderen vorbelastenden Faktoren; kein kausaler Zusammenhang erwiesen); siehe auch

Abschnitt «Interaktionen».

Kombinationstherapie mit 5-Fluorouracil

Bei der Kombination mit 5-Fluorouracil wird die zytotoxische Wirkung von 5-Fluorouracil verstärkt,

wodurch dessen Nebenwirkungen ebenfalls verstärkt auftreten können. Die am häufigsten

beobachteten schweren Reaktionen sind: Leukopenie (9−18%), Mucositis/Stomatitis (11−30%)

und/oder Diarrhoe (10−24%) (siehe auch Fachinformation 5-Fluorouracil). Generell hängt die

Schwere der Nebenwirkungen von der Dosis des applizierten 5-Fluorouracil ab, durch die

Verstärkung der 5-Fluorouracil-induzierten Toxizität:

Stoffwechselstörungen:

Häufigkeit unbekannt: Hyperammonämie.

Blut- und Lymphsystemstörungen:

Sehr häufig (>10%): Myelosuppression mit teils fatalem Ausgang.

Haut- und Unterhautgewebestörungen:

Häufig (1−10%): palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom.

Hochdosierte Calciumfolinat-Dosierungsschemata (über 50 mg/m²/Tag)

Gastrointestinale Störungen:

Sehr häufig (>10%): Mukositis, inklusive Stomatitis und Cheilitis sowie Pharyngitis, Oesophagitis

Proktitis und Diarrhoe. Therapieassoziierte Todesfälle sind bei der Kombination von hochdosiertem

Calciumfolinat mit 5-Fluorouracil gemeldet worden.

Überdosierung

Über die Wirkung einer akuten oder chronischen Überdosierung ist bisher nichts bekannt. Bei

Überdosierung sind keine spezifischen Massnahmen erforderlich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V03AF03

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Folinsäure (5-Formyl-Tetrahydrofolsäure) ist eine der biologisch aktiven Formen des für den

menschlichen Organismus essentiellen Nahrungsfaktors Folsäure. Sie ist an zahlreichen

grundlegenden Stoffwechselprozessen beteiligt. Hierzu zählen die Purin-Synthese, Pyrimidin-

Nukleotid-Synthese und der Aminosäurestoffwechsel, wo die Folinsäure als Coenzym an der

Übertragung von C1-Molekülbausteinen (Methyl-, Formyl-, Formiat- und Hydroxymethylreste) in

der Biosynthese von Nukleinsäuren und Methionin beteiligt ist. In hohen Dosen verhindert sie die

hämatopoetischen und retikuloendothelialen toxischen Wirkungen des Folsäureantagonisten

Methotrexat.

Calciumfolinat kompensiert den durch Methotrexat hervorgerufenen intrazellulären

Tetrahydrofolsäuremangel, da Methotrexat nur die zur Reduktion von Folsäure zu Folinsäure (und

anderen Tetrahydrofolsäurederivaten) notwendige Tetrahydrofolatreduktase, nicht aber die Wirkung

von Folinsäure hemmt.

Calciumfolinat steigert die Wirkung des Pyrimidinantagonisten 5-Fluorouracil, indem es mit 5-

Fluorouracil und der Thymidilatsynthetase einen relativ stabilen Ternärkomplex bildet und damit die

hemmende Wirkung von 5-Fluorouracil auf die Thymidilatsynthetase verlängert. Daraus resultiert

eine Verstärkung der zytotoxischen Wirkung von 5-Fluorouracil.

Pharmakokinetik

Absorption

Eine orale Dosis von 25 mg Calciumfolinat wird zu ca. 90% aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert.

Maximale Plasmaspiegel werden nach oraler Verabreichung nach durchschnittlich 100 Minuten

erreicht. Die auftretenden niedrigen Plasmaspiegel lassen auf eine rasche Aufnahme der Folinsäure

in die Zellen schliessen.

Nach oraler Verabreichung nimmt die Bioverfügbarkeit mit steigender Dosis stark ab, nämlich von

97% bei einer Dosis von 25 mg, auf 75% bei einer Dosis von 50 mg und auf 37% bei einer Dosis von

100 mg.

Nach oraler Verabreichung ist die Fläche unter der Kurve (AUC) etwa gleich gross wie nach

intravenöser Verabreichung.

Die Wirkung tritt 20−30 Minuten nach oraler und in weniger als 5 Minuten nach intravenöser

Verabreichung ein. Die Wirkdauer beträgt unabhängig von der Art der Verabreichung etwa 3−6

Stunden.

Distribution

Tetrahydrofolsäure und seine Derivate, einschliesslich 5-Methyltetrahydrofolsäure, werden in alle

Körpergewebe verteilt, jedoch vorwiegend (zu etwa 50%) in der Leber gespeichert.

Tetrahydrofolsäure passiert die Placentaschranke und tritt in die Muttermilch über. Ebenso tritt das

Folinat in den Liquorraum über, 2 Stunden nach der intravenösen Applikation entsprechen sich

Liquor- und Plasmaspiegel.

Metabolismus

Die Metabolisierung findet hauptsächlich im Darm statt, wobei ein Grossteil zu

Methyltetrahydrofolsäure reduziert wird. Im Serum ist hauptsächlich das Methylderivat der

Tetrahydrofolsäure nachweisbar.

Die metabolische Umwandlung von Folinsäure in das biologisch aktive 5-Methyltetrahydrofolat ist

nach oraler Verabreichung grösser (mehr als 90%) und rascher (innerhalb von 30 Minuten) als nach

intravenöser Verabreichung (66% nach mehr als 30 Minuten).

Elimination

Die Folinsäure und ihre Metaboliten werden vorwiegend renal (80−90%) und in den Faeces (5−18%)

ausgeschieden.

Die minimalen Mengen von 5-Formyltetrahydrofolat in den Faeces nach oraler Verabreichung

weisen auf eine nahezu vollständige Resorption hin.

Die terminale Halbwertszeit aller reduzierten Folate beträgt 6,2 Stunden nach intravenöser und 5,7

Stunden nach oraler Verabreichung.

Auf Grund der höheren Serumspiegel ist die Ausscheidung über die Niere nach intravenöser Gabe im

Vergleich zur oralen Gabe relativ höher.

Präklinische Daten

Untersuchungen nach oraler oder intravenöser Verabreichung an Mäusen und Ratten zeigten nur eine

geringe Toxizität von Calciumfolinat (>1 g/kg). Die Fachinformation des verabreichten

Zytostatikums ist zu beachten.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Calciumfolinat-Lösungen sollen nicht mit hydrogencarbonathaltigen Infusionslösungen gemischt

werden, da diese Lösungen chemisch nicht stabil sind.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Die Injektionslösung kann sich besonders nach Lichteinwirkung gelblich verfärben.

Mikrobiologische Stabilität

Die Lösung enthält kein Konservierungsmittel.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die infusionsbereite Lösung sofort nach der Zubereitung

verwendet werden. Bei nicht sofortiger Verwendung liegen die Aufbewahrungszeiten und

-bedingungen nach der Zubereitung bis zur Anwendung in der Verantwortung des Anwenders und

sollten normalerweise 24 Stunden bei 2−8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Verdünnung hat

unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden.

Chemisch-physikalische Stabilität

Für Calciumfolinat Sandoz eco bei einer Konzentration von 4 mg/ml ist die Stabilität unter

Lichteinfluss bei Raumtemperatur über 24 Stunden in 5%iger Glucoselösung geprüft.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung, vor Licht geschützt und ausser Reichweite von Kindern lagern.

Durchstechflaschen im Kühlschrank (2−8 °C) lagern.

Kapseln bei Raumtemperatur (15−25 °C) lagern.

Zulassungsnummer

51075, 51076 (Swissmedic).

Packungen

Calciumfolinat Sandoz Kapseln zu 15 mg: 20 Stück. [B]

Calciumfolinat Sandoz eco Durchstechflaschen zu 30 mg: 1× 3 ml; 5× 3 ml; 10× 3 ml. [B]

Calciumfolinat Sandoz eco Durchstechflaschen zu 50 mg: 1× 5 ml; 5× 5 ml; 10× 5 ml. [B]

Calciumfolinat Sandoz eco Durchstechflasche zu 100 mg: 1× 10 ml. [B]

Calciumfolinat Sandoz eco Durchstechflasche zu 200 mg: 1× 20 ml. [B]

Calciumfolinat Sandoz eco Durchstechflasche zu 350 mg: 1× 35 ml. [B]

Calciumfolinat Sandoz eco Durchstechflasche zu 500 mg: 1× 50 ml. [B]

Calciumfolinat Sandoz eco Durchstechflasche zu 1000 mg: 1× 100 ml. [B]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Stand der Information

April 2016.

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Hyrimoz (Sandoz GmbH)

Hyrimoz (Sandoz GmbH)

Hyrimoz (Active substance: adalimumab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5097 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4320

Europe -DG Health and Food Safety

30-7-2018

Halimatoz (Sandoz GmbH)

Halimatoz (Sandoz GmbH)

Halimatoz (Active substance: adalimumab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5098 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4866

Europe -DG Health and Food Safety

30-7-2018

Hefiya (Sandoz GmbH)

Hefiya (Sandoz GmbH)

Hefiya (Active substance: adalimumab) - Centralised - Authorisation - Commission Decision (2018)5099 of Mon, 30 Jul 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/4865

Europe -DG Health and Food Safety

13-7-2018

Erelzi (Sandoz GmbH)

Erelzi (Sandoz GmbH)

Erelzi (Active substance: etanercept) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4712 of Fri, 13 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety

13-7-2018

Ergenyl® chrono 300 mg/500 mg

Rote - Liste

10-7-2018

Temozolomide Sandoz (Sandoz GmbH)

Temozolomide Sandoz (Sandoz GmbH)

Temozolomide Sandoz (Active substance: temozolomide) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4480 of Tue, 10 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety

10-7-2018

Pemetrexed Sandoz (Sandoz GmbH)

Pemetrexed Sandoz (Sandoz GmbH)

Pemetrexed Sandoz (Active substance: pemetrexed) - Centralised - Yearly update - Commission Decision (2018)4485 of Tue, 10 Jul 2018

Europe -DG Health and Food Safety

10-7-2018

Venoruton® 300

Rote - Liste

29-6-2018

Dysport® 300 Einheiten/500 Einheiten

Rote - Liste

27-6-2018

Yondelis (Pharma Mar S.A.)

Yondelis (Pharma Mar S.A.)

Yondelis (Active substance: Trabectedin) - PSUSA - Modification - Commission Decision (2018)4096 of Wed, 27 Jun 2018 European Medicines Agency (EMA) procedure number: EMEA/H/C/PSUSA/3001/201709

Europe -DG Health and Food Safety