Bleomycin Baxter

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Bleomycin Baxter Trockensubstanz zur parenteralen Anwendung
  • Darreichungsform:
  • Trockensubstanz zur parenteralen Anwendung
  • Zusammensetzung:
  • Vorbereitung trocknen: bleomycinum 15000 U. I. für bleomycini sulfas, für Glas.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Bleomycin Baxter Trockensubstanz zur parenteralen Anwendung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Zytostatikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 35856
  • Berechtigungsdatum:
  • 10-09-1970
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Zulassungsinhaberin

Bleomycin Baxter

Zusammensetzung

Wirkstoff: Bleomycinum ut Bleomycini sulfas

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Trockensubstanz zur parenteralen Anwendung.

Durchstechflaschen zu 15'000 I.U.

1000 I.U. (Internationale Einheiten) entsprechen 1 Einheit nach USP.

Indikationen / Anwendungsmöglichkeiten

·Plattenepithel-Karzinom, besonders im Bereich von Mund, Pharynx, Nasen-Nebenhöhlen, Larynx,

Ösophagus, Bronchien, Zervix, Vagina, Penis und Haut. Gut differenzierte Tumoren reagieren besser

als anaplastische Formen

·Morbus Hodgkin, malignes Lymphom, Mycosis fungoides

·Hodenteratom

·Maligner Pleuraerguss

Dosierung / Anwendung

Bleomycin kann allein angewendet werden. In der Regel wird es jedoch in Kombination mit anderen

zytotoxischen Wirkstoffen oder einer Radiotherapie verwendet.

Bleomycin wird parenteral als intramuskuläre Injektion, intravenöse Injektion oder Infusion,

intraarterielle Injektion oder Infusion, als subkutane oder intratumorale Injektion sowie intrapleural

angewendet.

Die Injektion oder Infusion in die den Tumor versorgende Arterie scheint eine Tendenz zu höherer

Wirksamkeit zu haben als andere systemische Verabreichungswege. Die toxischen Wirkungen sind

identisch zu denjenigen bei intravenöser Injektion oder Infusion.

Die Dosierung ist individuell anzupassen.

Bleomycin sollte nur von einem qualifizierten Arzt, der Erfahrung in der Tumorbehandlung besitzt,

angewendet werden.

Übliche Dosierung

Erwachsene

Plattenepithel-Karzinome

10 – 15 x 103 I.U./m2 Körperoberfläche/Woche als intravenöse (5 – 10 Minuten) oder

intramuskuläre Injektion oder 10 – 15 x 103 I.U /m2 Körperoberfläche/Tag als intravenöse Infusion

(6 – 24 Stunden) an 4 – 7 aufeinander folgenden Tagen alle 3 – 4 Wochen.

Morbus Hodgkin, maligne Lymphome und Mycosis fungoides

5 – 10 x 103 I.U /m2 Körperoberfläche als intravenöse (5 – 10 Minuten) oder intramuskuläre

Injektion 1 – 2-mal wöchentlich.

Da bei Lymphompatienten kurz nach Verabreichung des Wirkstoffes anaphylaktische Reaktionen,

gefolgt von Fieber, auftreten können, muss die Dosis während den ersten zwei Anwendungen

niedrig, d.h. bei 1 – 2 x 103 I.U., gehalten werden.

Bei Ausbleiben von anaphylaktischen Reaktionen kann die berechnete Dosis verabreicht werden.

Hodenteratome

15 – 30 x 103 I.U./m2 Körperoberfläche als intravenöse (5 – 10 Minuten) oder intramuskuläre

Injektion 1 – 2-mal wöchentlich oder 15 – 30 x 103 I.U./m2 Körperoberfläche/Tag als intravenöse

Infusion (6 – 24 Stunden) an 5 – 6 aufeinander folgenden Tagen alle 3 – 4 Wochen in Kombination

mit anderen Zytostatika.

Maligne Pleuraergüsse

60 x 103 U.I. intrapleural als einmalige Gabe; bei Bedarf Wiederholung.

Die kumulative Dosis von Bleomycin darf 400 x 103 I.U. (entsprechend etwa 225 x 103 I.U./m2

Körperoberfläche) nur überschreiten, wenn der Lungenbefund dies erlaubt.

Bei Morbus Hodgkin und Hodenteratomen tritt eine Besserung schnell ein (innerhalb von zwei

Wochen). Eine Besserung ist unwahrscheinlich, wenn sie nicht in dieser Zeit auftritt. Plattenepithel-

Karzinome sprechen langsamer an. Es kann bis zu 3 Wochen dauern, bevor eine Besserung

beobachtet werden kann.

Die Dosierung bei subkutaner, intraarterieller und intratumoraler Verabreichung sollte der

entsprechenden Fachliteratur entnommen werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Da das Risiko einer interstitiellen Pneumonie bei älteren Patienten, bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion, und in Kombination mit Radiotherapie erhöht ist, soll Bleomycin

bei solchen Patienten mit Vorsicht angewendet werden (Siehe Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen).

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten sollte die Dosis bei 1-mal wöchentlicher Injektion entsprechend dem Alter

reduziert werden.

Alter

Kumulative Dosis

Dosis pro Woche

≥ 80 Jahre

100 x 103 I.U.

15 x 103 I.U.

70 – 79 Jahre 150 – 200 x 103 I.U.

30 x 103 I.U.

60 – 69 Jahre 200 – 300 x 103 I.U.

30 – 60 x 103 I.U.

< 60 Jahre

400 x 103 I.U.

30 – 60 x 103 I.U.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen ist nicht gezeigt.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Dosis verringert werden.

Wenn die Kreatinin-Clearance auf

-40-50 ml/min reduziert ist, sollte nur noch 40-70% der Bleomycin-Dosis;

-30-40 ml/min reduziert ist, sollte nur noch 60% der Bleomycin-Dosis;

-20-30ml/min reduziert ist, sollte nur noch 55% der Bleomycin-Dosis;

-10-20 ml/min reduziert ist, sollte nur noch 45% der Bleomycin-Dosis;

- 5-10 ml/min reduziert ist, sollte nur noch 40% der Bleomycin-Dosis;

verabreicht werden.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Es ist keine Dosisanpassung notwendig.

Kombinationstherapie

In Kombination mit Radiotherapie sollte die Bleomycin-Dosis reduziert werden. Bei Kombination

mit anderen Zytostatika kann eine Dosisreduktion erforderlich sein.

Kontraindikationen

Bleomycin ist kontraindiziert:

·bei Patienten mit einer reduzierten Lungenfunktion oder bei Kreislaufstörungen der Lunge (z.B.

Lungenembolie, Lungenfibrose),

·bei Patienten mit akuter Lungenentzündung,

·bei Patienten, die eine Überempfindlichkeit oder idiosynkratische Reaktion auf Bleomycin gezeigt

haben,

·in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Patienten sollten hinsichtlich Zeichen einer Funktionsstörung der Lungen beobachtet werden.

Häufige Röntgenuntersuchungen der Brust (vorzugshalber wöchentlich) werden empfohlen und

sollten bis zu 4 Wochen nach Ablauf der Behandlung weitergeführt werden.

Lungenreaktionen einschliesslich interstitielle Pneumonie können bei Patienten während oder nach

einer Behandlung auftreten. Falls diese nicht diagnostiziert und sofort behandelt werden, kann dieser

Zustand zu einer Lungenfibrose führen, manchmal mit tödlichem Verlauf (siehe

Kontraindikationen). Röntgenaufnahmen der Brust (z.B. Röntgen, Computertomographie) sind zu

empfehlen und sollten nach Beenden des Behandlungsintervals fortgesetzt werden.

Obwohl die pulmonale Toxizität von Bleomycin dosis- und altersabhängig ist, kann, wenn die

kumulative Dosis 400 x 103 I.U. (ungefähr 225 x 103 I.U./m2 Körperoberfläche) übersteigt, eine

pulmonale Toxizität auch unter geringeren Dosen auftreten. Dies ist vor allem der Fall bei älteren

Patienten, Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, vorbestehenden Lungenerkrankungen,

vorhergehender oder gleichzeitiger Bestrahlungstherapie im Brustbereich und bei Patienten, denen

Sauerstoff verabreicht werden muss und in Hypoxie resultiert (Fraktion von angeregten Sauerstoff ≥

30%).

Die ersten Zeichen und Symptome einer bleomycinbedingten pulmonalen Toxizität mit Bleomycin

sind feine Rasselgeräusche und Atemnot (siehe Unerwünschte Wirkungen). Wenn pulmonale

Veränderungen bemerkt werden, sollte der Arzt das Abbrechen der Behandlung in Betracht ziehen.

Das Auftreten von Gefässveränderungen in der Lunge zerstört teilweise die Elastizität der

Gefässwände.

Die Empfindlichkeit auf Bleomycin steigt im Alter an. Falls Atemnot oder Lungeninfiltrationen

auftreten, muss die Verabreichung von Bleomycin sofort gestoppt werden und die Patienten sollten

mit Kortikosteroiden und Breitspektrum-Antibiotika behandelt werden.

Aufgrund der Möglichkeit von anaphylaktischen Reaktionen bei Lymphompatienten (bei 1% dieser

Patienten berichtet) sollten diese anfänglich eine Testdosis von 1 - 2 x 103 I.U. erhalten. Die

Reaktion kann unmittelbar auftreten oder um mehrere Stunden verspätet sein und tritt normalerweise

nach der ersten oder zweiten Dosis auf. Bei Ausbleiben einer akuten Reaktion kann die berechnete

Dosis verabreicht werden.

Bleomycin kann erbgutschädigend wirken. Männer, die mit Bleomycin behandelt werden, sollten vor

Therapiebeginn über eine Spermakonservierung beraten werden und während der Behandlung und

bis zu 6 Monate danach kein Kind zeugen.

Männer wie auch Frauen im gebärfähigen Alter sollten während einer Bleomycin-Therapie sich zum

Risiko einer irreversiblen Unfruchtbarkeit beraten lassen.

Beim Auftreten von kutanen Nebenwirkungen bei AIDS-Patienten sollte die Bleomycin-Behandlung

abgebrochen und nicht wieder aufgenommen werden.

Bei Patienten mit schnell wachsenden Tumoren, kann Bleomycin ein Tumorlyse-Syndrom

induzieren. Angemessene Unterstützung der Behandlung und pharmakologische Massnahmen

können solche Komplikationen verhindern oder lindern.

Da es bei älteren Patienten häufiger vorkommt, dass die Funktion von Leber, Niere, Herz oder

anderen Organen verringert ist und Begleiterkrankungen vorliegen oder andere medikamentöse

Therapien durchgeführt werden, ist bei dieser Population eine verstärkte Überwachung auf

Toxizitäten und eventuell eine Dosisanpassung erforderlich.

Interaktionen

Vor einer geplanten gleichzeitigen oder sequenziellen Anwendung von anderen Wirkstoffen oder

Therapien, durch die sich die Wahrscheinlichkeit oder der Schweregrad toxischer Wirkungen (in

Folge pharmakodynamischer oder pharmakokinetischer Wechselwirkungen) erhöhen könnte, ist eine

sorgfältige fallspezifische Abwägung des erwarteten Nutzens gegenüber den Risiken erforderlich.

Ein erhöhtes Risiko für eine pulmonale Toxizität wurde bei der gleichzeitigen Verabreichung von

Carmustin, Mitomycin C, Cyclophosphamid und Methotrexat beschrieben.

Vorhergehende oder gleichzeitige Radiotherapie der Brust erhöht das Vorkommen und den

Schweregrad von pulmonaler Toxizität.

Bei Patienten, welche während der Operation Sauerstoff erhalten, ist die pulmonale Toxizität von

Bleomycin erhöht. Eine Reduktion der eingeatmeten Sauerstoffmenge während und nach der

Operation wird deshalb empfohlen.

Bei Patienten mit Hodenkrebs, die mit einer Kombination von Bleomycin und Vinca-Alkaloiden

behandelt wurden, wurde ein dem Morbus Raynaud entsprechendes Syndrom beschrieben. Die

Ischämie kann zu einer Nekrotisierung von peripheren Teilen des Körpers (Finger, Zehen,

Nasenspitze) führen.

Bei Patienten, die mit einer Kombinationstherapie mit Cisplatin, Vinblastin und Bleomycin

behandelt wurden, wurde eine positive Korrelation zwischen der glomerulären Filtrationsrate und der

Lungenfunktion beobachtet. Deshalb sollte Bleomycin bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung nur mit Vorsicht verwendet werden (siehe auch Dosierung/

Anwendung). Eine weitere Studie zeigte, dass eine Erhöhung der Cisplatin-Dosis mit einer

Verminderung der Kreatinin-Clearance und der Elimination von Bleomycin verbunden war.

Nach der Verabreichung von G-CSF oder GM-CSF kann die Erhöhung der Neutrophilenzahl und die

damit verbundene verstärkte Bildung von Superoxidradikalen das Risiko für Lungenschädigungen

erhöhen.

Eine verminderte Absorption auf 22% und daraus resultierende verringerte Plasmaspiegel von

Phenytoin wurden bei einer jüngeren Patientin gefunden, die mit einer Kombination von Cisplatin,

Vinblastin und Bleomycin behandelt wurde. Nach Absetzen dieses Therapieregimes stiegen die

Phenytoin-Spiegel über den therapeutischen Bereich an. Der Mechanismus dieser Interaktion ist

bisher nicht bekannt. Der Phenytoin-Spiegel muss bei gleichzeitiger Behandlung mit Bleomycin

sorgfältig kontrolliert und die Dosis gegebenenfalls angepasst werden.

Die Geschwindigkeit und das Ausmass der Absorption von oral verabreichtem β-Acetyldigoxin kann

durch die Behandlung mit Bleomycin vermindert sein.

Man kann davon ausgehen, dass durch die immunsuppressive Wirkung von Chemotherapie die

Impfantwort reduziert wird. Bei Lebendvakzinen besteht das Risiko einer Infektion durch den

Impfstoff.

Schwangerschaft / Stillzeit

Schwangerschaft

Bleomycin ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Die Behandlung mit Bleoymycin kann

erbgutschädigend wirken.

Frauen dürfen während der Behandlung mit Bleomycin nicht schwanger werden. Es wurden Fälle

von fetalem Tod berichtet. In tierexperimentellen Studien wurde eine Reproduktionstoxizität

festgestellt (siehe «Präklinische Daten»).

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach eine

zuverlässige Verhütungsmethode anwenden (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen). Tritt

während der Behandlung dennoch eine Schwangerschaft ein, so ist die Möglichkeit einer genetischen

Beratung zu nutzen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Bleomycin in die Muttermilch übertritt. Das Stillen muss vor Beginn der

Behandlung mit Bleomycin abgesetzt werden, da es schädlich für das Kind sein kann. Während der

Behandlung darf daher nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt. Die möglichen Nebenwirkungen einer Chemotherapie mit Bleomycin wie

Übelkeit oder Erbrechen können die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen jedoch

indirekt beeinflussen.

Unerwünschte Wirkungen

Wie die meisten zytotoxisch wirksamen Substanzen kann Bleomycin unmittelbare und verspätete

toxische Wirkungen zeigen. Die unmittelbarste Wirkung ist Fieber am Tage der Injektion.

Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder Brechreiz können auch auftreten.

Haut- und Schleimhautveränderungen sind die häufigsten Nebenwirkungen bei bis zu 50% der

behandelten Patienten.

Pulmonale Nebenwirkungen sind die ernsthaftesten der unter einer Bleomycin-Therapie auftretenden

unerwünschten Wirkungen. Sie treten bei ca. 10% der behandelten Patienten während oder

gelegentlich nach der Behandlung auf.

Über Schmerzen an der Einstichstelle oder in der Tumorregion wird gelegentlich berichtet. Andere

unerwünschte Wirkungen, die nicht häufig auftreten, sind Hypotonie und lokale Thrombophlebitis

nach intravenöser Verabreichung.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in der Post-Marketing-Phase berichtet.

Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen ist wie folgt angegeben: „Sehr häufig“ (≥1/10),

„häufig“ (<1/10, ≥1/100), „gelegentlich“ (<1/100, ≥1/1000), „selten“ (<1/1000, ≥1/10‘000), „sehr

selten“ (<1/10‘000).

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Sehr selten: Tumorschmerzen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Neutropenisches Fieber, Neutropenie, Leukozytopenie, thrombotische Mikroangiopathie,

Hämolytisch-Urämisches Syndrom

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

Anaphylaxie, Anaphylaktoide Reaktion, Überempfindlichkeitsreaktion:

Eine idiosynkratische Reaktion, klinisch ähnlich einer Anaphylaxie mit Hypotonie, Verwirrtheit,

Fieber, Schüttelfrost und Keuchen ist aufgetreten. Es wurde über Fälle mit tödlichem Ausgang

berichtet.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten: Tumorlyse-Syndrom, verminderter Appetit

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr selten: Konfusion

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten: Zerebraler Infarkt, Apoplexie mit tödlichem Ausgang, Schwindel

Herzerkrankungen

Sehr selten: Herzinfarkt mit tödlichem Ausgang, ein zerebrovaskuläres Ereignis, thrombotische

Mikroangiopathie, zerebrale Arteriitis, Perikarditis.

Gefässerkrankungen

Sehr selten: Arterielle Thrombose, tiefe Venenthrombose, Hypotonie, Raynaud‘s Phänomen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr häufig (2-10%): interstitielle Lungenerkrankung, organisierende Pneumonie, Pneumonitis

Häufig: Lungenfibrose mit tödlichem Ausgang, respiratorische Insuffizienz, akutes respiratorisches

Syndrom

Selten: Lungenembolie, Diffuser Alveolarschaden, Dyspnoe

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gastrointestinale Störungen wie Übelkeit oder Erbrechen werden häufig bei Behandlung mit hohen

Dosen beobachtet. Hier können Antiemetika eingesetzt werden. Appetitlosigkeit und

Gewichtsverlust sind häufig und können bis lange nach Beendigung der Behandlung anhalten. Eine

Mukositis tritt ebenfalls häufig auf.

Häufigkeit unbekannt: Durchfall

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten: Hepatitis

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig (50%): toxischer Hautausschlag, Arzneimittelexanthem, Erytheme, Erythema

Multiforme, Urtikaria, Dermatitis, Flagellanten-Dermatitis, Pruritus, Rash, Striae, Bläschenbildung,

Hyperpigmentation sowie Empfindlichkeit und Anschwellen der Fingerspitzen.

Krankhafte Verhärtungen, Ödeme, Hyperkeratose, Nagelveränderungen sowie Blasenbildung an

Druckpunkten wie Ellbogen, Alopezie, Sklerodermie und Stomatitis können auftreten.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig: Systemische Sklerose, Sklerodermie, Myalgie und Arthralgie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Fieber

Häufigkeit unbekannt: Phlebitis, Brustschmerzen, Schüttelfrost, peripheres Ödem, generalisiertes

Ödem, Unwohlsein, Schmerzen an der Injektionsstelle.

Überdosierung

Die akute Reaktion auf eine Überdosis Bleomycin würde wahrscheinlich in Senkung des Blutdrucks,

Fieber, schnellem Puls und allgemeinen Schocksymptomen zu erkennen sein. Es gibt kein

spezifisches Antidot. Notfallprozeduren sollten geeignete korrigierende und unterstützende

Massnahmen beeinhalten. Beobachtungen zeigen, dass Bleomycin mittels Dialyse kaum schneller

eliminiert wird. Die Behandlung ist rein symptomatisch. Im Falle von Atemproblemen sollte der

Patient mit Kortikosteroiden und einem Breitspektrum-Antibiotikum behandelt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L01DC01

Bleomycin ist eine Mischung aus basischen, wasserlöslichen Glykopeptiden mit zytostatischer

Wirkung. Bleomycin bindet in Form eines Eisenkomplexes an Guanin-Cytosin-reiche Regionen der

DNA (Desoxyribonukleinsäure) und verursacht über die Bildung von hochreaktiven

Sauerstoffradikalen Brüche von Einzelstrang-DNA und in geringerem Ausmass von Doppelstrang-

DNA. Dadurch wird die Zellteilung (in der G2-Phase) und das Tumorwachstum gehemmt. Zu einem

geringen Grad beeinflusst Bleomycin die RNA (Ribonukleinsäure) und die Proteinsynthese.

Als Hauptmechanismus der Bleomycin-Resistenz wurde eine metabolische Inaktivierung von

Bleomycin über intrazelluläre Hydrolasen beschrieben. Die Verteilung der Hydrolasen ist

gewebespezifisch und erklärt teilweise die Gewebeselektivität der Wirkung und Nebenwirkungen

von Bleomycin. Epithelzellen der Haut und der Lunge haben eine geringe Bleomycin-

Hydrolaseaktivität; Leber, Knochenmark und Dünndarmepithelzellen eine hohe Aktivität.

Bleomycin wirkt pyrogen.

Bleomycin wirkt nicht immunsuppressiv und nicht beziehungsweise minimal myelosuppressiv.

Pharmakokinetik

Absorption / Distribution

Bleomycin wird parenteral verabreicht. Nach intramuskulären Injektionen von 15 x 103 I.U. werden

Spitzenkonzentrationen von 1 I.U./ml in ungefähr 30 Minuten erreicht. Die Bioverfügbarkeit liegt

zwischen 75 und 100%. Die Absorption nach subkutaner Injektion erfolgt nur langsam, die

Bioverfügbarkeit ist mit einer intravenösen Gabe vergleichbar. Bei intrapleuraler Verabreichung

werden etwa 45% der Dosis systemisch aufgenommen. Nach einer intravenösen Bolusverabreichung

von 15 x 103 I.U./m2 Körperoberfläche werden Spitzenkonzentrationen von 1 – 10 I.U./ml im

Plasma erreicht. Kontinuierliche intravenöse Bleomycin-Infusionen von 30 x 103 I.U. täglich

während 4 – 5 Tagen resultieren in einer durchschnittlichen „steady-state“-Plasmakonzentration

(„trough level“) von 0,1 – 0,3 I.U./ml.

Bleomycin ist nur zu einem geringen Teil an Plasmaproteine gebunden. Bleomycin wird rasch in das

Gewebe verteilt, mit höchsten Konzentrationen in Haut, Lunge, Peritoneum und im lymphatischen

System. Niedrigere Konzentrationen finden sich im Knochenmark.

Bleomycin überwindet die Blut-Hirn-Schranke nicht.

Bleomycin scheint die Plazentabarriere zu passieren.

Das Verteilungsvolumen beträgt 0,27 ± 0,09 l/kg.

Metabolismus

Die Biotransformation ist nicht vollständig bekannt. Eine teilweise Inaktivierung erfolgt durch

enzymatischen Abbau durch die Bleomycin-Hydrolase vor allem im Plasma, der Leber und anderen

Organen, zu einem geringen Ausmass in der Haut und den Lungen.

Elimination

Die systemische Clearance ist schnell und verläuft über 2 Phasen. Wenn Bleomycin in Form einer

intravenösen Bolusinjektion von 15 x 103 I.U./m² Körperoberfläche verabreicht wird, beträgt die

initiale respektive terminale Halbwertszeit 0,5 respektive 4 Stunden. Wenn Bleomycin in Form einer

intravenösen Infusion verabreicht wird, in einer täglichen Dosierung von 30 x 103 I.U. während 4 – 5

Tagen, betragen die initiale respektive terminale Halbwertszeit 1,3 respektive 9 Stunden.

Die Elimination erfolgt hauptsächlich über den Urin. 45 – 62% der verabreichten Menge werden

unverändert mit dem Urin ausgeschieden (glomeruläre Filtration). Nach intrapleuraler Verabreichung

ist die Elimination nur langsam und die Recovery im Urin ist reduziert (auf 17% der Dosis).

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Niereninsuffizienz

Die Exkretionsrate ist stark abhängig von der Nierenfunktion. Die Plasmakonzentrationen sind bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion stark erhöht. Bei Niereninsuffizienz mit einer

Kreatinin-Clearance < 35 ml/min ist die Elimination verringert. Nach einer intravenösen

Bolusinjektion beträgt die Eliminationshalbwertszeit bei einer Kreatinin-Clearance von 20 ml/min

5,7 Stunden und bei einer Kreatinin-Clearance von 10 ml/min und darunter 21 Stunden.

Beobachtungen zeigten, dass Bleomycin mittels Dialyse kaum schneller eliminiert wird.

Leberinsuffizienz

Bei Leberinsuffizienz ist keine Änderung der Pharmakokinetik zu erwarten.

Präklinische Daten

Tierversuche haben gezeigt, dass Bleomycin teratogen und karzinogen wirken kann. Bleomycin

induzierte sowohl in vitro wie in vivo genotoxische Effekte.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Bleomycin-Lösungen sollten nicht gemischt werden mit Lösungen von anderen Medikamenten in

einer Infusionslösung oder in einer Spritze, die essentielle Aminosäuren, Aminophyllin,

Ascorbinsäure, Benzylpenicillin, Carbenicillin, Cefalotin, Cefazolin, Dexamethason, Diazepam,

Glucose, Wasserstoffperoxid, Hydrocortison-Natriumsuccinat, Methotrexat, Mitomycin, Nafcillin,

Riboflavin, Terbutalin oder Thiole (wie z.B. Glutathion) enthalten.

Haltbarkeit / Besondere Lagerungshinweise

Im Kühlschrank (2-8°C) lagern.

Bleomycin in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bleomycin darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit „Exp“ bezeichneten Datum verwendet werden.

Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Hinweis betreffend Zytostatika

Bei der Zubereitung der Bleomycin-Lösung sind die Vorschriften zur Handhabung von Zytostatika

einzuhalten: Arbeiten in speziell dafür vorgesehenem Raum, wenn möglich im Laminar-Flow,

Tragen von Schutzhandschuhen, –brille und –maske etc. Bei Haut- oder Schleimhautkontakt

gründlich mit viel Wasser spülen.

Zur Handhabung von Urin, der bis 72 Stunden nach der Verabreichung von Bleomycin

ausgeschieden wird, sollte Schutzkleidung getragen werden.

Nicht verwendete Lösungen, leere Durchstechflaschen sowie Abfallmaterial sind sachgemäss zu

entsorgen.

Art der Anwendung und Zubereitung der Lösung

Zur Herstellung der Lösung wird der gesamte Inhalt einer Durchstechflasche (15 x 103 I.U.) in der

entsprechenden Menge 0,9% NaCl-Lösung gelöst (siehe unten bei den einzelnen Applikationen).

Von dieser Lösung wird ein Anteil, der den benötigten Einheiten entspricht, entnommen.

Beispiel: Benötigte Dosis = 8,5 x 103 I.U. (5 x 103 I.U./m2 x 1,7 m2)

Der Inhalt einer Durchstechflasche (15 x 103 I.U.) wird in 5 ml 0,9% NaCl-Lösung gelöst; davon

werden so präzise wie möglich 2,83 ml (8,5 x 103 I.U.) zur Applikation entnommen.

Intramuskuläre Injektion

Den Inhalt einer Durchstechflasche Bleomycin in 1 – 5 ml 0,9% NaCl-Lösung lösen. Da wiederholte

intramuskuläre Injektionen an derselben Stelle örtliches Unbehagen verursachen können, empfiehlt

es sich, die Injektionsstelle zu wechseln. Falls nötig, kann ein Lokalanästhetikum, z.B. 1,5 – 2 ml 1%

Lidocain-Hydrochlorid, der Lösung beigefügt werden.

Intravenöse Injektion

Den Inhalt einer Durchstechflasche Bleomycin in 5 – 10 ml 0,9% NaCl-Lösung lösen und langsam,

innerhalb von 5 – 10 Minuten injizieren. Eine rasche Bolusinjektion muss vermieden werden, da es

zu einer hohen Konzentration im Lungenkreislauf führt, welche das Risiko der Lungenschädigung

erhöht.

Intravenöse Infusion

Bleomycin in 5 – 10 ml 0,9% NaCl-Lösung lösen und mit 200 – 1000 ml derselben Lösung

verdünnen. Die Infusion erfolgt über 6 – 24 Stunden.

Intraarterielle Injektion

Der Inhalt einer Durchstechflasche Bleomycin wird in 5 ml 0,9% NaCl-Lösung gelöst und über einen

Zeitraum von 5 – 10 Minuten verabreicht.

Intraarterielle Infusion

Bleomycin in 5 – 10 ml 0,9% NaCl-Lösung lösen und mit 200 – 1000 ml derselben Lösung

verdünnen. Die Infusion kann über einen Zeitraum von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen

verabreicht werden. Um eine Thrombose an der Einstichstelle zu vermeiden, kann, vor allem wenn

die Infusion über eine lange Zeit gegeben wird, Heparin verabreicht werden.

Subkutane Injektion

Der Inhalt einer Durchstechflasche Bleomycin wird in 2 ml 0,9% NaCl-Lösung gelöst und über einen

Zeitraum von 5 – 10 Minuten verabreicht. Eine intradermale Injektion ist zu vermeiden.

Intratumorale Injektion

Bleomycin in einer Konzentration von 1 – 3 x 103 I.U./ml in 0,9% NaCl-Lösung lösen und in den

Tumor sowie dessen umliegendes Gewebe injizieren. Diese Art der Verabreichung wird nur selten

angewendet.

Intrapleurale Verabreichung

Im Anschluss an eine Aspiration der Pleurahöhle wird in 100 ml 0,9% NaCl-Lösung gelöstes

Bleomycin durch die Nadel oder den Katheter instilliert, welcher für die Aspiration des malignen

Ergusses verwendet wurde. Die Nadel oder der Katheter werden daraufhin entfernt. Um eine

einheitliche Verteilung von Bleomycin innerhalb der serösen Pleurahöhle sicherzustellen, sollte die

Position des Patienten während 20 Minuten alle 5 Minuten gewechselt werden.

Die extravasale Verabreichung von Bleomycin erfordert normalerweise keine besonderen

Vorsichtsmassnahmen. In Zweifelsfällen (konzentrierte Lösung, sklerotisches Gewebe etc.) kann

eine Spülung mit 0,9% NaCl-Lösung durchgeführt werden.

Bei Rekonstitution in 5 ml 0,9% NaCl-Lösung wurde eine chemische und physikalische Stabilität für

die lichtgeschützte Lösung für 7 Tage bei Raumtemperatur (15 – 25 °C) nachgewiesen. Bleomycin

enthält kein Konservierungsmittel. Aus mikrobiologischen Gründen sollte die rekonstituierte

Bleomycin-Lösung sofort nach der Herstellung verwendet werden. Wird sie nicht sofort verwendet,

liegen die Haltbarkeit und die Aufbewahrungsbedingungen in der Verantwortung des Anwenders

und sollten in der Regel 24 Stunden bei 2 – 8 °C nicht überschreiten, es sei denn die Rekonstitution

erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.

Verdünnte Bleomycin-Lösungen sind sofort nach der Herstellung zu verwenden. Die Infusionsdauer

soll 24 Stunden nicht überschreiten.

Zulassungsnummer

35'856 (Swissmedic)

Packungen

Bleomycin Baxter 15’000 I.U.: Packungen zu 1 und 10 Durchstechflaschen [A]

Zulassungsinhaberin

Baxter AG, 8152 Opfikon

Stand der Information

Dezember 2016

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



  • Dokumente in anderen Sprachen zur Verfügung hier

9-11-2011

Danish Pharmacovigilance Update, 20 October 2011

Danish Pharmacovigilance Update, 20 October 2011

In this edition of Danish Pharmacovigilance Update, you can read about: Use of medicines involving a risk of serious and life-threatening skin reactions, the European Medicines Agency to investigate the possible connection between orlistat and rare cases of severe liver toxicity, and the EMA’s review of peritoneal dialysis solutions from Baxter A/S.

Danish Medicines Agency

18-9-2018

Isofluran Baxter

Rote - Liste

18-9-2018

Sevofluran Baxter

Rote - Liste