Beloc i.v.

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Beloc i.v. Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • metoprololi tartras (2:1) 1 mg, natrii chloridum, aqua ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Beloc i.v. Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Beta-Rezeptorenblocker

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 56191
  • Berechtigungsdatum:
  • 06-06-2003
  • Letzte Änderung:
  • 13-02-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Beloc® i.v.

AstraZeneca AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Metoprololi tartras.

Hilfsstoffe: Natrii chloridum, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lösung zur intravenösen Injektion 1 mg/ml. 1 Ampulle (5 ml) enthält 5 mg Metoprololtartrat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Herzrhythmusstörungen, insbesondere supraventrikuläre Tachyarrhythmien.

Bestätigter oder vermuteter Myokardinfarkt.

Dosierung/Anwendung

Bei der parenteralen Verabreichung von Beloc i.v. sollte der Patient durch erfahrenes Personal

überwacht werden und die entsprechende Einrichtung der Überwachung und Wiederbelebung

vorhanden sein.

Herzrhythmusstörungen

Initial bis zu 5 mg langsam i.v. (1-2 mg/min). Die Injektion kann im Abstand von je 5 Minuten

wiederholt werden, bis die gewünschte Wirkung erreicht ist. Generell genügen 10-15 mg. Eine

Dosissteigerung auf 20 mg oder mehr ergibt im Allgemeinen keine besseren Resultate.

Myokardinfarkt

Metoprolol sollte so bald wie möglich nach dem Einsetzen von akuten Myokardinfarkt-Symptomen

intravenös verabreicht werden.

Eine solche Behandlung sollte unmittelbar nach der hämodynamischen Stabilisierung des Patienten

in einer Intensivstation unter hämodynamischer Überwachung (EKG, Blutdruck, Pulsfrequenz)

begonnen werden.

Abhängig vom hämodynamischen Status des Patienten sollten drei Bolusinjektionen à 5 mg in

Abständen von 2 Minuten gegeben werden (siehe «Kontraindikationen», «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Bei Patienten, die die intravenöse Gesamtdosis (15 mg) gut vertragen, führt man die Behandlung 15

Minuten nach der letzten intravenösen Injektion mit 4× täglich 50 mg Metoprololtartrat (z.B. Beloc

COR) oder der entsprechenden Dosis eines retardierten Metoprololpräparates (z.B. Beloc ZOK)

während 48 Stunden weiter.

Die Erhaltungsdosis beträgt 2× täglich 100 mg Metoprololtartrat (morgens und abends) oder einmal

täglich die analoge Dosis eines retardierten Metoprololpräparates (z.B. Beloc ZOK).

Bei Patienten, die die intravenöse Gabe der vollen Metoprolol-Dosis von 15 mg nicht gut vertragen

haben, sollte die orale Behandlung vorsichtig und mit der halben Dosis begonnen werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Nierenfunktionsstörung

Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen nicht notwendig.

Leberfunktionsstörung

Normalerweise ist bei Patienten mit einer leichten Leberfunktionsstörung aufgrund der geringen

Plasmaproteinbindung (5-10%) von Metoprolol keine Dosisanpassung notwendig. Bei Patienten mit

einer schweren Leberfunktionsstörung (z.B. Shunt-operierte Patienten) sollte jedoch die Dosis

entsprechend angepasst werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung notwendig.

Kinder

Sicherheit und Wirksamkeit bei der Behandlung von Kindern ist nicht ausreichend dokumentiert.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Metoprolol, einem der Hilfsstoffe oder

anderen β-Rezeptor-Blockern.

Atrioventrikulärer Block 2. oder 3. Grades, dekompensierte Herzinsuffizienz (Lungenödem,

Hypoperfusion oder Hypotonie), gleichzeitige kontinuierliche oder intermittierende Therapie mit

positiv inotropen Substanzen, welche über den β-Rezeptor-Agonismus wirken, klinisch manifeste

Sinusbradykardie, Sick-Sinus-Syndrom (ausgenommen bei Patienten mit einem permanenten

Herzschrittmacher), kardiogener Schock, schwere periphere arterielle Durchblutungsstörungen,

Bronchialasthma oder Bronchospasmus in der Anamnese.

Metoprolol sollte bei vermutetem akutem Myokardinfarkt nicht angewendet werden, solange eine

Herzfrequenz <45 Schlägen/min, ein PQ-Intervall >0,24 sec oder ein systolischer Blutdruck <100

mmHg oder eine schwere Herzinsuffizienz vorliegt.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten mit einem systolischen Blutdruck unter 100 mmHg, sollte Metoprolol nur mit Vorsicht

intravenös verabreicht werden, da diese Darreichungsform einen weiteren Blutdruckabfall

verursachen kann (z.B. bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen).

Bei der Behandlung von Patienten mit vermutetem oder bestätigtem Myokardinfarkt sollte der

hämodynamische Status nach jeder der drei intravenösen Injektionen von 5 mg Metoprolol sorgfältig

überwacht werden.

Die zweite oder dritte Injektion von 5 mg Metoprolol i.v. sollte nicht verabreicht werden, wenn die

Herzfrequenz <40 Schläge/min, der systolische Blutdruck <90 mmHg und die PQ-Zeit >0.26

Sekunden ist, bei Verstärkung einer Dyspnoe oder bei kaltem Schweiss.

Patienten, die mit β-Rezeptor-Blockern behandelt werden, sollten keine intravenösen

Verabreichungen von Calciumantagonisten des Verapamil-Typs erhalten.

Metoprolol beeinflusst die Freisetzung von Insulin und den Kohlenhydratstoffwechsel in geringerem

Masse als nichtselektive Betablocker. Im Gegensatz zu nichtselektiven Betablockern werden die

Symptome einer Hypoglykämie durch Metoprolol nur teilweise verdeckt. Trotzdem ist Vorsicht

geboten.

Diabetische Patienten sind darauf hinzuweisen, dass Betablocker die bei Hypoglykämie auftretende

Tachykardie abschwächen können; andere Zeichen einer Hypoglykämie wie Schwindel oder

Schwitzen werden unter Umständen nicht wesentlich unterdrückt, Schwitzen kann sogar verstärkt

werden.

Im Allgemeinen sollten Asthmatiker, die mit Metoprolol behandelt werden, gleichzeitig eine

Therapie mit einem β2-Agonisten (Tabletten und/oder Dosieraerosol) erhalten. Die Dosierung des

β2-Agonisten muss gegebenenfalls angepasst werden.

Bei Patienten mit bestehender Herzdekompensation sollte diese vor und während der Metoprolol-

Therapie behandelt werden.

Selten kann eine bestehende AV-Überleitungsstörung mässigen Grades verstärkt werden

(möglicherweise bis zum AV-Block).

Tritt eine zunehmende Bradykardie auf, sollte Metoprolol geringer dosiert oder ausschleichend

abgesetzt werden.

Metoprolol kann periphere arterielle Durchblutungsstörungen verstärken.

Wird Metoprolol Patienten gegeben, bei denen ein Phäochromozytom bekannt ist, muss gleichzeitig

ein α-Rezeptor-Blocker verabreicht werden (siehe «Kontraindikationen»).

Bei Leberzirrhose kann die Bioverfügbarkeit von Metoprolol zunehmen, was zu höheren

Plasmakonzentrationen führt.

Eine abrupte Unterbrechung der oralen Therapie ist zu vermeiden.

Gegebenenfalls wird die Dosierung von Metoprolol schrittweise im Laufe von 14 Tagen gesenkt bis

1× 25 mg. Während dieser Zeit ist der Patient sorgfältig zu überwachen, dies gilt insbesondere für

Patienten mit ischämischen Herzkrankheiten.

Während der Absetzphase des β-Rezeptor-Blockers kann das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

(inkl. plötzlicher Herztod) erhöht sein.

Patienten, die β-Rezeptor-Blocker einnehmen, zeigen eine schwerere Verlaufsform bei

anaphylaktischem Schock.

Vor Operationen ist der Anästhesist von der Medikation mit Metoprolol in Kenntnis zu setzen. Es

wird jedoch nicht empfohlen, die Therapie mit dem β-Blocker zu unterbrechen. Die Medikation mit

β-Rezeptor-Blockern sollte während einer Operation nicht unterbrochen werden.

Patienten, die sich einer Operation unterziehen, die nicht am Herzen vorgenommen wird, sollten

keine akute Erstbehandlung mit hohen Metoprololdosen erhalten, da dies mit Bradykardie,

Hypotonie und Schlaganfall (auch mit tödlichem Ausgang) bei Patienten mit kardiovaskulären

Risikofaktoren in Verbindung gebracht wurde.

Interaktionen

Metoprolol verstärkt die Wirkung anderer antihypertensiv wirkender Medikamente. Besondere

Vorsicht ist bei erstmaliger Kombination eines β-Rezeptor-Blockers mit Prazosin geboten.

Patienten, die gleichzeitig Sympathikus hemmende Medikamente, andere β-Rezeptor-Blocker (z.B.

Augentropfen) oder MAO-Hemmer erhalten, sind zu überwachen.

Nitroglycerin kann die blutdrucksenkende Wirkung von β-Rezeptor-Blockern verstärken.

Wenn eine gleichzeitige Behandlung mit Clonidin unterbrochen werden muss, so muss die Therapie

mit dem β-Rezeptor-Blocker mehrere Tage zuvor abgesetzt werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Calciumantagonisten (Typ Verapamil, Diltiazem) können verstärkte

negativ inotrope und chronotrope Effekte auftreten. Patienten, die mit β-Rezeptor-Blockern

behandelt werden, sollten keine intravenös verabreichten Calciumantagonisten des Verapamil-Typ

erhalten.

β-Rezeptor-Blocker können die negativ inotrope und negativ dromotrope Wirkung von

Antiarrhythmika (Chinidin-Typ und Amiodaron) verstärken.

Inhalationsnarkotika verstärken bei Patienten unter β-Blocker-Therapie die kardiodepressive

Wirkung.

Digitalis Glykoside in Assoziation mit β-Rezeptor-Blockern können die atrioventrikuläre

Überleitungszeit erhöhen und eine Bradykardie induzieren.

Metoprolol ist ein Substrat des Cytochrom P450 Isoenzyms CYP2D6. Substanzen, welche als

Enzyminduktoren und Enzyminhibitoren wirken, können darum einen Einfluss auf die Plasmaspiegel

von Metoprolol haben.

Die Plasmaspiegel von Metoprolol können erhöht werden durch die gleichzeitige Verabreichung von

Substanzen die durch CYP2D6 metabolisiert werden, z.B. Antiarrhythmika (z.B. Amiodaron,

Chinidin), Antihistaminika (z.B. Diphenhydramin), H2-Rezeptor-Antagonisten (z.B. Cimetidin),

Antidepressiva (z.B. Clomipramin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer [SSRIs]),

Antipsychotika (z.B. Haloperidol) und COX-2-Hemmer (z.B. Celecoxib) und Ritonavir. Die

Wirkung von Metoprolol kann dadurch verstärkt werden. Dies muss bei der Dosierungseinstellung

von Beloc berücksichtigt werden und auf mögliche Nebenwirkungen, z.B. Auftreten einer

Bradykardie geachtet werden.

Die Plasmakonzentration von Metoprolol kann durch Rifampicin gesenkt werden. Die

blutdrucksenkende Wirkung von Beloc i.v. kann dadurch vermindert werden.

Die Plasmakonzentration von Metoprolol kann durch Alkohol erhöht werden.

Gleichzeitige Behandlung mit Indometacin oder anderen Prostaglandin-Synthesehemmern kann die

antihypertensive Wirkung von β-Rezeptor-Blockern vermindern.

Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Adrenalin oder anderen sympathomimetisch wirkenden

Substanzen führen kardioselektive β-Rezeptor-Blocker in therapeutischen Dosen zu geringeren

Blutdruckveränderungen als nicht-selektive β-Rezeptor-Blocker.

Bei der Behandlung von Diabetikern mit β-Rezeptor-Blockern muss die antidiabetische Behandlung

eventuell neu eingestellt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Metoprolol sollte nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden, es sei denn, es ist

unbedingt notwendig.

Es gibt keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.

Im Allgemeinen reduzieren β-Rezeptor-Blocker die Plazentaperfusion. Humanstudien ergaben

Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Plazentaperfusion durch Metoprolol. Dies wurde mit

Wachtumsverzögerung, intrauterinem Fruchttod, Abort und vorzeitigen Wehen in Verbindung

gebracht. Es wird daher empfohlen bei schwangeren Frauen, welche mit Metopropol behandelt

werden, eine geeignete fötomaternale Überwachung durchzuführen.

β-Rezeptor-Blocker können beim Feten, bei Neugeborenen sowie bei Kleinkindern in der

Stillperiode zu Bradykardie führen.

Tierexperimentelle Studien zeigten keine direkte oder indirekte Toxizität mit Auswirkung auf

Schwangerschaft, Embryonalentwicklung oder die Gesundheit des Feten und/oder die postnatale

Entwicklung.

Wegen der Möglichkeit des Auftretens von Nebenwirkungen, wie z.B. Bradykardie, Hypotonie und

Hypoglykämie, beim Neugeborenen soll die Therapie mit Metoprolol 48-72 Stunden vor dem

errechneten Geburtstermin beendet werden. Ist dies nicht möglich, müssen Neugeborene 48-72

Stunden nach der Entbindung sorgfältig ärztlich überwacht werden.

Stillzeit

Metoprolol sollte nicht während der Stillzeit eingenommen werden, es sei denn, es ist unbedingt

notwendig. Metoprolol geht in die Muttermilch über. Zum Zeitpunkt der Geburt sind die

Serumkonzentrationen von Mutter und Kind vergleichbar. In der Mutermilch erreicht Metoprolol in

etwa das Dreifache der bei der Mutter gemessenen Serumkonzentration. Bei einer täglichen

Einnahme von 200 mg Metoprolol werden ca. 225 Mikrogramm pro Liter Milch ausgeschieden.

Obwohl die mit der Muttermilch aufgenommene Wirkstoffmenge wahrscheinlich keine Gefahr für

das Kind darstellt, sollten Säuglinge auf Anzeichen einer Betablockade überwacht werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Daten zur Fahrtüchtigkeit und dem Bedienen von Maschinen nach i.v.-

Verabreichung von Metoprolol vor.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen von Metoprolol wurden während klinischen Studien sowie

bei der täglichen Anwendung beobachtet.

Blut- und Lymphsystem

Sehr selten: Thrombozytopenie.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Depression, herabgesetzte Aufmerksamkeit, Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit,

Alpträume.

Selten: Nervosität, Angstzustände.

Sehr selten: Persönlichkeitsveränderungen (wie z.B. Gefühlsschwankungen)

Amnesie/Gedächtnisstörung, Verwirrung, Halluzinationen.

Nervensystem

Sehr häufig: Müdigkeit.

Häufig: Erschöpfungszustände, Schwindel, Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Parästhesie, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche.

Augen

Selten: Sehstörungen, trockene und gereizte Augen, Konjunktivitis, verminderte Tränensekretion.

Sehr selten: Tinnitus.

Herz

Häufig: Bradykardie, Palpitationen.

Gelegentlich: Verschlechterung von Herzinsuffizienzsymptomen, kardiogener Schock bei Patienten

mit akutem Myokardinfarkt, AV-Block 1. Grades, Ödeme, Präkordialschmerz.

Selten: Herzinsuffizienz, Überleitungsstörungen am Herzen, Herzrhythmusstörungen, Raynaud-

Syndrom.

Gefässe

Häufig: orthostatische Störungen (sehr selten mit Synkopen), kalte Hände und Füsse.

Sehr selten: Gangrän bei Patienten mit bereits bestehenden schweren Durchblutungsstörungen.

Atmungsorgane

Häufig: Belastungsdyspnoe.

Gelegentlich: Bronchospasmus, auch bei Patienten ohne anamnestisch bekannte obstruktive

Lungenerkrankungen.

Sehr selten: Rhinitis.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Abdominalschmerzen, Diarrhöe, Obstipation.

Gelegentlich: Erbrechen.

Selten: Mundtrockenheit.

Sehr selten: Geschmacksveränderungen.

Leber und Galle

Selten: veränderte Leberfunktionswerte.

Sehr selten: Hepatitis.

Haut

Gelegentlich: Exantheme (in Form von Urtikaria, psoriasiformen und dystrophischen

Hautveränderungen), vermehrte Schweissproduktion.

Selten: Haarausfall.

Sehr selten: Photosensibilität, Verschlimmerung einer Psoriasis.

Muskelskelettsystem

Sehr selten: Arthralgie.

Reproduktionssystem

Selten: Libido- und Potenzstörungen.

Allgemeine Störungen

Gelegentlich: Gewichtszunahme.

Überdosierung

Symptome

Symptome einer Überdosierung können Hypotonie, Herzinsuffizienz, Bradykardie/Bradyarrhythmie,

kardiale Erregungsleitungsstörungen, atrioventrikulärer Block, kardiogener Schock, Herzstillstand,

Bronchospasmus, Bewusstseinsstörungen (bis hin zum Koma), Nausea, Erbrechen und Zyanose sein.

Gleichzeitige Einnahme von Alkohol, Antihypertensiva, Chinidin oder Barbituraten verstärken die

Anzeichen und Symptome.

Massnahmen

Im Falle einer Überdosierung sollen die klinisch erforderlichen Massnahmen zur Stabilisierung und

Überwachung der Vitalfunktionen des Patienten ergriffen werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C07AB02

Metoprolol, der Wirkstoff von Beloc i.v., ist ein kardioselektiver β1-Rezeptorenblocker. Er wirkt auf

die sich vorwiegend im Herzen befindlichen β1-Rezeptoren in Dosen, die niedriger sind als

diejenigen, die zur Beeinflussung der vorwiegend in den Bronchien und peripheren Gefässen

gelegenen β2-Rezeptoren erforderlich sind.

Metoprolol hat weder eine membranstabilisierende Wirkung noch eine partielle agonistische

Aktivität (intrinsic sympathomimetic activity = ISA).

Die agonistischen Effekte der Katecholamine, die zu einer Zunahme der Herzfrequenz, des

Minutenvolumens, der Kontraktionsstärke sowie des Blutdrucks führen, werden durch Metoprolol

herabgesetzt bzw. gehemmt. Bei hohen endogenen Adrenalinspiegeln beeinflusst Metoprolol den

Blutdruck in geringerem Masse als nicht-selektive β-Rezeptor-Blocker.

Im Allgemeinen sollten wegen Bluthochdruck behandelte Patienten mit gleichzeitiger obstruktiver

Atemwegserkrankung keine β-Rezeptor-Blocker erhalten. In Fällen, in denen entsprechende andere

Medikamente, z.B. Diuretika, nicht vertragen werden oder unwirksam sind, kann Metoprolol

Patienten mit obstruktiver Lungenerkrankung in Kombination mit einem β2-Agonisten verabreicht

werden. Im therapeutischen Dosierungsbereich wirkt Metoprolol der durch β2-Agonisten

verursachten Bronchodilatation weniger stark entgegen, als ein nicht-selektiver β-Blocker (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Metoprolol beeinflusst die Insulin-Freisetzung und den Kohlenhydrat-Stoffwechsel in geringerem

Masse als nicht-selektive β-Rezeptor-Blocker. Die kardiovaskuläre Reaktion bei Hypoglykämie wird

mit Metoprolol im Vergleich mit unspezifischen β-Blockern weniger beeinflusst. Trotzdem ist

Vorsicht geboten. Unter Langzeitbehandlung mit Metoprolol kann sich die Insulinempfindlichkeit

verringern.

Kurzzeit-Studien zeigen, dass Metoprolol einen leichten Anstieg der Triglyceride und eine Abnahme

der freien Fettsäuren im Blut bewirken kann. In einigen Fällen wurde ein leichtes Absinken der

HDL-Fraktion beobachtet, allerdings in geringerem Masse als bei den nicht-selektiven β-Rezeptor-

Blockern. In einer Langzeit-Studie über mehrere Jahre konnte eine signifikante Abnahme des

Cholesterinspiegels nachgewiesen werden.

Während einer Therapie mit Metoprolol bleibt die Lebensqualität unbeeinflusst oder kann unter

Umständen verbessert werden. Eine Verbesserung der Lebensqualität wurde bei Patienten nach

Myokardinfarkt beobachtet.

Bei Patienten mit leichter bis mittlerer Hypertonie wurde festgestellt, dass diese unter Metoprolol-

Behandlung ein reduziertes Risiko aufweisen, an einer kardiovaskulären Krankheit zu sterben, dies

insbesondere aufgrund der Senkung des Risikofaktors «plötzlicher kardiovaskulärer Tod».

Gleichzeitig besteht für diese Patienten ein kleineres Risiko, einen nicht-tödlichen bzw. tödlichen

Myokardinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Wirkung auf den Herzrhythmus

Bei supraventrikulären Tachykardien, bei Vorhofflimmern sowie bei ventrikulären Extrasystolen

verlangsamt Metoprolol die Pulsfrequenz und vermindert ventrikuläre Extrasystolen.

Wirkung bei Myokardinfarkt

Metoprolol führt zur Herabsetzung der Mortalität bei Patienten mit einem vermuteten oder

bestätigten Myokardinfarkt, indem das Risiko des plötzlichen Herztodes verkleinert wird. Diese

Wirkung beruht möglicherweise auf einem präventiven Effekt gegen Kammerflimmern. Dieser

antifibrillatorischen Wirkung liegt wahrscheinlich ein dualer Mechanismus zu Grunde: einerseits

wird durch eine vagale Wirkung die elektrophysiologische Stabilität des Herzens positiv beeinflusst

und andererseits werden durch einen sympathikus-induzierten, antiischämischen Effekt die

Kontraktilität und Herzfrequenz verbessert und der Blutdruck stabilisiert. Bei früher oder später

Intervention konnte eine Reduktion der Mortalität sowohl bei Hochrisikopatienten mit vorgängiger

kardiovaskulärer Erkrankung wie auch bei Patienten mit Diabetes mellitus gezeigt werden. Es konnte

auch beobachtet werden, dass unter Metoprolol-Gabe die Häufigkeit der nichttödlichen Reinfarkte

vermindert wird.

Pharmakokinetik

Absorption

Metoprolol wird nach intravenöser Verabreichung schnell verteilt (5-10 Minuten). Im Dosisbereich

von 5-20 mg stehen die Plasmaspiegel in einem linearen Verhältnis zur verabreichten Dosis.

Distribution

Die Plasmaproteinbindung von Metoprolol ist etwa 5-10%. Das Verteilungsvolumen beträgt

ungefähr 5,6 l/kg.

Metabolismus

Metoprolol unterliegt einem oxidativen Abbau in der Leber, hauptsächlich durch CYP2D6. Die 3

Hauptmetaboliten zeigen keine oder nur geringe pharmakologische Wirkungen. Metoprolol kann bei

genetisch bedingtem Debrisoquin-Polymorphismus bei langsamen Metabolisierern zu einer erhöhten

Plasmakonzentration führen.

Elimination

Die Elimination erfolgt überwiegend renal (ca. 95%).

Im Durchschnitt werden ungefähr 5% der Dosis in unveränderter Form im Urin ausgeschieden. Bei

schlechten Hydroxylierern können bis zu 30% der Dosis unverändert ausgeschieden werden.

Die durchschnittliche Eliminationshalbwertszeit von Metoprolol liegt bei 3,5 Stunden (mit

Extremwerten von 1 und 9 Stunden). Die totale Clearance beträgt etwa 1 l/min.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Ältere Personen zeigen im Vergleich zu jungen keine signifikant veränderten Plasmakonzentrationen

von Metoprolol.

Nierenfunktionsstörungen

Eine beeinträchtigte Nierenfunktion hat kaum einen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit oder die

Ausscheidungsrate von Metoprolol. Die Ausscheidung der Metaboliten ist jedoch reduziert. Eine

signifikante Anhäufung von Metaboliten wurde bei Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate

unter 5 ml/min. beobachtet. Diese Anhäufung von Metaboliten erhöht jedoch die betablockierende

Wirkung von Metoprolol nicht.

Leberfunktionsstörungen

Bei Leberzirrhose muss wegen der dann verminderten Metabolisierungsrate mit erhöhten

Plasmaspiegeln an unverändertem Metoprolol gerechnet werden.

Bei Patienten mit schwerer Leberzirrhose und einem portokavalen Shunt kann die Bioverfügbarkeit

von Metoprolol ansteigen und die Gesamtclearance vermindert sein. Patienten mit einer portokavalen

Anastomose haben eine totale Clearance von ca. 0.3 l/min und verglichen mit gesunden Probanden

bis zu sechsmal höhere AUC-Werte.

Präklinische Daten

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Metoprolol wurde keiner ausführlichen Mutagenitätsprüfung unterzogen; bisherige Untersuchungen

ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes Potenzial.

Es liegen Ergebnisse von Kanzerogenitätsstudien an Ratten und Mäusen vor, aus denen sich kein

tumorerzeugendes Potenzial ableiten lässt.

Reproduktionstoxizität

Untersuchungen an zwei Tierspezies (Ratte und Kaninchen) haben keine Hinweise auf teratogene

Eigenschaften von Metoprolol ergeben.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Dextrane (z.B. Macrodex).

Haltbarkeit

Verdünnte Lösungen von Beloc i.v. sollen innerhalb von 12 Stunden aufgebraucht werden. Nach

Anbruch sind Reste der unverdünnten Lösung zu verwerfen.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Hinweise für die Handhabung

Metoprololtartrat-Injektionslösung 1 mg/ml wird normalerweise unverdünnt angewendet. 40 ml

Injektionslösung (= 8 Ampullen Beloc i.v. à 5 ml resp. 40 mg Metoprololtartrat) können jedoch

folgenden Infusionslösungen à 1000 ml zugefügt werden: physiologische Kochsalzlösung, Mannitol

15%, Glukose 5%, Glukose 10%, Fruktose 20%, Invertzucker 10%, Ringerlösung, Ringer-Glukose-

Lösung 2,5% und Ringeracetat.

Inkompatibilitäten und Haltbarkeit siehe oben.

Zulassungsnummer

56191 (Swissmedic).

Packungen

Injektionslösung 5 mg/5 ml: 5 Ampullen à 5 ml. [B]

Zulassungsinhaberin

AstraZeneca AG, 6301 Zug.

Stand der Information

März 2015.

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