Azaimun 25 mg

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Azaimun 25 mg Tabletten
  • Darreichungsform:
  • Tabletten
  • Zusammensetzung:
  • azathioprinum 25 mg, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Azaimun 25 mg Tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Immunsuppressivum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 57059
  • Berechtigungsdatum:
  • 31-05-2006
  • Letzte Änderung:
  • 15-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Azaimun®

Dermapharm AG

Was ist Azaimun und wann wird es angewendet?

Azaimun enthält den Wirkstoff Azathioprin. Dieser hemmt Zellen in Blut und Gewebe, welche der

Körperabwehr dienen. Azaimun wird, auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin, in folgenden

Situationen verwendet:

nach Organtransplantationen, u.a. der Niere, zur Verhinderung einer Abstossung;

bei chronischer Polyarthritis und verschiedenen Krankheiten des Bindegewebes, der Haut, der

Blutzellen, der Blutgefässe oder der Leber; welche durch eine gestörte Körperabwehr verursacht

werden.

Azaimun wird zu diesem Zweck häufig mit anderen Arzneimitteln, z.B. mit Kortikosteroiden (dem

körpereigenen Cortisol verwandten Hormonen) kombiniert.

Wann darf Azaimun nicht eingenommen werden?

Azaimun darf nicht angewendet werden bei Patientinnen und Patienten mit bekannter

Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff Azathioprin, auf andere Inhaltsstoffe von Azaimun sowie auf

6-Mercaptopurin.

Wann ist bei der Einnahme von Azaimun Vorsicht geboten?

Azaimun darf grundsätzlich nur unter strenger Kontrolle Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin

eingenommen werden. Er/sie wird vor allem das Blutbild regelmässig kontrollieren.

Dies gilt besonders, wenn weitere Krankheiten wie Nieren- und/oder Lebererkrankungen, ein

angeborener Mangel am Enzym Thiopurinmethyltransferase oder eine Verminderung des Enzyms

Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase (Lesch-Nyhan-Syndrom) vorliegen, oder wenn Sie

noch andere Arzneimittel einnehmen müssen. Beispielsweise ist bei gleichzeitiger Einnahme eines

Arzneimittels, das Allopurinol enthält (zur Senkung erhöhter Harnsäure im Blut), die Dosierung von

Azaimun erheblich zu verringern. Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie Arzneimittel zur Behandlung

von entzündlichen Darmerkrankungen (Olsalazin, Mesalazin, Sulfasalazin) oder Arzneimittel, die

das Blutbild schädigen, einnehmen.

Infektionen wie Windpocken oder Gürtelrose können bei der Verabreichung von Arzneimitteln wie

Azaimun, welche Reaktionen des Immunsystems unterdrücken, einen ernsten Verlauf nehmen.

Daher sollten Sie den Kontakt mit Personen meiden, die an Windpocken oder Gürtelrose erkrankt

sind, und Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, falls Sie selber jemals eine dieser Erkrankungen

durchgemacht haben.

Sie sollten auch Ihren Arzt bzw. Ärztin informieren, wenn Sie eine Hepatitis B Infektion hatten, da

ein Risiko zur Reaktivierung der Infektion besteht.

Patientinnen und Patienten, die Arzneimittel einnehmen, welche das Immunsystem beeinträchtigen,

können ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Tumoren einschliesslich Hautkrebs tragen.

Deshalb sollten Sie sich während der Einnahme von Azaimun der Sonne nicht übermässig aussetzen.

Schützen Sie sich mit entsprechender Kleidung und Sonnencrème mit hohem Lichtschutzfaktor.

Azaimun kann wegen seiner hemmenden Wirkung auf das Immunsystem dazu führen, dass

Impfungen wirkungslos bleiben oder Impfungen mit Lebendimpfstoffen eine Infektion auslösen.

Während der Therapie mit Azaimun sollen deshalb keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen

durchgeführt werden.

Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen wie Schwindel und Übelkeit ist beim Lenken

von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.

Bei Patientinnen und Patienten, welche Azaimun zur Verhinderung der Abstossungsreaktion nach

Nierentransplantation erhalten, kann durch die wiederhergestellte Nierenfunktion auch die

Fruchtbarkeit wiedererlangt werden und es besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft.

Betreffend Schwangerschaft beachten Sie auch die Angaben in der Rubrik „Darf Azaimun während

einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?“.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden.

Darf Azaimun während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Eine Behandlung mit Azaimun sollte bei einer geplanten oder bestehenden Schwangerschaft nicht

begonnen werden. Ob jedoch eine Therapie mit Azaimun weitergeführt werden soll, wenn eine Frau

schwanger wird, oder ob die Schwangerschaft abzubrechen ist, hängt von der zu behandelnden

Krankheit ab. Der Nutzen für die Mutter muss im Gespräch mit dem behandelnden Arzt bzw. der

behandelnden Ärztin gegenüber dem möglichen Risiko für das Kind abgewogen werden. Besprechen

Sie auf jeden Fall eine geplante Schwangerschaft mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Sowohl weibliche als auch männliche Patienten im fortpflanzungsfähigen Alter sollten während der

Einnahme von Azathioprin und bis mindestens 3 Monate nach Therapieende empfängnisverhütende

Massnahmen treffen.

Ein Abbauprodukt von Azathioprin konnte in der Muttermilch nachgewiesen werden. Während der

Behandlung mit Azaimun soll nicht gestillt werden.

Wie verwenden Sie Azaimun?

Azaimun sollte streng nach Vorschrift des Arztes bzw. der Ärztin eingenommen werden. Er/sie wird

die Dosierung entsprechend der Krankheit und dem Körpergewicht individuell anpassen, dies gilt

auch für die Anwendung von Azaimun bei Kindern und Jugendlichen. Um Übelkeit zu vermeiden,

werden die Tabletten mit Flüssigkeit am besten nach einer Mahlzeit eingenommen. Die Einnahme

erfolgt im Allgemeinen einmal täglich oder zweimal täglich.

Die Tabletten müssen ganz geschluckt werden und dürfen nicht geteilt oder zerstossen werden.

Waschen Sie sich unmittelbar nach dem Berühren der Tabletten die Hände. Achten Sie darauf, dass

Sie allfällige Tablettenteilchen (z.B. bei einer Beschädigung einer Tablette) nicht einatmen und dass

diese nicht mit der Haut oder Schleimhaut (Augen!) in Kontakt kommen. Falls es dennoch zu einem

Hautkontakt kommt, waschen Sie die Stelle mit Wasser und Seife, bei Augenkontakt spülen Sie

gründlich mit Wasser.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Azaimun haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Azaimun auftreten:

allgemeines Unwohlsein, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Muskelstarre,

Muskelschmerzen, Hautausschläge, Gelenkbeschwerden, Gefässentzündungen, Nierenstörungen,

Leberstörungen, Gelbsucht, Bauchspeicheldrüsen-Entzündung, Herzrhythmusstörungen und

niedriger Blutdruck. In sehr seltenen Fällen sind schwere Hautreaktionen mit Blasenbildung

und/oder Ablösen der Haut möglich. Sollten Sie insbesondere Zeichen einer Leberstörung/Gelbsucht

(wie Gelbfärbung der Haut und des weissen Bereiches der Augen, dunkler Urin, heller Stuhl,

Abgeschlagenheit) oder deutliche Hautreaktionen beobachten, so informieren Sie unverzüglich Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin!

Es besteht ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Tumoren einschliesslich Hautkrebs und für das

Auftreten von Infektionen wie Windpocken und Gürtelrose mit ernstem Verlauf (siehe auch unter

„Wann ist bei der Einnahme von Azaimun Vorsicht geboten?“).

Nach einer Nierentransplantation kann es häufig zu gesteigertem Haarausfall kommen. Ferner kann

Azaimun das Blutbild schädigen. Sie sollten sich sofort bei Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin melden,

wenn eine Infektion, Fieber, blaue Flecken am Körper oder eine Blutung auftreten!

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie ebenfalls Ihren

Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Azaimun ist bei Raumtemperatur (15–25 °C), vor Licht geschützt in der Originalpackung und ausser

Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit „EXP" bezeichneten Datum verwendet

werden.

Bringen Sie nicht gebrauchte oder beschädigte Tabletten Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer

Ärztin oder Apothekerin zur fachgerechten Entsorgung zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Azaimun enthalten?

Azaimun Tabletten enthalten den Wirkstoff Azathioprin sowie Hilfsstoffe.

Azaimun gibt es als Tabletten zu 25 mg und zu 50 mg.

Zulassungsnummer

57059 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Azaimun? Welche Packungen sind erhältlich?

Azaimun ist in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung erhältlich.

Azaimun 25 mg: 50 Tabletten.

Azaimun 50 mg: 50 und 100 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Dermapharm AG, Hünenberg.

Diese Packungsbeilage wurde im November 2012 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.