Atropinum sulfuricum "Nycomed"

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Atropinum sulfuricum "Nycomed" 0,5 mg - Ampullen
  • Einheiten im Paket:
  • 5 Stück, Laufzeit: 36 Monate,20 x 5 Stück (Bündelpackung), Laufzeit: 36 Monate
  • Verschreibungstyp:
  • Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Atropinum sulfuricum "Nycomed" 0,5 mg - Ampullen
    Österreich
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiebereich:
  • Atropin
  • Produktbesonderheiten:
  • Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AGES
  • Zulassungsnummer:
  • 3087
  • Berechtigungsdatum:
  • 27-10-1948
  • Letzte Änderung:
  • 07-03-2018

Packungsbeilage: zusammensetzung, kinische angaben, nebenwirkungen, wechselwirkungen, dosierung, schwangerschaft, stillzeit

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Atropinum Sulfuricum „Nycomed“ 0,5 mg - Ampullen

Atropinsulfat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Atropinum sulfuricum „Nycomed“ und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von Atropinum sulfuricum „Nycomed“ beachten?

Wie ist Atropinum sulfuricum „Nycomed“ anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Atropinum sulfuricum „Nycomed“ aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

Was ist Atropinum sulfuricum „Nycomed“ und wofür wird es angewendet?

Atropinum sulfuricum „Nycomed“ ist ein Arzneimittel, das die Wirkung des Parasympathikus hemmt.

Der Parasympathikus ist ein Teil des Nervensystems, der willentlich nicht beeinflusst werden kann.

Atropinum sulfuricum „Nycomed“ wird bei folgenden Anwendungsgebieten eingesetzt:

Bei langsamer, unregelmäßiger Herztätigkeit (bradykarde Arrhythmie, zum Beispiel nach

Herzinfarkt).

Bei Vergiftungen mit Cholinesterase-hemmenden Mitteln zur Insektenbekämpfung aus den

Substanzklassen der Phosphorsäureester (zum Beispiel Parathion) und Carbamaten.

Bei Krämpfen des Magen-Darmtraktes.

Zur Vorbereitung oder Nachbehandlung bei Operationen,

bei denen der Speichelfluss oder die Schleimproduktion der unteren Atemwege

(Bronchialsekretion) vermindert sein muss,

wenn die Neigung zu Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) besteht oder

zur Behandlung von Einflüssen bestimmter Nerven (Nervus vagus) am Herzen.

Im Allgemeinen ist dies auf folgende spezielle Anwendungsgebiete beschränkt:

Zur Blockade der Reflexe des Nervus vagus, die durch den Einfluss auf innere

(viszerale) Organe hervorgerufen werden

Zur Aufhebung der (parasympathomimetischen) Wirkungen von Neostigmin, um die

Muskelerschlaffung nach Operationen aufzuheben

Vor Kehlkopfspiegelung oder dem Einführen eines Schlauches in die Luftröhre

(Laryngoskopie oder tracheale Intubation) zur Blockade der reflexartigen

Verlangsamung des Herzschlages bei folgenden Risikogruppen:

Kindern unter 1 Jahr

Kindern, die gleichzeitig bestimmte Mittel zur Muskelerschlaffung

(Succinylcholine) erhalten

Jugendlichen und Erwachsenen, die eine 2. Dosis Succinylcholine erhalten

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Patienten mit verlangsamtem Herzschlag zum Zeitpunkt einer Laryngoskopie

oder einer trachealen Intubation.

2.

Was müssen Sie vor der Anwendung von Atropinum sulfuricum „Nycomed“ beachten?

Atropinum sulfuricum „Nycomed“ darf NICHT angewendet werden,

wenn Sie überempfindlich gegen Atropinum sulfuricum (und andere Medikamente derselben

Substanzklasse [Anticholinergika]) oder einen der sonstigen Bestandteile sind,

bei Prostatavergrößerung mit Restharnbildung,

bei Darmverschluss infolge von Darmlähmung,

bei Megakolon (das ist eine Dickdarmerweiterung mit schwerer Passagestörung einhergehend mit

Verstopfung)

bei schnellem, unregelmäßigem Herzschlag (tachykarde Herzrhythmusstörungen),

bei bestimmten Herzrhythmusstörungen, wobei die Erregungsleitung zwischen den Vorhöfen und

den Herzkammern gestört ist (AV-Block 2. Grades [Mobitz Typ 2], AV-Block 3. Grades)

bei schweren Durchblutungsstörungen des Gehirns (Zerebralsklerose)

bei Engwinkelglaukom (bestimmte Form des grünen Stars)

bei Harnstauung aufgrund eines Abflusshindernisses (obstruktive Uropathie)

bei Erkrankungen mit Verengung (Obstruktion) des Magen-Darmtraktes

bei unbeständigem (instabilem) Kreislaufzustand in Verbindung mit Blutungen oder mit schwerer

Schilddrüsenüberfunktion

bei Myasthenia gravis (Goldflam-Krankheit, das ist eine krankhafte Ermüdbarkeit der

Muskulatur)

während der Geburt und bei Kaiserschnitt (siehe Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit“)

bei Schwangerschaftstoxikose (Erkrankung mit erhöhtem Blutdruck, Flüssigkeitsansammlung im

Gewebe [Ödemen] und Eiweiß im Harn [Proteinurie] während der Schwangerschaft)

wenn bei bestehenden Herz/Kreislauferkrankungen gleichzeitig mit Atropinum sulfuricum

„Nycomed“ Phenylephrin (als Augentropfen oder als Mittel gegen Erkältungskrankheiten)

angewendet wird (siehe Abschnitt „Bei Anwendung von Atropinum sulfuricum „Nycomed“ mit

anderen Arzneimitteln“)

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Atropinum sulfuricum „Nycomed“ ist erforderlich:

bei Kindern, Jugendlichen und älteren Personen, da diese eine erhöhte Empfindlichkeit gegen

Atropinum sulfuricum haben können

bei Down Syndrom (Trisomie 21 - bestimmte Art einer angeborenen Behinderung, bei der

Teile oder das gesamte 21. Chromosom dreifach vorliegen), da diese Patienten eine erhöhte

Empfindlichkeit gegen Atropinum sulfuricum haben

bei Patienten mit Herztransplantation: Bei Anwendung von Atropinum sulfuricum bei diesen

Patienten wurde ein Stillstand der Erregungsleitung des Herzen (Fälle von paradoxem

atrioventrikulärem Block und Sinusblock) beschrieben. Es müssen daher besondere

Vorsichtsmaßnahmen bei Anwendung von Atropinum sulfuricum bei diesen Patienten zur

Verfügung stehen: Elektrokardiograph sowie eine Ausrüstung, um vorübergehend eine

Gefäßprothese (temporären Bypass) setzen zu können

bei Schilddrüsenüberfunktion

bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße

bei Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (akuter myokardialer Ischämie)

bei Herzschwäche

bei schneller Herztätigkeit

bei hohem Blutdruck

bei bestimmten Nervenleiden (autonomer Neuropathie)

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bei erhöhter Temperatur oder Fieber, da durch verminderte Schweißbildung das Risiko einer

Wärmestauung (Hyperthermie) erhöht wird (siehe Abschnitt „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“)

bei Leber- oder Nierenerkrankungen

bei älteren Männern mit Restharnbildung

bei Entzündung der Speiseröhre (Reflux-Ösophagitis), da es zu einer Verminderung der

Magen-Darmbewegungen und einer Erschlaffung des Speiseröhrenschließmuskels kommen

kann

bei künstlichem Darmausgang (Ileostomie oder Kolostomie)

bei Erkrankungen mit Verengung der Atemwege, da die verminderte Schleimproduktion zur

Entwicklung von Pfropfen in den unteren Atemwegen führen kann (siehe Abschnitt „Welche

Nebenwirkungen sind möglich?“)

Obwohl Atropin nur in geringen Konzentrationen in die Muttermilch übergeht, können bei

Säuglingen Wirkungen von Atropin auftreten (siehe Abschnitt „Schwangerschaft und

Stillzeit“).

Bei Anwendung von Atropinum sulfuricum „Nycomed“ mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

beziehungsweise vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich nicht um

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Sie dürfen Atropinum sulfuricum NICHT mit Phenylephrin (Augentropfen oder Mittel gegen

Erkältungskrankheiten) kombinieren, da dies zu unkontrolliertem Blutdruckanstieg führen kann; auf

keinen Fall dann, wenn Sie an Herz-Kreislauferkrankungen leiden.

Sowohl Pramlitinid als auch Atropinum sulfuricum führen zu einer verzögerten Magenentleerung.

Wenden Sie diese Mittel deshalb nicht gleichzeitig an.

Die Wirkung folgender Arzneimittel kann bei gleichzeitiger Anwendung von Atropinum sulfuricum

verstärkt werden:

Arzneimittel gegen Heuschnupfen, Allergien oder Magenschleimhautentzündungen

(Antihistaminika)

bestimmte Beruhigungsmittel (Neuroleptika wie Phenothiazine, Butyrophenone)

bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen (trizyklische und tetrazyklische Antidepressiva)

Pethidin (ein starkes Schmerzmittel)

Methylphenidat (bestimmtes Mittel zur Anregung der Psyche)

Arzneimittel gegen Parkinsonerkrankung mit Ausnahme der Dopaminrezeptor-Agonisten

(Substanzklasse von Arzneimitteln, die ähnlich wirken wie Dopamin, ein natürlich im Gehirn

vorkommender Botenstoff)

Arzneimittel gegen unregelmäßigen Herzschlag (Antiarrhythmika wie Chinidin, Procainamid)

bestimmte Arzneimittel gegen Übelkeit (Dopamin-Antagonisten [Substanzklasse von

Arzneimitteln, die der Wirkung von Dopamin entgegenwirken] wie Metoclopramid)

krampflösende Mittel (Spasmolytika)

Arzneimittel gegen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre

pupillenerweiternde Arzneimittel (zykloplegische Mydriatika)

muskelerschlaffende Arzneimittel (Muskelrelaxantien)

bestimmte gefäßerweiternde Arzneimittel zur Blutdrucksenkung

Nitrofurantoin (antibiotisches Arzneimittel gegen Harnwegsinfektion)

Levodopa (ein bestimmtes Arzneimittel gegen Parkinsonerkrankung) und Phenothiazine (ein

bestimmtes Beruhigungsmittel) werden bei gleichzeitiger Einnahme mit Atropin vom Körper

vermindert aufgenommen.

Falls Sie solche Mittel einnehmen, teilen Sie dies bitte Ihrem behandelnden Arzt mit, da eine

entsprechende Dosisanpassung notwendig sein kann.

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Atropinum sulfuricum kann Mundtrockenheit verursachen. Die Wirkung von sublingual (unter der

Zunge) verabreichten Nitraten (Arzneimittel bei Herzerkrankungen) kann vermindert sein, da deren

Auflösung vermindert werden kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft:

Eine Anwendung bei Schwangeren und während der Stillzeit darf nur nach ausdrücklicher Anweisung

des Arztes bei strengster Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, da beim Ungeborenen eine verlangsamte

Herztätigkeit verschleiert werden kann, da Atropinum sulfuricum eine schnelle Herztätigkeit auslösen

kann.

Atropinum sulfuricum darf während der Geburt und bei Kaiserschnitt NICHT angewendet werden, da

es zu unregelmäßigem, schnellem Herzschlag bei der Mutter und beim Kind kommen kann. Es besteht

die Gefahr, dass das autonome Nervensystem des Ungeborenen beeinträchtigt wird und damit die

Anpassung des Neugeborenen nach der Geburt erschwert wird.

Bei Vergiftungen mit Parasympathikomimetika (direkten und indirekten) ist eine Behandlung mit

Atropinum sulfuricum lebensrettend, daher kann es auch in den oben angeführten Fällen mit Vorsicht

angewendet werden.

Stillzeit:

Atropin geht in die Muttermilch über. Stillen Sie daher bei Anwendung von Atropinum sulfuricum

nicht und verwerfen Sie die Muttermilch.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Atropinum sulfuricum hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Es können jedoch eine Pupillenerweiterung (Mydriasis)

verbunden mit einer Anpassungsstörung der Augenlinsen (Akkomodationslähmung / Zykloplegie) und

Lichtempfindlichkeit auftreten. Dies beeinträchtigt die Sehleistung und das Reaktionsvermögen. Dies

gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol. Wenn Sie davon betroffen sind,

vermeiden Sie das Lenken von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen.

3.

Wie ist Atropinum sulfuricum „Nycomed“ anzuwenden?

Wenden Sie Atropinum sulfuricum immer genau nach Anweisung des Arztes an. Bitte fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, werden folgende Dosierungen empfohlen, die jedoch

allgemeine Richtlinien sind – die geeignete Dosis muss sich nach dem Ansprechen des Patienten

richten.

Atropinum sulfuricum wird in unterschiedlicher Dosierung je nach Anwendungsgebiet sehr langsam

in eine Vene (i.v.) oder unter die Haut (s.c.) oder in den Muskel (i.m.) verabreicht.

Anwendungsgebiete, die das Herz betreffen

Bei langsamer, unregelmäßiger Herztätigkeit (akute Phase einer bradykarden Herzrhythmusstörung):

0,5 mg Atropinsulfat alle 3 - 5 Minuten i.v. bis zu einer Gesamtdosis von 3 mg.

Bei symptomatischer Bradykardie (langsamer Herztätigkeit) bei Kindern: 0,02 mg Atropinsulfat /kg

i.v. und i.o. (intraossär = in den Knochenmarksraum), sowie 0,03 mg Atropinsulfat endotracheal (in

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die Luftröhre). Die kleinste Dosis liegt bei 0,1 mg, die größte Einzeldosis für Kinder beträgt 0,5 mg

und für Jugendliche 1,0 mg Atropinsulfat.

Vergiftungen

Erwachsene

Bei Vergiftungen durch Phosphorsäureester (Wirkstoffe gegen Insekten [Insektizide], Milben

[Akarizide]; Putz- und Reinigungsmittel; u.v.m.): 2 - 4 mg Atropinsulfat i.m., in schweren Fällen i.v.

Da die Wirkung von Atropinsulfat nur kurz anhält, sind laufende Wiederholungen erforderlich, 2 mg

Atropinsulfat i.v. alle 5 bis 10 Minuten bis zum Verschwinden der Beschwerden beziehungsweise bis

zum Auftreten von Symptomen einer Atropin-Vergiftung (bis zu 200 mg in 24 Stunden) unter

Kontrolle der Pupillenweite und anderer typischer Reaktionen auf Cholinesteraseblocker.

Bei Vergiftungen mit bestimmten Phosphorsäureestern (zum Beispiel Parathion) kann die zusätzliche

Gabe von 250 mg Obidoxim i.v. oder i.m. angezeigt sein. Weitere Informationen wird Ihr

behandelnder Arzt der entsprechenden Fachinformation entnehmen.

Bei Vergiftungen mit Carbamaten (Wirkstoffe gegen Insekten [Insektizide], Pilze [Fungizide],

Unkraut [Herbizide], u.v.m.): 0,5 - 1 mg Atropinsulfat s.c., i.m., i.v.; Wiederholungen sind

vorsichtiger als bei irreversiblen (nicht rückgängig machbaren) Cholinesterasehemmstoffen

durchzuführen.

Kinder und Jugendliche

0,05 mg Atropinsulfat/kg Körpergewicht i.m. oder i.v.; Wiederholungen sind je nach Schwere der

Vergiftung alle 10 - 30 Minuten bis zum Verschwinden der Beschwerden durchzuführen.

Operationsvorbereitung

Erwachsene

30 - 60 Minuten vor Narkosebeginn 0,3 - 0,6 mg Atropinsulfat s.c. beziehungsweise i.m. oder die

gleiche Dosis 1 - 3 Minuten vor Narkosebeginn i.v.

Kinder und Jugendliche

Die gleiche Art der Verabreichung wie bei Erwachsenen in folgender Dosierung:

Bis zu 3 kg Körpergewicht: 0,1 mg Atropinsulfat

7 - 9 kg Körpergewicht: 0,2 mg Atropinsulfat

12 - 16 kg Körpergewicht: 0,3 mg Atropinsulfat

Mehr als 20 kg Körpergewicht: Dosierung wie Erwachsene

Bei langsamer Herztätigkeit (Bradykardie) während einer Operation: 0,3 - 0,6 mg Atropinsulfat i.v.

Zur Ausschaltung der muskarinischen Wirkungen von Acetylcholinesterasehemmern (wie zum

Beispiel Verlangsamung der Herzfrequenz), die zur Hemmung der Wirkungen von nicht

depolariserenden Muskelrelaxantien (Arzneimittel zur Erschlaffung der Muskulatur) angewendet

werden: 0,6 - 1,2 mg Atropinsulfat i.v.

Bei Neugeborenen, Kleinkindern und Kindern: 0,02 mg Atropinsulfat/kg Körpergewicht bis zu einer

maximalen Dosis von 0,6 mg i.v.

Spasmen (Krämpfe) des Magen-Darmtraktes

Gebräuchliche Einzeldosis: 0,4 - 0,6 mg Atropinsulfat; höchste Tagesdosis: 3 mg s.c. oder i.v.

Wenn Sie eine größere Menge von Atropinum sulfuricum „Nycomed“ erhalten haben sollten,

setzen Sie sich bitte umgehend mit Ihrem Arzt in Verbindung.

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Allgemeine Anzeichen einer Überdosierung oder Vergiftung sind:

Unscharfes Sehen und Lichtempfindlichkeit infolge von Pupillenerweiterung und Anpassungslähmung

der Augenlinsen, Mundtrockenheit, Durstgefühl, Schluckbeschwerden, Schwindel, Übelkeit,

Erbrechen, Atemnot, scharlachrote heiße trockene Haut, erhöhte Körpertemperatur, Herzklopfen,

schnelle Herztätigkeit, erhöhter Blutdruck, Darmlähmung (Ileus), Harndrang mit gleichzeitig

erschwertem Harnlassen (Blasenatonie).

Eine erhöhte Körpertemperatur durch Hemmung der Schweißbildung und zentrale Störung der

Wärmeregulation kann bei Säuglingen und Kleinkindern schon bei therapeutischen Dosen auftreten.

Anzeichen einer Überdosierung des Zentralnervensystems sind:

Bewegungsunruhe, Erregungszustände, Krämpfe, Orientierungslosigkeit, Halluzinationen und

psychische Störungen (Psychosen), ähnlich dem Bild einer Schizophrenie (bestimmte psychische

Störung) beziehungsweise eines Alkoholdeliriums. Die zentrale Erregung geht über in Schläfrigkeit,

Koma, Atemlähmung und Tod.

Seltene Anzeichen sind:

Lebensbedrohliche unregelmäßige Herztätigkeit (Dysrhythmien einschließlich langsame

Herztätigkeit), kardiogener Schock durch plötzliche Verminderung der Herzleistung, Herz-Kreislauf-

Stillstand.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Atropinum sulfuricum „Nycomed“ Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig: betrifft mehr als 1 Behandelten von 10

Häufig: betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich: betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1 000

Selten: betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10 000

Sehr selten: betrifft weniger als 1 Behandelten von 10 000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Bei Patienten, die mit Atropinum sulfuricum behandelt wurden, wurden folgende Nebenwirkungen

beschrieben:

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: akute allergische Allgemeinreaktionen mit Blutdruckabfall und/oder Atemnot und/oder

rascher Schwellung von Haut und Schleimhaut (anaphylaktische Reaktionen)

Nicht bekannt: allergische Bindehautentzündung, Hautentzündung im Augenbereich, Juckreiz,

Hautrötung, Hautausschlag, Nesselsucht

Psychiatrische Erkrankungen

Selten: psychische Störung

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Verwirrtheit, Halluzinationen (Sinneswahrnehmungen ohne Reizgrundlage),

Erregungszustände, Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses, Sprachstörungen

Selten: Krämpfe, Dämpfung

Nicht bekannt: Schwindel, Gangunsicherheit, Unruhe, Delirium, tiefe Bewusstlosigkeit

Augenerkrankungen

Sehr häufig: Sehstörungen wie Pupillenerweiterung (Mydriasis), Anpassungslähmung der Augenlinse

(Zykloplegie = Akkommodationslähmung), Doppeltsehen, Lichtempfindlichkeit

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Nicht bekannt: Zunahme des Augeninnendrucks, anfallartige Erhöhung des Augeninnendrucks

(Glaukomanfall)

Herzerkrankungen

Häufig: unregelmäßige Herztätigkeit (supraventrikuläre und ventrikuläre Arrhythmien,

atrioventrikuläre Dissoziation, AV-Rhythmus), schnelle Herztätigkeit, vorübergehende

Verschlechterung einer langsamen Herztätigkeit

Sehr selten: Vorhofflimmern, Kammerflimmern, Schmerzen im Brustraum, die in die Umgebung

ausstrahlen können, sehr hoher Blutdruck – Notfall (hypertensive Krise), Herzklopfen

Unbekannt: Stillstand der Erregungsleitung (paradoxer atrioventrikulärer Block), vor allem nach

Herztransplantationen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mittelfells

Sehr häufig: verminderte Schleimabsonderung, die zur Entwicklung von Pfropfen in den unteren

Atemwegen führen kann.

Erkrankungen des Magen-Darmtrakts

Sehr häufig: Mundtrockenheit verbunden mit Schwierigkeiten beim Schlucken und Sprechen, Durst,

Verstopfung und Rückfluss von Mageninhalt in den Mund (Regurgitation) bedingt durch

Verminderung der Spannung und der Beweglichkeit des Magen-Darmtrakts

Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen hinter dem Brustbein bedingt durch Rückfluss von

Mageninhalt in die Speiseröhre (gastroösophagealen Reflux)

Nicht bekannt: Entzündung der Ohrspeicheldrüse als Folge einer Hemmung der Speichelabsonderung

bei länger andauernder Behandlung

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Hautrötung mit Hitzegefühl (Flush), trockene Haut (verursacht durch verminderte

Schweißbildung)

Häufig: erhöhte Temperatur (verursacht durch verminderte Schweißbildung)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr häufig: Schwierigkeiten beim Harnlassen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Fieber, Durst

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Österreich

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Atropinum sulfuricum „Nycomed“ aufzubewahren?

Nicht über 25°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

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Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen Atropinum sulfuricum „Nycomed“ nach dem auf der Ampulle nach „Verw. bis:“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des Monats.

Sie dürfen Atropinum sulfuricum „Nycomed“ nicht verwenden, wenn Sie folgendes bemerken: Eine

Verfärbung oder Trübung der Injektionslösung.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden.

Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen.

Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.

6.

Weitere Informationen

Was Atropinum sulfuricum „Nycomed“ enthält:

1 Ampulle zu 1 ml enthält 0,5 mg Atropinsulfat, Wasser für Injektionszwecke, Salzsäure zur

Einstellung des pH-Wertes.

Wie Atropinum sulfuricum „Nycomed“ aussieht und Inhalt der Packung

Es handelt sich um Brechampullen (sogenannte OPC [one-point-cut]-Ampullen) mit klarer, farbloser

Lösung zur Injektion.

Packungen zu 5 Ampullen und 20 x 5 Ampullen (Bündelpackung).

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Takeda Austria GmbH

St.-Peter-Straße 25

4020 Linz

Z.Nr.: 3.087

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt im August 2018

DIE FOLGENDEN INFORMATIONEN SIND NUR FÜR ÄRZTLICHES

BEZIEHUNGSWEISE MEDIZINISCHES FACHPERSONAL BESTIMMT:

Sonstige Hinweise zur Handhabung

Brechampulle

Anfeilen nicht erforderlich

Handhabung der OPC (one-point-cut)-Ampullen

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Farbiger Punkt nach oben!

Farbiger Punkt nach oben!

Im Ampullenspieß befindliche

Ampullenspieß nach unten

Lösung durch Klopfen oder

abbrechen.

Schütteln nach unten fließen

lassen.

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Neben Allgemeinmaßnahmen wie physikalische Maßnahmen bei Hyperthermie müssen unter

intensivmedizinischen Bedingungen die Vitalparameter überwacht und ggf. korrigiert werden.

Erwachsene erhalten als Antidot 1 bis 2 mg Physostigmin langsam (über 2 min) intravenös injiziert

(ggf. Wiederholung in stündlichem Abstand). Bei Krämpfen werden 10 bis 20 mg Diazepam

intravenös verabreicht.

Kinder erhalten als Antidot 0,5mg Physostigmin langsam (über 5 min) intravenös injiziert (ggf.

Wiederholung in stündlichem Abstand). Bei Krämpfen werden initial 1 bis 2 mg Diazepam intravenös

verabreicht.