Atorvastatin PUREN 30 mg Filmtabletten

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Atorvastatin PUREN 30 mg Filmtabletten
  • Darreichungsform:
  • Filmtablette
  • Zusammensetzung:
  • Atorvastatin-Hemicalcium 1.5 H<2>O 32.472mg
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Atorvastatin PUREN 30 mg Filmtabletten
    Deutschland
  • Sprache:
  • Deutsch

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • BfArM - Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
  • Zulassungsnummer:
  • 97801.00.00
  • Letzte Änderung:
  • 22-11-2018

Packungsbeilage: zusammensetzung, kinische angaben, nebenwirkungen, wechselwirkungen, dosierung, schwangerschaft, stillzeit

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Atorvastatin PUREN 30 mg Filmtabletten

Atorvastatin PUREN 60 mg Filmtabletten

Atorvastatin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Atorvastatin PUREN und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Atorvastatin PUREN beachten?

3. Wie ist Atorvastatin PUREN einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Atorvastatin PUREN aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Atorvastatin PUREN und wofür wird es angewendet?

Atorvastatin PUREN gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Statine bezeichnet werden

und die Blutfette (Lipide) regulieren.

Atorvastatin PUREN wird angewendet, um die Blutfette, die als Cholesterin oder Triglyzeride

bezeichnet werden, zu verringern, falls eine fettarme Ernährung und eine Umstellung des

Lebensstils allein nicht ausreichen. Wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten haben, kann

Atorvastatin PUREN auch zur Verringerung dieses Risikos bei normalen Cholesterinwerten

angewendet werden. Während der Behandlung sollten Sie die übliche cholesterinbewusste

Ernährung fortführen.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Atorvastatin PUREN beachten?

Atorvastatin PUREN darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Atorvastatin, ähnliche Arzneimittel zur Senkung

der Blutfette, Erdnüsse, Soja oder einen sonstigen Bestandteil dieses Arzneimittels sind (siehe

Abschnitt 6.).

wenn Sie eine Lebererkrankung haben oder hatten.

wenn bei Ihnen im Leberfunktionstest ohne klare Ursache Veränderungen der Leberwerte

aufgetreten sind.

wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, und keine zuverlässige

Schwangerschaftsverhütung betreiben.

wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten.

wenn Sie stillen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Atorvastatin PUREN einnehmen.

Im Folgenden werden Gründe genannt, aus denen Atorvastatin PUREN für Sie nicht geeignet sein

könnte:

wenn Sie bereits einmal einen Schlaganfall mit Einblutungen ins Gehirn erlitten haben, oder

wenn von früheren Schlaganfällen kleine Flüssigkeitseinschlüsse im Gehirn zurückgeblieben

sind,

wenn Sie Probleme mit den Nieren haben,

wenn Sie an einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden,

wenn Sie wiederholte oder unklare Muskelbeschwerden oder -schmerzen hatten oder bei

Ihnen oder bei nahen Verwandten Muskelerkrankungen aufgetreten sind,

wenn bei Ihnen in der Vergangenheit Muskelerkrankungen im Zusammenhang mit der

Anwendung anderer blutfettsenkender Arzneimittel (z. B. anderer Statine oder Fibrate)

aufgetreten sind,

wenn Sie regelmäßig große Mengen Alkohol trinken,

wenn Sie eine Lebererkrankung in Ihrer Vorgeschichte haben,

wenn Sie älter als 70 Jahre sind.

Sprechen Sie vor der Behandlung mit Atorvastatin PUREN mit Ihrem Arzt oder Apotheker,

wenn Sie an schwerer Atemnot leiden.

Wenn einer dieser Gründe bei Ihnen zutrifft, wird Ihr Arzt vor und möglicherweise auch während

Ihrer Behandlung mit Atorvastatin PUREN eine Blutuntersuchung durchführen, um Ihr Risiko für

Nebenwirkungen an der Muskulatur abschätzen zu können. Es ist bekannt, dass das Risiko für

Nebenwirkungen an der Muskulatur (z. B. für Rhabdomyolyse) ansteigt, wenn bestimmte

Arzneimittel gleichzeitig angewendet werden (siehe Abschnitt 2. „Einnahme von Atorvastatin

PUREN zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt oder Apotheker, wenn bei Ihnen anhaltende Muskelschwäche

auftritt. Zur Diagnose und Behandlung dieses Zustands sind möglicherweise weitere

Untersuchungen und Arzneimittel notwendig.

Während der Behandlung mit diesem Arzneimittel wird Ihr Arzt Sie engmaschig darauf

überwachen, ob Sie an Diabetes leiden oder ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für Diabetes

aufweisen. Die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, ist groß, wenn Ihre Blutzucker- und

Blutfettspiegel hoch sind, wenn Sie Übergewicht haben und wenn Ihr Blutdruck erhöht ist.

Einnahme von Atorvastatin PUREN zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Manche Arzneimittel verändern die Wirkung von Atorvastatin PUREN, oder ihre eigene Wirkung

wird durch Atorvastatin PUREN verändert. Derartige Wechselwirkungen können dazu führen, dass

die Wirksamkeit eines oder beider Arzneimittel nachlässt. Genauso können sie dazu führen, dass

das Risiko oder die Schwere von Nebenwirkungen einschließlich eines schweren Muskelschwunds,

der als Rhabdomyolyse in Abschnitt 4. beschrieben wird, erhöht ist:

Arzneimittel, die Ihr körpereigenes Abwehrsystem beeinflussen (z. B. Ciclosporin)

Bestimmte Antibiotika oder Arzneimittel gegen Pilzinfektionen (z. B. Erythromycin,

Clarithromycin, Telithromycin, Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, Fluconazol,

Posaconazol, Rifampicin, Fusidinsäure)

Andere Arzneimittel zur Regulierung der Blutfettwerte (z. B. Gemfibrozil, andere Fibrate,

Colestipol)

Einige Kalziumantagonisten gegen Angina pectoris oder hohen Blutdruck (z. B. Amlodipin,

Diltiazem); Arzneimittel, die Ihren Herzschlag regulieren (z. B. Digoxin, Verapamil,

Amiodaron)

Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen (z. B. Ritonavir, Lopinavir, Atazanavir,

Indinavir, Darunavir, die Kombination Tipranavir/Ritonavir usw.)

Manche Arzneimittel zur Behandlung der Hepatitis C (z. B. Telaprevir)

Weitere Arzneimittel mit bekannten Wechselwirkungen mit Atorvastatin PUREN sind u. a.

Ezetimib (zur Cholesterinsenkung), Warfarin (zur Verhinderung von Blutgerinnseln), orale

Kontrazeptiva (die „Pille“), Stiripentol (zur Verhinderung von Krampfanfällen bei Epilepsie),

Cimetidin (bei Sodbrennen und Magengeschwüren), Phenazon (ein Schmerzmittel), Colchicin

(zur Gicht-Behandlung) und Antazida (aluminium- oder magnesiumhaltige Arzneimittel gegen

Magenverstimmung)

Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel: Johanniskraut

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Einnahme von Atorvastatin PUREN zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Wie Atorvastatin PUREN einzunehmen ist, wird in Abschnitt 3. beschrieben. Bitte berücksichtigen

Sie außerdem die folgenden Hinweise:

Grapefruitsaft

Trinken Sie nie mehr als ein oder zwei kleine Gläser Grapefruitsaft am Tag, da große Mengen an

Grapefruitsaft die Wirkungen von Atorvastatin PUREN verändern können.

Alkohol

Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum, während Sie dieses Arzneimittel einnehmen.

Näheres siehe Abschnitt 2. “Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen”

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Sie dürfen Atorvastatin PUREN nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder schwanger

werden möchten.

Sie dürfen Atorvastatin PUREN nicht einnehmen, wenn Sie im gebärfähigen Alter sind, es sei

denn, Sie wenden zuverlässige Maßnahmen zur Schwangerschaftsverhütung an.

Sie dürfen Atorvastatin PUREN nicht einnehmen, wenn Sie stillen.

Die Sicherheit von Atorvastatin während Schwangerschaft und Stillzeit wurde bisher nicht

nachgewiesen.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Normalerweise beeinflusst dieses Arzneimittel Ihre Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen nicht. Sie dürfen jedoch nicht Auto fahren, wenn dieses Arzneimittel Ihre

Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt. Auch dürfen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen,

wenn Ihre Fähigkeit, diese zu benutzen, beeinträchtigt ist.

Atorvastatin PUREN enthält Lactose-Monohydrat und entölte Phospholipide aus

Sojabohnen

Bitte nehmen Sie Atorvastatin PUREN erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Dieses Arzneimittel enthält entölte Phospholipide aus Sojabohnen. Sie dürfen dieses Arzneimittel

nicht einnehmen, wenn Sie allergisch gegen Erdnüsse oder Soja sind.

3. Wie ist Atorvastatin PUREN einzunehmen?

Ihr Arzt wird Sie vor Behandlungsbeginn auf eine cholesterinarme Ernährung umstellen, die Sie

auch während der Behandlung mit Atorvastatin PUREN beibehalten sollen.

Die übliche Anfangsdosierung von Atorvastatin PUREN beträgt 10 mg einmal täglich bei

Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren. Diese kann bei Bedarf von Ihrem Arzt erhöht werden, bis

Sie die Dosis erhalten, die Sie benötigen. Ihr Arzt wird die Dosierung in Zeitabständen von 4

Wochen oder mehr anpassen. Die Höchstdosis von Atorvastatin PUREN beträgt 80 mg einmal

täglich für Erwachsene und 20 mg einmal täglich für Kinder.

Nehmen Sie die Atorvastatin- PUREN- Tabletten unzerkaut mit einem Glas Wasser ein. Die

Einnahme kann zu jeder Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Sie sollten aber versuchen, Ihre Tablette jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Dauer der Behandlung mit Atorvastatin PUREN wird von Ihrem Arzt bestimmt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von

Atorvastatin PUREN zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Atorvastatin PUREN eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich zu viele Atorvastatin- PUREN -Tabletten (mehr als Ihre übliche

Tagesdosis) eingenommen haben, fragen Sie bei Ihrem Arzt oder dem nächstgelegenen

Krankenhaus um Rat.

Wenn Sie die Einnahme von Atorvastatin PUREN vergessen haben

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, nehmen Sie einfach zum üblichen Zeitpunkt die nächste

Dosis ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben.

Wenn Sie die Einnahme von Atorvastatin PUREN abbrechen

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben oder die Einnahme von

Atorvastatin PUREN abbrechen wollen, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Wenn bei Ihnen eine der folgenden schweren Nebenwirkungen auftritt, brechen Sie die

Tabletteneinnahme ab und informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder suchen Sie die

nächstgelegene Krankenhaus-Notfallaufnahme auf.

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Schwerwiegende allergische Reaktionen mit Schwellungen im Bereich des Gesichtes, der

Zunge und des Rachens, die zu schweren Atemproblemen führen können.

Ernste Erkrankungen mit Erscheinungen wie z. B. schwere Hautablösung und Schwellung der

Haut, Blasenbildung auf der Haut, im Mund, im Genitalbereich und um die Augen und Fieber.

Fleckiger, roter Hautausschlag speziell auf den Handflächen und Fußsohlen, möglicherweise

mit Blasenbildung.

Muskelschwäche, Empfindlichkeit oder Schmerzen in der Muskulatur, besonders, wenn dies

mit Unwohlsein oder erhöhter Temperatur verbunden ist, kann durch einen krankhaften

Muskelschwund verursacht werden, der lebensbedrohlich sein und zu Nierenproblemen führen

kann

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Wenn Sie Probleme mit unerwarteten oder ungewöhnlichen Blutungen oder Blutergüssen

haben, kann dies auf Leberschäden hinweisen. Dann müssen Sie so schnell wie möglich Ihren

Arzt aufsuchen.

Weitere Nebenwirkungen, die unter Atorvastatin PUREN auftreten können:

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Entzündung der Luftwege in der Nase, Halsschmerzen, Nasenbluten

allergische Reaktionen

Anstieg des Blutzuckerspiegels (wenn Sie Diabetiker sind, sollten Sie Ihren Blutzuckerspiegel

weiterhin genau überwachen), Anstieg der Kreatininphosphokinase im Blut

Kopfschmerzen

Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen, Durchfall

Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen

Ergebnisse von Blutuntersuchungen, die möglicherweise auf eine gestörte Leberfunktion

hinweisen

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Appetitlosigkeit (Anorexie), Gewichtszunahme, Senkung des Blutzuckerspiegels (wenn Sie

Diabetiker sind, sollten Sie Ihren Blutzuckerspiegel weiterhin genau überwachen)

Alpträume, Schlaflosigkeit

Benommenheit, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Fingern oder Zehen, herabgesetzte

Empfindung der Haut auf leichte Berührungsreize oder Schmerzen, Störungen des

Geschmacksempfindens, Gedächtnisverlust

Verschwommenes Sehen

Ohrgeräusche und/oder Geräusche im Kopf

Erbrechen, Aufstoßen, Oberbauch- oder Unterbauchschmerzen, Entzündung der

Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), was zu Magenschmerzen führt

Leberentzündung (Hepatitis)

Ausschlag, Hautausschlag und Juckreiz, Nesselsucht, Haarausfall

Nackenschmerzen, Muskelschwäche

Erschöpfung, Unwohlsein, Schwächegefühl, Schmerzen im Brustkorb, Schwellungen

besonders im Knöchelbereich (Ödeme), erhöhte Temperatur

Positiver Test auf weiße Blutzellen im Urin

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Sehstörungen

Ungewöhnliche Blutungen oder Blutergüsse

Gelbfärbung der Haut oder des Weißen im Auge (Cholestase)

Sehnenverletzungen

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Eine bestimmte allergische Reaktion mit Beschwerden wie plötzliche keuchende Atmung und

Schmerzen oder Engegefühl im Brustbereich, Anschwellen der Augenlider, des Gesichts, der

Lippen, des Mundes, der Zunge oder des Rachens, Atembeschwerden, Ohnmachtsanfälle

Hörverlust

Brustvergrößerung bei Mann und Frau (Gynäkomastie)

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit:

Anhaltende Muskelschwäche

Mögliche Nebenwirkungen, über die bei Anwendung mancher Statine (Medikamente

desselben Typs) berichtet wurde:

Störungen der Sexualfunktion

Depressionen

Atemprobleme, beispielsweise anhaltender Husten und/oder Kurzatmigkeit oder Fieber

Diabetes (Zuckerkrankheit) Die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, ist erhöht,

wenn Ihre Blutzucker- und Blutfettspiegel hoch sind, wenn Sie Übergewicht und hohen

Blutdruck haben. Während der Einnahme dieses Arzneimittels wird Ihr Arzt Sie überwachen.

Andere mögliche Nebenwirkungen:

Entölte Phospholipide aus Sojabohnen können sehr selten allergische Reaktionen hervorrufen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für

Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-

53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie

dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung

gestellt werden.

5. Wie ist Atorvastatin PUREN aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht

sich auf den letzten Tag des Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser . Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel

zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Atorvastatin PUREN enthält

Der Wirkstoff ist Atorvastatin.

Jede Filmtablette enthält 30 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Hemicalcium 1,5 H

Jede Filmtablette enthält 60 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Hemicalcium 1,5 H

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Mannitol (Ph.Eur.), Copovidon, Natriumcarbonat, Croscarmellose-Natrium,

Mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, Natriumdodecylsulfat,

hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Filmüberzug:

Poly(vinylalkohol), Titandioxid (E171), Talkum, entölte Phospholipide aus

Sojabohnen, Xanthangummi

Wie Atorvastatin PUREN aussieht und Inhalt der Packung

Filmtablette

Atorvastatin PUREN 30 mg Filmtabletten:

Weiße, runde [10,1 mm] Filmtabletten mit der Prägung „N“ auf der einen und „30“ auf der anderen

Seite.

Atorvastatin PUREN 60 mg Filmtabletten:

Weiße, ovale [17,6 mm x 9,3 mm] Filmtabletten mit der Prägung „N“ auf der einen und „60“ auf

der anderen Seite.

Atorvastatin PUREN Filmtabletten sind in Polyamid/Aluminiumfolie/PVC-Aluminiumfolie-

Blisterpackungen erhältlich.

Packungsgrößen:

28, 30, 50, 60 und 100 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

PUREN Pharma GmbH & Co. KG

Willy-Brandt-Allee 2

81829 München

Telefon: 089/558909 – 0

Telefax: 089/558909 – 240

Hersteller

APL Swift Services (Malta) Limited

HF26, Hal Far Industrial Estate, Hal Far

Birzebbugia, BBG 3000

Malta

oder

Milpharm Limited

Ares Block, Odyssey Business Park, West End Road

Ruislip HA4 6QD

Vereinigtes Königreich

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Deutschland:

Atorvastatin PUREN 30/60 mg Filmtabletten:

Niederlande:

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im <{MM.JJJJ}> <{Monat JJJJ}>

Anlage

zum Zulassungsbescheid Zul.-Nr. 97801.00.00

_______________________________________________________________________

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Atorvastatin PUREN 30 mg Filmtabletten

Atorvastatin PUREN 30 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 30 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Hemicalcium 1,5 H

Jede Filmtablette enthält 60 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Hemicalcium 1,5 H

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jede 30-mg-Filmtablette enthält 131,250 mg Lactose-Monohydrat und 0,183 mg entölte

Phospholipide aus Sojabohnen.

Jede 60-mg-Filmtablette enthält 262,500 mg Lactose-Monohydrat und 0,366 mg entölte

Phospholipide aus Sojabohnen.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Atorvastatin PUREN 30 mg Filmtabletten

Weiße, runde [10,1 mm] Filmtabletten mit der Prägung „N“ auf der einen und „30“ auf der anderen

Seite.

Atorvastatin PUREN 60 mg Filmtabletten

Weiße, ovale [17,6 mm x 9,3 mm] Filmtabletten mit der Prägung „N“ auf der einen und „60“ auf

der anderen Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Hypercholesterinämie

Die Anwendung von Atorvastatin PUREN ist zusätzlich zu einer Diät angezeigt zur Senkung

erhöhter Gesamtcholesterin- (Gesamt-C-), LDL-Cholesterin- (LDL-C-), Apo-Lipoprotein-B- und

Triglyzeridspiegel bei erwachsenen Patienten, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren mit primärer

Hypercholesterinämie einschließlich familiärer Hypercholesterinämie (heterozygote Variante) oder

kombinierter (gemischter) Hyperlipidämie (entsprechend Typ IIa und IIb nach Fredrickson), wenn

Diät und andere nicht pharmakologische Maßnahmen keine ausreichende Wirkung erbringen.

Atorvastatin PUREN ist auch zur Senkung von Gesamt-C und LDL-C bei erwachsenen Patienten

mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie angezeigt – entweder zusätzlich zu anderen

lipidsenkenden Maßnahmen (z. B. LDL-Apherese) oder in Situationen, in denen solche

Behandlungsmöglichkeiten nicht verfügbar sind.

Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen

Zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei erwachsenen Patienten, deren Risiko für ein erstes

kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird (siehe Abschnitt 5.1), zusätzlich zur Behandlung

weiterer Risikofaktoren.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Der Patient sollte vor der Anwendung von Atorvastatin PUREN auf eine übliche Diät zur

Cholesterin-Senkung eingestellt werden und diese Diät während der Behandlung mit Atorvastatin

PUREN fortsetzen. Die Dosierung sollte individuell entsprechend des Ausgangs-LDL-Cholesterin-

Wertes, dem Ziel der Therapie sowie dem Ansprechen des Patienten erfolgen.

Die übliche Anfangsdosierung beträgt 10 mg Atorvastatin 1-mal täglich. Die Dosierung sollte in

Intervallen von 4 Wochen oder mehr angepasst werden. Die maximale Dosierung beträgt einmal

täglich 80 mg.

Primäre Hypercholesterinämie und kombinierte (gemischte) Hyperlipidämie

Die meisten Patienten lassen sich mit Atorvastatin 10 mg einmal täglich ausreichend einstellen. Der

therapeutische Erfolg zeigt sich innerhalb von 2 Wochen, und der maximale therapeutische Effekt

wird in der Regel nach 4 Wochen erreicht. Die Wirkung bleibt unter Dauertherapie erhalten.

Heterozygote familiäre Hypercholesterinämie

Die Anfangsdosis von Atorvastatin PUREN beträgt 10 mg täglich. Anpassungen der Dosierung

sollten individuell in Abständen von 4 Wochen bis zu einer Dosierung von täglich 40 mg

durchgeführt werden. Danach kann entweder die Dosierung bis auf maximal 80 mg täglich erhöht

oder einmal täglich 40 mg Atorvastatin mit einem gallensäurebindenden Ionenaustauscherharz

kombiniert werden.

Homozygote familiäre Hypercholesterinämie

Hierzu liegen nur begrenzte Daten vor (siehe Abschnitt 5.1).

Für Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie beträgt die Dosierung 10 bis

80 mg pro Tag (siehe Abschnitt 5.1). Atorvastatin sollte bei diesen Patienten als Ergänzung zu

anderen lipidsenkenden Behandlungsmöglichkeiten (z. B. LDL-Apherese) angewendet werden

oder falls diese Behandlungsmöglichkeiten nicht verfügbar sind.

Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen

In den Studien zur Primärprävention betrug die Dosierung 10 mg pro Tag. Um einen LDL-

Cholesterin-Spiegel entsprechend den aktuellen Leitlinien zu erreichen, kann eine höhere

Dosierung notwendig sein.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Atorvastatin sollte bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vorsichtig eingesetzt werden

(siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Atorvastatin PUREN ist kontraindiziert bei Patienten mit aktiver

Lebererkrankung (siehe Abschnitt 4.3).

Anwendung bei älteren Patienten

Wirksamkeit und Sicherheit der empfohlenen Dosierungen sind bei Patienten über 70 Jahren

vergleichbar mit der Gesamtpopulation.

Kinder und Jugendliche

Hypercholesterinämie

Die Anwendung bei Kindern sollte Ärzten mit Erfahrung in der Behandlung pädiatrischer Formen

der Hyperlipidämie vorbehalten sein, und es sollten regelmäßige Verlaufskontrollen durchgeführt

werden.

Für Patienten ab 10 Jahren beträgt die empfohlene Anfangsdosis von Atorvastatin 10 mg pro Tag;

sie kann auf maximal 20 mg pro Tag gesteigert werden. Dosissteigerungen sollten bei pädiatrischen

Patienten in Abhängigkeit vom individuellen Ansprechen und der Verträglichkeit durchgeführt

werden. Es liegen nur begrenzte Informationen zur Sicherheit bei pädiatrischen Patienten vor, die

mit Dosen von mehr als 20 mg, entsprechend ca. 0,5 mg/kg, behandelt werden.

Erfahrungen mit der Behandlung von Kindern im Alter zwischen 6 und 10 Jahren liegen nur in

begrenztem Umfang vor (siehe Abschnitt 5.1). Atorvastatin ist nicht angezeigt zur Behandlung von

Patienten unter 10 Jahren.

Für diese Patientengruppe sind andere Darreichungsformen/Dosierungsstärken besser geeignet.

Art der Anwendung

Atorvastatin PUREN wird oral verabreicht. Die jeweilige Tagesdosis an Atorvastatin wird auf

einmal verabreicht. Die Einnahme kann zu jeder Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten

vorgenommen werden.

4.3

Gegenanzeigen

Atorvastatin PUREN ist kontraindiziert bei Patienten:

mit Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, Erdnüssen oder Soja oder einem der

sonstigen in Abschnitt 6.1 aufgeführten Bestandteile des Arzneimittels.

mit aktiver Lebererkrankung oder unklarer, dauerhafter Erhöhung der Serumtransaminasen auf

mehr als das 3fache der oberen Normgrenze

in der Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine

geeigneten Empfängnisverhütungsmethoden anwenden (siehe Abschnitt 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Einfluss auf die Leber

Leberfunktionstests sollten vor Behandlungsbeginn und danach in regelmäßigen Abständen

durchgeführt werden. Bei Patienten, bei denen Anzeichen oder Symptome einer Leberschädigung

auftreten, sollte ein Leberfunktionstest durchgeführt werden. Patienten, bei denen sich ein

Transaminasenanstieg entwickelt, sollten bis zum Abklingen des Befunds beobachtet werden. Falls

die Erhöhung der Transaminasen auf mehr als das 3fache der oberen Normgrenze fortdauert,

empfiehlt sich eine Dosisreduktion oder ein Abbruch der Therapie mit Atorvastatin PUREN (siehe

Abschnitt 4.8).

Bei Patienten, die beträchtliche Mengen Alkohol konsumieren und/oder bei denen bereits eine

Lebererkrankung in der Vorgeschichte bekannt ist, sollte Atorvastatin PUREN mit Vorsicht

angewendet werden.

SPARCL-Studie (Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels)

In einer Post-hoc-Analyse von Schlaganfall-Subtypen bei Patienten ohne KHK, die kürzlich einen

Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA) erlitten hatten, zeigte sich im

Vergleich zur Placebo-Gruppe eine höhere Inzidenz von hämorrhagischen Schlaganfällen bei den

Patienten, die die Therapie mit 80 mg Atorvastatin begannen. Das erhöhte Risiko war besonders

ausgeprägt bei Patienten, die bei Aufnahme in die Studie einen hämorrhagischen Schlaganfall oder

einen lakunären Infarkt in der Anamnese hatten. Für Patienten mit einem hämorrhagischen

Schlaganfall oder einem lakunären Infarkt in der Anamnese ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis der

80-mg-Dosierung von Atorvastatin ungeklärt, und das mögliche Risiko eines hämorrhagischen

Schlaganfalls sollte vor Behandlungsbeginn sorgfältig bedacht werden (siehe Abschnitt 5.1).

Einfluss auf die Skelettmuskulatur

Wie andere HMG-CoA-Reduktase-Hemmer kann auch Atorvastatin in seltenen Fällen die

Skelettmuskulatur beeinflussen und eine Myalgie, eine Myositis oder eine Myopathie verursachen,

die sich zu einer Rhabdomyolyse entwickeln kann; diese potenziell lebensbedrohliche Erkrankung

ist durch deutlich erhöhte Kreatinkinase(CK)-Spiegel (>10fache der oberen Normgrenze),

Myoglobinämie und Myoglobinurie mit möglichem Nierenversagen charakterisiert.

In sehr seltenen Fällen wurde während oder nach der Behandlung mit einigen Statinen über eine

immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (immune-mediated necrotizing myopathy; IMNM)

berichtet. Die klinischen Charakteristika einer IMNM sind persistierende proximale

Muskelschwäche und erhöhte Serum-Kreatinkinase-Werte, die trotz Absetzen der Behandlung mit

Statinen fortbestehen.

Vor Behandlungsbeginn

Atorvastatin sollte mit Vorsicht bei Patienten verschrieben werden, bei denen prädisponierende

Faktoren für das Auftreten von Rhabdomyolysen vorliegen. Vor Beginn einer Statin-Therapie

sollten Messungen der Kreatinkinase-Aktivität bei Vorliegen der folgenden Risikofaktoren bzw.

Erkrankungen vorgenommen werden:

Eingeschränkte Nierenfunktion

Hypothyreose

Erbliche Myopathien in der Eigen- oder Familienanamnese

Muskulär-toxische Komplikationen im Zusammenhang mit der Gabe eines Statins oder

Fibrates in der Anamnese

Lebererkrankungen in der Vorgeschichte und/oder erheblicher Alkoholkonsum

Bei älteren Patienten (>70 Jahre) sollte die Notwendigkeit einer solchen Messung erwogen

werden, wenn weitere prädisponierende Faktoren für das Auftreten einer Rhabdomyolyse

vorliegen

Umstände, bei denen eine Erhöhung der Plasmaspiegel eintreten kann, wie beispielsweise

Wechselwirkungen (siehe Abschnitt 4.5) und spezielle Patientengruppen einschließlich

genetischer Subpopulationen (siehe Abschnitt 5.2).

In solchen Situationen ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich, und es sollte eine

engmaschige klinische Überwachung erfolgen.

Wenn die CK-Werte vor Beginn der Behandlung wesentlich (um mehr als das 5fache der oberen

Normgrenze) erhöht sind, sollte eine Therapie nicht begonnen werden.

Kreatinkinase-Bestimmung

Die Kreatinkinase (CK) sollte nicht nach schweren körperlichen Anstrengungen oder bei Vorliegen

von anderen möglichen Ursachen eines CK-Anstiegs gemessen werden, da dies die Interpretation

der Messwerte erschwert. Falls die CK-Werte vor Beginn der Behandlung wesentlich erhöht sind

(um mehr als das 5fache der oberen Normgrenze), sollten zur Überprüfung innerhalb von 5 bis

7 Tagen erneute Messungen durchgeführt werden.

Überwachung während der Therapie

Die Patienten müssen aufgefordert werden, Schmerzen, Krämpfe oder Schwäche der

Skelettmuskeln umgehend zu berichten, insbesondere, wenn sie begleitet sind von

allgemeinem Unwohlsein oder Fieber.

Wenn solche Symptome während der Behandlung mit Atorvastatin auftreten, sollte die CK-

Aktivität gemessen werden. Ist diese wesentlich (auf >5fache der oberen Normgrenze) erhöht,

sollte die Therapie abgebrochen werden.

Bei starken und täglich auftretenden Muskelbeschwerden sollte auch dann ein Abbruch der

Therapie erwogen werden, wenn die CK-Werte nicht auf mehr als das ≤ 5fache der oberen

Normgrenze erhöht sind.

Wenn die Symptome abgeklungen und die CK-Werte auf ein normales Niveau gesunken sind,

kann eine Wiederaufnahme der Therapie mit Atorvastatin oder einem anderen Statin in der

niedrigsten Dosierung und mit engmaschiger Überwachung erwogen werden.

Die Therapie mit Atorvastatin muss abgebrochen werden, falls klinisch signifikante CK-

Konzentrationen im Serum auftreten (>10fache der oberen Normgrenze) oder falls eine

Rhabdomyolyse diagnostiziert oder vermutet wird.

Gleichzeitige Therapie mit anderen Arzneimitteln

Die Gefahr einer Rhabdomyolyse ist erhöht, wenn Atorvastatin zusammen mit bestimmten anderen

Arzneimitteln verabreicht wird, die die Plasmakonzentration von Atorvastatin erhöhen können, wie

z. B. starke Hemmer von CYP3A4 oder Transportproteinen (z. B. Ciclosporin, Telithromycin,

Clarithromycin, Delavirdin, Stiripentol, Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol, Posaconazol und

bestimmte HIV-Protease-Inhibitoren einschließlich Ritonavir, Lopinavir, Atazanavir, Indinavir,

Darunavir usw.). Darüber hinaus kann die Gefahr einer Myopathie auch erhöht sein bei

gleichzeitiger Anwendung von Gemfibrozil und anderen Fibraten, Erythromycin, Niacin, Ezetimib,

Telaprevir oder einer Kombination von Tipranavir/Ritonavir. Wenn möglich, sollten alternative

(nicht interagierende) Therapiemaßnahmen statt dieser Arzneimittel in Erwägung gezogen werden.

In den Fällen, in denen eine gemeinsame Anwendung dieser Arzneimittel zusammen mit

Atorvastatin unumgänglich ist, muss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung der Komedikation

durchgeführt werden. Bei Patienten, die Arzneimittel erhalten, die die Plasmakonzentration von

Atorvastatin erhöhen, wird eine niedrigere Maximaldosis von Atorvastatin empfohlen. Bei starken

CYP3A4-Hemmern muss zusätzlich eine niedrigere Initialdosis von Atorvastatin in Erwägung

gezogen werden, und es wird eine entsprechende klinische Überwachung dieser Patienten

empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Eine gleichzeitige Anwendung von Atorvastatin und Fusidinsäure wird nicht empfohlen, sodass bei

einer Therapie mit Fusidinsäure ein vorübergehendes Absetzen von Atorvastatin erwogen werden

sollte (siehe Abschnitt 4.5).

Kinder und Jugendliche

Sicherheit im Hinblick auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist nicht nachgewiesen

(siehe Abschnitt 4.8).

Interstitielle Lungenkrankheit

Bei einigen Statinen wurde, besonders bei Langzeittherapie, in Ausnahmefällen eine interstitielle

Lungenkrankheit berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die auftretenden Beschwerden können dabei

Dyspnoe, unproduktiven Husten und allgemeine Gesundheitsstörungen (Erschöpfung,

Gewichtsverlust und Fieber) einschließen. Wenn vermutet wird, dass ein Patient eine interstitielle

Lungenkrankheit entwickelt hat, sollte die Statintherapie abgebrochen werden.

Diabetes mellitus

Es liegen Hinweise auf eine Blutzucker erhöhende Wirkung der Statine als Klasse vor; bei

manchen Patienten mit hohem Risiko für eine künftige Diabetes-Erkrankung kann eine so starke

Hyperglykämie ausgelöst werden, dass eine formelle Diabetes-Behandlung erforderlich wird.

Dieses Risiko wird jedoch durch die Verminderung des vaskulären Risikos durch die Statine

ausgeglichen und sollte daher kein Grund für den Abbruch der Statin-Therapie sein.

Risikopatienten (Nüchternblutzucker 5,6 bis 6,9 mmol/l, BMI > 30 kg/m

, erhöhte Triglyzeride,

Hypertonie) sollten entsprechend den nationalen Leitlinien sowohl klinisch als auch laborchemisch

sorgfältig überwacht werden.

Sonstige Bestandteile

Atorvastatin PUREN enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht

einnehmen.

Atorvastatin PUREN enthält entölte Phospholipide aus Sojabohnen (siehe Abschnitt 4.3).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Auswirkungen gleichzeitig verabreichter Arzneimittel auf Atorvastatin

Atorvastatin wird durch das Cytochrom-P-450-Isoenzym 3A4 (CYP3A4) metabolisiert und ist ein

Substrat von Transportproteinen, z. B. dem hepatischen Aufnahme-Transportprotein OATP1B1.

Die gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die Hemmstoffe von CYP3A4 oder von

Transportproteinen sind, kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Atorvastatin und einem

erhöhten Myopathierisiko führen. Auch bei der gleichzeitigen Gabe von Atorvastatin zusammen

mit anderen Arzneimitteln, die ein Myopathie induzierendes Potenzial aufweisen, wie etwa Fibrate

und Ezetimib, kann das Risiko erhöht sein (siehe Abschnitt 4.4).

Hemmstoffe von CYP3A4

Es hat sich gezeigt, dass starke CYP3A4-Hemmer die Konzentrationen von Atorvastatin deutlich

erhöhen (siehe Tabelle 1 und die nachfolgenden Erläuterungen). Soweit möglich sollte eine

Begleittherapie mit starken CYP3A4-Hemmern (z. B. Ciclosporin, Telithromycin, Clarithromycin,

Delavirdin, Stiripentol, Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol, Posaconazol und bestimmte HIV-

Protease-Inhibitoren einschließlich Atazanavir, Indinavir, Darunavir usw.) vermieden werden. In

den Fällen, in denen eine gemeinsame Anwendung dieser Arzneimittel zusammen mit Atorvastatin

unumgänglich ist, sollte eine niedrigere Initial- und Maximaldosis erwogen werden, und es wird

eine entsprechende klinische Kontrolle des Patienten empfohlen (siehe Tabelle 1).

Mittelstarke CYP3A4-Hemmer (z. B. Erythromycin, Diltiazem, Verapamil und Fluconazol)

können die Plasmakonzentration von Atorvastatin erhöhen (siehe Tabelle 1). Bei Anwendung von

Erythromycin zusammen mit Statinen wurde ein erhöhtes Myopathierisiko beobachtet. Es wurden

keine Interaktionsstudien zu den Auswirkungen von Amiodaron oder Verapamil auf Atorvastatin

durchgeführt. Amiodaron und Verapamil sind bekannte CYP3A4-Hemmstoffe, und eine

Begleittherapie mit Atorvastatin kann daher möglicherweise zu einer erhöhten Atorvastatin-

Exposition führen. Deshalb sollte bei einer Begleittherapie mit einem mittelstarken CYP3A4-

Hemmer eine niedrigere Maximaldosis von Atorvastatin erwogen werden, und es wird eine

entsprechende klinische Kontrolle des Patienten empfohlen. Nach dem Behandlungsbeginn oder

einer Dosisanpassung des Hemmstoffs wird eine entsprechende klinische Kontrolle empfohlen.

Induktoren von CYP3A4

Die gleichzeitige Anwendung von Atorvastatin und Induktoren des Cytochrom-P-450-Isoenzyms

3A4 (z. B. Efavirenz, Rifampicin, Johanniskraut) kann zu unterschiedlich starken Verringerungen

der Plasmakonzentration von Atorvastatin führen. Aufgrund des dualen Interaktionsmechanismus

von Rifampicin (Induktor des Cytochrom-P-450-Isoenzyms 3A4 und Hemmer des hepatozellulären

Aufnahmetransporters OATP1B1) wird bei gleichzeitiger Anwendung von Atorvastatin und

Rifampicin empfohlen, beide zusammen einzunehmen, da eine verzögerte Einnahme von

Atorvastatin nach der Gabe von Rifampicin mit einer ausgeprägten Verringerung der

Plasmakonzentration von Atorvastatin verbunden war. Die Auswirkungen von Rifampicin auf die

Konzentration von Atorvastatin in den Hepatozyten ist jedoch unbekannt, und für den Fall, dass

eine Komedikation nicht vermieden werden kann, sollten die Patienten sorgfältig hinsichtlich der

Wirksamkeit überwacht werden.

Transportprotein-Inhibitoren

Hemmstoffe von Transportproteinen (z. B. Ciclosporin) können die systemische Exposition von

Atorvastatin erhöhen (siehe Tabelle 1). Die Auswirkungen einer Hemmung von hepatischen

Aufnahmetransportern auf die Konzentration von Atorvastatin in Hepatozyten sind nicht bekannt.

Falls eine Komedikation nicht vermieden werden kann, werden eine Dosisreduktion und eine

klinische Überwachung hinsichtlich der Wirksamkeit empfohlen (siehe Tabelle 1).

Gemfibrozil/Fibrate

Bei Monotherapie mit Fibraten treten gelegentlich muskuläre Störungen einschließlich

Rhabdomyolyse auf. Bei gleichzeitiger Gabe von Fibraten und Atorvastatin kann das Risiko für das

Auftreten derartiger Störungen erhöht sein. Falls eine Komedikation nicht vermieden werden kann,

sollte die niedrigste zum Erreichen des Therapieziels notwendige Dosis von Atorvastatin

angewendet werden und eine entsprechende Kontrolle des Patienten erfolgen (siehe Abschnitt 4.4).

Ezetimib

Die alleinige Anwendung von Ezetimib wird mit dem Auftreten von muskulären Erscheinungen

einschließlich Rhabdomyolyse in Verbindung gebracht. Daher kann bei gleichzeitiger Anwendung

von Ezetimib und Atorvastatin das Risiko für das Auftreten derartiger Erscheinungen erhöht sein.

Es wird eine entsprechende klinische Kontrolle des Patienten empfohlen.

Colestipol

Die Plasmakonzentrationen von Atorvastatin und seinen aktiven Metaboliten waren bei

gleichzeitiger Einnahme von Colestipol und Atorvastatin PUREN erniedrigt (um ca. 25 %). Die

lipidsenkende Wirkung war jedoch bei gleichzeitiger Einnahme von Atorvastatin PUREN und

Colestipol größer als bei alleiniger Gabe der jeweiligen Arzneimittel.

Fusidinsäure

Interaktionsstudien mit Atorvastatin und Fusidinsäure wurden nicht durchgeführt. In den

Erfahrungen nach Markteinführung wurden jedoch bei gleichzeitiger Gabe von Atorvastatin und

Fusidinsäure, wie auch bei anderen Statinen, muskuläre Erkrankungen einschließlich

Rhabdomyolyse berichtet. Der Mechanismus dieser Interaktion ist nicht bekannt. Diese Patienten

sollten engmaschig überwacht und ein vorübergehendes Aussetzen der Therapie mit Atorvastatin

erwogen werden.

Colchicin

Zwar wurden keine Interaktionsstudien zu Atorvastatin und Colchicinen durchgeführt, doch

wurden Fälle von Myopathie bei Patienten gemeldet, die gleichzeitig mit Atorvastatin und

Colchicinen behandelt wurden; bei der Verordnung von Atorvastatin zusammen mit einem

Colchicin ist daher Vorsicht geboten.

Auswirkungen von Atorvastatin auf gleichzeitig verabreichte Arzneimittel

Digoxin

Bei gleichzeitiger, mehrmaliger Einnahme von 10 mg Atorvastatin und Digoxin erhöhte sich die

Steady-State-Plasmakonzentration von Digoxin geringfügig. Patienten, die gleichzeitig Digoxin

einnehmen, sollten deshalb entsprechend überwacht werden.

Orale Kontrazeptiva

Die gleichzeitige Einnahme von Atorvastatin PUREN und oralen Kontrazeptiva führt zu einem

Anstieg der Plasmakonzentrationen von Norethisteron und Ethinyl-Estradiol.

Warfarin

In einer klinischen Studie mit Patienten unter einer Dauertherapie mit Warfarin führte die

gleichzeitige Einnahme von 80 mg Atorvastatin täglich und Warfarin während der ersten 4

Behandlungstage zu einer geringen (ca. 1,7 Sekunden) Verkürzung der Prothrombinzeit; unter

fortgesetzter Anwendung von Atorvastatin normalisierte sich die Prothrombinzeit innerhalb von 15

Tagen wieder. Obwohl nur sehr seltene Fälle einer klinisch signifikanten Wechselwirkung mit

Antikoagulanzien berichtet wurden, sollte bei Patienten, die Antikoagulanzien vom Coumarin-Typ

einnehmen, vor der ersten Anwendung von Atorvastatin und während der ersten Therapiephase die

Prothrombinzeit so häufig bestimmt werden, dass sichergestellt ist, dass keine signifikante

Änderung der Prothrombinzeit eintritt. Wenn dann eine stabile Prothrombinzeit gesichert ist, kann

sie in den Abständen, wie sie für Patienten unter Antikoagulanzien vom Coumarin-Typ üblich ist,

kontrolliert werden. Wenn die Dosis von Atorvastatin verändert oder die Therapie abgebrochen

wird, sollte die gleiche Vorgehensweise gewählt werden. Bei Patienten ohne

Antikoagulanzientherapie wurde Atorvastatin nicht mit Blutungen oder Veränderungen der

Prothrombinzeit in Verbindung gebracht.

Kinder und Jugendliche

Arzneimittelwechselwirkungsstudien wurden nur bei erwachsenen Patienten durchgeführt. In

welchem Umfang Wechselwirkungen bei Kindern und Jugendlichen auftreten, ist nicht bekannt.

Die oben genannten Wechselwirkungen bei Erwachsenen und die Warnhinweise in Abschnitt 4.4

gelten auch für pädiatrische Patienten.

Tabelle 1: Auswirkungen gleichzeitig verabreichter Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von

Atorvastatin

Gleichzeitig verabreichtes

Arzneimittel und

Dosierung und

vorgeschlagene

Dosierungen

Atorvastatin

Dosis (mg)

Veränderung der

Klinische

Empfehlungen

Tipranivir 500 mg 2 x

täglich/Ritonavir 200 mg

2 x täglich, 8 Tage (Tag 14

bis 21)

40 mg an Tag 1, 10 mg

an Tag 20

↑ 9,4fach

Falls eine

Komedikation mit

Atorvastatin notwendig

ist, 10 mg Atorvastatin

nicht überschreiten.

Eine klinische

Überwachung dieser

Patienten wird

empfohlen.

Telaprevir 750 mg alle

8 Stunden, 10 Tage

20 mg als Einmalgabe

↑ 7,9fach

Ciclosporin 5,2 mg/kg/Tag,

stabile Dosis

10 mg 1 x täglich,

28 Tage

↑ 8,7fach

Lopinavir 400 mg 2 x

täglich/Ritonavir 100 mg

2 x täglich, 14 Tage

20 mg einmal täglich

über 4 Tage

↑ 5,9fach

Falls eine

Komedikation mit

Atorvastatin notwendig

ist, wird eine niedrigere

Atorvastatin-

Erhaltungsdosis

empfohlen. Bei

Patienten mit einer

Atorvastatin-Dosierung

von > 20 mg wird eine

Clarithromycin 500 mg 2 x

täglich, 9 Tage

80 mg 1 x täglich,

8 Tage

↑ 4,4fach

engmaschige klinische

Überwachung

empfohlen.

Saquinavir 400 mg 2 x

täglich/ Ritonavir (300 mg

2 x täglich ab Tag 5-7,

400 mg 2 x täglich an

Tag 8), Tage 4-18, 30 Min

nach Verabreichung von

Atorvastatin

40 mg einmal täglich

über 4 Tage

↑ 3,9fach

Falls eine

Komedikation mit

Atorvastatin notwendig

ist, wird eine niedrigere

Atorvastatin-

Erhaltungsdosis

empfohlen. Bei

Patienten mit einer

Atorvastatin-Dosierung

von > 40 mg wird eine

engmaschige klinische

Überwachung

empfohlen.

Darunavir 300 mg 2 x

täglich/Ritonavir 100 mg

2 x täglich, 9 Tage

10 mg einmal täglich

über 4 Tage

↑ 3,3fach

Itraconazol 200 mg 1 x

täglich, 4 Tage

40 mg als Einmalgabe

↑ 3,3fach

Fosamprenavir 700 mg 2 x

täglich/Ritonavir 100 mg

2 x täglich, 14 Tage

10 mg einmal täglich

über 4 Tage

↑ 2,5fach

Fosamprenavir 1400 mg

2 x täglich, 14 Tage

10 mg einmal täglich

über 4 Tage

↑ 2,3fach

Nelfinavir 1250 mg 2 x

täglich, 14 Tage

10 mg einmal täglich

über 28 Tage

↑ 1,7fach^

Keine besonderen

Empfehlungen

Grapefruitsaft, 240 ml 1 x

täglich*

40 mg als Einmalgabe

↑ 37 %

Große Mengen

Grapefruitsaft und

Atorvastatin sollten

nicht gleichzeitig

eingenommen werden.

Diltiazem 240 mg einmal

täglich, 28 Tage

40 mg als Einmalgabe

↑ 51 %

Nach Therapiebeginn

oder Dosisanpassung

von Diltiazem wird

eine geeignete

klinische Überwachung

dieser Patienten

empfohlen.

Erythromycin 500 mg 4 x

täglich, 7 Tage

10 mg als Einmalgabe

↑ 33 %^

Es werden eine

niedrigere

Maximaldosis und eine

klinische Überwachung

dieser Patienten

empfohlen.

Amlodipin 10 mg als

Einmalgabe

80 mg als Einmalgabe

↑ 18 %

Keine besonderen

Empfehlungen

Cimetidin 300 mg 4 x

täglich, 2 Wochen

10 mg einmal täglich

über 4 Wochen

unter 1 %^

Keine besonderen

Empfehlungen

Antazidasuspension aus

Magnesium- und

Aluminiumhydroxid, 30 ml

4 x täglich, 2 Wochen

10 mg einmal täglich

über 4 Wochen

35 %^

Keine besonderen

Empfehlungen

Efavirenz 600 mg einmal

täglich, 14 Tage

10 mg über 3 Tage

41 %

Keine besonderen

Empfehlungen

Rifampicin 600 mg einmal

täglich, 7 Tage

(gleichzeitige

Verabreichung)

40 mg als Einmalgabe

↑ 30 %

Falls eine

Komedikation

notwendig ist, wird

eine gleichzeitige

Rifampicin 600 mg einmal

täglich, 5 Tage (getrennte

Verabreichung)

40 mg als Einmalgabe

80 %

Verabreichung von

Atorvastatin zusammen

mit Rifampicin unter

klinischer Kontrolle

empfohlen.

Gemfibrozil 600 mg 2 x

täglich, 7 Tage

40 mg als Einmalgabe

↑ 35 %

Es werden eine

niedrigere Initialdosis

und eine klinische

Überwachung dieser

Patienten empfohlen.

Fenofibrat 160 mg einmal

täglich, 7 Tage

40 mg als Einmalgabe

↑ 3 %

Es werden eine

niedrigere Initialdosis

und eine klinische

Überwachung dieser

Patienten empfohlen.

&

Die Angaben zur x-fachen Veränderung stellen ein einfaches Verhältnis zwischen der

Komedikation und der Anwendung von Atorvastatin allein dar (z. B. einfach = keine

Veränderung). Die Angaben der Veränderung in x Prozent zeigen den prozentualen

Unterschied bezogen auf die Anwendung von Atorvastatin allein (z. B. 0 % = keine

Veränderung).

Zur klinischen Signifikanz siehe Abschnitte 4.4 und 4.5.

Enthält einen oder mehrere Inhaltsstoffe, die CYP3A4 hemmen, und kann die

Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, erhöhen.

Ein Glass Grapefruitsaft (240 ml) führte darüber hinaus zu einer Abnahme der AUC des

aktiven Orthohydroxy-Metaboliten um 20,4 %. Große Mengen Grapefruitsaft (mehr als 1,2

Liter täglich über 5 Tage) erhöhten die AUC von Atorvastatin um das 2,5fache sowie die AUC

der aktiven Bestandteile (Atorvastatin und Metabolite).

Gesamte Aktivität der Atorvastatin-Äquivalenz

↑ = Anstieg;

↓ = Abnahme

Tabelle 2: Wirkung von Atorvastatin auf die Pharmakokinetik von zusammen verabreichten

Arzneimitteln

Atorvastatin und

Dosierung

Gleichzeitig verabreichte Arzneimittel

Arzneimittel und Dosierung

(mg)

Veränderung

der AUC

Klinische Empfehlungen

80 mg einmal

täglich über

10 Tage

Digoxin 0,25 mg einmal

täglich, 20 Tage

↑ 15 %

Patienten, die gleichzeitig

Digoxin einnehmen,

sollten deshalb

entsprechend überwacht

werden.

40 mg einmal

täglich über

22 Tage

Orale Kontrazeptiva einmal

täglich, 2 Monate

- Norethindron 1 mg

- Ethinyl-Estradiol 35 µg

↑ 28 %

↑ 19 %

Keine besonderen

Empfehlungen

80 mg einmal

täglich über

15 Tage

* Phenazon 600 mg als

Einmalgabe

↑ 3 %

Keine besonderen

Empfehlungen

10 mg als

Einmalgabe

Tipranavir 500 mg 2 x

täglich/Ritonavir 200 mg 2 x

täglich, 7 Tage

Keine

Veränderung

Keine besonderen

Empfehlungen

10 mg einmal

täglich, 4 Tage

Fosamprenavir 1400 mg 2 x

täglich, 14 Tage

Keine besonderen

Empfehlungen

10 mg einmal

täglich über

Fosamprenavir 700 mg 2 x

täglich/Ritonavir 100 mg 2 x

Keine

Veränderung

Keine besonderen

Empfehlungen

4 Tage

täglich, 14 Tage

&

Die Angaben der Veränderung in x Prozent zeigen den prozentualen Unterschied bezogen auf

die Anwendung von Atorvastatin allein (z. B. 0 % = keine Veränderung).

Bei mehrfacher Gabe von Atorvastatin in Kombination mit Phenazon zeigten sich nur geringe

oder nicht erkennbare Auswirkungen auf die Clearance von Phenazon.

↑ = Anstieg;

↓ = Abnahme

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Therapie geeignete Verhütungsmaßnahmen

anwenden (siehe Abschnitt 4.3).

Schwangerschaft

Atorvastatin PUREN ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Die

Sicherheit in der Schwangerschaft ist bisher nicht belegt. Bei schwangeren Frauen wurden keine

kontrollierten klinischen Studien mit Atorvastatin durchgeführt. Es liegen seltene Berichte über

kongenitale Anomalien nach intrauteriner Exposition mit HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren vor. In

tierexperimentellen Studien hat sich eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Eine Behandlung der Mutter mit Atorvastatin kann beim Fötus die Konzentration von Mevalonat,

einem Vorprodukt der Cholesterinbiosynthese, verringern. Atherosklerose ist ein chronischer

Prozess, und das Absetzen einer lipidsenkenden Therapie während der Schwangerschaft sollte für

gewöhnlich nur einen geringen Einfluss auf das Langzeitrisiko einer primären

Hypercholesterinämie haben.

Deshalb sollte Atorvastatin PUREN von Frauen, die schwanger sind, schwanger werden möchten

oder glauben, schwanger zu sein, nicht angewendet werden. Die Behandlung mit Atorvastatin

PUREN sollte für die Dauer der Schwangerschaft bzw. so lange ausgesetzt werden, bis festgestellt

ist, dass keine Schwangerschaft vorliegt (siehe Abschnitt 4.3).

Stillzeit

Ob Atorvastatin oder seine Metaboliten in die menschliche Muttermilch ausgeschieden werden, ist

nicht bekannt. Bei Ratten wurden in der Milch ähnliche Konzentrationen von Atorvastatin und

seinen aktiven Metaboliten wie im Plasma gemessen (siehe Abschnitt 5.3). Wegen der Gefahr

schwerer Nebenwirkungen sollten Frauen, die Atorvastatin einnehmen, ihre Säuglinge nicht stillen

(siehe Abschnitt 4.3). Atorvastatin ist in der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

In tierexperimentellen Studien hatte Atorvastatin keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von

männlichen oder weiblichen Tieren (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Atorvastatin PUREN hat einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

In der 16.066 Patienten (8.755 Atorvastatin und 7.311 Plazebo) mit einer durchschnittlichen

Behandlungsdauer von 53 Wochen umfassenden Datenbank der plazebokontrollierten klinischen

Studien mit Atorvastatin brachen 5,2 % der Atorvastatin-Patienten und 4,0 % der Patienten unter

Plazebo die Therapie wegen Nebenwirkungen ab.

Auf der Basis von klinischen Studien sowie umfangreichen Erfahrungen im täglichen Einsatz

ergibt sich das nachfolgende Verträglichkeitsprofil von Atorvastatin.

Die Häufigkeitsangaben entsprechen folgenden geschätzten Inzidenzen: häufig (≥ 1/100, < 1/10);

gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (≤ 1/10.000), nicht

bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Nasopharyngitis.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Thrombopenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: allergische Reaktionen.

Sehr selten: anaphylaktische Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Hyperglykämie.

Gelegentlich: Hypoglykämie, Gewichtszunahme, Anorexie.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Alpträume, Schlaflosigkeit.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Benommenheit, Parästhesien, Hypästhesien, Störung des Geschmacksempfindens,

Amnesie.

Selten: periphere Neuropathie.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: verschwommenes Sehen.

Selten: Sehstörungen.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Tinnitus.

Sehr selten: Hörverlust.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: pharyngolaryngeale Schmerzen, Nasenbluten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Verstopfung, Blähungen, Dyspepsie, Übelkeit, Durchfall.

Gelegentlich: Erbrechen, Ober- und Unterbauchschmerzen, Aufstoßen, Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Hepatitis.

Selten: Cholestase.

Sehr selten: Leberversagen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Urtikaria, Hautausschlag, Pruritus, Alopezie.

Selten: angioneurotisches Ödem, bullöses Exanthem einschl. Erythema multiforme, Stevens-

Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Myalgie, Arthralgie, Schmerzen in den Extremitäten, Muskelspasmen,

Gelenkschwellungen, Rückenschmerzen.

Gelegentlich: Nackenschmerzen, Muskelschwäche.

Selten: Myopathie, Myositis, Rhabdomyolyse, Tendopathie (manchmal verkompliziert durch eine

Sehnenruptur).

Nicht bekannt: Immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten: Gynäkomastie.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden

Gelegentlich: Unwohlsein, Asthenie, Schmerzen im Brustkorb, periphere Ödeme, Erschöpfung,

Fieber.

Untersuchungen

Häufig: veränderte Leberwerte, erhöhte Kreatinphosphokinase-Spiegel im Blut.

Gelegentlich: Test auf Leukozyten im Urin positiv.

Wie bei anderen HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren wurde bei Patienten, die mit Atorvastatin

behandelt wurden, ein Anstieg der Serumtransaminasen beobachtet. Diese Veränderungen waren

normalerweise geringfügig und vorübergehend und führten nicht zu einem Behandlungsabbruch.

Klinisch relevante Erhöhungen (auf mehr als das 3fache der oberen Normgrenze) der

Transaminasen traten bei 0,8 % der Patienten unter Atorvastatin auf. Diese Erhöhungen waren

dosisabhängig und bei allen Patienten reversibel.

Ähnlich wie bei anderen HMG-CoA-Reduktase-Hemmern wurden in klinischen Studien bei 2,5 %

der Patienten unter Atorvastatin erhöhte Kreatinkinase(CK)-Konzentrationen im Serum beobachtet,

die über dem 3fachen der oberen Normgrenze lagen. Werte über dem 10fachen der oberen

Normgrenze traten bei 0,4 % der mit Atorvastatin behandelten Patienten auf (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Die Datenbank zur klinischen Sicherheit beinhaltet Sicherheitsdaten von 249 pädiatrischen

Patienten, die mit Atorvastatin behandelt wurden, darunter 7 Kinder unter 6 Jahren, 14 Kinder im

Alter von 6 bis 9 Jahren und 228 Patienten im Alter von 10 bis 17 Jahren.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Bauchschmerzen.

Untersuchungen

Häufig: Erhöhte Blutspiegel von Alaninaminotransferase und Kreatinphosphokinase.

Aufgrund der vorliegenden Daten ist zu erwarten, dass Häufigkeit, Art und Schwere der

Nebenwirkungen bei Kindern dieselben sind wie bei Erwachsenen. Bislang liegen nur begrenzte

Erfahrungen hinsichtlich der langfristigen Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen vor.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei einigen Statinen berichtet:

Störung der Sexualfunktion,

Depressionen,

in Ausnahmefällen und besonders bei Langzeittherapie eine interstitielle Lungenkrankheit

(siehe Abschnitt 4.4),

Diabetes mellitus: Die Häufigkeit hängt vom Vorliegen oder Fehlen von Risikofaktoren ab

(Nüchternblutzucker > 5,6 mmol/l, BMI > 30 kg/m

, erhöhte Triglyzeride, Hypertonie in der

Anamnese).

Entölte Phospholipide aus Sojabohnen können sehr selten allergische Reaktionen hervorrufen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Eine spezielle Behandlung bei Überdosierung mit Atorvastatin ist nicht verfügbar. Bei

Überdosierung sollte der Patient symptomatisch behandelt werden und es sollten, falls erforderlich,

unterstützende Maßnahmen ergriffen werden. Leberfunktionstests sollten durchgeführt und die CK-

Werte im Serum überprüft werden. Da Atorvastatin zu einem hohen Anteil an Plasmaproteine

gebunden wird, lässt eine Hämodialyse keine signifikante Beschleunigung der Atorvastatin-

Clearance erwarten.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Arzneimittel zur Regulierung der Lipidwerte, HMG-CoA-

Reduktase-Hemmer

ATC-Code: C10AA05

Atorvastatin ist ein selektiver, kompetitiver Hemmstoff der HMG-CoA-Reduktase. Dieses Enzym

katalysiert geschwindigkeitsbestimmend die Umwandlung von 3-Hydroxy-3-methyl-glutaryl-

Coenzym-A zu Mevalonat, dem Vorläufer von Sterolen einschließlich des Cholesterins. In der

Leber werden Triglyzeride und Cholesterin in Very-Low-Density-Lipoproteine (VLDL) eingebaut

und zum weiteren Transport in periphere Gewebe an das Plasma abgegeben. Low-Density-

Lipoproteine (LDL) entstehen aus VLDL und werden vorwiegend durch den Rezeptor mit hoher

Affinität für LDL (LDL-Rezeptor) abgebaut.

Atorvastatin senkt die Konzentrationen von Plasmacholesterin und Lipoproteinen im Serum durch

Hemmung der HMG-CoA-Reduktase und demzufolge der Cholesterinbiosynthese in der Leber und

erhöht die Anzahl der hepatischen LDL-Rezeptoren auf der Zelloberfläche, wodurch die Aufnahme

und der Abbau von LDL beschleunigt wird.

Atorvastatin senkt die LDL-Produktion und die Anzahl von LDL-Teilchen. Atorvastatin bewirkt

einen tiefgreifenden und anhaltenden Anstieg der LDL-Rezeptor-Aktivität, verbunden mit einer

günstigen Veränderung in der Qualität der zirkulierenden LDL-Partikel. Atorvastatin senkt

wirksam den LDL-C-Spiegel bei Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie, d. h.

bei einer Patientengruppe, die auf Lipidsenker gewöhnlich nicht anspricht.

In einer Dosis-Wirkungs-Studie wurde nachgewiesen, dass Atorvastatin die Konzentrationen von

Gesamt-C (30-46 %), LDL-C (41-61 %), Apolipoprotein B (34-50 %) und Triglyzeriden (14-33 %)

senkt und gleichzeitig die Spiegel von HDL-C und Apolipoprotein A1 unterschiedlich stark anhebt.

Diese Ergebnisse treffen in gleichem Maß auf Patienten mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie, nicht familiären Formen der Hypercholesterinämie sowie gemischter

Hyperlipidämie einschließlich Patienten mit nicht insulinabhängigem Diabetes mellitus zu.

Die Senkung des Gesamt-Cholesterins, LDL-Cholesterins und Apolipoproteins B zeigte

nachweislich eine Reduktion des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse und kardiovaskulärer

Todesfälle.

Homozygote familiäre Hypercholesterinämie

In eine offene Multizenter-Compassionate-Use-Studie über acht Wochen mit einer optionalen

Verlängerungsphase von variabler Dauer wurden 335 Patienten eingeschlossen. Bei 89 dieser

Patienten wurde eine homozygote familiäre Hypercholesterinämie diagnostiziert. Die

durchschnittliche prozentuale Senkung des LDL-Cholesterins belief sich bei diesen 89 Patienten

auf ca. 20 %. Atorvastatin wurde in Dosen von bis zu 80 mg pro Tag verabreicht.

Atherosklerose

In der REVERSAL-Studie („Reversing Atherosclerosis with Aggressive Lipid-Lowering Study”)

wurde die Wirkung einer intensiven Lipidsenkung mit 80 mg Atorvastatin mit der Wirkung einer

moderaten Lipidsenkung durch 40 mg Pravastatin auf die koronare Atherosklerose mittels

intravaskulärem Ultraschall (IVUS) während einer Koronarangiographie bei Patienten mit

koronarer Herzkrankheit verglichen. Die Ultraschalluntersuchung wurde in dieser randomisierten,

doppelblinden, kontrollierten Multizenterstudie bei insgesamt 502 Patienten vor

Behandlungsbeginn und nach 18 Monaten durchgeführt. In der Atorvastatin-Gruppe (n = 253) war

keine Progression der Atherosklerose festzustellen.

Die mediane prozentuale Veränderung des gesamten atherosklerotischen Plaquevolumens

gegenüber dem Ausgangswert (primärer Endpunkt der Studie) betrug -0,4 % (p = 0,98) in der

Atorvastatin-Gruppe und +2,7 % (p = 0,001) in der Pravastatin-Gruppe (n = 249). Die Unterschiede

zwischen Atorvastatin und Pravastatin waren statistisch signifikant (p = 0,02). Der Einfluss einer

starken Lipidsenkung auf kardiovaskuläre Endpunkte (z. B. Notwendigkeit von

Revaskularisierung, nicht tödlicher Myokardinfarkt, Tod aufgrund KHK) wurde in dieser Studie

nicht untersucht.

Der durchschnittliche LDL-C-Spiegel sank in der Atorvastatin-Gruppe von einem Ausgangswert

von 3,89 mmol/l ± 0,7 (150 mg/dl ± 28) auf 2,04 mmol/l ± 0,8 (78,9 mg/dl ± 30) und in der

Pravastatin-Gruppe von einem Ausgangswert von 3,89 mmol/l ± 0,7 (150 mg/dl ± 26) auf

2,85 mmol/l ± 0,7 (110 mg/dl ± 26) (p < 0,0001). Atorvastatin führte darüber hinaus auch zu einer

signifikanten Abnahme des durchschnittlichen Gesamtcholesterins um 34,1 % (Pravastatin: -

18,4 %, p <0,0001), der durchschnittlichen Triglyzeridspiegel um 20 % (Pravastatin: -6,8 %,

p = 0,0009) sowie des mittleren Apolipoproteins B um 39,1 % (Pravastatin: -22,0 %, p < 0,0001).

Atorvastatin erhöhte das mittlere HDL-C um 2,9 % (Pravastatin: +5,6 %, p = n. s.). Das CRP

wurde in der Atorvastatin-Gruppe um durchschnittlich 36,4 % verringert, verglichen mit einer

5,2%igen Verringerung in der Pravastatin-Gruppe (p < 0,0001).

Diese Studienergebnisse wurden mit einer 80-mg-Dosierung erreicht. Sie können daher nicht auf

niedrigere Dosierungen extrapoliert werden.

Die Sicherheits- und Verträglichkeitsprofile der beiden Behandlungsgruppen waren vergleichbar.

Die Auswirkung einer intensiven Lipidsenkung auf schwere kardiovaskuläre Endpunkte wurde in

dieser Studie nicht untersucht. Daher ist die klinische Signifikanz dieser bildgebenden Ergebnisse

bezüglich der Primär- und Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse nicht bekannt.

Akutes Koronarsyndrom

In der MIRACL-Studie wurde 80 mg Atorvastatin bei 3.086 Patienten (Atorvastatin Pfizer

n = 1.538; Plazebo n = 1.548) mit akutem Koronarsyndrom (Non-Q-Wave-Myokardinfarkt oder

instabile Angina pectoris) untersucht. Die Behandlung wurde in der akuten Phase nach

Klinikeinweisung begonnen und über 16 Wochen durchgeführt. Durch die Therapie mit 80 mg

Atorvastatin täglich verlängerte sich die Zeit bis zum Auftreten des kombinierten primären

Endpunktes (Tod jeglicher Ursache, nicht tödlicher Myokardinfarkt, Herzstillstand mit

Reanimation oder Angina pectoris mit Hinweis auf eine zugrunde liegende Myokardischämie und

erforderlicher Hospitalisierung), was eine Risikoreduktion um 16 % (p = 0,048) bedeutet. Dies

beruhte hauptsächlich auf einer Verringerung der Wiedereinweisungen ins Krankenhaus bei

Angina pectoris mit Hinweis auf eine zugrunde liegende Myokardischämie um 26 % (p = 0,018).

Die anderen sekundären Endpunkte erreichten für sich alleine keine statistische Signifikanz

(Insgesamt: Plazebo: 22,2 %; Atorvastatin: 22,4 %).

Das Sicherheitsprofil von Atorvastatin in der MIRACL-Studie entsprach den unter Abschnitt 4.8

gemachten Angaben.

Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen

In der ASCOT-LLA-Studie („Anglo-Scandinavian Cardiac Outcomes Trial Lipid Lowering Arm“),

einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie, wurde der Effekt von

Atorvastatin auf eine koronare Herzkrankheit mit tödlichem und nicht tödlichem Ausgang

untersucht. Die Patienten litten an Hypertonie, waren 40-79 Jahre alt, hatten noch keinen

Herzinfarkt erlitten und keine Behandlung wegen Angina pectoris erhalten, und ihre

Gesamtcholesterinspiegel betrugen

6,5 mmol/l (251 mg/dl). Alle Patienten wiesen mindestens 3

der vorab definierten kardiovaskulären Risikofaktoren auf: männliches Geschlecht, Alter

Jahre, Raucher, Diabetes, KHK bei einem Verwandten 1. Grades, Quotient aus Gesamt-C und

HDL-C > 6, periphere Gefäßkrankheit, Linksherzhypertrophie, zerebrovaskuläres Ereignis in der

Anamnese, spezifische EKG-Veränderungen, Proteinurie/Albuminurie. Nicht bei allen

eingeschlossenen Patienten konnte von einem hohen Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis

ausgegangen werden.

Die Patienten erhielten eine antihypertensive Therapie (entweder auf der Basis von Amlodipin oder

Atenolol) und entweder 10 mg Atorvastatin täglich (n = 5.168) oder Placebo (n = 5.137).

Die absolute und relative Risikoreduktion durch Atorvastatin ist in der folgenden Tabelle

aufgeführt.

Ereignis

Relative

Risiko-

reduktion (%)

Anzahl der

Ereignisse

(Atorvastatin

vs. Placebo)

Absolute

Risiko-

reduktion

p-Wert

Tödliche KHK plus nicht-tödliche

36 %

100 vs. 154

1,1 %

0,0005

Gesamtzahl der kardiovaskulären

Ereignisse und

Revaskularisierungsmaßnahmen

20 %

389 vs. 483

1,9 %

0,0008

Alle Koronarereignisse

29 %

178 vs. 247

1,4 %

0,0006

Berechnet auf Basis des Unterschieds zwischen den Rohdaten für die Ereignisraten während eines

medianen Beobachtungszeitraums von 3,3 Jahren.

Die Gesamtsterblichkeit und die kardiovaskuläre Sterblichkeit wurden nicht signifikant verringert

(185 vs. 212 Ereignisse, p = 0,17 und 74 vs. 82 Ereignisse, p = 0,51). In einer

geschlechtsbezogenen Subgruppenanalyse (81 % Männer, 19 % Frauen) konnte die positive

Wirkung von Atorvastatin bei Männern, jedoch nicht bei den Frauen nachgewiesen werden, was

jedoch möglicherweise auf die niedrige Fallzahl in der Subgruppe der Frauen zurückzuführen war.

Gesamtsterblichkeit und kardiovaskuläre Sterblichkeit waren bei den weiblichen Patienten

numerisch höher (38 vs. 30 und 17 vs. 12), erreichten jedoch keine statistische Signifikanz.

Abhängig von der antihypertensiven Basistherapie ergaben sich jedoch signifikante Auswirkungen:

Der primäre Endpunkt (koronare Herzkrankheit mit tödlichem Ausgang und nicht tödlicher

Herzinfarkt) wurde durch Atorvastatin bei den mit Amlodipin behandelten Patienten signifikant

verringert (HR 0,47 (0,32 bis 0,69), p = 0,00008) jedoch nicht bei den mit Atenolol behandelten

Patienten (HR 0,83 (0,59 bis 1,17), p = 0,287).

Weiterhin wurde die Wirkung von Atorvastatin auf kardiovaskuläre Erkrankungen mit tödlichem

und nicht tödlichem Ausgang in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten

Multizenterstudie, der CARDS-Studie („Collaborative Atorvastatin Diabetes Study“), untersucht.

Bei den Patienten handelte es sich um Typ-2-Diabetiker im Alter zwischen 40 und 75 Jahren, ohne

kardiovaskuläre Erkrankungen in der Vorgeschichte und mit einem LDL-C von ≤ 4,14 mmol/l (160

mg/dl) und TG ≤ 6,78 mmol/l (600 mg/dl). Alle Patienten hatten mindestens einen der folgenden

Risikofaktoren: Hypertonie, Rauchen, Retinopathie, Mikroalbuminurie oder Makroalbuminurie.

Über einen medianen Zeitraum von 3,9 Jahren erhielten diese Patienten entweder 10 mg

Atorvastatin pro Tag (n = 1.428) oder Placebo (n = 1.410).

Die absolute und relative Risikoreduktion durch Atorvastatin ist in der folgenden Tabelle

aufgeführt.

Ereignis

Relative

Risikoreduktion

Anzahl der

Ereignisse

(Atorvastatin vs.

Placebo)

Absolute

Risikore-

duktion

p-Wert

Gravierende kardiovaskuläre

Ereignisse (akute MIs mit

tödlichem und nicht tödlichem

Ausgang, stumme MIs,

plötzlicher KHK-bedingter Tod,

instabile Angina pectoris,

CABG, PTCA,

Revaskularisierung,

Schlaganfall)

37 %

83 vs. 127

3,2 %

0,0010

MI (akute MIs mit tödlichem

und nicht tödlichem Ausgang,

stumme MIs)

42 %

38 vs. 64

1,9 %

0,0070

Schlaganfall mit tödlichem und

nicht tödlichem Ausgang

48 %

21 vs. 39

1,4 %

0,0163

Berechnet auf Basis des Unterschieds zwischen den Rohdaten für die Ereignisraten während

eines medianen Beobachtungszeitraums von 3,9 Jahren.

AMI = akuter Myokardinfarkt; CABG = Koronare Bypassoperation; KHK = koronare

Herzkrankheit; MI = Myokardinfarkt; PTCA = perkutane transluminale Koronarangioplastie.

Ein von Geschlecht, Alter oder LDL-C-Ausgangswert der Patienten abhängiger Unterschied

hinsichtlich des Behandlungseffekts wurde nicht nachgewiesen. Ein günstiger Trend war bezüglich

der Mortalitätsrate zu beobachten (82 Todesfälle in der Placebogruppe vs. 61 Todesfälle in der

Atorvastatin-Gruppe, p = 0,0592).

Rezidivierender Schlaganfall

In der SPARCL-Studie (Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels) wurde

die Wirksamkeit gegen Schlaganfall von 80 mg Atorvastatin täglich oder Placebo bei 4.731

Patienten untersucht, die während der letzten 6 Monate einen Schlaganfall oder eine transiente

ischämische Attacke (TIA) erlitten hatten und anamnestisch keine KHK aufwiesen. Bei 60 % der

Patienten handelte es sich um Männer, das Alter lag zwischen 21 und 92 Jahren (Durchschnitt: 63

Jahre), und der durchschnittliche LDL-Wert zu Studienbeginn lag bei 133 mg/dl (3,4 mmol/l).

Während der Behandlung mit Atorvastatin betrug der mittlere LDL-C-Wert 73 mg/dl (1,9 mmol/l)

und unter Placebo 129 mg/dl (3,3 mmol/l). Die Beobachtungsdauer betrug im Median 4,9 Jahre.

Atorvastatin 80 mg reduzierte die Wahrscheinlichkeit des primären Endpunktes (Schlaganfall mit

tödlichem oder nicht tödlichem Ausgang) um 15 % (HR 0,85; 95%-KI 0,72-1,00; p = 0,05 bzw.

0,84; 95%-KI 0,71-0,99; p = 0,03 nach Adjustierung für Baselinefaktoren) versus Placebo. Die

Gesamtmortalität betrug 9,1 % (216/2.365) unter Atorvastatin versus 8,9 % (211/2.366) unter

Placebo.

Einer Post-hoc-Analyse zufolge reduzierte Atorvastatin 80 mg die Inzidenz ischämischer

Schlaganfälle (218/2.365, 9,2 % vs. 274/2.366, 11,6 %, p = 0,01) und erhöhte die Inzidenz

hämorrhagischer Schlaganfälle (55/2.365, 2,3 % vs. 33/2.366, 1,4 %, p = 0,02) versus Placebo.

Das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall war bei den Patienten erhöht, die vor

Eintritt in die Studie bereits einen hämorrhagischen Schlaganfall erlitten hatten (7/45 unter

Atorvastatin vs. 2/48 unter Placebo; HR 4,06; 95%-KI: 0,84 bis 19,57). Das Risiko für einen

ischämischen Schlaganfall war zwischen beiden Gruppen vergleichbar (3/45 unter

Atorvastatin vs. 2/48 unter Placebo; HR 1,64; 95%-KI: 0,27 bis 9,82).

Bei den Patienten, die die Studie nach einem vorangegangenen lakunären Infarkt begannen,

war das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall erhöht (20/708 unter Atorvastatin vs.

4/701 unter Placebo; HR 4,99; 95%-KI: 1,71 bis 14,6), das Risiko für einen ischämischen

Schlaganfall dagegen ebenfalls erniedrigt (79/708 unter Atorvastatin vs. 102/701 unter

Placebo; HR 0,76; 95%-KI: 0,57 bis 1,02). Möglicherweise ist bei Patienten mit

vorangegangenem lakunärem Infarkt, die 80 mg Atorvastatin täglich erhalten, das Nettorisiko

für einen Schlaganfall erhöht.

Die Gesamtmortalität betrug in der Subgruppe der Patienten mit hämorrhagischem Schlaganfall in

der Anamnese 15,6 % (7/45) unter Atorvastatin gegenüber 10,4 % (5/48) unter Placebo. In der

Subgruppe der Patienten mit lakunärem Infarkt in der Anamnese betrug die Gesamtmortalität

10,9 % (77/708) unter Atorvastatin versus 9,1 % (64/701) unter Placebo.

Kinder und Jugendliche

Heterozygote familiäre Hypercholesterinämie bei pädiatrischen Patienten im Alter von 6 bis 17

Jahren

In einer 8-wöchigen, offenen Studie wurden Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, Sicherheit und

Verträglichkeit von Atorvastatin bei Kindern und Jugendlichen mit genetisch nachgewiesener

heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie und LDL-C-Ausgangswerten ≥ 4 mmol/l

untersucht. Insgesamt wurden 39 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren in die

Studie aufgenommen. Kohorte A umfasste 15 Kinder in Tanner-Stadium 1 (6 bis 12 Jahre),

Kohorte B 24 Kinder in den Tanner-Stadien ≥ 2 (10 bis 17 Jahre).

Die Anfangsdosis von Atorvastatin betrug in Kohorte A 5 mg täglich als Kautablette, in Kohorte B

10 mg täglich in einer Tablettenformulierung. Die Atorvastatin-Dosis konnte verdoppelt werden,

wenn der angestrebte LDL-C-Spiegel von < 3,35 mmol/l nach Woche 4 nicht erreicht war und

Atorvastatin gut vertragen wurde.

Die Mittelwerte für LDL-C, Gesamt-C, VLDL-C und Apo B gingen bei allen Probanden bis

Woche 2 zurück. Bei den Probanden, bei denen die Dosis verdoppelt wurde, waren schon bei der

ersten Untersuchung 2 Wochen nach der Dosissteigerung zusätzliche Rückgänge zu beobachten.

Das mittlere Ausmaß der prozentualen Senkung der Lipidparameter war in beiden Kohorten

vergleichbar, unabhängig davon, ob die Anfangsdosis beibehalten oder verdoppelt wurde. Bei den

gegebenen Expositionen betrug die prozentuale Veränderung von LDL-C und Gesamt-C versus

Baseline nach Woche 8 im Durchschnitt ca. 40 % bzw. 30 %.

Heterozygote familiäre Hypercholesterinämie bei pädiatrischen Patienten im Alter von 10-17

Jahren

In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie mit offener Verlängerungsphase wurden 187

männliche und postmenarchale weibliche Patienten im Alter von 10-17 Jahren (mittleres Alter 14,1

Jahre) mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie (FH) oder schwerer

Hypercholesterinämie randomisiert einer 26-wöchigen Behandlung mit Atorvastatin (n = 140) oder

Placebo (n = 47) zugewiesen; anschließend erhielten alle Patienten über weitere 26 Wochen

Atorvastatin. Die Atorvastatin-Dosis (einmal täglich) betrug in den ersten 4 Wochen 10 mg und

wurde dann auf 20 mg erhöht, wenn der LDL-C-Spiegel über 3,36 mmol/l lag. Während der 26-

wöchigen Doppelblindphase senkte Atorvastatin signifikant die Plasmaspiegel von Gesamt-C,

LDL-C, Triglyzeriden und Apolipoprotein B. Der während der 26-wöchigen Doppelblindphase

erzielte LDL-C-Wert betrug im Mittel 3,38 mmol/l (Spanne: 1,81-6,26 mmol/l) in der Atorvastatin-

Gruppe versus 5,91 mmol/l (Spanne: 3,93-9,96 mmol/l) in der Placebogruppe.

In einer weiteren Studie zu Atorvastatin versus Colestipol bei pädiatrischen Patienten im Alter von

10-18 Jahren mit Hypercholesterinämie senkte Atorvastatin (n = 25) den LDL-C-Spiegel nach

Woche 26 im Vergleich zu Colestipol (n = 31) signifikant (p < 0,05).

An einer Compassionate-Use-Studie mit Patienten mit schwerer Hypercholesterinämie

(einschließlich homozygoter Hypercholesterinämie) nahmen 46 pädiatrische Patienten teil, deren

Atorvastatin-Dosis in Abhängigkeit vom Ansprechen titriert wurde (einige Patienten erhielten

80 mg Atorvastatin pro Tag). Die Studie dauerte 3 Jahre: Der LDL-Cholesterinspiegel wurde um

36 % gesenkt.

Die langfristige Wirksamkeit der Atorvastatin-Therapie in der Kindheit hinsichtlich der Reduktion

von Morbidität und Mortalität im Erwachsenenalter ist nicht nachgewiesen.

Die Europäische Arzneimittelagentur hat die Pflicht zur Vorlage der Ergebnisse von Studien zur

Anwendung von Atorvastatin bei Kindern von 0 bis < 6 Jahren zur Behandlung der heterozygoten

Hypercholesterinämie und bei Kindern von 0 bis < 18 Jahren zur Behandlung der homozygoten

familiären Hypercholesterinämie, der kombinierten (gemischten) Hypercholesterinämie und der

primären Hypercholesterinämie sowie zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse aufgehoben

(Informationen zur Anwendung bei pädiatrischen Patienten siehe Abschnitt 4.2).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Atorvastatin wird nach oraler Verabreichung schnell resorbiert; die maximale Plasmakonzentration

) wird nach ein bis 2 Stunden erreicht. Das Ausmaß der Resorption steigt proportional mit der

Wirkstoffdosis an. Atorvastatin Filmtabletten sind im Vergleich zu einer oralen Lösung zu 95 bis

99 % biologisch verfügbar. Die absolute Bioverfügbarkeit von Atorvastatin beträgt annähernd 12

%, und die systemisch verfügbare Hemmaktivität der HMG-CoA-Reduktase beträgt ca. 30 %. Die

geringe systemische Verfügbarkeit wird der präsystemischen Clearance in der gastrointestinalen

Mukosa und/oder einem First-Pass-Metabolismus in der Leber zugeschrieben.

Verteilung

Das mittlere Verteilungsvolumen von Atorvastatin beträgt ca. 381 Liter. Atorvastatin ist zu ≥ 98 %

an Plasmaproteine gebunden.

Biotransformation

Atorvastatin wird vom Cytochrom-P-450-Isoenzym 3A4 zu ortho- und parahydroxylierten

Derivaten und verschiedenen Beta-Oxidationsprodukten metabolisiert. Diese Produkte werden zum

Teil durch Glucuronidierung weiter metabolisiert.

In vitro

ist die Hemmung der HMG-CoA-

Reduktase durch ortho- und parahydroxylierte Metaboliten und durch Atorvastatin äquivalent.

Annähernd 70 % der zirkulierenden Hemmaktivität für die HMG-CoA-Reduktase werden den

aktiven Metaboliten zugeschrieben.

Elimination

Atorvastatin wird nach hepatischer und/oder extrahepatischer Umwandlung hauptsächlich über die

Galle eliminiert. Jedoch scheint Atorvastatin keinem signifikanten enterohepatischen Kreislauf zu

unterliegen. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit von Atorvastatin aus dem Plasma beträgt beim

Menschen annähernd 14 Stunden. Die Halbwertszeit für die HMG-CoA-Reduktase-Hemmaktivität

beträgt annähernd 20 bis 30 Stunden. Dies wird auf den Beitrag der aktiven Metaboliten

zurückgeführt.

Spezielle Patientengruppen

Ältere Patienten:

Der Plasmaspiegel von Atorvastatin und seinen aktiven Metaboliten ist bei

gesunden älteren Menschen höher als bei jungen Erwachsenen, während die Wirkung auf die

Lipide bei älteren Patienten vergleichbar zu der bei jungen Patienten ist.

Kinder und Jugendliche:

In einer 8-wöchigen, offenen Studie wurden pädiatrische Patienten (Alter

6-17 Jahre) der Tanner-Stadien 1 (n = 15) und ≥ 2 (n = 24) mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie und LDL-C-Ausgangswerten von ≥ 4 mmol/l mit einmal täglich Atorvastatin

5 oder 10 mg als Kautablette bzw. 10 oder 20 mg als Filmtablette behandelt. In einem

pharmakokinetischen Populationsmodell für Atorvastatin war das Körpergewicht die einzige

signifikante Kovariate. Bei allometrischer Skalierung nach dem Körpergewicht glich die apparente

orale Clearance von Atorvastatin bei pädiatrischen Patienten weitgehend der bei Erwachsenen. Im

gesamten Bereich der untersuchten Expositionen gegenüber Atorvastatin und o-

Hydroxyatorvastatin wurden konsistente Senkungen von LDL-C und Gesamt-C beobachtet.

Geschlecht:

Die Konzentrationen von Atorvastatin und seinen aktiven Metaboliten unterscheiden

sich bei Frauen und Männern (Frauen: C

ca. 20 % höher und AUC ca. 10 % kleiner). Diese

Unterschiede hatten keine klinische Bedeutung; daraus resultierten keine klinisch signifikanten

Unterschiede in der Wirkung auf die Lipide zwischen Männern und Frauen.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Erkrankung der Nieren hat keinen Einfluss auf

die Plasmaspiegel von Atorvastatin und seine aktiven Metaboliten oder ihre Wirkungen auf die

Lipide.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Die Plasmakonzentrationen von Atorvastatin und

seinen aktiven Metaboliten sind deutlich erhöht (C

annähernd 16fach und AUC annähernd

11fach) bei Patienten mit chronischer alkoholbedingter Lebererkrankung (Child-Pugh B).

SLOC1B1-Polymorphie

: Die hepatische Aufnahme aller HMG-CoA-Reduktase-Hemmstoffe

einschließlich Atorvastatin geschieht u. a. über den OATP1B1-Transporter. Bei Patienten mit

SLCO1B1-Polymorphie besteht das Risiko einer erhöhten Aufnahme von Atorvastatin, was zu

einem erhöhten Rhabdomyolyse-Risiko führen kann (siehe Abschnitt 4.4). Eine

Nukleotidpolymorphie in dem Gen, das für OATP1B1 codiert (SLCO1B1 c.521CC), führt im

Vergleich zu Personen ohne diese Genotyp-Variante (c.521TT) zu einer 2,4fach höheren

Atorvastatin-Exposition (AUC). Bei diesen Patienten ist darüber hinaus eine genetisch bedingte

Störung der hepatischen Aufnahme von Atorvastatin möglich. Eventuelle Auswirkungen auf die

Wirksamkeit sind nicht bekannt.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei vier

In-vitro-

Tests und einem

In-vivo

-Testsystem zeigte Atorvastatin kein mutagenes oder

klastogenes Potenzial. Bei Ratten erwies sich Atorvastatin als nicht karzinogen. Bei Mäusen kam

es jedoch bei hohen Dosen (die zu einer 6- bis 11fach höheren AUC

0-24 h

führten, als mit der

höchsten empfohlenen Dosis beim Menschen erreicht wird) zu hepatozellulären Adenomen bei den

männlichen und zu hepatozellulären Karzinomen bei den weiblichen Versuchstieren.

Aus tierexperimentellen Studien gibt es Hinweise, dass HMG-CoA-Reduktase-Hemmer die

Entwicklung von Embryo oder Fötus beeinflussen können. Bei Ratten, Kaninchen und Hunden

beeinflusste Atorvastatin die Fertilität nicht, und es war nicht teratogen. Bei maternal toxischen

Dosen wurde jedoch bei Ratten und Kaninchen eine fötotoxische Wirkung beobachtet. Bei einer

Exposition des Muttertiers mit hohen Atorvastatin-Dosen kam es bei Ratten zu einer verzögerten

Entwicklung und einer verringerten Überlebensrate des Nachwuchses. Bei Ratten ergaben sich

Hinweise auf eine Plazentagängigkeit. Die Atorvastatinkonzentrationen sind bei Ratten im Plasma

und in der Muttermilch ähnlich. Ob Atorvastatin oder seine Metaboliten in die menschliche

Muttermilch ausgeschieden werden, ist nicht bekannt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Mannitol (Ph.Eur.)

Copovidon

Natriumcarbonat

Croscarmellose-Natrium

Mikrokristalline Cellulose

Lactose-Monohydrat

Natriumdodecylsulfat

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Tablettenüberzug:

Poly(vinylalkohol)

Titandioxid (E171)

Talkum

Entölte Phospholipide aus Sojabohnen

Xanthangummi

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Atorvastatin PUREN Filmtabletten sind in Polyamid/Aluminiumfolie/PVC-Aluminiumfolie-

Blisterpackungen erhältlich.

Packungsgrößen:

28, 30, 50, 60 und 100 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

PUREN Pharma GmbH & Co. KG

Willy-Brandt-Allee 2

81829 München

Telefon: 089/558909 – 0

Telefax: 089/558909 – 240

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Atorvastatin PUREN 30 mg Filmtabletten: 97801.00.00

Atorvastatin PUREN 60 mg Filmtabletten: 97802.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

[siehe Unterschrift]

10.

STAND DER INFORMATION

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Anlage

zum Zulassungsbescheid Zul.-Nr. 97801.00.00

_______________________________________________________________________

Hersteller

Für die Chargenfreigabe im Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) verantwortliche

Hersteller

APL Swift Services (Malta) Limited

HF26, Hal Far Industrial Estate, Hal Far

Birzebbugia, BBG 3000

Malta

Milpharm Limited

Ares Block, Odyssey Business Park, West End Road

Ruislip HA4 6QD

Vereinigtes Königreich

Hersteller des Arzneimittels und Betriebsstätten

Aurobindo Pharma Limited - UNIT VII (SEZ)

Special Economic Zone, TSIIC, Plot No.S1 No. 411, 425, 434, 435 and 458

Green Industrial Park, Polepally village, Jedcherla Mandal, Mahaboobnagar District, 509302

Telangana state

Indien

APL Swift Services (Malta) Limited

HF26, Hal Far Industrial Estate, Hal Far

Birzebbugia, BBG 3000

Malta

Next Pharma Logistics GmbH

Reichenberger Straße 43

33605 Bielefeld

Deutschland

Prestige Promotion Verkaufsförderung & Werbeservice GmbH,

Lindigstr. 6

63801 Kleinostheim

Deutschland

Tjoapack Etten-Leur

Nieuwe Donk 9

4879 AC Etten-Leur

Niederlande

Wirkstoffhersteller und Betriebsstätten

Aurobindo Pharma Limited

Plot No. 2, Maitrivihar, Ameerpet, Hyderabad

Telangana 500 038

Indien

Betriebs-/Produktionsstätten

Aurobindo Pharma Limited, Unit I

Survey Nos. 385, 386, 388 to 396, Borpatla Village, Hatnoora Mandal, Medak District

Telangana 502296

Indien

Arch Pharma Labs Ltd

Survey No.323, Gundlamanchnur Village, Hathnoora Mandal, Medak District

Telangana 502 296

Indien

DSM SinochemPharmaceuticals Netherlands B.V

Alexander Fleminglaan 1

2613 AX Delft

Niederlande

Betriebs-/Produktionsstätten

DSM Sinochem Pharmaceuticals India Private Limited

Bhai Mohan Singh Nagar, Toansa

District Nawanshahr, Punjab,

144 533

Indien

DCM Shriram Industries Limited

Sardhana Road Daurala

Dist .Meerut, Uttar Pradesh, 250221

Indien

VIJAYASRI ORGANICS LIMITED

Plot No. 9, Jawaharlal Nehru Pharma city

Parawada, Visakhapatnam District

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