ARTISS 4 ml

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • ARTISS 4 ml tiefgefrorene Lösung
  • Darreichungsform:
  • tiefgefrorene Lösung
  • Zusammensetzung:
  • I) Kleberprotein-Lösung gefroren: fibrinogenum menschlichen 182 mg, aprotininum syntheticum 6000 U., albuminum Menschen, histidinum, nicotinamidum, polysorbatum 80, natrii citras dihydricus, Wasser q.s. zu einer Lösung anstelle von 2 ml. II) Thrombin-Lösung gefroren: thrombinum menschliche 8 U. I., calcium chloridum anhydricus, natrii chloridum, albuminum human -, Wasser-q.s. zu einer Lösung anstelle von 2 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • ARTISS 4 ml tiefgefrorene Lösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Blutprodukte
  • Therapiebereich:
  • Zur Klebung von subkutanem Gewebe in der Verbrennungschirurgie

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 58618
  • Berechtigungsdatum:
  • 15-07-2009
  • Letzte Änderung:
  • 12-09-2017

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Zulassungsinhaberin

ARTISS

Zusammensetzung

Kleberprotein-Lösung:

Wirkstoffe: Fibrinogenum humanum, Aprotininum (syntheticum)

Hilfsstoffe: Albuminum humanum, L-Histidinum, Nicotinamidum, Natrii citras dihydricum,

Polysorbatum 80 (Tween 80), Aqua ad iniectabilia

Thrombin-Lösung:

Wirkstoffe: Thrombinum humanum, Calcii chloridum

Hilfsstoffe: Albuminum humanum, Natrii chloridum, Aqua ad iniectabilia

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Doppelkammer-Fertigspritze für Fibrinkleber, tiefgefroren

ARTISS besteht aus den beiden Komponenten Kleberprotein (Fibrinogen)/Aprotinin – Lösung und

Thrombin/Calciumchlorid-Lösung, welche in jeweils eine Kammer einer Doppelkammerfertigspritze

abgefüllt werden.

Kleberprotein-Lösung:

Humanes Fibrinogen (als gerinnungsfähiges Protein) 911 mg/ml

Aprotinin (synthetisch) 3000 KIE2/ml

Thrombin-Lösung:

Thrombin 4 I.E.3/ml

Calciumchlorid 40 mmol/ml

1 Enthalten in einer Gesamtprotein-Konzentration von 110.5 mg/ml

2 1 EPU (European Pharmacopeia Units) entspricht 1800 KIE (Kallidogenase-Inaktivator-

Einheiten).

3 Die Thrombin-Aktivität wird gemäss dem aktuellen Internationalen WHO-Standard für Thrombin

ermittelt

Indikationen / Anwendungsmöglichkeiten

ARTISS ist indiziert zur Klebung von subkutanen Geweben in der plastischen, rekonstruktiven und

Verbrennungschirurgie, als Ersatz oder unterstützend zu Nähten und Klammern.

ARTISS ist nicht indiziert zur Hämostase.

Dosierung / Anwendung

ARTISS darf nur von erfahrenen Chirurgen angewendet werden, die in der Anwendung von ARTISS

geschult sind.

Dosierung:

Die zu verabreichende Menge und die Häufigkeit der Verabreichung von ARTISS richten sich

immer nach dem klinischen Bedarf des Patienten.

Die anzuwendende Dosis unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren wie der Art des chirurgischen

Eingriffs, der Grösse der betroffenen Fläche, der Art der beabsichtigten Applikation und der Anzahl

der Verabreichungen.

Die Verabreichung des Präparats muss durch den behandelnden Arzt individuell festgelegt werden.

Bei klinischen Studien wurden im Normalfall Einzeldosen von 0,2 bis 12 ml verabreicht. Bei einigen

Eingriffen (z.B. Verklebung grosser Verbrennungsflächen) können grössere Volumina benötigt

werden.

Die bei der Erstapplikation auf eine anatomische Struktur bzw. Zielfläche eingesetzte Menge soll

ausreichen, um den betreffenden Bereich vollständig abzudecken. Die Anwendung kann bei Bedarf

wiederholt erfolgen. Eine Wiederanwendung von ARTISS auf eine bestehende polymerisierte

ARTISS Schicht sollte jedoch vermieden werden, da ARTISS auf einer polymerisierten Schicht nicht

klebt.

Es wird empfohlen, dass die Erstapplikation den gesamten vorgesehenen Anwendungsbereich

abdeckt.

Als Richtlinie zur Klebung von Flächen gilt: 1 Packung ARTISS 2 ml (d.h. 1 ml Kleberproteinlösung

plus 1 ml Thrombinlösung) reicht für eine Fläche von mindestens 10 cm². Beim Aufsprühen von

ARTISS reicht dieselbe Menge aus, um deutlich grössere Flächen zu bedecken, je nach der

spezifischen Indikation und dem individuellen Fall.

Unmittelbar nach der Applikation von ARTISS sollte das Hauttransplantat auf die Wunde befestigt

werden. Der Arzt hat, vor der Polymerisation, bis zu 60 Sekunden Zeit um das Transplantat zu

manipulieren und positionieren. Nachdem der Lappen oder das Transpantat positioniert wurde, sollte

die gewünschte Position während mindestens 3 Minuten unter leichter Kompression gehalten

werden, um sicherzustellen, dass sich ARTISS verfestigt und das Transplantat oder der Lappen fest

an das darunterliegende Gewebe haftet.

Es empfiehlt sich, eine möglichst dünne Schicht des Gemisches aus Kleberprotein- und

Thrombinlösung aufzutragen, um eine übermässige Bildung von Granulationsgewebe zu vermeiden

und eine allmähliche Resorption des verfestigten Fibrinklebers zu erreichen.

ARTISS wurde in klinischen Studien nicht an Patienten > 65 Jahre verabreicht.

Art der Anwendung

Zur topischen Anwendung auf der Wundfläche. Nicht injizieren.

Nur für die subkutane Anwendung. ARTISS wird nicht für die Anwendung in der Laparoskopie

empfohlen.

Um optimale Sicherheit bei der Anwendung von ARTISS zu gewährleisten, soll beim Aufsprühen

ein Druckregelgerät verwendet werden, dessen Maximaldruck höchstens 2,0 bar (28,5 psi) beträgt.

Vor dem Aufbringen von ARTISS muss die Wundoberfläche mittels Standardtechniken (z. B.

intermittierende Anwendung von Kompressen, Tupfern, Anwendung von Saugern) getrocknet

werden.

ARTISS darf nur auf sichtbare Applikationsstellen gesprüht werden.

ARTISS soll ausschliesslich nach den Anweisungen und unter Verwendung der Produkte und Geräte

rekonstituiert bzw. verabreicht werden, die für dieses Produkt empfohlen werden (siehe „Hinweise

für die Handhabung“).

Für die Sprühapplikation siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“ und „Hinweise für die

Handhabung“ mit besonderen Empfehlungen zum erforderlichen Druck und Gewebeabstand je nach

Art des Eingriffs und zur Länge der Applikationshilfen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

ARTISS ist geeignet für die Anwendung nach Vollendung des ersten Lebensjahres. Die klinischen

Daten für eine Verwendung unterhalb dieser Altersgrenze sind unzureichend (siehe

„Eigenschaften/Wirkungen“).

Kontraindikationen

Ausschliesslich zur topischen Anwendung auf Läsionen

ARTISS darf nicht intravaskulär angewendet werden. Eine intravaskuläre Anwendung kann

lebensbedrohliche thromboembolische Ereignisse zur Folge haben.

Bei Überempfindlichkeit gegenüber einem der Wirkstoffe oder sonstigen Bestandteile, sowie bei

bekannter Überempfindlichkeit gegen Rinderprotein oder synthetisches Aprotinin, darf ARTISS

nicht angewendet werden.

Die alleinige Anwendung von ARTISS ist nicht indiziert für die Behandlung von massiven und

starken arteriellen oder venösen Blutungen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Nicht für die intravaskuläre Anwendung. Die Injektion von ARTISS in Weichgewebe kann zu einer

lokalen Gewebeschädigung führen.

Bei intravaskulärer Verabreichung können lebensbedrohliche thromboembolische Komplikationen

auftreten.

Bei der Verabreichung von Fibrinklebern mit einem Sprühgerät ist Vorsicht geboten.

Jede Anwendung von Druckgas ist mit einem potenziellen Risiko von Luftembolie, Gewebsruptur

oder Gaseinschluss mit Druck, die lebensbedrohlich sein kann, verbunden.

ARTISS soll nur als dünne Schicht aufgetragen werden. Eine zu dicke Schicht kann die Wirksamkeit

des Produkts und die Wundheilung negativ beeinflussen.

Bei der Verwendung von Sprühgeräten mit Druckgasreglern zur Verabreichung von Fibrinklebern

sind lebensbedrohliche Luft- oder Gasembolien aufgetreten. Dies scheint auf die Verwendung von

Sprühapplikatoren bei einem höheren als dem empfohlenen Druck und/oder in zu geringem Abstand

zur Gewebeoberfläche zurückzuführen sein. Das Risiko scheint höher zu sein, wenn Fibrinkleber mit

Luft aufgesprüht werden, als beim Sprühen mit CO2 und ist daher bei der Anwendung von ARTISS

nicht auszuschliessen.

Wird ARTISS mittels Sprühapplikation aufgetragen, muss sichergestellt werden, dass ein Druck

verwendet wird, der im vom Hersteller des Sprühgeräts empfohlenen Druckbereich liegt (siehe

Tabelle unter „Hinweise zur Handhabung“ für Drücke und Abstände).

ARTISS soll nur per Sprühapplikation verabreicht werden, wenn der Sprühabstand exakt beurteilt

werden kann. Nicht näher als im empfohlenen Abstand aufsprühen.

Beim Aufsprühen von ARTISS sollen Änderungen von Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung und

endexspiratorischem CO2 überwacht werden, da die Möglichkeit einer Luft- oder Gasembolie

besteht (siehe auch „Dosierung/Anwendung“).

ARTISS darf nicht mit dem Easy Spray / Spray Set System in umschlossenen Körperbereichen

verwendet werden.

ARTISS ist in Situationen, in denen eine schnelle Gerinnung des Klebers erforderlich ist, zur

Hämostase und zum Kleben nicht indiziert. Insbesondere bei kardiovaskulären Eingriffen, bei denen

das Kleben von Gefässanastomosen beabsichtigt wird, sollte ARTISS nicht angewendet werden.

ARTISS ist nicht angezeigt für den Einsatz in der Neurochirurgie oder als Nahtunterstützung bei

gastrointestinalen oder vaskulären Anastomosen, da keine Daten vorliegen, die diese Indikationen

stützen würden.

Vor der Anwendung von ARTISS müssen alle Körpergebiete ausserhalb der zu behandelnden Fläche

sorgfältig abgedeckt werden, um eine Gewebeadhäsion an einer unerwünschten Stelle zu vermeiden.

Überempfindlichkeits- oder allergische/anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen können bei der

Anwendung von ARTISS, ein Fibrinkleber, auftreten, da dieser Aprotinin enthält. In spezifischen

Fällen, können sich diese Reaktionen zu einer lebensbedrohlichen Anaphylaxie entwickeln.

Aprotinin ist wegen seinen antifibrinolytischen Eigenschaften in ARTISS enthalten. Aprotinin, ein

monomeres Polypeptid, ist bekannt mit dem Risiko von anaphylaktischen Reaktionen im

Zusammenhang zu stehen. Auch bei strikt lokaler Anwendung besteht das Risiko von

anaphylaktischen Reaktionen auf Aprotinin, insbesondere im Fall einer vorangegangenen Exposition.

Deshalb sollte jede Verwendung von Aprotinin oder aprotininhaltigen Präparaten in der Krankenakte

vermerkt werden.

Da synthetisches Aprotinin die identische Struktur wie das bovine Aprotinin aufweist, sollte die

Anwendung von ARTISS bei Patienten mit Allergien gegen Rinderproteine sorgfältig abgewogen

werden.

Im Falle einer anaphylaktischen/anaphylaktoiden- oder schweren Überempfindlichkeitsreaktion ist

die Anwendung sofort abzubrechen. Falls möglich, bereits appliziertes, polymerisiertes Produkt von

der Operationsstelle entfernen. Im Fall einer anaphylaktischen Reaktion, muss eine adäquate

medizinische Behandlung und Massnahmen sofort verfügbar sein. Die derzeit gültigen

Standardmassnahmen müssen angewandt werden. Bei einem Schock muss die geeignete

medizinische Standardbehandlung eingeleitet werden.

Die Kleberprotein- und die Thrombinlösung von ARTISS werden aus humanem Plasma hergestellt.

Standardmassnahmen zur Verhinderung von Infektionen, die sich durch den Einsatz von

Arzneimitteln ergeben, die aus Blut oder Blutplasma hergestellt werden, schliessen die Auswahl der

Spender und das Screening der einzelnen Spenden und Plasmapools auf spezifische Infektionsmarker

sowie den Einsatz effektiver Schritte zur Inaktivierung / Entfernung von Viren im

Herstellungsverfahren ein. Dennoch kann bei der Verabreichung von Arzneimitteln aus

menschlichem Blut oder Blutplasma die Möglichkeit der Übertragung von Krankheitserregern nicht

völlig ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für bislang unbekannte oder neu aufgetretene Viren und

andere Pathogene.

Die ergriffenen Sicherheitsmassnahmen werden als wirksam gegen umhüllte Viren wie z.B. HIV,

HBV und HCV sowie gegen das unbehüllte Hepatitis A Virus (HAV) betrachtet. Für Parvovirus B19

können die getroffenen Massnahmen von eingeschränktem Wert sein.

Parvovirus B19 Infektionen können schwerwiegende Folgen für schwangere Frauen (fötale

Infektion) und für Personen mit Immunmangelkrankheiten oder gesteigerter Erythropoiese (z.B.

hämolytische Anämie) haben.

Es wird empfohlen, bei jeder Verabreichung von ARTISS Fibrinkleber an einen Patienten den

Namen und die Chargennummer des Präparates zu dokumentieren, um einen Zusammenhang

zwischen Patient und Produktcharge herzustellen.

Interaktionen

Es wurden keine Interaktionssstudien mit ARTISS durchgeführt. Alkohol-, jod- oder

schwermetallhaltige Lösungen interferieren wegen der Denaturierung von Proteinen oder anderen

Mechanismen mit der Wirksamkeit des Präparates. Deshalb sollten solche Substanzen vor der

Anwendung von ARTISS weitestmöglich entfernt werden.

Schwangerschaft, Stillzeit

Die Sicherheit der Anwendung von Fibrinklebern während der Schwangerschaft und Stillzeit wurde

nicht in kontrollierten klinischen Studien untersucht.

Es liegen keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Auswirkung auf Schwangerschaft,

Embryonalentwicklung, Entwicklung des Fötus und/oder die postnatale Entwicklung vor. Daher, und

weil ein Gehalt an Parvovirus B19 in ARTISS nicht kategorisch ausgeschlossen werden kann (siehe

„Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen), sollte das Medikament in der Schwangerschaft und

während der Stillzeit nicht angewendet werden, es sein denn dies ist eindeutig erforderlich.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

Unerwünschte Wirkungen

In seltenen Fällen können bei Patienten, die mit Fibrinkleber/Hämostatika behandelt werden,

Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen auftreten (z.B. Angioödeme, Brennen

und Stechen am Verabreichungsort, Bradykardie, Bronchospasmus, Schüttelfrost, Atemnot,

Hautrötungen (Flush), generalisierte Urtikaria, Kopfschmerzen, Nesselsucht, Hypotonie, Lethargie,

Übelkeit, Juckreiz, Ruhelosigkeit, Tachykardie, Engegefühl in der Brust, Kribbeln, Erbrechen,

Stenoseatmung).

In Einzelfällen sind diese Reaktionen bis zur schweren Anaphylaxie fortgeschritten. Solche

Reaktionen können besonders dann beobachtet werden, wenn das Präparat wiederholt oder bei

Patienten angewendet wird, bei denen bereits früher eine Überempfindlichkeit gegenüber Aprotinin,

Rinderproteine (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“) oder einen anderen Bestandteil

des Präparats aufgetreten ist.

Selbst wenn eine erste Behandlung mit ARTISS gut vertragen wurde, kann eine weitere Anwendung

des Präparats oder die systemische Anwendung von Aprotinin schwere anaphylaktische Reaktionen

zur Folge haben.

In seltenen Fällen können sich Antikörper gegen Bestandteile des Fibrinklebers bilden.

Intravaskuläre Verabreichung kann zu thromboembolischen Komplikationen führen, und es besteht

ein Risiko anaphylaktischer Reaktionen.

Hinweise zur Sicherheit in Bezug auf übertragbare Erreger siehe „Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen“.

Die folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen wurden in einer kontrollierten klinischen

Studie bei 138 Patienten beobachtet, bei der ARTISS verwendet wurde, um Spalthautlappen-

Transplantate auf exzidierten Brandwunden zu fixieren. Keines der Ereignisse wurde als

schwerwiegend eingestuft.

Insgesamt 8 nicht schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (UE) wurden vom Versuchsleiter auf

die Verwendung von ARTISS zurückgeführt. Bei den 8 berichteten nicht schwerwiegenden UE

handelte es sich in 5 Fällen um ein Versagen des Hauttransplantats: in 4 Fällen um eine

Transplantatablösung/ Nichthaften und in 1 Fall um eine Transplantatnekrose. Die

Transplantatablösung kann bei 2 Patienten auf ein Überschreiten der maximalen Auftautemperatur

(40 °C) bei der Zubereitung des Studienpräparats zurückzuführen sein. Bei den 3 übrigen nicht

schwerwiegenden UE, die mit ARTISS in Verbindung gebracht wurden, handelt es sich in 2 Fällen

um das Auftreten von Juckreiz und in 1 Fall um eine Hautzyste. Für die Transplantatnekrose und die

2 Fälle von Juckreiz, die mit ARTISS in Verbindung gebracht wurden, wurde jeweils mit gleichem

Zeitpunkt des Einsetzens und gleichem Schweregrad ein entsprechendes UE an der Stelle berichtet,

an der Metallklammern verwendet wurden. Das Auftreten der Transplantatnekrose, der 2 Fälle von

Juckreiz und des 1 Falles einer Hautzyste ist daher sehr wahrscheinlich nicht auf ARTISS

zurückzuführen, sondern gehört zu dem für eine Transplantatstelle erwarteten möglichen Verlauf,

unabhängig von der Befestigungsmethode.

Insgesamt konnte durch die in dieser Studie erhobenen und ausgewerteten Daten die

Unbedenklichkeit der Anwendung von ARTISS zur Befestigung von Hauttransplantaten (Sheets) bei

Patienten mit Verbrennungen Grad IIb bis Grad III belegt werden.

Die Nebenwirkungen aus einer klinischen Studie mit 138 Patienten und aus der post-marketing

surveillance sowie die Häufigkeiten ihres Auftretens sind wie folgt:

Sehr häufig (³ 1/10), häufig (³ 1/100 bis <1/10), gelegentlich (³ 1/1,000 bis <1/100), selten (³ 1/10,000

bis <1/1,000), sehr selten (< 1/10,000) unbekannt (kann nicht anhand den vorhandenen Daten

geschätzt werden).

Klinische Studie

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Gelegentlich: Hautzyste

Häufig: Juckreiz

Verletzungen und Vergiftungen

Häufig: Versagen des Hauttransplantats

Post-Marketing Surveillance

Funktionsstörungen der Gefässe

Unbekannt: Luftembolie: wie mit anderen Fibrinklebern sind bei der Verwendung von Druckgas

oder Druckluft lebensbedrohliche/tödliche Luft- oder Gasembolien aufgetreten. Diese Ereignisse

scheinen mit einer unsachgemässen Anwendung von Sprühgeräten im Zusammenhang zu stehen

(z.Bsp. mit einem höheren Druck als empfohlen und in unmittelbarer Nähe der Gewebsoberfläche).

Klasseneffekte

Die im Folgenden aufgeführten Nebenwirkungen sind mit Fibrinkleber / Hämostatika assoziert.

Störungen des Immunsystems:

Anaphylaktische Reaktionen inklusive anaphylaktischer Schock, Überempfindlichkeitsreaktionen,

welche sich durch Reizung an der Applikationsstelle, Brustkorbbeschwerden, Schüttelfrost,

Kopfschmerz, Lethargie, Unruhe und Erbrechen manifestieren können.

Funktionsstörungen des Herzens:

Bradykardie, Tachykardie

Funktionsstörungen der Gefässe:

Hypotonie, Hämatom NOS

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen:

Dyspnoe, Bronchospasmus

Gastrointestinale Beschwerden:

Übelkeit

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Urtikaria, Angioödem

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle:

Flush, gestörte Heilung, Ödem, Fieber

Verletzungen und Vergiftungen:

Serom

Überdosierung

ARTISS sollte nur als dünne Schicht aufgetragen werden. Zu dicke Fibrinschichten können einen

Einfluss auf die Wirksamkeit des Produktes und auf die Wundheilung haben (siehe Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen)

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: lokale Hämostatika, ATC-Code: B02BC30;

ARTISS kann Nähte oder Klammern ersetzen, wenn es zur Befestigung von Hauttransplantaten auf

Verbrennungsflächen oder anderen Wundflächen verwendet wird. ARTISS kann eingesetzt werden,

um Nähte und Klammern für Hautlappen zu unterstützen bei Fällen, wo bei Nähte/Klammern

unzureichende Ergebnisse hinsichtlich postoperativer Hämatome oder Serome erwartet werden

Die Fibrinklebung imitiert die letzte Phase der Blutgerinnung. Fibrinogen wird durch Aufspaltung in

Fibrinmonomere und Fibrinpeptide in Fibrin umgewandelt. Die Fibrinmonomere bilden durch

Aggregation ein Fibringerinnsel.

Bei fortschreitender Wundheilung wird durch Plasmin und durch die Entstehung von

Fibrinabbauprodukten eine erhöhte fibrinolytische Aktivität initiiert. Dieser proteolytische Abbau

von Fibrin wird durch Antifibrinolytika gehemmt. Aprotinin ist als Antifibrinolytikum, um einen

verfrühten Abbau des Clots zu verhindern, in ARTISS enthalten.

Die Fixierung von Spalthauttransplantaten auf Verbrennungswunden mit ARTISS wurde in einer

prospektiven, randomisierten, kontrollierten klinischen Multizenterstudie untersucht. Nach Exzision

der Wunden wurden bei jedem der 138 Patienten 2 vergleichbare Testorte bestimmt. An einem

Testort wurde das Transplantat mit ARTISS fixiert, an dem anderen Testort wurde das Transplantat

mit Metallklammern (Kontrolle) befestigt.

Von den 138 behandelten Patienten, waren 94 (68.1%) männlich und 44 (31.9%) weiblich. Das

Durchschnittsalter war 30.8 (SD± 17.6) Jahre; 19 (13.8%) Patienten waren ≤ 6 Jahre alt, 21 (15.2%)

Patienten waren 7 bis 18 Jahre alt, und 98 (71.0%) waren über 18 Jahre alt. Die mittlere geschätzte

Gesamtkörperoberfläche (TBSA) für alle Verbrennungswunden war 13.6% (SD ± 9.2%). Die

durchschnittliche geschätzte TBSA welche eine Transplantation erforderte war 8.0% (SD ± 6.9%).

Die mittlere geschätzte TBSA für die ARTISS Testorte war 1.7 ± 0.8% und für die geklammerten

Testorte 1.7 ± 0.7%. Die Verbrennungen wurden in 106 (76.8%) von den 138 behandelten Patienten

als drittgradig und in 32 (23.2%) Patienten als tief zweitgradig klassifiziert. Das mittlere applizierte

Volumen war 2.7 ± 1.9 ml (Bereich: 0.2 bis 12.0 ml). Die mittlere behandelte Oberfläche war 166 ±

95.0 cm2 (Bereich 26.1 bis 602 cm2). Das mittlere berechnete Dosierungsvolumen war 1.8 ± 1.1

ml/100 cm2 (Bereich: 0.2 bis 6.0 ml/100 cm2).

Die Sicherheitspopulation beinhaltete alle 138 behandelte Patienten; bei 11 Patienten erfolgte jedoch

keine Beurteilung des primären Endpunktes, so dass die modifizierte „Intent-to-treat Population“

(ITT) aus 127 Patienten bestand. Am Tag 28 wurde in 43.3% der ARTISS Testorte und in 37.0% der

geklammerten Testorte der 127 ITT Patienten ein vollständiger Wundverschluss erreicht. Die untere

Grenze des 97.5% Konfidenzintervalls der Differenz zwischen ARTISS und den Klammern war

-0.029. Ein ähnliches Resultat wurde mit der „Per Protocol“ (PP) Population erhalten: ein

vollständiger Wundverschluss am Tag 28 wurde in 45.3% der ARTISS Testorte und 39.6% in den

geklammerten Testorte der 106 PP Patienten erreicht. Die untere Grenze des 97.5%

Konfidenzintervalls der Differenz zwischen ARTISS und den Klammern war -0.041.

ARTISS erwies sich in Bezug auf den vollständigen Wundverschluss am Tag 28 bei Anwendung

eines einseitigen Konfidenzintervalls von 97.5% als nicht unterlegen gegenüber Metallklammern in

den ITT und PP Populationen, da die untere Grenze des Konfidenzintervalls der Differenz der

Erfolgsrate zwischen ARTISS und Metallklammern grösser war als die vorgegebene Grenze von

-0.1.

Pharmakokinetik

Eine intravaskuläre Verabreichung ist kontraindiziert. Folglich wurden keine pharmakokinetischen

Studien zur intravaskulären Anwendung beim Menschen durchgeführt. Der Fibrinkleber wird wie

körpereigenes Fibrin mittels Fibrinolyse und Phagozytose metabolisiert.

Präklinische Daten

ARTISS mit (bovinem oder synthetischem) Aprotinin hat sich in in-vivo-Studien inklusive solcher

zur Wundheilung bei Ratten und Kaninchen als gut verträglich erwiesen.

In humanen Fibroblasten-Kulturen zeigte die Kleberproteinlösung von ARTISS hervorragende

Zellkompatibilität bei fehlender Zytotoxizität. Darüberhinaus konnte in geeigneten In vitro-Tests

keine Mutagenität nachgewiesen werden.

Subkutane akute Toxizitätsstudien an Ratten und Kaninchen zeigten keine akute Toxizität von

ARTISS bei guter lokaler Verträglichkeit. Synthetisches und bovines Aprotinin wurden selbst nach

einmaliger intravenöser und paravenöser Applikation sehr hoher Dosen (bis 1‘500‘000 IU/kg bei

Ratte oder Maus toleriert. Die beobachteten No-Observed Adverse-Event-Effect Level wurden mit <

100‘000 IU/kg (Maus) und < 200‘000 IU/kg (Ratte) bestimmt. In geeigneten Meerschweinchen-

Modellen gab es weder Anzeichen für sensibilisierendes noch für anaphylaktisches Potential von

synthetischem oder bovinem Aprotinin.

Basierend auf einer systematischen Literaturanalyse können auf für ARTISS verwendeten

Lösungsmitteln / Detergentien / Reagentien beruhende Nebenwirkungen oder Toxizitäten

ausgeschlossen werden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

ARTISS darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Oxidierte Cellulose-haltige Präparate können die Wirksamkeit von ARTISS vermindern und sollten

deshalb nicht als Trägermaterial eingesetzt werden.

Alkohol-, jod- oder schwermetallhaltige Lösungen interferieren wegen der Denaturierung von

Proteinen oder anderen Mechanismen mit der Wirksamkeit des Präparates. Lässt sich deren

Verwendung nicht vermeiden, so sind etwaige Reste vor Beginn der Klebung möglichst vollständig

zu entfernen.

Haltbarkeit

ARTISS darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit ’’Exp:’’ bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Im Tiefkühlschrank bei £ -20 °C lagern. Die Kühlkette bis zur Anwendung nicht unterbrechen.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Für Kinder unerreichbar aufbewahren!

Ungeöffnete, bei Raumtemperatur aufgetaute Beutel können bei kontrollierter Raumtemperatur

(nicht über +25 °C) bis zu 14 Tage gelagert werden.

Nach dem Auftauen darf das Präparat nicht wieder eingefroren oder im Kühlschrank gelagert

werden.

Hinweise für die Handhabung

Allgemeines

Vor der Anwendung von ARTISS alle Körperteile ausserhalb der zu behandelnden Fläche sorgfältig

abdecken, um eine Gewebeadhäsion an einer unerwünschten Stelle zu vermeiden.

Um zu vermeiden, dass ARTISS an Handschuhen und Instrumenten anhaftet, diese vor dem Kontakt

mit Kochsalzlösung anfeuchten.

Als Richtlinie zur Klebung von Flächen gilt: 1 Packung ARTISS 2 ml (d.h. 1 ml Kleberproteinlösung

plus 1 ml Thrombinlösung) reicht für eine Fläche von mindestens 10 cm².

Beim Aufsprühen von ARTISS reicht dieselbe Menge aus, um deutlich grössere Flächen zu

bedecken, je nach der spezifischen Indikation und dem individuellen Fall.

Die erforderliche Dosis von ARTISS ist von der Grösse der zu bedeckenden Fläche abhängig. Die

ungefähren Abmessungen der durch die einzelnen Packungsgrössen von ARTISS abgedeckten

Flächen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Maximale Abmessungen der unter Verwendung von Druckgas zu

klebenden Fläche

Erforderliche

Packungsgrösse

100 cm²

200 cm²

2 ml

4 ml

Vorbereitung und Rekonstitution

Die Kleberproteinlösung und die Thrombinlösung sind in einer Doppelkammerspritze zum

Einmalgebrauch enthalten. An den Konussen der Doppelkammer-Fertigspritze befindet sich eine

Verschlusskappe und jede Spritzenhalterung ist mit einem Silikongummiverschluss verschlossen.

Die gesamte Einheit wird unter aseptischen Bedingungen hermetisch in zwei sterilisierte Alu-

Kunststoffumhüllungen eingesiegelt. Die innere Umhüllung und deren Inhalt sind bei unbeschädigter

äusserer Verpackung steril.

Es wird empfohlen, die beiden Kleberkomponenten unter Verwendung eines sterilen Wasserbads bei

einer Temperatur von 33–37 °C aufzutauen und zu erwärmen. Die Temperatur von 37 °C darf hierbei

nicht überschritten werden. (Um den vorgegebenen Temperaturbereich zu gewährleisten, sollte die

Wassertemperatur mittels eines Thermometers überwacht und das Wasser gegebenenfalls gewechselt

werden. Bei Verwendung eines sterilen Wasserbades zum Auftauen und Erwärmen sollte die

Doppelkammer-Fertigspritze aus den Alu-Kunststoffumhüllungen entnommen werden.)

Die Spritzenverschlusskappe sollte erst nach dem vollständigen Auftauen und wenn das

Verbindungsstück zum Aufstecken bereit ist, entfernt werden. ARTISS erst verwenden, wenn das

Präparat vollständig aufgetaut und erwärmt ist (flüssige Konsistenz).

Fertigspritzen unter Anwendung eines der folgenden Verfahren auftauen:

1. Auftauen bei Raumtemperatur (nicht über +25 °C):

Das Präparat kann bei Raumtemperatur aufgetaut werden. In Tabelle 1 sind die erforderlichen

Mindestzeiten für das Auftauen bei Raumtemperatur aufgeführt. Das WPräparat kann (in beiden Alu-

Kunststoffumhüllungen) maximal 14 Tage bei Raumtemperatur gelagert werden.

Wird das Präparat bei Raumtemperatur aufgetaut, muss es direkt vor der Anwendung zusätzlich in

einem Inkubator auf 33–37 °C erwärmt werden. Die jeweils erforderliche Auftaudauer im Inkubator

ist ebenfalls in Tabelle 1 angegeben.

Tabelle 1: Auftau- und Erwärmzeiten bei Raumtemperatur (= RT) mit anschliessender zusätzlicher

Erwärmung in einem Inkubator bei 33 °C bis maximal 37 °C vor der Anwendung

Packungsgrösse

Auftauzeiten bei Raumtemperatur

(Präparat in Alu-

Kunststoffumhüllungen)

Erwärmzeiten bei 33–37 °C im Inkubator

nach Auftauen bei RT (Präparat in Alu-

Kunststoffumhüllungen)

2 ml

 60 Minuten + 15 Minuten

4 ml

110 Minuten + 25 Minuten

Wenn ARTISS auf 33-37 °C aufgewärmt wurde, kann das Produkt bis zu 4 Stunden aufbewahrt

werden.

2. Schnellauftauen

Tabelle 2: Auftau- und Erwärmzeiten in einem sterilen Wasserbad bei 33 °C bis maximal 37 °C

Den Kolben und den inneren Beutel in den Sterilbereich verbringen, die Fertigspritze aus dem

Innenbeutel entnehmen und direkt in das sterile Wasserbad legen. Sicherstellen, dass die Inhalte der

Fertigspritze vollständig in das Wasser eingetaucht sind.

Packungsgrösse

Auftau- und Erwärmzeiten (Präparat aus Alu-Kunststoffumhüllungen

entnommen)

2 ml

5 Minuten

4 ml

5 Minuten

Eine dritte Alternative besteht darin, das Präparat ausserhalb des sterilen Bereichs unter Verwendung

eines nicht sterilen Wasserbads aufzutauen.

Hierzu die Fertigspritze in den beiden Beuteln belassen und für die entsprechende Dauer in ein

Wasserbad ausserhalb des Sterilbereichs legen (siehe Tabelle 3). Sicherstellen, dass die Beutel

während der gesamten Auftaudauer in das Wasser eingetaucht bleiben. Nach dem Auftauen aus dem

Wasserbad entnehmen, den Aussenbeutel trocknen und den Innenbeutel mit der Fertigspritze und

dem Kolben in den Sterilbereich verbringen.

Tabelle 3: Auftau- und Erwärmzeiten ausserhalb des Sterilbereichs in einem nicht sterilen Wasserbad

bei 33 °C bis maximal 37 °C

Packungsgrösse

Auftau- und Erwärmzeiten (Präparat in Alu-

Kunststoffumhüllungen)

2 ml

30 Minuten

4 ml

40 Minuten

Alternativ können die Kleberkomponenten auch in einem Inkubator bei einer Temperatur zwischen

33 °C und 37 °C aufgetaut und erwärmt werden. Die jeweiligen Auftau- und Erwärmzeiten im

Inkubator sind in Tabelle 4 angegeben. Die Angaben beziehen sich auf das Präparat in den Alu-

Kunststoffumhüllungen.

Tabelle 4: Auftau- und Erwärmzeiten in einem Inkubator bei 33 °C bis maximal 37 °C

Packungsgrösse

Auftau- und Erwärmzeiten im Inkubator

(Präparat in Alu-Kunststoffumhüllungen)

2 ml

40 Minuten

4 ml

85 Minuten

Hinweis:

–Von einem Auftauen in der Hand ist abzusehen.

–Nicht in der Mikrowelle erwärmen.

–Nach dem Auftauen nicht wieder im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

Nach dem schnellen Auftauen (d. h. Auftauen bei einer Temperatur von 33-37 °C) kann ARTISS bis

zu maximal 4 Stunden bei 33-37 °C aufbewahrt werden.

Um eine optimale Vermischung der beiden Lösungen zu erzielen, müssen die beiden

Kleberkomponenten unmittelbar vor der Anwendung auf 33–37 °C erwärmt werden. (Die

Temperatur von 37 °C darf jedoch in keinem Fall überschritten werden!)

Die Kleberproteinlösung und die Thrombinlösung sollten klar bis leicht opaleszierend sein.

Lösungen, die trüb sind oder Ablagerungen aufweisen, nicht verwenden. Die aufgetauten Präparate

vor der Anwendung visuell auf Schwebstoffe und Verfärbungen überprüfen.

Die aufgetaute Kleberproteinlösung sollte eine leicht viskose Flüssigkeit sein. Wenn die Lösung die

Konsistenz eines verfestigten Gels aufweist, ist davon auszugehen, dass sie denaturiert wurde (z.B.

aufgrund einer Unterbrechung der Kühlkette oder durch Überhitzen während des Erwärmens). In

diesem Fall darf ARTISS nicht angewendet werden.

Bei Raumtemperatur aufgetaute ungeöffnete Beutel können bei kontrollierter Raumtemperatur (nicht

über +25 °C) bis zu 14 Tage gelagert werden. Wird das Präparat nicht innerhalb von 14 Tagen nach

dem Auftauen verwendet, muss es verworfen werden.

Die Spritzenverschlusskappe sollte erst nach dem vollständigen Auftauen und wenn das

Verbindungsstück zum Aufstecken bereit ist, entfernt werden. ARTISS erst verwenden, wenn das

Präparat vollständig aufgetaut und erwärmt ist (flüssige Konsistenz).

Zu weiteren Anweisungen für die Vorbereitung bitte das zuständige Krankenpflegepersonal oder den

Arzt befragen.

Verabreichung

Für die Applikation die Doppelkammerspritze mit der Kleberproteinlösung und der Thrombinlösung

mit einem Anschluss-Stück und einer Applikationskanüle verbinden. Sämtliche dafür benötigte

Elemente befinden sich im doppelt steril verpackten Applikationshilfen-Set.

Der gemeinsame Kolben der Doppelkammerspritze stellt sicher, dass gleiche Mengen der beiden

Kleberkomponenten über das Anschluss-Stück in die Applikationskanüle gelangen, wo sie

durchmischt und anschliessend aufgetragen werden.

Arbeitsanleitung

–Die Konusse der Doppelkammerspritze mit dem Anschluss-Stück verbinden. Dabei auf festen Halt

achten. Das Anschluss-Stück mit der Sicherungslasche an der Doppelkammerspritze fixieren. Sollte

die Sicherungslasche reissen, das Ersatz-Anschlussstück verwenden. Sollte keines vorhanden sein,

kann das System trotzdem verwendet werden, jedoch ist sorgfältig darauf zu achten, dass die

Verbindung fest sitzt und dicht ist.

–Eine Applikationskanüle auf das Anschluss-Stück stecken.

–Die Luft im Anschluss-Stück und in der Applikationskanüle erst bei der Anwendung mit

herausdrücken, da sonst möglicherweise die Austrittsöffnung der Kanüle verstopfen könnte.

–Unmittelbar vor der Anwendung sollten die ersten Tropfen von der Applikationskanüle

ausgeschieden und verworfen werden, um die Anwendung von einem ausreichend vermischten

Präparates sicherzustellen.

–Das Gemisch aus Kleberprotein- und Thrombinlösung auf die zu behandelnde Oberfläche oder auf

die Flächen der zu verklebenden Teile auftragen.

–Wenn die Applikation der Fibrinkleberkomponenten unterbrochen wird, kann es zu einer

Verstopfung der Kanüle kommen. Die Applikationskanüle in diesem Falle erst unmittelbar vor der

Fortsetzung der Applikation gegen eine neue austauschen. Sollten die Austrittsöffnungen des

Anschluss-Stücks verstopft sein, das mitgelieferte Ersatz-Anschluss-Stück verwenden.

–Bei grösseren Flächen das Präparat unter Verwendung des Spray-Sets auftragen.

–Die Applikation kann auch mit anderem von BAXTER erhältlichem Zubehör erfolgen, das speziell

beispielsweise für die minimal-invasive Chirurgie oder die Applikation auf grosse oder schwer

zugängliche Flächen geeignet ist. Beim Einsatz der Applikationshilfen genau nach

Bedienungsanleitung vorgehen.

Unmittelbar nach der Applikation von ARTISS sollte das Hauttransplantat auf die Wunde befestigt

werden. Der Arzt hat, vor der Polymerisation, bis zu 60 Sekunden Zeit um das Transplantat zu

manipulieren und positionieren. Nachdem der Lappen oder das Transpantat positioniert wurde, sollte

die gewünschte Position während mindestens 3 Minuten unter leichter Kompression gehalten

werden, um sicherzustellen, dass sich ARTISS verfestigt und das Transplantat oder der Lappen fest

an das darunterliegende Gewebe haftet.

Wird ARTISS mit Hilfe eines Sprühgeräts aufgetragen, muss sichergestellt werden, dass der Druck

und der Gewebeabstand innerhalb der folgenden, vom Hersteller empfohlenen Bereiche liegen:

Empfohlener Druck, Gewebeabstand und Sprühgeräte für die Applikation von ARTISS

Zu verwenden-

des Sprühset

Zu verwendende

Applika-tionshilfe

Zu verwen-

dender

Druckregler

Empfoh-lener

stand vom

Zielgewebe

Empfohlener

Sprühdruck

Offene Operations-

wunden am

Unterhautzell-gewebe

Tisseel / Artiss

Spray Set

n. z.

EasySpray

10–15 cm

1,5-2,0 bar

(21,5-28,5 ps

Tisseel / Artiss

Spray

Set 10er-

Pack

n. z.

EasySpray

Beim Aufsprühen von ARTISS sollen Änderungen von Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung und

endexspiratorischem CO2 überwacht werden, da die Möglichkeit einer Luft- oder Gasembolie

besteht (siehe „Dosierung/Anwendung“ und „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).“

Zulassungsnummer

58’618 (Swissmedic)

Packungen

Jede Packung ARTISS enthält:

1 Doppelkammer-Fertigspritze mit tiefgefrorener Kleberprotein-Lösung in der einen Kammer und

Thrombin-Lösung in der anderen Kammer

Ein Applikationshilfen-Set (DUO-Set: 2 Anschluss-Stücke, 4 Applikationskanülen, 1

Doppelspritzkolben)

ARTISS ist in folgenden Packungsgrössen erhältlich:

ARTISS 2 ml: enthält 1 ml Kleberprotein-Lösung und 1 ml Thrombin-Lösung

ARTISS 4 ml: enthält 2 ml Kleberprotein-Lösung und 2 ml Thrombin-Lösung

Das Applikationshilfen-Set (DUO-Set) ist nur zum Einmalgebrauch bestimmt. Es darf nicht erneut

sterilisiert werden!

Weiteres Zubehör für die Applikation des Produktes kann über BAXTER bezogen werden.

Abgabekategorie: B

Zulassungsinhaberin

Baxter AG, 8152 Opfikon

Stand der Information

Januar 2016

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

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