Artamin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Artamin 250 mg - Kapseln
  • Einheiten im Paket:
  • 50 Stück, Laufzeit: 60 Monate
  • Verschreibungstyp:
  • Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Artamin 250 mg - Kapseln
    Österreich
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiebereich:
  • Penicillamin
  • Produktbesonderheiten:
  • Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AGES
  • Zulassungsnummer:
  • 13611
  • Berechtigungsdatum:
  • 27-10-1967
  • Letzte Änderung:
  • 07-03-2018

Packungsbeilage

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Artamin 250 mg - Kapseln

Wirkstoff: D-Penicillamin

Lesen  Sie  die  gesamte  Packungsbeilage  sorgfältig  durch,  bevor  Sie  mit  der  Einnahme 

dieses Arzneimittels beginnen, denn Sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses  Arzneimittel  wurde  Ihnen  persönlich  verschrieben.  Geben  Sie  es  nicht  an  Dritte 

weiter.  Es  kann  anderen  Menschen  schaden,  auch  wenn  diese  dieselben  Beschwerden 

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies 

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe 

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Artamin und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Artamin beachten?

Wie ist Artamin einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Artamin aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. WAS IST ARTAMIN UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Artamin  enthält  Penicillamin.  Das  ist  eine  Aminosäure  (ein  Baustein  von  Eiweißstoffen),  die 

keine antibiotischen Eigenschaften hat.

Anwendungsgebiete bei Erwachsenen und Kindern (0 – 18 Jahre)

 schwere, aktive rheumatoide Arthritis, einschließlich Morbus Still:

Artamin  wird  dann  angewendet,  wenn  mit  schmerzlindernden  Mitteln  keine  ausreichende 

Besserung der Beschwerden erzielt werden kann.

 Wilson'sche  Krankheit  (krankhafte  Speicherung  von  Kupfer  in  der  Leber):  Die  Anwendung 

von Artamin kann lebensrettend sein. 

 Nierenerkrankung, genannt Cystinurie (Cystinsteine):

Bei  vermehrtem  Auftreten  von  Cystin  im  Harn  kann  durch  die  Einnahme  von  Artamin  das 

Auftreten  von  Nierensteinen,  die  aus  Cystin  entstehen  können,  verhindert  werden;  bereits 

vorhandene  Steine können oft nach einer Anwendungszeit  von einigen  Monaten  bis einem 

Jahr verkleinert oder schließlich aufgelöst werden.

 Bleivergiftung: 

Schwermetalle werden an D-Penicillamin gebunden und dadurch entgiftet. 

 Anwendungsgebiete bei Erwachsenen

 Sklerodermie (Bindegewebserkrankung)

 zusätzlich  zu  Bleivergiftung:  Vergiftung  mit  anderen  Schwermetallen  (Kupfer,  Quecksilber, 

Zink)

2. WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON ARTAMIN BEACHTEN?

Artamin darf nicht eingenommen werden

 wenn  Sie  allergisch  gegen  den  Wirkstoff,  Soja,  Erdnuss  oder  einen  der  in  Abschnitt  6. 

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

 wenn  bei  Ihnen  während  einer  früheren  Anwendung  von  Penicillamin  schwerwiegende 

Nebenwirkungen, insbesondere an den Nieren oder auf die Blutbildung aufgetreten sind

 wenn Sie auf Penicillin überempfindlich reagieren (Penicillinallergie)

 bei mittelgradigen oder schweren Nierenschädigungen

 bei  Systemischen  Lupus  erythematodes  (einer  Erkrankung  des  Immunsystems) 

beziehungsweise  Nachweis  einer  größeren  Anzahl  von  Antikörpern,  die  gegen  Zellkerne 

gerichtet sind

 bei Schäden des Lebergewebes

 bei gleichzeitiger Behandlung mit Gold oder Chloroquin (Medikamente, die bei rheumatoider 

Arthritis gegeben werden)

 vor  Beginn  der  Behandlung  müssen  bestimmte  Laboruntersuchungen  durch  Ihren  Arzt 

veranlasst und der Zustand des Nervensystems erhoben werden

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie besonders leicht ermüden, häufig an Infektionskrankheiten 

(Erkältung,  Fieber)  leiden,  oder  zu  Blutungen  neigen.  Ihr  Arzt  wird  klären,  ob  Sie  dennoch 

Artamin einnehmen dürfen.

Sie sollten Ihrem Arzt auch von vorangegangenen Nierenerkrankungen berichten, ebenso von 

vermehrtem  Durst,  Harndrang  oder  Wasser  im  Körper  (geschwollene  Beine  oder  Augenlider), 

damit er die Funktion Ihrer Nieren überprüft.

Teilen  Sie  Ihrem  Arzt  Anzeichen  wie  z.B.  Muskelschwäche,  besonders  der  Augenmuskeln 

(Doppelbilder), der Sprach-, Schluck- und Kaumuskulatur mit.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Artamin einnehmen.

Unerlässlich  für  eine  sichere  und  wirksame  Therapie  mit  D-Penicillamin  ist  die  enge 

Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient. Wie Sie gelesen haben, können bei der Einnahme 

von  Artamin  in  ganz  seltenen  Fällen  schwerwiegende  Nebenwirkungen  auftreten.  Sie  lassen 

sich  durch  regelmäßige  Kontrolluntersuchungen  und  dadurch,  dass  Sie  über  ungewöhnliche 

Erscheinungen und sämtliche Beobachtungen Ihrem Arzt berichten, weitgehend vermeiden.

Patienten  mit  einer  Bereitschaft  zu  Überempfindlichkeitsreaktionen  (Heuschnupfen,  Ekzem 

[Juckflechte],  Nesselfieber,  Atemnotanfälle  [Asthmaanfälle]),  bedürfen  einer  besonders 

gründlichen Überwachung.

Es gibt bestimmte Umstände, unter denen die Therapie mit Artamin abgebrochen werden muss. 

Auch danach müssen Sie eine Weile von Ihrem Arzt überwacht werden.

Die  vom  Arzt  vorgeschriebene  Menge  an  Artamin  sowie  die  vereinbarten  Kontroll-

untersuchungen  sind  unbedingt  einzuhalten.  Gegen  Schmerzen  soll  nur  das  zusätzlich 

verschriebene Medikament verwendet werden.

Bei  chirurgischen  Eingriffen  soll,  wegen  der  möglichen  Beeinflussung  des  Kollagen-  und 

Elastingewebes  (Bindegewebe)  die  Therapie  mit  Artamin  ausgesetzt  werden  oder  nach 

Möglichkeit  die  Dosis  6  Wochen  vor  einem  größeren  chirurgischen  Eingriff  und  bis  zum 

Abschluss der Wundheilung reduziert werden. 

Wenn  Sie  Artamin  wegen  einer  Schwermetallvergiftung  erhalten,  sollten  Sie  zusätzlich 

Vitamin B

 einnehmen.

Bei der Wilson'schen Erkrankung sollten Sie kupferreiche Nahrungsmittel, z. B. Schokolade, 

Kakao,  Nüsse,  Pilze,  Leber,  Schalentiere,  usw.  meiden.  Achten  Sie  ebenfalls  darauf,  dass 

zusätzlich eingenommene Mittel (z. B. Vitaminpräparate) kein Kupfer enthalten.

Bei Cystinurie achten Sie auch auf zusätzliche Maßnahmen (viel Flüssigkeit trinken, besonders 

am Abend, evtl. Diät).

Teilen Sie die Einnahme von Artamin vor einer Operation dem behandelnden Arzt mit, denn es 

kann eventuell eine Verringerung der Artamin-Dosis notwendig sein.

Bei Auftreten einer Infektionskrankheit sollten Sie gleichzeitig kein Penicillin einnehmen.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, ob Sie in der Vergangenheit Goldverbindungen eingenommen haben, 

und  ob  Sie  dadurch  Beschwerden  hatten.  Er  wird  entscheiden,  ob  Sie  Artamin  danach 

einnehmen dürfen.

Bei  Auftreten  von  Übelkeit,  Verdauungsstörungen,  Störungen  des  Geschmackempfindens,  bei 

Haut- und Schleimhautveränderungen (z. B. Neigung zu blauen Flecken, Blutungen, u. a.), bei 

eventuellen  Augenbeschwerden  (z.  B.  Lidschwäche,  Doppelbilder)  oder  anderen 

Beobachtungen ist unbedingt der behandelnde Arzt zu verständigen.

Einnahme von Artamin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, 

kürzlich  andere  Arzneimittel  eingenommen/angewendet  haben  oder  beabsichtigen,  andere 

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

D-Penicillamin  soll  nicht  gleichzeitig  mit  anderen  Medikamenten,  die  die  Nieren  oder  das 

blutbildende  System  schädigen  können,  wie  Goldverbindungen,  Antimalariamittel, 

Immunsuppressiva  (Mittel,  die  das  Immunsystem  beeinflussen)  oder  Phenylbutazon 

(schmerzlinderndes Mittel) kombiniert werden.

Für die Therapie der rheumatoiden Arthritis benutzt man auch Azathioprin, einen Wirkstoff zur 

Hemmung  der  Zellteilung  (Zytostatikum).  Eine  Kombination  mit  Azathioprin  verschlechtert  die 

Verträglichkeit von Artamin.

Teilen  Sie  daher  Ihrem  Arzt  mit,  ob  andere  Medikamente  in  Verwendung  stehen,  und  fragen 

Sie, welche unbedenklich gleichzeitig mit Artamin verwendet werden können.

Schmerzlindernde  Mittel  sowie  Kortisonpräparate  können  bei  chronischer  Polyarthritis  von 

Ihrem Arzt gleichzeitig mit Artamin verordnet werden. 

Wenn  Sie  Eisen  benötigen,  müssen  Sie  darauf  achten,  dass  zwischen  der  Einnahme  von 

eisenhältigen  Medikamenten  (auch  rezeptfreie  Kräftigungsmittel  enthalten  oft  Eisen)  und  der 

von Artamin mindestens zwei Stunden liegen. Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie eisenhältige 

Mittel  einnehmen,  damit  er  feststellen  kann,  ob  die  Dosierung  von  Artamin  dadurch  geändert 

werden  muss.  Dies  gilt  auch  für  magnesium-  oder  aluminiumhaltige  Antazida  und  Sucralfat 

(Medikamente zum Binden von Magensäure).

Nach einer länger dauernden Behandlung mit Artamin kann es zu Vitamin-B

-Mangelzuständen 

kommen, die eine zusätzliche Einnahme von Vitamin B

 erforderlich machen.

Einnahme von Artamin zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Die Kapseln sollen mit einem Glas Wasser unzerkaut geschluckt werden.

Artamin  ist  am  wirksamsten,  wenn  ca.  1  ½  Stunden  vorher  und  nachher  keine 

Nahrungsaufnahme erfolgt.

Kinder: Die Einnahme erfolgt auf nüchternen Magen und mindestens eine halbe Stunde (eine 

Stunde bei Kindern mit Wilson’scher Erkrankung oder Cystinurie) vor einer Mahlzeit mit einem 

Glas Wasser.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn  Sie  schwanger  sind  oder  stillen,  oder  wenn  Sie  vermuten,  schwanger  zu  sein  oder 

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren 

Arzt oder Apotheker um Rat.

Wenn Artamin während der Schwangerschaft in größeren Mengen eingenommen wird, kann es 

zu  Schädigungen  der  Leibesfrucht  kommen.  Deshalb  ist  bei  gebärfähigen  Frauen  auf  eine 

wirksame   Schwangerschaftsverhütung  zu  achten.  Zur  Behandlung  der  reumatoiden  Arthritis 

darf Artamin während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden. 

Wie  alle  Medikamente  sollte  Artamin  in  der  Schwangerschaft  nur  nach  strengster 

Indikationsstellung  eingenommen  werden.  Zur  Behandlung  der  reumatoiden  Arthritis  darf 

Artamin während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden.

Bei  einigen  Erkrankungen  (z.  B.  Wilson'sche  Krankheit,  Cystinurie  -  siehe  oben)  ist  die 

Einnahme von Artamin während der Schwangerschaft jedoch notwendig. 

D-Penicillamin geht in die Muttermilch über. Während der Behandlung mit Artamin sollte nicht 

gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine Auswirkungen zu erwarten.

3. WIE IST ARTAMIN EINZUNEHMEN?

Nehmen  Sie  Artamin  immer  genau  nach  Absprache  mit  Ihrem  Arzt  ein.  Fragen  Sie  bei  Ihrem 

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind. 

Die  vom  Arzt  nur  für  Sie  vorgeschriebene  Dosierung  ist  genau  einzuhalten,  denn  sie  wird  für 

jeden Patienten persönlich festgesetzt.

Bei der Anwendung von Artamin müssen Sie etwas Geduld haben, denn die Wirkung setzt nicht 

sofort  ein.  Gewöhnlich  dauert  es  einige  Wochen,  manchmal  auch  Monate,  bis  eine  deutliche 

Besserung  der  Beschwerden  eintritt.  Ihr  Arzt  wird  Ihnen  in  den  meisten  Fällen  zunächst  eine 

kleine Dosis Artamin verschreiben. Die Steigerung der Dosis erfolgt allmählich. Sie sollten auf 

keinen Fall mehr einnehmen, als Ihr Arzt Ihnen verschreibt.

Erwachsene

Schwere, aktive rheumatoide Arthritis, Sklerodermie

Übliche Dosierungen sind:

Erste 4 Wochen: 150 mg/Tag (Steigerung bis 250 mg möglich)

Zweite 4 Wochen: 250 mg/Tag (Steigerung bis 450 mg möglich)

Dritte 4 Wochen: 300 mg/Tag (Steigerung bis 600 mg möglich)

4 bis 12-wöchentliche Steigerung um 50 - 150 mg/Tag bis auf 750 mg/Tag.

Bei einer Einnahme einmal am Tag empfiehlt sich die Einnahme am Morgen.

Nach  Besserung  der  Beschwerden  wird  Sie  Ihr  Arzt  anweisen,  schrittweise  weniger  Artamin 

einzunehmen. Auch jetzt sollten Sie seinen Anweisungen genau folgen, denn eine zu schnelle 

Verminderung der täglichen Einnahmemenge kann zu einer Verschlechterung der Beschwerden 

führen.

Wilson'sche Erkrankung

Die  einzunehmende  Menge  hängt  von  der  Schwere  der  Krankheit  bzw.  von  der  Kupfer-

ausscheidung im Harn ab. Eine Besserung der Beschwerden tritt nach einiger Zeit, manchmal 

erst nach –1 - 3 Monaten, ein. Eine kupferarme Nahrung ist Bestandteil der Therapie.

Anfangsdosis 250-1500 mg/Tag, später 750-1000 mg/Tag

Maximaldosis 2000 mg/Tag

Die Einnahme muss bei dieser Erkrankung lebenslang fortgesetzt werden.

Schwermetallvergiftungen

Die Dauer der Behandlung hängt von der Metallausscheidung im Harn ab. Die Dosis beträgt bei 

Erwachsenen  900-1800  mg/Tag.  Vitamin  B

  muss  gleichzeitig  eingenommen  werden, 

mindestens 40 mg täglich.

Cystinurie

1000 mg/m 2  Körperoberfläche (Erwachsene haben etwa 1,7 m 2  Körperoberfläche).

Kinder

Die  Dosis  ist  vom  Köpergewicht  des  Kindes  abhängig.  Die  geringste  verfügbare 

Darreichungsform sind 150 mg Kapseln, welche für kleine Kinder möglicherweise nicht geeignet 

ist.

Rheumatoide Arthritis

Kinder  erhalten  15  –  20  mg  pro  Kilogramm  Körpergewicht  täglich.  Im  ersten  Monat  wird  mit  einer 

niedrigen Dosis begonnen und schrittweise erhöht.

Wilson’sche Erkrankung

Kinder unter 12 Jahre erhalten 20 mg/kg/Körpergewicht pro Tag aufgeteilt auf 2 oder 3 Gaben, 

welche 1 Stunde vor der Mahlzeit erfolgen. 

Für ältere Kinder beträgt die übliche Dosis 0,75 g bis 1 g täglich.

Cystinurie

Die Anfangsdosis beträgt 20 – 30 mg/kg/Körpergewicht, aufgeteilt auf 2 oder 3 Einzelgaben, welche eine 

Stunde  vor  der  Mahlzeit  gegeben  werden.  Ihr  Arzt  wird  die  Dosis  entsprechend  der  Ergebnisse  der 

Harntests anpassen.

Bleivergiftung

Kinder erhalten 15 – 20 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich, aufgeteilt auf 2 – 3 Einzeldosen.

Wenn Sie eine größere Menge von Artamin eingenommen haben, als Sie sollten

Es  kann  zu  akuten  Überempfindlichkeitsreaktionen  kommen,  gelegentlich  auch  Appetitlosigkeit, 

Übelkeit  und  Erbrechen,  Geschmacksverlust,  Schweißausbruch,  Nierenschädigung.  Siehe  auch 

Abschnitt 4 - Nebenwirkungen.

Informieren  Sie  einen  Arzt.  Er  wird  entsprechende  Gegenmaßnahmen  (Absetzen,  Gabe  von 

Korticosteroiden,  akute  Kontrolle  von  Nieren-  und  Leberfunktionswerte,  später  auch 

Blutbildkontrollen) ergreifen.

Wenn Sie die Einnahme von Artamin vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Fahren Sie mit der Einnahme wie gewohnt fort.

Wenn Sie die Einnahme von Artamin abbrechen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Einnahme abbrechen. 

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren 

Arzt oder Apotheker.

4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei 

jedem auftreten müssen.

Oft können sie durch Verteilung der einzunehmenden Menge auf mehrere Einnahmen pro Tag 

oder Herabsetzung der Dosis (nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt) behoben oder vermindert 

werden.

Sehr häufige Nebenwirkungen sind (betrifft mehr als 1 Behandelten von 10):

Beeinträchtigung  bzw.  Ausfall  der  Geschmacksempfindung  (verschwindet  meist  bei 

vorübergehender  Dosisverminderung  von  Artamin).  Wenn  diese  Nebenwirkung  für  Sie 

sehr  störend  ist,  kann  Ihr  Arzt  sie  vielleicht  durch  Verschreibung  von  kupferhältigen 

Medikamenten beheben.

Magendruck,  Appetitlosigkeit,  Übelkeit,  Magersucht,  Druck  im  Oberbauch,  Erbrechen, 

Durchfall

Ausscheidung  von  Eiweiß  im  Harn  (Proteinurie),  die  manchmal  von  einer  Ausscheidung 

von Blut im Harn (Hämaturie) begleitet wird. Dies sind Anzeichen einer Nierenschädigung 

durch Antikörper.

Häufige Nebenwirkungen sind (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100):

allergische  Reaktionen  von  Haut  und  Schleimhaut,  Zahnfleischentzündung  (Gingivitis), 

Geschwürbildung  an  der  Wangen-  und  Zungenschleimhaut  (Glossitis  und  Stomatitis), 

Hautausschläge,  Juckreiz  oder  Gesichtsschwellung  (überwiegend  aufgrund  einer 

Überempfindlichkeit gegenüber Artamin)

Schädigung  des  blutbildenden  Knochenmarks  mit  Verminderung  der  weißen 

Blutkörperchen  (Leukopenie),  der  roten  Blutkörperchen  (Anämie)  und  der  Blutplättchen 

(Thrombozytopenie).  Es  besteht  dabei  die  Gefahr  einer  Agranulozytose  und  einer 

Panmyelopatie  (sehr  starke  Verminderung  bestimmter  weißer  Blutkörperchen 

beziehungsweise  aller  Blutkörperchen).  Anzeichen  dafür  können  sein:  hohes  Fieber, 

Schüttelfrost und Geschwüre an den Schleimhäuten des Rachens der Gaumenmandeln, 

des  Afters  und  der  Geschlechtsorgane.  In  diesen  Fällen  ist  Artamin  sofort  abzusetzen. 

Jegliche Selbstbehandlung mit schmerz- oder fiebersenkenden Mitteln sollte unterbleiben. 

Da  sich  eine  Agranulozytose  (das  Fehlen  bestimmter  weißer  Blutkörperchen)  innerhalb 

weniger  Stunden  entwickeln  kann,  muss  in  diesen  Fällen  rasch  eine  Blutbildkontrolle 

durchgeführt  werden.  Wenden  Sie  sich  in  so  einem  Fall  an  den  nächsten  erreichbaren 

Arzt.

Gelegentliche Nebenwirkungen sind (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000):

vorzeitige  Ermüdung  der  willkürlich  bewegten  Muskeln  (besonders  der  Augenmuskeln), 

die unter Belastung zunimmt und sich in Ruhe zurückbildet (myasthenisches Syndrom)

ein vermehrtes Auftreten von Antikörpern im Blut, die gegen Zellkerne gerichtet sind. Dies 

ist  ein  Hinweis  auf  mögliche  Schäden,  bei  denen  sich  das  körpereigene  Abwehrsystem 

gegen  normale  Körperbestandteile  richtet  (klinisch  latentes,  humorales,  antinukleäres 

Antikörpersyndrom als Hinweis auf das Risiko der Induktion von Autoimmunschäden).

Auftreten  eines  verstärkten  männlichen  Behaarungstyps  bei  Frauen  (Hirsutismus)  oder 

Haarausfall

Fieber

Seltene Nebenwirkungen sind (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10.000):

Gelenksschmerzen 

Lymphknotenschwellungen, Blutarmut (bei Wilsonscher Erkrankung)

bei Auftreten leichter Ermüdbarkeit, Anfälligkeit für Infektionskrankheiten (Halsschmerzen, 

häufige Erkältungen) und bei Blutungsneigung (vermehrt blaue Flecken oder punktförmige 

Blutungen) sollten Sie Ihrem Arzt umgehend von diesen Erscheinungen berichten.

Sehr seltene Nebenwirkungen sind (betrifft weniger als 1 Behandelten von 10.000):

Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis)

Ohrgeräusche (Tinnitus)

rückbildungsfähige Lungenherde

chronisch fortschreitende Lungenveränderungen (chronische Entzündung mit Verhärtung 

des Bindegewebes in der Lunge)

Colitis  ulcerosa  (langdauernde  entzündliche  Erkrankung  des  Dick-  und  meist  auch  des 

Mastdarms  mit  schleimig  blutigen  Durchfällen,  Darmgeschwüren  und  narbigen 

Verengungen des Darms)

schwere  Erkrankungen  des  Immunsystems  mit  Autoimmunsyndromen  wie  systemischer 

Lupus  erythematodes  (eine  Erkrankung  des  Immunsystems),  Hauterkrankung  mit 

Blasenbildung  (Pemphigus  vulgaris,  Pemphigus  erythemadodes,  Pemphigoid), 

Blutgerinnsel  (Moschcowitz-Syndrom),  Doppelbilder,  Goodpasture-Syndrom  (vorwiegend 

mit Beteiligung der Nieren und Lungen), siehe Hinweis am Ende der Aufzählung

Polymyositis  und  Dermatomyositis  (Erkrankungen  mit  Muskelschmerzen, 

Muskelschwäche und Muskelschwund sowie Hautveränderungen)

allergische Reaktionen (Soja, Erdnuss)

Gallenstau in der Leber (intrahepatische Cholestase)

Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreopathie)

Vergrößerung der Brustdrüse

schwere Hauterkrankungen (Lyell-Syndrom), verstärkter Haarausfall

Veränderung  des  elastischen  Gewebes  an  der  Haut  und  Schleimhaut  mit  erhöhter 

Verletzlichkeit (Pseudoxanthoma elasticum, Elastosis perforans serpinginosa)

„Knötchenflechte“,  rote  bis  bräunliche  meist  juckende  Knötchen  auf  der  Haut  (Lichen 

planus)

Gelbfärbung der Nägel

eventuell  Verschlechterung  von  neurologischen  Symptomen  (z.B.  Entzündung  des 

Sehnervs)  bei  Patienten  mit  Morbus  Wilson.  Eine  Behandlung  mit  Artamin  sollte  dann 

nicht weiter fortgesetzt werden (in manchen Fällen ist die Verschlechterung nach Abbruch 

der Therapie nicht mehr rückbildungsfähig).

falsch positive Testergebnisse (Nitroprussid-Test, Untersuchung auf Ketonkörper)

Wenn  Ihr  Harn  trüb  erscheint  oder  sollten  Schwellungen  am  Körper,  vermehrter  Durst  und 

Harndrang  auftreten,  suchen  Sie  ebenfalls  Ihren  Arzt  auf.  Er  wird  feststellen,  ob  die  Gefahr 

einer Nierenschädigung besteht. 

Äußerst  selten  kann  es  zu  einer  Gelbfärbung  der  Haut  und  Augen  sowie  zu  hellem  Stuhl, 

Hautkribbeln, Schmerzen oder Gefühllosigkeit an Händen oder Füßen, Rötung und Schuppung 

der Haut oder Haarausfall kommen.

Artamin kann das Immunsystem beeinflussen, was sich z. B. in einem schmetterlingsförmigen 

Ausschlag  über  Nase  und  Wangen  oder  Blasenbildung  an  der  Haut  und  den  Schleimhäuten 

äußern kann. Doppelbilder, blutiger Harn, Muskelschwäche, dunkelroter Ausschlag mit Rötung 

und  Schwellung  der  Augenlider  sind  äußerst  selten,  bedürfen  jedoch  ebenfalls  ärztlicher 

Behandlung.

Bei  frühzeitigem  Erkennen  einer  Schädigung  der  Nieren,  der  Haut  (Pemphigus  [Blasensucht]) 

oder des Knochenmarks und sofortigem Absetzen von Artamin kommt es zu einem gutartigen 

Verlauf. In sehr seltenen Fällen kann die Nichtbeachtung dieser Nebenwirkungen zu schweren 

Verläufen mit unter Umständen tödlichem Ausgang führen. 

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt 

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. 

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über 

die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. WIE IST ARTAMIN AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie  dürfen  dieses  Arzneimittel  nach  dem  auf  dem  Umkarton  bzw.  Blister  angegebenen 

Verfalldatum nach „Verwendbar bis“ nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf 

den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 30°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen  Sie  Arzneimittel  nicht  im  Abwasser  oder  Haushaltsabfall.  Fragen  Sie  Ihren 

Apotheker,  wie  das  Arzneimittel  zu  entsorgen  ist,  wenn  Sie  es  nicht  mehr  verwenden.  Sie 

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Artamin enthält

Der Wirkstoff ist D-Penicillamin. 1 Kapsel enthält 250 mg D-Penicillamin.

Die sonstigen Bestandteile sind: 

Magnesiumstearat  (pflanzlichen  Ursprungs),  Titandioxid  (E-171),  Gelatine,  Schellack  (E-

904), Propylenglycol (E-1520), Kaliumhydroxid (optional), Eisenoxid rot (E-172)

Wie Artamin aussieht und Inhalt der Packung

Hartgelatinekapsel,  Größe  2,  Kapselhülle  Ober-  und  Unterteil  weiß  opak,  weißes  Füllpulver. 

Rote Bedruckung Ober- und Unterteil: "250".

PVC-Blisterpackung

Packungsgröße: 50 Stück.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Sandoz GmbH, 6250 Kundl, Österreich

Z.Nr.: 13.611

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2014.

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