Artamin

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Artamin 250 mg - Kapseln
  • Einheiten im Paket:
  • 50 Stück, Laufzeit: 60 Monate
  • Verschreibungstyp:
  • Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Artamin 250 mg - Kapseln
    Österreich
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiebereich:
  • Penicillamin
  • Produktbesonderheiten:
  • Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • AGES
  • Zulassungsnummer:
  • 13611
  • Berechtigungsdatum:
  • 27-10-1967
  • Letzte Änderung:
  • 07-03-2018

Packungsbeilage: zusammensetzung, kinische angaben, nebenwirkungen, wechselwirkungen, dosierung, schwangerschaft, stillzeit

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Artamin 250 mg - Kapseln

Wirkstoff: D-Penicillamin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn Sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Artamin und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Artamin beachten?

Wie ist Artamin einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Artamin aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST ARTAMIN UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Artamin enthält Penicillamin. Das ist eine Aminosäure (ein Baustein von Eiweißstoffen), die

keine antibiotischen Eigenschaften hat.

Anwendungsgebiete bei Erwachsenen und Kindern (0 – 18 Jahre)

schwere, aktive rheumatoide Arthritis, einschließlich Morbus Still:

Artamin wird dann angewendet, wenn mit schmerzlindernden Mitteln keine ausreichende

Besserung der Beschwerden erzielt werden kann.

Wilson'sche Krankheit (krankhafte Speicherung von Kupfer in der Leber): Die Anwendung

von Artamin kann lebensrettend sein.

Nierenerkrankung, genannt Cystinurie (Cystinsteine):

Bei vermehrtem Auftreten von Cystin im Harn kann durch die Einnahme von Artamin das

Auftreten von Nierensteinen, die aus Cystin entstehen können, verhindert werden; bereits

vorhandene Steine können oft nach einer Anwendungszeit von einigen Monaten bis einem

Jahr verkleinert oder schließlich aufgelöst werden.

Bleivergiftung:

Schwermetalle werden an D-Penicillamin gebunden und dadurch entgiftet.

Anwendungsgebiete bei Erwachsenen

Sklerodermie (Bindegewebserkrankung)

zusätzlich zu Bleivergiftung: Vergiftung mit anderen Schwermetallen (Kupfer, Quecksilber,

Zink)

2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON ARTAMIN BEACHTEN?

Artamin darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff, Soja, Erdnuss oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn bei Ihnen während einer früheren Anwendung von Penicillamin schwerwiegende

Nebenwirkungen, insbesondere an den Nieren oder auf die Blutbildung aufgetreten sind

wenn Sie auf Penicillin überempfindlich reagieren (Penicillinallergie)

bei mittelgradigen oder schweren Nierenschädigungen

Systemischen

Lupus

erythematodes

(einer

Erkrankung

Immunsystems)

beziehungsweise Nachweis einer größeren Anzahl von Antikörpern, die gegen Zellkerne

gerichtet sind

bei Schäden des Lebergewebes

bei gleichzeitiger Behandlung mit Gold oder Chloroquin (Medikamente, die bei rheumatoider

Arthritis gegeben werden)

vor Beginn der Behandlung müssen bestimmte Laboruntersuchungen durch Ihren Arzt

veranlasst und der Zustand des Nervensystems erhoben werden

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie besonders leicht ermüden, häufig an Infektionskrankheiten

(Erkältung, Fieber) leiden, oder zu Blutungen neigen. Ihr Arzt wird klären, ob Sie dennoch

Artamin einnehmen dürfen.

Sie sollten Ihrem Arzt auch von vorangegangenen Nierenerkrankungen berichten, ebenso von

vermehrtem Durst, Harndrang oder Wasser im Körper (geschwollene Beine oder Augenlider),

damit er die Funktion Ihrer Nieren überprüft.

Teilen Sie Ihrem Arzt Anzeichen wie z.B. Muskelschwäche, besonders der Augenmuskeln

(Doppelbilder), der Sprach-, Schluck- und Kaumuskulatur mit.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Artamin einnehmen.

Unerlässlich

für

eine

sichere

wirksame

Therapie

D-Penicillamin

enge

Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient. Wie Sie gelesen haben, können bei der Einnahme

von Artamin in ganz seltenen Fällen schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten. Sie lassen

sich durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und dadurch, dass Sie über ungewöhnliche

Erscheinungen und sämtliche Beobachtungen Ihrem Arzt berichten, weitgehend vermeiden.

Patienten mit einer Bereitschaft zu Überempfindlichkeitsreaktionen (Heuschnupfen, Ekzem

[Juckflechte],

Nesselfieber,

Atemnotanfälle

[Asthmaanfälle]),

bedürfen

einer

besonders

gründlichen Überwachung.

Es gibt bestimmte Umstände, unter denen die Therapie mit Artamin abgebrochen werden muss.

Auch danach müssen Sie eine Weile von Ihrem Arzt überwacht werden.

Arzt

vorgeschriebene

Menge

Artamin

sowie

vereinbarten

Kontroll-

untersuchungen

sind

unbedingt

einzuhalten.

Gegen

Schmerzen

soll

zusätzlich

verschriebene Medikament verwendet werden.

chirurgischen

Eingriffen

soll,

wegen

möglichen

Beeinflussung

Kollagen-

Elastingewebes

(Bindegewebe)

Therapie

Artamin

ausgesetzt

werden

oder

nach

Möglichkeit die Dosis 6 Wochen vor einem größeren chirurgischen Eingriff und bis zum

Abschluss der Wundheilung reduziert werden.

Wenn

Artamin

wegen

einer

Schwermetallvergiftung

erhalten,

sollten

zusätzlich

Vitamin B

einnehmen.

Bei der Wilson'schen Erkrankung sollten Sie kupferreiche Nahrungsmittel, z. B. Schokolade,

Kakao, Nüsse, Pilze, Leber, Schalentiere, usw. meiden. Achten Sie ebenfalls darauf, dass

zusätzlich eingenommene Mittel (z. B. Vitaminpräparate) kein Kupfer enthalten.

Bei Cystinurie achten Sie auch auf zusätzliche Maßnahmen (viel Flüssigkeit trinken, besonders

am Abend, evtl. Diät).

Teilen Sie die Einnahme von Artamin vor einer Operation dem behandelnden Arzt mit, denn es

kann eventuell eine Verringerung der Artamin-Dosis notwendig sein.

Bei Auftreten einer Infektionskrankheit sollten Sie gleichzeitig kein Penicillin einnehmen.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, ob Sie in der Vergangenheit Goldverbindungen eingenommen haben,

dadurch

Beschwerden

hatten.

wird

entscheiden,

Artamin

danach

einnehmen dürfen.

Bei Auftreten von Übelkeit, Verdauungsstörungen, Störungen des Geschmackempfindens, bei

Haut- und Schleimhautveränderungen (z. B. Neigung zu blauen Flecken, Blutungen, u. a.), bei

eventuellen

Augenbeschwerden

Lidschwäche,

Doppelbilder)

oder

anderen

Beobachtungen ist unbedingt der behandelnde Arzt zu verständigen.

Einnahme von Artamin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

D-Penicillamin soll nicht gleichzeitig mit anderen Medikamenten, die die Nieren oder das

blutbildende

System

schädigen

können,

Goldverbindungen,

Antimalariamittel,

Immunsuppressiva

(Mittel,

Immunsystem

beeinflussen)

oder

Phenylbutazon

(schmerzlinderndes Mittel) kombiniert werden.

Für die Therapie der rheumatoiden Arthritis benutzt man auch Azathioprin, einen Wirkstoff zur

Hemmung der Zellteilung (Zytostatikum). Eine Kombination mit Azathioprin verschlechtert die

Verträglichkeit von Artamin.

Teilen Sie daher Ihrem Arzt mit, ob andere Medikamente in Verwendung stehen, und fragen

Sie, welche unbedenklich gleichzeitig mit Artamin verwendet werden können.

Schmerzlindernde Mittel sowie Kortisonpräparate können bei chronischer Polyarthritis von

Ihrem Arzt gleichzeitig mit Artamin verordnet werden.

Wenn Sie Eisen benötigen, müssen Sie darauf achten, dass zwischen der Einnahme von

eisenhältigen Medikamenten (auch rezeptfreie Kräftigungsmittel enthalten oft Eisen) und der

von Artamin mindestens zwei Stunden liegen. Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie eisenhältige

Mittel einnehmen, damit er feststellen kann, ob die Dosierung von Artamin dadurch geändert

werden muss. Dies gilt auch für magnesium- oder aluminiumhaltige Antazida und Sucralfat

(Medikamente zum Binden von Magensäure).

Nach einer länger dauernden Behandlung mit Artamin kann es zu Vitamin-B

-Mangelzuständen

kommen, die eine zusätzliche Einnahme von Vitamin B

erforderlich machen.

Einnahme von Artamin zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Die Kapseln sollen mit einem Glas Wasser unzerkaut geschluckt werden.

Artamin

wirksamsten,

wenn

Stunden

vorher

nachher

keine

Nahrungsaufnahme erfolgt.

Kinder: Die Einnahme erfolgt auf nüchternen Magen und mindestens eine halbe Stunde (eine

Stunde bei Kindern mit Wilson’scher Erkrankung oder Cystinurie) vor einer Mahlzeit mit einem

Glas Wasser.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Wenn Artamin während der Schwangerschaft in größeren Mengen eingenommen wird, kann es

zu Schädigungen der Leibesfrucht kommen. Deshalb ist bei gebärfähigen Frauen auf eine

wirksame

Schwangerschaftsverhütung zu achten. Zur Behandlung der reumatoiden Arthritis

darf Artamin während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden.

alle

Medikamente

sollte

Artamin

Schwangerschaft

nach

strengster

Indikationsstellung

eingenommen

werden.

Behandlung

reumatoiden

Arthritis

darf

Artamin während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden.

einigen

Erkrankungen

Wilson'sche

Krankheit,

Cystinurie

siehe

oben)

Einnahme von Artamin während der Schwangerschaft jedoch notwendig.

D-Penicillamin geht in die Muttermilch über. Während der Behandlung mit Artamin sollte nicht

gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine Auswirkungen zu erwarten.

3.

WIE IST ARTAMIN EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Artamin immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die vom Arzt nur für Sie vorgeschriebene Dosierung ist genau einzuhalten, denn sie wird für

jeden Patienten persönlich festgesetzt.

Bei der Anwendung von Artamin müssen Sie etwas Geduld haben, denn die Wirkung setzt nicht

sofort ein. Gewöhnlich dauert es einige Wochen, manchmal auch Monate, bis eine deutliche

Besserung der Beschwerden eintritt. Ihr Arzt wird Ihnen in den meisten Fällen zunächst eine

kleine Dosis Artamin verschreiben. Die Steigerung der Dosis erfolgt allmählich. Sie sollten auf

keinen Fall mehr einnehmen, als Ihr Arzt Ihnen verschreibt.

Erwachsene

Schwere, aktive rheumatoide Arthritis, Sklerodermie

Übliche Dosierungen sind:

Erste 4 Wochen:

150 mg/Tag (Steigerung bis 250 mg möglich)

Zweite 4 Wochen:

250 mg/Tag (Steigerung bis 450 mg möglich)

Dritte 4 Wochen:

300 mg/Tag (Steigerung bis 600 mg möglich)

4 bis 12-wöchentliche Steigerung um 50 - 150 mg/Tag bis auf 750 mg/Tag.

Bei einer Einnahme einmal am Tag empfiehlt sich die Einnahme am Morgen.

Nach Besserung der Beschwerden wird Sie Ihr Arzt anweisen, schrittweise weniger Artamin

einzunehmen. Auch jetzt sollten Sie seinen Anweisungen genau folgen, denn eine zu schnelle

Verminderung der täglichen Einnahmemenge kann zu einer Verschlechterung der Beschwerden

führen.

Wilson'sche Erkrankung

Die einzunehmende Menge hängt von der Schwere der Krankheit bzw. von der Kupfer-

ausscheidung im Harn ab. Eine Besserung der Beschwerden tritt nach einiger Zeit, manchmal

erst nach –1 - 3 Monaten, ein. Eine kupferarme Nahrung ist Bestandteil der Therapie.

Anfangsdosis 250-1500 mg/Tag, später 750-1000 mg/Tag

Maximaldosis 2000 mg/Tag

Die Einnahme muss bei dieser Erkrankung lebenslang fortgesetzt werden.

Schwermetallvergiftungen

Die Dauer der Behandlung hängt von der Metallausscheidung im Harn ab. Die Dosis beträgt bei

Erwachsenen

900-1800

mg/Tag.

Vitamin

muss

gleichzeitig

eingenommen

werden,

mindestens 40 mg täglich.

Cystinurie

1000 mg/m

Körperoberfläche (Erwachsene haben etwa 1,7 m

Körperoberfläche).

Kinder

Dosis

Köpergewicht

Kindes

abhängig.

geringste

verfügbare

Darreichungsform sind 150 mg Kapseln, welche für kleine Kinder möglicherweise nicht geeignet

ist.

Rheumatoide Arthritis

Kinder erhalten 15 – 20 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Im ersten Monat wird mit einer

niedrigen Dosis begonnen und schrittweise erhöht.

Wilson’sche Erkrankung

Kinder unter 12 Jahre erhalten 20 mg/kg/Körpergewicht pro Tag aufgeteilt auf 2 oder 3 Gaben,

welche 1 Stunde vor der Mahlzeit erfolgen.

Für ältere Kinder beträgt die übliche Dosis 0,75 g bis 1 g täglich.

Cystinurie

Die Anfangsdosis beträgt 20 – 30 mg/kg/Körpergewicht, aufgeteilt auf 2 oder 3 Einzelgaben, welche eine

Stunde vor der Mahlzeit gegeben werden. Ihr Arzt wird die Dosis entsprechend der Ergebnisse der

Harntests anpassen.

Bleivergiftung

Kinder erhalten 15 – 20 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich, aufgeteilt auf 2 – 3 Einzeldosen.

Wenn Sie eine größere Menge von Artamin eingenommen haben, als Sie sollten

Es kann zu akuten Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, gelegentlich auch Appetitlosigkeit,

Übelkeit und Erbrechen, Geschmacksverlust, Schweißausbruch, Nierenschädigung. Siehe auch

Abschnitt 4 - Nebenwirkungen.

Informieren Sie einen Arzt. Er wird entsprechende Gegenmaßnahmen (Absetzen, Gabe von

Korticosteroiden,

akute

Kontrolle

Nieren-

Leberfunktionswerte,

später

auch

Blutbildkontrollen) ergreifen.

Wenn Sie die Einnahme von Artamin vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Fahren Sie mit der Einnahme wie gewohnt fort.

Wenn Sie die Einnahme von Artamin abbrechen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Einnahme abbrechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Oft können sie durch Verteilung der einzunehmenden Menge auf mehrere Einnahmen pro Tag

oder Herabsetzung der Dosis (nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt) behoben oder vermindert

werden.

Sehr häufige Nebenwirkungen sind (betrifft mehr als 1 Behandelten von 10):

Beeinträchtigung

bzw.

Ausfall

Geschmacksempfindung

(verschwindet

meist

vorübergehender Dosisverminderung von Artamin). Wenn diese Nebenwirkung für Sie

sehr störend ist, kann Ihr Arzt sie vielleicht durch Verschreibung von kupferhältigen

Medikamenten beheben.

Magendruck, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Magersucht, Druck im Oberbauch, Erbrechen,

Durchfall

Ausscheidung von Eiweiß im Harn (Proteinurie), die manchmal von einer Ausscheidung

von Blut im Harn (Hämaturie) begleitet wird. Dies sind Anzeichen einer Nierenschädigung

durch Antikörper.

Häufige Nebenwirkungen sind (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100):

allergische Reaktionen von Haut und Schleimhaut, Zahnfleischentzündung (Gingivitis),

Geschwürbildung an der Wangen- und Zungenschleimhaut (Glossitis und Stomatitis),

Hautausschläge,

Juckreiz

oder

Gesichtsschwellung

(überwiegend

aufgrund

einer

Überempfindlichkeit gegenüber Artamin)

Schädigung

blutbildenden

Knochenmarks

Verminderung

weißen

Blutkörperchen (Leukopenie), der roten Blutkörperchen (Anämie) und der Blutplättchen

(Thrombozytopenie).

besteht

dabei

Gefahr

einer

Agranulozytose

einer

Panmyelopatie

(sehr

starke

Verminderung

bestimmter

weißer

Blutkörperchen

beziehungsweise aller Blutkörperchen). Anzeichen dafür können sein: hohes Fieber,

Schüttelfrost und Geschwüre an den Schleimhäuten des Rachens der Gaumenmandeln,

des Afters und der Geschlechtsorgane. In diesen Fällen ist Artamin sofort abzusetzen.

Jegliche Selbstbehandlung mit schmerz- oder fiebersenkenden Mitteln sollte unterbleiben.

Da sich eine Agranulozytose (das Fehlen bestimmter weißer Blutkörperchen) innerhalb

weniger Stunden entwickeln kann, muss in diesen Fällen rasch eine Blutbildkontrolle

durchgeführt werden. Wenden Sie sich in so einem Fall an den nächsten erreichbaren

Arzt.

Gelegentliche Nebenwirkungen sind (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000):

vorzeitige Ermüdung der willkürlich bewegten Muskeln (besonders der Augenmuskeln),

die unter Belastung zunimmt und sich in Ruhe zurückbildet (myasthenisches Syndrom)

ein vermehrtes Auftreten von Antikörpern im Blut, die gegen Zellkerne gerichtet sind. Dies

ist ein Hinweis auf mögliche Schäden, bei denen sich das körpereigene Abwehrsystem

gegen normale Körperbestandteile richtet (klinisch latentes, humorales, antinukleäres

Antikörpersyndrom als Hinweis auf das Risiko der Induktion von Autoimmunschäden).

Auftreten eines verstärkten männlichen Behaarungstyps bei Frauen (Hirsutismus) oder

Haarausfall

Fieber

Seltene Nebenwirkungen sind (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10.000):

Gelenksschmerzen

Lymphknotenschwellungen, Blutarmut (bei Wilsonscher Erkrankung)

bei Auftreten leichter Ermüdbarkeit, Anfälligkeit für Infektionskrankheiten (Halsschmerzen,

häufige Erkältungen) und bei Blutungsneigung (vermehrt blaue Flecken oder punktförmige

Blutungen) sollten Sie Ihrem Arzt umgehend von diesen Erscheinungen berichten.

Sehr seltene Nebenwirkungen sind (betrifft weniger als 1 Behandelten von 10.000):

Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis)

Ohrgeräusche (Tinnitus)

rückbildungsfähige Lungenherde

chronisch fortschreitende Lungenveränderungen (chronische Entzündung mit Verhärtung

des Bindegewebes in der Lunge)

Colitis ulcerosa (langdauernde entzündliche Erkrankung des Dick- und meist auch des

Mastdarms

schleimig

blutigen

Durchfällen,

Darmgeschwüren

narbigen

Verengungen des Darms)

schwere Erkrankungen des Immunsystems mit Autoimmunsyndromen wie systemischer

Lupus

erythematodes

(eine

Erkrankung

Immunsystems),

Hauterkrankung

Blasenbildung

(Pemphigus

vulgaris,

Pemphigus

erythemadodes,

Pemphigoid),

Blutgerinnsel (Moschcowitz-Syndrom), Doppelbilder, Goodpasture-Syndrom (vorwiegend

mit Beteiligung der Nieren und Lungen), siehe Hinweis am Ende der Aufzählung

Polymyositis

Dermatomyositis

(Erkrankungen

Muskelschmerzen,

Muskelschwäche und Muskelschwund sowie Hautveränderungen)

allergische Reaktionen (Soja, Erdnuss)

Gallenstau in der Leber (intrahepatische Cholestase)

Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreopathie)

Vergrößerung der Brustdrüse

schwere Hauterkrankungen (Lyell-Syndrom), verstärkter Haarausfall

Veränderung

elastischen

Gewebes

Haut

Schleimhaut

erhöhter

Verletzlichkeit (Pseudoxanthoma elasticum, Elastosis perforans serpinginosa)

„Knötchenflechte“, rote bis bräunliche meist juckende Knötchen auf der Haut (Lichen

planus)

Gelbfärbung der Nägel

eventuell

Verschlechterung

neurologischen

Symptomen

(z.B.

Entzündung

Sehnervs) bei Patienten mit Morbus Wilson. Eine Behandlung mit Artamin sollte dann

nicht weiter fortgesetzt werden (in manchen Fällen ist die Verschlechterung nach Abbruch

der Therapie nicht mehr rückbildungsfähig).

falsch positive Testergebnisse (Nitroprussid-Test, Untersuchung auf Ketonkörper)

Wenn Ihr Harn trüb erscheint oder sollten Schwellungen am Körper, vermehrter Durst und

Harndrang auftreten, suchen Sie ebenfalls Ihren Arzt auf. Er wird feststellen, ob die Gefahr

einer Nierenschädigung besteht.

Äußerst selten kann es zu einer Gelbfärbung der Haut und Augen sowie zu hellem Stuhl,

Hautkribbeln, Schmerzen oder Gefühllosigkeit an Händen oder Füßen, Rötung und Schuppung

der Haut oder Haarausfall kommen.

Artamin kann das Immunsystem beeinflussen, was sich z. B. in einem schmetterlingsförmigen

Ausschlag über Nase und Wangen oder Blasenbildung an der Haut und den Schleimhäuten

äußern kann. Doppelbilder, blutiger Harn, Muskelschwäche, dunkelroter Ausschlag mit Rötung

Schwellung

Augenlider

sind

äußerst

selten,

bedürfen

jedoch

ebenfalls

ärztlicher

Behandlung.

Bei frühzeitigem Erkennen einer Schädigung der Nieren, der Haut (Pemphigus [Blasensucht])

oder des Knochenmarks und sofortigem Absetzen von Artamin kommt es zu einem gutartigen

Verlauf. In sehr seltenen Fällen kann die Nichtbeachtung dieser Nebenwirkungen zu schweren

Verläufen mit unter Umständen tödlichem Ausgang führen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über

die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST ARTAMIN AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Umkarton

bzw.

Blister

angegebenen

Verfalldatum nach „Verwendbar bis“ nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf

den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 30°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen

Arzneimittel

nicht

Abwasser

oder

Haushaltsabfall.

Fragen

Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Artamin enthält

Der Wirkstoff ist D-Penicillamin. 1 Kapsel enthält 250 mg D-Penicillamin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Magnesiumstearat (pflanzlichen Ursprungs), Titandioxid (E-171), Gelatine, Schellack (E-

904), Propylenglycol (E-1520), Kaliumhydroxid (optional), Eisenoxid rot (E-172)

Wie Artamin aussieht und Inhalt der Packung

Hartgelatinekapsel, Größe 2, Kapselhülle Ober- und Unterteil weiß opak, weißes Füllpulver.

Rote Bedruckung Ober- und Unterteil: "250".

PVC-Blisterpackung

Packungsgröße: 50 Stück.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Sandoz GmbH, 6250 Kundl, Österreich

Z.Nr.: 13.611

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2014.