Ancopir

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Ancopir Injektionslösung
  • Darreichungsform:
  • Injektionslösung
  • Zusammensetzung:
  • thiamini hydrochloridum 200 mg, pyridoxini hydrochloridum 50 mg, cyanocobalaminum 1 mg, lidocaini hydrochloridum 10 mg, sorbitolum, conserv.: E 218 1.6 mg, Wasser iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 2 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.


    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Ancopir Injektionslösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Vitamin B1, B6, B12-Präparat

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 28486
  • Berechtigungsdatum:
  • 22-02-1962
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Information für medizinisches Fachpersonal

Ancopir® Dragées / Ampullen

Zusammensetzung

Dragée

Wirkstoffe: Cyanocobalaminum (Vit. B 12 ), Pyridoxini hydrochloridum (Vit. B 6 ),

Thiamini nitras (Vit. B 1 )

Hilfsstoffe : Excipiens pro compresso obducto.

Ampulle

Wirkstoffe: Cyanocobalaminum (Vit. B 12 ), Pyridoxini hydrochloridum (Vit. B 6 ), Thiamini

hydrochloridum (Vit. B 1 ), Lidocaini hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Sorbitolum, Conserv: E 218 1,6 mg, Aqua ad injectabilia q.s. ad solutionem pro 2 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Dragée:

1 Dragée enthält: Cyanocobalamin (Vitamin B 12 ) 0.3 mg, Pyridoxinhydrochlorid (Vitamin B 6 )

100 mg, Thiaminnitrat (Vitamin B 1 ) 200 mg

Ampullen:

1 Ampulle zu 2 ml enthält: Cyanocobalamin (Vitamin B 12 ) 1.0 mg, Pyridoxinhydrochlorid

(Vitamin B 6 ) 50 mg, Thiaminhydrochlorid (Vitamin B 1 ) 200 mg, Lidocainhydrochlorid 10 mg

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Vitamin-B 6 -Mangelerscheinungen, Adjuvans bei Neuralgien und Neuritiden, Ischias, Lumbago.

Bei chronischen Intoxikationen, insbesondere Alkoholismus.

Als Adjuvans bei Strahlenkrankheiten.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

1-2 Dragées täglich mit Flüssigkeit einnehmen.

1 Ampulle täglich intramuskulär.

Kinder

Wegen ihres hohen Wirkstoffgehaltes an Vitamin B6 werden Ancopir Dragées und Ampullen nicht

für die Anwendung an Kindern empfohlen.

Kontraindikationen

Ancopir darf Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen einen oder mehrere Komponenten

des Präparates nicht verabreicht werden.

Vitamin B12 ist bei Psoriasis kontraindiziert, da Patienten mit einer bestehenden Psoriasis auf

Vitamin B12 mit einer sogenannten "flare reaction", einer Verschlimmerung der Psoriasis-

Symptome, reagieren können.

Bei Patienten die Levodopa erhalten, ist die Gabe von höheren Dosen Vitamin B6 kontraindiziert.

Lidocain

- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Lokalanästhetika vom Säureamid-Typ.

- Schwere Störungen des Herz-Reizleitungssystems.

- Bradykardie.

- Kardiogener oder hypovolämischer Schock.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Ancopir Ampulle enthält ein Lokalanästhetikum (Lidocain). Überempfindlichkeitsreaktionen (bis hin

zum anaphylaktischen Schock) können durch Lidocain ausgelöst werden. Ärzte, welche

Lokalanästhetika anwenden, müssen über eine ausreichende Erfahrung verfügen und mit Diagnose

und Behandlung möglicher unerwünschter Wirkungen (einschliesslich systemischer

Vergiftungserscheinungen) bzw. Komplikationen vertraut sein. Die notwendige Ausrüstung und die

erforderlichen Arzneimittel für eine Reanimation sollten in unmittelbarer Nähe sofort zur Verfügung

stehen.

Bei Patienten mit bekannter allergischer Disposition ist von einer parenteralen Applikation

abzusehen.

Unter Umständen können in seltenen Fällen nach wiederholter i.m.- Injektion von thiaminhaltigen

Präparaten bei prädisponierten Patienen anaphylaktische Reaktionen auftreten. Gegenmassnahmen

sind Glukokortikoid- und Antihistaminikagaben.

Vorsichtsmassnahmen betreffend Lidocain

In den folgenden Situationen ist das Risiko schwerwiegender unerwünschter Wirkungen von

Lokalanästhetika wie Lidocain erhöht:

- Ältere Patienten.

- Patienten in schlechtem Allgemeinzustand.

- AV-Block (da Lokalanästhetika zu einer Verzögerung der Reizleitung führen können).

- Schwere Lebererkrankungen.

- Schwere Niereninsuffizienz.

In diesen Fällen sollte die Anwendung von Ancopir unter besonderer Vorsicht erfolgen.

Patienten, die mit Antiarrhythmika der Klasse III (z.B. Amiodaron) behandelt werden, sollten

überwacht und ein EKG- Monitoring in Betracht gezogen werden, da die kardialen Wirkungen

additiv sein können.

Injektionen Lidocain-haltiger Lösungen im Kopf- und Nackenbereich können, falls sie versehentlich

intraarteriell erfolgen, bereits bei niedriger Dosierung zentralnervöse Symptome verursachen.

Interaktionen

Vitamin B6 hebt in höheren Dosen die Wirkung von Levodopa auf. Weiter kann Vitamin B6 die

Toxizität von Isoniazid erhöhen.

Thiosemicarbazon und 5-Fluorouracil heben als Thiaminantagonisten die Wirkung von Vitamin

B1 auf.

Antazida hemmen die Resorption von Vitamin B1.

Lidocain

Pharmakokinetische Interaktionen

Lidocain ist ein Substrat der CYP450-Enzyme CAP1A2 und CYP3A4. Der Metabolismus von

Lidocain kann daher bei gleichzeitiger Gabe von CYP-Inhibitoren (z.B. Itraconazol, Voriconazol,

Fluconazol, Clarithromycin, Erythromycin, Cimeditin) gehemmt und durch gleichzeitige Gabe von

Enzyminduktoren (z.B. Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin) verstärkt

werden.

Pharmakodynamische Interaktionen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Wirkstoffen, welche mit Lokalanästhetika vom Amidtyp

strukturverwandt sind (z.B. Antiarrhythmika wie Mexiletin oder Tocainid), können sich die

systemischen toxischen Effekte addieren. Ancopir sollte daher bei Patienten, welche mit solchen

Arzneimitteln behandelt werden, unter besonderer Vorsicht angewendet werden.

Die Wirkung von Muskelrelaxantien kann durch Lidocain verstärkt werden.

Es wird empfohlen, auch die Fachinformation der gleichzeitig verabreichten Arzneimittel zu

konsultieren.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Ancopir Dragées:

Vitamine B1, B6 und B12 können in einer Menge, die dem täglichen Bedarf entspricht,

eingenommen werden. Bei Tagesdosen, wie sie mit Ancopir verabreicht werden, sind weder

kontrollierte Studien bei Tieren noch bei Schwangeren verfügbar. Vitamin B6 geht in die

Muttermilch über und ist auch plazentagängig. Ancopir Dragées sollte während der Schwangerschaft

nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig.

Ancopir Ampullen:

Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar.

Ancopir Ampullen sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist

klar notwendig.

Lidocain

Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Lidocain

passiert die Plazentaschranke. Unter diesen Umständen soll das Arzneimittel nicht verabreicht

werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Eine durch verabreichte Lokalanästhetika mögliche Bradykardie des Fetus kann bei einer

parazervikalen Anästhesieblockade sichtbar werden; verursacht durch die hohen Konzentrationen des

Lokalanästhetikums, die dabei den Fetus erreichen.

Stillzeit

Ancopir

Die Wirkstoffe gehen in die Muttermilch über. Ancopir sollte während der Stillzeit nicht angewendet

werden, es sei denn es ist klar notwendig.

Lidocain

Lidocain tritt in derart kleinen Mengen in die Muttermilch über, dass bei Verwendung

therapeutischer Dosen im Allgemeinen kein Risiko für das Kind resultiert. Es sollte jedoch während

der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen sind im Folgenden nach Organsystemklassen und absoluter Häufigkeit

aufgelistet. Bei der Bewertung wurden folgende Häufigkeitsklassen zugrunde gelegt: Sehr häufig

(≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1'000), sehr

selten (<1/10'000). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach

abnehmendem Schweregrad angegeben.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: allergische Reaktionen bis hin zu anaphylaktischem Schock.

Sehr selten: angioneurotische Oedeme

Endokrine Erkrankungen

Einzelfälle: Die Prolaktinfreisetzung wird gehemmt.

Erkrankungen des Nervensystems

Selten: In Einzelfällen ist Unruhe beschrieben worden.

Pyridoxin stimuliert die Decarboxylierung von Levodopa und kann dessen therapeutische Wirkung

bei M. Parkinson vermindern, sofern nicht gleichzeitig ein Decarboxylasehemmer verabreicht wird.

Bei hohen Dosen über längere Zeit (>500 mg/Tag) wurde in seltenen Fällen eine reversible periphere

sensorische Neuropathie beobachtet.

Einzelfälle: Agitierheit, Angst, Paraesthesie, Somnolenz, Kopfschmerzen.

Herzerkrankungen

Selten: Tachykardie

Gefässerkrankungen

Selten: Kreislaufkollaps

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr selten: In Einzelfällen sind Zyanose und Lungenödem beschrieben worden.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr selten: Übelkeit und Hämorrhagien im Gastrointestinaltrakt sind beschrieben worden.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Einzelfälle: Hohe Dosen können zu einer Erhöhung der SGOT im Serum führen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hohe Dosen können Akne verursachen. Pyridoxin kann eine Akne vulgaris oder ein

akneiformes Exanthem auslösen oder verschlimmern.

Selten: Allergische Reaktionen.

Sehr selten: In Einzelfällen sind Hautreaktionen mit Pruritus und Urtikaria beschrieben worden.

Allgemeine Erkrankungen:

Sehr selten: Schweissausbrüche, Schwächegefühl, Globus-Gefühl.

Lidocain

Allergische Reaktionen mit Urtikaria, Ödem, Bronchospasmus oder Atemnotsyndrom sowie

Kreislaufreaktionen werden gelegentlich beschrieben.

Durch eine schnelle Anflutung (versehentliche i.v. Injektion, Injektion in stark durchblutetes

Gewebe) oder durch Überdosierung kann es zu systematischen Reaktionen mit Schwindel,

Benommenheit, Somnolenz, Krämpfen, Verwirrtheitszuständen, Übelkeit, Erbrechen, Bradykardie,

Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall bis zum Schock kommen.

Überdosierung

Therapie bei oraler Intoxikation

Giftentfernung (Erbrechen auslösen, Magenspülung); resorptionsmindernde Massnahmen (Kohle-

Gabe).

Wird Vitamin B6 in massiv erhöhten Dosen (über 2g/24h) kurzfristig oder in Tagesdosen von 200mg

über Monate hinweg eingenommen, kann es in seltenen Fällen zu peripheren sensorischen

Neuropathien kommen, die jedoch nach dem Absetzen des Präparates im allgemeinen reversibel

sind.

Lidocain

Die Vergiftungserscheinungen bei Überdosierung von Lidocain betreffen hauptsächlich das

Zentralnervensystem und das kardiovaskuläre System. Dabei verlaufen die

Vergiftungserscheinungen progredient, d.h. der Schweregrad der Symptome nimmt kontinuierlich

Bei versehentlicher intravaskulärer Injektion treten die nachfolgend genannten Symptome

unmittelbar (d.h. innerhalb von 1-3 Minuten) auf, im Falle einer Überdosierung hingegen erst mit

einer Verzögerung von 20-30 Minuten.

Frühsymptome einer Überdosierung sind: Gähnen, Parästhesien (v.a. perioral), Benommenheit,

Unruhe, Schwindelgefühl, Tinnitus, Hypakusis, Sehstörungen, Dysarthrie und Ataxie sowie Übelkeit

und Erbrechen. Bei mittelschweren Intoxikationen können zudem Muskelzuckungen bzw.

Muskelspasmen und nachfolgend generalisierte Krampfanfälle auftreten, unter Umständen gefolgt

von Bewusstlosigkeit, Atemdepression und Koma.

In schwerwiegenden Fällen kommt es ausserdem (meist erst nach Auftreten zentralnervöser

Symptome) zu Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System. Symptome sind Blutdruckabfall,

Bradykardie und Arrhythmien. Bei sehr schweren Intoxikationen kann es zu einem kompletten AV-

Block und zum Herz-Kreislauf-Stillstand kommen.

Bei Anzeichen einer akuten systemischen Vergiftung sollte die Injektion sofort abgebrochen werden.

Es gibt kein spezifisches Antidot, die Behandlung der Überdosierung erfolgt symptomatisch. Im

Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstandes ist eine rasche kardiopulmonale Reanimation angezeigt,

einschliesslich Behandlung der Azidose.“

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A11DB

Die Wirkstoffe von Ancopir sind von essentieller Bedeutung für die Energieproduktion sowie den

Eiweiss- und den Nukleinsäurestoffwechsel in der Zelle.

Thiamin (Vit. B 1 ) ist als Co-Faktor bei einer Vielzahl von Reaktionen im Kohlehydrat- und

Fettstoffwechsel beteiligt. Der Vitamin-B 1 -Bedarf ist direkt abhängig vom Umfang der

Kohlenhydratresorption. Daher steigt der Bedarf an Vitamin B 1 , wenn die Ernährung reich an

Kohlenhydraten ist. In hohen Dosen bestehen Hinweise für eine analgetische Wirkung von Vitamin

B 1 .

Vitamin B 6 (Pyridoxin) bildet das Co-Enzym einer Vielzahl von Enzymen, die in den

Proteinstoffwechsel und den Aminosäurestoffwechsel eingreifen. Ein Mangel äussert sich vor allem

in neurologischen Symptomen.

Vitamin B 12 (Cyanocobalamin) hat wichtige metabolische Funktionen im Fett- und

Kohlenhydratstoffwechsel. Es ist notwendig für die Bildung von Methionin und in der Folge für den

Folsäurestoffwechsel und im weiteren Sinn für die DNS-Synthese.

In hohen Dosen übt Vitamin B 12 eine analgetische Wirkung aus.

Lidocain

Lidocain ist ein Lokalanästhetikum vom Anilid-Typ mit einem schnellen Wirkungseintritt und einer

mittleren Wirkungsdauer, es blockiert reversibel die Nervenleitung nahe der Injektionsstelle. Die

lokalanästhetische Wirkung setzt wenige Minuten nach einer Injektion von Ancopir ein und hält 45

bis 60 Minuten lang an.

Pharmakokinetik

Absorption

Orale Einnahme

Die Resorption von Vitamin B1 erfolgt im Gastrointestinaltrakt durch Na+- abhängigen aktiven

Transport, bei höheren Konzentrationen auch durch passive Diffusion.

Vitamin B6 wird aus dem Gastrointestinaltrakt nach Hydrolyse seiner phosphorylierten Derivate

resorbiert.

Die Resorption von Vitamin B12 ist abhängig von der Präsenz des Intrinsic-Factors in der

Magenschleimhaut.

Distribution

Vitamin B1 diffundiert rasch in die organischen Gewebe und Flüssigkeiten, ohne dass eine

signifikate Ablagerung in einem bestimmten Organ stattfindet.

Vitamin B1 geht in den Foetus über und wird in die Muttermilch ausgeschieden.

Pyridoxin bindet sich praktisch nicht an Plasmaproteine. Pyridoxalphosphat jedoch macht

mindestens 60% des zirkulierenden Vitamin B6 aus.

Vitamin B6 geht in Foetus über und wird in die Muttermilch ausgeschieden.

Vitamin B12 wird an die Plasmaproteine gebunden. Transcobalamin II ist auf Gewebeebene

verantwortlich für dessen Transport. Vitamin B12 wird in der Leber gespeichert und geht in den

enteropatischen Kreislauf ein. Vitamin B12 wird aktiv in den Foetus transportiert und wird in die

Muttermilch ausgeschieden.

Metabolismus

Bei einer täglichen Einnahme von ca. 1mg Vitamin B1 (ungefähr normaler Tagesbedarf) wird dieses

im Gewebe vollständig metabolisiert. Wenn die Einnahme den Tagesbedarf überschreitet, wird

Vitamin B1 zuerst im Gewebe abgelagert.

Durch Wirkung der hepatischen Aldehydoxidase wird das freie Pyridoxal in 4- Pyridoxinsäure

überführt.

Vitamin B12 unterliegt keiner Metabolisierung.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit von Vitamin B1 beträgt ca. 0.35 Stunden.

Bei einer täglichen Einnahme von ca. 1mg wird wenig oder kein Vitamin B1 im Urin ausgeschieden.

Überflüssiges Vitamin B1 wird als unverändertes Thiamin und Pyrimidin, welches aus dem Abbau

von Thiamin entsteht, im Urin ausgeschieden. Vitamin B1 wird um so mehr unverändert

ausgeschieden, je höher der Überschuss im Körper ist.

Vitamin B6 wird hauptsächlich im Urin als 4- Pyridoxinsäure ausgeschieden.

Vitamin B12 wird biliär, zum Teil auch renal ausgeschieden. Überschüssiges Vitamin B12 wird im

Urin ausgeschieden, grösstenteils in den ersten 8 Stunden nach Einnahme.

Lidocain

Absorption

Lidocain wird schnell resorbiert, wobei die Absorptionsrate abhängig ist von der Vaskularisierung

des Injektionsortes.

Distribution

Die Plasmaproteinbindung von Lidocain ist konzentrationsabhängig. Die Bindung vermindert sich

mit steigender Konzentration. Bei Konzentrationen von 1 bis 5 µg/ml liegen 60 bis 80 % des

Lidocains proteingebunden vor. Das Verteilungsvolumen im Steady-state beträgt 91 Liter.

Lidocain passiert die Plazentaschranke. Die Gesamtkonzentrationen beim Feten sind jedoch niedriger

als bei der Mutter, da die Plasmaproteinbindung beim Feten geringer ist als bei der Mutter.

Lidocain tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über.

Metabolismus

Lidocain wird hauptsächlich in der Leber unter Beteiligung mehrerer CYP450-Enzyme (z.B.

CYP3A4 und CYP1A2) metabolisiert. Die Hauptmetaboliten von Lidocain sind

Monoethylglycinxylidid, Glycinexylidid, 2,6-Dimethylanilin und 4-Hydroxy-2,6-Dimethylanilin.

Monoethylglycinxylidid und Glycinexylidid sind pharmakologisch aktiv, ihre Aktivität ist jedoch

schwächer als jene der Muttersubstanz.

Elimination

Lidocain wird überwiegend renal eliminiert, wobei sich etwa 73 % der applizierten Dosis als 4-

Hydroxy-2,6-Dimethylanilin-Metabolit im Urin finden. Nur 3 % des Lidocains werden unverändert

über die Nieren ausgeschieden.

Die Plasma-Clearance von Lidocain nach Verabreichung einer intravenösen Bolus-Injektion beträgt

9 bis 10 ml/min/kg.

Nach intravenöser Bolus-Injektion von Lidocain betrug die Eliminationshalbwertszeit 1,5 bis 2

Stunden, jene der aktiven Metaboliten bis zu 10 Stunden. Bei längerfristiger Gabe ist eine

Akkumulation von Glycinexylidid möglich.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Pädiatrische Population:

Die Eliminationshalbwertszeit bei Neugeborenen beträgt annähernd das Doppelte (3,2 Stunden) der

Eliminationszeit bei Erwachsenen.

Leberfunktionsstörungen:

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen war nach intravenöser Verabreichung die Halbwertszeit

von Lidocain etwa 3-fach erhöht.

Nierenfunktionsstörungen:

Leichte bis mittelschwere Nierenfunktionsstörungen (Clcr 30 bis 60 ml/min) beeinträchtigen die

Pharmakokinetik von Lidocain nicht, können jedoch die Akkumulation des Glycinexylidid-

Metaboliten verstärken. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörungen (Clcr < 30 ml/min)

war die Clearance von Lidocain um ca. die Hälfte reduziert und die Halbwertszeit in etwa

verdoppelt.

Lidocain ist dialysierbar.

Präklinische Daten

Ancopir

Es sind keine für die Anwendung relevanten präklinischen Daten vorhanden.

Lidocain

Es liegen zahlreiche Untersuchungen an unterschiedlichen Tierarten zur akuten Toxizität von

Lidocain vor. Anzeichen einer Toxizität waren ZNS-Symptome. Dazu zählten auch Krampfanfälle

mit tödlichem Ausgang. Die beim Menschen ermittelte toxische (kardiovaskuläre oder

zentralnervöse Symptome, Krämpfe) Plasmakonzentration von Lidocain wird mit 5 Mikrogramm/ml

bis >10 Mikrogramm/ml Blutplasma angegeben.

Kanzerogenität, Mutagenität

Lidocain zeigte in Mutagenitätsstudien weder genotoxisches noch kanzerogenes Potenzial. Dagegen

gibt es aus in vitro-Studien Hinweise darauf, dass der Metabolit 2,6-Xylidin mutagene Eigenschaften

besitzt. Darüber hinaus zeigte 2,6-Xylidin in einer Kanzerogenitätsstudie an Ratten über 2 Jahre ein

tumorigenes Potenzial (Tumoren vor allem in der Nasenhöhle). Zwar ist die Relevanz für den

Menschen nicht hinreichend sicher auszuschliessen, demzufolge sollte Lidocain nicht über längere

Zeit in hohen Dosen verabreicht werden.

Reproduktionstoxizität

Studien zur Reproduktionstoxizität ergaben keine Hinweise auf teratogene Eigenschaften. In einer

Studie an männlichen und weiblichen Ratten erhielten diese täglich oral 30 mg/kg Lidocain über 8

Monate. Bis zum Abstillen der Nachkommen wurden keinerlei Hinweise auf Reproduktionstoxizität

gefunden.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit / Aufbewahrung

Trocken und bei Raumtemperatur (15 - 25 C), vor Kinder geschützt aufbewahren. Das Medikament

darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp» bezeichneten Datum verwendet werden.

Ampullen nach öffnen sofort verwenden und allfällige Resten verwerfen.

Zulassungsnummer

28486 Ampullen (Swissmedic)

34662 Dragées (Swissmedic)

Packungen

5 Ancopir Ampullen (B)

20 Ancopir Dragées (B)

Zulassungsinhaberin

Dr. Grossmann AG Pharmaca 4127 Birsfelden/Schweiz

Stand der Information

Januar 2017

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

    Fordern Sie das Informationsblatt für die Öffentlichkeit.



  • Dokumente in anderen Sprachen zur Verfügung hier