Amiodaron-Mepha 100 mg

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Amiodaron-Mepha 100 mg Tabletten
  • Darreichungsform:
  • Tabletten
  • Zusammensetzung:
  • amiodaroni hydrochloridum 100 mg, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Amiodaron-Mepha 100 mg Tabletten
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetik menschlichen
  • Therapiebereich:
  • Antiarrhythmikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 55349
  • Berechtigungsdatum:
  • 28-02-2000
  • Letzte Änderung:
  • 11-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden, und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Amiodaron-Mepha, Tabletten

Was ist Amiodaron-Mepha und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Amiodaron-Mepha ist ein Medikament, das verschiedene gestörte Funktionen des Herzens wieder

normalisiert. Es reguliert unregelmässige, zu rasche oder zu starke Herzschläge, ohne die Pumpkraft

des Herzens zu beeinträchtigen.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin verschreibt Ihnen Amiodaron-Mepha zur Behandlung von

unregelmässigem oder zu schnellem Herzschlagrhythmus.

Was sollte dazu beachtet werden?

Personen, die an Störungen des Herzens leiden, reagieren besonders empfindlich auf Stress,

Nervosität und Erregung; dasselbe gilt auch für das Rauchen und die Einnahme von koffeinhaltigen

Getränken.

Versuchen Sie deshalb, diese herzbelastenden Einflüsse nach Möglichkeit auszuschalten.

Wann darf Amiodaron-Mepha nicht angewendet werden?

Amiodaron-Mepha darf in folgenden Fällen nicht eingenommen werden:

·bei Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergie) auf Jod oder auf den Wirkstoff

Amiodaron,

·bei zu langsamem Herzschlagrhythmus, kardialen Durchblutungsstörungen,

·bei Störungen der Schilddrüsenfunktion, Kropf,

·vermindertem Kaliumgehalt im Blut,

·Behandlung mit einem Mono-Amino-Oxydase-Hemmer (Medikament zur Behandlung von

Depressionen).

Wann ist bei der Einnahme von Amiodaron-Mepha Vorsicht geboten?

Falls Sie bereits an gestörten Schilddrüsenfunktionen gelitten haben oder wenn diese Art von

Erkrankungen in Ihrer Familie vorkommt, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Dieser

wird dann eine regelmässige medizinische Kontrolle durchführen.

Wegen möglicher Hautausschläge ist es empfehlenswert, während der Behandlung mit Amiodaron-

Mepha direkte Sonnenbestrahlung zu vermeiden oder sich andernfalls entsprechend davor zu

schützen, z.B. mit einer Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor.

Wenn Sie mit Medikamenten gegen das Hepatitis-C-Virus (Sofosbuvir in Kombination mit

Daclatasvir, Simeprevir, Ledipasvir) behandelt werden, sollten Sie Amiodaron-Mepha nur

einnehmen, wenn dies unbedingt erforderlich ist, da diese Medikamente zu

Arzneimittelwechselwirkungen mit Amiodaron-Mepha führen können. Diese äussern sich in

schweren Herzrhythmusstörungen (zu langsamer Herzrhythmus). Diese Arrythmie kann

möglicherweise lebensbedrohlich sein. Wenden Sie sich daher unverzüglich an Ihren Arzt oder Ihre

Ärztin oder suchen Sie das nächstgelegene Spital auf, wenn Sie mit Amiodaron-Mepha mit oder

ohne andere Arzneimittel, die den Herzrhythmus verlangsamen, behandelt werden und gleichzeitig

diese Medikamente gegen Hepatitis C erhalten und derartige Symptome verspüren (deutlich

verlangsamte Herzfrequenz, Schwindelgefühl, Ohnmacht).

Verschiedene Medikamente können die Intensität der unerwünschten Nebenwirkungen von

Amiodaron-Mepha verstärken oder deren Wirkung kann durch die Einnahme von Amiodaron-Mepha

verändert werden.

Dabei handelt es sich insbesondere um Medikamente zur Behandlung von Herzkrankheiten und/oder

erhöhtem Blutdruck, mit einer Hypokaliämie assoziierte Medikamente wie bestimmte Abführmittel

(Laxantien) und Diuretika, Antibiotika, Antiallergika (Antihistaminika), Schmerz- oder

Epilepsiemittel, auch bestimmte Beruhigungsmittel und Antidepressiva, pressorische Amine,

Antinausea, abschwellende Mittel, Bronchodilatatoren, Medikamente, die die Blutgerinnung

hemmen (Antikoagulantien), Medikamente, welche im Rahmen oder nach einer Organtransplantation

eingenommen werden («Ciclosporin») oder Medikamente, die den Blutcholesterinspiegel senken

(Statine). Aus diesem Grund müssen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin unbedingt darüber informieren,

welche Medikamente Sie bereits einnehmen.

Vor und während der Behandlung führt Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin möglicherweise Tests zur

Beurteilung Ihres Gesundheitszustands wie Bluttests (z.B. eine regelmässige Kontrolle der

Schilddrüsenfunktion), eine Röntgenaufnahme der Lungen, ein EKG und eine augenärztliche

Kontrolle durch.

Bei einem geplanten chirurgischen Eingriff ist es wichtig, dass Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zuvor

über die Einnahme von Amiodaron-Mepha informieren.

Amiodaron-Mepha soll nicht zusammen mit Grapefruit eingenommen werden, da dies eine

verstärkte Wirkung zur Folge haben kann.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Darf Amiodaron-Mepha während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Da der Wirkstoff von Amiodaron-Mepha die Plazenta passiert und in die Muttermilch übergeht, darf

Amiodaron-Mepha während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit nicht eingenommen werden,

ausser wenn der Arzt bzw. die Ärztin es für absolut unerlässlich hält.

Wie verwenden Sie Amiodaron-Mepha?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird für Sie ein genaues Dosierungsschema festsetzen. Die nachfolgenden

Angaben betrachten Sie deshalb bitte nur als Hinweis.

Während 8 bis 10 Tagen werden täglich 3 Tabletten zu 200 mg eingenommen.

Bei Langzeitbehandlung kann die Dosis zwischen 100 und 400 mg pro Tag schwanken.

Amiodaron-Mepha kann entweder alle 2 Tage eingenommen werden oder an 5 aufeinanderfolgenden

Tagen mit anschliessender Pause von 2 Tagen.

Die Einnahmepause ist zwar nicht nötig, kann aber wegen der langen Wirkungsdauer des

Medikamentes gemacht werden, ohne dass ein Wirkungsverlust eintritt.

Bei älteren Patienten kann eine geringere Tagesdosis verordnet werden.

Die festgesetzte Tagesdosis wird vorzugsweise während den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit

eingenommen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Amiodaron-Mepha haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Amiodaron-Mepha auftreten: Störungen

der Schilddrüse, Atembeschwerden, Sehstörungen, Hautreaktionen, Verdauungsstörungen,

neurologische Störungen, Arrythmien, neuromuskuläre Störungen.

Machen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin sofort darauf aufmerksam, wenn Sie unter Amiodaron-

Mepha Atemnot, Husten, Fieber, Schmerzen im Lungenbereich, ausgeprägte Müdigkeit,

Gewichtsabnahme oder -zunahme, leichtes Zittern in den Gliedern oder Wiederauftreten von zu

schnellen oder unregelmässigen Herzschlägen oder Verdauungsstörungen (Übelkeit, Erbrechen,

Metallgeschmack) feststellen. Auch eine aussergewöhnliche Senkung des Pulses ist dem Arzt bzw.

der Ärztin zu melden. Alle diese Symptome können auf eine Störung der Schilddrüse hinweisen oder

sonst wie mit der Amiodaron-Mepha-Behandlung zusammenhängen.

Die häufig beobachteten Störungen der Schilddrüsenfunktion traten in Form einer Über- oder

Unterfunktion auf.

Sehr häufig kann es bei Einnahme von Amiodaron-Mepha zu Sehstörungen kommen (farbige Kreise

um Gegenstände oder Nebelsehen, Gesichtsfeldausfälle oder Lichtempfindlichkeit), die nach

Behandlungsabbruch völlig verschwinden; in selteneren Fällen kann die visuelle Wahrnehmung

herabgesetzt sein.

Sehr häufig können unter Sonnenbestrahlung Hautreaktionen auftreten; in selteneren Fällen kann es

zu einer schieferfarbigen Verfärbung der unbedeckten Hautpartien oder zu Haarausfall kommen, sehr

selten zu Hautausschlägen, manchmal mit ernstem Verlauf und möglichem tödlichen Ausgang. Falls

Sie Anzeichen eines fortschreitenden Hautausschlags beobachten, der mit Blasenbildung (Bläschen)

und/oder Schleimhautbeteiligung einhergeht, brechen Sie die Einnahme von Amiodaron-Mepha ab

und nehmen Sie umgehend Kontakt mit einem Arzt auf.

Sehr häufig wurde auch über folgende Nebenwirkungen berichtet: vorübergehende

Verdauungsstörungen hauptsächlich zu Behandlungsbeginn; des Weiteren Leberstörungen, die im

Allgemeinen mässig und vorübergehend sind; häufig kam es zu Herzrhythmusstörungen,

neurologischen Störungen, Tremor, Alpträumen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen; in seltenen

Fällen zu Asthma oder akuter Ateminsuffizienz; sehr selten traten Gliederschmerzen,

Muskelschwäche, Koordinationsstörungen, Anomalien des Blutbildes, Schmerzen in den Hoden,

Impotenz, Störungen des Immunsystems wie Ödeme und anaphylaktischer Schock,

Gefässentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine schwere Leberentzündung auf, die

eine regelmässige Leberkontrolle rechtfertigt. In diesem Fall müssen Sie die Empfehlungen Ihres

Arztes bzw. Ihrer Ärztin befolgen.

Selten wurde eine Erkrankung des Sehnervs (Optikusneuropathie) mit plötzlichem Verlust des

Sehvermögens berichtet. Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn solche

Sehstörungen bei Ihnen auftreten.

Unter Amiodaron-Mepha kann eine unregelmässige Herzschlagfolge neu auftreten oder verstärkt

werden.

Bei der Einnahme von Amiodaron-Mepha kann es zu Appetitverlust, Mundtrockenheit, Verstopfung,

Libidoverlust, Riechstörungen und psychiatrischen Störungen wie Halluzinationen und geistige

Verwirrtheit kommen.

In Einzelfällen wurde ein Lupus-ähnliches Syndrom, welches sich durch Gewichtsverlust äussert,

anhaltender Hautausschlag, Fieber, Müdigkeit, Gelenk- oder Muskelschmerzen und Entzündungen

beobachtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Amiodaron-Mepha ist in der Originalverpackung, nicht über 25°C, vor Licht geschützt, an einem

trockenen Ort und für Kinder unerreichbar aufzubewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Amiodaron-Mepha Tabletten enthalten?

1 Tablette Amiodaron-Mepha 100 enthält 100 mg Amiodaron HCl als Wirkstoff und

Hilfsstoffe.

1 Tablette Amiodaron-Mepha 200 enthält 200 mg Amiodaron HCl als Wirkstoff und

Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

55349 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Amiodaron-Mepha Tabletten? Welche Packungen sind erhältlich?

Sie erhalten Amiodaron-Mepha in Apotheken nur gegen ärztliches Rezept.

Amiodaron-Mepha 100: Packungen zu 60 Tabletten.

Amiodaron-Mepha 200: Packungen zu 20 und 60 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im Januar 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Interne Versionsnummer: 7.1

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