Amaryl 3 mg

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Amaryl 3 mg comprimés
  • Darreichungsform:
  • comprimés
  • Zusammensetzung:
  • glimepiridum 3 mg, excipiens pro compresso.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Amaryl 3 mg comprimés
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Antidiabétique oral

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 53130
  • Berechtigungsdatum:
  • 22-06-1995
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie sollten es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

AMARYL®

Was ist Amaryl und wann wird es angewendet?

Amaryl-Tabletten enthalten den Wirkstoff Glimepirid, ein Sulfonylharnstoffderivat. Glimepirid senkt

den Blutzuckerspiegel, indem es die Bauchspeicheldrüse stimuliert, mehr Insulin ins Blut abzugeben.

Amaryl wird zur Behandlung des Typ 2-Diabetes (Erwachsenen-Diabetes) angewendet, wenn Diät,

körperliche Aktivität und Gewichtsreduktion allein den Blutzucker nicht mehr zu kontrollieren

vermögen.

Amaryl-Tabletten dürfen nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Eine häufige Kontrolle der Blut- und Urinzuckerspiegel, vor allem in der Anfangsphase der

Behandlung, ist wichtig.

Für eine erfolgreiche Behandlung mit Amaryl ist eine Diabetes-Diät, die Sie mit Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin oder Ihrer Beratungsstelle besprechen, eine Grundvoraussetzung. Dies ist besonders

wichtig während der Anfangsphase der Behandlung mit Amaryl, wenn Sie zusammen mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin die für Sie optimale Dosierung suchen.

Diät ist die wichtigste Massnahme gegen Zuckerkrankheit. Trotz der Einnahme von

blutzuckersenkenden Tabletten müssen Sie strikt auf Ihre Diät achten. Wenn Sie Übergewicht haben,

kann es unerlässlich sein, dass Sie die Kalorienzufuhr senken und abnehmen.

Es ist sehr wichtig, dass Sie die Tabletten regelmässig einnehmen und die Diät einhalten, damit Ihr

Blutzuckerspiegel nicht zu hoch ansteigt (Hyperglykämie) oder zu tief absinkt (Hypoglykämie),

beides Zustände, die Ihre Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen oder sogar zu ernsthaften

Komplikationen führen können. Aus diesen Gründen dürfen Sie weder die verordnete Dosierung

ändern, noch von den mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin besprochenen Einnahmeregeln abweichen,

ohne dies vorher mit ihm bzw. ihr zu besprechen.

Wann darf Amaryl nicht angewendet werden?

Amaryl darf nicht eingenommen werden

·von zuckerkranken Patienten oder Patientinnen, deren Bauchspeicheldrüse gar kein Insulin mehr

bilden kann, was insbesondere bei Entwicklung der Zuckerkrankheit im Kindes- oder Jugendlichen-

Alter zutrifft (sogenannter Typ 1-Diabetes),

·bei unstabilem Diabetes mit häufigen, schweren Stoffwechselentgleisungen (insbesondere bei

Überzuckerungen, die begleitet sind von Azetongeruch in der Atemluft, Nachweis von Ketokörpern

im Urin oder Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit),

·bei schweren Funktionsstörungen der Nieren, Leber, Nebennierenrinde, des

Hypophysenvorderlappens und der Schilddrüse,

·bei Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff Glimepirid oder andere Bestandteile der Tabletten,

andere Sulfonylharnstoffpräparate oder Sulfonamide.

Wann ist bei der Einnahme von Amaryl Vorsicht geboten?

Bitte beachten Sie die folgenden Anzeichen von unerwünschten Blutzuckerveränderungen:

Zu hoher Blutzucker: starkes Durstgefühl, Mundtrockenheit, häufiges Wasserlassen und trockene

Haut. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, damit er bzw. sie mit Ihnen Ihre Diät besprechen

oder die Tabletteneinnahme korrigieren kann.

Zu tiefer Blutzucker: Heisshunger, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Zittern, Unruhe, Reizbarkeit,

Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Verwirrtheit, Schwindel, Herzklopfen und andere. Dieser Zustand

lässt sich häufig rasch durch Einnahme von Zucker (z.B. Würfelzucker [2-4 Stück]), süsse

Fruchtsäfte oder gezuckerten Tee) beheben. Beachten Sie, dass künstliche Süssstoffe unwirksam

sind. Wenn die Anzeichen nicht sofort verschwinden, so informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin. Wird die Behandlung unterlassen, kann es infolge extremer Blutzuckersenkungen

zu Sprech- und Sehstörungen, Lähmungserscheinungen oder Empfindungsstörungen und

Bewusstlosigkeit kommen.

Bei Durchfall, unvorhergesehenem Auslassen einer Mahlzeit oder bei körperlicher Anstrengung ist

der Blutzuckerspiegel normalerweise tiefer. Eine Einnahme von Amaryl kann dann den

Blutzuckerspiegel zu tief absinken lassen, was Sie mit Einnahme von Zucker ausgleichen können.

Wenn die Zeichen nicht sofort verschwinden, so informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin.

In aussergewöhnlichen Stress-Situationen (z.B. bei Verletzungen, fieberhaften Infektionen,

Operationen) kann es zu einer Entgleisung des Blutzuckers kommen und eine temporäre Behandlung

mit Insulin kann notwendig werden.

Bei der Anwendung von blutzuckersenkenden Arzneimitteln wie Amaryl kann als Folge eines zu

tiefen oder zu hohen Blutzuckers Ihr Reaktionsvermögen vermindert sein. Dadurch kann die

Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt sein. Dies

gilt besonders zu Beginn der Behandlung bzw. wenn zusätzlich Alkohol konsumiert wird.

Durch die gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel kann die Wirkung von Amaryl verstärkt

oder abgeschwächt werden. Dies gilt vor allem für bestimmte Schmerzmittel und

Entzündungshemmer (z.B. Salicylate), gewisse Antibiotika (Rifampicin, Clarithromycin,

Sulfonamide [z.B. Cotrimoxazol], Chinolone [z.B. Ciprofloxacin, Ofloxacin, Levofloxacin],

Tetracycline, Chloramphencol), Pilzmittel (z.B. Miconazol, Fluconazol), Kortikosteroide (z.B.

Cortison), Adrenalin, Diazoxid (blutdrucksteigerndes und blutdrucksenkendes Arzneimittel),

bestimmte Hormone (Anabolika, männliche Sexualhormone, Danazol, Arzneimittel zur

Empfängnisverhütung oder gegen Beschwerden in den Wechseljahren, Schilddrüsenhormone),

harntreibende Arzneimittel, magensäurehemmende Arzneimittel (Cimetidin, Ranitidin), bestimmte

Asthmamittel (z.B. Salbutamol, Terbutalin), bestimmte Arzneimittel gegen Herz- und

Gefässerkrankungen (Disopyramid, Betablocker, ACE-Hemmer [z.B. Enalapril, Captopril,

Lisinopril]), bestimmte Arzneimittel zur Senkung des erhöhten Cholesterinspiegels (Fibrate,

Nicotinsäure), bestimmte blutgerinnungshemmende Arzneimittel, bestimmte Arzneimittel gegen

Depressionen und andere psychische Erkrankungen (z.B. Fluoxetin, Chlorpromazin), MAO-Hemmer

zur Behandlung der Parkinsonkrankheit und von Depressionen, bestimmte Arzneimittel gegen

Epilepsie (Phenytoin, Phenobarbital), Probenecid gegen Gicht, Abführmittel (bei missbräuchlicher

Anwendung).

Gewisse blutdrucksenkende Arzneimittel (z.B. Betablocker, Clonidin, Reserpin) können die

Wahrnehmung der Warnzeichen einer Unterzuckerung beeinträchtigen.

Amaryl kann die Wirkung von gewissen blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln verstärken oder

abschwächen.

Alkohol kann die blutzuckersenkende Wirkung von Amaryl sowohl verstärken als auch

abschwächen.

Fragen Sie immer nach möglichen Wechselwirkungen, wenn Ihnen ein Arzneimittel neu

verschrieben wird oder Sie in einer Apotheke ein Arzneimittel kaufen.

Bei Patienten mit G6PD-Mangel (Anämie-Form) kann das Risiko einer hämolytischen Anämie nach

der Einnahme von Amaryl erhöht sein. Der Arzt bzw. die Ärztin wird dann eine alternative Therapie

in Erwägung ziehen. Patienten mit Galaktose- oder Laktose-Unverträglichkeit oder Malabsorption

von Glukose-Galaktose dürfen Amaryl nicht nehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Amaryl während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Amaryl darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden, da eine

schädigende Wirkung auf den Fötus oder den Säugling (v.a. Unterzuckerung infolge Übertritt von

Glimepirid in die Muttermilch) nicht ausgeschlossen werden kann. Diabetes in der Schwangerschaft

und Stillzeit ist besser mit Insulin zu behandeln.

Bei Kinderwunsch ist frühzeitig ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt bzw. der Ärztin

aufzunehmen. Wenn Sie während der Behandlung mit Amaryl schwanger werden sollten, müssen

Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin verständigen. Er bzw. sie wird Sie zur weiteren Behandlung

Ihrer Zuckerkrankheit beraten.

Wie verwenden Sie Amaryl?

Nehmen Sie die Amaryl-Tabletten jeweils morgens unmittelbar vor dem Frühstück unzerkaut mit

ausreichend Flüssigkeit ein. Falls Sie nicht frühstücken, nehmen Sie die Tabletten erst vor der

nächsten Hauptmahlzeit ein. Wenn Sie Amaryl eingenommen haben, dürfen Sie die anschliessende

Mahlzeit nicht auslassen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie entsprechend beraten.

Zu Beginn der Behandlung wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen eine kleinere Dosis verordnen.

Diese wird, wenn nötig, in ein- bis zweiwöchigen Abständen erhöht, bis Ihr Blutzuckerspiegel

optimal eingestellt ist.

Im Laufe der Behandlung kann die notwendige Amaryl-Dosierung abnehmen. Deshalb müssen von

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin regelmässige Stoffwechselkontrollen durchgeführt werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Die Einhaltung der von Ihrem Arzt bzw Ihrer Ärztin vorgeschriebenen Einnahme von Amaryl ist

wichtig. Einnahmefehler dürfen Sie nicht mit nachträglichen oder zusätzlichen Einnahmen

korrigieren. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Amaryl falsch

eingenommen haben.

Welche Nebenwirkungen kann Amaryl haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Amaryl auftreten: Häufig ist das

Vorkommen einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Die hierbei möglicherweise auftretenden

Symptome sind im Abschnitt “Wann ist bei der Anwendung von Amaryl Vorsicht geboten?”

beschrieben. Gelegentlich können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Magendruck, Völlegefühl oder

eine Geschmacksbeeinträchtigung auftreten. Auch eine Gewichtszunahme ist möglich. Amaryl kann

auch zu beschleunigtem Haarausfall führen. Gelegentlich treten auch

Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie Hautausschläge, Juckreiz oder Überempfindlichkeit

gegenüber UV-Licht auf. In Einzelfällen können sich aus leichteren Überempfindlichkeitsreaktionen

auch schwerwiegende Symptome entwicken, wie Atemnot und schockartige Reaktionen.

Veränderungen des Blutbildes (z.B. Verminderung der Zahl der Blutplättchen verbunden mit einem

Hautausschlag; und Verringerung der weissen und der roten Blutkörperchen) sind selten, können

jedoch schwerwiegend sein. In Einzelfällen ist eine Entzündung der Blutgefässe berichtet worden.

Sehr selten sind Fälle von Veränderungen der Leberfunktion (z.B. Gelbsucht, Leberentzündung,

Gallenstauung) berichtet worden, die sehr schwerwiegend und gefährlich sein können.

Vor allem am Anfang der Behandlung können vorübergehende Sehstörungen durch die Änderungen

des Blutzuckerspiegels auftreten.

Wenn Sie oben genannte Symptome beobachten oder Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht

beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin

informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel ist nicht über 30°C und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Es darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit “EXP” bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Amaryl enthalten?

Amaryl Tabletten enthalten als Wirkstoff Glimepirid, als Hilfsstoffe Laktose, den Farbstoff Indigotin

(E132, nur in den Amaryl-Tabletten zu 2 mg und 4 mg) oder Eisenoxid (E172 in den Amaryl-

Tabletten zu 2 mg und 3 mg) sowie andere Hilfsstoffe für die Herstellung der Tabletten.

Zulassungsnummer

53130 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Amaryl? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken, nur gegen ärztliche Verschreibung erhältlich.

Tabletten zu 2, 3 und 4 mg: Packungen zu 30 und 120 Tabletten (mit Bruchrille).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE

Diese Packungsbeilage wurde im Februar 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.