Aloxi

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Aloxi injizierbare Lösung
  • Darreichungsform:
  • injizierbare Lösung
  • Zusammensetzung:
  • palonosetronum 0,05 mg zu palonosetroni hydrochloridum, mannitolum, dinatrii edetas, natrii citras dihydricus, acid citricum monohydricum, aqua ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 1 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Aloxi injizierbare Lösung
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Antiemetikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 57042
  • Berechtigungsdatum:
  • 30-08-2006
  • Letzte Änderung:
  • 25-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Aloxi®

Vifor SA

Zusammensetzung

Wirkstoff: Palonosetronum 0,05 mg ut palonosetroni hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Mannitolum, natrii edetas, natrii citras, acidum citricum monohydricum, aqua ad

iniectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Ampulle der Lösung zur Injektion enthält: 0,25 mg Palonosetron in 5 ml Lösung (0,05 mg/ml).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Aloxi zur Injektion ist indiziert bei Erwachsenen:

·zur Prävention von akuter Übelkeit und Erbrechen bei stark emetogener Chemotherapie aufgrund

einer Krebserkrankung;

·zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei mässig emetogener Chemotherapie aufgrund einer

Krebserkrankung.

Aloxi zur Injektion ist indiziert bei Kindern ab 1 Monat und Jugendlichen:

·zur Prävention von akuter Übelkeit und Erbrechen bei stark emetogener Chemotherapie aufgrund

einer Krebserkrankung.

·zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei mässig emetogener Chemotherapie aufgrund einer

Krebserkrankung.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

0,25 mg als einmaliger intravenöser Bolus etwa 30 Minuten vor Beginn jeder antikanzerogenen

Chemotherapie. Aloxi muss während einer Zeitdauer von 30 Sekunden injiziert werden.

Aloxi soll ausschliesslich vor Beginn der Chemotherapie angewendet werden.

Die Prävention von Übelkeit und Erbrechen, induziert durch eine stark emetogene Chemotherapie,

kann durch Hinzufügen eines vor der Chemotherapie verabreichten Corticosteroids (z.B.

Dexamethason) verbessert werden.

Ältere Patienten

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche (im Alter von 1 Monat bis 17 Jahren):

20 Mikrogramm/kg Palonosetron (eine maximale Gesamtdosis von 1500 Mikrogramm sollte nicht

überschritten werden) als einmalige 15-minütige intravenöse Infusion beginnend ab etwa 30 Minuten

vor Beginn der Chemotherapie.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Aloxi bei Kindern im Alter von weniger als 1 Monat ist nicht

erwiesen. Es liegen keine Daten vor. Zur Anwendung von Aloxi in der Prävention von Übelkeit und

Erbrechen bei Kindern unter 2 Jahren liegen begrenzte Daten vor.

Spezielle Patientengruppen

Bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Aloxi ist kontraindiziert bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem

der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Da Palonosetron die Dickdarmpassage verlängern kann, sollten Patienten mit anamnestischer

Obstipation oder Anzeichen eines subakuten Ileus nach der Gabe von Aloxi überwacht werden. Zwei

Fälle von Obstipation mit Stuhlverhaltung, die eine stationäre Einweisung erforderlich machten,

wurden nach der Gabe von 0,75 mg Palonosetron während klinischen Studien berichtet.

In allen untersuchten Dosierungen führte Palonosetron nicht zu einer klinisch relevanten

Verlängerung des QTc-Intervalls.

Wie mit anderen 5HT3-Antagonisten ist jedoch Vorsicht geboten bei der Gabe von Palonosetron bei

Patienten, bei denen das QT-Intervall verlängert ist oder die zu einer solchen Verlängerung neigen.

Hiermit ist unter anderem zu rechnen bei Patienten mit eigen- oder familienanamnestisch bekannter

Verlängerung des QT-Intervalls, Elektrolytstörungen, dekompensierter Herzinsuffizienz,

Bradyarrhythmien, Reizleitungsstörungen sowie bei Patienten, die Antiarrhythmika oder andere

Arzneimittel einnehmen, welche zu QT-Verlängerung oder Elektrolytstörungen führen.

Eine Hypokaliämie und Hypomagnesiämie sollten vor der Anwendung eines 5HT3-Antagonisten

korrigiert werden.

Unter der Anwendung von 5HT3-Antagonisten allein oder in Kombination mit anderen serotonergen

Wirkstoffen (darunter selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer [SSRI] und Serotonin-

Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer [SNRI]) liegen Meldungen über ein Serotonin-Syndrom

vor. Es empfiehlt sich eine entsprechende Beobachtung der Patienten auf Serotonin-Syndrom-

ähnliche Symptome.

Aloxi darf nicht zusammen mit anderen 5-HT3-Antagonisten verabreicht werden, da diese

Kombination noch nicht ausreichend untersucht worden ist.

Die Wirksamkeit gegen verzögerte Übelkeit und Erbrechen bei stark emetogenen Chemotherapien

aufgrund einer Krebserkrankung ist nicht erwiesen. Ausser im Zusammenhang mit einer weiteren

Chemotherapeutika-Gabe soll Aloxi in den Tagen nach der Chemotherapie weder zur Vorbeugung

noch zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden.

Es dürfen keine anderen 5-HT3-Antagonisten als Notfallmedikation verabreicht werden, da die

entsprechende klinische Erfahrung sehr beschränkt ist.

Dexamethason oder Metoclopramid können als Notfallmedikation verabreicht werden.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Aloxi bei Kindern im Alter von weniger als 1 Monat ist nicht

erwiesen. Es liegen keine Daten vor. Zur Anwendung von Aloxi in der Prävention von Übelkeit und

Erbrechen bei Kindern unter 2 Jahren liegen begrenzte Daten vor.

Interaktionen

Palonosetron wird hauptsächlich über CYP2D6 metabolisiert, mit geringfügigem Beitrag der

Isoenzyme CYP3A4 und CYP1A2. Auf Basis von in vitro-Studien ist Palonosetron in klinischen

Konzentrationen weder Induktor noch Inhibitor von Cytochrom P450-Isoenzymen.

In präklinischen Studien hemmte Palonosetron die antitumorale Aktivität von fünf untersuchten

Chemotherapeutika nicht (Cisplatin, Cyclophosphamid, Cytarabin, Doxorubicin und Mitomycin C).

In klinischen Studien wurde keine signifikante pharmakokinetische Interaktion zwischen einer

einmaligen intravenösen Dosis von Palonosetron und von oralem Metoclopramid im Steady-state

beobachtet.

In einer auf einer Population basierenden pharmakokinetischen Analyse wurde bei gleichzeitiger

Gabe von CYP2D6-Induktoren sowie von CYP2D6-Inhibitoren keine signifikante Wirkung auf die

Clearance von Palonosetron beobachtet.

Die gleichzeitige Gabe von Palonosetron und Corticosteroiden, Analgetika,

Antiemetika/Antivertiginosa, Spasmolytika und Anticholinergika war unbedenklich.

Serotonerge Wirkstoffe (z.B. SSRI und SNRI)

Nach gleichzeitiger Anwendung von 5HT3-Antagonisten und anderen serotonergen Wirkstoffen

(darunter selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer [SSRI] und Serotonin-Noradrenalin-

Wiederaufnahme-Hemmer [SNRI]) liegen Meldungen über ein Serotonin-Syndrom vor.

Schwangerschaft/Stillzeit

Für Aloxi liegen keine klinischen Daten im Falle von exponierten Schwangerschaften vor.

Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf

Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schliessen.

Beim Verschreiben von Aloxi an schwangere Frauen ist höchste Vorsicht geboten.

Es ist nicht bekannt, ob Aloxi mit der Muttermilch ausgeschieden wird. Deshalb soll es bei stillenden

Frauen nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Da Palonosetron Schwindel, Schläfrigkeit oder Müdigkeit hervorrufen kann, sollten die Patienten

davor gewarnt werden, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

In klinischen Studien erwiesen sich bei einer Dosis von 0,25 mg (insgesamt 633 Patienten) die

häufigsten unerwünschten Ereignisse, die zumindest möglicherweise mit Aloxi im Zusammenhang

standen, als Kopfschmerzen (9%) und Obstipation (5%).

In den klinischen Studien wurden folgende unerwünschte Ereignisse beobachtet, die möglicherweise

oder wahrscheinlich mit Aloxi im Zusammenhang standen.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten 1/10'000: Überempfindlichkeit, Anaphylaxie, anaphylaktische/anaphylaktoide

Reaktionen und anaphylaktischer/anaphylaktoider Schock.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Hyperkaliämie, Stoffwechselstörungen, Hypokalzämie, Anorexie,

Hyperglykämie, Appetitverlust.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Angst, euphorische Stimmung.

Störungen des Nervensystems

Häufig ≥1%, <10%: Kopfschmerzen, Schwindel.

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Parästhesie, Hypersomnie, periphere

sensorische Neuropathie.

Augenleiden

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Augenreizung, Amblyopie.

Hörstörungen und Störungen des Labyrinths

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Reisekrankheit, Tinnitus.

Störungen des Herzens

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Tachykardie, Bradykardie, Extrasystolen, Myokardischämie,

Sinustachykardie, Sinusarrhythmie, supraventrikuläre Extrasystolen, Verlängerung des QT-

Intervalls.

Vaskuläre Störungen

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Hypotonie, Hypertonie, Venenverfärbung, Venendehnung.

Gastrointestinale Störungen

Häufig ≥1%, <10%: Obstipation, Diarrhö.

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Dyspepsie, Schmerzen im Oberbauch, Mundtrockenheit,

Bauchschmerzen, Schluckauf, Blähungen.

Hepato-biliäre Störungen

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Hyperbilirubinämie.

Störungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Allergische Dermatitis, juckender Ausschlag.

Störungen der Skelettmuskulatur und des Bindegewebes

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Arthralgie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Harnverhaltung, Glykosurie.

Allgemeine Störungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Asthenie, Pyrexie, Müdigkeit, Schwäche, Hitzegefühl, grippeähnliche

Erkrankung.

Untersuchungen

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Erhöhte Transaminase-Werte, verminderter Blutkaliumspiegel.

Sehr seltene Fälle (<1/10'000) von Überempfindlichkeitsreaktionen und Reaktionen am Injektionsort

(Brennen, Verhärtung, Beschwerden und Schmerzen) wurden im Rahmen der Pharmacovigilance

angegeben.

Pädiatrische Population

In klinischen Studien an Kindern und Jugendlichen zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen

aufgrund einer mässig oder stark emetogenen Chemotherapie erhielten 402 Patienten eine

Einmalgabe Palonosetron (3, 10 oder 20 μg/kg). Die folgenden Nebenwirkungen wurden unter

Palonosetron häufig oder gelegentlich berichtet:

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig ≥1%, <10%: Kopfschmerzen.

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Schwindel, Dyskinesie.

Herzerkrankungen

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: QT-Intervall im Elektrokardiogramm verlängert, Überleitungsstörung,

Sinustachykardie.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Husten, Dyspnoe, Epistaxis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Allergische Dermatitis, Pruritus, Hauterkrankung, Urtikaria.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich ≥0,1%, <1%: Pyrexie, Schmerzen an der Infusionsstelle, Reaktion an der

Infusionsstelle, Schmerzen.

Nebenwirkungen wurden bei Kindern und Jugendlichen beurteilt, die Palonosetron über bis zu 4

Chemotherapiezyklen erhielten.

Überdosierung

Es wurden bisher keine Fälle von Überdosierung gemeldet. In klinischen Studien wurden Dosen von

bis zu 6 mg angewendet. Die dabei beobachtete Inzidenz unerwünschter Ereignisse war mit jener bei

der Dosierung von 0,25 mg vergleichbar. Es waren keine Dosis-Wirkungs-Beziehungen zu

beobachten. Sollte der unwahrscheinliche Fall einer Überdosierung mit Aloxi eintreten, sollte diese

mit unterstützenden Massnahmen behandelt werden. Es wurden keine Dialyse-Studien durchgeführt;

aufgrund des grossen Verteilungsvolumens ist eine Dialyse jedoch vermutlich keine effektive

Therapie bei einer Überdosierung mit Aloxi.

Pädiatrische Population

Aus klinischen Studien an Kindern und Jugendlichen liegen keine Meldungen über Überdosierungen

vor.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A04AA05

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Palonosetron ist ein hoch selektiver 5HT3-Rezeptor-Antagonist mit einer hohen Bindungsaffinität zu

diesem Rezeptor und einer geringen bzw. inexistenten Affinität zu anderen Rezeptoren,

einschliesslich der anderen serotonergen Rezeptoren.

Klinische Wirksamkeit

Die Wirksamkeit der Injektion einer Einzeldosis Palonosetron zur Prävention von akuter Übelkeit

und Erbrechen bei mässig und stark emetogener Chemotherapie ist in drei Phase-III-Studien

untersucht worden. In diesen Doppelblindstudien wurden die komplette Ansprechrate (keine Emesis

und keine Notfallmedikation) sowie andere sekundäre Wirksamkeitsendpunkte während 120 Stunden

nach Gabe der Chemotherapie bewertet.

Zwei doppelblinde Phase-III-Studien mit 1132 Patienten verglichen Palonosetron in i.v.-Einzeldosis

mit Ondansetron (32 mg) in i.v.-Einzeldosis (Studie 1) oder mit Dolasetron (100 mg) (Studie 2) in

i.v.-Gabe 30 Minuten vor einer mässig emetogenen Chemotherapie mit Carboplatin, Cisplatin ≤50

mg/m², Cyclophosphamid <1500 mg/m², Doxorubicin >25 mg/m², Epirubicin, Irinotecan und

Methotrexat >250 mg/m². In Studie 1 erfolgte keine gleichzeitige Verabreichung von

Corticosteroiden (Dexamethason) zur Prophylaxe, in Studie 2 erhielten nur 4–6% der Patienten eine

solche Medikation.

Eine doppelblinde Phase-III-Studie mit 667 Patienten verglich Palonosetron in i.v.-Einzeldosis mit

Ondansetron (32 mg) in i.v.-Einzeldosis (Studie 3) 30 Minuten vor einer hoch emetogenen

Chemotherapie mit Cisplatin ≥60 mg/m², Cyclophosphamid >1500 mg/m² und Dacarbazin. 67% der

Patienten erhielten vor der Einleitung der Chemotherapie Corticosteroide (Dexamethason) zur

Prophylaxe.

Diese Studien zeigen, dass akute Übelkeit und Erbrechen (0–24 h) in Zusammenhang mit den

anfänglichen Zyklen mässig und hoch emetogener Chemotherapie aufgrund von Krebserkrankungen

mit Palonosetron wirksam verhindert werden konnten. In Studie 3 war die Wirksamkeit höher, wenn

gleichzeitig prophylaktisch Corticosteroide verabreicht wurden. Diese Studien belegen weiter, dass

Übelkeit und Erbrechen in Verbindung mit Chemotherapiezyklen mit mässigem Emesisrisiko mit

Palonosetron während 120 Stunden (5 Tage) nach diesen Zyklen vorgebeugt werden kann.

Die pivotalen Studien waren nicht darauf ausgerichtet, die Wirksamkeit von Palonosetron für

verzögerte Übelkeit und Erbrechen zu beurteilen.

Die Ergebnisse der Studien zur mässig emetogenen Chemotherapie und der Studie zur hoch

emetogenen Chemotherapie sind in den folgenden Tabellen zusammengefasst.

Die Verträglichkeit von Palonosetron bei wiederholten Chemotherapiezyklen (bis zu 9 Zyklen)

wurde in einer offenen Studie beurteilt. Palonosetron wurde während allen Zyklen gut vertragen.

Tabelle 1: Prozentsatz der ansprechenden Patienten¹ nach Therapiegruppe und Phase (in den Studien

mit mässig emetogener Chemotherapie im Vergleich zu Ondansetron)

Aloxi 250 µg

(n= 189)

Ondansetron 32 mg

(n= 185)

Delta

Komplettes Ansprechen (keine Emesis und keine

Notfallmedikation)

97,5% KI²

0–24 h

81,0

68,6

12,4

[1,8%, 22,8%]

24–120 h 74,0

55,1

19,0

[7,5%, 30,3%]

0–120 h

69,3

50,3

19,0

[7,4%, 30,7%]

Komplette Kontrolle (komplettes Ansprechen und

lediglich mässige Übelkeit)

p-Wert³

0–24 h

76,2

65,4

10,8

24–120 h 66,7

50,3

16,4

0,001

0–120 h

63,0

44,9

18,1

0,001

Keine Übelkeit (Likert-Skala)

p-Wert³

0–24 h

60,3

56,8

24–120 h 51,9

39,5

12,4

0–120 h

45,0

36,2

¹ Intent-to-treat-Kohorte.

² Die Studie war dazu konzipiert, die Nicht-Unterlegenheit zu zeigen. Eine untere Grenze über –15%

zeigt die Nicht-Unterlegenheit von Aloxi gegenüber der Vergleichssubstanz.

³ Chi-Quadrat-Test. Signifikanzniveau α = 0,05.

Tabelle 2: Prozentsatz der ansprechenden Patienten¹ nach Therapiegruppe und Phase (in der Studie

mit mässig emetogener Chemotherapie im Vergleich zu Dolasetron)

Aloxi 250 µg

(n= 189)

Dolasetron 100 mg

(n= 191)

Delta

Komplettes Ansprechen (keine Emesis und keine

Notfallmedikation)

97,5% KI²

0–24 h

63,0

52,9

10,1

[–1,7%, 21,9%]

24–120 h 54,0

38,7

15,3

[3,4%, 27,1%]

0–120 h

46,0

34,0

12,0

[0,3%, 23,7%]

Komplette Kontrolle (komplettes Ansprechen und

lediglich mässige Übelkeit)

p-Wert³

0–24 h

57,1

47,6

24–120 h 48,1

36,1

12,0

0,018

0–120 h

41,8

30,9

10,9

0,027

Keine Übelkeit (Likert-Skala)

p-Wert³

0–24 h

48,7

41,4

24–120 h 41,8

26,2

15,6

0,001

0–120 h

33,9

22,5

11,4

0,014

¹ Intent-to-treat-Kohorte.

² Die Studien waren dazu konzipiert, die Nicht-Unterlegenheit zu zeigen. Eine untere Grenze über –

15% zeigt die Nicht-Unterlegenheit von Aloxi gegenüber der Vergleichssubstanz.

³ Chi-Quadrat-Test. Signifikanzniveau α = 0,05.

Tabelle 3: Prozentsatz der ansprechenden Patienten¹ nach Therapiegruppe und Phase (in der Studie

mit hoch emetogener Chemotherapie im Vergleich zu Ondansetron)

Aloxi 250 µg

(n= 223)

Ondansetron 32 mg

(n= 221)

Delta

Komplettes Ansprechen (keine Emesis und keine

Notfallmedikation)

97,5% KI²

0–24 h

59,2

57,0

[–8,8%, 13,1%]

24–120 h 45,3

38,9

[–4,6%, 17,3%]

0–120 h

40,8

33,0

[–2,9%, 18,5%]

Komplette Kontrolle (komplettes Ansprechen und

lediglich mässige Übelkeit)

p-Wert³

0–24 h

56,5

51,6

24–120 h 40,8

35,3

0–120 h

37,7

29,0

Keine Übelkeit (Likert-Skala)

p-Wert³

0–24 h

53,8

49,3

24–120 h 35,4

32,1

0–120 h

33,6

32,1

¹ Intent-to-treat-Kohorte.

² Die Studien waren dazu konzipiert, die Nicht-Unterlegenheit zu zeigen. Eine untere Grenze über –

15% zeigt die Nicht-Unterlegenheit von Aloxi gegenüber der Vergleichssubstanz.

³ Chi-Quadrat-Test. Signifikanzniveau α = 0,05.

Pädiatrische Population

Prävention von Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen (CINV): Die Wirksamkeit von

Aloxi zur Prävention von Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen bei Kindern und

Jugendlichen mit Krebserkrankungen wurde in einer zulassungsrelevanten

Nichtunterlegenheitsstudie nachgewiesen, in der eine einmalige intravenöse Infusion von

Palonosetron mit einem i.v. Ondansetron-Schema verglichen wurde.

Insgesamt 493 Kinder und Jugendliche im Alter von 64 Tagen bis zu 16,9 Jahren, die eine mässig

(69,2%) oder stark (30,8%) emetogene Chemotherapie erhielten, wurden mit Palonosetron 10 μg/kg

(maximal 0,75 mg), Palonosetron 20 μg/kg (maximal 1,5 mg) oder Ondansetron (3× 0,15 mg/kg,

maximale Gesamtdosis 32 mg) 30 Minuten vor Beginn der emetogenen Chemotherapie während

Zyklus 1 behandelt. In allen Behandlungsgruppen waren die meisten Patienten (78,5%) bereits

chemotherapeutisch vorbehandelt worden. Zu den angewendeten emetogenen Chemotherapien

gehörten Doxorubicin, Cyclophosphamid (<1.500 mg/m2), Ifosfamid, Cisplatin, Dactinomycin,

Carboplatin und Daunorubicin. Adjuvante Corticosteroide, darunter Dexamethason, wurden

zusammen mit der Chemotherapie bei 55% der Patienten angewendet. Primärer

Wirksamkeitsendpunkt war komplettes Ansprechen in der Akutphase des ersten

Chemotherapiezyklus, definiert als kein Erbrechen, kein Würgereiz und keine Notfallmedikation in

den ersten 24 Stunden nach Beginn der Chemotherapie. Der Wirksamkeitsnachweis erfolgte anhand

des Nachweises der Nichtunterlegenheit der intravenösen Palonosetrongabe im Vergleich zur

intravenösen Ondansetrongabe. Die Nichtunterlegenheitskriterien waren erfüllt, wenn die

Untergrenze des 97,5%igen Konfidenzintervalls der Differenz der kompletten Ansprechraten

zwischen der intravenösen Palonosetrongabe und der intravenösen Ondansetrongabe grösser als

-15% war. In den mit Palonosetron 10 μg/kg bzw. 20 μg/kg und mit Ondansetron behandelten

Gruppen lag der Anteil der Patienten mit CR0-24h bei 54,2%, 59,4% bzw. 58,6%. Da das 97,5%ige

Konfidenzintervall (Stratum-adjustierter Mantel-Haenszel-Test) der CR0-24h-Differenz zwischen

Palonosetron 20 μg/kg und Ondansetron [-11,7%; 12,4%] betrug, wurde für Palonosetron 20 μg/kg

der Nachweis der Nichtunterlegenheit gegenüber Ondansetron erbracht.

Während in dieser Studie nachgewiesen wurde, dass Kinder und Jugendliche zur Prävention von

Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen eine höhere Palonosetrondosis als Erwachsene

benötigen, entspricht das Sicherheitsprofil dem bei Erwachsenen etablierten Profil (siehe Abschnitt

«Unerwünschte Wirkungen»).

Pharmakokinetik

Absorption

Nach intravenöser Gabe ist die maximale Plasmakonzentration (Cmax) und die Fläche unter der

Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC0–unendlich) im Allgemeinen im Dosisbereich von 0,3–90 µg/kg

bei Gesunden und Krebspatienten dosisproportional.

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Palonosetron beträgt in der empfohlenen Dosierung etwa 6,9 bis 7,9

l/kg. Etwa 62% des Palonosetrons sind an Plasmaproteine gebunden.

Nach intravenöser Gabe folgt auf eine anfängliche Abnahme der Plasmakonzentrationen eine

langsame Elimination aus dem Organismus.

Metabolismus

Palonosetron wird etwa zu 50% in zwei primäre Metaboliten umgewandelt, die im Vergleich zu

Palonosetron über weniger als 1% der antagonistischen Wirkung am 5HT3-Rezeptor verfügen. In-

vitro-Studien zur Metabolisierung haben gezeigt, dass CYP2D6 und, in geringerem Masse, CYP3A4

und CYP1A2 am Metabolismus von Palonosetron beteiligt sind. Die klinisch-pharmakokinetischen

Parameter differieren jedoch zwischen schwachen und starken Induktoren des Metabolismus von

CYP2D6-Substraten nicht signifikant. In klinisch relevanten Konzentrationen hemmt Palonosetron

weder die Cytochrom P450-Isoenzyme noch induziert es sie.

Elimination

Nach einer intravenösen Einzeldosis von 10 µg/kg [14C]-Palonosetron wurden etwa 80% der Dosis

innerhalb von 144 Stunden im Urin wiedergefunden, Palonosetron als unveränderter Wirkstoff

machte etwa 40% der gegebenen Dosis aus. Die terminale Eliminationshalbwertzeit beträgt etwa 40

Stunden. Zehn Prozent der Patienten haben eine terminale Halbwertszeit von über 100 Stunden.

Nach einer einmaligen Bolus-Gabe bei Gesunden betrug die Gesamtkörperclearance von

Palonosetron 173 ± 73 ml/min und die renale Clearance 53 ± 29 ml/min.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten: Das Alter beeinflusst die Pharmakokinetik von Palonosetron nicht. Bei älteren

Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Geschlecht: Das Geschlecht beeinflusst die Pharmakokinetik von Palonosetron nicht. Aufgrund des

Geschlechts ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Pädiatrische Patienten

Pharmakokinetische Daten nach i.v. Einmalgabe von Aloxi wurden an einem Unterkollektiv von

Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen (n=280) erhoben, die 10 μg/kg oder 20 μg/kg

erhielten. Bei Steigerung der Dosis von 10 μg/kg auf 20 μg/kg wurde ein dosisproportionaler Anstieg

der mittleren AUC beobachtet. Nach einmaliger intravenöser Infusion von Aloxi 20 μg/kg waren die

am Ende der 15-minütigen Infusion gemessenen maximalen Plasmakonzentrationen (CT) in allen

Altersgruppen sehr unterschiedlich und bei Patienten unter 6 Jahren tendenziell niedriger als bei

älteren Kindern und Jugendlichen. Die mediane Halbwertszeit über alle Altersgruppen hinweg betrug

29,5 Stunden und reichte nach Gabe von 20 μg/kg in den verschiedenen Altersgruppen von etwa 20

bis zu 30 Stunden.

Die Gesamtkörperclearance (l/h/kg) von Patienten zwischen 12 und 17 Jahren war mit derjenigen

von gesunden Erwachsenen vergleichbar. Beim Verteilungsvolumen in l/kg bestehen keine

offensichtlichen Unterschiede.

Tabelle 4. Pharmakokinetische Parameter bei Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen

nach intravenöser Infusion von Aloxi 20 μg/kg über 15 min und bei erwachsenen Krebspatienten, die

3 bzw. 10 μg/kg Palonosetron als intravenöse Bolusgaben erhielten.

Kinder bzw. Jugendliche mit

Krebserkrankungena

Erwachsene

Krebspatientenb

<2 J.

2 bis <6 J.

6 bis <12 J.

12 bis <17 J.

3 μg/kg 10 μg/kg

N = 3 N = 5

N = 7

N = 10

N = 6

N = 5

ASC0-∞, h∙ μg/l

69,0

(49,5)

103,5

(40,4)

98,7

(47,7)

124,5

(19,1)

35,8

(20,9)

81,8

(23,9)

t½, Stunden

24,0

23,3

30,5

56,4

(5,81)

49,8

(14,4)

N = 6 N = 14

N = 13

N = 19

N = 6

N = 5

Clearancec, l/h/kg

0,31

(34,7)

0,23

(51,3)

0,19

(46,8)

0,16

(27,8)

0,10

(0,04)

0,13

(0,05)

Verteilungsvolumenc,d,l/kg

6,08

(36,5)

5,29

(57,8)

6,26

(40,0)

6,20

(29,0)

7,91

(2,53)

9,56

(4,21)

a PK-Parameter ausgedrückt als geometrischer Mittelwert (VK) ausser bei t½, für welche

Medianwerte angegeben sind.

b PK-Parameter ausgedrückt als arithmetischer Mittelwert (SD).

c Clearance und Verteilungsvolumen wurden bei den Kindern und Jugendlichen aus den

Dosisgruppen 10 μg/kg und 20 μg/kg gepoolt gewichtskorrigiert berechnet. Bei den Erwachsenen

sind die verschiedenen Dosisstufen in der Spaltenüberschrift angegeben.

d Für die Kinder und Jugendlichen mit Krebserkrankungen ist das Vss, für die erwachsenen

Krebspatienten das Vz angegeben.

Nierenfunktionsstörung

Eine geringe bis mässige Nierenfunktionsstörung beeinflusst die pharmakokinetischen Parameter von

Palonosetron nicht signifikant. Bei einer schweren Nierenfunktionsstörung ist die renale Clearance

verringert, die Gesamtkörperclearance ist bei diesen Patienten jedoch der bei Gesunden ähnlich. Bei

Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Für Hämodialysepatienten stehen keine pharmakokinetischen Daten zur Verfügung.

Leberfunktionsstörung

Die Leberfunktionsstörung beeinflusst die Gesamtkörperclearance von Palonosetron im Vergleich zu

Gesunden nicht signifikant. Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung

erforderlich.

Genetischer Polymorphismus

Der genetische Polymorphismus CYP2D6 beeinflusst die Gesamtkörper-Clearance von Palonosetron

im Vergleich zu Gesunden nicht signifikant. Aus diesem Grund ist eine Dosisanpassung nicht

erforderlich.

Präklinische Daten

Präklinische Effekte wurden in den Tests zur Untersuchung der Reproduktionstoxizität und der

Karzinogenität nur bei Expositionen beobachtet, die wesentlich über der Dosis lagen, die als

maximale humane Dosis gilt, und haben somit keine grosse Relevanz für den klinischen Gebrauch.

Palonosetron erwies sich in den Standard-Mutagenitätstests als nicht mutagen.

In Studien ausserhalb des klinischen Rahmens ergaben sich Hinweise darauf, dass Palonosetron nur

in sehr hohen Konzentrationen Ionenkanäle blockieren kann, die an der ventrikulären De- und

Repolarisation beteiligt sind und die Aktionspotentialdauer verlängern kann.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Verträglichkeitsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden. Den Infusionsschlauch vor und nach der Gabe von Palonosetron mit

einer normalen physiologischen Lösung spülen.

Haltbarkeit

Jegliche nicht verbrauchte Lösung muss nach dem Öffnen der Ampulle entsorgt werden.

Aus mikrobiologischen Gründen ist die Lösung unmittelbar nach Anbruch der Ampulle zu

verwenden.

Besondere Lagerungshinweise

Den Behälter in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und bei Raumtemperatur (15–25 °C)

lagern.

Zulassungsnummer

57042 (Swissmedic).

Packungen

Aloxi Inj Lös Amp 5 ml. (B)

Zulassungsinhaberin

Vifor SA, Villars-sur-Glâne.

Herstellerin

Helsinn Birex Pharmaceuticals Ltd, Dublin 15 – Republik Irland.

Stand der Information

August 2016.

  • Das Informationsblatt für dieses Produkt ist derzeit nicht verfügbar, können Sie eine Anfrage an unseren Kundendienst zu senden und wir werden Sie benachrichtigen, sobald wir in der Lage, um es zu erhalten.

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23-7-2018

Optruma (Eli Lilly Nederland B.V.)

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