Alkeran

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Alkeran Injektions-/Infusionspräparat
  • Darreichungsform:
  • Injektions-/Infusionspräparat
  • Zusammensetzung:
  • Vorbereitung cryodesiccata: melphalanum 50 mg, Säure hydrochloridum, povidonum K 12 für das Glas. Freigabe: natrii citras dihydricus, propylenglycolum, ethanolum 96 per hundert 0.52 ml, Wasser iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle der 10 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • Biologische Medizin

Dokumenten

  • für die Allgemeinheit:
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Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Alkeran Injektions-/Infusionspräparat
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika
  • Therapiebereich:
  • Zytostatikum

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 52193
  • Berechtigungsdatum:
  • 18-06-1993
  • Letzte Änderung:
  • 24-10-2018

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

Transferiert von Recordati AG

Alkeran®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Melphalanum.

Hilfsstoffe (Filmtabletten): Excipiens pro compresso obducto.

Hilfsstoffe (Injektions-/Infusionspräparat): Praeparatio cryodesiccata: Acidum hydrochloricum und

Polyvidonum K 12.

Solvens: Natrii citras, Propylenglycolum, Ethanolum und Aqua ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten: 2 mg Melphalan.

Injektions-/Infusionspräparat: Stechampulle mit Lyophilisat zu 50 mg Melphalan. Stechampulle mit

10 ml Lösungsmittel.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Multiples Myelom.

Fortgeschrittenes Ovarialkarzinom.

Mammakarzinom.

Alkeran kann in Mono- oder Kombinationstherapie beim fortgeschrittenen Mamma-Karzinom eine

therapeutische Wirkung haben.

Regionale arterielle Perfusion bei lokalisiertem, malignem Melanom oder Weichteilsarkom der

Extremitäten.

Polycythaemia rubra vera: Alkeran hat sich bei einigen Patienten als wirksam erwiesen.

Hochdosiertes Alkeran i.v. als Vorbereitung zur hämopoetischen Stammzell-Transplantation wird

entweder allein oder in Kombination mit Radiotherapie und/oder mit anderen zytostatischen Mitteln

angewendet zur Konsolidierung des mit konventioneller Behandlung erreichten Resultates bei

Neuroblastom bei Kindern und Jugendlichen und bei Multiplem Myelom.

Dosierung/Anwendung

Alkeran ist ein zytotoxisches Medikament, das zur Klasse der alkylierenden Substanzen gehört. Es

sollte daher nur von Spezialisten verwendet werden.

Die Alkeran-Filmtabletten sind nüchtern einzunehmen.

Die Filmtabletten sollen nicht geteilt oder zerstossen werden. Unmittelbar nach dem Kontakt mit den

Filmtabletten sollen die Hände gewaschen werden. Es ist darauf zu achten, dass allfällige

Tablettenteilchen (z.B. bei einer Beschädigung einer Filmtablette) nicht eingeatmet werden und nicht

mit der Haut oder Schleimhaut in Kontakt kommen. Falls es zu einem Hautkontakt kommt, ist die

Stelle mit Wasser und Seife zu waschen, bei Augenkontakt ist mit Wasser zu spülen.

Multiples Myelom

Orale Applikation

Ein typisches perorales Dosierungsschema ist 0,15 mg/kg/die in geteilten Dosen über 4 Tage. Diese

Behandlung wird alle 6 Wochen wiederholt.

Zahlreiche Dosierungsschemen wurden beschrieben und sollten im Detail in der wissenschaftlichen

Literatur nachgelesen werden.

Die gleichzeitige Gabe von Alkeran und Prednison kann wirksamer sein als eine alleinige Alkeran-

Therapie. Die Kombinationstherapie wird üblicherweise intermittierend durchgeführt.

Bei Patienten, die auf Alkeran angesprochen haben, scheint eine Fortsetzung der Therapie über ein

Jahr hinaus die Resultate nicht zu verbessern.

i.v. Applikation

Alkeran wurde im Intervall von 2–6 Wochen entweder allein oder in Kombination mit anderen

Zytostatika in einer Dosierung zwischen 8 und 30 mg/m² Körperoberfläche resp. 0,2–0,75 mg/kg KG

i.v. verabreicht. Zusätzlich wurde in einigen Therapieschemen Prednison mit eingeschlossen – dazu

sollte die Literatur konsultiert werden. Wird Alkeran als Monotherapie verwendet, ist die übliche

Dosierung 0,4 mg/kg (16 mg/m²) i.v. Die Behandlung wird in entsprechenden Intervallen, z.B. alle 4

Wochen wiederholt, vorausgesetzt, dass das periphere Blutbild sich zwischenzeitlich erholt hat.

Bei der hochdosierten i.v. Applikation werden Einzeldosen zwischen 100 und 200 mg/m²

Körperoberfläche (ca. 2,5–5,0 mg/kg) verwendet. Wird eine Dosis über 140 mg/m² gewählt, ist die

hämopoetische Stammzell-Transplantation unbedingt erforderlich. Ist die Nierenfunktion

eingeschränkt, sollte die Dosis um 50% reduziert werden. In Anbetracht der schweren

Myelosuppression durch das hochdosierte Alkeran i.v. sollte die Behandlung nur an speziellen

Zentren und durch Spezialisten durchgeführt werden. Sie wird in der Regel nur bis zum Alter von

60 Jahren angewendet.

Fortgeschrittenes Ovarialkarzinom

Orale Applikation

Ein typisches perorales Dosierungsschema ist 0,2 mg/kg/die über 5 Tage. Dieses Schema wird alle 4

bis 8 Wochen wiederholt, oder sobald sich das periphere Blut erholt hat.

i.v. Applikation

Wird Alkeran in Monotherapie verwendet, ist eine übliche Dosierung 1 mg/kg (ca. 40 mg/m²) i.v.,

verabreicht im Intervall von 4 Wochen. In einer Kombinationstherapie werden hingegen 0,3 oder 0,4

mg/kg (12–16 mg/m²) i.v. im Intervall von 4–6 Wochen verwendet.

Mammakarzinom

Die orale Gabe von 0,15 mg/kg oder 6 mg/m² über 5 Tage wird alle 6 Wochen wiederholt. Bei

Auftreten einer Knochenmarkstoxizität wird die Dosis reduziert.

Regionale arterielle Perfusion in Hyperthermie bei malignem Melanom und Weichteilsarkom

Dosierungen und Perfusionstechniken sollten der aktuellen wissenschaftlichen Literatur entnommen

werden.

Polycythaemia rubra vera

Die übliche perorale Dosis zur Remissionsinduktion ist 6–10 mg/die über 5–7 Tage. Danach werden

2–4 mg/die verabreicht, bis eine zufriedenstellende Kontrolle der Erkrankung erreicht ist. Die

Therapie wird dann mit Dosen von 2–6 mg 1× pro Woche aufrechterhalten.

Da es bei einer Langzeittherapie mit Alkeran zu einer schweren Myelosuppression kommen kann, ist

eine regelmässige Blutbildkontrolle mit der entsprechenden Dosisanpassung oder einem

Therapieunterbruch unbedingt nötig.

Fortgeschrittenes Neuroblastom (Kinder und Jugendliche)

Dosen zwischen 100 und 240 mg/m² Körperoberfläche i.v. (manchmal verteilt auf 3

aufeinanderfolgende Tage) zusammen mit einer hämopoetischen Stammzell-Transplantation wurden

in Kombination mit Chirurgie, Radiotherapie oder anderen Zytostatika verabreicht.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten

Obwohl Alkeran in der konventionellen Dosierung beim älteren Patienten häufig verwendet wird,

gibt es keine speziellen Daten. Erfahrung in der Anwendung von Alkeran hochdosiert i.v. bei älteren

Patienten gibt es kaum. Deshalb sollten auch der allgemeine Zustand und die Organfunktion

berücksichtigt werden, bevor Alkeran i.v. hochdosiert verwendet wird.

Dosierung bei Niereninsuffizienz

Die Alkeran Clearance kann bei Niereninsuffizienz vermindert sein. Bei Patienten mit mässiger bis

schwerer Niereninsuffizienz sollte die Initialdosis von Alkeran in konventioneller Dosierung i.v. (8–

40 mg/m²) um 50% reduziert werden. Die folgenden Dosen sollten entsprechend den Ergebnissen der

Blutbildkontrollen festgelegt werden.

Bei hochdosiertem Alkeran i.v. (100–240 mg/m²) ist die Notwendigkeit einer Dosisreduktion

abhängig vom Grad der Niereninsuffizienz, ob die hämopoetischen Stammzellen wieder infundiert

werden und von der therapeutischen Notwendigkeit.

Im Allgemeinen ist eine 50%-ige Dosisreduktion bei der hochdosierten Alkeran-Behandlung ohne

Transplantation hämopoetischer Stammzellen bei Patienten mit mässig eingeschränkter

Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 50 ml/min) üblich. Bei Patienten mit stärker

eingeschränkter Nierenfunktion ist eine hochdosierte Alkeran-Behandlung ohne hämopoetische

Stammzell-Transplantation nicht zu empfehlen. Die hochdosierte Alkeran-Behandlung mit

hämopoetischer Stammzell-Transplantation wurde bei Dialysepatienten mit Niereninsuffizienz im

Endstadium mit Erfolg angewandt. Einzelheiten sind der spezifischen Fachliteratur zu entnehmen.

Anweisung für die parenterale Applikation

Nach erfolgter Auflösung der Alkeran-Trockensubstanz kann die Verabreichung der Lösung als

intravenöse Injektion oder Infusion sowie mittels regionalem Perfusionsverfahren erfolgen (siehe

«Sonstige Hinweise»/«Hinweise für die Handhabung»).

Kontraindikationen

Alkeran sollte nicht an Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Melphalan oder

einem der Hilfsstoffe verabreicht werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Alkeran sollte nur von einem in der zytostatischen Therapie erfahrenen Arzt angewendet werden.

Bei Extravasaten mit Alkeran i.v. kann lokal eine Weichteilläsion auftreten; daher sollte die Injektion

nicht direkt in eine periphere Vene erfolgen. Es wird empfohlen, die Alkeran-Lösung in den

Schlauch einer schnell fliessenden Infusion zu injizieren oder verdünnt in NaCl 0,9% zu

verabreichen. Bei schlechten peripheren Venen sollte eventuell ein Zentral-Venenkatheter verwendet

werden.

Die Applikation von hochdosiertem Alkeran sollte in Anbetracht der möglichen Risiken und der

erforderlichen Pflege nur durch Spezialisten und in einem spezialisierten Zentrum verwendet

werden. Patienten mit hochdosiertem Alkeran müssen eventuell gegen Infekte prophylaktisch

abgeschirmt und mit Blutprodukten substituiert werden.

Bevor hochdosiertes Alkeran i.v. verwendet wird, sollten der Allgemeinzustand und die

Organfunktion berücksichtigt werden.

Alkeran ist eine stark myelosuppressive Substanz. Daher muss während und nach der Therapie mit

Alkeran eine sorgfältige Überwachung des Blutbildes erfolgen, um eine exzessive

Knochenmarksdepression und das Risiko einer irreversiblen Knochenmarksaplasie zu vermeiden.

Da die Blutbildwerte auch nach Beendigung der Alkeran-Gabe noch weiter absinken können, sollte

die Therapie bereits beim ersten Anzeichen eines anormal starken Abfalls der Leukozyten- oder

Thrombozytenzahl unterbrochen werden.

Bei Patienten mit vorangegangener Strahlen- oder Chemotherapie darf Alkeran im Hinblick auf die

erhöhte Knochenmarkstoxizität nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden.

Bei der peroralen Einnahme ist die Absorption von Alkeran sehr variabel, daher kann es nötig sein,

die Dosis vorsichtig anzupassen bis zur Myelosuppression, um sicher zu sein, dass die therapeutische

Plasmakonzentration erreicht ist.

Während einer Therapie mit Alkeran durchgeführte Impfungen können aufgrund der

Immunsuppression wirkungslos sein. Impfungen mit Lebendimpfstoffen werden wegen der Gefahr

einer Infektion nicht empfohlen.

Karzinogenität

Wie andere alkylierende Substanzen ist Melphalan beim Menschen leukämogen. Nach längerer

Alkeran-Behandlung wurden akute Leukämien beschrieben: bei malignem Melanom, multiplem

Myelom und Ovarialkarzinom. Ein Vergleich mit oder ohne Alkylanzien-Therapie – einschliesslich

Melphalan – beim Ovarialkarzinom zeigte, dass als Folge der Therapie die Inzidenz akuter

Leukämien signifikant erhöht ist. Daher sollte vor der Anwendung von Melphalan das leukämogene

Risiko dem potentiellen therapeutischen Nutzen gegenübergestellt werden.

Patienten mit Nierenschäden

Die Alkeran-Clearance kann bei Patienten mit Niereninsuffizienz, die auch eine urämische

Knochenmarkssuppression haben können, reduziert sein. Eine Dosisreduktion kann daher nötig sein

und diese Patienten müssen engmaschig kontrolliert werden (siehe auch «Dosierung bei

Niereninsuffizienz»).

Interaktionen

Die gleichzeitige Anwendung von Nalidixinsäure mit hochdosiertem, intravenösem Alkeran hat bei

Kindern zu hämorrhagischer Enterokolitis mit letalem Ausgang geführt.

Nach Knochenmarkstransplantationen bei Patienten, die mit hochdosiertem Alkeran vorbehandelt

wurden, ist Nierenversagen beobachtet worden, wenn Ciclosporin zur Verhütung der «graft versus

host» Reaktion gegeben wurde.

Schwangerschaft/Stillzeit

Teratogenität: Aufgrund der Ergebnisse einer alten Studie an Ratten sowie der Ähnlichkeit mit

anderen alkylierenden Substanzen mit teratogenem Potential ist das Risiko von Missbildungen nicht

auszuschliessen.

Die Anwendung von Melphalan sollte wenn möglich während der Schwangerschaft vermieden

werden, besonders während des ersten Trimenon. Bei jedem Fall muss individuell das potentielle

Risiko für den Fötus gegenüber dem zu erwartenden Nutzen für die Mutter abgewogen werden.

Wie bei jeder zytotoxischen Chemotherapie werden kontrazeptive Massnahmen empfohlen, wenn

einer der Partner mit Alkeran behandelt wird.

Während der Therapie mit Alkeran sollte nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Aufgrund der unerwünschten Wirkungen wie

Übelkeit und Erbrechen ist beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht

geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Die Inzidenz der unerwünschten Wirkungen hängt von der Indikation, der gewählten Dosierung und

der Komedikation ab.

Die beobachteten unerwünschten Wirkungen wurden anhand ihrer Häufigkeit wie folgt klassifiziert:

Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1’000, <1/100), selten (>1/10’000,

<1/1’000), sehr selten (<1/10’000).

Blut- und Lymphsystem

Sehr häufig: Leukopenie, Thrombozytopenie und Anämie.

Selten: Hämolytische Anämie.

Immunsystem

Gelegentlich: Allergische Reaktionen (siehe auch «Haut und Unterhautzellgewebe») mit Symptomen

wie Urtikaria, Ödemen, Hautexanthemen und anaphylaktischem Schock nach Verabreichung von

Initial- oder Erhaltungsdosis, insbesondere nach intravenöser Applikation.

Selten wurde in diesem Zusammenhang auch von einem Herzstillstand berichtet.

Atmungsorgane

Selten: Interstitielle Pneumonie und Lungenfibrose (einschliesslich tödlich verlaufende Fälle).

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Übelkeit und Erbrechen (je 30% bei konventioneller Dosis), Durchfall, Stomatitis bei

hoher Dosierung.

Selten: Stomatitis bei konventioneller Dosierung.

Bei Patienten, die hochdosiert Alkeran in Verbindung mit einer autologen

Knochenmarkstransplantation erhalten, ist die erhöhte Inzidenz von Diarrhö, Erbrechen und

Stomatitis der Dosis limitierende Faktor. Eine Vorbehandlung mit Cyclophosphamid kann die

gastrointestinalen Störungen bei hochdosiertem Alkeran mildern (Details sind der Literatur zu

entnehmen).

Leber und Galle

Selten: Leberfunktionsstörungen verschiedenster Natur von abnormen Werten bei

Leberfunktionstests bis zu klinischen Manifestationen wie Hepatitis und Ikterus;

Lebervenenverschlusskrankheit (VOD) unter hohen parenteralen Dosen.

Haut und Unterhautzellgewebe

Sehr häufig: Alopezie bei hoher Dosierung.

Häufig: Alopezie bei konventioneller Dosierung.

Selten: Makulopapulöses Exanthem, Pruritus (siehe «Immunsystem»).

Muskel- und Skelettsystem

Bei regionaler arterieller Perfusion

Sehr häufig: Muskelatrophie, Muskelfibrose, Myalgie, erhöhte Kreatin-Phosphokinase im Blut.

Häufig: Kompartementsyndrom.

Muskelnekrose, Rhabdomyolyse.

Nieren und Harnwege

Häufig: Vorübergehender signifikanter Anstieg der Harnstoff-Werte im Blut zu Beginn einer

Melphalan-Therapie bei Myelom-Patienten mit vorbestehendem Nierenschaden.

Reproduktionssystem und Brust

Hemmung der Ovarialfunktion, was bei der Mehrzahl der in der Prämenopause behandelten

Patientinnen zu einer Amenorrhö führt.

Vorübergehende oder dauernde Sterilität bei männlichen Patienten.

Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Subjektives und vorübergehendes Wärmegefühl und/oder leichtes Brennen an der

Injektionsstelle (66%).

Überdosierung

Zeichen einer akuten Überdosierung sind

Nach oraler Überdosierung treten gastrointestinale Nebenwirkungen auf, wie Nausea, Erbrechen und

Diarrhö. Die unmittelbaren Nebenwirkungen einer akuten intravenösen Überdosierung sind Nausea

und Erbrechen. Es kann auch zu einer gastrointestinalen Mucosa-Schädigung kommen und zu einer

manchmal hämorrhagischen Diarrhö. Die Hauptnebenwirkung ist jedoch eine Knochenmark-

Suppression, die zu Leukopenie, Thrombozytopenie und Anämie führt.

Behandlung der akuten Überdosierung

Unterstützende Allgemeinmassnahmen und wenn nötig Blut- und Thrombozyten-Transfusionen sind

einzuleiten. Es sollen weiter eine Hospitalisation, Antibiotika-Schutz und die Anwendung

hämatologischer Wachstumsfaktoren in Erwägung gezogen werden.

Ein spezifisches Antidot gibt es nicht. Bis zur Erholung sollte das Blutbild sorgfältig kontrolliert

werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L01AA03

Melphalan ist ein Stickstoff-Lost Derivat und gehört zu den bifunktionellen Alkylantien. Durch

Aktivierung der beiden 2-Chloroäthylgruppen kommt eine kovalente Bindung zwischen N7 des

DNS-Guanins zustande. Die Vernetzung zweier DNS-Stränge blockiert die Zellreplikation.

Pharmakokinetik

Absorption

Die orale Absorption von Melphalan ist individuell sehr verschieden. Die absolute Bioverfügbarkeit

beträgt zwischen 56 und 85%. Die maximale Plasmakonzentration wird innerhalb von 0,5–2 Stunden

erreicht. Wird Alkeran unmittelbar nach einer Mahlzeit verabreicht, verlängert sich die Zeit bis zum

Erreichen der maximalen Plasmakonzentration und die Fläche unter der Konzentrationszeitkurve

(AUC) wird um 39–45% reduziert.

Distribution

Das mittlere Verteilungsvolumen im Steady-State schwankt erheblich je nach Dosierung und beträgt

ca. 40 ± 18 l. Der Übertritt in den Liquor ist gering. Die Bindung an Plasmaproteine beträgt 69–78%

und erfolgt hauptsächlich an Albumin (55–60%) und weniger an α1-saures Glykoprotein (20%). Ca.

30% der Substanz ist irreversibel an Plasmaproteine gebunden (Alkylierung) bei Standarddosierung

ist die Plasmaproteinbindung konzentrationsunabhängig. Bei Hochdosistherapie kann sie

konzentrationsabhängigkeit sein. Es ist nicht bekannt, ob Melphalan plazentagängig ist oder ob es in

die Muttermilch übertritt.

Metabolismus

Nach Injektion von Melphalan wurden Monohydroxymelphalan und Dihydroxymelphalan im Plasma

der Patienten nachgewiesen. Die maximale Plasmakonzentration dieser Metaboliten wurde nach 60

bzw. 105 min erreicht.

Eine ähnliche Halbwertszeit (siehe «Elimination») wurde beobachtet, wenn Melphalan dem

Patienten-Serum in vitro (bei 37 °C) zugegeben wurde, was darauf hinweist, dass der wichtigste

Faktor der Halbwertszeit beim Menschen eher der spontane Abbau als der enzymatische

Metabolismus ist.

Elimination

Die mittlere terminale Plasmahalbwertszeit nach oraler Gabe von 0,6 mg/kg KG Melphalan betrug

90 ± 57 min. 11% der Substanz wurden innerhalb von 24 h unverändert im Urin nachgewiesen. Nach

oraler Verabreichung von 0,2–0,25 mg/kg KG betrug die mittlere Eliminationshalbwertszeit 1,12 ±

0,15 h.

Die Pharmakokinetik von Melphalan i.v. nach konventionellen und nach hohen Dosen wird am

besten durch ein bi-exponentielles 2-Kompartiment-Modell beschrieben.

Nach einer hyperthermen Perfusion (39 °C) und nach einer Dosierung von 1,75 mg/kg betrug die

mittlere initiale Halbwertszeit 3,6 ± 1,5 min bzw. die terminale Halbwertszeit 46,5 ± 17,2 min.

In verschiedenen Studien sind die Werte der Clearance unterschiedlich, entsprechend der Höhe der

Dosierung. Bei hochdosierten i.v. Applikationen von 140 mg/m² war die mittlere Clearance 564 ±

159 ml/min. Der Q0-Wert wird mit 0,9 angegeben.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Kinetik bei älteren Patienten und konventioneller Dosierung ist unverändert, bei hohen Alkeran

Dosen i.v. liegen bisher keine Daten vor.

Bei Niereninsuffizienz kann die Melphalan-Clearance erniedrigt sein.

Präklinische Daten

Mutagenität

Alkeran ist im Tierversuch mutagen. Bei behandelten Patienten wurden Chromosomen-Aberrationen

beobachtet.

Karzinogenität

Melphalan wurde in Karzinogenitätstests an Ratten und Mäusen bei intraperitonealer Injektion

geprüft. In Ratten induzierte die Behandlung peritoneale Sarkome und in Mäusen führte sie zu

Lymphosarkomen und dosisabhängig erhöhten Inzidenzen von Lungentumoren.

Teratogenität

In einer alten Studie an Ratten führte die Behandlung mit Melphalan zu einer erhöhten Inzidenz von

Missbildungen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Das Lyophilisat darf nur mit dem beigepackten Lösungsmittel aufgelöst und die rekonstituierte

Lösung nur mit dem unter «Hinweise für die Handhabung» genannten Arzneimittel gemischt

werden.

Haltbarkeit / Besondere Lagerungshinweise

Filmtabletten: Im Kühlschrank (2–8 °C) lagern.

Injektions-/Infusionspräparat (Lyophilisat und Lösungsmittel): Nicht über 30 °C und vor Licht

geschützt in der Originalpackung lagern. Nicht im Kühlschrank lagern, sonst kann es bei der

Zubereitung der Infusionslösung zur Ausflockung von Melphalan kommen.

Die Lösungen (unverdünnt und verdünnt) haben eine beschränkte Stabilität und sollten daher

unmittelbar vor Verwendung hergestellt werden. Zwischen der Zubereitung der verdünnten

Infusionslösung und dem Infusionsende sollte eine Zeitspanne von 1½ Stunden nicht überschritten

werden. Nicht verwendete Lösungen sollen entsorgt werden.

Die Arzneimittel dürfen nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Hinweise für die Handhabung

Herstellung der Alkeran-Injektionslösung

Die Herstellung der Alkeran-Injektionslösung erfolgt bei Raumtemperatur. Das Lyophilisat wird mit

dem Lösungsmittel aufgelöst. Es werden 10 ml Lösungsmittel in einer Portion zur Trockensubstanz

gegeben und sofort kräftig geschüttelt, bis diese vollständig gelöst ist. Die so hergestellte Lösung

enthält 5 mg/ml Melphalan und hat einen pH-Wert von ca. 6,5. Die Lösung hat eine beschränkte

Stabilität und sollte daher unmittelbar vor Verwendung hergestellt werden. Nicht verwendete Lösung

soll entsorgt werden. Die hergestellte Lösung sollte nicht gekühlt werden, da sonst Ausflockungen

entstehen.

Intravenöse Anwendung i.v.

Ausgenommen in Fällen, wo eine regionale arterielle Perfusion indiziert ist, wird Alkeran nur

intravenös verwendet. Es ist empfehlenswert, Alkeran i.v. langsam in den Schlauch einer rasch

fliessenden i.v. Infusion zu injizieren. Ist dies nicht möglich, ist Alkeran in eine i.v. Infusion zu

geben. Die rekonstituierte Lösung sollte mit einer NaCl 0,9%-Infusionslösung verdünnt werden, so

dass die Melphalan-Konzentration 0,45 mg/ml nicht übersteigt. Als Infusionslösung sollte nur NaCl

0,9% verwendet werden, keine Glukose-Infusion. Wird Alkeran mit einer Infusionslösung weiter

verdünnt, nimmt die Stabilität ab und die Degradation mit zunehmender Temperatur rasch zu. Wird

Alkeran bei Raumtemperatur (ca. 25 °C) infundiert, sollte die Zeitspanne zwischen der Vorbereitung

bis zum Infusionsende 1½ Stunden nicht überschreiten.

Tritt eine sichtbare Trübung oder Ausflockung nach Auflösen oder Verdünnen von Alkeran i.v. auf,

ist die Lösung nicht zu verwenden. Die Lösung sollte streng i.v. appliziert werden, Extravasate sind

zu vermeiden. Bei schlechten peripheren Venen sollte eventuell ein Zentral-Venenkatheter

verwendet werden. Bei hochdosierter i.v.-Applikation mit oder ohne autologer

Knochenmarkstransplantation ist ein Zentral-Venenkatheter empfehlenswert.

Regionale arterielle Perfusion

Zum Verfahren der regionalen arteriellen Perfusion ist die Literatur zu konsultieren.

Sichere Handhabung von Alkeran

Bei der Handhabung von Alkeran, der Zubereitung der Injektions-/Infusionslösung und der

Entsorgung sind die Richtlinien für Zytostatika zu befolgen (für Filmtabletten siehe auch

«Dosierung/Anwendung»).

Zulassungsnummer

30897, 52193 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten 2 mg: 25. (A)

Injektions-/infusionspräparat:

1 Stechampulle mit Lyophilisat, Melphalan zu 50 mg

1 Stechampulle mit 10 ml Lösungsmittel. (A)

Zulassungsinhaberin

Aspen Pharma Schweiz GmbH, Baar.

Stand der Information

Mai 2007.

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