CLEXANE 40 mg/0.4ml

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • CLEXANE 40 mg/0.4ml
  • Verfügbar ab:
  • Sanofi-Aventis (Suisse) SA
  • Klasse:
  • B
  • Art der Medizin:
  • Mensch

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • CLEXANE 40 mg/0.4ml
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Antikoagulans: Heparin, niedermolekular

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Kompendium
  • Letzte Änderung:
  • 23-04-2015

Packungsbeilage


Clexane® Injektionslösung

SANOFI-AVENTIS

AMZV

Was ist Clexane und wann wird es angewendet?

Nach operativen Eingriffen oder bei Bettlägerigkeit besteht die Gefahr der Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen) insbesondere

der Beine. Diese Blutgerinnsel können über den Kreislauf in die Lungen gelangen, wo sie Blutgefässe verschliessen (Lungenem‐

bolien). Dies äussert sich unter anderem in Brustschmerzen und Atemnot. Eine Lungenembolie ist lebensbedrohend. Clexane

wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Vorbeugung gegen die Entstehung von Thrombosen angewendet. Enoxa‐

parin, der Wirkstoff von Clexane, ist ein niedermolekulares Heparin, welches den Vorgang der Blutgerinnung bremst und so der

Bildung von Blutgerinnseln entgegenwirkt. Das Arzneimittel wird mittels Spritze und Nadel unter die Haut verabreicht.

Was sollte dazu beachtet werden?

Während des Spitalaufenthaltes haben Sie regelmässig Injektionen zur Vorbeugung gegen Thrombosen verabreicht erhalten. Die

Fortsetzung dieser medikamentösen Behandlung ist auch nach Entlassung aus dem Spital noch während einer gewissen Zeitdauer

notwendig.

Wann darf Clexane nicht angewendet werden?

Clexane darf nicht angewendet werden bei einer bekannten oder vermuteten Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Enoxaparin,

bei Blutabnormalitäten sowie bei gewissen Krankheitszuständen, deren Abwesenheit der Arzt vor der ersten Verabreichung von

Clexane geprüft hat, wie gewissen entzündlichen Herzkrankheiten und akutem Magen-Darm-Geschwür.

Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Clexane Vorsicht geboten?

Vorsicht ist geboten bei gewissen Lebererkrankungen und gewissen Netzhauterkrankungen.

Halten Sie sich strikte an die Anweisungen Ihres Arztes. Falsche Dosierung oder gleichzeitige Einnahme von anderen Medika‐

menten könnte in seltenen Fällen ungünstige Auswirkungen auf die Blutgerinnung haben.

Informieren Sie deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden. Bei Anwendung von Clexane in

Kombination mit gewissen anderen Arzneimitteln (Schmerzmittel, Entzündungshemmer und Arzneimitteln gegen die Blutgerin‐

nung) ist Vorsicht geboten. Falls die Kombination von Clexane mit einem dieser Arzneimittel erforderlich ist, wird Sie Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin sorgfältig überwachen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihren Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden,

Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Clexane während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet werden?

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen ist bei bestimmungsgemässer Anwendung kein Risiko für das Kind bekannt. Systematische

wissenschaftliche Untersuchungen wurden aber nie durchgeführt. Vorsichtshalber sollten Sie während der Schwangerschaft und

Stillzeit möglichst auf Arzneimittel verzichten oder den Arzt oder den Apotheker bzw. die Ärztin oder die Apothekerin um Rat fragen.

Wie verwenden Sie Clexane?

Clexane muss strikte gemäss den Anweisungen des Arztes angewendet werden. Ihr Arzt setzt die Dosierung und die Behand‐

lungsdauer fest. Nur bei genauer Einhaltung dieser Vorschriften kann der grösstmögliche Nutzen von Clexane erreicht werden.

Brechen Sie die Therapie nicht vorzeitig ab, selbst wenn Sie sich besser fühlen, denn oft klingen die Krankheitszeichen vor der

vollständigen Heilung ab. Eine ungenügende Anwendungsdauer oder ein zu frühes Beenden der Behandlung kann das Risiko der

Bildung einer Thrombose erhöhen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark,

so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin.

In der Regel wird Clexane als einmal tägliche Injektion von 40 mg Enoxaparin subkutan (unter die Haut) verabreicht. Die Injektion

sollte stets zur gleichen Tageszeit erfolgen. Die Behandlung wird nach Spitalentlassung über eine Zeitdauer von ca. 3 Wochen

fortgesetzt.

Über die Verabreichung der Injektion werden Sie vom Spitalpersonal genauestens instruiert.

Zur Vermeidung versehentlicher Nadelstiche nach der Injektion sind die Fertigspritzen mit einem automatischen Sicherheitssystem

ausgestattet.

Als Injektionsort eignet sich die Haut der vorderen seitlichen Bauchwand sowie die Haut an der Aussenseite des Oberschenkels.

Zur besseren Verträglichkeit der Injektionen wird empfohlen, von einer Injektion zur nächsten abwechselnd die rechte und die linke

Seite zu verwenden.

Desinfizieren Sie die Einstichstelle mittels eines Tupfers, der mit einem Desinfektionsmittel getränkt ist.

Nehmen Sie die Spritze aus der Verpackung und ziehen Sie die Verschlusskappe ab. Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit der

Nadel, damit diese steril bleibt. Falls sich an der Nadelspitze ein Tropfen gebildet hat, darf dieser nicht abgestreift werden. Schütteln

Sie ihn ab, indem Sie mit nach unten gerichteter Nadel leicht gegen die Spritze klopfen. Lassen Sie die Luftblase in der Spritze.

Es kommt vor, dass sich die Luftblase nicht am Spritzenkolben befindet. In diesem Fall klopfen Sie mit nach unten gerichteter

Nadel leicht gegen die Spritze, damit die Blase bis zum Spritzenkolben aufsteigt.

Wird (auf Anweisung des Arztes) nur eine Teilmenge verabreicht, bestimmen Sie mit Hilfe der Masseinteilung die erforderliche

Menge und lassen Sie mit nach unten gerichteter Nadel vorsichtig die überschüssige Flüssigkeit ab.

Bilden Sie an der desinfizierten Körperstelle mit dem Daumen und Zeigefinger eine Hautfalte. Halten Sie mit einer Hand die

Hautfalte gut fest. Mit der anderen Hand stechen Sie die Spritzenadel senkrecht in die Haut und führen Sie sie in der ganzen Länge

ein. Die Nadellänge ist so berechnet, dass die Injektionsflüssigkeit genau in die gewünschte subkutane Hautregion verabreicht

wird. Drücken Sie langsam auf den Spritzenkolben und injizieren Sie die gesamte Flüssigkeitsmenge.

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Das Sicherheitssystem aktiviert sich während der Injektion, wenn der Spritzenkolben den Anschlag erreicht und schützt auf diese

Weise die verunreinigte Nadel, ohne den Patienten zu stören. Um das Sicherheitssystem auszulösen, ist es notwendig, den Sprit‐

zenkolben voll durchzudrücken.

Hinweis: Das Sicherheitssystem kann erst aktiviert werden, wenn die Spritze vollkommen entleert ist.

Ziehen Sie danach die Nadel vorsichtig wieder heraus und lassen Sie erst dann die Hautfalte wieder los. Reiben oder massieren

Sie die Injektionsstelle nicht.

Welche Nebenwirkungen kann Clexane haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Clexane auftreten:

An der Injektionsstelle kann sich nach der Verabreichung ein kleiner Bluterguss («blauer Fleck», Hämatom) bilden; dies ist bei der

Injektion solcher Wirkstoffe nichts Aussergewöhnliches und völlig harmlos.

Selten können Blutungszwischenfälle auftreten, in der Regel nur bei Vorhandensein von Verletzungen oder bei gleichzeitiger

Verabreichung gewisser anderer Arzneimittel.

Über das Auftreten von allergischen Reaktionen (Hautausschlag lokal oder über den ganzen Körper, Gesichtsschwellung) wurde

berichtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Haltbarkeit: Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Aufbewahrung/Lagerung: Bewahren Sie Clexane in der geschlossenen Originalpackung ausserhalb der Reichweite von Kindern

und bei Raumtemperatur (15–25 °C) auf. Nicht einfrieren.

Nach Beendigung der Behandlung das Arzneimittel mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle (Arzt/Apotheker) zum fachge‐

rechten Entsorgen bringen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen der Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die

ausführliche Fachinformation.

Was ist in Clexane enthalten?

1 Fertigspritze Clexane 20 mg/0,2 ml enthält 20 mg Enoxaparin.

1 Fertigspritze Clexane 40 mg/0,4 ml enthält 40 mg Enoxaparin.

1 Fertigspritze Clexane 60 mg/0,6 ml enthält 60 mg Enoxaparin.

1 Fertigspritze Clexane 80 mg/0,8 ml enthält 80 mg Enoxaparin.

1 Fertigspritze Clexane 100 mg/1,0 ml enthält 100 mg Enoxaparin.

1 Fertigspritze Clexane 120 mg/0,8 ml enthält 120 mg Enoxaparin.

1 Fertigspritze Clexane 150 mg/1,0 ml enthält 150 mg Enoxaparin.

Zulassungsnummer

49456 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Clexane? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Clexane 40, 60, 80, 100, 120 und 150 mg: Packungen mit 2 Fertigspritzen.

Clexane 20, 40, 60, 80, 100, 120 und 150 mg: Packungen mit 10 Fertigspritzen.

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1217 Meyrin/GE.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2010 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.

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Document Outline

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels


Clexane®/- multi

■ SANOFI-AVENTIS

AMZV

Zusammensetzung

Wirkstoff: Enoxaparin natrium.

Hilfsstoffe: Clexane multi, Mehrdosenbehälter: Conserv.: Alcohol benzylicus 45 mg, Aqua q.s. ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Clexane

Wirkstoff- Äquivalent Galenische Wirkstoff

menge I.E. anti-Xa Form

20 mg 2000 I.E. Fertigspritze Enoxaparin

anti-Xa zu 0,2 ml natrium

40 mg 4000 I.E. Fertigspritze Enoxaparin

anti-Xa zu 0,4 ml natrium

60 mg 6000 I.E. Fertigspritze Enoxaparin

anti Xa zu 0,6 ml natrium

80 mg 8000 I.E. Fertigspritze Enoxaparin

anti Xa zu 0,8 ml natrium

100 mg 10’000 I.E. Fertigspritze Enoxaparin

anti Xa zu 1,0 ml natrium

120 mg 12’000 I.E. Fertigspritze Enoxaparin

anti Xa zu 0,8 ml natrium

150 mg 15’000 I.E. Fertigspritze Enoxaparin

anti Xa zu 1,0 ml natrium

Clexane Multi

Wirkstoff- Äquivalent Galenische Wirkstoff

menge I.E. anti-Xa Form

300 mg 30’000 I.E. Mehrdosenbe- Enoxaparin

anti-Xa hälter zu 3 ml natrium

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Prophylaxe thromboembolischer Erkrankungen venösen Ursprungs, speziell in der orthopädischen oder allgemeinen Chirurgie.

Prophylaxe von thromboembolischen Erkrankungen venösen Ursprungs bei bettlägrigen medizinischen Patienten mit einer akuten

Erkrankung, wie:

– Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III oder IV).

– Akute respiratorische Insuffizienz.

– Akute infektiöse oder rheumatische Erkrankungen verbunden mit einem/anderen thromboembolischen Risikofaktor/en.

Behandlung der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen Myokardinfarktes als Kombinationsbehandlung mit Acetylsa‐

licylsäure.

Therapie des akuten ST-Hebungs-Myokardinfarktes (STEMI).

Behandlung der tiefen Venenthrombose mit oder ohne Lungenembolie. Bei Patienten mit Lungenembolie ohne klinische Diagnose

einer tiefen Venenthrombose ist die Wirksamkeit von Enoxaparin zur Prävention der rekurrenten Thrombose nicht belegt und

solche Patienten sollten mit unfraktioniertem Heparin behandelt werden.

Patienten mit Lungenembolie, bei denen eine chirurgische Thrombektomie oder eine fibrinolytische Therapie geplant ist, sowie

Risikopatienten mit instabiler Kreislaufsituation sollten von einer Behandlung mit Enoxaparin ausgeschlossen werden.

Bei Beckenvenenthrombosen, bei Patienten mit wiederholten Lungenembolien in der Anamnese sowie bei Patienten mit erhöhtem

Blutungsrisiko soll bis zum Vorliegen weiterer Daten die Behandlung mit unfraktioniertem intravenösem Heparin erfolgen.

Thromboseprophylaxe im extrakorporalen Kreislauf bei der Hämodialyse.

Dosierung/Anwendung

Prophylaxe von venösen Thrombosen in der Chirurgie

Bei Patienten mit geringem Thromboembolie-Risiko wird eine wirksame Thromboembolie-Prophylaxe mit einer täglichen Injektion

von 20 mg (0,2 ml = 2000 I.E. anti-Xa) subkutan (SK) erreicht. In der allgemeinen chirurgischen Praxis wird die erste Injektion etwa

2 Stunden vor dem operativen Eingriff verabreicht.

Bei Patienten mit einem hohen Thromboembolie-Risiko, vor allem bei Eingriffen in der orthopädischen Chirurgie, wird eine tägliche

Injektion von 40 mg SK (0,4 ml = 4000 I.E. anti-Xa) Enoxaparin empfohlen. Bei der orthopädischen Chirurgie wird die erste Injektion

12 Stunden vor dem Eingriff verabreicht.

Die Dauer der Behandlung sollte solange fortgeführt werden, solange ein Thromboembolie-Risiko besteht und erstreckt sich im

Allgemeinen auf die gesamte Immobilisierungsphase (durchschnittlich 7–10 Tage nach dem chirurgischen Eingriff). In der ortho‐

pädischen Chirurgie hat sich eine Fortsetzung der Prophylaxe mit 40 mg SK 1×/Tag während 3 weiteren Wochen nach der Initi‐

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albehandlung als wirksam erwiesen. Bei länger vorgesehener Antikoagulation sollte rechtzeitig auf orale Antikoagulantien umge‐

stellt werden.

Spezielle Empfehlungen zum Dosierungsintervall gelten bei spinaler/epiduraler Anästhesie und bei perkutaner koronarer Revas‐

kularisation (siehe «Vorsichtsmassnahmen»).

Prophylaxe von venösen Thrombosen in der allgemeinen Medizin

Die empfohlene Dosierung von Enoxaparin beträgt 40 mg einmal pro Tag verabreicht als subkutane Injektion. Die Dauer der

Behandlung beträgt mindestens 6 Tage und sollte fortgesetzt werden bis zum Erlangen der vollständigen Beweglichkeit, maximal

14 Tage.

Unter normalen Anwendungsbedingungen führt Enoxaparin zu keinen Veränderungen der Koagulationsparameter. Daher ist die

Überwachung der Behandlung mit Hilfe solcher Tests überflüssig und nicht möglich (siehe Kapitel «Vorsichtsmassnahmen»).

Behandlung der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen Myokardinfarktes

Die empfohlene Dosierung für Enoxaparin beträgt 1 mg/kg subkutan alle 12 Stunden in Kombination mit oraler Gabe von Acetyl‐

salicylsäure (100 bis 325 mg einmal täglich).

Die Behandlung dieser Patienten mit Enoxaparin sollte mindestens für 2 Tage verschrieben und bis zur klinischen Stabilisierung

fortgesetzt werden. Die übliche Behandlungsdauer beträgt 2 bis 8 Tage.

Therapie des akuten ST-Hebungs-Myokardinfarktes (STEMI)

Die empfohlene Dosis beträgt 30 mg Enoxaparin als einmaliger Bolus intravenös (IV) und eine Dosis von 1 mg/kg subkutan, danach

eine Injektion von 1 mg/kg subkutan alle 12 Stunden (maximal 100 mg für jede der ersten beiden SK Dosen, danach 1 mg/kg für

die folgenden SK Dosen). Für Patienten ab 75 Jahren siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen, Ältere Patienten».

Bei kombinierter Anwendung von Enoxaparin mit einem Thrombolytikum (fibrinspezifisch oder nicht fibrinspezifisch) sollte Eno‐

xaparin ab 15 Minuten vor bis 30 Minuten nach Beginn der fibrinolytischen Behandlung verabreicht werden. Sobald die Diagnose

STEMI gestellt ist, sollten die Patienten Acetylsalicylsäure erhalten. Wenn keine Kontraindikationen bestehen, muss diese

Behandlung mit einer Dosis zwischen 75 und 325 mg einmal täglich fortgeführt werden.

Es wird empfohlen, Enoxaparin bis zur Entlassung aus dem Spital oder für maximal 8 Tage zu verabreichen.

Patienten mit perkutaner Koronarintervention (PCI): Wenn die letzte subkutane Enoxaparin-Gabe weniger als 8 Stunden vor dem

Aufblasen des Ballons erfolgt ist, ist eine zusätzliche Verabreichung nicht erforderlich. Wenn die letzte subkutane Enoxaparin-

Gabe mehr als 8 Stunden vor Aufblasen des Ballons erfolgt ist, sollte eine Dosis von 0,3 mg/kg Enoxaparin als Bolus IV verabreicht

werden.

Behandlung der tiefen Venenthrombose mit oder ohne Lungenembolie

Die Verabreichung von Enoxaparin erfolgt subkutan als zwei Injektionen täglich von 1 mg/kg Körpergewicht. Alternativ ist nur bei

Patienten ohne komplizierte thromboembolische Probleme eine einzige Injektion täglich von 1,5 mg/kg Körpergewicht möglich.

Für Patienten mit komplizierten thromboembolischen Problemen wird die Injektion von 1 mg/kg Körpergewicht zweimal täglich

empfohlen.

Bei adipösen Patienten und bei Krebsleiden zeigte sich eine verringerte Wirksamkeit mit Injektion einer einzigen Enoxaparin-Dosis

täglich von 1,5 mg/kg Körpergewicht. Deshalb wird für diese Patienten die Applikation von Enoxaparin als zwei Injektionen täglich

von 1 mg/kg Körpergewicht empfohlen.

Die initiale Therapie mit Enoxaparin dauert durchschnittlich etwa 10 Tage. Die Einleitung einer oralen Antikoagulantientherapie

(Vitamin K-Antagonisten) erfolgt überlappend, d.h. Enoxaparin wird solange fortgesetzt, bis die Thromboplastinzeit im angestreb‐

ten therapeutischen Bereich liegt.

Thromboseprophylaxe im extrakorporalen Kreislauf bei der Hämodialyse

Die empfohlene Dosis beträgt 1 mg/kg Enoxaparin. Als allgemeine Regel gilt, dass die intravenöse Verabreichung aufgrund der

hohen Bioverfügbarkeit von Enoxaparin nicht erforderlich ist.

Bei Patienten mit wiederholter Hämodialyse kann eine Koagulationsprophylaxe im extrakorporalen Kreislauf mittels Injektion von

1 mg (= 100 I.E. anti-Xa)/kg Enoxaparin in den arteriellen Teil des Dialysekreislaufs zu Beginn der Dialyse erzielt werden. Gewöhn‐

lich reicht diese Dosis für eine 4stündige Hämodialysesitzung. Sollten sich Fibrinablagerungen bilden (z.B. bei einer längeren

Session als üblich), ist die Verabreichung einer weiteren Injektion von 0,5–1 mg (= 50–100 I.E. anti-Xa)/kg angebracht, je nach

Zeitdauer bis zum Ende der Dialyse.

Bei Hämodialyse-Patienten mit einem hohen Blutungsrisiko (insbesondere bei prä- oder postoperativer Dialyse) oder mit einem

aktiven hämorrhagischen Syndrom kann eine Dialyse mit einer Dosis von 0,5 mg (= 50 I.E. anti-Xa)/kg (bei zweifachem vaskulärem

Zugang) oder 0,75 mg (= 75 I.E. anti-Xa)/kg (bei einem vaskulären Zugang) durchgeführt werden.

Spezielle Dosierungsanweisung

Ältere Patienten

Für die Therapie des akuten ST-Hebungs-Myokardinfarktes (STEMI)

Patienten ab 75 Jahren erhalten keinen initialen IV Bolus. Verabreicht werden 0,75 mg/kg subkutan alle 12 Stunden (maximal 75

mg für jede der beiden ersten SK Dosen, danach 0,75 mg/kg für die restlichen SK Dosen).

Sonstige Indikationen

Sofern keine Niereninsuffizienz vorliegt, ist keine Dosisanpassung notwendig (siehe «Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmako‐

kinetik»).

Kinder

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Enoxaparin bei Kindern ist nicht genügend untersucht.

Clexane multi enthält Benzylalkohol als Konservierungsmittel und sollte bei Neugeborenen nicht angewendet werden. Die Ver‐

abreichung von Benzylalkohol enthaltenden Arzneimitteln führte bei Frühgeborenen zu einem Atemnotsyndrom mit tödlichem

Ausgang.

Niereninsuffizienz: Siehe auch unter «Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik».

Bei geringer bis mässiger Niereninsuffizienz (Kreatininclearance 30–80 ml/Min) ist eine sorgfältige Überwachung angezeigt. Bei

schwerer Nierenfunktionseinschränkung (Kreatininclearance <30 ml/Min) ist aufgrund der signifikant erhöhten Enoxaparinexpo‐

sition eine Dosisanpassung erforderlich:

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Therapeutische Dosen

Standarddosis Schwere

Niereninsuffizienz

1 mg/kg SK 2× täglich, alter- 1 mg/kg SK

nativ 1,5 mg/kg 1× täglich 1× täglich

(siehe oben)

Zur Behandlung des akuten STEMI bei

unter 75-jährigen Patienten:

30 mg als einmaliger Bolus IV 30 mg als ein-

+ 1 mg/kg SK, danach 1 mg/kg maliger Bolus IV +

SK zweimal täglich 1 mg/kg SK, danach

(maximal 100 mg für jede der 1 mg/kg SK einmal

ersten beiden SK Dosen) täglich

(maximal 100 mg nur

für die erste SK

Dosis)

Zur Behandlung des akuten STEMI bei

über 75-jährigen Patienten:

0,75 mg/kg SK zweimal täglich, 1 mg/kg SK einmal

ohne initiale IV Bolusgabe täglich, ohne ini-

(maximal 100 mg für jede der tiale IV Bolusgabe

ersten beiden SK Dosen) (maximal 100 mg nur

für die erste SK

Dosis)

Prophylaktische Dosen

Standarddosis Schwere Niereninsuffizienz

40 mg SK 1× täglich 20 mg SK 1× täglich

20 mg SK 1× täglich 20 mg SK 1× täglich

Diese empfohlenen Dosisanpassungen sind nicht für die Thromboseprophylaxe bei Hämodialyse anwendbar.

Leberinsuffizienz: Da entsprechende klinische Studien fehlen, ist Enoxaparin bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion mit

Vorsicht anzuwenden (siehe: «Vorsichtsmassnahmen»).

Verabreichung

Subkutane Injektion

Enoxaparin wird subkutan injiziert und ist in folgenden Fällen indiziert: Prophylaxe thromboembolischer Erkrankungen venösen

Ursprungs, Behandlung tiefer Venenthrombosen, Behandlung der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardin‐

farktes, Behandlung des akuten ST-Hebungs-Myokardinfarktes.

Injektion als Bolusgabe IV

Beim akuten ST-Hebungs-Myokardinfarkt muss die Initialbehandlung mit einer einmaligen Injektion als Bolusgabe IV mit unmit‐

telbar anschliessender subkutaner Injektion erfolgen.

Patienten ab 75 Jahren erhalten keine initiale IV Bolusgabe (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Injektion in den arteriellen Teil des Dialysekreislaufs

Zur Gerinnungsprophylaxe im extrakorporalen Kreislauf bei der Hämodialyse wird Enoxaparin in den arteriellen Teil des Dialyse‐

kreislaufs verabreicht.

Enoxaparin darf nicht intramuskulär verabreicht werden.

Die vorgefüllte Fertigspritze ist gebrauchsbereit. Bei Mehrdosenbehältern wird die Verwendung einer Tuberkulinspritze oder einer

vergleichbaren Spritze empfohlen, um die adäquate Menge Enoxaparin entnehmen zu können.

Subkutane Injektionstechnik

Zur Vermeidung versehentlicher Nadelstiche nach der Injektion sind die Fertigspritzen mit einem automatischen Sicherheitssystem

ausgestattet.

Das Sicherheitssystem aktiviert sich während der Injektion, wenn der Spritzenkolben den Anschlag erreicht und schützt auf diese

Weise die verunreinigte Nadel, ohne den Patienten zu stören.

Um das Sicherheitssystem auszulösen, ist es notwendig, den Spitzenkolben voll durchzudrücken.

Hinweis: Das Sicherheitssystem kann erst aktiviert werden, wenn die Spritze vollkommen entleert ist.

Enoxaparin sollte bevorzugt am liegenden Patienten subkutan ins anterolaterale oder posterolaterale Gewebe der Gürtelzone

verabreicht werden, wobei nachfolgende Injektionen abwechslungsweise links und rechts durchgeführt werden sollten.

Die vorgefüllten Fertigspritzen sind gebrauchsbereit; eventuell vorhandene Luft sollte vor der Applikation nicht herausgestossen

werden. Die Injektion selbst erfolgt vertikal durch Einführung der gesamten Nadellänge in eine mittels Daumen und Zeigefinger

gefasste Hautfalte. Die Hautfalte muss während der ganzen Injektionsdauer gehalten werden. Die Injektionsstelle soll nach der

Applikation nicht gerieben/massiert werden.

Injektionstechnik bei der intravenösen Bolusgabe (nur bei STEMI-Indikation)

Der Mehrdosenbehälter sollte zur intravenösen Injektion verwendet werden. Enoxaparin sollte weder mit anderen Medikamenten

gemixt noch mit diesen gemeinsam verabreicht werden. Um eine mögliche Vermischung von Enoxaparin mit anderen Medika‐

menten zu vermeiden, sollte der gewählte venöse Zugang vor und nach der Verabreichung von Enoxaparin als Bolus IV mit einer

ausreichenden Menge Kochsalz- oder Glukoselösung gespült werden. Enoxaparin kann mit 0,9%iger Kochsalzlösung oder 5%iger

Glukoselösung sicher verabreicht werden.

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Kontraindikationen

Clexane ist kontraindiziert bei einer Überempfindlichkeit auf Enoxaparin, Heparin und Derivate und andere niedermolekulare

Heparine, Benzylalkohol (bei Verwendung von Clexane multi), akuter bakterieller Endokarditis und Thrombozytopenie mit positi‐

vem in-vitro-Aggregationstest in Gegenwart von Enoxaparin.

Clexane ist kontraindiziert bei aktiven, grösseren Blutungen und bei Zuständen mit erhöhtem Risiko unkontrollierter Blutungen

einschliesslich kurz zurückliegender hämorrhagischer Schlaganfall.

Bei erhöhtem Blutungsrisiko ist intravenöses Standardheparin vorzuziehen (Vorteil wegen kurzer Halbwertszeit und Möglichkeit

der raschen Neutralisierung durch Protamin).

Nachfolgende Zustände sind grundsätzlich ebenfalls als Kontraindikationen zu bezeichnen: aktives peptisches Ulkus, zerebro‐

vaskuläre Anfälle (ausser bei systemischer Embolie).

Beckenvenenthrombosen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Relative Kontraindikationen

Die verschiedenen niedermolekularen Heparine sind nicht austauschbar und es sollte während einer Therapie nicht von einem

Präparat auf ein anderes gewechselt werden, denn sie unterscheiden sich in Herstellungsprozess, Molekulargewicht, spezifischer

anti-Xa Aktivität, Einheit und Dosierung.

Enoxaparin soll nicht intramuskulär verabreicht werden.

Es ist mit Vorsicht anzuwenden bei Patienten mit Leberinsuffizienz, Hypertonie oder gastrointestinalem Ulkus in der Anamnese,

bei gestörter Hämostasis, diabetischer Retinopathie, nach kürzlich erfolgtem ischämischem Schlaganfall oder nach kürzlich erfolg‐

tem neurologischem oder ophthalmologischem chirurgischem Eingriff.

Herzklappenprothese: Der Gebrauch von Clexane zur Thromboembolieprophylaxe wurde bei Patienten mit Herzklappenprothese

ungenügend untersucht. Es liegen vereinzelte Berichte von Thrombosen der Herzklappenprothesen nach Verabreichung von

Enoxaparin zur Thromboembolieprophylaxe vor. Verschiedene Umstände (Grunderkrankung und unvollständige Fallberichte) las‐

sen keine eindeutige Bewertung zu. Siehe Kap. «Schwangerschaft/Stillzeit».

Vorsichtsmassnahmen

Blutungen

Wie bei anderen Antikoagulantien können Blutungen auftreten. Bei Auftreten von Blutungen müssen entsprechende therapeuti‐

sche Massnahmen eingeleitet werden. Clexane ist wie andere Antikoagulantien in Situationen mit erhöhtem Blutungsrisiko mit

Vorsicht zu verabreichen.

Die Verabreichung von Clexane 1,5 mg/kg einmal täglich ist bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko zu vermeiden, da das

Blutungsrisiko möglicherweise grösser ist als bei Applikation von 1 mg/kg zweimal täglich.

Spinale/Epidurale Anästhesie

Wie bei anderen niedermolekularen Heparinen ist auch bei Enoxaparin und spinaler/epiduraler Anästhesie über Fälle von spinalen

bzw. epiduralen Hämatomen berichtet worden.

Solche Hämatome können zu langdauernden oder bleibenden Lähmungen führen. Das Risiko für solche Ereignisse ist bei Ver‐

wendung eines postoperativen epiduralen Dauerkatheters oder bei gleichzeitiger Gabe anderer Medikamente, welche die Hämos‐

tase beeinflussen wie nicht steroidale Entzündungshemmer (siehe «Interaktionen») erhöht. Das Risiko scheint nach traumatischer

oder wiederholter Punktion des Liquors sowie bei Patienten, die sich bereits einer Wirbelsäulenoperation unterzogen haben oder

eine Wirbelsäulendeformation aufweisen, ebenfalls erhöht zu sein.

Um das potentielle Risiko von Blutungen bei Patienten, welche mit Enoxaparin bei epiduraler/spinaler Anästhesie oder Analgesie

behandelt werden, zu vermindern, sollte das Anlegen und Entfernen des Epiduralkatheters zum Zeitpunkt des niedrigsten Plas‐

maspiegels von Enoxaparin (siehe «Pharmakokinetik») erfolgen; d.h. ein Intervall von 10 bis 12 h zur letzten Enoxaparindosis

sollte nicht unterschritten werden. Bei Verabreichung von höheren Dosierungen (z.B. 1 mg/kg 2× täglich) ist ein längeres Zeitin‐

tervall (24 h) erforderlich.

Eine erneute Gabe von Enoxaparin sollte frühestens 2 Stunden nach Entfernen des Katheters erfolgen.

Falls der Arzt sich entschliesst eine spinale/epidurale Anästhesie bei Antikoagulation vorzunehmen, ist grösste Aufmerksamkeit

und engmaschige Überwachung erforderlich, um allfällige Befunde und Symptome einer neurologischen Störung wie Rücken‐

schmerzen in der Mittellinie, sensorische und motorische Ausfälle (Taubheitsgefühl oder Schwäche in den Beinen) sowie Funkti‐

onsstörungen des Darms und/oder der Harnblase festzustellen. Die Patienten sind anzuweisen, ihren Arzt sofort zu informieren,

wenn einer der oben genannten Befunde oder Symptome auftritt. Der Verdacht auf ein Spinal- bzw. Epiduralhämatom erfordert

eine vordringliche Diagnose und Behandlung einschliesslich Dekompression des Rückenmarks.

Vorgehen bei perkutaner koronarer Revaskularisation (PCI)

Um das Risiko von Blutungen nach einer vaskulären Intervention während der Behandlung einer instabilen Angina pectoris, eines

Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes oder eines akuten ST-Hebungs-Myokardinfarktes zu herabmindern, sind die empfohlenen

Abstände für die Enoxaparin-Injektionen genau einzuhalten. Nach einer perkutanen Koronarintervention (PCI) ist es wichtig, an

der Einstichstelle die Hämostasis herbeizuführen. Wird ein Verschlusssystem benutzt, kann der vaskuläre Zugang sofort entfernt

werden. Wird eine manuelle Kompressionsmethode angewandt, sollte der vaskuläre Zugang 6 Stunden nach der letzten intrave‐

nösen oder subkutanen Injektion von Enoxaparin entfernt werden. Muss die Behandlung mit Enoxaparin weitergeführt werden,

darf die nachfolgende Dosis frühestens 6 bis 8 Stunden nach Entfernung des vaskulären Zugangs verabreicht werden. Die Ein‐

stichstelle sollte auf Zeichen einer Blutung bzw. der Bildung von Hämatomen überwacht werden.

Heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT)

Enoxaparin sollte mit grosser Vorsicht an Patienten mit einer Vorgeschichte von heparininduzierter Thrombozytopenie mit oder

ohne Thrombose (HIT) verabreicht werden.

Bei Patienten, die unter Heparin klinisch relevante Thrombozytopenien mit eventuell zusätzlicher paradoxer Neigung zu arteriellen

Thrombosen entwickeln (bzw. entwickelten), besteht das Risiko einer antikörpervermittelten, späten Form von Thrombozytopenien

oder Thrombosen; sie treten meist zwischen dem 5. und 21. Behandlungstag auf. Das Risiko kann mehrere Jahre bestehen bleiben.

Bei diesen Patienten muss vor Verabreichung von Heparin oder heparinähnlichen Stoffen ein in vitro Thrombozytenaggregati‐

onstest durchgeführt werden. Bei positivem Ergebnis ist Clexane kontraindiziert. Da jedoch auch bei negativem Test das Auftreten

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einer Thrombozytopenie nicht ganz ausgeschlossen werden kann, ist bei Verdacht oder anamnestischen Hinweisen darauf eine

Überwachung der Thrombozytenzahl indiziert.

Die Plättchenzahl ist vor Behandlungsbeginn und anschliessend während den ersten drei Wochen zweimal wöchentlich zu bestim‐

men. Falls ein signifikanter Abfall der Plättchenzahl vorliegt (30 bis 50% unter dem Ausgangswert), muss die Behandlung mit

Enoxaparin unverzüglich abgebrochen und der Patient auf eine andere Therapie umgestellt werden.

Einige Fälle von allergischen Reaktionen (lokal und generalisiert) wurden beobachtet.

Gegebenenfalls ist eine Thrombolyse in Betracht zu ziehen.

Ältere Patienten

Es besteht keine erhöhte Blutungstendenz bei der Verwendung von Enoxaparin zur Prophylaxe von thromboembolischen Ereig‐

nissen. Im therapeutischen Dosisbereich kann es bei älteren Patienten (insbesondere im Alter von über 70 Jahren) zu einem

erhöhten Risiko von Blutungskomplikationen kommen (siehe «Dosierung» und «Pharmakokinetik»). Entsprechende kardiovas‐

kuläre Überwachung ist angezeigt.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nimmt die Enoxaparinexposition und das Blutungsrisiko zu. Bei schwerer Nie‐

reninsuffizienz (Kreatininclearance <30 ml/Min) ist die Enoxaparinexposition signifikant erhöht und eine Dosisanpassung für the‐

rapeutische und prophylaktische Verabreichung angezeigt (vgl. «Pharmakokinetik»). Bei leichter bis mässiger Niereninsuffizienz

(30–80 ml/Min) ist keine Dosisanpassung erforderlich, jedoch muss die Verabreichung sorgfältig überwacht werden (siehe «Phar‐

makokinetik» und «Dosierung»).

Untergewicht

Eine Erhöhung der Enoxaparinexposition wurde bei untergewichtigen Frauen (<45 kg) und Männern (<57 kg) in prophylaktischen

Dosen beobachtet. Dies kann zu erhöhtem Blutungsrisiko führen. Bei diesen Patienten wird eine sorgfältige Überwachung und

evtl. Dosisreduktion empfohlen.

Labortests

Bei Dosierungen für die Prophylaxe von Venenthrombosen beeinflusst Enoxaparin die Blutungszeit und die globalen Blutkoagu‐

lationstests nicht bedeutend, noch stört es die Plättchenaggregation oder die Bindung von Fibrinogen an die Plättchen.

Bei höheren Dosierungen kann ein Anstieg der aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit) und der ACT (activated coagulation

time) vorkommen. Anstieg von aPTT und ACT korrelieren nicht linear mit der zunehmenden antithrombotischen Aktivität von

Enoxaparin und sind deshalb ungeeignet und unzuverlässig für die Überwachung der Aktivität von Enoxaparin.

Interaktionen

Es wird empfohlen, Substanzen, welche die Hämostase (Blutgerinnung) beeinflussen, vor einer Therapie mit Enoxaparin abzu‐

setzen, ausser bei strikter Indikation. Diese Substanzen umfassen Medikamente wie systemisch verabreichte Salicylate, Acetyl‐

salicylsäure und nicht steroidale Entzündungshemmer inkl. Ketorolac, Dextran, Ticlopidin und Clopidogrel, systemisch verab‐

reichte Glukokortikoide, Thrombolytika und Antikoagulantien, andere Inhibitoren der Plättchenaggregation inkl. Glykoprotein IIb/

IIIa Antagonisten. Falls eine Kombination indiziert ist, sollte Enoxaparin vorsichtig angewendet werden d.h. entsprechende klini‐

sche Überwachung und Laborkontrollen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Enoxaparin zeigte sich im Tierversuch weder embryotoxisch noch teratogen. Untersuchungen anhand von fötalem Blut bei

schwangeren Frauen haben gezeigt, dass Enoxaparin die Plazentarschranke während des 2. und 3. Trimenons nicht passiert.

Da keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen vorliegen und Erkenntnisse aus Tierstudien nicht vollständig auf Men‐

schen übertragen werden können, sollte Clexane in der Schwangerschaft nur bei ärztlich festgestellter Notwendigkeit eingesetzt

werden.

In einer klinischen Studie bei schwangeren Frauen mit Herzklappenprothese, entwickelten sich bei zwei von acht Frauen nach

Verabreichung von 1 mg/kg Enoxaparin 2× täglich zur Thromboembolieprophylaxe Blutgerinnsel, die zu einer Blockierung der

Herzklappen und zum Tod der Mutter und des Fötus führten. Zudem liegen vereinzelte analoge Spontanmeldungen bei schwan‐

geren Frauen vor. Schwangere Frauen mit Herzklappenprothesen unterliegen bekanntlich einem erhöhten Risiko einer Throm‐

boembolie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen – Relative Kontraindikationen»).

Es ist nicht bekannt, ob unverändertes Enoxaparin beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Die orale Absorption von Enoxa‐

parin ist unwahrscheinlich. Dennoch wird aus Vorsicht vom Stillen abgeraten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

Unerwünschte Wirkungen

Enoxaparin wurde in klinischen Studien an über 15’000 Patienten evaluiert. Davon wurden 1’776 mit erhöhtem Risiko für throm‐

boembolische Komplikationen nach einem orthopädischen oder abdominalchirurgischen Eingriff prophylaktisch gegen tiefe

Venenthrombose (TVT) behandelt. Weitere 1’169 Patienten, bei denen ebenfalls eine TVT-Prophylaxe durchgeführt wurde, waren

aufgrund akuter Erkrankungen in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. 559 Patienten wurden für tiefe Venenthrombose mit oder

ohne Lungenembolie behandelt, 1’578 für instabile Angina pectoris und Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt, und 10’176 für akuten

Myokardinfarkt mit ST-Hebung.

Als häufigste Reaktion wurden im Rahmen dieser klinischen Studien Blutungen gemeldet. Dabei handelte es sich im Falle von

höchstens 4,2% der Patienten um schwere Blutungen, von denen einige einen tödlichen Ausgang nahmen. (Bei chirurgischen

Patienten wurden hämorrhagische Komplikationen unter folgenden Voraussetzungen als schwer eingestuft: Wenn die Blutung (1)

ein klinisch signifikantes Ereignis auslöste oder (2) mit einem Hämoglobinverlust von ≥2 g/dl einherging oder die Transfusion von

mindestens 2 Einheiten eines Blutprodukts erforderte. Retroperitoneale und intrakranielle Blutungen wurden ausnahmslos als

schwer eingestuft.)

Wie bei anderen Antikoagulantien kann auch bei Enoxaparin in Gegenwart assoziierter Risikofaktoren wie etwa blutungsanfällige

Organläsionen, invasive Verfahren oder gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln mit Einfluss auf die Hämostase eine Blutung

auftreten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

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Die im Laufe von klinischen Studien beobachteten oder durch Pharmakovigilanz gemeldeten unerwünschten Wirkungen werden

nachstehend aufgeführt. Dabei gelten folgende Häufigkeitsdefinitionen: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich

(≥1/1’000 bis <1/100), selten (≥1/10’000 bis <1/1’000), sehr selten (<1/10’000). Die durch Pharmakovigilanz gemeldeten uner‐

wünschten Wirkungen befinden sich unter «selten».

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Sehr häufig: Thrombozytose (erhöhte Plättchenzahl, >400’000/mm³).

Häufig: Thrombozytopenie.

Selten: Fälle von immunallergischer Thrombozytopenie mit Thrombose; in einigen dieser Fälle wurde die Thrombose durch Infarkt

eines Organs oder Ischämie einer Gliedmasse kompliziert (siehe «Vorsichtsmassnahmen: Heparininduzierte Thrombozytopenie

(HIT)»).

Störungen des Immunsystems

Häufig: Allergische Reaktion.

Selten: Anaphylaktische bzw. anaphylaktoide Reaktion.

Funktionsstörungen der Gefässe

Sehr häufig: Blutung.

Gelegentlich: Retroperitoneale Blutung, intrakranielle Blutung.

Selten: Fälle von spinalem oder epiduralem Hämatom während einer Anästhesie oder einer Spinal- bzw. Epiduralpunktion (ein‐

hergehend mit neurologischen Läsionen verschiedenen Grades, einschliesslich einer anhaltenden bzw. bleibenden Lähmung).

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Sehr häufig: Erhöhte Leberenzyme (vor allem Transaminasen: Transaminasenspiegel >3-facher oberer Normwert).

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Urtikaria, Juckreiz, Erythem.

Gelegentlich: Bullöse Dermatose.

Weitere Meldungen aus der Pharmakovigilanz

Selten

– Hautvaskulitis, Hautnekrose, gewöhnlich an der Einstichstelle auftretend. (Im Allgemeinen gehen diesen Erscheinungen eine

Purpura oder schmerzhafte infiltrierte erythematöse Plaques voraus.) Es empfiehlt sich, die Behandlung mit Enoxaparin-Natrium

abzubrechen.

– Knötchen an der Einstichstelle (entzündliche Knötchen und nicht zystische Enoxaparin-Einschlüsse). Sie verschwinden nach

einigen Tagen und sollten nicht zu einem Behandlungsabbruch führen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Hämatom an der Einstichstelle, Schmerzen an der Einstichstelle, andere Reaktionen an der Einstichstelle (wie etwa Ödem,

Blutung, Überempfindlichkeit, Entzündung, Knötchen, nicht-allergische Schmerzen oder Reaktionen an der Einstichstelle).

Gelegentlich: Lokale Reizung, Hautnekrose an der Einstichstelle.

Untersuchungen

Selten: Hyperkaliämie.

Überdosierung

Eine massive orale Einnahme von Enoxaparin (keine Fälle bekannt) sollte aufgrund der äusserst geringen gastrointestinalen

Resorption theoretisch ohne ernste Folgen sein. Doch sollte dies durch Messung der plasmatischen anti-FXa- und anti-FIIa-Akti‐

vität bestätigt werden.

Eine intravenöse oder subkutane Überdosierung kann zu leichteren oder schwereren hämorrhagischen Komplikationen führen.

Eine Neutralisierung durch vorsichtige, langsame i.v.-Gabe von Protamin ist bei Überdosierung angezeigt.

Innerhalb der ersten 8 h nach Gabe von Enoxaparin beträgt die zu verabreichende Dosis 1 mg Protamin pro 1 mg verabreichte

Dosis Enoxaparin. Bleibt die aktivierte partielle Thromboplastinzeit, gemessen 2 bis 4 h nach der Infusion von Protamin deutlich

erhöht/verlängert, soll eine zweite Infusion mit einer Dosierung von 0,5 mg Protamin pro 1 mg Enoxaparin verabreicht werden.

Ab der Zeitdauer von >8 und <12 h seit der Enoxaparin-Gabe wird zur Neutralisierung eine Dosis von 0,5 mg Protamin pro mg

Enoxaparin verabreicht, sind mehr als 12 h verstrichen, ist eine Protamingabe nicht mehr angezeigt.

Eine vollständige Neutralisierung der anti-Xa Aktivität wird auch durch die Gabe von Protamin niemals erreicht (max. 60%).

Eine Überdosierung mit Protamin ist zu vermeiden, da dies zu hypotensiven und anaphylaktischen Reaktionen und einer über‐

schiessenden Koagulabilität führen kann.

Eigenschaften/Wirkungen

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Enoxaparin ist ein niedermolekulares Heparin mit einem mittleren Molekulargewicht von ca. 4’500 Daltons (<2’000 Daltons ≤20%,

2’000 bis 8’000 Daltons ≥68%, >8’000 Daltons ≤18%).

Enoxaparin-Natrium wird durch alkalische Depolymerisation des Benzylesters von Heparin biologischen Ursprungs gewonnen.

Seine Struktur ist gekennzeichnet durch eine 2-O-sulfo-4-Enepyranosuronsäure-Gruppe am nichtreduzierenden Ende und ein 2-

N,6-O-disulfo-D-Glukosamin am reduzierenden Ende der Kette. Rund 20% (15–25%) der Struktur von Enoxaparin enthalten ein

1,6-Anhydroderivat am nichtreduzierenden Ende der Polysaccharidkette.

Enoxaparin zeigt eine starke Anti-Xa-Wirkung (ca. 100 IE/mg) und eine schwache Anti-IIa- bzw. Antithrombin-Wirkung (ca. 28 IE/

mg). Das Verhältnis von Anti-Faktor-Xa-Wirkung zu Anti-Faktor-IIa-Wirkung liegt zwischen 3,3 und 5,3. Diese gerinnungshemm‐

enden Wirkungen werden durch Antithrombin III (ATIII) geregelt, das die Blutgerinnung beim Menschen hemmt. Zusätzlich zu

seiner Anti-Xa/IIa-Wirkung besitzt Enoxaparin noch weitere antithrombotische Eigenschaften, darunter die (ATIII-abhängige)

Hemmung anderer Gerinnungsfaktoren wie Faktor VIIa, die Induktion des Tissue Factor Pathway Inhibitors (TFPI) sowie die ver‐

minderte Freisetzung des von-Willebrand-Faktors (vWF) aus dem Gefässendothel in die Blutbahn. Man weiss, dass diese Faktoren

zur antithrombotischen Gesamtwirkung von Enoxaparin beitragen.

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Im Tierversuch zeigte Enoxaparin eine ausgeprägte antithrombotische Wirkung bei sehr geringer Auswirkung auf die Blutung.

Zusätzlich besitzt Enoxaparin thrombolytische Eigenschaften.

Klinische Wirksamkeit

Beim Menschen wurde bestätigt, dass Enoxaparin eine verlängerte antithrombotische Aktivität besitzt, wobei es, in üblicher Dosie‐

rung, keine signifikante Wirkung auf die Koagulationsparameter aufweist. Es hat weder einen Einfluss auf die Thrombozytenag‐

gregation noch auf die Bindung von Fibrinogen an die Thrombozyten.

Klinische Daten bei der Behandlung der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen Myokardinfarktes

In einer grossen Multizenterstudie wurden 3171 Patienten mit instabiler Angina Pectoris oder Nicht-Q-Wellen Myokardinfarkt ein‐

geschlossen. Die stationäre Behandlung mit Enoxaparin oder unfraktioniertem Heparin erfolgte während mindestens 2 und maxi‐

mal 8 Tagen. In der mit Enoxaparin behandelten Gruppe traten innerhalb der ersten 14 Tage wiederkehrende Angina pectoris-

Anfälle, Myokardinfarkte oder Todesfälle (kombinierter Tripelendpunkt) verglichen mit der Placebogruppe signifikant weniger häu‐

fig auf.

Es liegen keine klinischen Studien mit Enoxaparin gezielt auf die Lungenembolie vor. Es wurde lediglich eine Metaanalyse durch‐

geführt, welche die in therapeutische Studien eingeschlossenen Patienten mit tiefer Venenthrombose und damit einhergehender

Lungenembolie umfasste. Diese Metaanalyse ergab für die Patienten-Untergruppen mit tiefer Venenthrombose und zusätzlicher

Lungenembolie eine vergleichbare Inzidenz im Hinblick auf die Rekurrenz der Thrombose wie für die Gesamtheit der in diese

therapeutischen Studien eingeschlossenen Patienten mit tiefer Venenthrombose.

Klinische Daten zur Behandlung der tiefen Venenthrombose (TVT)

900 Patienten mit symptomatischer TVT der unteren Extremitäten mit oder ohne Lungenembolie (LE) wurden im Spital in eine

multizentrische randomisierte Studie mit parallelen Gruppen aufgenommen: 1) Clexane 1,5 mg/kg s.c. einmal täglich, oder 2)

Clexane 1 mg/kg s.c. alle 12 Stunden, oder 3) Standardheparin i.v. als Bolus (5000 I.E.), gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion

(so dosiert, dass eine aPTT von 55–85 Sekunden erreicht wurde). Alle Patienten erhielten auch innerhalb von 72 Stunden nach

Einleitung der Behandlung mit Clexane oder Standardheparin und während 90 Tagen einen Vitamin-K-Antagonisten mit Dosisan‐

passung in Abhängigkeit von der Prothrombinzeit, so dass ein INR von 2,0 bis 3,0 erreicht wurde. Die Behandlung mit Clexane

oder Standardheparin erfolgte während mindestens 5 Tagen bis zum Erreichen des INR-Zielwerts mit dem Vitamin-K-Antagonis‐

ten. Beide Dosierungen von Clexane verminderten das Rezidivrisiko der venösen Thromboembolie (TVT mit oder ohne LE) ähnlich

wie die Behandlung mit Standardheparin. Die Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit sind nachfolgend in Tabelle 1 dargestellt.

Tabelle 1: Wirksamkeit und Sicherheit von Clexane zur Behandlung der TVT mit oder ohne LE

Dosierung

Indikation Clexane Clexane Heparin

1,5 mg/kg 1 mg/kg i.v. (aPTT

1× d s.c. 2× d s.c. adaptiert)

n (%) n (%)

Anzahl der 298 (100) 312 (100) 290 (100)

behandelten

Patienten

Gesamtanzahl 13 (4,4)* 9 (2,9)* 12 (4,1)*

der venösen

thrombo-

embolischen

Ereignisse

Schwere Blu- 5 (1,7) 4 (1,3) 6 (2,1)

tungen während

der Behand-

lungsperiode

* 95%-Vertrauensintervall der Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen in Bezug auf die Gesamtanzahl der venösen

thromboembolischen Ereignisse:

Clexane 1× täglich im Vergleich zu Heparin: –3,0% bis +3,5%.

Clexane 2× täglich im Vergleich zu Heparin: –4,2% bis +1,7%.

Clexane 1× täglich im Vergleich zu Clexane 2× täglich: –1,5% bis +4,5%.

TVT = tiefe Venenthrombose, LE = Lungenembolie, s.c. = subkutan, aPTT = aktivierte partielle Thromboplastinzeit, PT = Proth‐

rombinzeit, INR = International Normalized Ratio.

Klinische Daten zur Behandlung des akuten ST-Hebungs-Myokardinfarktes (STEMI)

In einer grossen Multizenterstudie (EXTRACT) wurden 20’479 Patienten mit akutem ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI), die für

eine fibrinolytische Therapie geeignet waren, randomisiert und erhielten entweder Enoxaparin (einmalig einen 30 mg IV Bolus und

eine Dosis von 1 mg/kg SK, gefolgt von subkutanen Injektionen von 1,0 mg/kg alle 12 Stunden) oder unfraktioniertes Heparin IV

(adjustierte Dosis auf Basis der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) über 48 Stunden). Alle Patienten wurden zudem

mindestens 30 Tage lang mit Aspirin behandelt. Die Enoxaparin-Dosis wurde für Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz und

für Patienten ab 75 Jahren adjustiert. Die subkutanen Enoxaparin-Injektionen wurden bis zur Entlassung aus dem Spital oder für

maximal 8 Tage verabreicht.

Bei 4716 der 20’479 Patienten wurde eine perkutane Koronarintervention (PCI) unter antithrombotischer Behandlung durchgeführt,

die mit dem gleichen Wirkstoff wie nach der Randomisierung erfolgte. Demnach musste die perkutane Koronarintervention (PCI)

bei den mit Enoxaparin behandelten Patienten gemäss der in den vorangegangenen Studien festgesetzten Dosierung unter Eno‐

xaparin-Behandlung erfolgen (keine Änderung): Keine zusätzliche Dosis, wenn die letzte subkutane Injektion weniger als 8 Stun‐

den vor Aufblasen des Ballons verabreicht worden war, oder Injektion von 0,3 mg/kg Enoxaparin als IV Bolus, wenn die letzte

subkutane Injektion mehr als 8 Stunden vor Aufblasen des Ballons erfolgt war.

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Enoxaparin hat die Inzidenz des primären Evaluationskriteriums – eine kombinierte Rate von Todesfällen (alle Ursachen) und

Myokardinfarktrezidiven in den ersten 30 Tagen nach der Randomisierung – im Vergleich zum unfraktionierten Heparin signifikant

gesenkt [9,9% in der Enoxaparin-Gruppe versus 12,0% in der Gruppe mit unfraktioniertem Heparin], wobei das Risiko im Vergleich

zum unfraktionierten Heparin um 17% gesenkt wurde (p <0,001).

Eine Untergruppenanalyse zum gleichen kombinierten Wirksamkeitskriterium «Tod/Myokardinfarktrezidive» hat zwischen den

Patienten mit PCI-Intervention und den Patienten mit konservativer Therapie innerhalb der Enoxaparin-Gruppe bzw. innerhalb der

UFH-Gruppe keine statistisch signifikanten Unterschiede ergeben. Die Patienten mit PCI-Intervention zeigten unter Enoxaparin

kein höheres Risiko für schwere Blutungen als unter UFH.

Die Vorteile der Enoxaparin-Behandlung sind für eine Reihe von Wirksamkeitsergebnissen offensichtlich. Nach 48 Stunden beträgt

die Risikoreduktion für eine Myokardinfarktrezidive im Vergleich zur Behandlung mit unfraktioniertem Heparin 35% (p <0,001).

Die positive Auswirkung von Enoxaparin auf das primäre Endpunkt war in den wichtigsten Untergruppen (Einteilung nach Alter,

Geschlecht, Lokalisierung des Infarktes, Diabetes, vorangegangenen Myokardinfarkten, Art des verabreichten Fibrinolytikums

sowie Zeitabstand zwischen den ersten klinischen Anzeichen und dem Beginn der Behandlung) konsistent.

Die Inzidenz der kombinierten Raten von Todesfällen, Myokardinfarktrezidiven und intrazerebralen Blutungen (ein Kriterium für

den netto klinischen Nutzen) war in der Enoxaparin-Gruppe (10,1%) signifikant geringer (p <0,0001) als in der Gruppe mit unfrak‐

tioniertem Heparin (12,2%), was eine Reduktion des relativen Risikos um 17% zugunsten der Clexane-Behandlung darstellt.

Pharmakokinetik

Die pharmakokinetischen Parameter von Enoxaparin wurden aufgrund der Veränderungen der plasmatischen anti-FXa-Aktivität

abgeleitet.

Nach subkutaner Injektion ist die Resorption rasch und vollständig. Die Absorption ist direkt proportional zur verabreichten Dosis

und somit linear, im Gegensatz zu unfraktioniertem Heparin.

Die Bioverfügbarkeit beträgt basierend auf anti-Xa-Aktivität nahezu 100%.

Absorption

Die mittlere maximale Plasma anti-Xa-Aktivität ist nach 3 bis 5 Stunden erreicht; sie beträgt nach einer Dosis von 20 mg (= 2000 I.E.

anti-Xa) im Mittel 0,2 anti-Xa I.E./ml und nach 40 mg (= 4000 I.E. anti-Xa) 0,4 anti-Xa I.E./ml.

Die mittlere maximale anti-IIa-Aktivität wird nach subkutaner Verabreichung von 40 mg ungefähr nach 4 Stunden erreicht; bei einer

Dosis von 20 mg ist sie mit der konventionellen Methode (amidolytic method) nicht messbar. Nach Gabe von 1 mg/kg beträgt das

mittlere Maximum der anti-IIa-Aktivität im Plasma ungefähr 0,1 anti-IIa I.E./ml.

Das mittlere Maximum der anti-IIa-Aktivität im Plasma beträgt nach wiederholter Gabe von 1 mg/kg zweimal täglich ungefähr 0,13

I.E. anti-IIa/ml und nach wiederholter Gabe von 1,5 mg/kg einmal täglich ungefähr 0,19 I.E. anti-IIa/ml.

Ein IV Bolus von 30 mg, unmittelbar gefolgt von 1 mg/kg subkutan alle 12 Stunden führte zu einem initialen Maximalwert des Anti-

Faktor-Xa-Spiegels von 1,16 I.E./ml (n= 16) und entspricht im Durchschnitt einer Exposition von 88% des Spiegels im Steady-

State. Der Steady-State wurde am zweiten Behandlungstag erreicht.

Distribution

Das scheinbare Verteilungsvolumen der Enoxaparin anti-Xa-Aktivität entspricht ungefähr dem Blutvolumen. Die anti-FXa-Aktivität

von Enoxaparin ist im intravaskulären Raum lokalisiert.

Metabolismus/Elimination

Enoxaparin ist eine Substanz mit geringer Clearance der anti-Xa-Aktivität. Sie beträgt etwa 0,7–1 l/h nach s.c. Verabreichung. Die

Elimination verläuft monophasisch mit einer Halbwertszeit von etwa 4 h nach s.c. Einfachdosis und etwa 7 h nach Mehrfachdosen.

Enoxaparin wird hauptsächlich in der Leber über Desulfatisierung und/oder Depolymerisation in Heparin-Untereinheiten mit nied‐

rigeren Molekulargewichten und mit stark reduzierter biologischer Aktivität abgebaut. Die renale Clearance der aktiven Fragmente

macht etwa 10% der verabreichten Dosis aus. Die renale Ausscheidung der aktiven und inaktiven Fragmente beträgt etwa 40%

der verabreichten Dosis.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Niereninsuffizienz: Es wurde eine lineare Beziehung zwischen der anti-Xa-Aktivität Plasmaclearance und der Kreatininclearance

im Fliessgleichgewicht beobachtet. Dies bedeutet eine verringerte Ausscheidung von Enoxaparin bei reduzierter Nierenfunktion.

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatininclearance <30 ml/min) steigt die AUC in Fliessgleichgewicht nach wie‐

derholter täglicher Verabreichung von 40 mg s.c. um durchschnittlich 65% an (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnah‐

men» und «Spezielle Dosierungsanweisungen, Niereninsuffizienz»).

Leberinsuffizienz: Keine Angaben.

Ältere Patienten: Eine Dosisanpassung ist nicht notwendig (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen, Ältere Patien‐

ten» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Hämodialyse: Die Eliminationsrate ist unverändert bei Patienten unter Dialyse.

Pharmakokinetische Interaktionen

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Enoxaparin und Thrombolytika wurden keine pharmakokinetischen Interaktionen beobachtet.

Präklinische Daten

Es sind keine für die Anwendung von Clexane/Clexane multi relevanten präklinischen Daten bekannt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

SK Injektion: Nicht mischen mit anderen Medikamenten.

Intravenöse Injektion (Bolus): Nur bei STEMI-Indikation. Enoxaparin kann mit 0,9%iger Kochsalzlösung oder 5%iger Glukoselö‐

sung sicher verabreicht werden, darf aber nicht mit anderen Medikamenten gemischt oder zusammen mit diesen verabreicht

werden.

Haltbarkeit

Verfalldatum (Exp.) auf der Packung beachten.

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Die Durchstechflasche Clexane multi soll nach Anbruch nicht länger als 28 Tage aufbewahrt werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren. Nicht einfrieren!

Zulassungsnummer

49456, 54297 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1217 Meyrin/GE.

Stand der Information

Februar 2011.

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