Arthrotec 50 Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-07-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
diclofenacum natricum, misoprostolum
Verfügbar ab:
Pfizer AG
ATC-Code:
M01AB55
INN (Internationale Bezeichnung):
diclofenacum natricum, misoprostolum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
A) Kern: diclofenacum natricum 50 mg, lactosum monohydricum 13 mg, cellulosum microcristallinum, maydis amylum, povidonum K 30, magnesii stearas, Überzug: acidi methacrylici copolymerum C, natrii hydroxidum, talcum, triethylis citras, pro compresso obducto corresp. natrium 3.64 mg. B) Mantel: misoprostolum 0.2 mg, hypromellosum, cellulosum microcristallinum, crospovidonum, silica colloidalis anhydrica, ricini oleum hydrogenatum, talcum, pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antirheumatikum
Zulassungsnummer:
51544
Berechtigungsdatum:
1995-12-05

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-04-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-04-2019

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-04-2019

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

07-05-2021

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Arthrotec® 50

Pfizer AG

Was ist Arthrotec 50 und wann wird es angewendet?

Arthrotec 50 wird zur Behandlung von Schmerzen und Symptomen der chronischen Polyarthritis und

anderer entzündlicher rheumatischer Erkrankungen (Arthrosen, Spondylitis ankylosans) sowie von

schmerzhaften Entzündungs- und Schwellungszuständen nach Verletzungen (z.B. Quetschungen,

Prellungen, Zerrungen) verwendet.

Arthrotec 50 enthält Natriumdiclofenac, welches entzündungshemmend und schmerzstillend wirkt sowie

Misoprostol, welches die Magendarmschleimhaut schützt und die Produktion von Magensäure

vermindert. Dadurch können die durch Säureüberproduktion oder durch Schmerzmittel entstandenen

Schäden im Magen oder Zwölffingerdarm verringert werden.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Wann darf Arthrotec 50 nicht eingenommen / angewendet werden?

Arthrotec 50 darf nicht eingenommen werden,

·wenn Sie auf einen der Inhaltsstoffe allergisch reagieren oder nach der Einnahme von

Acetylsalicylsäure oder anderen Schmerz- und Rheumamitteln, sogenannten nicht-steroidalen

entzündungshemmenden Arzneimitteln, Atemnot oder allergieähnliche Hautreaktionen hatten,

·wenn sie schwanger sind oder im gebärfähigen Alter und keine wirksame Methode zur Verhütung der

Schwangerschaft (Spirale, Antibabypille) anwenden, da Arthrotec 50 Fehlgeburten auslösen kann,

·in der Stillzeit,

·bei aktiven Magen- und/oder Zwölffingerdarmgeschwüren oder Magen-/ Darm-Blutungen,

·bei chronischen Darmentzündungen (Morbus Crohn, Colitis ulzerosa),

·bei schwerer Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion,

·bei schwerer Herzleistungsschwäche,

·zur Behandlung von Schmerzen nach einer koronaren Bypassoperation am Herzen (resp. Einsatz einer

Herz-Lungen-Maschine),

·bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Arthrotec 50 Vorsicht geboten?

Während der Behandlung mit Arthrotec 50 können im oberen Magen-Darm-Trakt

Schleimhautgeschwüre, selten Blutungen oder in Einzelfällen Perforationen (Magen-/Darmdurchbrüche)

auftreten, auch wenn Arthrotec 50 einen zweiten Wirkstoff enthält, welcher die Magenschleimhaut

schützt. Diese Komplikationen können während der Behandlung jederzeit auch ohne Warnsymptome

auftreten. Um dieses Risiko zu verringern, verschreibt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen die kleinste

wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre

Ärztin, wenn Sie Magenschmerzen haben und einen Zusammenhang mit der Einnahme des

Arzneimittels vermuten.

Für gewisse Schmerzmittel, die sogenannten COX-2-Hemmer, wurde unter hohen Dosierungen

und/oder Langzeitbehandlung ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall festgestellt. Ob

dieses erhöhte Risiko auch für Arthrotec 50 zutrifft, ist noch nicht bekannt. Falls Sie bereits einen

Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine Venenthrombose hatten, oder falls Sie Risikofaktoren haben (wie

hoher Blutdruck, Diabetes, (Zuckerkrankheit), hohe Blutfettwerte, Rauchen), wird Ihr Arzt oder Ihre

Ärztin entscheiden, ob Sie Arthrotec 50 trotzdem anwenden können. Informieren Sie in jedem Fall Ihren

Arzt oder Ihre Ärztin darüber.

Die Einnahme von Arthrotec 50 kann die Funktion Ihrer Nieren beeinträchtigen, was zu einer Erhöhung

des Blutdrucks und/oder zu Flüssigkeitsansammlungen (Ödemen) führen kann. Informieren Sie Ihren

Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie herzkrank oder nierenkrank sind, falls Sie Arzneimittel gegen

Bluthochdruck (z.B. harntreibende Mittel, ACE-Hemmer) einnehmen oder bei einem erhöhten

Flüssigkeitsverlust, z.B. durch starkes Schwitzen.

Wenn während der Therapie mit Arthrotec 50 bei Frauen nach den Wechseljahren erneut Blutungen

auftreten, sollte der Arzt bzw. die Ärztin informiert werden.

Sollten Sie gleichzeitig ein Arzneimittel gegen überschüssige Magensäure (Antazidum) einnehmen,

müssen Sie darauf achten, dass es sich um ein Präparat auf Aluminiumbasis handelt, da Antazida, die

Magnesium enthalten, zusammen mit Arthrotec 50 das Auftreten von Durchfall verstärken können.

Arthrotec 50 Tabletten enthalten den Hilfsstoff Lactosemonohydrat (13 mg pro Tablette). Bitte nehmen

Sie Arthrotec 50 Tabletten erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie

unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Arthrotec 50 Tabletten enthalten weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. sie sind nahezu

«natriumfrei».

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge und

Maschinen zu bedienen beeinträchtigen! Beim Auftreten von Nebenwirkungen wie Schwindel,

Sehstörungen oder anderen zentralnervösen Störungen sollten Sie auf das Führen eines Motorfahrzeuges

oder das Bedienen von Maschinen verzichten und umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

Andere nicht-steroidale Entzündungshemmer, wie sie gegen Schmerzen und Rheuma oder, wie

Acetylsalicylsäure, zur Blutverdünnung eingesetzt werden, sollten nicht gleichzeitig mit Arthrotec 50

angewendet werden, da sie das Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen erhöhen. Sie sollten daher

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über die gleichzeitige Anwendung solcher Arzneimittel in Kenntnis setzen.

Vermeiden Sie den Konsum von Alkohol, wenn Sie Arthrotec 50 einnehmen.

Bitte teilen Sie es Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin auch mit, wenn Sie

·ein Leberleiden haben;

·an Asthma leiden;

·Arzneimittel zur Senkung des Blutzuckerspiegels einnehmen;

·mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln (Blutverdünner, sog. Antikoagulantien) behandelt werden

oder an einer Störung der Blutgerinnung leiden;

·Arzneimittel gegen Pilzinfektionen einnehmen;

·Corticosteroide zur Entzündungshemmung einnehmen;

·Chinolon Antibiotika gegen Infektionen einnehmen;

·Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer gegen Depressionen einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Arthrotec 50 während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet

werden?

Arthrotec 50 darf während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit grundsätzlich nicht eingenommen

werden. Falls Sie während der Einnahme von Arthrotec 50 schwanger werden sollten, setzen Sie das

Arzneimittel ab und konsultieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Wie verwenden Sie Arthrotec 50?

Die Dosierung wird vom Arzt bzw. von der Ärztin je nach Anwendungsbereich, Alter und Ausprägung

der Beschwerden individuell angepasst. Im Allgemeinen beträgt die Dosierung für Erwachsene 2–3

Tabletten pro Tag. Die Tabletten sind unzerkaut während den Mahlzeiten und über den Tag verteilt mit

viel Flüssigkeit einzunehmen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Arthrotec 50 haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Arthrotec 50 auftreten:

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Vor allem zu Beginn der Behandlung können Schmerzen im Oberbauch, Durchfall,

Verdauungsstörungen und Übelkeit sehr häufig auftreten. Diese Beschwerden sind üblicherweise von

kurzer Dauer und verschwinden innerhalb von zwei bis drei Tagen nach dem Auftreten, selbst wenn die

Therapie fortgesetzt wird. Sollten die Schmerzen länger andauern oder stärker werden, ist Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin zu konsultieren.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Häufig wurde über Erbrechen, Verstopfung, Aufstossen, Blähungen, Entzündungen und Geschwüre im

Magen- und Darmbereich, Entzündung der Speiseröhre, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit,

Veränderungen bestimmter Blut-, Leber- und Nierenwerte, Hautausschlag und Juckreiz berichtet.

Wurde Arthrotec 50 während der Schwangerschaft angewendet, waren Missbildungen beim

Neugeborenen häufig zu beobachten.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Gelegentlich wurden Blutbildveränderungen (Abklärung durch den Arzt/die Ärztin nötig), Schlaganfall,

verminderte Konzentrationsfähigkeit, Störungen des Empfindungsvermögens, durch geronnenes Blut

schwarz verfärbter Stuhl, Geschwüre der Speiseröhre, Veränderungen/Erkrankungen der Zunge,

Geschmacksstörungen, Mundtrockenheit, Kribbeln in den Gliedmassen, Schwierigkeiten beim

Sprechen, Augenschmerzen, Sehstörungen (verschwommenes Sehen), Ohrenschmerzen, Ohrenläuten,

Herzschmerzen, Herzklopfen, verminderte Herzleistung, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Atemnot,

vermehrter Auswurf, schnelle Atmung, Heiserkeit, Magen/Darm-Blutungen (Erbrechen von Blut, Blut

im Stuhl), Schluckauf, Appetitlosigkeit, Leberfunktionsstörungen, Austritt von Blutfarbstoff in der Haut

(sog. Purpura), Nesselsucht, vermehrtes Schwitzen, Müdigkeit, Schwellungen an den Beinen oder

Füssen (Ödeme), Fieber und Frösteln beobachtet. Bei Frauen können gelegentlich Ausfluss aus der

Scheide (infolge einer Scheideninfektion), Schmerzen bei der Periode, verlängerte und starke

Regelblutungen, Menstruationsstörungen, Zwischenblutungen, Blutungen nach den Wechseljahren

auftreten.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Selten wurden schwere allergische Reaktionen (zum Teil mit Schwellungen und Kreislaufkollaps),

Albträume, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und der Leber (mit oder ohne Gelbsucht) sowie

Ausschläge mit Blasenbildung gemeldet; bei Frauen ausserdem Schmerzen während der Regelblutung

sowie schmerzende Brüste.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Sehr selten wurden Blutarmut, verzögerte Blutgerinnung, Stimmungsschwankungen, Benommenheit,

Verwirrtheit, Sedierung, Krämpfe, Zittern, niedriger Blutdruck, Verschlimmerung bestehender

chronischer Darmentzündungen, Entzündungen der Niere oder von Gefässen, Leberversagen,

schwerwiegende Haut- und Schleimhautreaktionen (mit Ausschlag und Rötungen), sowie

Flüssigkeitsansammlungen (Schwellungen) an Knöcheln und Beinen gemeldet; bei Frauen ausserdem

Gebärmutterkrämpfe und –blutungen, Fehl- und Frühgeburt, starke Beeinträchtigungen während des

Geburtsvorgangs (z.B. Wehenstürme) sowie eine verminderte Fruchtbarkeit.

Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin unverzüglich, wenn bei Ihnen eine oder mehrere der folgenden

Nebenwirkungen auftreten und nehmen Sie Arthrotec 50 nicht weiter ein:

·Erbrechen von Blut, Blut im Stuhl oder Schwarzfärbung des Stuhls;

·Allergische Reaktion mit Schwellung im Gesicht, von Mund, Zunge oder Rachen, oft verbunden mit

Ausschlag, Rötungen, Fieber und/oder Kollaps;

·Hautausschlag mit Blasen, abschälende Haut, purpurfarbene Haut, Blasenbildung an Augen und Mund;

·Keuchende Atmung oder Kurzatmigkeit, Angstgefühl;

·Schmerzen in Brust oder Schulter (vor allem links), Schwäche, Blutdruckanstieg (Anzeichen eines

Herzinfarkts);

·Plötzliche und schwere Kopfschmerzen, Schwäche, Gefühllosigkeit oder Lähmung meist nur auf einer

Körperseite (Gesicht, Arm oder Bein), Schwierigkeiten zu sprechen, Schwindel, Sehstörungen

(Anzeichen eines Schlaganfalls);

·Steifer Nacken, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Ohnmacht (Anzeichen einer

Hirnhautentzündung);

·Schwellungen an den Füssen oder den Beinen;

·Verfärbung des Urins oder Veränderung der Harnmenge;

·Gelbfärbung der Haut oder der Augen (Anzeichen von Gelbsucht oder Leberentzündung);

·Blutungen oder Bildung ungewöhnlicher blauer Flecken, Halsbeschwerden (Angina), hohes Fieber und

evtl. Anschwellen der Lymphknoten in der Halsregion (Anzeichen einer sog. Agranulozytose, einer sehr

seltenen Nebenwirkung).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Bei Raumtemperatur (15–25 °C), vor Licht geschützt, trocken und ausserhalb der Reichweite von

Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Arthrotec 50 enthalten?

Wirkstoffe

1 Tablette Arthrotec 50 enthält 50 mg Natriumdiclofenac und 0.2 mg Misoprostol.

Hilfsstoffe

Mikrokristalline Zellulose, Methylhydroxypropylzellulose, Crospovidon, Lactosemonohydrat,

Maisstärke, Polyvidon K-30, Methacrylsäure Copolymer Typ C, Talk, gehärtetes Rizinusöl,

Magnesiumstearat, Siliziumdioxid, Triethylcitrat und Natriumhydroxid.

Zulassungsnummer

51544 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Arthrotec 50? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Arthrotec 50, Tabletten (Bitabs): 20, 50 und 100.

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

PIL V011

Fachinformation

Arthrotec® 50/75

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Natriumdiclofenac, Misoprostol.

Hilfsstoffe: Mikrokristalline Zellulose, Methylhydroxypropylzellulose, Crospovidon, Laktose,

Maisstärke, Polyvidon K-30, Methacrylsäure Copolymer Typ C, Talk, gehärtetes Rizinusöl,

Magnesiumstearat, Siliziumdioxid, Triethylcitrat, Natriumhydroxid.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Bitab enthält: Natriumdiclofenac 50 mg bzw. 75 mg, Misoprostol 200 µg.

Der Tablettenkern enthält Natriumdiclofenac und hat einen magensaftresistenten Überzug, der

äussere Mantel enthält Misoprostol.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Arthrotec 50/75 ist indiziert zur Behandlung von Patienten mit schweren Symptomen von

rheumatoider Arthritis (chronische Polyarthritis) oder Osteoarthritis (Arthrose), mit Spondylitis

ankylosans und mit akuten muskuloskelettalen Störungen; insbesondere bei Patienten, bei denen eine

Behandlung mit Diclofenac erforderlich und eine Kombination mit Misoprostol erwünscht ist.

In klinischen Studien konnte mit der in Arthrotec 50/75 enthaltenen Misoprostoldosis (400 µg/Tag)

die Inzidenz NSAR (Nicht-steroidale Antirheumatika)-induzierter, gastroduodenaler Läsionen im

Vergleich zu Diclofenac allein reduziert werden. Die Wirksamkeit einer Prophylaxe schwerer

Komplikationen wie Perforation oder Blutung ist jedoch nur für höhere Misoprostoldosen von

800 µg/Tag nachgewiesen.

Dosierung/Anwendung

Patienten sollten mit der niedrigst-möglichen Dosierung, mit der das gewünschte Resultat erzielt

werden kann, behandelt werden.

Übliche Tagesdosis

Die empfohlene Dosierung für Erwachsene beträgt 2-3 Tabletten Arthrotec 50 oder 2 Tabletten

Arthrotec 75 täglich (entsprechend 100-150 mg Diclofenac). Im Allgemeinen wird die Tagesdosis

auf 2-3 Einzelgaben verteilt. Die Tabletten sind unzerkaut mit viel Flüssigkeit während den

Mahlzeiten einzunehmen.

Ältere Patienten

Bei Patienten in hohem Alter ist aus grundsätzlichen medizinischen Überlegungen Vorsicht geboten.

Vor allem wird empfohlen, bei gebrechlichen älteren Patienten oder solchen mit einem niedrigen

Körpergewicht, die niedrigste wirksame Dosierung einzusetzen.

Kinder und Jugendliche

Sicherheit und Wirksamkeit von Arthrotec 50/75 wurden bei Kindern und Jugendlichen unter

18 Jahren nicht untersucht.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss

«Zusammensetzung».

·Anamnese von Bronchospasmus, Urtikaria oder allergieähnlichen Symptomen nach Einnahme von

Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika.

·Schwangerschaft sowie gebärfähige Frauen ohne effektive Kontrazeption (siehe

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

·Stillzeit.

·Aktive Magen- und/oder Duodenalulzera oder gastrointestinale Blutungen.

·Entzündliche Darmerkrankungen wie M. Crohn oder Colitis ulcerosa.

·Schwere Leberfunktionsstörungen (Leberzirrhose und Aszites).

·Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min).

·Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III-IV).

·Behandlung postoperativer Schmerzen nach einer koronaren Bypass-Operation (resp. Einsatz einer

Herz-Lungen-Maschine).

·Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Gastrointestinale Wirkungen

Gastrointestinale Entzündungen, Ulzerationen, Blutungen oder Perforationen können während der

Behandlung mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), COX-2 selektiv oder nicht, jederzeit

auch ohne Warnsymptome oder anamnestische Hinweise auftreten. Um dieses Risiko zu verringern,

sollte die kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht

werden.

Das grösste Risiko für das Auftreten gastrointestinaler Komplikationen besteht für ältere Patienten,

für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen, für Patienten, welche zusätzlich Acetylsalicylsäure

einnehmen und für Patienten mit früheren gastrointestinalen Erkrankungen wie Ulzerationen,

Blutungen oder entzündlichen Erkrankungen. Bei diesen sollte daher Arthrotec 50/75 nur mit

Vorsicht angewendet werden.

Die gleichzeitige Einnahme von Arthrotec 50/75 mit anderen systemisch angewandten NSAR

(einschliesslich COX-2-Inhibitoren), oral angewandten Antikoagulantien, Corticosteroiden oder

selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRIs), siehe «Interaktionen» sowie der Konsum

von Alkohol sind wegen des erhöhten Risikos für gastrointestinale Nebenwirkungen ebenfalls zu

vermeiden.

Kommt es bei Patienten, welche die Kombination Diclofenac/Misoprostol erhalten, zu Magen-Darm-

Blutungen oder Ulzerationen, ist die Behandlung abzubrechen.

Misoprostol, als zweite Komponente von Arthrotec 50/75, schützt die Magenschleimhaut vor

diclofenac-induzierten Schädigungen. Trotzdem wurde auch unter Arthrotec 50/75 über das

Vorkommen von gastroenteralen und duodenalen Ulzera berichtet.

Kardiovaskuläre Wirkungen

Für gewisse selektive COX-2-Hemmer wurde in placebo-kontrollierten Studien ein erhöhtes Risiko

für thrombotische kardio- und zerebrovaskuläre Komplikationen gezeigt. Es ist noch nicht bekannt,

ob dieses Risiko direkt mit der COX-1/COX-2-Selektivität der einzelnen NSAR korreliert,

möglicherweise besteht für alle NSAR ein ähnliches Risiko. Da für die Kombination

Diclofenac/Misoprostol zur Zeit keine vergleichbaren klinischen Studiendaten unter maximaler

Dosierung und Langzeittherapie vorliegen, kann ein ähnlich erhöhtes Risiko nicht ausgeschlossen

werden.

Bei Tieren können Prostaglandine des Typs E über eine periphere Vasodilatation eine Hypotonie

auslösen. Klinische Studien haben gezeigt, dass Misoprostol in Dosen, die zur Abheilung von

Magen- und Duodenalulzera wirksam sind, zu keiner Blutdrucksenkung führt.

Bis zum Vorliegen von entsprechenden Daten sollte die Kombination Diclofenac/Misoprostol bei

klinisch gesicherter koronarer Herzkrankheit, zerebrovaskulären Erkrankungen, peripherer arterieller

Verschlusskrankheit oder bei Patienten mit erheblichen Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck,

Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung

eingesetzt werden. Auch wegen diesem Risiko sollte die kleinste wirksame Dosis während der

kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.

Die relative Erhöhung des Risikos für kardiovaskuläre (CV) Zwischenfälle scheint bei Patienten mit

und ohne CV Erkrankungen bzw. Risikofaktoren ähnlich zu sein. Was die absolute Inzidenz

anbelangt, dürfte jedoch für Patienten mit bestehenden CV Erkrankungen bzw. Risikofaktoren

aufgrund der für sie erhöhten Grundfrequenz ein höheres Risiko bestehen.

Renale Wirkungen

Die renalen Effekte der NSAR umfassen Flüssigkeitsretention mit Ödemen und/oder arterieller

Hypertonie. Bei Patienten mit beeinträchtigter Herzfunktion und anderen Zuständen, die zur

Flüssigkeitsretention prädisponieren, sollte die Kombination Diclofenac/Misoprostol deshalb nur mit

Vorsicht angewendet werden. Vorsicht ist ebenfalls geboten bei Patienten, die gleichzeitig Diuretika

oder ACE-Hemmer einnehmen sowie bei erhöhtem Risiko einer Hypovolämie bzw. wenn eine

Therapie mit Diclofenac/Misoprostol bei Patienten mit schwerer Dehydration aufgenommen wird.

In seltenen Fällen können NSAR, die Kombination Diclofenac/Misoprostol eingeschlossen,

interstitielle Nephritis, Glomerulitis, Papillennekrose und ein nephrotisches Syndrom verursachen.

NSAR hemmen die Synthese der renalen Prostaglandine, welche bei Patienten mit eingeschränkter

renaler Blutzirkulation und Blutvolumen an der Aufrechterhaltung der renalen Perfusion mitbeteiligt

sind. Bei diesen Patienten kann die Verabreichung von NSAR eine manifeste Niereninsuffizienz

auslösen, die sich in der Regel nach Absetzen des Medikaments zur Ausgangslage zurückbildet. Für

eine derartige Reaktion sind vor allem Patienten mit Herzinsuffizienz, Leberinsuffizienz,

nephrotischem Syndrom oder manifester Nierenerkrankung gefährdet. Diese Patienten sollten

während der Therapie mit NSAR sorgfältig überwacht werden.

Diclofenac und seine Abbauprodukte werden vor allem renal ausgeschieden; in welchem Ausmass

diese Metaboliten bei Patienten mit Niereninsuffizienz akkumuliert werden, wurde nicht untersucht.

Wie bei anderen NSAR, bei denen die Abbauprodukte über die Niere ausgeschieden werden, sollten

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sorgfältig überwacht werden.

Hautreaktionen

Sehr selten wurden in Verbindung mit der Anwendung von NSAR, inkl. Diclofenac/Misoprostol,

schwerwiegende Hautreaktionen wie exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom und

Toxische Epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom), zum Teil mit Todesfolge, gemeldet. Dabei scheint

für Patienten das höchste Risiko für diese Ereignisse eher zu Beginn der Therapie zu bestehen: in der

Mehrheit der Fälle setzten die entsprechenden Nebenwirkungen innerhalb des ersten Monats der

Behandlung ein. Die Kombination Diclofenac/Misoprostol sollte beim ersten Auftreten von Hautröte

(Rash), Schleimhautläsionen oder anderen Überempfindlichkeits-Anzeichen abgesetzt werden.

Leber

Wie auch bei anderen NSAR können die Werte eines oder mehrerer Leberenzyme während der

Behandlung mit Arthrotec 50/75 ansteigen. Dies wurde unter Diclofenac in klinischen Studien

beobachtet und kann bei etwa 15% der Patienten eintreten, ist aber selten von klinischen Symptomen

begleitet.

Die klinische Bedeutung dieses Phänomens ist unbekannt. In der Mehrheit dieser Fälle handelt es

sich um Erhöhungen im Grenzbereich. Gelegentlich (bei 2.5%) wurden mässige Erhöhungen

beobachtet (≥3-<8× der oberen Normgrenze), während die Inzidenz deutlicher Erhöhungen (≥8× der

oberen Normgrenze) im Bereich von ungefähr 1% blieben. Die Enzymerhöhungen waren im

Allgemeinen nach Absetzen des Präparates reversibel. In den oben genannten klinischen Studien

kam es in 0.5% der Fälle nebst Leberenzymerhöhungen zu klinisch manifesten Leberschädigungen.

Wie bei anderen NSAR sollten auch bei Arthrotec 50/75 bei der Langzeittherapie die Leberwerte

regelmässig kontrolliert werden. Arthrotec 50/75 sollte abgesetzt werden, falls eine

Leberfunktionsstörung anhält oder sich verschlimmert und falls klinische Zeichen und Symptome

einer Lebererkrankung (z.B. Hepatitis) sowie andere Manifestationen (z.B. Eosinophilie,

Hautausschlag usw.) auftreten.

Zusätzlich zu Leberenzymerhöhungen ist über seltene Fälle von schweren Leberreaktionen, inkl.

Ikterus und in Einzelfällen tödlich verlaufende fulminante Hepatitis, berichtet worden. Hepatitis kann

ohne Prodromalsymptome auftreten.

Bei Patienten mit hepatischer Porphyrie ist Arthrotec 50/75 mit Vorsicht anzuwenden, da das

Medikament eine Attacke auslösen kann.

Hämatologische Wirkungen

NSAR, inkl. Diclofenac, können die Plättchen-Aggregationszeit verlängern. Dieser Effekt wird

durch Misoprostol nicht verschlimmert. Während einer längeren Therapie mit Arthrotec 50/75

werden - wie bei anderen hochwirksamen nicht-steroidalen Antirheumatika - regelmässige

Blutbildkontrollen empfohlen.

Interaktionen

Bei gleichzeitiger Einnahme von Arthrotec 50/75 und oral angewandten Antimykotika ist Vorsicht

geboten, siehe «Interaktionen».

Interaktionen

Acetylsalicylsäure

Diclofenac wird durch Acetylsalicylsäure von seinen Proteinbindungsstellen verdrängt, wodurch

niedrigere Plasmakonzentrationen und AUC-Werte resultieren. Daher wird die gleichzeitige

Verabreichung von Diclofenac/Misoprostol und Acetylsalicylsäure nicht empfohlen.

Antacida

Antacida können die Resorption von Diclofenac verzögern. Für magnesiumhaltige Antacida konnte

gezeigt werden, dass diese eine misoprostol-induzierte Diarrhoe verschlimmern.

Antidiabetika

Diclofenac verändert den Glukosestoffwechsel bei gesunden Probanden nicht, die klinische Wirkung

von oralen Antidiabetika wird bei einer gleichzeitigen Verabreichung mit Diclofenac nicht

beeinflusst. Es wurde jedoch über eine Beeinflussung der Wirkung von oralen Antidiabetika durch

andere NSAR berichtet. Daher ist bei gleichzeitiger Anwendung von Arthrotec 50/75 und oralen

Antidiabetika oder Insulin Vorsicht geboten.

Antikoagulantien

Die gleichzeitige Einnahme von NSAR, einschliesslich Diclofenac/Misoprostol, mit oral

angewandten Antikoagulantien erhöht das Risiko für GI und nicht-GI Blutungen, und sollte mit

Vorsicht erfolgen. Dies gilt sowohl für Antikoagulantien vom Warfarin Typ als auch für neuere

Antikoagulantien wie Apixaban, Dabigatran und Rivaroxaban. Bei gleichzeitiger Therapie von

Arthrotec 50/75 und oralen Antikoagulantien sollte daher die Antikoagulation überwacht werden.

Antihypertensiva inkl. Diuretika, ACE-Inhibitoren, Angiotensin-II-Antagonisten und Beta-Blocker

NSAR können die Wirksamkeit von Diuretika und anderen Antihypertensiva vermindern.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (z.B. dehydrierten oder älteren Patienten mit

reduzierter Nierenfunktion) kann sich bei gleichzeitiger Anwendung von Cyclooxygenase-

Inhibitoren und ACE-Inhibitoren bzw. Angiotensin-II-Antagonisten oder Diuretika die

Nierenfunktion zusätzlich verschlechtern. Dabei besteht sogar die Möglichkeit eines akuten

Nierenversagens, welches jedoch normalerweise reversibel ist.

Das Auftreten derartiger Interaktionen sollte bei Patienten, welche Diclofenac/Misoprostol

zusammen mit diesen Antihypertensiva einnehmen, in Betracht gezogen werden. Insbesondere bei

älteren Patienten sollten diese Wirkstoffe nur mit Vorsicht gleichzeitig verabreicht werden. Patienten

sollten ausreichend hydriert sein und die Notwendigkeit einer Überwachung der Nierenfunktion

sollte sowohl zu Beginn der gleichzeitigen Anwendung als auch in regelmässigen Abständen danach

überprüft werden.

Oral angewandte Antimykotika

Erhöhtes Risiko von Leberfunktionsstörungen.

Chinolon-Antibiotika

Tierversuche weisen darauf hin, dass NSAR zusammen mit Chinolon-Antibiotika das Risiko für

Krämpfe erhöhen können. Für Patienten, die NSAR zusammen mit Chinolonen einnehmen, besteht

möglicherweise ein erhöhtes Risiko, Krämpfe zu entwickeln.

Ciclosporin

Wegen ihrer Wirkung auf die renalen Prostaglandine können NSAR wie Diclofenac das Risiko der

Nephrotoxizität von Ciclosporin erhöhen. Bei gleichzeitiger Einnahme mit Ciclosporin verdoppelt

sich die systemische Diclofenac Exposition. Es wird daher empfohlen, mit der niedrigsten Dosis von

Diclofenac/Misoprostol zu beginnen und sorgfältig auf Anzeichen von Toxizität zu kontrollieren.

Corticosteroide

Erhöhtes Risiko für gastrointestinale Ulzerationen oder Blutungen.

Digoxin

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Diclofenac und Digoxin wurden erhöhte Digoxin-

Plasmaspiegel festgestellt. Patienten, welche Digoxin zusammen mit der Kombination

Diclofenac/Misoprostol erhalten, sollten daher hinsichtlich einer möglichen Digoxin Toxizität

sorgfältig überwacht werden.

Lithium

Diclofenac vermindert die renale Clearance von Lithium und erhöht den Lithium-Plasmaspiegel. Die

Kombination Diclofenac/Misoprostol sollte daher bei Patienten, welche Lithium erhalten, mit

Vorsicht verabreicht werden.

Methotrexat

Werden NSAR weniger als 24 h vor oder nach einer Behandlung mit Methotrexat verabreicht, ist

Vorsicht geboten, da der Methotrexat-Plasmaspiegel ansteigen und sich die renale Toxizität von

Methotrexat verstärken kann.

Selektive Serotonin-Inhibitoren (SSRIs)

Die gleichzeitige Verabreichung von systemisch angewandten NSAR (einschliesslich Diclofenac)

kann das Risiko für gastrointestinale Blutungen erhöhen, siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen».

Tacrolimus

Werden NSAR zusammen mit Tacrolimus verabreicht, ist ein erhöhtes Nephrotoxizitäts-Risiko

möglich.

Voriconazol

Voriconazol erhöht die Cmax und die AUC von Diclofenac (Einzeldosis von 50 mg) um 114 bzw.

78% und somit das Risiko des Auftretens von unerwünschten Wirkungen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Aufgrund der Effekte von nicht-steroidalen Antirheumatika auf das fötale kardiovaskuläre System

(vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus) und der Wirkung von Misoprostol auf den graviden

Uterus (Risiko eines Spontanabortes) ist Arthrotec 50/75 während der Schwangerschaft und bei

gebärfähigen Frauen ohne wirksame Kontrazeption (Intrauterinpessar, orale Kontrazeptiva)

kontraindiziert. Bei Verdacht auf Schwangerschaft muss Arthrotec 50/75 abgesetzt und die

Schwangerschaft eng überwacht werden. In Fallberichten sind kongenitale Anomalien und

Totgeburten als Folge des Missbrauchs von Misoprostol erwähnt worden.

Stillzeit

In der Mutter wird Misoprostol rasch zu Misoprostolsäure metabolisiert, welche biologisch aktiv ist

und in die Muttermilch übergeht. Diclofenac wird in die Muttermilch ausgeschieden. Aus diesem

Grund darf Arthrotec 50/75 nicht an stillende Mütter verabreicht werden, oder es muss abgestillt

werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Patienten mit Nebenwirkungen wie

Schwindel oder anderen zentralnervösen Störungen sollten auf das Führen eines Fahrzeuges oder die

Bedienung von Maschinen verzichten.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen sind nach Organklassen und Häufigkeitsgraden gegliedert unter

Berücksichtigung folgender Definition: sehr häufig: ≥10%; häufig: ≥1/100 und <1/10; gelegentlich:

≥1/1000 und <1/100; selten: ≥1/10'000 und <1/1000; sehr selten: <1/10'000; nicht bekannt:

Spontanmeldung aus Post-Marketing-Surveillance.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: Vaginalinfektion.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Leukopenie, Thrombozytopenie.

Nicht bekannt: Agranulozytose, hämolytische Anämie, Hemmung der Thrombozytenaggregation.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Anaphylaktische Reaktionen, einschliesslich Anaphylaxie und Angioödem.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Schlaflosigkeit.

Selten: Albträume.

Nicht bekannt: Stimmungsschwankungen.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.

Gelegentlich: Schlaganfall, verminderte Konzentrationsfähigkeit, Störungen des

Empfindungsvermögens, Geschmacksstörungen, Mundtrockenheit, Parästhesie,

Sprechschwierigkeiten.

Nicht bekannt: Aseptische Meningitis, Benommenheit, Verwirrtheit, Sedation, Konvulsionen,

Tremor.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Augenschmerzen, Sehstörungen (verschwommenes Sehen).

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Ohrenschmerzen, Tinnitus.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Schmerzen in der Brust, Palpitationen, Herzinsuffizienz, Myocardinfarkt.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Hypertension.

Nicht bekannt: Vaskulitis, Hypotension.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Dyspnoe, Hyperventilation, Pharyngitis, vermehrter Auswurf.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Bauchschmerzen (21.2%), Diarrhoe (18.7%), Dyspepsie (14.4%), Übelkeit (10.9%).

Häufig: Magen- und Darmulzera, Duodenitis, Gastritis, Ösophagitis, Gastrointestinale

Entzündungen, Erbrechen, Verstopfung, Blähungen, Aufstossen.

Gelegentlich: Gastrointestinale Blutungen, Ulzera der Speiseröhre, gastroösophagealer Reflux,

Glossitis, Stomatitis, Haematemesis, Melaena, Schluckauf, Appetitlosigkeit.

Selten: Pankreatitis.

Sehr selten: Exazerbation von Gastrointestinalentzündungen wie ulcerativer Colitis oder Morbus

Crohn.

Nicht bekannt: Magen-Darm-Perforation.

Leber und Gallenerkrankungen

Häufig: Transaminasen (ALT, AST) erhöht.

Gelegentlich: Leberfunktionsstörung.

Selten: Hepatitis mit oder ohne Gelbsucht.

Sehr selten: fulminante Hepatitis.

Nicht bekannt: Leberversagen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Häufig: Rash, Pruritus.

Gelegentlich: Urtikaria, Purpura, vermehrtes Schwitzen.

Selten: bullöse Ausschläge.

Sehr selten: Toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme,

exfoliative Dermatitis, Schleimhautreaktionen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Erhöhung des Serumkreatinins.

Gelegentlich: Flüssigkeitsretention (assoziiert mit Ödemen).

Sehr selten: Nierenversagen, Niereninsuffizienz, Papillennekrose, nephrotisches Syndrom,

interstitielle Nephritis, Glomerulonephritis (auch als: membranöse G. oder Minimal-Change-G.).

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Nicht bekannt: Fehlgeburt, Frühgeburt, Anaphylaktoides Schwangerschaftssyndrom

(Fruchtwasserembolie), unvollständiger Abort, abnormale Uteruskontraktionen, Plazentaretention,

Uterusruptur, Uterusperforation.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Metrorrhagie, Menorrhagie, vaginale Blutungen (einschliesslich postmenopausaler

Blutungen), Menstruationsstörungen.

Selten: Brustschmerzen, Dysmenorrhoe.

Nicht bekannt: Uterusblutungen, Uteruskrämpfe, verminderte Fertilität bei Frauen.

Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen

Selten: Missbildungen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Müdigkeit, Fieber, Frösteln.

Untersuchungen

Häufig: Verminderung des Hämatokrits, Erhöhung der alkalischen Phosphatase.

Gelegentlich: Erhöhung des Bilirubins.

Überdosierung

Die toxische Dosis von Arthrotec 50/75 wurde nicht bestimmt. Die Symptome einer Überdosierung

durch die Einzelkomponenten wurden jedoch beschrieben.

Diclofenac

Die klinischen Symptome einer Diclofenac-Überdosierung sind gastrointestinale Beschwerden,

Verwirrtheit, Benommenheit oder generelle Hypotonie.

Misoprostol

Die klinischen Symptome einer Überdosierung mit Misoprostol sind Sedation, Tremor, Krämpfe,

Dyspnoe, Oberbauchschmerzen, Diarrhoe, Fieber, Palpitationen, Hypotonie oder Bradykardie.

Die Behandlung einer Überdosierung von Arthrotec 50/75 ist im Wesentlichen unterstützend oder

symptomatisch. Bei akuten Vergiftungen wird eine Magenspülung empfohlen. Forcierte Diurese

kann hilfreich sein, da Diclofenac und die Metaboliten von Misoprostol mit dem Urin ausgeschieden

werden. Durch Aktivkohle kann die Resorption von Diclofenac und Misoprostol vermindert werden.

Die Wirkung einer Dialyse auf die Elimination von Diclofenac (99% Proteinbindung) und

Misoprostolsäure ist zweifelhaft und nicht belegt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M01AB55

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Diclofenac wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd und wird in der Behandlung von

rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.

Gleichzeitig mit Diclofenac oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika verabreicht, wirkt

Misoprostol vorbeugend auf Antirheumatika-induzierte gastroduodenale Läsionen. Dank der

schützenden Wirkung von Misoprostol auf die Schleimhaut führt Arthrotec - verglichen mit

Diclofenac alleine - zu einer geringeren Häufigkeit gastroduodenaler Läsionen.

Misoprostol verstärkt mehrere Faktoren, welche die Integrität der Magen-Darm-Schleimhaut

aufrechterhalten: es hemmt sowohl die basale als auch die stimulierte Magensäuresekretion, es erhält

die Durchblutung der Magenschleimhaut und erhöht die duodenale Bikarbonat- sowie die

Magenschleim-Sekretion im Magen. Die Eigenschaft von Misoprostol, die Schleimhautbarriere in

Magen und Darm vor Antirheumatika-induzierten Schädigungen zu schützen, wurde an Probanden

und Patienten mit chronischer Polyarthritis oder anderen arthritischen Zuständen bestätigt.

Klinische Wirksamkeit

Misoprostol reduziert dosisabhängig von 400 bis 800 µg pro Tag die Inzidenz von gastroduodenalen

Ulzera bei Patienten, welche infolge schwerer Formen von Osteoarthritis oder chronischer

Polyarthritis unter Dauerbehandlung mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern stehen.

Die in den klinischen Studien am häufigsten beobachteten unerwünschten Wirkungen betrafen vor

allem den Gastrointestinaltrakt: Bauchschmerzen und Diarrhoe waren im Allgemeinen leichten oder

mittleren Schweregrades, traten üblicherweise zu Beginn der Therapie auf und verschwanden

innerhalb einiger Tagen, auch wenn die Therapie mit Arthrotec 50/75 fortgesetzt wurde.

Pharmakokinetik

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Diclofenac und Misoprostol werden durch die

kombinierte Verabreichung in Arthrotec 50/75 nicht beeinflusst.

Absorption

Ca. 3-5 h nach einer Einzeldosis von Arthrotec 50 wurden maximale Blutspiegel von Diclofenac (ca.

0.6-1.5 µg/ml) gefunden, wobei eine grosse inter- und intraindividuelle Variabilität beobachtet

wurde. Nach einer Einzeldosis von Arthrotec 75 betrugen die Mittelwerte von Cmax 2.0 µg/ml und

Tmax 2.0 h. Bei Einnahme mit oder nach einer Mahlzeit erfolgt die Magenpassage und somit die

Resorption langsamer als auf nüchternen Magen. Die absolute Bioverfügbarkeit wird hierdurch

jedoch nicht beeinflusst. Misoprostol wird nach Verabreichung von Arthrotec 50/75 ebenfalls rasch

resorbiert. Nach ca. 1 h werden mit Arthrotec 50 maximale Konzentrationen seines

Hauptmetaboliten, Misoprostolsäure, im Plasma gefunden (ca. 136 pg/ml). Im Steady-State, nach

Einnahme von Arthrotec 75 zusammen mit einer Mahlzeit, betrugen die Mittelwerte von Cmax

117 pg/ml und Tmax 0.8 h.

Distribution

Diclofenac wird ins Blut, in die Leber und die Nieren verteilt. Es dringt ebenfalls in die

Synovialflüssigkeit ein, wo es seine Höchstkonzentration 2-4 h nach Erreichen der maximalen

Plasmakonzentration erreicht. Diclofenac wird zu 99.7% an Serumproteine, hauptsächlich an

Albumin, gebunden. Die Proteinbindung von Misoprostolsäure beträgt, konzentrationsunabhängig,

weniger als 90%.

Metabolismus

Diclofenac wird vorwiegend über Cytochrom P450 CYP2C9 in der Leber metabolisiert. Bei

Patienten, die bekanntermassen oder vermutlich langsame CYP2C9-Metabolisierer sind (Anamnese

bzw. Erfahrung mit anderen CYP2C9-Substraten), sollte Diclofenac mit Vorsicht angewendet

werden: aufgrund reduzierter metabolischer Clearance können bei diesen Patienten sehr stark erhöhte

Plasmaspiegel auftreten. Die Biotransformation erfolgt teilweise durch Glucuronidierung des

intakten Moleküls, vorwiegend aber durch einfache oder mehrfache Hydroxylierung und

anschliessende Glucuronidierung.

Misoprostol wird nach der Absorption sofort zu seinem biologisch aktiven Metaboliten,

Misoprostolsäure, und danach in zahlreiche inaktive Metaboliten umgesetzt.

Elimination

Ca. 40-60% der applizierten Diclofenac-Dosis werden renal in Form von Metaboliten ausgeschieden,

weniger als 1% als unveränderte Substanz. Der Rest der Dosis wird als Metaboliten mit der Galle in

den Fäces eliminiert. Die terminale Halbwertszeit beträgt 1-2 h. Mit den empfohlenen Dosierungen

wurde keine Kumulation von Diclofenac beobachtet.

Ungefähr 70% der verabreichten Misoprostol-Dosis wird hauptsächlich als inaktive Metaboliten mit

dem Urin ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit von Misoprostolsäure liegt bei ungefähr

30 min. In Studien mit mehrfacher Zugabe der Substanz wurde keine Kumulation beobachtet.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Für Diclofenac sind keine relevanten Unterschiede von Absorption, Metabolismus und

Ausscheidung, bedingt durch das Alter der Patienten beobachtet worden. Bei älteren Patienten ist die

AUC von Misoprostolsäure um ca. 40% erhöht.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wird bei Gabe einer Einzeldosis von Diclofenac

keine Erhöhung der unveränderten Wirksubstanz beobachtet. Bei einer Kreatinin-Clearance von

<10 ml/min ist der theoretische Steady-State-Plasmaspiegel der Metaboliten ungefähr viermal höher

als beim gesunden Menschen. Dennoch werden die Metaboliten schliesslich über die Galle

ausgeschieden. Bei Patienten mit Nierenfunktionseinschränkungen leichter bis mittelschwerer

Ausprägung werden keine signifikanten Unterschiede der Kinetik von Misoprostol im Vergleich zu

nierengesunden Patienten gefunden. Lediglich bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (bei

Anurie) ist mit einer Verdoppelung der maximalen Plasmakonzentration, der AUC und der

Eliminationshalbwertszeit von Misoprostolsäure zu rechnen.

Eingeschränkte Leberfunktion

Auch bei eingeschränkter Leberfunktion (chronische Hepatitis, Leberzirrhose ohne portale

Dekompensation) verlaufen Kinetik und Metabolismus wie bei Patienten mit gesunder Leber.

Präklinische Daten

Sowohl Diclofenac-Natrium wie Misoprostol waren in allen Mutagenitätstests negativ.

Karzinogenitätsstudien in der Maus und in der Ratte ergaben keine erhöhten Tumorraten.

Hohe Dosen führten in Ratten zu einer verminderten Fertilität. Bei Verabreichung vor der Geburt

traten Anzeichen einer Dystokie auf. Im Übrigen bestanden keine Anzeichen einer Teratogenität.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C), vor Licht geschützt, trocken lagern. Ausser Reichweite von

Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

51544 (Swissmedic).

Packungen

Arthrotec 50, Bitabs: 20, 50 und 100. [B]

Arthrotec 75, Bitabs: 20, 50 und 100. [B]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

August 2017.

LLD V007

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