Arterenol 25 ml Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Norepinephrinhydrochlorid
Verfügbar ab:
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
ATC-Code:
C01CA03
INN (Internationale Bezeichnung):
Norepinephrine hydrochloride
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Norepinephrinhydrochlorid 30.5mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6445916.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Arterenol

®

25 ml

1 mg/ml Injektionslösung

Wirkstoff: Norepinephrin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angebeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Arterenol und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Arterenol beachten?

Wie ist Arterenol anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Arterenol aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Arterenol und wofür wird es angewendet?

Arterenol enthält als Wirkstoff Norepinephrin, das mit dem natürlich vorkommenden Hormon

Noradrenalin identisch ist. Als Arzneimittel wird es z. B. eingesetzt, um bei einem starken

Blutdruckabfall den Blutdruck zu steigern.

Arterenol wird angewendet bei septischem Schock, wenn durch alleinige Volumentherapie keine

Kreislaufstabilisierung erreicht werden kann.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Arterenol beachten?

Arterenol darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Norepinephrin, Natriummetabisulfit oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

bei Bluthochdruck,

bei Schilddrüsenüberfunktion,

bei Phäochromozytom (seltener katecholaminproduzierender Tumor),

bei Engwinkelglaukom (eine Form von erhöhtem Augeninnendruck),

bei Vergrößerung der Prostata mit Restharnbildung,

bei anfallsweisem Herzjagen (paroxysmale Tachykardie),

bei schneller regelloser Schlagfolge der Herzkammern (hochfrequente absolute Arrhythmie),

bei schweren Nierenfunktionsstörungen,

bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße oder des Herzmuskels,

bei Gefäßverkalkungen (sklerotische Gefäßveränderungen),

bei Vergrößerung des rechten Herzens (Cor pulmonale).

Arterenol darf nicht intraarteriell angewendet werden.

Arterenol darf nicht bei Patienten mit Sulfit-Überempfindlichkeit angewendet werden. Aufgrund des

Gehaltes an Natriummetabisulfit kann es, insbesondere bei Bronchialasthmatikern, zu

Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, die sich als Erbrechen, Durchfall, keuchende Atmung,

akuter Asthmaanfall, Bewusstseinsstörungen oder Schock äußern können.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bei nicht ausgeglichenem erniedrigtem Plasmavolumen kann es in den Eingeweiden und in der

Peripherie zu schwerwiegender Engstellung der Blutgefäße (Vasokonstriktion) mit der Gefahr einer

Minderdurchblutung (z. B. verminderte Nierendurchblutung) und Gewebeschädigung mit

Laktatazidose (Abfall des pH-Wertes im Blut) kommen. Daher unbedingt vor Gabe von Arterenol

Flüssigkeitsausgleich durchführen!

Bei unausgeglichener diabetischer Stoffwechsellage sowie bei vermehrtem Calciumgehalt des Blutes

(Hyperkalzämie) und Kaliummangelzuständen (Hypokaliämie) ist Vorsicht geboten.

Bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern mit bestehender Verbindung (Shunt) zwischen großem

und kleinem Kreislauf mit direktem Blutfluss von der linken in die rechte Herzhälfte (wie z. B.

persistierendes Foramen ovale, Vorhofseptumdefekt oder Ventrikelseptumdefekt) kann es aufgrund

einer Erhöhung des Lungengefäßwiderstands durch Arterenol zu einer Umkehrung der

Strömungsrichtung mit direktem Blutfluss von der rechten in die linke Herzhälfte kommen

(Shuntumkehr, Eisenmenger-Reaktion).

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Arterenol kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Zudem

kann es bei Missbrauch von Arterenol als Dopingmittel zu einer Gefährdung der Gesundheit kommen.

Anwendung von Arterenol zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Während der Anästhesie mit Halothan, Enfluran, Isofluran oder anderen Inhalationsnarkotika ist bei

gleichzeitiger Anwendung von Arterenol wegen der Gefahr von Herzrhythmusstörungen Vorsicht

geboten. Ebenso ist bei einer Gabe von Präparaten, die das Herz für Rhythmusstörungen

sensibilisieren können, wie z. B. Digitalispräparaten, und solchen, die zu Kaliummangelzuständen

(Hypokaliämie) führen können, wie z. B. Diuretika, mit einer gesteigerten Bereitschaft zu

Herzrhythmusstörungen zu rechnen.

Zu einer Wirkungsverstärkung von Arterenol bzw. einer Verstärkung der blutdruckerhöhenden

Wirkung kann es bei gleichzeitiger Gabe folgender Substanzen kommen: tri- und tetrazyklische

Antidepressiva, Parasympathikolytika (z. B. Atropin), bestimmte Antihistaminika (z. B.

Diphenhydramin, Chlorphenamin), Guanethidin, Reserpin, Methyldopa, Levothyroxin,

Carbazochrom, Ornipressin, Alkohol, Hemmstoffe der Monoaminoxidase (MAO) und der Catechol-

O-Methyl-Transferase (COMT), Theophyllin und seine Derivate in hohen Dosen.

Die gleichzeitige Gabe von Lokalanästhetika kann zu gegenseitiger Wirkungsverstärkung führen.

Zu einer Wirkungsverminderung bzw. einer Abschwächung der blutdrucksteigernden Wirkung von

Norepinephrin kann die gleichzeitige Gabe von Betablockern oder Phenothiazinen führen. Bei

gleichzeitiger Anwendung von Alpharezeptorenblockern (z. B. Phenoxybenzamin) kann sich die

Norepinephrin-Wirkung sogar umkehren (= Blutdrucksenkung).

Die blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika wird durch Arterenol vermindert.

Natriummetabisulfit ist eine sehr reaktionsfähige Verbindung. Es muss deshalb damit gerechnet

werden, dass mit Arterenol zusammen verabreichtes Thiamin (Vitamin B

) abgebaut wird.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

In der Schwangerschaft darf Arterenol nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung, in möglichst

niedriger Dosierung und unter sorgfältiger Überwachung angewendet werden.

Der Wirkstoff Norepinephrin ist plazentagängig. Nebenwirkungen beim Fetus sind wegen der

begrenzten Anwendungszeit und der kurzen Halbwertszeit nicht bekannt geworden. Unter Umständen

kann es jedoch zu einer verminderten Plazentadurchblutung kommen. Darüber hinaus gibt es

Hinweise, dass es auch zu Wehen (Uteruskontraktionen) und zur Engstellung von Blutgefäßen der

Gebärmutter (uterine Vasokonstriktion) kommen kann.

Der Wirkstoff Norepinephrin geht in die Muttermilch über. Da er oral kaum aufgenommen und zudem

schnell abgebaut wird, ist ein Abstillen nicht erforderlich.

Arterenol enthält Natrium

, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro ml.

3.

Wie ist Arterenol anzuwenden?

Die Dosierung und Art der Anwendung von Arterenol bestimmt Ihr Arzt. Er wird sich im

Allgemeinen an folgenden Empfehlungen orientieren:

Dosierung

Eine Stabilisierung des Blutdruckes erzielt man am besten durch intravenöse Infusion, z. B. mittels

Perfusor. Hierfür werden z. B. 5 ml Arterenol Injektionslösung (entsprechend 5 mg

= 5000 Mikrogramm Norepinephrin) mit isotonischer Natriumchloridlösung oder 5%iger

Glucoselösung auf 50 ml Gesamtvolumen verdünnt. 1 ml dieser Lösung 1 : 10000 entspricht 0,1 mg =

100 Mikrogramm Norepinephrin. Am Perfusor wird, abhängig von der aktuellen Kreislaufsituation,

eine Laufgeschwindigkeit von 0,6 ml/Stunde (entsprechend 1 Mikrogramm/Minute) bis 12 ml/Stunde

(entsprechend 20 Mikrogramm/Minute) eingestellt. Die Dosierung richtet sich nach der aktuellen

hämodynamischen Situation des Patienten und beträgt im Allgemeinen 1–20 Mikrogramm/Minute bei

einem erwachsenen Patienten, entsprechend 0,014–0,28 Mikrogramm pro kg Körpergewicht und

Minute. Abhängig von der klinischen Situation können individuell auch höhere Dosen notwendig

sein.

Hinweis:

Volumenmangel und Azidose (Abfall des pH-Wertes im Blut) vermindern die Wirkung von Arterenol

und sind so frühzeitig wie möglich auszugleichen.

Art der Anwendung

Arterenol wird intravenös infundiert. Zur Vermeidung von ischämischen Nekrosen (Haut,

Extremitäten) sollte eine in einer ausreichend großen Vene sicher platzierte Braunüle oder ein

zentralvenöser Zugang zur Infusion verwendet werden.

Hinweise:

Zur Herstellung und Aufbewahrung von Rezepturen mit Arterenol ist nur Neutralglas bzw.

hydrolysebeständiges Glas (Glasart I oder II Ph. Eur.) zu verwenden. Spritzen und Kanülen müssen

sauber, insbesondere frei von alkalisch reagierenden Rückständen sein. Bei jeder Entnahme aus der

Durchstechflasche sind für das Aufziehen der Lösung daher stets frische, sterile Spritzen und Kanülen

zu verwenden. Die Lösung muss klar und farblos sein. Eine auch nur geringe Farbtönung oder eine

Trübung deutet auf einen beginnenden Abbau des Wirkstoffmoleküls hin.

Die Anwendungsdauer der intravenösen Infusion ist im Allgemeinen kurz, entsprechend der akuten

klinischen Situation, z. B. Schockbehandlung. Bei Bedarf kann die Anwendung von Arterenol über

mehrere Tage fortgesetzt werden. Dabei ist eine fortlaufende Überwachung des Patienten – auch unter

genauer Kontrolle der Infusionsstelle – erforderlich, da bei paravenöser oder besonders lang

dauernder intravenöser Infusion lokale ischämische Nekrosen (Gewebstod aufgrund einer

Mangeldurchblutung) auftreten können.

Die Dauer der Anwendung bestimmt der behandelnde Arzt.

Wenn Arterenol in zu großer Menge angewendet wurde

Bei Überdosierung treten durch allgemeine Engstellung der Blutgefäße (Vasokonstriktion) folgende

Symptome auf:

Systemisch (den Gesamtorganismus betreffend):

Blutdruckanstieg; blasse bis blassgraue, kalte, schlecht durchblutete Haut; reflektorische Bradykardie

(langsame Herzschlagfolge) durch parasympathische Gegenregulation; Herzrhythmusstörungen, im

Extremfall bis zu Kammerflimmern; Kreislaufzentralisation, Atemnot, Schwindel, Ohnmacht,

Atemlähmung, Lungenödem.

Bei Nekrosen (Gewebsuntergang) des Herzmuskels: Zeichen einer Herzleistungsschwäche und unter

Umständen Rhythmusstörungen.

Bei Arterienentzündung im Darmbereich: Magen-Darm-Beschwerden.

Lokal:

Zunächst weiß verfärbte Hautbezirke entlang der Infusionsvene, später ausgedehnte und tief greifende

Hautnekrosen.

Richtlinien für die Behandlung von Vergiftungen oder Überdosierungen

Flachlagerung, unter kontinuierlicher Kontrolle der Kreislaufverhältnisse vorsichtige Infusion eines

gefäßerweiternd wirkenden Präparates oder vorsichtige Infusion von Nitroprussidnatrium oder

Glyceroltrinitrat.

Bei paravasaler Gewebeschädigung: Infusion unterbrechen bzw. durch eine in einer großen Vene

sicher platzierte Braunüle oder einen zentralvenösen Zugang weiterführen. Infiltration mit einem

gefäßerweiternd wirkenden Präparat in Hyaluronidase (Herstellerinformation beachten!).

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen. Die möglichen Nebenwirkungen von Arterenol leiten sich von der Hauptwirkung ab

und sind meist Ausdruck einer zu hohen Dosierung oder zu raschen intravenösen Zufuhr.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Erhöhung des Blutzuckers (Hyperglykämie), metabolische Azidose (Abfall des pH-Wertes im Blut).

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen, Unsicherheits- und Angstgefühl, Zittern, Ruhelosigkeit, Verwirrtheitszustände und

Psychosen.

Herzerkrankungen

Herzklopfen, Herzschmerzen (pektanginöse Beschwerden), myokardiale Ischämie,

Myokardschädigung, stressbedingte Herzmuskelerkrankung (Stress-Kardiomyopathie).

Infolge zu hoher Dosierung oder zu rascher intravenöser Zufuhr kann es zu starkem Blutdruckanstieg,

reflektorischer Bradykardie und Herzrhythmusstörungen, im Extremfall zu Kammerflimmern

kommen.

Gefäßerkrankungen

Periphere Mangeldurchblutung, die zu Gewebsuntergang an den Gliedmaßen führen kann. In vielen

Stromgebieten Engstellung der Blutgefäße (Vasokonstriktion), insbesondere im Bereich der Haut,

Schleimhäute und der Nieren; Kältegefühl in den Gliedmaßen; Blutdruckanstieg, unter Umständen

exzessiv mit Gefahr von Hirnblutungen.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Atemnot (Dyspnoe), Lungenödem bei zu starkem Blutdruckanstieg.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Vermehrter Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Blässe, Schwitzen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Verminderte oder fehlende Harnausscheidung (Oligurie bzw. Anurie), Blasenentleerungsstörungen

(Miktionsbeschwerden).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gewebsuntergang aufgrund einer Mangeldurchblutung (ischämische Nekrosen) im

Anwendungsgebiet (z. B. an der Haut), insbesondere bei para- oder perivasaler Gabe (neben bzw. in

die Umgebung eines Gefäßes).

Besonderer Hinweis

Aufgrund des Gehaltes an Natriummetabisulfit kann es, insbesondere bei Bronchialasthmatikern, sehr

selten zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, die sich als Erbrechen, Durchfall, keuchende

Atmung, akuter Asthmaanfall, Bewusstseinsstörungen oder Schock äußern können.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Arterenol aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Durchstechflasche nach

„Verwendbar bis“ bzw. „Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das

Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Durchstechflasche bei 2 °C–8 °C aufbewahren (im Kühlschrank).

Wird die Durchstechflasche innerhalb der Laufzeit aus dem Kühlschrank genommen und

anschließend bei Raumtemperatur (25 °C) gelagert, verkürzt sich die Restlaufzeit auf maximal

6 Monate, wobei das Verfalldatum der Packung nicht überschritten werden darf. Danach ist die

jeweilige Packung zu verwerfen. Daher ist das Datum der Entnahme aus dem Kühlschrank auf der

Faltschachtel und auf dem Etikett der Durchstechflasche einzutragen.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Norepinephrin wird durch Luftsauerstoff unter Lichteinwirkung und im alkalischen Bereich rasch

abgebaut. Arterenol ist daher mit Inertgas überlagert und nach der Erstentnahme nur begrenzt haltbar.

Der Zeitpunkt der Erstentnahme ist auf dem Etikett der Durchstechflasche zu vermerken.

Angebrochene Flaschen sollten im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von 5 Tagen aufgebraucht

werden.

Die Lösung muss klar und farblos sein. Eine auch nur geringe Farbtönung oder eine Trübung deutet

auf einen beginnenden Abbau des Wirkstoffmoleküls hin.

Aus Arterenol hergestellte Lösungen sind innerhalb von 24 Stunden zu verbrauchen.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Arterenol enthält

Der Wirkstoff ist Norepinephrin.

1 ml Injektionslösung enthält 1,22 mg Norepinephrinhydrochlorid, entsprechend 1 mg Norepinephrin

(L-Noradrenalin) in der Konzentration 0,1 % („1 : 1.000“) in isotonischer Lösung.

Die sonstigen Bestandteile sind:

4 mg Chlorobutanol-Hemihydrat pro ml als Konservierungsmittel, maximal 0,5 mg

Natriummetabisulfit (Ph. Eur.) (entspr. max. 0,34 mg SO

) pro ml als Antioxidans, Natriumchlorid,

Salzsäure 36 % (verdünnt zur pH-Einstellung), Wasser für Injektionszwecke.

Wie Arterenol aussieht und Inhalt der Packung

Die Injektionslösung ist eine klare, farblose Lösung.

Arterenol 25 ml ist erhältlich in Packungen mit einer Durchstechflasche zu 25 ml Injektionslösung.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

65926 Frankfurt am Main

Postanschrift:

Postfach 80 08 60

65908 Frankfurt am Main

Telefon: (01 80) 2 22 20 10

Telefax: (01 80) 2 22 20 11

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2017.

0,06 €/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min (Mobilfunk).

Arterenol

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Arterenol 1 ml

1 mg/ml Injektionslösung

Arterenol 25 ml

1 mg/ml Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Injektionslösung enthält 1,22 mg Norepinephrinhydrochlorid, entsprechend 1,0 mg

Norepinephrin (Noradrenalin, linksdrehend) in der Konzentration 0,1 % („1 : 1.000“) in isotonischer

Lösung.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Natriummetabisulfit und Natriumchlorid (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 4.8).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung.

Klare, farblose Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Septischer Schock, wenn durch alleinige Volumentherapie keine Kreislaufstabilisierung erreicht

werden kann.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Eine Stabilisierung des Blutdruckes erzielt man am besten durch intravenöse Infusion, z. B. mittels

Perfusor. Hierfür werden z. B. 5 ml Arterenol Injektionslösung (entsprechend 5 mg =

5000 Mikrogramm Norepinephrin) mit isotonischer Natriumchloridlösung oder 5%iger

Glucoselösung auf 50 ml Gesamtvolumen verdünnt. 1 ml dieser Lösung 1 : 10000 entspricht 0,1 mg =

100 Mikrogramm Norepinephrin. Am Perfusor wird, abhängig von der aktuellen Kreislaufsituation,

eine Laufgeschwindigkeit von 0,6 ml/Stunde (entsprechend 1 Mikrogramm/Minute) bis 12 ml/Stunde

(entsprechend 20 Mikrogramm/Minute) eingestellt. Die Dosierung richtet sich nach der aktuellen

hämodynamischen Situation des Patienten und beträgt im Allgemeinen 1–20 Mikrogramm/Minute bei

einem erwachsenen Patienten, entsprechend 0,014–0,28 Mikrogramm pro kg Körpergewicht und

Minute. Abhängig von der klinischen Situation können individuell auch höhere Dosen notwendig

sein.

Arterenol

Hinweis:

Volumenmangel und Azidose vermindern die Wirkung von Arterenol und sind so frühzeitig wie

möglich auszugleichen.

Art der Anwendung

Arterenol wird intravenös infundiert. Zur Vermeidung von ischämischen Nekrosen (Haut,

Extremitäten) sollte eine in einer ausreichend großen Vene sicher platzierte Braunüle oder ein

zentralvenöser Zugang zur Infusion verwendet werden.

Die Anwendungsdauer der intravenösen Infusion ist im Allgemeinen kurz, entsprechend der akuten

klinischen Situation, z. B. Schockbehandlung. Bei Bedarf kann die Anwendung von Arterenol über

mehrere Tage fortgesetzt werden. Dabei ist eine fortlaufende Überwachung des Patienten – auch unter

genauer Kontrolle der Infusionsstelle – erforderlich, da bei paravenöser oder besonders lang

dauernder intravenöser Infusion lokale ischämische Nekrosen auftreten können.

4.3

Gegenanzeigen

Arterenol darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Natriummetabisulfit oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile,

Hypertonie,

Hyperthyreose,

Phäochromozytom,

Engwinkelglaukom,

Prostataadenom mit Restharnbildung,

paroxysmaler Tachykardie,

hochfrequenter absoluter Arrhythmie,

schweren Nierenfunktionsstörungen,

Koronar- und Herzmuskelerkrankungen,

sklerotischen Gefäßveränderungen,

Cor pulmonale.

Arterenol darf nicht intraarteriell angewendet werden.

Bei Patienten mit Sulfit-Überempfindlichkeit (besonders häufig bei Asthmatikern anzutreffen) darf

Arterenol nicht angewendet werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Aufgrund des Gehaltes an Natriummetabisulfit kann es, insbesondere bei Bronchialasthmatikern, zu

Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, die sich als Erbrechen, Durchfall, keuchende Atmung,

akuter Asthmaanfall, Bewusstseinsstörungen oder Schock äußern können.

Bei nicht ausgeglichenem erniedrigtem Plasmavolumen kann es zu schwerwiegender viszeraler und

peripherer Vasokonstriktion mit der Gefahr einer Minderdurchblutung (z. B. verminderte

Nierendurchblutung) und Gewebeschädigung mit Laktatazidose kommen. Daher unbedingt vor Gabe

von Arterenol Flüssigkeitsausgleich durchführen!

Bei unausgeglichener diabetischer Stoffwechsellage sowie bei Hyperkalzämie und Hypokaliämie ist

Vorsicht geboten.

Bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern mit Links-rechts-Shunt, wie z. B. persistierendes Foramen

ovale, Vorhofseptumdefekt oder Ventrikelseptumdefekt, kann es aufgrund einer Erhöhung des

Lungengefäßwiderstands durch Arterenol zu einem Rechts-links-Shunt kommen (Shuntumkehr,

Eisenmenger-Reaktion).

Arterenol

Die Anwendung von Arterenol kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Zudem

kann es bei Anwendung von Arterenol als Dopingmittel zu einer Gefährdung der Gesundheit

kommen.

Arterenol enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro ml.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Während der Anästhesie mit Halothan, Enfluran, Isofluran oder anderen Inhalationsnarkotika ist bei

gleichzeitiger Anwendung von Arterenol wegen der Gefahr von Herzrhythmusstörungen Vorsicht

geboten. Ebenso ist bei einer Gabe von Präparaten, die das Herz für Arrhythmien sensibilisieren

können, wie z. B. Digitalispräparaten, und solchen, die zu einer Hypokaliämie führen können, wie

z. B. Diuretika, mit einer gesteigerten Bereitschaft zu Herzrhythmusstörungen zu rechnen.

Zu einer Wirkungsverstärkung von Norepinephrin bzw. einer Verstärkung der blutdruckerhöhenden

Wirkung kann es bei gleichzeitiger Gabe folgender Substanzen kommen: tri- und tetrazyklische

Antidepressiva, Parasympatholytika (z. B. Atropin), bestimmte Antihistaminika (z. B.

Diphenhydramin, Chlorphenamin), Guanethidin, Reserpin, Methyldopa, Levothyroxin,

Carbazochrom, Ornipressin, Alkohol, Hemmstoffe der Monoaminoxidase (MAO) und der Catechol-

O-Methyl-Transferase (COMT), Theophyllin und seine Derivate in hohen Dosen.

Die gleichzeitige Gabe von Lokalanästhetika kann zu gegenseitiger Wirkungsverstärkung führen.

Zu einer Wirkungsverminderung bzw. einer Abschwächung der blutdrucksteigernden Wirkung von

Norepinephrin kann die gleichzeitige Gabe von Betablockern oder Phenothiazinen führen. Bei

gleichzeitiger Anwendung von Alpharezeptorenblockern (z. B. Phenoxybenzamin) kann sich die

Norepinephrin-Wirkung sogar umkehren (= Blutdrucksenkung).

Die blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika wird durch Arterenol vermindert.

Natriummetabisulfit ist eine sehr reaktionsfähige Verbindung. Es muss deshalb damit gerechnet

werden, dass mit Arterenol zusammen verabreichtes Thiamin (Vitamin B

) abgebaut wird.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Norepinephrin ist plazentagängig. Nebenwirkungen beim Fetus sind wegen der begrenzten

Anwendungszeit und der kurzen Halbwertszeit nicht bekannt geworden. Unter Umständen kann es

jedoch zu einer verminderten Plazentadurchblutung kommen. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass

es auch zu Uteruskontraktionen und zur uterinen Vasokonstriktion kommen kann.

Daher darf Arterenol in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung, in

möglichst niedriger Dosierung und unter sorgfältiger Überwachung angewendet werden.

Stillzeit

Norepinephrin geht in die Muttermilch über. Da es oral nur wenig resorbiert und zudem schnell

abgebaut wird, ist ein Abstillen nicht erforderlich.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Nicht zutreffend.

Arterenol

4.8

Nebenwirkungen

Die möglichen Nebenwirkungen leiten sich von der Hauptwirkung ab und sind meist Ausdruck einer

zu hohen Dosierung oder zu raschen intravenösen Zufuhr. Da die Häufigkeit der Nebenwirkungen auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar ist, können hierzu keine Angaben gemacht

werden.

Systemorganklasse

Nebenwirkungen

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Hyperglykämie, metabolische Azidose.

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen, Unsicherheits- und Angstgefühl, Zittern,

Ruhelosigkeit, Verwirrtheitszustände und Psychosen.

Herzerkrankungen

Herzklopfen, pektanginöse Beschwerden, myokardiale

Ischämie, Myokardschädigung, Stress-Kardiomyopathie.

Infolge zu hoher Dosierung oder zu rascher intravenöser

Zufuhr kann es zu starkem Blutdruckanstieg, reflektorischer

Bradykardie und Herzrhythmusstörungen, im Extremfall zu

Kammerflimmern kommen.

Gefäßerkrankungen

Periphere Ischämie, die zu einer Gangrän der Extremitäten

führen kann.

In vielen Stromgebieten Vasokonstriktion, insbesondere im

Bereich der Haut, Schleimhäute und der Nieren;

Kältegefühl in den Extremitäten;

Blutdruckanstieg, unter Umständen exzessiv mit Gefahr von

zerebralen Blutungen.

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Dyspnoe, Lungenödem bei zu starkem Blutdruckanstieg.

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Hypersalivation, Übelkeit, Erbrechen.

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Blässe, Schwitzen.

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Oligurie, Anurie, Miktionsbeschwerden.

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Ischämische Nekrosen im Anwendungsgebiet (z. B. an der

Haut), insbesondere bei para- oder perivasaler Gabe.

Besonderer Hinweis

Aufgrund des Gehaltes an Natriummetabisulfit kann es, insbesondere bei Bronchialasthmatikern, sehr

selten zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, die sich als Erbrechen, Durchfall, keuchende

Atmung, akuter Asthmaanfall, Bewusstseinsstörungen oder Schock äußern können.

Formatiert: Abstand Nach: 0 Pt.

Arterenol

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Bei Vergiftungen durch Überdosierung treten durch allgemeine Vasokonstriktion folgende Symptome

auf:

Systemisch

Blutdruckanstieg; blasse bis blassgraue, kalte, schlecht durchblutete Haut; reflektorische Bradykardie

durch parasympathische Gegenregulation; Herzrhythmusstörungen, im Extremfall bis zu

Kammerflimmern; Kreislaufzentralisation, Atemnot, Schwindel, Ohnmacht, Atemlähmung,

Lungenödem.

Bei myokardialen Nekrosen: Insuffizienzzeichen und unter Umständen Rhythmusstörungen.

Bei Arteriitis im Darmbereich: gastrointestinale Symptome.

Lokal

Zunächst weiß verfärbte Hautbezirke entlang der Infusionsvene, später ausgedehnte und tief greifende

Hautnekrosen.

Therapie von Intoxikationen

Flachlagerung, unter kontinuierlicher Kontrolle der Kreislaufverhältnisse vorsichtige Infusion eines

vasodilatatorisch wirkenden Präparates oder vorsichtige Infusion von Nitroprussidnatrium oder

Glyceroltrinitrat.

Bei paravasaler Gewebeschädigung: Infusion unterbrechen bzw. durch eine in einer großen Vene

sicher platzierte Braunüle oder einen zentralvenösen Zugang weiterführen. Infiltration mit einem

vasodilatatorisch wirkenden Präparat in Hyaluronidase (Herstellerinformation beachten!).

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Herztherapie; adrenerge und dopaminerge Mittel

ATC-Code: C01CA03

Norepinephrin (Noradrenalin) ist das physiologische Hormon aus dem Sympathikus, dem

Zentralnervensystem und den chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks. Reines Norepinephrin ist

auch der Wirkstoff von Arterenol.

Arterenol

Die physiologischen Funktionen von Norepinephrin decken sich nur teilweise mit denen von

Epinephrin: Norepinephrin wirkt vergleichbar stark auf α- und β

-Rezeptoren, aber nur schwach auf

-Rezeptoren. Seine augenfälligste Eigenschaft ist die Auslösung einer Vasokonstriktion (α-

mimetische Wirkung), und zwar im Gegensatz zu Epinephrin auch an den Gefäßen der

Skelettmuskulatur. Daraus ergeben sich ein Anstieg des peripheren Widerstandes und eine

ausgeprägte Blutdrucksteigerung.

Die Wirkung von Norepinephrin auf die kardialen β

-Rezeptoren ist zwar mit der von Epinephrin

vergleichbar, sie wird jedoch meistens durch den Einfluss des Blutdruckanstiegs überspielt, der über

Barorezeptoren eine parasympathikotone Bradykardie auslöst. Trotzdem muss auch unter

Norepinephrin mit Tachykardie und Arrhythmie gerechnet werden.

Infolge des Blutdruckanstiegs unter Norepinephrin nimmt in Gebieten mit Autoregulation wie

Zentralnervensystem und Koronarien die Durchblutung häufig zu; die Nierenperfusion wird dagegen

vermindert.

Die Wirkung von Norepinephrin auf die β

-Rezeptoren, zum Beispiel in der Bronchialmuskulatur, ist

gering. Der Einfluss von Norepinephrin auf den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel zeigt sich

ebenfalls im Gegensatz zu Epinephrin erst im höheren pharmakologischen Dosisbereich.

Durch dosierte Kombination von Norepinephrin mit α-Rezeptorenblockern oder Vasodilatatoren kann

sein blutdrucksteigernder Effekt abgeschwächt und das Verhältnis zwischen α-mimetischer

Vasokonstriktion und β

-mimetischer kardialer Stimulation variiert werden.

Therapeutisch sind folgende Wirkungen von Norepinephrin von Bedeutung:

Beim septischen Schock spielt vor allem bei Verlust des Gefäßtonus die Blutdrucksteigerung eine

wesentliche Rolle. Bei bestehender Hypotonie kommt auch der β

-agonistische (positiv inotrope und

positiv chronotrope) kardiale Effekt von Norepinephrin zum Tragen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Serumhalbwertszeit von Norepinephrin beträgt ca. 2 Minuten. Die Wirkung hält nach

intravenöser Injektion ebenfalls nur wenige Minuten an. Zur Stabilisierung des Blutdrucks wird

Norepinephrin daher als i. v. Infusion appliziert.

Die Metabolisierung von Norepinephrin führt wie bei Epinephrin über Methylierung der phenolischen

3-Hydroxygruppe und oxidative Abspaltung der Aminogruppe zu 3-Methoxy-4-hydroxy-mandelsäure

(Vanillinmandelsäure), die mit dem Urin ausgeschieden wird.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Wegen der kurzen Serumhalbwertszeit von Norepinephrin (ca. 2 Minuten) ist die Ausprägung

toxischer Effekte abhängig von der Applikationsgeschwindigkeit. Die Daten der wenigen publizierten

Untersuchungen streuen erheblich, z. B. wurden berichtet:

: Maus i. v. 20,5 mg/kg, Kaninchen i. v. 0,75 mg/kg, Ratte i. v. 0,1 mg/kg.

Im Tierversuch wird dem Norepinephrin eine geringere Toxizität zugeschrieben als dem Epinephrin,

klinisch bestehen jedoch hinsichtlich kardialer Risiken die gleichen Anwendungsbeschränkungen.

Arterenol

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Arterenol 1 ml:

Maximal 0,5 mg Natriummetabisulfit (Ph. Eur.) (entspr. max. 0,34 mg SO

) pro ml als Antioxidans,

Natriumchlorid, Salzsäure 10 % (verdünnt zur pH-Einstellung), Wasser für Injektionszwecke.

Arterenol 25 ml:

4 mg Chlorobutanol-Hemihydrat pro ml als Konservierungsmittel, maximal 0,5 mg

Natriummetabisulfit (Ph. Eur.) (entspr. max. 0,34 mg SO

) pro ml als Antioxidans, Natriumchlorid,

Salzsäure 36 % (verdünnt zur pH-Einstellung), Wasser für Injektionszwecke.

6.2

Inkompatibilitäten

Arterenol ist sehr empfindlich gegen Sauerstoff und Metallionen, besonders bei pH-Werten über 5.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Arterenol 1 ml und Arterenol 25 ml sind 30 Monate haltbar.

Werden die Ampullen bzw. die Durchstechflasche innerhalb der Laufzeit aus dem Kühlschrank

genommen und anschließend bei Raumtemperatur (25 °C) gelagert, verkürzt sich die Restlaufzeit auf

maximal 6 Monate, wobei das Verfalldatum der Packung nicht überschritten werden darf. Danach ist

die jeweilige Packung zu verwerfen. Daher ist das Datum der Entnahme aus dem Kühlschrank auf der

Faltschachtel und auf dem Etikett der Durchstechflasche einzutragen.

Norepinephrin wird durch Luftsauerstoff abgebaut. Die Autoxidation wird beschleunigt durch Licht,

Schwermetallspuren und alkalisch reagierende Lösungen. Zum Schutz vor Autoxidation ist Arterenol

daher mit Inertgas überlagert und enthält Sulfit als Antioxidans. Angebrochene Durchstechflaschen

bzw. zubereitete Lösungen aus Arterenol sind nur begrenzt haltbar.

Der Zeitpunkt der Erstentnahme ist auf dem Etikett der Durchstechflasche zu vermerken.

Angebrochene Flaschen sollten im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von 5 Tagen aufgebraucht

werden.

Aus Arterenol hergestellte Lösungen sind innerhalb von 24 Stunden zu verbrauchen.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Arterenol 1 ml:

Ampullen bei 2 °C–8 °C lagern (im Kühlschrank). Vor Licht schützen.

Arterenol 25 ml:

Durchstechflaschen bei 2 °C–8 °C lagern (im Kühlschrank).

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Arterenol 1 ml

5 Ampullen zu je 1 ml Injektionslösung

6 Ampullen zu je 1 ml Injektionslösung

Klinikpackung:

25 Ampullen zu je 1 ml Injektionslösung

Arterenol

Arterenol 25 ml

1 Durchstechflasche zu 25 ml Injektionslösung

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

Zur Herstellung und Aufbewahrung von Rezepturen mit Arterenol ist nur Neutralglas bzw.

hydrolysebeständiges Glas (Glasart I oder II Ph. Eur.) zu verwenden. Spritzen und Kanülen müssen

sauber, insbesondere frei von alkalisch reagierenden Rückständen sein. Bei jeder Entnahme aus der

Durchstechflasche sind für das Aufziehen der Lösung daher stets frische, sterile Spritzen und Kanülen

zu verwenden. Die Lösung muss klar und farblos sein. Eine auch nur geringe Farbtönung oder eine

Trübung deutet auf einen beginnenden Abbau des Wirkstoffmoleküls hin.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

65926 Frankfurt am Main

Postanschrift:

Postfach 80 08 60

65908 Frankfurt am Main

Telefon: (01 80) 2 22 20 10

Telefax: (01 80) 2 22 20 11*

E-Mail: medinfo.de@sanofi.com

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Arterenol 1 ml:

6444642.00.00

Arterenol 25 ml:

6445916.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

15.09.2003

10.

STAND DER INFORMATION

März 2017

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

0,06 €/Anruf (dt. Festnetz); max. 0,42 €/min (Mobilfunk).

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