Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

28-04-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

28-04-2019

Wirkstoff:
ARIPIPRAZOL
Verfügbar ab:
G.L. Pharma GmbH
ATC-Code:
N05AX12
INN (Internationale Bezeichnung):
ARIPIPRAZOLE
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
136834
Berechtigungsdatum:
2016-04-05

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten

Wirkstoff: Aripiprazol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter.

kann

anderen

Menschen

schaden,

auch

wenn

diese

gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Aripiprazol Gerot und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Aripiprazol Gerot beachten?

Wie ist Aripiprazol Gerot einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Aripiprazol Gerot aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Aripiprazol Gerot und wofür wird es angewendet?

Aripiprazol

Gerot

enthält

Wirkstoff

Aripiprazol

gehört

einer

Gruppe

Arzneimitteln, die Antipsychotika genannt werden. Es wird angewendet zur Behandlung von

Erwachsenen

Jugendlichen

Jahren,

einer

Erkrankung

leiden,

gekennzeichnet ist durch Beschwerden wie das Hören, Sehen oder Fühlen von Dingen, die

nicht

vorhanden

sind,

Misstrauen,

Wahnvorstellungen,

unzusammenhängende

Sprache,

wirres Verhalten und verflachte Stimmungslage. Menschen mit dieser Krankheit können

auch niedergeschlagen sein, sich schuldig fühlen, ängstlich oder angespannt sein.

Aripiprazol Gerot wird angewendet bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 13 Jahren zur

Behandlung einer Erkrankung mit Beschwerden wie übersteigertem Hochgefühl, dem Gefühl

übermäßige Energie zu haben, viel weniger Schlaf zu brauchen als gewöhnlich, sehr

schnellem Sprechen mit schnell wechselnden Ideen und manchmal starker Reizbarkeit. Bei

Erwachsenen verhindert es auch, dass dieser Zustand bei Patienten wieder auftritt, die auf

die Behandlung mit Aripiprazol Gerot angesprochen haben.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Aripiprazol Gerot beachten?

Aripiprazol Gerot darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Aripiprazol oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Aripiprazol Gerot einnehmen, wenn Sie an

Folgendem leiden:

hoher Blutzuckerspiegel (gekennzeichnet durch Beschwerden wie übermäßiger Durst,

Ausscheiden großer Harnmengen, Appetitsteigerung und Schwächegefühl) oder Fälle

von Diabetes (Zuckerkrankheit) in der Familie

Anfallsleiden

unwillkürliche, unregelmäßige Muskelbewegungen, insbesondere im Gesicht

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

oder

Fälle

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Familie,

Schlaganfall

oder

vorübergehende

Mangeldurchblutung

Gehirns

(transitorische ischämische Attacke/TIA), ungewöhnlicher Blutdruck

Blutgerinnsel oder Fälle von Blutgerinnseln in der Familie, da Antipsychotika mit der

Bildung von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht werden

bereits aus der Vergangenheit bekannte Spielsucht

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an Gewicht zunehmen, wenn Sie ungewöhnliche

Bewegungen entwickeln, wenn Sie eine Schläfrigkeit verspüren, die sich auf die normalen

täglichen

Aktivitäten

auswirkt,

oder

wenn

Schluckbeschwerden

oder

allergische

Beschwerden bemerken.

Wenn Sie als älterer Patient an Demenz (Verlust des Gedächtnisses oder anderer geistiger

Fähigkeiten) leiden, teilen Sie oder ein Pfleger/ein Verwandter Ihrem Arzt mit, falls Sie jemals

einen Schlaganfall oder eine vorübergehende Mangeldurchblutung des Gehirns hatten.

Informieren Sie unverzüglich einen Arzt, wenn Sie daran denken oder sich danach fühlen,

sich etwas anzutun. Gedanken sich das Leben zu nehmen und entsprechendes Verhalten

wurden während der Behandlung mit Aripiprazol berichtet.

Informieren Sie umgehend einen Arzt, wenn Sie an Muskelsteifigkeit oder Unbeweglichkeit

verbunden mit hohem Fieber, Schwitzen, verändertem Geisteszustand oder sehr schnellem

oder unregelmäßigem Herzschlag leiden.

Kinder und Jugendliche

Wenden Sie dieses Arzneimittel nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 13 Jahren an. Es

ist nicht bekannt, ob es bei diesen Patienten sicher und wirksam ist.

Einnahme von Aripiprazol Gerot zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren

Ihren

Arzt

oder

Apotheker,

wenn

andere

Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Blutdruck-senkende

Arzneimittel:

Aripiprazol

Gerot

kann

Wirkung

Arzneimitteln

verstärken, die den Blutdruck senken. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Arzneimittel zur

Blutdruckkontrolle einnehmen.

Bei der Einnahme von Aripiprazol Gerot zusammen mit anderen Arzneimitteln kann es

erforderlich sein, Ihre Dosis von Aripiprazol Gerot zu ändern. Es ist besonders wichtig, Ihrem

Arzt mitzuteilen, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen:

Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen

Antidepressiva oder pflanzliche Arzneimittel, die zur Behandlung von Depressionen

und Angstzuständen angewendet werden

Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen

bestimmte Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion

Antikonvulsiva, die zur Behandlung von Epilepsie angewendet werden

Arzneimittel, die den Serotoninspiegel erhöhen: Triptane, Tramadol, Tryptophan, SSRI (wie

z.B.

Paroxetin

Fluoxetin),

Trizyklika

(wie

z.B.

Clomipramin,

Amitriptylin),

Pethidin,

Johanniskraut und Venlafaxin. Diese Arzneimittel erhöhen das Nebenwirkungsrisiko. Wenn

Einnahme

eines

dieser

Arzneimittel

zusammen

Aripiprazol

Gerot

ungewöhnliche Beschwerden bekommen, suchen Sie Ihren Arzt auf.

!

Einnahme von Aripiprazol Gerot zusammen mit Nahrungsmitteln und Alkohol

Aripiprazol Gerot kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Meiden Sie Alkohol, wenn Sie Aripiprazol Gerot einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt um Rat.

Schwangerschaft

Bei Neugeborenen, deren Mütter Aripiprazol im letzten Trimenon (letzte drei Monate der

Schwangerschaft) eingenommen haben, können folgende Beschwerden auftreten: Zittern,

Muskelsteifheit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und

Schwierigkeiten beim Stillen. Wenn Ihr Baby eines dieser Anzeichen entwickelt, kontaktieren

Sie Ihren Arzt.

Stillzeit

Informieren Sie Ihren Arzt umgehend, wenn Sie stillen.

Wenn Sie Aripiprazol Gerot einnehmen, dürfen Sie nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Sie dürfen kein Fahrzeug lenken und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen, bis Sie

wissen, wie Aripiprazol Gerot bei Ihnen wirkt.

Aripiprazol Gerot enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Aripiprazol Gerot erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie an einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3. Wie ist Aripiprazol Gerot einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis für Erwachsene beträgt 15 mg einmal täglich. Ihr Arzt kann Ihnen

jedoch eine niedrigere oder höhere Dosis bis zu maximal 30 mg einmal täglich verschreiben.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Es kann mit Aripiprazol in einer niedrigen Dosierung begonnen werden. Die Dosis kann

allmählich

die

empfohlene

Dosis

für

Jugendliche

von

10

mg

einmal

täglich

gesteigert werden. Ihr Arzt kann jedoch eine niedrigere oder höhere Dosis bis zu maximal 30

mg einmal täglich verschreiben.

niedrige

Dosierungen

erreichen,

sind

möglicherweise

andere

Aripiprazol-hältige

Arzneispezialitäten anzuwenden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Aripiprazol Gerot zu stark oder zu schwach ist.

Versuchen Sie, Aripiprazol Gerot jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen. Es ist nicht

wichtig, ob Sie die Tabletten mit dem Essen oder auf nüchternen Magen einnehmen.

Nehmen Sie sie immer mit Wasser ein und schlucken Sie sie im Ganzen.

Auch wenn Sie sich besser fühlen, dürfen Sie die tägliche Dosis von Aripiprazol Gerot

nicht verändern oder absetzen, ohne Ihren Arzt vorher zu fragen.

Wenn Sie eine größere Menge von Aripiprazol Gerot eingenommen haben als Sie

sollten

Wenn Sie feststellen, dass Sie mehr Aripiprazol Gerot-Tabletten eingenommen haben als

von Ihrem Arzt empfohlen (oder wenn eine andere Person einige Ihrer Aripiprazol Gerot-

Tabletten eingenommen hat), kontaktieren Sie umgehend einen Arzt. Wenn Sie keinen Arzt

erreichen können, suchen Sie das nächste Krankenhaus auf und nehmen Sie die Packung

mit.

Wenn Sie die Einnahme von Aripiprazol Gerot vergessen haben

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie

daran denken. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme

vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Aripiprazol Gerot abbrechen

Beenden Sie Ihre Behandlung nicht, nur weil Sie sich besser fühlen. Es ist wichtig, dass Sie

Aripiprazol Gerot so lange weiter einnehmen, wie Ihr Arzt es Ihnen gesagt hat.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Schlaflosigkeit

Angstgefühl

Gefühl der Unruhe und nicht still halten zu können, Schwierigkeiten ruhig zu sitzen

unkontrollierbare

zuckende

Bewegungen,

zuckende

oder

windende

Bewegungen,

unruhige Beine

Zittern

Kopfschmerzen

Müdigkeit

Schläfrigkeit

Benommenheit

Schwindelgefühl

verschwommenes Sehen

Verstopfung

Verdauungsstörungen

Übelkeit

mehr Speichel im Mund als üblich

Erbrechen

Ermüdung

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

erhöhter Spiegel des Hormons Prolaktin im Blut

Depression

verändertes oder verstärktes sexuelle Interesse

nicht

kontrollierbare

Bewegungen

Mund,

Zunge

Gliedmaßen

(tardive

Dyskinesie)

eine Muskelerkrankung, die windende Bewegungen hervorruft (Dystonie)

Doppeltsehen

schneller Herzschlag

Absinken des Blutdrucks beim Aufstehen, was zu Schwindelgefühl, Benommenheit

oder Ohnmacht führen kann

Schluckauf

folgenden

Nebenwirkungen

wurden

seit

Markteinführung

Aripiprazol

Einnehmen

berichtet,

aber

Häufigkeit,

diese

auftreten,

nicht

bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen

verringerte Anzahl an Blutplättchen

allergische Reaktion (z.B. Schwellungen von Mund, Rachen, Zunge und Gesicht,

Juckreiz, Hautausschlag)

Beginn

oder

Verschlechterung

Diabetes

(Zuckerkrankheit),

Ketoazidose

(Ausscheidung von Ketonen ins Blut und in den Urin) oder Koma

hoher Blutzucker

niedriger Natriumspiegel im Blut

Appetitlosigkeit (Anorexie)

Gewichtsverlust

Gewichtszunahme

Selbsttötungsgedanken, Selbsttötungsversuch und Selbsttötung

Spielsucht

Aggressivität

gesteigerte Unruhe

Nervosität

Kombination

Fieber,

Muskelsteifheit,

beschleunigtem

Atmen,

Schwitzen,

verringertem Bewusstseinszustand und plötzlicher Veränderung des Blutdrucks und

des Herzschlags, Ohnmacht (malignes neuroleptisches Syndrom)

Krampfanfall

Serotonin-Syndrom (eine Reaktion, die Glücksgefühle, Schläfrigkeit, Schwerfälligkeit,

Ruhelosigkeit, Trunkenheitsgefühl, Fieber, Schwitzen oder steife Muskeln verursachen

kann)

Sprechstörung

plötzlicher unerklärbarer Tod

lebensbedrohlich unregelmäßiger Herzschlag

Herzanfall

verlangsamter Herzschlag

Blutgerinnsel

Venen,

insbesondere

Beinen

(die

Anzeichen

dafür

beinhalten Schwellungen, Schmerzen und Rötung im Bein), die durch die Blutgefäße

Lungen

gelangen

dort

Brustschmerzen

Atembeschwerden

verursachen können (wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, holen Sie sofort

medizinischen Rat ein)

hoher Blutdruck

Ohnmacht

versehentliches Inhalieren von Nahrung mit der Gefahr einer Lungenentzündung

Verkrampfung der Stimmritze

Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Schluckbeschwerden

Durchfall

Bauchbeschwerden

Magenbeschwerden

Leberversagen

Leberentzündung

Gelbfärbung der Haut und des Augapfels

abnorme Leberwerte

Hautausschlag

Lichtempfindlichkeit

Haarausfall

übermäßiges Schwitzen

ungewöhnliches

Muskelversagen,

Nierenproblemen

führen

kann

(Rhabdomyolyse)

Muskelschmerzen

Steifheit

ungewollter Harnabgang (Inkontinenz)

Schwierigkeiten beim Wasserlassen

Entzugserscheinungen bei Neugeborenen (bei Anwendung in der Schwangerschaft)

länger andauernde und/oder schmerzhafte Erektion

Schwierigkeiten, die Körperkerntemperatur unter Kontrolle zu halten, oder Überhitzung

Brustschmerzen

Anschwellen der Hände, Fußknöchel oder Füße

Bluttests:

schwankende

Blutzuckerwerte,

erhöhte

Werte

für

glykolisiertes

Hämoglobin

Bei älteren Patienten mit Demenz wurden während der Einnahme von Aripiprazol mehr

Todesfälle

berichtet.

Außerdem

wurden

Fälle

Schlaganfall

oder

vorübergehender

Mangeldurchblutung des Gehirns berichtet.

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Die Nebenwirkungen bei Jugendlichen ab 13 Jahren waren in Häufigkeit und Art ähnlich

denen

Erwachsenen,

Unterschied,

dass

Schläfrigkeit,

unkontrollierbare

zuckende Bewegungen, Unruhe und Müdigkeit sehr häufig auftraten (kann mehr als 1 von 10

Behandelten

betreffen)

Oberbauchschmerzen,

Trockenheitsgefühl

Mund,

beschleunigter

Herzschlag,

Gewichtszunahme,

gesteigerter

Appetit,

Muskelzucken,

unkontrollierte

Bewegungen

Gliedmaßen

Schwindelgefühl,

besonders

beim

Aufrichten aus dem Liegen oder Sitzen, häufig auftraten (kann bis zu 1 von 10 Behandelten

betreffen).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem (Details siehe

unten) anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass

mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

5. Wie ist Aripiprazol Gerot aufzubewahren?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Blisterpackung

Umkarton

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen

Arzneimittel

nicht

Abwasser

oder

Haushaltsabfall.

Fragen

Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Aripiprazol Gerot enthält

Der Wirkstoff ist: Aripiprazol. 1 Tablette enthält 10 mg Aripiprazol.

sonstigen

Bestandteile

sind:

Natriumstärkeglycolat,

mikrokristalline

Cellulose,

Lactose-Monohydrat, Hydroxypropylcellulose, Eisenoxid rot (E 172), Magnesiumstearat.

Wie Aripiprazol Gerot aussieht und Inhalt der Packung

Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten sind rosafarben, länglich und beidseitig nach außen

gewölbt, mit den Prägungen „ARZ“ und „10“ auf einer Seite.

Aripiprazol Gerot ist in Blisterpackungen mit 7, 10, 14, 20, 28, 30, 50, 56, 60, 72, 90, 98 und

100 Tabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach

Hersteller

G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach

Synthon Hispania SL, 08830 Barcelona, Spanien

Synthon s.r.o., 678 01 Blansko, Tschechische Republik

Z.Nr.: 136834

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2016.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Aripiprazol Gerot 5 mg-Tabletten

Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten

Aripiprazol Gerot 15 mg-Tabletten

Aripiprazol Gerot 20 mg-Tabletten

Aripiprazol Gerot 30 mg-Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Aripiprazol Gerot 5 mg-Tabletten

1 Tablette enthält 5 mg Aripiprazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 33,25 mg Lactose-Monohydrat

Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten

1 Tablette enthält 10 mg Aripiprazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 66,50 mg Lactose-Monohydrat

Aripiprazol Gerot 15 mg-Tabletten

1 Tablette enthält 15 mg Aripiprazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 99,75 mg Lactose-Monohydrat

Aripiprazol Gerot 20 mg-Tabletten

1 Tablette enthält 20 mg Aripiprazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 133,00 mg Lactose-Monohydrat

Aripiprazol Gerot 30 mg-Tabletten

1 Tablette enthält 30 mg Aripiprazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 199,50 mg Lactose-Monohydrat

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette

Aripiprazol Gerot 5 mg-Tabletten

Weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit den Prägungen „ARZ“ auf der einen und „5“ auf der

anderen Seite.

Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten

Rosafarbene, längliche, bikonvexe Tabletten mit den Prägungen „ARZ“ und „10“ auf einer

Seite.

Aripiprazol Gerot 15 mg-Tabletten

Gelbe, runde, bikonvexe Tabletten mit den Prägungen „ARZ“ und „15“ auf einer Seite.

Aripiprazol Gerot 20 mg-Tabletten

Weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit den Prägungen „ARZ“ und „20“ auf einer Seite.

Aripiprazol Gerot 30 mg-Tabletten

Rosafarbene, runde, bikonvexe Tabletten mit den Prägungen „ARZ“ und „30“ auf einer Seite.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Aripiprazol Gerot wird angewendet für die Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen

und bei Jugendlichen ab 15 Jahren.

Aripiprazol

Gerot

wird

angewendet

für

Behandlung

mäßigen

schweren

manischen Episoden der Bipolar-I-Störung und für die Prävention einer neuen manischen

Episode bei Erwachsenen, die überwiegend manische Episoden hatten und deren manische

Episoden auf die Behandlung mit Aripiprazol ansprachen (siehe Abschnitt 5.1).

Aripiprazol Gerot wird angewendet für eine bis zu 12 Wochen dauernde Behandlung von

mäßigen bis schweren manischen Episoden der Bipolar-I-Störung bei Jugendlichen ab 13

Jahren (siehe Abschnitt 5.1).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene

Schizophrenie: Die empfohlene Anfangsdosis für Aripiprazol Gerot beträgt 10 oder 15

mg/Tag bei einer Erhaltungsdosis von 15 mg/Tag einmal täglich, unabhängig von den

Mahlzeiten.

Aripiprazol Gerot ist wirksam in einem Dosisbereich zwischen 10 und 30 mg/Tag. Eine

gesteigerte Wirksamkeit bei Dosierungen über einer Tagesdosis von 15 mg wurde nicht

nachgewiesen, obwohl einzelne Patienten von einer höheren Dosis profitieren können. Die

maximale Tagesdosis soll 30 mg nicht überschreiten.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung: Die empfohlene Anfangsdosis für Aripiprazol

Gerot beträgt 15 mg einmal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten, als Monotherapie oder

Kombinationstherapie (siehe Abschnitt 5.1). Einige Patienten können von einer höheren

Dosis profitieren. Die maximale Tagesdosis soll 30 mg nicht überschreiten.

Prävention

des

Wiederauftretens

manischer

Episoden

bei

der

Bipolar-I-Störung:

Prävention des Wiederauftretens manischer Episoden bei Patienten, die bereits Aripiprazol

als Mono- oder Kombinationstherapie erhalten haben, wird die Therapie mit der gleichen

Dosis fortgesetzt. Eine Anpassung der Tagesdosis, einschließlich einer Dosisreduzierung, ist

auf Basis des klinischen Status in Betracht zu ziehen.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Schizophrenie bei Jugendlichen ab 15 Jahre: Die empfohlene Dosierung von Aripiprazol

Gerot beträgt 10 mg/Tag, einzunehmen einmal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten. Die

Behandlung wird für zwei Tage mit 2 mg eingeleitet und für 2 weitere Tage auf 5 mg titriert,

um dann die empfohlene tägliche Dosis von 10 mg zu erreichen. Gegebenenfalls erfolgen

weitere Dosiserhöhungen in 5-mg-Schritten, ohne dass die Maximaldosis von 30 mg pro Tag

überschritten wird (siehe Abschnitt 5.1).

Dosierungen

unter

mg/Tag

erreichen,

sind

andere

Aripiprazol-hältige

Arzneispezialitäten anzuwenden.

Aripiprazol

Gerot

wirkt

einem

Dosisbereich

mg/Tag.

Eine

erhöhte

Wirksamkeit bei höheren Dosen als 10 mg pro Tag wurde nicht nachgewiesen, obwohl

einzelne Patienten von einer höheren Dosis profitieren können.

Die Anwendung von Aripiprazol Gerot wird bei Patienten mit Schizophrenie unter 15 Jahren

aufgrund unzureichender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht empfohlen (siehe

Abschnitte 4.8 und 5.1).

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung bei Jugendlichen ab 13 Jahre: Die empfohlene

Dosierung

Aripiprazol

Gerot

beträgt

mg/Tag,

einzunehmen

einmal

täglich,

unabhängig von den Mahlzeiten. Die Behandlung wird an den ersten beiden Tagen mit 2

mg/Tag begonnen, dann für 2 weitere Tage auf 5 mg/Tag gesteigert, um schließlich die

empfohlene tägliche Dosis von 10 mg zu erreichen.

Dosierungen

unter

mg/Tag

erreichen,

sind

andere

Aripiprazol-hältige

Arzneispezialitäten anzuwenden.

Die Behandlung soll nur so lange durchgeführt werden, bis die Symptome unter Kontrolle

sind. Sie darf nicht länger als 12 Wochen dauern. Für Dosierungen über 10 mg/Tag wurde

keine erhöhte Wirksamkeit nachgewiesen und bei einer Tagesdosis von 30 mg besteht ein

wesentlich höheres Risiko für signifikante Nebenwirkungen wie extrapyramidale Störungen,

Somnolenz, Fatigue und Gewichtszunahme. Dosen über 10 mg/Tag sind deshalb nur in

Ausnahmefällen und unter engmaschiger Überwachung anzuwenden (siehe Abschnitte 4.4,

4.8 und 5.1).

Jüngere

Patienten

haben

Behandlung

Aripiprazol

erhöhtes

Nebenwirkungsrisiko. Daher wird eine Behandlung mit Aripiprazol Gerot bei Kindern unter 13

Jahren nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).

Reizbarkeit im Zusammenhang mit autistischer Störung: Die Sicherheit und Wirksamkeit von

Aripiprazol Gerot bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher noch nicht

erwiesen.

Zurzeit

vorliegende

Daten

werden

Abschnitt

beschrieben,

eine

Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

Mit dem Tourette-Syndrom assoziierte Tics: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Aripiprazol

Gerot bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen.

Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitt 5.1 beschrieben, eine Dosierungsempfehlung

kann jedoch nicht gegeben werden.

Leberinsuffizienz

Patienten

leichter

mäßiger

Leberinsuffizienz

keine

Dosisanpassung

erforderlich. Die vorhandenen Daten reichen nicht aus, um bei Patienten mit schwerer

Leberinsuffizienz

Dosierungsempfehlungen

festzulegen.

diesen

Patienten

Dosierung vorsichtig einzustellen. Die Maximaldosis von 30 mg ist jedoch bei Patienten mit

schwerer Leberinsuffizienz mit Vorsicht anzuwenden (siehe Abschnitt 5.2).

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Ältere Patienten

Die Wirksamkeit von Aripiprazol Gerot bei der Behandlung von Schizophrenie und Bipolar-I-

Störung bei Patienten ab 65 Jahre ist nicht erwiesen. Aufgrund der größeren Empfindlichkeit

dieser Patientengruppe ist eine niedrigere Initialdosis in Betracht zu ziehen, wenn klinische

Faktoren dies rechtfertigen (siehe Abschnitt 4.4).

Geschlecht

Bei Frauen ist keine Dosisanpassung im Vergleich zu Männern erforderlich (siehe Abschnitt

5.2).

Raucher

Aufgrund der Verstoffwechselung von Aripiprazol ist keine Dosisanpassung für Raucher

erforderlich (siehe Abschnitt 4.5).

Dosierungsanpassung aufgrund von Interaktionen

Wenn hochwirksame CYP3A4- oder CYP2D6-Inhibitoren mit Aripiprazol zusammen gegeben

werden, ist die Aripiprazol-Dosis zu reduzieren. Wenn der CYP3A4- oder CYP2D6-Inhibitor

aus der Kombinationstherapie abgesetzt wird, ist eine Steigerung der Aripiprazol-Dosis in

Betracht zu ziehen (siehe Abschnitt 4.5).

Wenn hochwirksame CYP3A4-Induktoren mit Aripiprazol zusammen gegeben werden, ist

eine Steigerung der Aripiprazol-Dosis in Betracht zu ziehen. Wenn der CYP3A4-Induktor aus

der Kombinationstherapie abgesetzt wird, ist die Aripiprazol-Dosis auf die empfohlene Dosis

zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.5).

Art der Anwendung

Aripiprazol Gerot-Tabletten sind zum Einnehmen bestimmt.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit

gegen

Wirkstoff

oder

einen

Abschnitt

genannten

sonstigen Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Während der Behandlung mit einem Antipsychotikum kann es mehrere Tage bis einige

Wochen dauern, bis sich der klinische Zustand des Patienten bessert. Die Patienten sind in

dieser Zeit durchgängig engmaschig zu überwachen.

Suizidalität

Auftreten

suizidalem

Verhalten

gehört

psychotischen

Erkrankungen

affektiven Störungen und wurde in einigen Fällen nach Beginn oder nach Wechsel einer

antipsychotischen Therapie berichtet, auch unter Behandlung mit Aripiprazol (siehe Abschnitt

4.8). Eine enge Überwachung ist bei einer antipsychotischen Therapie bei

Patienten mit

hohem Risiko erforderlich.

Ergebnisse

einer

epidemiologischen

Studie

ließen

darauf

schließen,

dass

erwachsenen

Patienten

Schizophrenie

oder

bipolarer

Störung

kein

erhöhtes

Suizidalitätsrisiko

Aripiprazol

Vergleich

anderen

Antipsychotika

gab.

Wegen

unzureichender

Datenlage

kann

dieses

Risiko

Kindern

Jugendlichen

(unter

18 Jahren) nicht eingeschätzt werden, aber es gibt Hinweise, dass das Suizidrisiko über die

ersten 4 Wochen einer Behandlung mit atypischen Antipsychotika, einschließlich Aripiprazol,

hinaus fortbesteht.

Kardiovaskuläre Erkrankungen

Aripiprazol ist bei Patienten mit bekannten kardiovaskulären Erkrankungen (Myokardinfarkt

oder

ischämische

Herzerkrankung,

Herzinsuffizienz,

Überleitungsstörungen),

zerebrovaskulären Erkrankungen, prädisponierenden Faktoren für Hypotonie (Dehydratation,

Hypovolämie,

Behandlung

blutdrucksenkenden

Arzneimitteln)

oder

Hypertonie

(einschließlich akzelerierte und maligne Form) mit Vorsicht anzuwenden.

Fälle von venöser Thromboembolie (VTE) sind mit Antipsychotika berichtet worden. Da mit

Antipsychotika behandelte Patienten oft mit bereits bestehenden Risikofaktoren für VTE

vorstellig werden, sind vor und während der Behandlung mit Aripiprazol alle möglichen

Risikofaktoren für VTE zu identifizieren und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

QT-Verlängerung

In klinischen Studien mit Aripiprazol war die Inzidenz einer QT-Verlängerung vergleichbar zu

Placebo. Wie bei anderen Antipsychotika ist Aripiprazol bei Patienten, bei denen in der

Familienanamnese eine QT-Verlängerung auftrat, mit Vorsicht anzuwenden (siehe Abschnitt

4.8).

Spätdyskinesien

In klinischen Studien, die ein Jahr oder weniger dauerten, gab es gelegentliche Berichte über

Dyskinesien, die während der Behandlung mit Aripiprazol auftraten. Wenn bei einem mit

Aripiprazol behandelten Patienten Anzeichen und Symptome einer Spätdyskinesie auftreten,

eine

Dosisreduktion

oder

Behandlungsabbruch

Erwägung

ziehen

(siehe

Abschnitt 4.8). Nach Abbruch der Behandlung können sich diese Symptome kurzzeitig

verschlechtern oder sogar erst auftreten.

Andere extrapyramidale Symptome

In klinischen Studien mit Aripiprazol bei pädiatrischen Patienten wurden Akathisie sowie

parkinsonoide Symptome beobachtet.

Bei Anzeichen und Symptomen extrapyramidaler

Störungen unter Einnahme von Aripiprazol ist eine Dosisreduktion in Betracht zu ziehen und

der Patient engmaschig zu überwachen.

Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)

MNS ist ein potenziell tödlicher Symptomkomplex, der mit der Einnahme von Antipsychotika

in Zusammenhang gebracht wird. In klinischen Studien wurden seltene Fälle von MNS

während der Behandlung mit Aripiprazol berichtet. Klinische Manifestationen eines MNS sind

hohes Fieber, Muskelrigidität, wechselnde Bewusstseinslagen und Anzeichen autonomer

Instabilität

(unregelmäßiger

Puls

oder

Blutdruck,

Tachykardie,

Schwitzen

Herzrhythmusstörungen).

Weitere

Symptome

können

eine

Erhöhung

Kreatinphosphokinase, Myoglobinurie (Rhabdomyolyse) und akutes Nierenversagen sein.

Jedoch wurden auch Erhöhungen der Kreatinphosphokinase und Rhabdomyolyse, die nicht

notwendigerweise mit einem MNS assoziiert waren, berichtet. Wenn ein Patient Anzeichen

und Symptome entwickelt, die auf ein MNS hindeuten, oder unklares hohes Fieber ohne eine

zusätzliche klinische Manifestation von MNS hat, müssen alle Antipsychotika, einschließlich

Aripiprazol, abgesetzt werden.

Krampfanfälle

In klinischen Studien wurden gelegentlich Fälle von Krampfanfällen während der Behandlung

mit Aripiprazol berichtet. Daher ist Aripiprazol bei Patienten mit Krampfanfällen in der

Anamnese oder bei Zuständen, die mit Krampfanfällen im Zusammenhang stehen, mit

Vorsicht anzuwenden (siehe Abschnitt 4.8).

Ältere Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose

Erhöhte Mortalität

In drei Placebo-kontrollierten Studien (n = 938, Durchschnittsalter: 82,4 Jahre; Bereich:

56 bis 99 Jahre) mit Aripiprazol bei älteren Patienten mit Psychosen, die mit der Alzheimer-

Krankheit assoziiert werden, hatten Patienten, die mit Aripiprazol behandelt wurden, ein

erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu Placebo. Die Sterblichkeitsrate bei Patienten, die mit

Aripiprazol behandelt wurden, lag bei 3,5% verglichen mit 1,7% in der Placebogruppe.

Obwohl es unterschiedliche Todesursachen gab, schienen die meisten Todesfälle entweder

kardiovaskulärer

(z.B.

Herzversagen,

plötzlicher

Tod)

oder

infektiöser

Natur

(z.B.

Lungenentzündung) zu sein (siehe Abschnitt 4.8).

Zerebrovaskuläre unerwünschte Reaktionen

In denselben Studien wurden unerwünschte zerebrovaskuläre Reaktionen (z.B. Schlaganfall,

transitorisch-ischämische

Attacke)

einschließlich

Todesfällen

Patienten

(Durchschnittsalter: 84 Jahre, Bereich: 78 bis 88 Jahre) berichtet. Insgesamt berichteten

1,3% der mit Aripiprazol behandelten Patienten unerwünschte zerebrovaskuläre Reaktionen

im Vergleich zu 0,6% der in diesen Studien mit Placebo behandelten Patienten. Der

Unterschied war statistisch nicht signifikant. Es gab jedoch in einer dieser Studien, einer

Studie mit fixer Dosierung, eine signifikante Dosis-Wirkungs-Beziehung für unerwünschte

zerebrovaskuläre Reaktionen bei mit Aripiprazol behandelten Patienten (siehe Abschnitt 4.8).

Aripiprazol ist nicht zur Behandlung der mit Demenz in Verbindung stehenden Psychose

angezeigt.

Hyperglykämie und Diabetes mellitus

Hyperglykämie,

einigen

Fällen

extrem

assoziiert

Ketoazidose

oder

hyperosmolarem

Koma

oder

Tod,

wurde

Patienten

berichtet,

atypischen

antipsychotischen Wirkstoffen, einschließlich Aripiprazol, behandelt wurden. Risikofaktoren,

Patienten

für

schwerwiegende

Komplikationen

prädisponieren

können,

beinhalten

Fettleibigkeit und Diabetes in der Familienanamnese. In klinischen Studien mit Aripiprazol

gab es keine signifikanten Unterschiede im Vergleich zu Placebo bei den Inzidenzraten

unerwünschter Reaktionen in Bezug auf Hyperglykämie (einschließlich Diabetes) oder bei

anormalen glykämischen Laborwerten. Es gibt keine genauen Risikoeinschätzungen für

Hyperglykämie-bezogene

unerwünschte

Reaktionen

Aripiprazol

anderen

atypischen antipsychotischen

Wirkstoffen

behandelten Patienten, die direkte Vergleiche

zulassen.

Patienten,

antipsychotischen

Wirkstoffen,

einschließlich

Aripiprazol,

behandelt

werden,

sind

Anzeichen

Symptome

einer

Hyperglykämie

(wie

z.B.

Polydipsie, Polyurie, Polyphagie und Schwäche) zu beobachten und Patienten mit Diabetes

mellitus oder mit Risikofaktoren für Diabetes mellitus müssen regelmäßig in Bezug auf eine

Verschlechterung der Glukosewerte überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).

Überempfindlichkeit

Wie bei anderen Arzneimitteln können Überempfindlichkeitsreaktionen, charakterisiert durch

allergische Symptome, bei der Einnahme von Aripiprazol auftreten (siehe Abschnitt 4.8).

Gewichtszunahme

Eine Gewichtszunahme wird im Allgemeinen bei schizophrenen Patienten und bei Patienten

mit bipolarer Manie aufgrund von Komorbiditäten, der Anwendung von Antipsychotika,

welche eine Gewichtszunahme verursachen können, bzw. einer ungesunden Lebensführung

beobachtet und kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Eine Gewichtszunahme

wurde nach Markteinführung bei Patienten berichtet, denen Aripiprazol verschrieben wurde.

In den beobachteten Fällen weisen die Patienten gewöhnlich signifikante Risikofaktoren wie

Diabetes, Schilddrüsenerkrankung oder Hypophysenadenom in der Anamnese auf.

In klinischen Studien hat Aripiprazol nicht zu einer klinisch relevanten Gewichtszunahme bei

Erwachsenen geführt (siehe Abschnitt 5.1). In klinischen Studien bei Jugendlichen mit

bipolarer

Manie

zeigte

sich,

dass

Aripiprazol

nach

vierwöchiger

Behandlung

einer

Gewichtszunahme assoziiert ist. Die Gewichtszunahme ist bei Jugendlichen mit bipolarer

Manie zu überwachen. Bei klinisch signifikanter Gewichtszunahme ist eine Dosisreduktion in

Erwägung zu ziehen (siehe Abschnitt 4.8).

Dysphagie

Motilitätsstörungen der Speiseröhre und Aspiration sind mit antipsychotischer Behandlung,

einschließlich

Aripiprazol,

assoziiert

worden.

Aripiprazol

andere

antipsychotische

Wirkstoffe

sind

Patienten

einem

Risiko

für

Aspirationspneumonie

Vorsicht

anzuwenden.

Pathologische Spielsucht

Nach Markteinführung wurde bei Patienten, denen Aripiprazol verschrieben wurde, von

pathologischer Spielsucht berichtet, unabhängig davon, ob bei diesen Patienten bereits eine

Spielsucht

anamnestisch

bekannt

war.

Patienten

bereits

bekannter

pathologischer

Spielsucht könnten ein höheres Risiko aufweisen und sind engmaschig zu überwachen

(siehe Abschnitt 4.8).

Patienten mit ADHS-Komorbidität

Trotz der häufig auftretenden Komorbidität der Bipolar-I-Störung und ADHS stehen nur sehr

wenige Sicherheitsdaten zur gleichzeitigen Einnahme von Stimulanzien und Aripiprazol zur

Verfügung. Daher hat die gemeinsame Anwendung dieser Arzneimittel unter größter Vorsicht

zu erfolgen.

Lactose

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-

Intoleranz, mit Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses

Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Aufgrund

seines

-adrenergen

Rezeptorantagonismus

kann

Aripiprazol

Wirkung

bestimmter antihypertensiver Wirkstoffe verstärken.

Aufgrund der primären Wirkung von Aripiprazol auf das Zentralnervensystem ist bei der

Kombination von Aripiprazol mit Alkohol oder anderen zentral wirksamen Arzneimitteln mit

sich

überlagernden

unerwünschten

Reaktionen

Sedierung

Vorsicht

geboten

(siehe

Abschnitt 4.8).

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Aripiprazol zusammen mit anderen Arzneimitteln, die

eine QT-Verlängerung oder Störungen des Elektrolythaushalts verursachen, ist Vorsicht

geboten.

Möglicher Einfluss von anderen Arzneimitteln auf Aripiprazol

Der H

-Antagonist Famotidin, ein Magensäure-Blocker, verringert die Resorptionsrate von

Aripiprazol, wobei dieser Effekt jedoch als klinisch nicht relevant erachtet wird.

Aripiprazol wird über verschiedene Wege unter Beteiligung der Enzyme CYP2D6 und

CYP3A4,

aber

nicht

CYP1A-Enzyme,

metabolisiert.

Daher

für

Raucher

keine

Dosisanpassung erforderlich.

Chinidin und andere CYP2D6-Inhibitoren

In einer klinischen Studie mit gesunden Probanden steigerte ein hochwirksamer CYP2D6-

Inhibitor (Chinidin) die AUC von Aripiprazol um 107%, während die C

unverändert blieb.

Die AUC und C

von Dehydro-Aripiprazol, dem aktiven Metaboliten, verringerte sich um

bzw.

47%.

Eine

Verringerung

Aripiprazol-Dosis

etwa

Hälfte

verschriebenen Dosis ist in Erwägung zu ziehen, wenn Aripiprazol zusammen mit Chinidin

gegeben wird. Es ist zu erwarten, dass andere hochwirksame Inhibitoren von CYP2D6, wie

Fluoxetin und Paroxetin, ähnliche Effekte haben; deshalb sind in diesem Fall ähnliche

Dosisreduktionen vorzunehmen.

Ketoconazol und andere CYP3A4-Inhibitoren

In einer klinischen Studie mit gesunden Probanden steigerte ein hochwirksamer Inhibitor von

CYP3A4 (Ketoconazol) die AUC und C

von Aripiprazol um 63% bzw. 37%. Die AUC und

von Dehydro-Aripiprazol stiegen um 77% bzw. 43%. Bei CYP2D6 „schlechten“ („poor“)

Metabolisierern

kann

gemeinsame

Anwendung

hochwirksamen

Inhibitoren

CYP3A4 in höheren Plasmakonzentrationen von Aripiprazol resultieren im Vergleich zu

CYP2D6 extensiven Metabolisierern.

Wenn man die gemeinsame Gabe von Ketoconazol oder anderen hochwirksamen CYP3A4-

Inhibitoren mit Aripiprazol in Betracht zieht, muss der potenzielle Nutzen die potenziellen

Risiken

für

Patienten

überwiegen.

Wenn

Ketoconazol

zusammen

Aripiprazol

gegeben wird, ist die Aripiprazol-Dosis auf ungefähr die Hälfte der verschriebenen Dosis zu

reduzieren.

Andere

hochwirksame

Inhibitoren

CYP3A4,

Itraconazol

HIV-

Proteaseinhibitoren,

dürften

ähnliche

Wirkungen

haben;

deshalb

sind

diesen

Fällen

ähnliche Dosisreduktionen vorzunehmen.

Nach Absetzen des CYP2D6- oder CYP3A4-Inhibitors ist die Dosierung von Aripiprazol auf

die Dosishöhe vor Beginn der Begleittherapie anzuheben.

Wenn schwache Inhibitoren von CYP3A4 (z.B. Diltiazem oder Escitalopram) oder CYP2D6

gemeinsam mit Aripiprazol angewendet werden, kann mit einem mäßigen Anstieg der

Aripiprazol-Konzentrationen gerechnet werden.

Carbamazepin und andere CYP3A4-Induktoren

Nach gemeinsamer Anwendung mit Carbamazepin, einem hochwirksamen Induktor von

CYP3A4, waren die geometrischen Mittel der C

und AUC von Aripiprazol um 68% bzw.

73% niedriger im Vergleich zur Monotherapie mit Aripiprazol (30 mg). Ebenso waren für

Dehydro-Aripiprazol die geometrischen Mittel der C

und AUC nach der gemeinsamen

Anwendung mit Carbamazepin um 69% bzw. 71% niedriger als nach Monotherapie mit

Aripiprazol.

Die Aripiprazol-Dosis ist bei gemeinsamer Gabe von Aripiprazol mit Carbamazepin zu

verdoppeln. Es ist zu erwarten, dass andere hochwirksame Induktoren von CYP3A4 (wie

Rifampicin,

Rifabutin,

Phenytoin,

Phenobarbital,

Primidon,

Efavirenz,

Nevirapin

Johanniskraut)

ähnliche

Wirkungen

haben,

deshalb

sind

ähnliche

Dosiserhöhungen

vorzunehmen. Nach Absetzen der hochwirksamen CYP3A4-Induktoren ist die Dosierung von

Aripiprazol auf die empfohlene Dosis zu reduzieren.

Valproat und Lithium

Wurde entweder Valproat oder Lithium gleichzeitig mit Aripiprazol eingenommen, gab es

keine klinisch signifikante Veränderung der Aripiprazol-Konzentrationen.

Serotonin-Syndrom

Bei Patienten, die Aripiprazol eingenommen haben, wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms

berichtet. Mögliche Anzeichen und Symptome dieses Syndroms können insbesondere bei

gleichzeitiger Anwendung von anderen serotonergen Arzneimitteln wie SSRI/SNRI oder

Arzneimitteln, bei denen bekannt ist, dass sie die Aripiprazol-Konzentrationen erhöhen,

auftreten (siehe Abschnitt 4.8).

Möglicher Einfluss von Aripiprazol auf andere Arzneimittel

klinischen

Studien

zeigten

Dosen

Aripiprazol

keinen

signifikanten Effekt auf den Metabolismus der Substrate von CYP2D6 (Dextromethorphan/

3-Methoxymorphinan-Ratio),

CYP2C9

(Warfarin),

CYP2C19

(Omeprazol)

CYP3A4

(Dextromethorphan). Außerdem zeigten Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol in vitro kein

Potenzial für eine Veränderung des über CYP1A2 vermittelten Stoffwechsels. Daher ist nicht

zu erwarten, dass Aripiprazol klinisch bedeutsame Arzneimittelinteraktionen

über diese

Enzyme verursacht.

Wurde Aripiprazol gleichzeitig mit Valproat, Lithium oder Lamotrigin eingenommen, gab es

keine

klinisch

signifikante

Veränderung

Valproat-,

Lithium-

oder

Lamotrigin-

Konzentrationen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden und kontrollierten Studien mit Aripiprazol bei schwangeren

Frauen

vor.

liegen

Berichte

kongenitalen

Anomalien

vor;

kausaler

Zusammenhang mit Aripiprazol wurde jedoch nicht nachgewiesen. Tierstudien konnten eine

potenzielle Entwicklungstoxizität nicht ausschließen (siehe Abschnitt 5.3). Patientinnen ist zu

raten,

ihren

Arzt

benachrichtigen,

wenn

schwanger

werden

oder

eine

Schwangerschaft

während

Behandlung

Aripiprazol

planen.

Aufgrund

unzureichenden

Datenlage

Sicherheit

beim

Menschen

aufgrund

Reproduktionsstudien beim Tier entstandenen Bedenken darf dieses Arzneimittel in der

Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der mögliche Nutzen rechtfertigt

eindeutig das potenzielle Risiko für den Fötus.

Neugeborene, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika

(einschließlich

Aripiprazol)

exponiert

sind,

sind

durch

Nebenwirkungen

einschließlich

extrapyramidaler Symptome und/oder Absetzerscheinungen gefährdet, deren Schwere und

Dauer nach der Entbindung variieren können. Es gab Berichte über Agitiertheit, erhöhten

oder

erniedrigten

Muskeltonus,

Tremor,

Somnolenz,

Atemnot

oder

Störungen

Nahrungsaufnahme. Dementsprechend sind Neugeborene sorgfältig zu überwachen.

Stillzeit

Aripiprazol wird in die Muttermilch ausgeschieden. Patientinnen ist zu raten, während der

Einnahme von Aripiprazol nicht zu stillen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Wie auch bei anderen Antipsychotika sind die Patienten davor zu warnen, gefährliche

Maschinen, einschließlich Kraftfahrzeuge, zu bedienen, bis sie sicher sind, dass Aripiprazol

auf sie keinen negativen Einfluss hat. Bei einigen pädiatrischen Patienten mit Bipolar-I-

Störung besteht eine erhöhte Inzidenz von Somnolenz und Fatigue (siehe Abschnitt 4.8).

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Reaktionen in Placebo-kontrollierten Studien

sind Akathisie und Übelkeit, die jeweils bei mehr als 3% der mit oral eingenommenem

Aripiprazol behandelten Patienten auftraten.

Tabellarische Aufstellung der Nebenwirkungen

Alle Nebenwirkungen werden nach Systemorganklasse und Häufigkeit angeführt: sehr häufig

(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000

bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren

Daten

nicht

abschätzbar).

Innerhalb

jeder

Häufigkeitsgruppe

werden

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Die Häufigkeit von berichteten Nebenwirkungen bei der Anwendung nach Markteinführung

kann nicht bestimmt werden, da sie aus Spontanmeldungen stammen. Folglich wird die

Häufigkeit dieser Nebenwirkungen als „nicht bekannt“ bezeichnet.

Häufig

Gelegentlich

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Leukopenie

Neutropenie

Thrombozytopenie

Erkrankungen des

Immunsystems

Allergische Reaktion

(z.B. anaphylaktische

Häufig

Gelegentlich

Nicht bekannt

Reaktion, Angioödem

einschließlich

geschwollener Zunge,

Zungenödem,

Gesichtsödeme,

Pruritus oder Urtikaria)

Endokrine

Erkrankungen

Hyperprolaktinämie

Diabetisches

hyperosmolares Koma

Diabetische

Ketoazidose

Hyperglykämie

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Diabetes mellitus

Hyponatriämie

Anorexie

Gewicht erniedrigt

Gewichtszunahme

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigkeit

Angst

Unruhe

Depression

Hypersexualität

Suizidversuch,

Suizidgedanken und

begangener Suizid

(siehe Abschnitt 4.4)

Pathologisches Spielen

Aggression

Agitiertheit

Nervosität

Erkrankungen des

Nervensystems

Akathisie

Extrapyramidale

Erkrankung

Tremor

Kopfschmerz

Sedierung

Somnolenz

Schwindelgefühl

Tardive Dyskinesie

Dystonie

Malignes

neuroleptisches

Syndrom (MNS)

Grand-mal-Anfall

Serotonin-Syndrom

Sprechstörung

Augenerkrankungen

Verschwommenes

Sehen

Doppeltsehen

Herzerkrankungen

Tachykardie

Plötzlicher Tod

unbekannter Ursache

Torsade de Pointes

QT-Verlängerung

Ventrikuläre

Arrhythmien

Herzstillstand

Bradykardie

Gefäßerkrankungen

Orthostasesyndrom Venöse

Thromboembolie

(einschließlich

Lungenembolie und

tiefer Beinvenen-

thrombose)

Hypertonie

Synkope

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Schluckauf

Aspirationspneumonie

Laryngospasmus

Oropharyngealspasmus

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Obstipation

Dyspepsie

Pankreatitis

Dysphagie

Häufig

Gelegentlich

Nicht bekannt

Übelkeit

Hypersalivation

Erbrechen

Diarrhoe

Abdominale

Beschwerden

Magenbeschwerden

Leber- und

Gallenerkrankungen

Leberversagen

Hepatitis

Ikterus

Erhöhte Alanin-

Aminotransferase

(ALT)

Erhöhte Aspartat-

Aminotransferase

(AST)

Erhöhte Gamma-

Glutamyl-Transferase

(GGT)

Erhöhte alkalische

Phosphatase

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Ausschlag

Lichtempfindlichkeits-

reaktion

Alopezie

Hyperhidrose

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochen-

erkrankungen

Rhabdomyolyse

Myalgie

Steifheit

Erkrankungen der

Nieren und der

Harnwege

Harninkontinenz

Harnretention

Schwangerschaft,

Wochenbett und

perinatale

Erkrankungen

Arzneimittelentzugs-

syndrom des

Neugeborenen (siehe

Abschnitt 4.6)

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane

und der Brustdrüse

Priapismus

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Ermüdung

Störung der

Temperaturregulation

(z.B. Hypothermie,

Fieber)

Brustkorbschmerz

Peripheres Ödem

Untersuchungen

Glukose im Blut erhöht

Glykolisiertes

Hämoglobin erhöht

Fluktuation des

Blutzuckers

Erhöhte

Kreatinphosphokinase

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Extrapyramidale Symptome (EPS)

Schizophrenie: In einer kontrollierten Langzeitstudie über 52 Wochen trat bei Patienten, die

mit Aripiprazol behandelt wurden, eine insgesamt geringere Inzidenz (25,8%) von EPS

einschließlich

Parkinsonismus,

Akathisie,

Dystonie

Dyskinesie

auf,

verglichen

Patienten, die mit Haloperidol behandelt wurden (57,3%). In einer Placebo-kontrollierten

Langzeitstudie über 26 Wochen betrug die Inzidenz von EPS 19% bei Patienten unter

Aripiprazol-Behandlung

13,1%

Patienten

unter

Placebo.

einer

anderen

kontrollierten Langzeitstudie über 26 Wochen betrug die Inzidenz von EPS 14,8% bei

Patienten, die mit Aripiprazol behandelt wurden, und 15,1% bei Patienten unter Olanzapin-

Therapie.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung: In einer kontrollierten Studie über 12 Wochen

betrug die Inzidenz von EPS 23,5% bei Patienten unter Aripiprazol-Behandlung und 53,3%

bei Patienten unter Haloperidol-Behandlung. In einer anderen Studie über 12 Wochen betrug

die Inzidenz von EPS 26,6% bei Patienten unter Aripiprazol-Behandlung und 17,6% für

diejenigen unter Lithium-Behandlung. In der Langzeit-Erhaltungsphase über 26 Wochen bei

einer Placebo-kontrollierten Studie betrug die Inzidenz von EPS 18,2% für Patienten unter

Aripiprazol-Behandlung und 15,7% für mit Placebo behandelte Patienten.

Akathisie

In Placebo-kontrollierten Studien betrug die Inzidenz von Akathisie bei bipolaren Patienten

12,1% mit Aripiprazol und 3,2% mit Placebo. Bei schizophrenen Patienten betrug die

Inzidenz von Akathisie 6,2% mit Aripiprazol und 3,0% mit Placebo.

Dystonie

Substanzklasseneffekt: Symptome der Dystonie, verlängerte abnorme Muskelkontraktionen,

können

anfälligen

Personen

während

ersten

Behandlungstage

auftreten.

Dystoniesymptome

umfassen:

Krampf

Halsmuskulatur,

manchmal

einem

Schlundkrampf

fortschreitet,

Schluckbeschwerden,

Atembeschwerden

und/oder

Heraushängen

Zunge.

Obwohl

diese

Symptome

niedriger

Dosierung

auftreten

können, treten sie häufiger und stärker bei hochpotenten und bei höheren Dosen von

Antipsychotika der ersten Generation auf. Ein erhöhtes Risiko für eine akute Dystonie wird

bei Männern und jüngeren Altersgruppen beobachtet.

Prolaktin

klinischen

Studien

dem/den

genehmigten

Anwendungsgebiet(en)

nach

Marktzulassung

wurden

Anwendung

Aripiprazol

sowohl

erhöhte

auch

verminderte Serum-Prolaktinspiegel im Vergleich zur Baseline beobachtet (siehe Abschnitt

5.1).

Laborparameter

Ein Vergleich zwischen den Patientengruppen unter Aripiprazol und Placebo, bei denen

potenziell klinisch signifikante Veränderungen der routinemäßig kontrollierten Labor- und

Lipidparameter

(siehe

Abschnitt

5.1)

auftraten,

ergab

keine

medizinisch

bedeutsamen

Unterschiede. Erhöhungen der CPK (Kreatinphosphokinase), generell vorübergehend und

asymptomatisch, wurden bei 3,5% der mit Aripiprazol behandelten Patienten beobachtet im

Vergleich zu 2,0% der mit Placebo behandelten Patienten.

Kinder und Jugendliche

Schizophrenie bei Jugendlichen ab 15 Jahre

In einer Placebo-kontrollierten klinischen Kurzzeitstudie, in die 302 Jugendliche (13 bis

17 Jahre)

Schizophrenie

eingeschlossen

waren,

waren

Häufigkeit

Nebenwirkungen ähnlich denen bei Erwachsenen mit Ausnahme folgender Reaktionen, die

bei Jugendlichen, die Aripiprazol erhielten, häufiger berichtet wurden als bei Erwachsenen,

die Aripiprazol erhielten (und häufiger als in der Placebogruppe): Schläfrigkeit/Sedierung und

extrapyramidale Störung wurden sehr häufig berichtet (≥ 1/10) und Trockenheitsgefühl im

Mund, gesteigerter Appetit und Blutdruckabfall wurden häufig berichtet (≥ 1/100, < 1/10).

Das Sicherheitsprofil einer 26-wöchigen entblindeten Verlängerung der Studie war mit dem

in der Placebo-kontrollierten Kurzzeitstudie vergleichbar.

einer

Placebo-kontrollierten,

doppeltverblindeten,

klinischen

Langzeitstudie

Sicherheitsprofil ebenfalls vergleichbar bis auf die folgenden Nebenwirkungen, die häufiger

berichtet wurden, als bei Kindern und Jugendlichen, die ein Placebo eingenommen haben:

Gewicht

erniedrigt,

Insulin

Blut

erhöht,

Arrhythmie

Leukopenie

wurden

häufig

berichtet (≥ 1/100, < 1/10).

Niedrige Serumprolaktinspiegel traten bei Jugendlichen (13 bis 17 Jahre) mit Schizophrenie

bei einer Exposition von bis zu 2 Jahren mit einer Häufigkeit von 29,5% bei weiblichen

Patienten (< 3 ng/ml) bzw. von 48,3% bei männlichen Patienten (< 2 ng/ml) auf (gepoolte

Daten).

Niedrige

Serumprolaktinspiegel

traten

Jugendlichen

Jahre)

Schizophrenie bei einer Aripiprazol-Exposition von 5 bis 30 mg für bis zu 72 Monate mit einer

Häufigkeit von 25,6% bei weiblichen Patienten (< 3 ng/ml) bzw. von 45,0% bei männlichen

Patienten (< 2 ng/ml) auf.

Inzidenz

für

niedrige

Serum-Prolaktin-Spiegel

zwei

Langzeitstudien

jugendlichen Patienten (13 bis 17 Jahre) mit Schizophrenie und bipolaren Störungen, die mit

Aripiprazol behandelt wurden, bei weiblichen Patienten (< 3 ng/ml) bei 37,0%, bzw. bei

59,4% bei männlichen Patienten (< 2 ng/ml).

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung bei Jugendlichen ab 13 Jahre

Die Häufigkeit und Art der Nebenwirkungen bei Jugendlichen mit Bipolar-I-Störung waren mit

denen bei Erwachsenen vergleichbar mit Ausnahme folgender Reaktionen: sehr häufig

(≥ 1/10) Somnolenz (23,0%), extrapyramidale Störungen (18,4%), Akathisie (16,0%) und

Abgeschlagenheit (11,8%); und häufig (≥ 1/100, < 1/10) Oberbauchschmerzen, erhöhte

Herzfrequenz, Gewichtszunahme, Appetitsteigerung, Muskelzucken und Dyskinesie.

Folgende

Nebenwirkungen

zeigten

eine

mögliche

Dosisabhängigkeit:

extrapyramidale

Störungen (die Häufigkeiten waren bei 10 mg 9,1%, bei 30 mg 28,8% und bei Placebo 1,7%)

und Akathisie (die Häufigkeiten waren bei 10 mg 12,1%, bei 30 mg 20,3% und bei Placebo

1,7%).

Die durchschnittliche Änderung des Körpergewichts bei Jugendlichen mit Bipolar-I-Störung

nach 12 und 30 Wochen war 2,4 kg und 5,8 kg unter Aripiprazol bzw. 0,2 kg und 2,3 kg unter

Placebo.

Bei Kindern und Jugendlichen wurden Somnolenz und Abgeschlagenheit bei Patienten mit

bipolarer Störung häufiger beobachtet als bei Patienten mit Schizophrenie.

In der Population der bipolaren Kinder und Jugendlichen (10 bis 17 Jahre) mit einer

Exposition bis zu 30 Wochen betrug die Häufigkeit von niedrigen Serumprolaktinspiegeln

28,0% bei weiblichen Patienten (< 3 ng/ml) und 53,3% bei männlichen Patienten (< 2 ng/ml).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Meldung

Verdachts

Nebenwirkungen

nach

Zulassung

großer

Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Anzeichen und Symptome

In klinischen Studien und seit der Markteinführung wurden unbeabsichtigte oder absichtliche

akute Überdosierungen mit Aripiprazol allein bei erwachsenen Patienten mit geschätzten

Dosen von bis zu 1.260 mg und ohne Todesfolge beobachtet. Potenziell medizinisch

relevante

Anzeichen

Symptome

beinhalteten

Lethargie,

erhöhten

Blutdruck,

Schläfrigkeit,

Tachykardie,

Übelkeit,

Erbrechen

Durchfall.

Außerdem

wurden

unbeabsichtigte Aripiprazol-Überdosierungen (bis zu 195 mg) ohne Todesfolge bei Kindern

berichtet.

potenziell

medizinisch

ernsten

Anzeichen

Symptome,

berichtet

wurden,

waren

Schläfrigkeit,

vorübergehende

Bewusstlosigkeit

extrapyramidale

Symptome.

Behandlung einer Überdosierung

Die Behandlung einer Überdosierung konzentriert sich auf unterstützende Maßnahmen,

Freihaltung

Atemwege,

Sauerstoffversorgung

Beatmung,

sowie

symptomatische Behandlung. Die Möglichkeit einer multiplen Arzneimittelintoxikation ist in

Betracht zu ziehen. Daher ist sofort eine Überwachung der kardiovaskulären Funktionen

einzuleiten, einschließlich kontinuierlicher EKG-Überwachung zur Identifizierung möglicher

Arrhythmien. Nach jeder bestätigten oder vermuteten Überdosierung mit Aripiprazol ist eine

engmaschige medizinische Überwachung solange angezeigt, bis sich der Patient erholt hat.

Aktivkohle (50 g), eine Stunde nach Aripiprazol gegeben, verringerte die C

von Aripiprazol

um ca. 41% und die AUC um ca. 51%. Dies deutet darauf hin, dass Aktivkohle ein

wirksames Mittel zur Behandlung einer Überdosierung sein kann.

Hämodialyse

Zwar liegen keine Daten zur Wirksamkeit einer Hämodialyse bei der Behandlung einer

Überdosierung mit Aripiprazol vor; es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Hämodialyse bei der

Behandlung

einer

Überdosierung

Nutzen

ist,

Aripiprazol

eine

hohe

Plasmaproteinbindung aufweist.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: andere Antipsychotika

ATC-Code: N05AX12

Wirkmechanismus

Es wird vermutet, dass die Wirksamkeit von Aripiprazol bei Schizophrenie und Bipolar-I-

Störung über die Kombination einer partiell agonistischen Wirkung auf Dopamin D

- und

Serotonin 5-HT

-Rezeptoren und einer antagonistischen Wirkung auf Serotonin 5-HT

Rezeptoren vermittelt wird. Aripiprazol zeigte im Tiermodell antagonistische Eigenschaften

dopaminerger

Hyperaktivität

agonistische

Eigenschaften

dopaminerger

Hypoaktivität. Aripiprazol zeigte in vitro eine hohe Affinität zum Dopamin D

- und D

Rezeptor und zum Serotonin 5-HT

- und 5-HT

-Rezeptor sowie eine mäßige Affinität zum

Dopamin

Serotonin

5-HT

5-HT

alpha-1-adrenergen

Histamin-H

-Rezeptor.

Außerdem

zeigte

Aripiprazol

eine

mäßige

Affinität

Serotoninwiederaufnahmestelle und keine nennenswerte Affinität zu Muscarin-Rezeptoren.

Die Interaktion mit anderen Rezeptoren als den Dopamin- und Serotonin-Subtypen könnte

einige der anderen klinischen Effekte von Aripiprazol erklären.

Bei Gabe von Aripiprazol in Dosierungen von 0,5 bis 30 mg einmal täglich über 2 Wochen an

gesunde Probanden zeigte die Positronen-Emissions-Tomographie eine dosisabhängige

Verringerung der Bindung von

C-Racloprid, einem D

-Rezeptor-Liganden, am Nucleus

caudatus und am Putamen.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Schizophrenie

In drei Placebo-kontrollierten Kurzzeitstudien (4 bis 6 Wochen) an 1.228 schizophrenen

erwachsenen Patienten mit positiven oder negativen Symptomen zeigte Aripiprazol im

Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikant stärkere Besserung der psychotischen

Symptome.

Aripiprazol ist wirksam in der Aufrechterhaltung des Therapieerfolges bei Weiterbehandlung

von erwachsenen Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben. In einer

Haloperidol-kontrollierten Studie war in Woche 52 der Anteil der Responder-Patienten, die

Ansprechen

Studienmedikation

beibehielten,

beiden

Gruppen

ähnlich

(Aripiprazol 77% und Haloperidol 73%). Die Gesamtrate der Patienten, die die Studie

vollendete,

signifikant

höher

Patienten

unter

Aripiprazol

(43%)

Haloperidol-Gruppe (30%). Aktuelle Werte aus Messskalen, die als sekundäre Studienziele

definiert wurden, inklusive PANSS und die Montgomery-Asberg-Depressionsraten-Skala,

zeigten eine signifikant stärkere Besserung als bei Haloperidol.

In einer 26-wöchigen Placebo-kontrollierten Studie an erwachsenen stabilisierten Patienten

mit chronischer Schizophrenie zeigte sich für Aripiprazol eine signifikant höhere Reduktion

der Rezidivrate, die bei 34% in der Aripiprazol-Gruppe und bei 57% unter Placebo lag.

Gewichtszunahme

In klinischen Studien trat unter Aripiprazol keine klinisch relevante Gewichtszunahme auf. In

einer

26-wöchigen

Olanzapin-kontrollierten,

multinationalen

Doppelblindstudie

Schizophrenie, die 314 erwachsene Patienten umfasste und in der das primäre Studienziel

"Gewichtszunahme"

war,

trat

unter

Aripiprazol

oder

auswertbaren

Patientendatensätze)

signifikant

weniger

Patienten

eine

Gewichtszunahme

mindestens 7% gegenüber dem Ausgangswert auf (d.h. eine Zunahme von mindestens

5,6 kg bei einem durchschnittlichen Ausgangsgewicht von ca. 80,5 kg) im Vergleich zu

Patienten unter Olanzapin (n = 45 oder 33% der auswertbaren Patientendatensätze).

Lipidparameter

Eine gepoolte Analyse der Lipidparameter bei Placebo-kontrollierten klinischen Studien mit

Erwachsenen

ergab

keine

klinisch

relevanten

Änderungen

Gesamtcholesterin-,

Triglycerid-, HDL- und LDL-Spiegel durch Aripiprazol.

Gesamtcholesterin: Eine Erhöhung der Werte von normal (< 5,18 mmol/l) zu hoch

(≥ 6,22 mmol/l) trat mit einer Inzidenz von 2,5% unter Aripiprazol und 2,8% unter

Placebo

auf;

durchschnittliche

Änderung

Basiswert

betrug

für

Aripiprazol

-0,15 mmol/l (95% KI: -0,182; -0,115) und für Placebo -0,11 mmol/l (95% KI: -0,148;

-0,066).

Nüchtern-Triglyceride: Eine Erhöhung der Werte von normal (< 1,69 mmol/l) zu hoch

(≥ 2,26 mmol/l) trat mit einer Inzidenz von 7,4% unter Aripiprazol und 7,0% unter

Placebo

auf;

durchschnittliche

Änderung

Basiswert

betrug

für

Aripiprazol

-0,11 mmol/l (95% KI: -0,182; -0,046) und für Placebo -0,07 mmol/l (95% KI: -0,148;

-0,007).

HDL: Eine Verringerung der Werte von normal (≥ 1,04 mmol/l) zu niedrig (< 1,04 mmol/l)

trat mit einer Inzidenz von 11,4% unter Aripiprazol und 12,5% unter Placebo auf; die

durchschnittliche Änderung vom Basiswert betrug für Aripiprazol -0,03 mmol/l (95% KI:

-0,046; -0,017) und für Placebo -0,04 mmol/l (95% KI: -0,056; -0,022).

Nüchtern-LDL:

Eine

Erhöhung

Werte

normal

(<

2,59

mmol/l)

hoch

(≥ 4,14 mmol/l) trat mit einer Inzidenz von 0,6% unter Aripiprazol und 0,7% unter

Placebo

auf;

durchschnittliche

Änderung

Basiswert

betrug

für

Aripiprazol

-0,09 mmol/l (95% KI: -0,139; -0,047) und für Placebo -0,06 mmol/l (95% KI: -0,116;

-0,012).

Prolaktin

In allen klinischen Studien mit Aripiprazol wurden bei jeder Dosierung die Prolaktin-Werte

erhoben (n = 28.242). Die Inzidenz von Hyperprolaktinämie oder einer Erhöhung des Serum-

Prolaktin war bei Patienten, die mit Aripiprazol behandelt wurden (0,3%), vergleichbar mit der

bei Placebo (0,2%). Bei Patienten, die Aripiprazol erhielten, lag die mediane Zeit bis zum

Einsetzen bei 42 Tagen und die mediane Dauer lag bei 34 Tagen.

Die Inzidenz von Hypoprolaktinämie oder einer Absenkung des Serum-Prolaktins war bei

Patienten, die mit Aripiprazol behandelt wurden, 0,4%, im Vergleich zu 0,02% bei Patienten,

die mit Placebo behandelt wurden. Bei Patienten, die Aripiprazol erhielten, lag die mediane

Zeit bis zum Einsetzen bei 30 Tagen und die mediane Dauer lag bei 194 Tagen.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung

In zwei 3-wöchigen Placebo-kontrollierten Monotherapie-Studien mit flexibler Dosierung bei

Patienten

einer

manischen

oder

gemischten

Episode

Bipolar-I-Störung

zeigte

Aripiprazol eine gegenüber Placebo überlegene Wirksamkeit bei der Verringerung manischer

Symptome

über

Wochen.

Diese

Studien

beinhalteten

Patienten

oder

ohne

psychotische Merkmale und mit oder ohne Rapid-Cycling-Verlauf.

In einer 3-wöchigen Placebo-kontrollierten Monotherapie-Studie mit fixer Dosierung bei

Patienten

einer

manischen

oder

gemischten

Episode

Bipolar-I-Störung

zeigte

Aripiprazol gegenüber Placebo keine überlegene Wirksamkeit.

In zwei 12-wöchigen Placebo- und aktivkontrollierten Monotherapie-Studien bei Patienten mit

einer

manischen

oder

gemischten

Episode

einer

Bipolar-I-Störung,

oder

ohne

psychotische Merkmale zeigte Aripiprazol eine gegenüber Placebo überlegene Wirksamkeit

in Woche 3 und einen Erhaltungseffekt, der vergleichbar war mit dem von Lithium oder

Haloperidol in Woche 12. Aripiprazol wies außerdem in Woche 12 einen mit Lithium oder

Haloperidol vergleichbaren Anteil an Patienten mit symptomatischer Remission der Manie

auf.

In einer 6-wöchigen Placebo-kontrollierten Studie bei Patienten mit einer manischen oder

gemischten Episode einer Bipolar-I-Störung, mit oder ohne psychotische Merkmale, die

teilweise über 2 Wochen nicht auf Lithium- oder Valproat-Monotherapie bei therapeutischen

Serumspiegeln

ansprachen,

ergab

Begleittherapie

Aripiprazol

eine

überlegene

Wirksamkeit bei der Verringerung manischer Symptome im Vergleich zur Monotherapie mit

Lithium oder Valproat.

In einer 26-wöchigen Placebo-kontrollierten Studie gefolgt von einer 74-wöchigen Langzeit-

Erweiterungsphase

manischen

Patienten,

Aripiprazol

während

einer

Stabilisierungsphase

Randomisierung

eine

Remission

erreicht

hatten,

zeigte

sich

Aripiprazol gegenüber Placebo überlegen im Hinblick auf die Prävention eines bipolaren

Rezidivs, vorwiegend bei der Prävention eines Manie-Rezidivs. Es zeigte sich jedoch keine

Überlegenheit gegenüber Placebo bei der Prävention eines Rezidivs der Depression.

einer

52-wöchigen,

Placebo-kontrollierten

Studie

Patienten

einer

akuten

manischen oder gemischten Episode einer Bipolar-I-Störung, die nach Behandlung mit

Aripiprazol

mg/Tag

mg/Tag)

adjuvant

Lithium

oder

Valproat

über

12 aufeinanderfolgende

Wochen

eine

anhaltende

Remission

(Y-MRS

MADRS

Gesamtwerte ≤ 12) erreicht hatten, zeigte adjuvantes Aripiprazol Überlegenheit gegenüber

Placebo mit einem 46% niedrigeren Rezidivrisiko (Hazard-Ratio von 0,54) für bipolare

Störung

einem

niedrigeren

Rezidivrisiko

(Hazard-Ratio

0,35)

für

Manie.

Bezüglich der Prävention eines Depressionsrezidivs konnte jedoch keine Überlegenheit

gegenüber Placebo nachgewiesen werden. Adjuvantes Aripiprazol zeigte sich gegenüber

Placebo

überlegen

sekundären

Endpunkt,

CGI-BP-Wert

Bestimmung

Schweregrads der Erkrankung (Manie).

In dieser Studie wurde den Patienten vom Prüfarzt entweder eine offene Lithium- oder

Valproat-Monotherapie zugewiesen, um ein partielles Nichtansprechen zu bewerten. Die

Patienten wurden für mindestens 12 aufeinanderfolgende Wochen mit einer Kombination von

Aripiprazol und dem gleichen Stimmungsstabilisator stabilisiert.

Stabilisierte Patienten erhielten dann weiterhin den gleichen Stimmungsstabilisator und dazu

– randomisiert

doppeltverblindet

entweder

Aripiprazol

oder

Placebo.

Vier

Untergruppen von Stimmungsstabilisatoren wurden in der randomisierten Phase beurteilt:

Aripiprazol + Lithium; Aripiprazol + Valproat; Placebo + Lithium; Placebo + Valproat.

Kaplan-Meier-Rate

für

Wiederauftreten

einer

beliebigen

Stimmungsepisode

Begleittherapiearm betrug 16% bei Aripiprazol + Lithium und 18% bei Aripiprazol + Valproat

verglichen mit 45% bei Placebo + Lithium und 19% bei Placebo + Valproat.

Kinder und Jugendliche

Schizophrenie bei Jugendlichen

einer

6-wöchigen

Placebo-kontrollierten

Studie

schizophrenen

jugendlichen

Patienten (13 bis 17 Jahre), die positive oder negative Symptome aufwiesen, war Aripiprazol

Vergleich

Placebo

einer

statistisch

signifikant

stärkeren

Verbesserung

psychotischen Symptome verbunden.

In einer Subanalyse der jugendlichen Patienten im Alter von 15 bis 17 Jahren, die 74% der

Gesamtpopulation der Studie darstellten, wurde dieser Effekt auch während der 26-wöchigen

unverblindeten Verlängerung der Studie beobachtet.

Aripiprazol-Gruppe (19,39%) und der mit Placebo behandelten Gruppe (37,5%) festgestellt.

In der Gesamtpopulation lag die Punktschätzung für die Hazard Ratio (HR) bei 0,461 (95%

KI: 0,242; 0,897). In der Untergruppenanalyse lag die Punktschätzung für die HR bei 0,495

für die Teilnehmer von 13 bis 14 Jahren im Vergleich zu 0,454 für Teilnehmer von 15 bis 17

Jahren.

Die Schätzung der HR für die jüngere Gruppe (13 bis 14 Jahre) war jedoch aufgrund der

kleineren Anzahl von Teilnehmern in dieser Gruppe (Aripiprazol n = 29; Placebo n = 12) nicht

genau und das Konfidenzintervall für diese Schätzung (von 0,151 bis 0,1628 reichend)

erlaubte es nicht, Rückschlüsse auf das Vorhandensein einer Auswirkung der Behandlung

zu ziehen. Im Gegensatz dazu lag das 95%-Konfidenzintervall für die HR bei der älteren

Untergruppe (Aripiprazol n = 69; Placebo n = 36) bei 0,242 bis 0,879, und damit konnte für

die älteren Patienten auf einen Effekt der Behandlung geschlossen werden.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung bei Kindern und Jugendlichen

Aripiprazol

wurde

einer

30-wöchigen

Placebo-kontrollierten

klinischen

Studie

296 Kindern und Jugendlichen (10 bis 17 Jahre) untersucht, die den DSM-IV-Kriterien für

Bipolar-I-Störung mit manischen oder gemischten Episoden mit oder ohne psychotische

Züge entsprachen und als Baseline einen Y-MRS-Score ≥ 20 aufwiesen. Von den Patienten,

die zur primären Wirksamkeitsanalyse herangezogen wurden, hatten 139 Patienten eine

bestehende komorbide Diagnose von ADHS.

Aripiprazol war bei der Veränderung der Baseline in Woche 4 und in Woche 12 im Y-MRS-

Gesamt-Score gegenüber Placebo überlegen. In einer Post-hoc-Analyse zeigte sich die

Verbesserung gegenüber Placebo deutlicher bei Patienten mit einer ADHS-Komorbidität als

Gruppe

ohne

ADHS,

kein

Unterschied

Placebo

bestand.

Eine

Rezidivprävention wurde nicht nachgewiesen.

Durchschnittliche Verbesserung beim Y-MRS-Score gegenüber Baseline bei psychiatrischer

Komorbidität

Psychiatrische

Komorbidität

Woche 4

Woche 12

ADHS

Woche 4

Woche 12

Aripiprazol 10 mg

(n = 48)

14,9

15,1

Aripiprazol 10 mg

(n = 44)

15,2

15,6

Aripiprazol 30 mg

(n = 51)

16,7

16,9

Aripiprazol 30 mg

(n = 48)

15,9

16,7

Placebo

(n = 52)

Placebo

(n = 47)

Keine

psychiatrischen

Komorbiditäten

Woche 4

Woche 12

Kein ADHS

Woche 4

Woche 12

Aripiprazol 10 mg

(n = 27)

12,8

15,9

Aripiprazol 10 mg

(n = 37)

12,7

15,7

Aripiprazol 30 mg

(n = 25)

15,3

14,7

Aripiprazol 30 mg

(n = 30)

14,6

13,4

Placebo

(n = 18)

Placebo

(n = 25)

10,0

n = 51 in Woche 4

n = 46 in Woche 4

Die häufigsten behandlungsassoziierten Nebenwirkungen bei Patienten, die eine Dosis von

erhielten,

waren

extrapyramidale

Störungen

(28,3%),

Somnolenz

(27,3%),

Kopfschmerzen (23,2%) und Übelkeit (14,1%). Im Mittel nahmen Patienten, die 30 Wochen

mit Aripiprazol behandelt wurden, 2,9 kg Gewicht zu, verglichen mit 0,98 kg bei Patienten,

die Placebo erhielten.

Reizbarkeit im Zusammenhang mit autistischer Störung bei Kindern und Jugendlichen (siehe

Abschnitt 4.2)

Aripiprazol wurde bei Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren in zwei 8-wöchigen Placebo-

kontrollierten Studien [eine mit flexibler Dosis (2 bis 15 mg/Tag) und eine mit fixer Dosis (5,

10 oder 15 mg/Tag)] und in einer 52-wöchigen offenen Studie untersucht. In diesen Studien

wurde die Initialdosis von 2 mg/Tag nach einer Woche auf 5 mg/Tag gesteigert und in

wöchentlichen Schritten um 5 mg/Tag bis zur Zieldosis erhöht. Über 75% der Patienten

waren unter 13 Jahre alt. Aripiprazol zeigte bei der Unterskala „Reizbarkeit“ der „Aberrant

Behaviour

Checklist“

statistisch

eine

bessere

Wirksamkeit

Placebo.

klinische

Relevanz dieses Befundes wurde nicht nachgewiesen. In das Sicherheitsprofil wurden

Gewichtszunahme und Änderungen des Prolaktinspiegels mit einbezogen. Die Studiendauer

zur Langzeit-Sicherheit war auf 52 Wochen begrenzt. Niedrige Serumprolaktinspiegel bei

weiblichen (< 3 ng/ml) und männlichen (< 2 ng/ml) Patienten traten bei Behandlung mit

Aripiprazol mit einer Häufigkeit von 27/46 (58,7%) bzw. 258/298 (86,6%) auf (gepoolte

Studien). In Placebo-kontrollierten Studien betrug die mittlere Gewichtszunahme 0,4 kg unter

Placebo und 1,6 kg unter Aripiprazol.

Aripiprazol wurde auch in einer Placebo-kontrollierten Langzeitstudie zur Erhaltungsphase

untersucht. Nach einer 13- bis 26-wöchigen Stabilisierung mit Aripiprazol (2 bis 15 mg/Tag)

wurden Patienten mit stabilem Ansprechen für 16 Wochen entweder auf Aripiprazol belassen

oder auf Placebo umgestellt. In der Woche 16 betrug die Kaplan-Meier-Rate für einen

Rückfall 35% für Aripiprazol und 52% für Placebo. Die Hazard-Ratio für ein Rezidiv innerhalb

von 16 Wochen (Aripiprazol/Placebo) war 0,57 (kein statistisch signifikanter Unterschied).

mittlere

Gewichtszunahme

Stabilisierungsphase

(bis

Wochen)

Aripiprazol betrug 3,2 kg und eine weitere mittlere Zunahme von 2,2 kg für Aripiprazol

verglichen mit 0,6 kg für Placebo wurde im zweiten Teil (16 Wochen) der Studie beobachtet.

Extrapyramidale Symptome wurden hauptsächlich während der Stabilisierungsphase bei

17% der Patienten beobachten, 6,5% davon Tremor.

Mit dem Tourette-Syndrom assoziierte Tics bei Kindern und Jugendlichen (siehe Abschnitt

4.2)

Wirksamkeit

Aripiprazol

Kindern

Jugendlichen

Tourette-Syndrom

(Aripiprazol: n = 99, Placebo: n = 44) wurde in einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-

kontrollierten

8-wöchigen

Studie

untersucht,

angelegt

war,

dass

Behandlungsgruppen eine vom Körpergewicht abhängige Festdosis im Dosisbereich von 5

mg/Tag bis 20 mg/Tag und eine Anfangsdosis von 2 mg erhielten. Die Patienten waren

zwischen 7 und 17 Jahre alt und wiesen zu Beginn einen mittleren Gesamt-Tic-Score-Wert

von 30 auf der Yale Global Tic Severity Scale (TTS-YGTSS) auf. Aripiprazol zeigte bei der

Veränderung ab Studienbeginn bis Woche 8 eine Verbesserung auf der TTS-YGTSS von

13,35 bei der Gruppe mit niedriger Dosis (5 mg oder 10 mg) und 16,94 bei der Gruppe mit

hoher Dosis (10 mg oder 20 mg) im Vergleich zu einer Verbesserung von 7,09 in der

Placebogruppe.

Wirksamkeit

Aripiprazol

Kindern

Jugendlichen

Tourette-Syndrom

(Aripiprazol: n = 32, Placebo: n = 29) wurde ebenfalls in einer in Südkorea durchgeführten

10-wöchigen

randomisierten,

doppelblinden,

Placebo-kontrollierten

Studie

einem

flexiblen Dosisbereich von 2 mg/Tag bis 20 mg/Tag und einer Anfangsdosis von 2 mg

untersucht. Die Patienten waren zwischen 6 und 18 Jahre alt und wiesen zu Beginn einen

mittleren Wert von 29 auf der TTS-YGTSS auf. Bei der Veränderung ab Studienbeginn bis

Woche 10 zeigte die Aripiprazol-Gruppe auf der TTS-YGTSS eine Verbesserung von 14,97

im Vergleich zu einer Verbesserung von 9,62 in der Placebogruppe.

diesen

beiden

Kurzzeitstudien

konnte

klinische

Relevanz

Ergebnisse

Wirksamkeit,

angesichts

Ausmaßes

Behandlungswirkung

Vergleich

großen

Placebowirkung

unklaren

Wirkungen

hinsichtlich

psychosozialen

Funktionsfähigkeit,

nicht

nachgewiesen

werden.

liegen

keine

Langzeitdaten

Wirksamkeit und Sicherheit von Aripiprazol bei dieser fluktuierenden Erkrankung vor.

Europäische

Arzneimittel-Agentur

für

Referenzarzneimittel,

Aripiprazol

enthält, eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in

einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung der Schizophrenie und

Behandlung

bipolaren

affektiven

Störung

gewährt

(siehe

Abschnitt

bzgl.

Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Aripiprazol wird gut resorbiert, wobei maximale Plasmaspiegel innerhalb von 3 bis 5 Stunden

nach der Einnahme erreicht werden. Aripiprazol unterliegt einem minimalen präsystemischen

Metabolismus. Die absolute orale Bioverfügbarkeit der Tablettenformulierung beträgt 87%.

Eine Mahlzeit mit hohem Fettgehalt hat keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von

Aripiprazol.

Verteilung

Aripiprazol wird im gesamten Körper mit einem scheinbaren Verteilungsvolumen von 4,9 l/kg

verteilt,

extensive

extravaskuläre

Verteilung

deutet.

therapeutischen

Konzentrationen

werden

Aripiprazol

Dehydro-Aripiprazol

über

Plasmaproteine, hauptsächlich Albumin, gebunden.

Biotransformation

Aripiprazol wird überwiegend in der Leber hauptsächlich über drei Biotransformationswege

metabolisiert: Dehydrierung, Hydroxylierung und N-Dealkylierung. Basierend auf in vitro-

Studien sind die Enzyme CYP3A4 und CYP2D6 für die Dehydrierung und Hydroxylierung

Aripiprazol

verantwortlich,

N-Dealkylierung

wird

durch

CYP3A4

katalysiert.

Aripiprazol macht den Hauptanteil des Arzneimittels im systemischen Kreislauf aus. Im

Steady-State beträgt der Anteil von Dehydro-Aripiprazol, dem aktiven Metaboliten, ca. 40%

der AUC von Aripiprazol im Plasma.

Elimination

Die mittlere Eliminationshalbwertszeit liegt bei annähernd 75 Stunden für Aripiprazol bei

extensiven Metabolisierern über CYP2D6 und bei annähernd 146 Stunden bei „schlechten“

(„poor“) Metabolisierern über CYP2D6.

Die Gesamtkörper-Clearance von Aripiprazol beträgt 0,7 ml/min/kg und erfolgt hauptsächlich

über die Leber.

Nach oraler Gabe einer Einzeldosis von

C-markiertem Aripiprazol wurden ca. 27% der

verabreichten Radioaktivität im Urin und etwa 60% in den Faeces gefunden. Weniger als 1%

Aripiprazol wurde unverändert im Urin ausgeschieden und ca. 18% wurden unverändert in

den Faeces gefunden.

Pharmakokinetik in speziellen Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik von Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol bei pädiatrischen Patienten im

Alter von 10 bis 17 Jahren war vergleichbar mit derjenigen von Erwachsenen nach Korrektur

des Unterschieds im Körpergewicht.

Ältere Menschen

Bei Aripiprazol gibt es keinen Unterschied in der Pharmakokinetik zwischen älteren und

jüngeren

gesunden

erwachsenen

Probanden.

Ebenso

zeigten

sich

pharmakokinetischen

Untersuchung

schizophrener

Patienten

keine

altersabhängigen

Effekte.

Geschlecht

Bei Aripiprazol gibt es keine Unterschiede in der Pharmakokinetik zwischen männlichen und

weiblichen

gesunden

Probanden.

Ebenso

zeigten

sich

einer

pharmakokinetischen

Untersuchung schizophrener Patienten keine geschlechtsabhängigen Effekte.

Rauchen

Eine populationsspezifische Auswertung zur Pharmakokinetik ergab keinen Hinweis auf

klinisch signifikante Auswirkungen des Rauchens auf die Pharmakokinetik von Aripiprazol.

Ethnische Zugehörigkeit

Eine populationsspezifische Auswertung zur Pharmakokinetik ergab keinen Hinweis auf

Unterschiede

hinsichtlich

ethnischen

Zugehörigkeit

Pharmakokinetik

Aripiprazol.

Niereninsuffizienz

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol waren bei

Patienten mit schwerer Nierenerkrankung im Vergleich zu jungen gesunden Probanden

ähnlich.

Leberinsuffizienz

Eine Einzeldosis-Studie bei Probanden mit verschiedengradiger Leberzirrhose (Child-Pugh

Klassen A, B und C) zeigte keinen signifikanten Effekt hinsichtlich der Beeinträchtigung der

Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol, aber die

Studie umfasste nur 3 Patienten mit Leberzirrhose der Klasse C, was nicht ausreicht, um

Schlüsse auf deren metabolische Kapazität zu ziehen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend

konventionellen

Studien

Sicherheitspharmakologie,

Toxizität

wiederholter

Gabe,

Reproduktions-

Entwicklungstoxizität,

Genotoxizität

kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den

Menschen erkennen.

Toxikologisch

signifikante

Effekte

wurden

lediglich

Dosierungen

oder

Expositionen

beobachtet,

maximale

Dosierung

oder

Exposition

beim

Menschen

deutlich

überschritten, damit haben sie für die klinische Anwendung nur begrenzte oder keine

Bedeutung.

Effekte

umfassten

eine

dosisabhängige

Nebennierenrinden-Toxizität

(Lipofuscin-Pigment-Akkumulation

und/oder

Parenchymzellverlust)

Ratten

nach

104 Wochen bei 20 bis 60 mg/kg/Tag (entspricht dem 3- bis 10-Fachen der mittleren Steady-

State-AUC bei der empfohlenen Maximaldosis beim Menschen) und eine Zunahme von

Nebennierenrinden-Karzinomen

kombinierten

Nebennierenrinden-Adenomen/

Karzinomen bei weiblichen Ratten bei 60 mg/kg/Tag (das 10-Fache der mittleren Steady-

State-AUC bei der empfohlenen Maximaldosis beim Menschen). Die höchste Exposition in

weiblichen Ratten, die keinen Tumor induzierte, war 7-mal höher als die Exposition des

Menschen bei empfohlener Dosierung.

Außerdem wurde eine Cholelithiasis als Folge der Ausfällung von Sulfat-Konjugaten der

Hydroxy-Metaboliten von Aripiprazol in der Galle von Affen nach wiederholter oraler Gabe

von 25 bis 125 mg/kg/Tag festgestellt (das 1- bis 3-Fache der mittleren Steady-State-AUC

bei der empfohlenen klinischen Maximaldosis oder dem 16- bis 81-Fachen der empfohlenen

Maximaldosis

beim

Menschen

basierend

mg/m

Allerdings

betrugen

menschlichen Galle bei der höchsten empfohlenen Tagesdosis von 30 mg gefundenen

Konzentrationen

Sulfat-Konjugate

Hydroxy-Aripiprazol

nicht

mehr

Konzentrationen, die in der Studie über 39 Wochen in der Galle von Affen festgestellt

wurden, und liegen weit unter den Grenzwerten (6%) der in vitro-Löslichkeit.

In Studien mit wiederholter Gabe bei jungen Ratten und Hunden war das Toxizitätsprofil von

Aripiprazol mit dem von erwachsenen Tieren vergleichbar und es gab keine Hinweise auf

Neurotoxizität oder nachteilige Auswirkungen auf die Entwicklung.

Basierend auf den Ergebnissen des kompletten Satzes an Standarduntersuchungen zur

Genotoxizität wurde Aripiprazol als nicht genotoxisch eingestuft. Aripiprazol beeinträchtigte

Fertilität

Studien

Reproduktionstoxizität

nicht.

Ratten

wurden

nach

Dosierungen, die zu subtherapeutischen Expositionen (basierend auf der AUC) führten,

toxische

Effekte

Entwicklung,

einschließlich

dosisabhängiger

fötaler

Ossifikationsverzögerungen und möglicher teratogener Effekte beobachtet. Bei Kaninchen

wurden diese Effekte nach Dosierungen, die zu Expositionen des 3- und 11-Fachen der

mittleren

Steady-State-AUC

empfohlenen

klinischen

Maximaldosis

führten,

beobachtet. Maternaltoxische Effekte traten in dem Dosisbereich auf, in dem auch toxische

Effekte auf die intrauterine Entwicklung beobachtet worden waren.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Aripiprazol Gerot 5 mg-Tabletten

Natriumstärkeglycolat

Mikrokristalline Cellulose

Lactose-Monohydrat

Hydroxypropylcellulose

Magnesiumstearat

Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten

Natriumstärkeglycolat

Mikrokristalline Cellulose

Lactose-Monohydrat

Hydroxypropylcellulose

Eisenoxid rot (E 172)

Magnesiumstearat

Aripiprazol Gerot 15 mg-Tabletten

Natriumstärkeglycolat

Mikrokristalline Cellulose

Lactose-Monohydrat

Hydroxypropylcellulose

Eisenoxid gelb (E 172)

Magnesiumstearat

Aripiprazol Gerot 20 mg-Tabletten

Natriumstärkeglycolat

Mikrokristalline Cellulose

Lactose-Monohydrat

Hydroxypropylcellulose

Magnesiumstearat

Aripiprazol Gerot 30 mg-Tabletten

Natriumstärkeglycolat

Mikrokristalline Cellulose

Lactose-Monohydrat

Hydroxypropylcellulose

Eisenoxid rot (E 172)

Magnesiumstearat

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

oPA/Aluminium/PVC-Blisterpackungen mit 7, 10, 14, 20, 28, 30, 50, 56, 60, 72, 90, 98 und

100 Tabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht

verwendetes

Arzneimittel

oder

Abfallmaterial

entsprechend

nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Aripiprazol Gerot 5 mg-Tabletten: 136833

Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten: 136834

Aripiprazol Gerot 15 mg-Tabletten: 136835

Aripiprazol Gerot 20 mg-Tabletten: 136836

Aripiprazol Gerot 30 mg-Tabletten: 136837

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Aripiprazol Gerot 5 / 20 mg-Tabletten:

Datum der Erteilung der Zulassung: 06. April 2016

Aripiprazol Gerot 10 / 15 / 30 mg-Tabletten:

Datum der Erteilung der Zulassung: 05. April 2016

10. STAND DER INFORMATION

November 2016

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.

Lesen Sie das vollständige Dokument

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

1 von 15

National Public Assessment Report

Öffentlicher Beurteilungsbericht

Bezeichnung der Arzneispezialität:

Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten

Teil I:

Informationen über das Verfahren________________________________2

Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation ______________________3

Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens ________________4

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung ___________________________15

Dieser öffentliche Beurteilungsbericht wurde am 02.05.2016 erstellt.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

2 von 15

Teil I:

Informationen über das Verfahren

1. Bezeichnung der Arzneispezialität bei Zulassung

Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten

2. Antragstyp

Arzneispezialität – human (Zulassung gemäß § 10 Abs. 1 und 15 des

Arzneimittelgesetzes (AMG), BGBl. Nr. 185/1983 idgF)

3. Wirkstoff

ARIPIPRAZOL

4. Darreichungsform

Tablette

5. Stärke

10 mg

6. Zulassungsinhaber

Gerot Pharmazeutika GmbH

Arnethgasse 3

1160 Wien

Österreich

7. Verfahrensnummer

7748323

8. Zulassungsnummer

136834

9. Zulassungsdatum

05.04.2016

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

3 von 15

Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation

Die aktuelle Fachinformation (SPC) finden Sie unter folgendem Link:

https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&zulnr=136834&type=DOTC_F

ACH_INFO

Die aktuelle Gebrauchsinformation finden Sie unter folgendem Link:

https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&zulnr=136834&type=DOTC_G

EBR_INFO

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

4 von 15

Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens

1.

Einleitung

2.

Qualitätsaspekte

2.1.

Einleitung

Bei Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten handelt es sich um rosafarbene, längliche,

bikonvexe Tabletten mit den Prägungen „ARZ“ auf der einen und „10“ auf der

anderen Seite, welche in oPA/Aluminium/PVC-Blisterpackungen verpackt sind.

2.2.

Wirkstoff

2.2.a.

Beschreibung

Der Wirkstoff im vorliegenden Arzneimittel ist ARIPIPRAZOL.

Der Wirkstoff ist

weiße bis fast weiße Kristalle oder kristallines Pulver

2.2.b.

Spezifikation und Kontrolle

Spezifikation

Wirkstoffes

entspricht

Anforderungen

aktuellen

wissenschaftlichen

Standes.

Durch

Vorlage

entsprechender

Daten

Wirkstoffkontrolle wurde die ausreichende Qualität des Wirkstoffes belegt.

2.2.c. Stabilität

Stabilität

Wirkstoffes

wurde

unter

Bedingungen

getestet.

übermittelten

Ergebnisse

Stabilitätsuntersuchungen

belegen

festgesetzte

Retest-Periode.

Fertigprodukt

2.3.a.

Zusammensetzung

Wirkstoff:

1 Tablette enthält 10 mg Aripiprazol.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

5 von 15

Hilfsstoffe:

2.3.b.

Hersteller

Die für die Chargenfreigabe verantwortlichen Hersteller sind G.L. Pharma GmbH,

Schloßplatz 1, 8502 Lannach, Österreich, Synthon Hispania S.L., 08830 Sant Boi de

Llobregat, Spanien und Synthon s.r.o., 67817 Blansko, Tschechische Republik.

2.3.c.

Pharmazeutische Entwicklung

Die Entwicklung des Produktes wurde hinreichend durchgeführt und für ausreichend

befunden. Der Einsatz aller vorhandenen Hilfsstoffe wurde beschrieben.

2.3.d.

Freigabespezifikation und Kontrolle

Die Freigabespezifikation beinhaltet die Kontrolle aller für diese Darreichungsform

relevanten Parameter.

Es liegen ausreichend Daten von der Fertigproduktkontrolle des Arzneimittels vor,

welche die Einhaltung der Vorgaben der Freigabespezifikation belegen.

2.3.e.

Abpackung

Die Verpackung des Arzneimittels oPA/Aluminium/PVC-Blisterpackungen entspricht

den aktuellen, gesetzlichen Anforderungen.

2.3.f

Stabilität

Die Stabilität des Arzneimittels wurde unter ICH Bedingungen getestet.

Aufgrund dieser Datenlage wurde eine Laufzeit für das Arzneimittel von 3 Jahren

festgelegt. Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

2.4.

Zusammenfassung

Die pharmazeutische Qualität von Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten wurde adäquat

belegt.

3.

Nichtklinische Aspekte

Da es sich um eine bezugnehmende Zulassung handelt und der Wirkstoff international seit

vielen Jahren hinlänglich bekannt ist/sind, sind präklinische Studien nicht erforderlich.

Natriumstärkeglycolat

Mikrokristalline Cellulose

Lactose-Monohydrat 66,50 mg

Hydroxypropylcellulose

Eisenoxid rot (E 172)

Magnesiumstearat

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

6 von 15

Hinsichtlich des Wirkstoffes ist bekannt:

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend

auf den konventionellen

Studien zur Sicherheitspharmakologie,

Toxizität bei

wiederholter

Gabe,

Reproduktions-

Entwicklungstoxizität,

Genotoxizität

kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den

Menschen erkennen.

Toxikologisch

signifikante

Effekte

wurden

lediglich

Dosierungen

oder

Expositionen

beobachtet,

maximale

Dosierung

oder

Exposition

beim

Menschen

deutlich

überschritten, damit haben sie für die klinische Anwendung nur begrenzte oder keine

Bedeutung.

Effekte

umfassten

eine

dosisabhängige

Nebennierenrinden-Toxizität

(Lipofuscin-Pigment-Akkumulation

und/oder

Parenchymzellverlust)

Ratten

nach

Wochen bei 20 bis 60 mg/kg/Tag (entspricht dem 3- bis 10-fachen der mittleren Steady-

State-AUC bei der empfohlenen Maximaldosis beim Menschen) und eine Zunahme von

Nebennierenrinden-Karzinomen

kombinierten

Nebennierenrinden-

Adenomen/Karzinomen bei weiblichen Ratten bei 60 mg/kg/Tag (das 10-fache der mittleren

Steady-State-AUC

empfohlenen

Maximaldosis

beim

Menschen).

höchste

Exposition in weiblichen Ratten, die keinen Tumor induzierte, war 7-mal höher als die

Exposition des Menschen bei empfohlener Dosierung.

Außerdem wurde eine Cholelithiasis als Folge der Ausfällung von Sulfat-Konjugaten der

Hydroxy-Metaboliten von Aripiprazol in der Galle von Affen nach wiederholter oraler Gabe

von 25 bis 125 mg/kg/Tag festgestellt (das 1- bis 3-fache der mittleren Steady-State-AUC bei

der empfohlenen klinischen Maximaldosis oder dem 16- bis 81-fachen der empfohlenen

Maximaldosis

beim

Menschen

basierend

mg/m

Allerdings

betrugen

menschlichen Galle bei der höchsten empfohlenen Tagesdosis von 30 mg gefundenen

Konzentrationen

Sulfat-Konjugate

Hydroxy-Aripiprazol

nicht

mehr

Konzentrationen, die in der Studie über 39 Wochen in der Galle von Affen festgestellt

wurden, und liegen weit unter den Grenzwerten (6%) der

in vitro

-Löslichkeit.

In Studien mit wiederholter Gabe bei jungen Ratten und Hunden war das Toxizitätsprofil von

Aripiprazol mit dem von erwachsenen Tieren vergleichbar und es gab keine Hinweise auf

Neurotoxizität oder nachteilige Auswirkungen auf die Entwicklung.

Basierend auf den Ergebnissen des kompletten Satzes an Standarduntersuchungen zur

Genotoxizität wurde Aripiprazol als nicht genotoxisch eingestuft. Aripiprazol beeinträchtigte

Fertilität

Studien

Reproduktionstoxizität

nicht.

Ratten

wurden

nach

Dosierungen, die zu subtherapeutischen Expositionen (basierend auf der AUC) führten,

toxische

Effekte

Entwicklung,

einschließlich

dosisabhängiger

fötaler

Ossifikationsverzögerungen und möglicher teratogener Effekte beobachtet. Bei Kaninchen

wurden diese Effekte nach Dosierungen, die zu Expositionen des 3- und 11-fachen der

mittleren

Steady-State-AUC

empfohlenen

klinischen

Maximaldosis

führten,

beobachtet. Maternaltoxische Effekte traten in dem Dosisbereich auf, in dem auch toxische

Effekte auf die intrauterine Entwicklung beobachtet worden waren.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

7 von 15

4.

Klinische Aspekte

Basierend

vorgelegten

bekannten

klinischen

Daten

wurden

klinisch-

pharmakologischen Abschnitte der Fach- und Gebrauchsinformation unter Einhaltung der

aktuellen gesetzlichen Anforderungen und der Empfehlungen der entsprechenden Leitlinien

genehmigt.

Da es sich um eine bezugnehmende Zulassung handelt, sind keine weiteren klinischen

Studien erforderlich.

Hinsichtlich des Wirkstoffes ist bekannt:

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: andere Antipsychotika

ATC-Code: N05AX12

Wirkmechanismus

Es wird vermutet, dass die Wirksamkeit von Aripiprazol bei Schizophrenie und Bipolar-I-

Störung über die Kombination einer partiell agonistischen Wirkung auf Dopamin D2- und

Serotonin 5HT1a-Rezeptoren und einer antagonistischen Wirkung auf Serotonin 5HT2a-

Rezeptoren vermittelt wird. Aripiprazol zeigte im Tiermodell antagonistische Eigenschaften

dopaminerger

Hyperaktivität

agonistische

Eigenschaften

dopaminerger

Hypoaktivität. Aripiprazol zeigte

in vitro

eine hohe Affinität zum Dopamin D2- und D3-

Rezeptor und zum Serotonin 5HT1a- und 5HT2a-Rezeptor sowie eine mäßige Affinität zum

Dopamin

D4-,

Serotonin

5HT2c-

5HT7-,

alpha-1-adrenergen

Histamin-H1-Rezeptor. Außerdem zeigte Aripiprazol eine mäßige Affinität zur Serotonin-

Wiederaufnahme-Stelle

keine

nennenswerte

Affinität

Muscarin-Rezeptoren.

Interaktion mit anderen Rezeptoren als den Dopamin- und Serotonin-Subtypen könnte einige

der anderen klinischen Effekte von Aripiprazol erklären.

Bei Gabe von Aripiprazol in Dosierungen von 0,5 bis 30 mg einmal täglich über 2 Wochen an

gesunde

Probanden

zeigte

Positronen-Emissions-Tomographie

eine

dosisabhängige

Verringerung der Bindung von

C-Racloprid, einem D2/D3-Rezeptor-Liganden, am Nucleus

caudatus und am Putamen.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Schizophrenie

In drei Placebo-kontrollierten Kurzzeit-Studien (4 bis 6 Wochen) an 1.228 schizophrenen

erwachsenen Patienten mit positiven oder negativen Symptomen zeigte Aripiprazol im

Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikant stärkere Besserung der psychotischen

Symptome.

Aripiprazol ist wirksam in der Aufrechterhaltung des Therapieerfolges bei Weiterbehandlung

von erwachsenen Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben. In einer

Haloperidol-kontrollierten Studie war in Woche 52 der Anteil der Responder-Patienten, die

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

8 von 15

Ansprechen

Studienmedikation

beibehielten,

beiden

Gruppen

ähnlich

(Aripiprazol 77% und Haloperidol 73%). Die Gesamt-Rate der Patienten, die die Studie

vollendeten,

signifikant

höher

Patienten

unter

Aripiprazol

(43%)

Haloperidol-Gruppe (30%). Aktuelle Werte aus Messskalen, die als sekundäre Studienziele

definiert

wurden,

inklusive

PANSS

Montgomery-Asberg-Depressionsraten-Skala,

zeigten eine signifikant stärkere Besserung als bei Haloperidol.

In einer 26-wöchigen Placebo-kontrollierten Studie an erwachsenen stabilisierten Patienten

mit chronischer Schizophrenie zeigte sich für Aripiprazol eine signifikant höhere Reduktion

der Rezidivrate, die bei 34% in der Aripiprazol-Gruppe und bei 57% unter Placebo lag.

Gewichtszunahme

In klinischen Studien trat unter Aripiprazol keine klinisch relevante Gewichtszunahme auf. In

einer

26-wöchigen

Olanzapin-kontrollierten,

multinationalen

Doppelblind-Studie

Schizophrenie, die 314 erwachsene Patienten umfasste und in der das primäre Studienziel

"Gewichtszunahme" war, trat unter Aripiprazol (n = 18 oder 13% der auswertbaren

Patientendatensätze)

signifikant

weniger

Patienten

eine

Gewichtszunahme

mindestens 7% gegenüber dem Ausgangswert auf (d.h. eine Zunahme von mindestens 5,6

kg bei einem durchschnittlichen Ausgangsgewicht von ca. 80,5 kg) im Vergleich zu Patienten

unter Olanzapin (n = 45 oder 33% der auswertbaren Patientendatensätze).

Lipidparameter

Eine gepoolte Analyse der Lipidparameter bei Placebo-kontrollierten klinischen Studien mit

Erwachsenen

ergab

keine

klinisch

relevanten

Änderungen

Gesamtcholesterin-,

Triglycerid-, HDL- und LDL-Spiegel durch Aripiprazol.

Gesamtcholesterin: Eine Erhöhung der Werte von normal (< 5,18 mmol/l) zu hoch (≥

6,22 mmol/l) trat mit einer Inzidenz von 2,5% unter Aripiprazol und 2,8% unter Placebo

auf; die durchschnittliche Änderung vom Basiswert betrug für Aripiprazol -0,15 mmol/l

(95% KI: -0,182; -0,115) und für Placebo -0,11 mmol/l (95% KI: -0,148; -0,066).

Nüchtern-Triglyceride: Eine Erhöhung der Werte von normal (< 1,69 mmol/l) zu hoch (≥

2,26 mmol/l) trat mit einer Inzidenz von 7,4% unter Aripiprazol und 7,0% unter Placebo

auf; die durchschnittliche Änderung vom Basiswert betrug für Aripiprazol -0,11 mmol/l

(95% KI: -0,182; -0,046) und für Placebo -0,07 mmol/l (95% KI: -0,148; -0,007).

HDL: Eine Verringerung der Werte von normal (≥ 1,04 mmol/l) zu niedrig (< 1,04

mmol/l) trat mit einer Inzidenz von 11,4% unter Aripiprazol und 12,5% unter Placebo

auf; die durchschnittliche Änderung vom Basiswert betrug für Aripiprazol -0,03 mmol/l

(95% KI: -0,046; -0,017) und für Placebo -0,04 mmol/l (95% KI: -0,056; -0,022).

Nüchtern-LDL: Eine Erhöhung der Werte von normal (< 2,59 mmol/l) zu hoch (≥ 4,14

mmol/l) trat mit einer Inzidenz von 0,6% unter Aripiprazol und 0,7% unter Placebo auf;

die durchschnittliche Änderung vom Basiswert betrug für Aripiprazol -0,09 mmol/l (95%

KI: -0,139; -0,047) und für Placebo -0,06 mmol/l (95% KI: -0,116; -0,012).

Prolaktin

In allen klinischen Studien mit Aripiprazol wurden bei jeder Dosierung die Prolaktin-Werte

erhoben (n = 28.242). Die Inzidenz von Hyperprolaktinämie oder einer Erhöhung des Serum-

Prolaktins war bei Patienten, die mit Aripiprazol behandelt wurden (0,3%), vergleichbar mit

der bei Placebo (0,2%). Bei Patienten, die Aripiprazol erhielten, lag die mediane Zeit bis zum

Einsetzen bei 42 Tagen und die mediane Dauer bei 34 Tagen.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

9 von 15

Die Inzidenz von Hyperprolaktinämie oder einer Absenkung des Serum-Prolaktins war bei

Patienten, die mit Aripiprazol behandelt wurden, 0,4% im Vergleich zu 0,02% bei Patienten,

die mit Placebo behandelt wurden. Bei Patienten, die Aripiprazol erhielten, lag die mediane

Zeit bis zum Einsetzen bei 30 Tagen und die mediane Dauer bei 194 Tagen.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung

In zwei 3-wöchigen Placebo-kontrollierten Monotherapie-Studien mit flexibler Dosierung bei

Patienten

einer

manischen

oder

gemischten

Episode

Bipolar-I-Störung

zeigte

Aripiprazol eine gegenüber Placebo überlegene Wirksamkeit bei der Verringerung manischer

Symptome über 3 Wochen. Diese Studien beinhalteten Patienten mit oder ohne psychotische

Merkmale und mit oder ohne Rapid-Cycling-Verlauf.

In einer 3-wöchigen Placebo-kontrollierten Monotherapie-Studie mit fixer Dosierung bei

Patienten

einer

manischen

oder

gemischten

Episode

Bipolar-I-Störung

zeigte

Aripiprazol gegenüber Placebo keine überlegene Wirksamkeit.

In zwei 12-wöchigen Placebo- und aktiv-kontrollierten Monotherapie-Studien bei Patienten

mit einer manischen oder gemischten Episode einer Bipolar-I-Störung, mit oder ohne

psychotische Merkmale, zeigte Aripiprazol eine gegenüber Placebo überlegene Wirksamkeit

in Woche 3 und einen Erhaltungseffekt, der vergleichbar war mit dem von Lithium oder

Haloperidol in Woche 12. Aripiprazol wies außerdem in Woche 12 einen mit Lithium oder

Haloperidol vergleichbaren Anteil an Patienten mit symptomatischer Remission der Manie

auf.

In einer 6-wöchigen Placebo-kontrollierten Studie bei Patienten mit einer manischen oder

gemischten Episode einer Bipolar-I-Störung, mit oder ohne psychotische Merkmale, die

teilweise über 2 Wochen nicht auf Lithium- oder Valproat-Monotherapie bei therapeutischen

Serumspiegeln

ansprachen,

ergab

Begleittherapie

Aripiprazol

eine

überlegene

Wirksamkeit bei der Verringerung manischer Symptome im Vergleich zur Monotherapie mit

Lithium oder Valproat.

In einer 26-wöchigen Placebo-kontrollierten Studie gefolgt von einer 74-wöchigen Langzeit-

Erweiterungsphase

manischen

Patienten,

Aripiprazol

während

einer

Stabilisierungsphase

Randomisierung

eine

Remission

erreicht

hatten,

zeigte

sich

Aripiprazol gegenüber Placebo überlegen im Hinblick auf die Prävention eines bipolaren

Rezidivs, vorwiegend bei der Prävention eines Manie-Rezidivs. Es zeigte sich jedoch keine

Überlegenheit gegenüber Placebo bei der Prävention eines Rezidivs der Depression.

einer

52-wöchigen,

Placebo-kontrollierten

Studie

Patienten

einer

akuten

manischen oder gemischten Episode einer Bipolar-I-Störung, die nach Behandlung mit

Aripiprazol

(10 mg/Tag bis 30 mg/Tag) adjunktiv zu Lithium oder Valproat über 12

aufeinanderfolgende Wochen eine anhaltende Remission (YMRS und MADRS Gesamtwerte ≤

12) erreicht hatten, zeigte adjunktives Aripiprazol Überlegenheit gegenüber Placebo mit

einem 46% niedrigeren Rezidivrisiko (Hazard-Ratio von 0,54) für bipolare Störung und einem

65% niedrigeren Rezidivrisiko (Hazard-Ratio von 0,35) für Manie. Bezüglich der Prävention

eines

Depressionsrezidivs

konnte

jedoch

keine

Überlegenheit

gegenüber

Placebo

nachgewiesen werden. Adjunktives Aripiprazol zeigte sich gegenüber Placebo überlegen im

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

10 von 15

sekundären Endpunkt, dem CGI-BP-Wert zur Bestimmung des Schweregrads der Erkrankung

(Manie).

In dieser Studie wurde den Patienten vom Prüfarzt entweder eine offene Lithium- oder

Valproat-Monotherapie zugewiesen, um ein partielles Nichtansprechen zu bewerten. Die

Patienten wurden für mindestens 12 aufeinanderfolgende Wochen mit einer Kombination von

Aripiprazol und dem gleichen Stimmungsstabilisator stabilisiert.

Stabilisierte Patienten erhielten dann weiterhin den gleichen Stimmungsstabilisator und dazu

– randomisiert

doppeltverblindet

entweder

Aripiprazol

oder

Placebo.

Vier

Untergruppen von Stimmungsstabilisatoren wurden in der randomisierten Phase beurteilt:

Aripiprazol + Lithium; Aripiprazol + Valproat; Placebo + Lithium; Placebo + Valproat.

Kaplan-Meier-Rate

für

Wiederauftreten

einer

beliebigen

Stimmungsepisode

Begleittherapiearm betrug 16% bei Aripiprazol + Lithium und 18% bei Aripiprazol + Valproat

verglichen mit 45% bei Placebo + Lithium und 19% bei Placebo + Valproat.

Kinder und Jugendliche

Schizophrenie bei Jugendlichen

einer

6-wöchigen

Placebo-kontrollierten

Studie

schizophrenen

jugendlichen

Patienten (13 bis 17 Jahre), die positive oder negative Symptome aufwiesen, war Aripiprazol

Vergleich

Placebo

einer

statistisch

signifikant

stärkeren

Verbesserung

psychotischen Symptome verbunden.

In einer Subanalyse der jugendlichen Patienten im Alter von 15 bis 17 Jahren, die 74% der

Gesamtpopulation der Studie darstellten, wurde dieser Effekt auch während der 26-wöchigen

unverblindeten Verlängerung der Studie beobachtet.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung bei Kindern und Jugendlichen

Aripiprazol wurde in einer 30-wöchigen Placebo-kontrollierten klinischen Studie mit 296

Kindern und Jugendlichen (10 bis 17 Jahre) untersucht, die den DSM-IV-Kriterien für Bipolar-

I-Störung mit manischen oder gemischten Episoden mit oder ohne psychotische Züge

entsprachen und als Baseline einen YMRS-Score ≥ 20 aufwiesen. Von den Patienten, die zur

primären Wirksamkeitsanalyse herangezogen wurden, hatten 139 Patienten eine bestehende

komorbide Diagnose von ADHS.

Aripiprazol war bei der Veränderung der Baseline in Woche 4 und in Woche 12 im YMRS-

Gesamt-Score gegenüber Placebo überlegen. In einer Post-hoc-Analyse zeigte sich die

Verbesserung gegenüber Placebo deutlicher bei Patienten mit einer ADHS-Komorbidität als

bei der Gruppe ohne ADHS, wo kein Unterschied zu Placebo bestand. Eine Rezidivprävention

wurde nicht nachgewiesen.

Durchschnittliche Verbesserung beim YMRS-Score gegenüber Baseline bei psychiatrischer

Komorbidität

Psychiatrische

Komorbidität

Woche 4

Woche 12

ADHS

Woche 4

Woche 12

Aripiprazol 10 mg

(n = 48)

14,9

15,1

Aripiprazol 10 mg

(n = 44)

15,2

15,6

Aripiprazol 30 mg

(n = 51)

16,7

16,9

Aripiprazol 30 mg

(n = 48)

15,9

16,7

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

11 von 15

Placebo

(n = 52)

Placebo

(n = 47)

Keine

psychiatrischen

Komorbiditäten

Woche 4

Woche 12

Kein ADHS

Woche 4

Woche 12

Aripiprazol 10 mg

(n = 27)

12,8

15,9

Aripiprazol 10 mg

(n = 37)

12,7

15,7

Aripiprazol 30 mg

(n = 25)

15,3

14,7

Aripiprazol 30 mg

(n = 30)

14,6

13,4

Placebo

(n = 18)

Placebo

(n = 25)

10,0

n = 51 in Woche 4

n = 46 in Woche 4

Die häufigsten behandlungsassoziierten Nebenwirkungen bei Patienten, die eine Dosis von

erhielten,

waren

extrapyramidale

Störungen

(28,3%),

Somnolenz

(27,3%),

Kopfschmerzen (23,2%) und Übelkeit (14,1%). Im Mittel nahmen Patienten, die 30 Wochen

mit Aripiprazol behandelt wurden, 2,9 kg Gewicht zu, verglichen mit 0,98 kg bei Patienten,

die Placebo erhielten.

Reizbarkeit im Zusammenhang mit autistischer Störung bei Kindern und Jugendlichen (siehe

Abschnitt 4.2)

Aripiprazol wurde bei Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren in zwei 8-wöchigen Placebo-

kontrollierten Studien [eine mit flexibler Dosis (2 bis 15 mg/Tag) und eine mit fixer Dosis (5,

10 oder 15 mg/Tag)] und in einer 52-wöchigen offenen Studie untersucht. In diesen Studien

wurde die Initialdosis von 2 mg/Tag nach einer Woche auf 5 mg/Tag gesteigert und in

wöchentlichen Schritten um 5 mg/Tag bis zur Zieldosis erhöht. Über 75% der Patienten

waren unter 13 Jahre alt. Aripiprazol zeigte bei der Unterskala „Reizbarkeit“ der „Aberrant

Behaviour Checklist“ statistisch eine bessere Wirksamkeit als Placebo. Die klinische Relevanz

dieses

Befundes

wurde

nicht

nachgewiesen.

Sicherheitsprofil

wurden

Gewichtszunahme und Änderungen des Prolaktinspiegels mit einbezogen. Die Studiendauer

zur Langzeit-Sicherheit war auf 52 Wochen begrenzt. Niedrige Serumprolaktinspiegel bei

weiblichen (< 3 ng/ml) und männlichen (< 2 ng/ml) Patienten traten bei Behandlung mit

Aripiprazol mit einer Häufigkeit von 27/46 (58,7%) bzw. 258/298 (86,6%) auf (gepoolte

Studien). In Placebo-kontrollierten Studien betrug die mittlere Gewichtszunahme 0,4 kg

unter Placebo und 1,6 kg unter Aripiprazol.

Aripiprazol wurde auch in einer Placebo-kontrollierten Langzeitstudie zur Erhaltungsphase

untersucht. Nach einer 13- bis 26-wöchigen Stabilisierung mit Aripiprazol (2 bis 15 mg/Tag)

wurden Patienten mit stabilem Ansprechen für 16 Wochen entweder auf Aripiprazol belassen

oder auf Placebo umgestellt. In der Woche 16 betrug die Kaplan-Meier-Rate für einen

Rückfall 35% für Aripiprazol und 52% für Placebo. Die Hazard-Ratio für ein Rezidiv innerhalb

von 16 Wochen (Aripiprazol/Placebo) war 0,57 (kein statistisch signifikanter Unterschied).

Die mittlere Gewichtszunahme in der Stabilisierungsphase (bis zu 26 Wochen) mit Aripiprazol

betrug 3,2 kg und eine weitere mittlere Zunahme von 2,2 kg für Aripiprazol verglichen mit

für

Placebo

wurde

zweiten

Teil

Wochen)

Studie

beobachtet.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

12 von 15

Extrapyramidale Symptome wurden hauptsächlich während der Stabilisierungsphase bei 17%

der Patienten beobachten, 6,5% davon Tremor.

Mit dem Tourette-Syndrom assoziierte Tics bei Kindern und Jugendlichen (siehe Abschnitt

4.2)

Wirksamkeit

Aripiprazol

Kindern

Jugendlichen

Tourette-Syndrom

(Aripiprazol: n = 99, Placebo: n = 44) wurde in einer randomisierten, doppelblinden,

Placebo-kontrollierten

8-wöchigen

Studie

untersucht,

angelegt

war,

dass

Behandlungsgruppen eine vom Körpergewicht abhängige Festdosis im Dosisbereich von 5

mg/Tag bis 20 mg/Tag und eine Anfangsdosis von 2 mg erhielten. Die Patienten waren

zwischen 7 und 17 Jahre alt und wiesen zu Beginn einen mittleren Gesamt-Tic-Score-Wert

von 30 auf der Yale Global Tic Severity Scale (TTS-YGTSS) auf. Aripiprazol zeigte bei der

Veränderung ab Studienbeginn bis Woche 8 eine Verbesserung auf der TTS-YGTSS von

13,35 bei der Gruppe mit niedriger Dosis (5 mg oder 10 mg) und 16,94 bei der Gruppe mit

hoher Dosis (10 mg oder 20 mg) im Vergleich zu einer Verbesserung von 7,09 in der

Placebo-Gruppe.

Wirksamkeit

Aripiprazol

Kindern

Jugendlichen

Tourette-Syndrom

(Aripiprazol: n = 32, Placebo: n = 29) wurde ebenfalls in einer in Süd-Korea durchgeführten

10-wöchigen

randomisierten,

doppelblinden,

Placebo-kontrollierten

Studie

einem

flexiblen Dosisbereich von 2 mg/Tag bis 20 mg/Tag und einer Anfangsdosis von 2 mg

untersucht. Die Patienten waren zwischen 6 und 18 Jahre alt und wiesen zu Beginn einen

mittleren Wert von 29 auf der TTS-YGTSS auf. Bei der Veränderung ab Studienbeginn bis

Woche 10 zeigte die Aripiprazol-Gruppe auf der TTS-YGTSS eine Verbesserung von 14,97 im

Vergleich zu einer Verbesserung von 9,62 in der Placebo-Gruppe.

diesen

beiden

Kurzzeitstudien

konnte

klinische

Relevanz

Ergebnisse

Wirksamkeit, angesichts des Ausmaßes der Behandlungswirkung im Vergleich zu der großen

Placebowirkung

unklaren

Wirkungen

hinsichtlich

psychosozialen

Funktionsfähigkeit,

nicht

nachgewiesen

werden.

liegen

keine

Langzeitdaten

Wirksamkeit und Sicherheit von Aripiprazol bei dieser fluktuierenden Erkrankung vor.

Europäische

Arzneimittel-Agentur

für

Referenzarzneimittel,

Aripiprazol

enthält, eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in

einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung der Schizophrenie und

Behandlung

bipolaren

affektiven

Störung

gewährt

(siehe

Abschnitt

bzgl.

Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Aripiprazol wird gut resorbiert, wobei maximale Plasmaspiegel innerhalb von 3 bis 5 Stunden

nach der Einnahme erreicht werden. Aripiprazol unterliegt einem minimalen präsystemischen

Metabolismus. Die absolute orale Bioverfügbarkeit der Tablettenformulierung beträgt 87%.

Eine Mahlzeit mit hohem Fettgehalt hat keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von

Aripiprazol.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

13 von 15

Verteilung

Aripiprazol wird im gesamten Körper mit einem scheinbaren Verteilungsvolumen von 4,9 l/kg

verteilt,

extensive

extravaskuläre

Verteilung

deutet.

therapeutischen

Konzentrationen wird Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol zu über 99% an Plasmaproteine,

hauptsächlich Albumin, gebunden.

Biotransformation

Aripiprazol wird überwiegend in der Leber hauptsächlich über drei Biotransformationswege

metabolisiert: Dehydrierung, Hydroxylierung und N-Dealkylierung. Basierend auf

in vitro

Studien sind die Enzyme CYP3A4 und CYP2D6 für die Dehydrierung und Hydroxylierung von

Aripiprazol verantwortlich, die N-Dealkylierung wird durch CYP3A4 katalysiert. Aripiprazol

macht den Hauptanteil des Arzneimittels im systemischen Kreislauf aus. Im Steady-State

beträgt der Anteil von Dehydro-Aripiprazol, dem aktiven Metaboliten, ca. 40% der AUC von

Aripiprazol im Plasma.

Elimination

Die mittlere Eliminationshalbwertszeit liegt bei annähernd 75 Stunden für Aripiprazol bei

extensiven Metabolisierern über CYP2D6 und bei annähernd 146 Stunden bei „schlechten“

(„poor“) Metabolisierern über CYP2D6.

Die Gesamtkörper-Clearance von Aripiprazol beträgt 0,7 ml/min/kg und erfolgt hauptsächlich

über die Leber.

Nach oraler Gabe einer Einzeldosis von

C-markiertem Aripiprazol wurden ca. 27% der

verabreichten Radioaktivität im Urin und etwa 60% in den Faeces gefunden. Weniger als 1%

Aripiprazol wurde unverändert im Urin ausgeschieden und ca. 18% wurden unverändert in

den Faeces gefunden.

Pharmakokinetik bei besonderen Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik von Aripiprazol und Dihydro-Aripiprazol bei pädiatrischen Patienten im

Alter von 10 bis 17 Jahren war vergleichbar mit derjenigen von Erwachsenen nach Korrektur

des Unterschieds im Körpergewicht.

Ältere Menschen

Bei Aripiprazol gibt es keinen Unterschied in der Pharmakokinetik zwischen älteren und

jüngeren

gesunden

erwachsenen

Probanden.

Ebenso

zeigten

sich

pharmakokinetischen Untersuchung schizophrener Patienten keine altersabhängigen Effekte.

Geschlecht

Bei Aripiprazol gibt es keine Unterschiede in der Pharmakokinetik zwischen männlichen und

weiblichen

gesunden

Probanden.

Ebenso

zeigten

sich

einer

pharmakokinetischen

Untersuchung schizophrener Patienten keine geschlechtsabhängigen Effekte.

Rauchen

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

14 von 15

Eine populationsspezifische Auswertung zur Pharmakokinetik ergab keinen Hinweis auf

klinisch signifikante Auswirkungen des Rauchens auf die Pharmakokinetik von Aripiprazol.

Ethnische Zugehörigkeit

Eine populationsspezifische Auswertung zur Pharmakokinetik ergab keinen Hinweis auf

Unterschiede

aufgrund

ethnischen

Zugehörigkeit

Pharmakokinetik

Aripiprazol.

Niereninsuffizienz

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol waren bei

Patienten mit schwerer Nierenerkrankung im Vergleich zu jungen gesunden Probanden

ähnlich.

Leberinsuffizienz

Eine Einzeldosis-Studie bei Probanden mit verschiedengradiger Leberzirrhose (Child-Pugh

Klassen A, B und C) zeigte keinen signifikanten Effekt hinsichtlich der Beeinträchtigung der

Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol, aber die

Studie umfasste nur 3 Patienten mit Leberzirrhose der Klasse C, was nicht ausreicht, um

Schlüsse auf deren metabolische Kapazität zu ziehen.

5.

Pharmakovigilanz

Der Antragsteller erbrachte den Nachweis, dass ihm eine adäquat qualifizierte für die

Pharmakovigilanz verantwortliche Person sowie ein System zur Erfassung und Meldung

sowohl von innerhalb als auch außerhalb der Europäischen Gemeinschaft aufgetretenen

Nebenwirkungen

Verfügung

steht.

Antragsteller

vorgelegte

detaillierte

Beschreibung seines Pharmakovigilanz-Systems entspricht den Anforderungen des von der

Europäischen Kommission erstellten und veröffentlichten Leitfadens über die Erfassung,

Überprüfung

Vorlage

Berichten

über

Nebenwirkungen,

einschließlich

technischen Anforderungen an den elektronischen Austausch von Pharmakovigilanzdaten

gemäß

international

vereinbarten

Formaten.

Eine

Beschreibung

Risikomanagementsystems, das der Antragsteller einführen wird, wurde vorgelegt.

6.

Overall conclusion, Nutzen-Risiko-Beurteilung und Empfehlung

Lesbarkeitstest

Es wurde ein Lesbarkeitstest der Gebrauchsinformation mit Patienten - Zielgruppen auf der

Basis eines „Bridging Reports“ mit Bezugnahme auf Aripiprazol Gerot 10 mg-Tabletten

durchgeführt. Der durch den Antragsteller eingereichte „Bridging report“ kann akzeptiert

werden.

AGES Medizinmarktaufsicht

Traisengasse 5

A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

15 von 15

vorliegenden

Gutachten

haben

eine

positive

Nutzen-Risiko-Bewertung

für

gegenständliche Arzneispezialität ergeben.

Dem Antrag der Firma Gerot Pharmazeutika GmbH auf Zulassung gemäß § 10 Abs. 1 und 15

in Verbindung mit § 20 des Arzneimittelgesetzes (AMG), BGBl. Nr. 185/1983 idgF wurde mit

Bescheid

Bundesamtes

für

Sicherheit

Gesundheitswesen

05.04.2016

stattgegeben.

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung

Alle Änderungen, die Fach- und Gebrauchsinformationen betreffen, werden in den BASG-

Verlautbarungen unter https://verlautbarung.basg.gv.at/ publiziert.

Aktuelle Versionen der Fach- und Gebrauchsinformationen der in Österreich zugelassenen

Arzneispezialitäten

können

unter

https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

abgerufen

werden.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen