Arileto 10 mg-Tabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

22-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

22-02-2021

Wirkstoff:
ARIPIPRAZOL
Verfügbar ab:
G.L. Pharma GmbH
ATC-Code:
N05AX10
INN (Internationale Bezeichnung):
ARIPIPRAZOLE
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
136577
Berechtigungsdatum:
2015-10-06

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Arileto 10 mg-Tabletten

Wirkstoff: Aripiprazol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Arileto und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Arileto beachten?

Wie ist Arileto einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Arileto aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Arileto und wofür wird es angewendet?

Arileto enthält den Wirkstoff Aripiprazol und gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die

Antipsychotika genannt werden. Es wird angewendet zur Behandlung von Erwachsenen und

Jugendlichen ab 15 Jahren, die an einer Erkrankung leiden, die gekennzeichnet ist durch

Beschwerden wie das Hören, Sehen oder Fühlen von Dingen, die nicht vorhanden sind,

Misstrauen, Wahnvorstellungen, unzusammenhängende Sprache, wirres Verhalten und

verflachte Stimmungslage. Menschen mit dieser Krankheit können auch niedergeschlagen

sein, sich schuldig fühlen, ängstlich oder angespannt sein.

Arileto wird angewendet bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 13 Jahren zur Behandlung

einer Erkrankung mit Beschwerden wie übersteigertem Hochgefühl, dem Gefühl übermäßige

Energie zu haben, viel weniger Schlaf zu brauchen als gewöhnlich, sehr schnellem Sprechen

mit schnell wechselnden Ideen und manchmal starker Reizbarkeit. Bei Erwachsenen

verhindert es auch, dass dieser Zustand bei Patienten wieder auftritt, die auf die Behandlung

mit Arileto angesprochen haben.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Arileto beachten?

Arileto darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Aripiprazol oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie Arileto einnehmen.

Suizidgedanken und entsprechendes Verhalten wurden während der Behandlung mit

Aripiprazol berichtet. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn Sie daran denken oder

sich danach fühlen, sich selbst zu verletzen.

Informieren Sie Ihren Arzt vor der Behandlung mit Arileto, wenn Sie an Folgendem leiden:

hoher Blutzuckerspiegel (gekennzeichnet durch Beschwerden wie übermäßiger Durst,

Ausscheiden großer Harnmengen, Appetitsteigerung und Schwächegefühl) oder Fälle

von Diabetes (Zuckerkrankheit) in der Familie

Krämpfe (Anfälle), da Ihr Arzt Sie eventuell besonders sorgfältig überwachen möchte

unwillkürliche, unregelmäßige Muskelbewegungen, insbesondere im Gesicht

Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie,

Schlaganfall oder vorübergehende Mangeldurchblutung des Gehirns (transitorische

ischämische Attacke/TIA), ungewöhnlicher Blutdruck

Blutgerinnsel oder Fälle von Blutgerinnseln in der Familie, da Antipsychotika mit der

Bildung von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht werden

bereits aus der Vergangenheit bekannte Spielsucht

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an Gewicht zunehmen, wenn Sie ungewöhnliche

Bewegungen entwickeln, wenn Sie eine Schläfrigkeit verspüren, die sich auf die normalen

täglichen Aktivitäten auswirkt, oder wenn Sie Schluckbeschwerden oder allergische

Beschwerden bemerken.

Wenn Sie als älterer Patient an Demenz (Verlust des Gedächtnisses oder anderer geistiger

Fähigkeiten) leiden, teilen Sie oder ein Pfleger/ein Verwandter Ihrem Arzt mit, falls Sie jemals

einen Schlaganfall oder eine vorübergehende Mangeldurchblutung des Gehirns hatten.

Informieren Sie unverzüglich einen Arzt, wenn Sie daran denken oder sich danach fühlen,

sich etwas anzutun. Gedanken sich das Leben zu nehmen und entsprechendes Verhalten

wurden während der Behandlung mit Aripiprazol berichtet.

Informieren Sie umgehend einen Arzt, wenn Sie an Muskelsteifigkeit oder Unbeweglichkeit

verbunden mit hohem Fieber, Schwitzen, verändertem Geisteszustand oder sehr schnellem

oder unregelmäßigem Herzschlag leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Familie/Ihr Betreuer bemerken, dass Sie

einen Drang oder ein Verlangen nach ungewöhnlichen Verhaltensweisen entwickeln, und

dass Sie dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung nicht widerstehen können, bestimmte

Dinge zu tun, die Ihnen oder anderen schaden könnten. Diese sogenannten

Impulskontrollstörungen können sich in Verhaltensweisen wie Spielsucht, Essattacken,

übermäßigem Geldausgeben oder übersteigertem Sexualtrieb äußern oder darin, dass Sie

von vermehrten sexuellen Gedanken oder Gefühlen beherrscht werden.

Möglicherweise muss Ihr Arzt dann die Dosis anpassen oder die Behandlung abbrechen.

Aripiprazol kann Schläfrigkeit, starkes Absinken des Blutdrucks beim Aufstehen, Schwindel

und Veränderungen Ihrer Bewegungsfähigkeit und Ihres Gleichgewichts verursachen, was

zu Stürzen führen kann. Vorsicht ist insbesondere dann geboten, wenn Sie ein älterer

Patient oder geschwächt sind.

Kinder und Jugendliche

Wenden Sie dieses Arzneimittel nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 13 Jahren an. Es

ist nicht bekannt, ob es bei diesen Patienten sicher und wirksam ist.

Einnahme von Arileto zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Blutdrucksenkende Arzneimittel: Arileto kann die Wirkung von Arzneimitteln verstärken, die

den Blutdruck senken. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Arzneimittel zur

Blutdruckkontrolle einnehmen.

Bei der Einnahme von Arileto zusammen mit anderen Arzneimitteln kann es erforderlich sein,

Ihre Dosis von Arileto oder die der anderen Arzneimittel zu ändern. Es ist besonders wichtig,

Ihrem Arzt mitzuteilen, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen:

Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (z.B. Chinidin, Amiodaron,

Flecainid),

Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen (z.B. Ketoconazol, Itraconazol),

bestimmte Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion (z.B. Efavirenz, Nevirapin,

Protease-Inhibitoren wie z.B. Indinavir, Ritonavir),

Antikonvulsiva, die zur Behandlung von Epilepsie angewendet werden (z.B.

Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital),

Bestimmte Antibiotika zur Behandlung der Tuberkulose (Rifabutin, Rifampicin).

Sprechen Sie ebenfalls mit Ihrem Arzt, wenn Sie Arzneimittel, die den Serotoninspiegel

erhöhen, einnehmen. Diese werden üblicherweise bei Erkrankungen wie Depression,

generalisierte Angststörung, Zwangsstörung (obsessive-compulsive disorder, OCD) und

soziale Phobie sowie Migräne und Schmerzen eingesetzt:

Triptane (z.B. Sumatriptan und Zolmitriptan), Tramadol und Tryptophan, die bei

Erkrankungen wie Depression, generalisierte Angststörung, Zwangsstörung (OCD) und

soziale Phobie sowie Migräne und Schmerzen eingesetzt werden,

selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs; z.B. Paroxetin und Fluoxetin), die

bei Depression, Zwangsstörung, Panik und Angst eingesetzt werden,

andere Antidepressiva (z.B. Venlafaxin und Tryptophan), die bei schweren

Despressionen eingesetzt werden,

trizyklische Antidepressiva (z.B. Clomipramin und Amitriptylin), die bei depressiven

Erkrankungen eingesetzt werden,

Johanniskraut (Hypericum perforatum), das als pflanzliches Heilmittel bei leichten

Depressionen eingesetzt wird,

Schmerzmittel (z.B. Tramadol und Pethidin), die zur Schmerzlinderung eingesetzt

werden.

Diese Arzneimittel können das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen oder die Wirkung von

Arileto vermindern. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie bei der Einnahme eines dieser

Arzneimittel zusammen mit Arileto ungewöhnliche Beschwerden bekommen.

Einnahme von Arileto zusammen mit Nahrungsmitteln und Alkohol

Arileto kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Meiden Sie Alkohol, wenn Sie Arileto einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt um Rat.

Schwangerschaft

Bei Neugeborenen, deren Mütter Aripiprazol im letzten Trimenon (letzte drei Monate der

Schwangerschaft) eingenommen haben, können folgende Beschwerden auftreten: Zittern,

Muskelsteifheit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und

Schwierigkeiten beim Stillen. Wenn Ihr Baby eines dieser Anzeichen entwickelt, kontaktieren

Sie Ihren Arzt.

Stillzeit

Wenn Sie Arileto einnehmen, wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, ob Sie stillen dürfen – unter

Berücksichtigung des Nutzens Ihrer Behandlung für Sie und des Nutzens des Stillens für Ihr

Baby. Es wird nicht empfohlen zu stillen, wenn Sie Arileto einnehmen. Sprechen Sie mit

Ihrem Arzt über den besten Weg, um Ihr Baby zu ernähren, wenn Sie dieses Arzneimittel

erhalten.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Während der Behandlung mit diesem Arzneimittel können Schwindelgefühle und Probleme

mit dem Sehen auftreten (siehe Abschnitt 4.) In Fällen, bei denen volle Aufmerksamkeit nötig

ist, z.B. beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen, ist dies zu berücksichtigen.

Arileto enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Arileto erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist,

dass Sie an einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3. Wie ist Arileto einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis für Erwachsene beträgt 15 mg einmal täglich. Ihr Arzt kann Ihnen

jedoch eine niedrigere oder höhere Dosis bis zu maximal 30 mg einmal täglich verschreiben.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Es kann mit Aripiprazol in einer niedrigen Dosierung, die mit Arileto-Tabletten nicht

erreichbar ist, begonnen werden. Um diese niedrige Dosierung zu erreichen, sind andere

(flüssige) Aripiprazol-hältige Arzneispezialitäten anzuwenden.

Die Dosis kann allmählich auf die empfohlene Dosis für Jugendliche von 10 mg einmal

täglich gesteigert werden. Ihr Arzt kann jedoch eine niedrigere oder höhere Dosis bis zu

maximal 30 mg einmal täglich verschreiben.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Arileto zu stark oder zu schwach ist.

Versuchen Sie, Arileto jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen. Es ist nicht wichtig, ob

Sie die Tabletten mit dem Essen oder auf nüchternen Magen einnehmen. Nehmen Sie sie

immer mit Wasser ein und schlucken Sie sie im Ganzen.

Auch wenn Sie sich besser fühlen, dürfen Sie die tägliche Dosis von Arileto nicht

verändern oder absetzen, ohne Ihren Arzt vorher zu fragen.

Wenn Sie eine größere Menge von Arileto eingenommen haben als Sie sollten

Wenn Sie feststellen, dass Sie mehr Arileto-Tabletten eingenommen haben als von Ihrem

Arzt empfohlen (oder wenn eine andere Person einige Ihrer Arileto-Tabletten eingenommen

hat), kontaktieren Sie umgehend einen Arzt. Wenn Sie keinen Arzt erreichen können, suchen

Sie das nächste Krankenhaus auf und nehmen Sie die Packung mit.

Bei Patienten, die zu viel Aripiprazol eingenommen haben, traten die folgenden

Beschwerden auf:

schneller Herzschlag, Unruhe/Aggressivität, Sprachstörungen

ungewöhnliche Bewegungen (besonders des Gesichts oder der Zunge) und verringerter

Bewusstseinszustand

Andere Beschwerden können u.a. umfassen:

akute Verwirrtheit, Krampfanfälle (Epilepsie), Koma, eine Kombination von Fieber,

schnellerem Atmen, Schwitzen

Muskelsteifheit und Benommenheit oder Schläfrigkeit, langsamere Atmung, Atemnot,

hoher oder niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen

Informieren Sie sofort Ihren Arzt oder ein Krankenhaus, wenn Sie eine der oben genannten

Nebenwirkungen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Arileto vergessen haben

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie

daran denken. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme

vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Arileto abbrechen

Beenden Sie Ihre Behandlung nicht, nur, weil Sie sich besser fühlen. Es ist wichtig, dass Sie

Arileto so lange weiter einnehmen, wie Ihr Arzt es Ihnen gesagt hat.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Schlaflosigkeit

Angstgefühl

Gefühl der Unruhe und nicht still halten zu können, Schwierigkeiten ruhig zu sitzen

unkontrollierbare zuckende Bewegungen, zuckende oder windende Bewegungen,

unruhige Beine

Zittern

Kopfschmerzen

Müdigkeit

Schläfrigkeit

Benommenheit

Schwindelgefühl

verschwommenes Sehen

Verstopfung

Verdauungsstörungen

Übelkeit

mehr Speichel im Mund als üblich

Erbrechen

Ermüdung

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

erhöhter Spiegel des Hormons Prolaktin im Blut

hoher Blutzucker

Depression

verändertes oder verstärktes sexuelle Interesse

nicht kontrollierbare Bewegungen von Mund, Zunge und Gliedmaßen (tardive

Dyskinesie)

eine Muskelerkrankung, die windende Bewegungen hervorruft (Dystonie)

Doppeltsehen

Lichtempfindlichkeit der Augen

schneller Herzschlag

Absinken des Blutdrucks beim Aufstehen, was zu Schwindelgefühl, Benommenheit oder

Ohnmacht führen kann

Schluckauf

Die folgenden Nebenwirkungen wurden seit der Markteinführung von Aripiprazol zum

Einnehmen berichtet, aber die Häufigkeit, mit der diese auftreten, ist nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen

verringerte Anzahl an Blutplättchen

allergische Reaktion (z.B. Schwellungen von Mund, Rachen, Zunge und Gesicht,

Juckreiz, Hautausschlag)

Beginn oder Verschlechterung von Diabetes (Zuckerkrankheit), Ketoazidose

(Ausscheidung von Ketonen ins Blut und in den Urin) oder Koma

niedriger Natriumspiegel im Blut

Appetitlosigkeit (Anorexie)

Gewichtsverlust

Gewichtszunahme

Selbsttötungsgedanken, Selbsttötungsversuch und Selbsttötung

Aggressivität

gesteigerte Unruhe

Nervosität

Kombination aus Fieber, Muskelsteifheit, beschleunigtem Atmen, Schwitzen,

verringertem Bewusstseinszustand und plötzlicher Veränderung des Blutdrucks und des

Herzschlags, Ohnmacht (malignes neuroleptisches Syndrom)

Krampfanfall

Serotonin-Syndrom (eine Reaktion, die Glücksgefühle, Schläfrigkeit, Schwerfälligkeit,

Ruhelosigkeit, Trunkenheitsgefühl, Fieber, Schwitzen oder steife Muskeln verursachen

kann)

Sprechstörung

Fixierung der Augäpfel in einer Position (Blickkrampf)

plötzlicher unerklärbarer Tod

lebensbedrohlich unregelmäßiger Herzschlag

Herzanfall

verlangsamter Herzschlag

Blutgerinnsel in den Venen, insbesondere in den Beinen (die Anzeichen dafür beinhalten

Schwellungen, Schmerzen und Rötung im Bein), die durch die Blutgefäße zu den Lungen

gelangen und dort Brustschmerzen und Atembeschwerden verursachen können (wenn

Sie eines dieser Anzeichen bemerken, holen Sie sofort medizinischen Rat ein)

hoher Blutdruck

Ohnmacht

versehentliches Inhalieren von Nahrung mit der Gefahr einer Lungenentzündung

Verkrampfung der Stimmritze

Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Schluckbeschwerden

Durchfall

Bauchbeschwerden

Magenbeschwerden

Leberversagen

Leberentzündung

Gelbfärbung der Haut und des Augapfels

abnorme Leberwerte

Hautausschlag

Lichtempfindlichkeit

Haarausfall

übermäßiges Schwitzen

ungewöhnliches Muskelversagen, das zu Nierenproblemen führen kann

(Rhabdomyolyse)

Muskelschmerzen

Steifheit

ungewollter Harnabgang (Inkontinenz)

Schwierigkeiten beim Wasserlassen

Entzugserscheinungen bei Neugeborenen (bei Anwendung in der Schwangerschaft)

länger andauernde und/oder schmerzhafte Erektion

Schwierigkeiten, die Körperkerntemperatur unter Kontrolle zu halten, oder Überhitzung

Brustschmerzen

Anschwellen der Hände, Fußknöchel oder Füße

bei Bluttests: schwankende Blutzuckerwerte, erhöhte Werte für glykolisiertes Hämoglobin

Unfähigkeit, dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung zu widerstehen, bestimmte

Dinge zu tun, die Ihnen oder anderen schaden könnten, z.B.:

Spielsucht, ohne Rücksicht auf ernste persönliche oder familiäre Konsequenzen,

verändertes oder verstärktes sexuelles Interesse und Verhalten, das Sie oder andere

stark beunruhigt, z.B. ein verstärkter Sexualtrieb,

unkontrollierbares zwanghaftes Einkaufen oder Geldausgeben,

Essattacken (Verzehr großer Mengen in kurzer Zeit) oder zwanghaftes Essen (mehr

als normal und über das Sättigungsgefühl hinaus),

eine Neigung umherzuwandern (ohne Ziel).

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn eine dieser Verhaltensweisen bei Ihnen auftritt. Er/Sie

wird mit Ihnen besprechen, wie diese Beschwerden kontrolliert oder eingedämmt

werden können.

Bei älteren Patienten mit Demenz wurden während der Einnahme von Aripiprazol mehr

Todesfälle berichtet. Außerdem wurden Fälle von Schlaganfall oder vorübergehender

Mangeldurchblutung des Gehirns berichtet.

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Die Nebenwirkungen bei Jugendlichen ab 13 Jahren waren in Häufigkeit und Art ähnlich

denen bei Erwachsenen, mit dem Unterschied, dass Schläfrigkeit, unkontrollierbare

zuckende Bewegungen, Unruhe und Müdigkeit sehr häufig auftraten (kann mehr als 1 von 10

Behandelten betreffen) und Oberbauchschmerzen, ein Trockenheitsgefühl im Mund,

beschleunigter Herzschlag, Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit, Muskelzucken,

unkontrollierte Bewegungen der Gliedmaßen und Schwindelgefühl, besonders beim

Aufrichten aus dem Liegen oder Sitzen, häufig auftraten (kann bis zu 1 von 10 Behandelten

betreffen).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem (Details siehe

unten) anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass

mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

5. Wie ist Arileto aufzubewahren?

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen

Lagerungsbedingungen erforderlich.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Arileto enthält

Der Wirkstoff ist: Aripiprazol. 1 Tablette enthält 10 mg Aripiprazol.

Die sonstigen Bestandteile sind: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose,

Hydroxypropylcellulose, Maisstärke, Crospovidon (Typ A), hochdisperses Siliciumdioxid

(Aerosil 200), Magnesiumstearat, Pigmentmischung PB-24880 Pink (Eisenoxid rot

(E 172), Lactose-Monohydrat).

Wie Arileto aussieht und Inhalt der Packung

Arileto 10 mg-Tabletten sind rechteckig und rosafarben, mit der Prägung „252“ auf einer

Seite.

Sie sind in Blisterpackungen mit 7, 10, 14, 20, 28, 30, 50, 56, 60, 72, 90, 98 und 100

Tabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach

Hersteller

G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach

GE Pharmaceuticals Ltd., 2140 Botewgrad, Bulgarien

Z.Nr.: 136577

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2020.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Arileto 5 mg-Tabletten

Arileto 10 mg-Tabletten

Arileto 15 mg-Tabletten

Arileto 30 mg-Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Arileto 5 mg-Tabletten

1 Tablette enthält 5 mg Aripiprazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Tablette enthält

42,84 mg Lactose-Monohydrat

Arileto 10 mg-Tabletten

1 Tablette enthält 10 mg Aripiprazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Tablette enthält

40,26 mg Lactose-Monohydrat

Arileto 15 mg-Tabletten

1 Tablette enthält 15 mg Aripiprazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Tablette enthält

59,89 mg Lactose-Monohydrat

Arileto 30 mg-Tabletten

1 Tablette enthält 30 mg Aripiprazol.

Sonstiger

Bestandteil

bekannter

Wirkung:

Tablette

enthält

120,77

Lactose-

Monohydrat

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette

Arileto 5 mg-Tabletten

Rechteckige, blaue Tabletten (8,1 mm x 4,6 mm) mit der Prägung „250“ auf einer Seite.

Arileto 10 mg-Tabletten

Rechteckige, rosafarbene Tabletten (8,1 mm x 4,6 mm) mit der Prägung „252“ auf einer Seite.

Arileto 15 mg-Tabletten

Runde, gelbe Tabletten (7,3 mm Durchmesser) mit abgeschrägten Kanten und der Prägung

„253“ auf einer Seite.

Arileto 30 mg-Tabletten

Runde, rosafarbene Tabletten (9,1 mm Durchmesser) mit abgeschrägten Kanten und der

Prägung „L255“ auf einer Seite.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Arileto wird angewendet für die Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen und bei

Jugendlichen ab 15 Jahren.

Arileto wird angewendet für die Behandlung von mäßigen bis schweren manischen Episoden

Bipolar-I-Störung

für

Prävention

einer

neuen

manischen

Episode

Erwachsenen, die überwiegend manische Episoden hatten und deren manische Episoden auf

die Behandlung mit Aripiprazol ansprachen (siehe Abschnitt 5.1).

Arileto wird angewendet für eine bis zu 12 Wochen dauernde Behandlung von mäßigen bis

schweren manischen Episoden der Bipolar-I-Störung bei Jugendlichen ab 13 Jahren (siehe

Abschnitt 5.1).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene

Schizophrenie: Die empfohlene Anfangsdosis für Arileto beträgt 10 oder 15 mg/Tag bei einer

Erhaltungsdosis von 15 mg/Tag einmal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten.

Arileto ist wirksam in einem Dosisbereich zwischen 10 und 30 mg/Tag. Eine gesteigerte

Wirksamkeit bei Dosierungen über einer Tagesdosis von 15 mg wurde nicht nachgewiesen,

obwohl einzelne Patienten von einer höheren Dosis profitieren können. Die maximale

Tagesdosis soll 30 mg nicht überschreiten.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung: Die empfohlene Anfangsdosis für Arileto beträgt

15 mg einmal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten, als Mono- oder Kombinationstherapie

(siehe Abschnitt 5.1). Einige Patienten können von einer höheren Dosis profitieren. Die

maximale Tagesdosis soll 30 mg nicht überschreiten.

Prävention

des

Wiederauftretens

manischer

Episoden

bei

der

Bipolar-I-Störung:

Prävention des Wiederauftretens manischer Episoden bei Patienten, die bereits Aripiprazol als

Mono- oder Kombinationstherapie erhalten haben, wird die Therapie mit der gleichen Dosis

fortgesetzt. Eine Anpassung der Tagesdosis, einschließlich einer Dosisreduzierung, ist auf

Basis des klinischen Status in Betracht zu ziehen.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Schizophrenie bei Jugendlichen ab 15 Jahre: Die empfohlene Dosierung von Arileto beträgt

10 mg/Tag, einzunehmen einmal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten. Die Behandlung

wird für zwei Tage mit 2 mg eingeleitet und für 2 weitere Tage auf 5 mg titriert, um dann die

empfohlene

tägliche

Dosis

erreichen.

Gegebenenfalls

erfolgen

weitere

Dosiserhöhungen in 5-mg-Schritten, ohne dass die Maximaldosis von 30 mg pro Tag

überschritten wird (siehe Abschnitt 5.1).

Dosierungen

unter

mg/Tag

erreichen,

sind

andere

Aripiprazol-hältige

Arzneispezialitäten anzuwenden.

Arileto wirkt in einem Dosisbereich von 10 bis 30 mg/Tag. Eine erhöhte Wirksamkeit bei

höheren Dosen als 10 mg pro Tag wurde nicht nachgewiesen, obwohl einzelne Patienten von

einer höheren Dosis profitieren können.

Die Anwendung von Arileto wird bei Patienten unter 15 Jahren mit Schizophrenie aufgrund

unzureichender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.8

und 5.1).

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung bei Jugendlichen ab 13 Jahre: Die empfohlene

Dosierung von Arileto beträgt 10 mg/Tag, einzunehmen einmal täglich, unabhängig von den

Mahlzeiten. Die Behandlung wird an den ersten beiden Tagen mit 2 mg/Tag begonnen, dann

für 2 weitere Tage auf 5 mg/Tag gesteigert, um schließlich die empfohlene tägliche Dosis von

10 mg zu erreichen.

Dosierungen

unter

mg/Tag

erreichen,

sind

andere

Aripiprazol-hältige

Arzneispezialitäten anzuwenden.

Die Behandlung soll nur so lange durchgeführt werden, bis die Symptome unter Kontrolle sind.

Sie darf nicht länger als 12 Wochen dauern. Für Dosierungen über 10 mg/Tag wurde keine

erhöhte Wirksamkeit nachgewiesen und bei einer Tagesdosis von 30 mg besteht ein

wesentlich höheres Risiko für signifikante Nebenwirkungen wie extrapyramidale Störungen,

Somnolenz, Fatigue und Gewichtszunahme. Dosen über 10 mg/Tag sind deshalb nur in

Ausnahmefällen und unter engmaschiger Überwachung anzuwenden (siehe Abschnitte 4.4,

4.8 und 5.1).

Jüngere

Patienten

haben

Behandlung

Aripiprazol

erhöhtes

Nebenwirkungsrisiko. Daher wird eine Behandlung mit Arileto bei Kindern unter 13 Jahren

nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).

Reizbarkeit im Zusammenhang mit autistischer Störung: Die Sicherheit und Wirksamkeit von

Arileto bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Zurzeit

vorliegende Daten werden in Abschnitt 5.1 beschrieben, eine Dosierungsempfehlung kann

jedoch nicht gegeben werden.

Mit dem Tourette-Syndrom assoziierte Tics: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Arileto bei

Kindern und Jugendlichen von 6 bis 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Zurzeit

vorliegende Daten werden in Abschnitt 5.1 beschrieben, eine Dosierungsempfehlung kann

jedoch nicht gegeben werden.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Die vorhandenen Daten reichen nicht aus, um bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz

Dosierungsempfehlungen festzulegen. Bei diesen Patienten ist die Dosierung vorsichtig

einzustellen.

Maximaldosis

jedoch

Patienten

schwerer

Leberinsuffizienz mit Vorsicht anzuwenden (siehe Abschnitt 5.2).

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Ältere Patienten

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Arileto bei der Behandlung von Schizophrenie und

manischen

Episoden

Bipolar-I-Störung

Patienten

Jahre

wurden

nicht

nachgewiesen.

Aufgrund

größeren

Empfindlichkeit

dieser

Patientengruppe

eine

niedrigere Initialdosis in Betracht zu ziehen, wenn klinische Faktoren dies rechtfertigen (siehe

Abschnitt 4.4).

Geschlecht

Bei Frauen ist keine Dosisanpassung im Vergleich zu Männern erforderlich (siehe Abschnitt

5.2).

Raucher

Aufgrund der Verstoffwechselung von Aripiprazol ist keine Dosisanpassung für Raucher

erforderlich (siehe Abschnitt 4.5).

Dosierungsanpassung aufgrund von Interaktionen

Wenn hochwirksame CYP3A4- oder CYP2D6-Inhibitoren zusammen mit Aripiprazol gegeben

werden, ist die Aripiprazol-Dosis zu reduzieren. Wenn der CYP3A4- oder CYP2D6-Inhibitor

aus der Kombinationstherapie abgesetzt wird, ist eine Steigerung der Aripiprazol-Dosis in

Betracht zu ziehen (siehe Abschnitt 4.5).

Wenn hochwirksame CYP3A4-Induktoren zusammen mit Aripiprazol gegeben werden, ist eine

Steigerung der Aripiprazol-Dosis in Betracht zu ziehen. Wenn der CYP3A4-Induktor aus der

Kombinationstherapie abgesetzt wird, ist die Aripiprazol-Dosis auf die empfohlene Dosis zu

reduzieren (siehe Abschnitt 4.5).

Art der Anwendung

Arileto-Tabletten sind zum Einnehmen bestimmt.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Während der Behandlung mit einem Antipsychotikum kann es mehrere Tage bis einige

Wochen dauern, bis sich der klinische Zustand des Patienten bessert. Die Patienten sind in

dieser Zeit durchgängig engmaschig zu überwachen.

Suizidalität

Das Auftreten von suizidalem Verhalten gehört zu psychotischen Erkrankungen und affektiven

Störungen

wurde

einigen

Fällen

nach

Beginn

oder

nach

Wechsel

einer

antipsychotischen Therapie berichtet, auch unter Behandlung mit Aripiprazol (siehe Abschnitt

4.8). Eine enge Überwachung ist bei einer antipsychotischen Therapie bei Patienten mit

hohem Risiko erforderlich.

Kardiovaskuläre Erkrankungen

Aripiprazol ist bei Patienten mit bekannten kardiovaskulären Erkrankungen (Myokardinfarkt

oder

ischämische

Herzerkrankung,

Herzinsuffizienz,

Überleitungsstörungen),

zerebrovaskulären Erkrankungen, prädisponierenden Faktoren für Hypotonie (Dehydratation,

Hypovolämie,

Behandlung

blutdrucksenkenden

Arzneimitteln)

oder

Hypertonie

(einschließlich akzelerierte und maligne Form) mit Vorsicht anzuwenden.

Fälle von venöser Thromboembolie (VTE) sind mit Antipsychotika berichtet worden. Da mit

Antipsychotika behandelte Patienten oft mit bereits bestehenden Risikofaktoren für VTE

vorstellig

werden,

sind

während

Behandlung

Arileto

alle

möglichen

Risikofaktoren für VTE zu identifizieren und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

QT-Verlängerung

In klinischen Studien mit Aripiprazol war die Inzidenz einer QT-Verlängerung vergleichbar zu

Placebo.

Aripiprazol

Patienten,

denen

Familienanamnese

eine

Verlängerung auftrat, mit Vorsicht anzuwenden (siehe Abschnitt 4.8).

Spätdyskinesien

In klinischen Studien, die ein Jahr oder weniger dauerten, gab es gelegentliche Berichte über

Dyskinesien, die während der Behandlung mit Aripiprazol auftraten. Wenn bei einem mit

Aripiprazol behandelten Patienten Anzeichen und Symptome einer Spätdyskinesie auftreten,

ist eine Dosisreduktion oder ein Behandlungsabbruch in Erwägung zu ziehen (siehe Abschnitt

4.8). Nach Abbruch der Behandlung können sich diese Symptome kurzzeitig verschlechtern

oder sogar erst auftreten.

Andere extrapyramidale Symptome

In klinischen Studien mit Aripiprazol bei pädiatrischen Patienten wurden Akathisie sowie

parkinsonoide Symptome beobachtet. Bei Anzeichen und Symptomen extrapyramidaler

Störungen unter Einnahme von Aripiprazol ist eine Dosisreduktion in Betracht zu ziehen und

der Patient engmaschig zu überwachen.

Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)

MNS ist ein potenziell tödlicher Symptomkomplex, der mit der Einnahme von Antipsychotika

in Zusammenhang gebracht wird. In klinischen Studien wurden seltene Fälle von MNS

während der Behandlung mit Aripiprazol berichtet. Klinische Manifestationen eines MNS sind

hohes Fieber, Muskelrigidität, wechselnde Bewusstseinslagen und Anzeichen autonomer

Instabilität

(unregelmäßiger

Puls

oder

Blutdruck,

Tachykardie,

Schwitzen

Herzrhythmusstörungen).

Weitere

Symptome

können

eine

Erhöhung

Kreatinphosphokinase, Myoglobinurie (Rhabdomyolyse) und akutes Nierenversagen sein.

Jedoch wurden auch Erhöhungen der Kreatinphosphokinase und Rhabdomyolyse, die nicht

notwendigerweise mit einem MNS assoziiert waren, berichtet. Wenn ein Patient Anzeichen

und Symptome entwickelt, die auf ein MNS hindeuten, oder unklares hohes Fieber ohne eine

zusätzliche klinische Manifestation von MNS hat, müssen alle Antipsychotika, einschließlich

Aripiprazol, abgesetzt werden.

Krampfanfälle

In klinischen Studien wurden gelegentlich Fälle von Krampfanfällen während der Behandlung

mit Aripiprazol berichtet. Daher ist Aripiprazol bei Patienten mit Krampfanfällen in der

Anamnese oder bei Zuständen, die mit Krampfanfällen im Zusammenhang stehen, mit

Vorsicht anzuwenden (siehe Abschnitt 4.8).

Ältere Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose

Erhöhte Mortalität

In drei placebokontrollierten Studien (n = 938, Durchschnittsalter: 82,4 Jahre; Bereich: 56 bis

99 Jahre) mit Aripiprazol bei älteren Patienten mit Psychosen, die mit der Alzheimer-Krankheit

assoziiert werden, hatten Patienten, die mit Aripiprazol behandelt wurden, ein erhöhtes

Sterberisiko im Vergleich zu Placebo. Die Sterblichkeitsrate bei Patienten, die mit Aripiprazol

behandelt wurden, lag bei 3,5% verglichen mit 1,7% in der Placebogruppe. Obwohl es

unterschiedliche

Todesursachen

gab,

schienen

meisten

Todesfälle

entweder

kardiovaskulärer

(z.B.

Herzversagen,

plötzlicher

Tod)

oder

infektiöser

Natur

(z.B.

Lungenentzündung) zu sein (siehe Abschnitt 4.8).

Zerebrovaskuläre unerwünschte Reaktionen

In denselben Studien wurden unerwünschte zerebrovaskuläre Reaktionen (z.B. Schlaganfall,

transitorisch-ischämische

Attacke)

einschließlich

Todesfällen

Patienten

(Durchschnittsalter: 84 Jahre, Bereich: 78 bis 88 Jahre) berichtet. Insgesamt berichteten 1,3%

der mit Aripiprazol behandelten Patienten unerwünschte zerebrovaskuläre Reaktionen im

Vergleich zu 0,6% der in diesen Studien mit Placebo behandelten Patienten. Der Unterschied

war statistisch nicht signifikant. Es gab jedoch in einer dieser Studien, einer Studie mit fixer

Dosierung, eine signifikante Dosis-Wirkungs-Beziehung für unerwünschte zerebrovaskuläre

Reaktionen bei mit Aripiprazol behandelten Patienten (siehe Abschnitt 4.8).

Aripiprazol ist nicht zur Behandlung der mit Demenz in Verbindung stehenden Psychose

angezeigt.

Hyperglykämie und Diabetes mellitus

Hyperglykämie, in einigen Fällen extrem und assoziiert mit Ketoazidose oder hyperosmolarem

Koma

oder

Tod,

wurde

Patienten

berichtet,

atypischen

Antipsychotika,

einschließlich

Aripiprazol,

behandelt

wurden.

Risikofaktoren,

Patienten

für

schwerwiegende

Komplikationen

prädisponieren

können,

beinhalten

Fettleibigkeit

Diabetes in der Familienanamnese. In klinischen Studien mit Aripiprazol gab es keine

signifikanten Unterschiede im Vergleich zu Placebo bei den Inzidenzraten unerwünschter

Reaktionen

Bezug

Hyperglykämie

(einschließlich

Diabetes)

oder

anormalen

glykämischen Laborwerten. Es gibt keine genauen Risikoeinschätzungen für Hyperglykämie-

bezogene

unerwünschte

Reaktionen

Aripiprazol

anderen

atypischen

Antipsychotika behandelten Patienten, die direkte Vergleiche zulassen. Patienten, die mit

Antipsychotika,

einschließlich

Aripiprazol,

behandelt

werden,

sind

Anzeichen

Symptome einer Hyperglykämie (wie z.B. Polydipsie, Polyurie, Polyphagie und Schwäche) zu

beobachten und Patienten mit Diabetes mellitus oder mit Risikofaktoren für Diabetes mellitus

müssen regelmäßig in Bezug auf eine Verschlechterung der Glukosewerte überwacht werden

(siehe Abschnitt 4.8).

Überempfindlichkeit

Anwendung

Aripiprazol

können

Überempfindlichkeitsreaktionen

Form

allergischer Symptome auftreten (siehe Abschnitt 4.8).

Gewichtszunahme

Eine Gewichtszunahme wird im Allgemeinen bei schizophrenen Patienten und bei Patienten

mit bipolarer Manie aufgrund von Komorbiditäten, der Anwendung von Antipsychotika, welche

eine

Gewichtszunahme

verursachen

können,

bzw.

einer

ungesunden

Lebensführung

beobachtet und kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Eine Gewichtszunahme

wurde nach Markteinführung bei Patienten berichtet, denen Aripiprazol verschrieben wurde. In

den beobachteten Fällen weisen die Patienten gewöhnlich signifikante Risikofaktoren wie

Diabetes, Schilddrüsenerkrankung oder Hypophysenadenom in der Anamnese auf.

In klinischen Studien hat Aripiprazol nicht zu einer klinisch relevanten Gewichtszunahme bei

Erwachsenen geführt (siehe Abschnitt 5.1). In klinischen Studien bei Jugendlichen mit

bipolarer Manie zeigte sich, dass Aripiprazol nach vierwöchiger Behandlung mit einer

Gewichtszunahme assoziiert ist. Die Gewichtszunahme ist bei Jugendlichen mit bipolarer

Manie zu überwachen. Bei klinisch signifikanter Gewichtszunahme ist eine Dosisreduktion in

Erwägung zu ziehen (siehe Abschnitt 4.8).

Dysphagie

Motilitätsstörungen

Speiseröhre

Aspiration

sind

Anwendung

Antipsychotika, einschließlich Aripiprazol, assoziiert worden. Aripiprazol ist bei Patienten mit

einem Risiko für Aspirationspneumonie mit Vorsicht anzuwenden.

Pathologische Spielsucht und andere Störungen der Impulskontrolle

Bei Patienten, die Aripiprazol einnehmen, kann gesteigertes Verlangen, insbesondere nach

Glücksspiel, sowie die Unfähigkeit dieses zu kontrollieren auftreten. Andere Bedürfnisse, über

berichtet

wurde,

beinhalten:

gesteigertes

sexuelles

Verlangen,

zwanghaftes

Kaufverhalten, Essattacken oder zwanghaftes Essen und andere impulsive oder zwanghafte

Verhaltensweisen. Es ist wichtig, dass verschreibende Ärzte Patienten, die mit Aripiprazol

behandelt werden, oder deren Betreuungspersonen gezielt nach dem Auftreten von neuem

oder

gesteigertem

zwanghaftem

Spielverhalten,

sexuellem

Verlangen,

zwanghaftem

Kaufverhalten, Essattacken oder zwanghaftem Essen und anderen Zwängen befragen. Es

muss angemerkt werden, dass Störungen der Impulskontrolle mit der zugrundeliegenden

Erkrankung in Zusammenhang stehen können, es wurde jedoch in einigen Fällen darüber

berichtet, dass das zwanghafte Verhalten nach einer Verringerung der Dosis oder einem

Absetzen des Arzneimittels aufgehört hat. Störungen der Impulskontrolle können, wenn sie

nicht erkannt werden, beim Patienten und anderen zu schädlichen Auswirkungen führen.

Ziehen Sie eine Verringerung der Dosis oder eine Beendigung der Behandlung in Betracht,

wenn der Patient während der Einnahme von Aripiprazol solche Zwänge entwickelt (siehe

Abschnitt 4.8).

Patienten mit ADHS-Komorbidität

Trotz der häufig auftretenden Komorbidität der Bipolar-I-Störung und ADHS stehen nur sehr

wenige Sicherheitsdaten zur gleichzeitigen Einnahme von Stimulanzien und Aripiprazol zur

Verfügung. Daher hat die gemeinsame Anwendung dieser Arzneimittel unter größter Vorsicht

zu erfolgen.

Stürze

Aripiprazol kann Somnolenz, lageabhängige Hypotonie und motorische und sensorische

Instabilität verursachen, was zu Stürzen führen kann. Bei der Behandlung von Patienten mit

erhöhtem Risiko ist Vorsicht geboten und eine niedrigere Anfangsdosis ist in Betracht zu

ziehen (z.B. bei älteren oder geschwächten Patienten, siehe Abschnitt 4.2).

Lactose

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-

Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses

Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Aufgrund

seines

-adrenergen

Rezeptorantagonismus

kann

Aripiprazol

Wirkung

bestimmter antihypertensiver Arzneimittel verstärken.

Aufgrund der primären Wirkung von Aripiprazol auf das Zentralnervensystem ist bei der

Kombination von Aripiprazol mit Alkohol oder anderen zentral wirksamen Arzneimitteln mit sich

überlagernden unerwünschten Reaktionen wie Sedierung Vorsicht geboten (siehe Abschnitt

4.8).

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Aripiprazol zusammen mit anderen Arzneimitteln, die

eine QT-Verlängerung oder Störungen des Elektrolythaushalts verursachen, ist Vorsicht

geboten.

Möglicher Einfluss von anderen Arzneimitteln auf Aripiprazol

Der H

-Antagonist Famotidin, ein Magensäure-Blocker, verringert die Resorptionsrate von

Aripiprazol, wobei dieser Effekt jedoch als klinisch nicht relevant erachtet wird.

Aripiprazol wird über verschiedene Wege unter Beteiligung der Enzyme CYP2D6 und

CYP3A4,

aber

nicht

CYP1A-Enzyme,

metabolisiert.

Daher

für

Raucher

keine

Dosisanpassung erforderlich.

Chinidin und andere CYP2D6-Inhibitoren

In einer klinischen Studie mit gesunden Probanden steigerte ein hochwirksamer CYP2D6-

Inhibitor (Chinidin) die AUC von Aripiprazol um 107%, während die C

unverändert blieb. Die

AUC und C

von Dehydro-Aripiprazol, dem aktiven Metaboliten, verringerte sich um 32%

bzw. 47%. Eine Verringerung der Aripiprazol-Dosis auf etwa die Hälfte der verschriebenen

Dosis ist in Erwägung zu ziehen, wenn Aripiprazol zusammen mit Chinidin gegeben wird. Es

ist zu erwarten, dass andere hochwirksame Inhibitoren von CYP2D6, wie Fluoxetin und

Paroxetin, ähnliche Effekte haben; deshalb sind in diesem Fall ähnliche Dosisreduktionen

vorzunehmen.

Ketoconazol und andere CYP3A4-Inhibitoren

In einer klinischen Studie mit gesunden Probanden steigerte ein hochwirksamer Inhibitor von

CYP3A4 (Ketoconazol) die AUC und C

von Aripiprazol um 63% bzw. 37%. Die AUC und

von Dehydro-Aripiprazol stiegen um 77% bzw. 43%. Bei CYP2D6 „schlechten“ („poor“)

Metabolisierern

kann

gemeinsame

Anwendung

hochwirksamen

Inhibitoren

CYP3A4 in höheren Plasmakonzentrationen von Aripiprazol resultieren im Vergleich zu

CYP2D6 extensiven Metabolisierern.

Wenn man die gemeinsame Gabe von Ketoconazol oder anderen hochwirksamen CYP3A4-

Inhibitoren mit Aripiprazol in Betracht zieht, muss der potenzielle Nutzen die potenziellen

Risiken für den Patienten überwiegen. Wenn Ketoconazol zusammen mit Aripiprazol gegeben

wird, ist die Aripiprazol-Dosis auf ungefähr die Hälfte der verschriebenen Dosis zu reduzieren.

Andere hochwirksame Inhibitoren von CYP3A4, wie Itraconazol und HIV-Proteaseinhibitoren,

dürften ähnliche Wirkungen haben; deshalb sind in diesen Fällen ähnliche Dosisreduktionen

vorzunehmen (siehe Abschnitt 4.2).

Nach Absetzen des CYP2D6- oder CYP3A4-Inhibitors ist die Dosierung von Aripiprazol auf

die Dosishöhe vor Beginn der Begleittherapie anzuheben.

Wenn schwache Inhibitoren von CYP3A4 (z.B. Diltiazem) oder CYP2D6 (z.B. Escitalopram)

gemeinsam mit Aripiprazol angewendet werden, kann mit einem mäßigen Anstieg der

Aripiprazol-Konzentrationen gerechnet werden.

Carbamazepin und andere CYP3A4-Induktoren

Nach gemeinsamer Anwendung mit Carbamazepin, einem hochwirksamen Induktor von

CYP3A4,

oral

angewendetem

Aripiprazol

Patienten

Schizophrenie

oder

schizoaffektiver Störung,

waren die geometrischen Mittel der C

und AUC von Aripiprazol

um 68% bzw. 73% niedriger im Vergleich zur Monotherapie mit Aripiprazol (30 mg). Ebenso

waren

für

Dehydro-Aripiprazol

geometrischen

Mittel

nach

gemeinsamen

Anwendung

Carbamazepin

bzw.

niedriger

nach

Monotherapie mit Aripiprazol.

Die Aripiprazol-Dosis ist bei gemeinsamer Gabe von Aripiprazol mit Carbamazepin zu

verdoppeln. Es ist zu erwarten, dass die gleichzeitige Anwendung mit Aripiprazol mit anderen

Induktoren von CYP3A4 (wie Rifampicin, Rifabutin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon,

Efavirenz, Nevirapin und Johanniskraut) ähnliche Wirkungen haben, deshalb sind ähnliche

Dosiserhöhungen vorzunehmen. Nach Absetzen der hochwirksamen CYP3A4-Induktoren ist

die Dosierung von Aripiprazol auf die empfohlene Dosis zu reduzieren.

Valproat und Lithium

Wurde entweder Valproat oder Lithium gleichzeitig mit Aripiprazol eingenommen, gab es keine

klinisch

signifikante

Veränderung

Aripiprazol-Konzentrationen;

daher

keine

Dosisanpassung

erforderlich,

wenn

entweder

Valproat

oder

Lithium

Aripiprazol

angewendet wird.

Serotonin-Syndrom

Bei Patienten, die Aripiprazol eingenommen haben, wurden Fälle eines Serotonin-Syndroms

berichtet. Mögliche Anzeichen und Symptome dieses Syndroms können insbesondere bei

gleichzeitiger Anwendung von anderen serotonergen Arzneimitteln wie SSRI/SNRI oder

Arzneimitteln, bei denen bekannt ist, dass sie die Aripiprazol-Konzentrationen erhöhen,

auftreten (siehe Abschnitt 4.8).

Möglicher Einfluss von Aripiprazol auf andere Arzneimittel

In klinischen Studien zeigten Dosen von 10 bis 30 mg Aripiprazol pro Tag keinen signifikanten

Effekt

Metabolismus

Substrate

CYP2D6

(Dextromethorphan/

3-Methoxymorphinan-Ratio),

CYP2C9

(Warfarin),

CYP2C19

(Omeprazol)

CYP3A4

(Dextromethorphan). Außerdem zeigten Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol in vitro kein

Potenzial für eine Veränderung des über CYP1A2 vermittelten Stoffwechsels. Daher ist nicht

zu erwarten, dass Aripiprazol klinisch bedeutsame Arzneimittelinteraktionen über diese

Enzyme verursacht.

Wurde Aripiprazol gleichzeitig mit Valproat, Lithium oder Lamotrigin eingenommen, gab es

keine

klinisch

signifikante

Veränderung

Valproat-,

Lithium-

oder

Lamotrigin-

Konzentrationen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden und kontrollierten Studien mit Aripiprazol bei schwangeren

Frauen vor. Es liegen Berichte von kongenitalen Anomalien vor; ein kausaler Zusammenhang

mit Aripiprazol wurde jedoch nicht nachgewiesen. Tierstudien konnten eine potenzielle

Entwicklungstoxizität nicht ausschließen (siehe Abschnitt 5.3). Patientinnen müssen darauf

hingewiesen werden, ihren Arzt zu benachrichtigen, wenn sie schwanger werden oder eine

Schwangerschaft

während

Behandlung

Aripiprazol

planen.

Aufgrund

unzureichenden

Datenlage

Sicherheit

beim

Menschen

aufgrund

Reproduktionsstudien beim Tier entstandenen Bedenken darf dieses Arzneimittel in der

Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der mögliche Nutzen rechtfertigt

eindeutig das potenzielle Risiko für den Fötus.

Neugeborene, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika

(einschließlich

Aripiprazol)

exponiert

sind,

sind

durch

Nebenwirkungen

einschließlich

extrapyramidaler Symptome und/oder Absetzerscheinungen gefährdet, deren Schwere und

Dauer nach der Entbindung variieren können. Es gab Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder

erniedrigten

Muskeltonus,

Tremor,

Somnolenz,

Atemnot

oder

Störungen

Nahrungsaufnahme. Dementsprechend sind Neugeborene sorgfältig zu überwachen (siehe

Abschnitt 4.8).

Stillzeit

Aripiprazol und seine Metaboliten werden in die Muttermilch ausgeschieden. Es muss eine

Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die

Behandlung mit Aripiprazol zu verzichten bzw. die Behandlung mit Aripiprazol zu unterbrechen

ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für

die Frau zu berücksichtigen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Aripiprazol hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen wegen möglicher Wirkungen auf das Nervensystem

und die Sehfähigkeit wie Sedierung, Benommenheit, Synkopen, verschwommenes Sehen,

Diplopie (siehe Abschnitt 4.8).

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

häufigsten

berichteten

Nebenwirkungen

placebokontrollierten

Studien

waren

Akathisie und Übelkeit, die jeweils bei mehr als 3% der mit oralem Aripiprazol behandelten

Patienten auftraten.

Tabellarische Aufstellung der Nebenwirkungen

Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen aufgrund einer Aripiprazol-Therapie sind im Folgenden

tabellarisch dargestellt. Die Tabelle basiert auf Nebenwirkungen, die während klinischer

Studien und/oder nach Markteinführung berichtet wurden.

Alle Nebenwirkungen werden nach Systemorganklasse und Häufigkeit angeführt: sehr häufig

(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000

bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren

Daten

nicht

abschätzbar).

Innerhalb

jeder

Häufigkeitsgruppe

werden

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Die Häufigkeit von berichteten Nebenwirkungen bei der Anwendung nach Markteinführung

kann nicht bestimmt werden, da sie aus Spontanmeldungen stammen. Folglich wird die

Häufigkeit dieser Nebenwirkungen als „nicht bekannt“ bezeichnet.

Häufig

Gelegentlich

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Leukopenie

Neutropenie

Thrombozytopenie

Erkrankungen des

Immunsystems

Allergische Reaktion

(z.B. anaphylaktische

Reaktion, Angioödem

einschließlich

geschwollener Zunge,

Zungenödem,

Gesichtsödem,

allergischer Pruritus oder

Urtikaria)

Endokrine

Erkrankungen

Hyperprolaktinämie

Diabetisches

hyperosmolares Koma

Diabetische Ketoazidose

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Diabetes mellitus

Hyperglykämie

Hyponatriämie

Anorexie

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigkeit

Angst

Unruhe

Depression

Hypersexualität

Suizidversuch,

Suizidgedanken und

begangener Suizid (siehe

Abschnitt 4.4)

Pathologisches Spielen

Störung der

Impulskontrolle

Essattacke

Zwanghaftes

Kaufverhalten

Poriomanie

Aggression

Agitiertheit

Nervosität

Erkrankungen des

Nervensystems

Akathisie

Extrapyramidale

Erkrankung

Tremor

Kopfschmerz

Sedierung

Somnolenz

Schwindelgefühl

Tardive Dyskinesie

Dystonie

Malignes neuroleptisches

Syndrom (MNS)

Grand-mal-Anfall

Serotonin-Syndrom

Sprechstörung

Augenerkrankungen

Verschwommenes

Sehen

Doppeltsehen

Photophobie

Blickkrampf

Herzerkrankungen

Tachykardie

Plötzlicher Tod

unbekannter Ursache

Torsade de Pointes

Ventrikuläre Arrhythmie

Herzstillstand

Bradykardie

Gefäßerkrankungen

Orthostasesyndrom

Venöse Thromboembolie

(einschließlich

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National Public Assessment Report

Öffentlicher Beurteilungsbericht

Bezeichnung der Arzneispezialität:

Arileto 10 mg-Tabletten

Teil I:

Informationen über das Verfahren________________________________2

Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation ______________________3

Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens ________________4

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung ___________________________15

Dieser öffentliche Beurteilungsbericht wurde am 28.04.2016 erstellt.

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Teil I:

Informationen über das Verfahren

1. Bezeichnung der Arzneispezialität bei Zulassung

Arileto 10 mg-Tabletten

2. Antragstyp

Arzneispezialität – human (Zulassung gemäß § 10 Abs. 1 und 15 des

Arzneimittelgesetzes (AMG), BGBl. Nr. 185/1983 idgF)

3. Wirkstoff

ARIPIPRAZOL

4. Darreichungsform

Tablette

5. Stärke

10 mg

6. Zulassungsinhaber

G.L. Pharma GmbH

Schloßplatz 1

8502 Lannach

Österreich

7. Verfahrensnummer

7518910

8. Zulassungsnummer

136577

9. Zulassungsdatum

06.10.2015

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Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation

Die aktuelle Fachinformation (SPC) finden Sie unter folgendem Link:

https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&zulnr=136577&type=DOTC_F

ACH_INFO

Die aktuelle Gebrauchsinformation finden Sie unter folgendem Link:

https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&zulnr=136577&type=DOTC_G

EBR_INFO

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Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens

1.

Einleitung

2.

Qualitätsaspekte

2.1.

Einleitung

Bei Arileto 10 mg-Tabletten handelt es sich um rechteckige, rosafarbene Tabletten

(8,1

Prägung

„252“

einer

Seite,

welche

OPA/Aluminium/PVC/Aluminium-Blisterpackungen verpackt sind.

2.2.

Wirkstoff

2.2.a.

Beschreibung

Der Wirkstoff im vorliegenden Arzneimittel ist ARIPIPRAZOL.

Der Wirkstoff ist ein weißes bis fast weißes, polymorphes Pulver.

2.2.b.

Spezifikation und Kontrolle

Spezifikation

Wirkstoffes

entspricht

Anforderungen

aktuellen

wissenschaftlichen

Standes.

Durch

Vorlage

entsprechender

Daten

Wirkstoffkontrolle wurde die ausreichende Qualität des Wirkstoffes belegt.

2.2.c. Stabilität

Stabilität

Wirkstoffes

wurde

unter

Bedingungen

getestet.

übermittelten

Ergebnisse

Stabilitätsuntersuchungen

belegen

festgesetzte

Retest-Periode.

Fertigprodukt

2.3.a.

Zusammensetzung

Wirkstoff:

1 Tablette enthält 10 mg Aripiprazol.

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Hilfsstoffe:

2.3.b.

Hersteller

Die für die Chargenfreigabe verantwortlichen Hersteller sind GE Pharmaceuticals Ltd,

Industria Zone, Chekanitza South Area -, 2140 Botevgrad, Bulgarien und G.L. Pharma

GmbH, Schlossplatz 1, 8502 Lannach, Österreich.

2.3.c.

Pharmazeutische Entwicklung

Die Entwicklung des Produktes wurde hinreichend durchgeführt und für ausreichend

befunden. Der Einsatz aller vorhandenen Hilfsstoffe wurde beschrieben.

2.3.d.

Freigabespezifikation und Kontrolle

Die Freigabespezifikation beinhaltet die Kontrolle aller für diese Darreichungsform

relevanten Parameter.

Es liegen ausreichend Daten von der Fertigproduktkontrolle des Arzneimittels vor,

welche die Einhaltung der Vorgaben der Freigabespezifikation belegen.

2.3.e.

Abpackung

Die Verpackung des Arzneimittels OPA/Aluminium/PVC/Aluminium-Blisterpackungen

entspricht den aktuellen, gesetzlichen Anforderungen.

2.3.f

Stabilität

Die Stabilität des Arzneimittels wurde unter ICH Bedingungen getestet.

Aufgrund dieser Datenlage wurde eine Laufzeit für das Arzneimittel von 4 Jahren

festgelegt.

Für

dieses

Arzneimittel

sind

bezüglich

Temperatur

keine

besonderen

Lagerungsbedingungen erforderlich.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Lactose-Monohydrat (40,26 mg)

Mikrokristalline Cellulose

Hydroxypropylcellulose

Maisstärke

Crospovidon (Typ A)

Hochdisperses Siliciumdioxid (Aerosil 200)

Magnesiumstearat

Pigmentmischung PB-24880 Pink:

Eisenoxid rot (E 172)

und Lactose-Monohydrat

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2.4.

Zusammenfassung

Die pharmazeutische Qualität von Arileto 10 mg-Tabletten wurde adäquat belegt.

3.

Nichtklinische Aspekte

Da es sich um eine bezugnehmende Zulassung handelt und der Wirkstoff international seit

vielen Jahren hinlänglich bekannt ist/sind, sind präklinische Studien nicht erforderlich.

Hinsichtlich des Wirkstoffes ist bekannt:

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend

auf den konventionellen

Studien zur Sicherheitspharmakologie,

Toxizität bei

wiederholter

Gabe,

Reproduktions-

Entwicklungstoxizität,

Genotoxizität

kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den

Menschen erkennen.

Toxikologisch

signifikante

Effekte

wurden

lediglich

Dosierungen

oder

Expositionen

beobachtet,

maximale

Dosierung

oder

Exposition

beim

Menschen

deutlich

überschritten, damit haben sie für die klinische Anwendung nur begrenzte oder keine

Bedeutung.

Effekte

umfassten

eine

dosisabhängige

Nebennierenrinden-Toxizität

(Lipofuscin-Pigment-Akkumulation

und/oder

Parenchymzellverlust)

Ratten

nach

Wochen bei 20 bis 60 mg/kg/Tag (entspricht dem 3- bis 10-fachen der mittleren Steady-

State-AUC bei der empfohlenen Maximaldosis beim Menschen) und eine Zunahme von

Nebennierenrinden-Karzinomen

kombinierten

Nebennierenrinden-

Adenomen/Karzinomen bei weiblichen Ratten bei 60 mg/kg/Tag (das 10-fache der mittleren

Steady-State-AUC

empfohlenen

Maximaldosis

beim

Menschen).

höchste

Exposition in weiblichen Ratten, die keinen Tumor induzierte, war 7-mal höher als die

Exposition des Menschen bei empfohlener Dosierung.

Außerdem wurde eine Cholelithiasis als Folge der Ausfällung von Sulfat-Konjugaten der

Hydroxy-Metaboliten von Aripiprazol in der Galle von Affen nach wiederholter oraler Gabe

von 25 bis 125 mg/kg/Tag festgestellt (das 1- bis 3-fache der mittleren Steady-State-AUC bei

der empfohlenen klinischen Maximaldosis oder dem 16- bis 81-fachen der empfohlenen

Maximaldosis

beim

Menschen

basierend

mg/m

Allerdings

betrugen

menschlichen Galle bei der höchsten empfohlenen Tagesdosis von 30 mg gefundenen

Konzentrationen

Sulfat-Konjugate

Hydroxy-Aripiprazol

nicht

mehr

Konzentrationen, die in der Studie über 39 Wochen in der Galle von Affen festgestellt

wurden, und liegen weit unter den Grenzwerten (6%) der in vitro-Löslichkeit.

In Studien mit wiederholter Gabe bei jungen Ratten und Hunden war das Toxizitätsprofil von

Aripiprazol mit dem von erwachsenen Tieren vergleichbar und es gab keine Hinweise auf

Neurotoxizität oder nachteilige Auswirkungen auf die Entwicklung.

Basierend auf den Ergebnissen des kompletten Satzes an Standarduntersuchungen zur

Genotoxizität wurde Aripiprazol als nicht genotoxisch eingestuft. Aripiprazol beeinträchtigte

die Fruchtbarkeit in Studien zur Reproduktionstoxizität nicht. Bei Ratten wurden nach

Dosierungen, die zu subtherapeutischen Expositionen (basierend auf der AUC) führten,

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toxische

Effekte

Entwicklung,

einschließlich

dosisabhängiger

foetaler

Ossifikationsverzögerungen und möglicher teratogener Effekte beobachtet. Bei Kaninchen

wurden diese Effekte nach Dosierungen, die zu Expositionen des 3- und 11-fachen der

mittleren

Steady-State-AUC

empfohlenen

klinischen

Maximaldosis

führten,

beobachtet. Maternaltoxische Effekte traten in dem Dosisbereich auf, in dem auch toxische

Effekte auf die intrauterine Entwicklung beobachtet worden waren.

4.

Klinische Aspekte

Basierend

vorgelegten

bekannten

klinischen

Daten

wurden

klinisch-

pharmakologischen Abschnitte der Fach- und Gebrauchsinformation unter Einhaltung der

aktuellen gesetzlichen Anforderungen und der Empfehlungen der entsprechenden Leitlinien

genehmigt.

Da es sich um eine bezugnehmende Zulassung handelt, sind keine weiteren klinischen

Studien erforderlich.

Hinsichtlich des Wirkstoffes ist bekannt:

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: andere Antipsychotika

ATC-Code: N05AX12

Wirkmechanismus

Es wird vermutet, dass die Wirksamkeit von Aripiprazol bei Schizophrenie und Bipolar-I-

Störung über die Kombination einer partiell agonistischen Wirkung auf Dopamin D2- und

Serotonin 5HT1a-Rezeptoren und einer antagonistischen Wirkung auf Serotonin 5HT2a-

Rezeptoren vermittelt wird. Aripiprazol zeigte im Tiermodell antagonistische Eigenschaften

dopaminerger

Hyperaktivität

agonistische

Eigenschaften

dopaminerger

Hypoaktivität. Aripiprazol zeigte

in vitro

eine hohe Affinität zum Dopamin D2- und D3-

Rezeptor und zum Serotonin 5HT1a- und 5HT2a-Rezeptor sowie eine mäßige Affinität zum

Dopamin

D4-,

Serotonin

5HT2c-

5HT7-,

alpha-1-adrenergen

Histamin-H1-Rezeptor. Außerdem zeigte Aripiprazol eine mäßige Affinität zur Serotonin-

Wiederaufnahme-Stelle

keine

nennenswerte

Affinität

Muscarin-Rezeptoren.

Interaktion mit anderen Rezeptoren als den Dopamin- und Serotonin-Subtypen könnte einige

der anderen klinischen Effekte von Aripiprazol erklären.

Bei Gabe von Aripiprazol in Dosierungen von 0,5 bis 30 mg einmal täglich über 2 Wochen an

gesunde

Probanden

zeigte

Positronen-Emissions-Tomographie

eine

dosisabhängige

Verringerung der Bindung von

C-Racloprid, einem D2/D3-Rezeptor-Liganden, am Nucleus

caudatus und am Putamen.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Schizophrenie

In drei Placebo-kontrollierten Kurzzeit-Studien (4 bis 6 Wochen) an 1.228 schizophrenen

erwachsenen Patienten mit positiven oder negativen Symptomen zeigte Aripiprazol im

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Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikant stärkere Besserung der psychotischen

Symptome.

Aripiprazol ist wirksam in der Aufrechterhaltung des Therapieerfolges bei Weiterbehandlung

von erwachsenen Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben. In einer

Haloperidol-kontrollierten Studie war in Woche 52 der Anteil der Responder-Patienten, die

Ansprechen

Studienmedikation

beibehielten,

beiden

Gruppen

ähnlich

(Aripiprazol 77% und Haloperidol 73%). Die Gesamt-Rate der Patienten, die die Studie

vollendet haben, war signifikant höher bei Patienten unter Aripiprazol (43%) als bei der

Haloperidol-Gruppe (30%). Aktuelle Werte aus Messskalen, die als sekundäre Studienziele

definiert

wurden,

inklusive

PANSS

Montgomery-Asberg-Depressionsraten-Skala,

zeigten eine signifikant stärkere Besserung als bei Haloperidol.

einer

Placebo-kontrollierten

Studie

über

Wochen

erwachsenen

stabilisierten

Patienten mit chronischer Schizophrenie zeigte sich für Aripiprazol eine signifikant höhere

Reduktion der Rückfallrate, die bei 34% in der Aripiprazol-Gruppe und bei 57% unter

Placebo lag.

Gewichtszunahme:

In klinischen Studien trat unter Aripiprazol keine klinisch relevante

Gewichtszunahme auf. In einer Olanzapin-kontrollierten, multinationalen Doppelblind-Studie

bei Schizophrenie über 26 Wochen, die 314 erwachsene Patienten umfasste und in der das

primäre Studienziel "Gewichtszunahme" war, trat unter Aripiprazol (n = 18 oder 13% der

auswertbaren Patientendatensätze) bei signifikant weniger Patienten eine Gewichtszunahme

von mindestens 7% gegenüber dem Ausgangswert auf (d.h. eine Zunahme von mindestens

5,6 kg bei einem durchschnittlichen Ausgangsgewicht von ca. 80,5 kg) im Vergleich zu

Patienten unter Olanzapin (n = 45 oder 33% der auswertbaren Patientendatensätze).

Lipidparameter:

Eine

gepoolte

Analyse

Lipidparameter

Placebo-kontrollierten

klinischen

Studien

Erwachsenen

ergab

keine

klinisch

relevanten

Änderungen

Gesamtcholesterin-, Triglycerid-, HDL- und LDL-Spiegel durch Aripiprazol.

Gesamtcholesterin: Eine Erhöhung der Werte von normal (< 5,18 mmol/l) zu hoch (≥

6,22 mmol/l) trat mit einer Inzidenz von 2,5% bei Aripiprazol und 2,8% bei Placebo auf;

die durchschnittliche Änderung vom Basiswert betrug für Aripiprazol -0,15 mmol/l (95%

KI: -0,182; -0,115) und -0,11 mmol/l (95% KI: -0,148; -0,066) für Placebo.

Nüchtern-Triglyceride: Eine Erhöhung der Werte von normal (< 1,69 mmol/l) zu hoch (≥

2,26 mmol/l) trat mit einer Inzidenz von 7,4% bei Aripiprazol und 7,0% bei Placebo auf;

die durchschnittliche Änderung vom Basiswert betrug für Aripiprazol -0,11 mmol/l (95%

KI: -0,182; -0,046) und -0,07 mmol/l (95% KI: -0,148; -0,007) für Placebo.

HDL: Eine Verringerung der Werte von normal (≥ 1,04 mmol/l) zu niedrig (< 1,04

mmol/l) trat mit einer Inzidenz von 11,4% bei Aripiprazol und 12,5% bei Placebo auf;

die durchschnittliche Änderung vom Basiswert betrug für Aripiprazol -0,03 mmol/l (95%

KI: -0,046; -0,017) und -0,04 mmol/l (95% KI: -0,056; -0,022) für Placebo.

Nüchtern-LDL: Eine Erhöhung der Werte von normal (< 2,59 mmol/l) zu hoch (≥ 4,14

mmol/l) trat mit einer Inzidenz von 0,6% bei Aripiprazol und 0,7% bei Placebo auf; die

durchschnittliche Änderung vom Basiswert betrug für Aripiprazol -0,09 mmol/l (95% KI:

-0,139; -0,047) und -0,06 mmol/l (95% KI: -0,116; -0,012) für Placebo.

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Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung

In zwei Placebo-kontrollierten Monotherapie-Studien mit flexibler Dosierung über 3 Wochen

mit Patienten mit einer manischen oder gemischten Episode der Bipolar-I-Störung zeigte

Aripiprazol eine gegenüber Placebo überlegene Wirksamkeit bei der Verringerung manischer

Symptome über 3 Wochen. Diese Studien beinhalteten Patienten mit oder ohne psychotische

Merkmale und mit oder ohne Rapid-Cycling-Verlauf.

In einer Placebo-kontrollierten Monotherapie-Studie über 3 Wochen mit fixer Dosierung mit

Patienten

einer

manischen

oder

gemischten

Episode

Bipolar-I-Störung

zeigte

Aripiprazol gegenüber Placebo keine überlegene Wirksamkeit.

zwei

Placebo-

aktiv-kontrollierten

Monotherapie-Studien

über

Wochen

Patienten mit einer manischen oder gemischten Episode einer Bipolar-I-Störung, mit oder

ohne

psychotische

Merkmale,

zeigte

Aripiprazol

eine

gegenüber

Placebo

überlegene

Wirksamkeit in Woche 3 und einen Erhaltungseffekt, der vergleichbar war mit dem von

Lithium oder Haloperidol in Woche 12. Aripiprazol wies außerdem in Woche 12 einen

vergleichbaren Anteil an Patienten mit symptomatischer Remission der Manie auf wie Lithium

oder Haloperidol.

In einer Placebo-kontrollierten Studie über 6 Wochen mit Patienten mit einer manischen oder

gemischten Episode einer Bipolar-I-Störung, mit oder ohne psychotische Merkmale, die

teilweise über 2 Wochen nicht auf Lithium- oder Valproat-Monotherapie bei therapeutischen

Serumspiegeln

ansprachen,

ergab

Begleittherapie

Aripiprazol

eine

überlegene

Wirksamkeit bei der Verringerung manischer Symptome im Vergleich zur Monotherapie mit

Lithium oder Valproat.

einer

Placebo-kontrollierten

Studie

über

Wochen

gefolgt

einer

Langzeit-

Erweiterungsphase über 74 Wochen bei manischen Patienten, die mit Aripiprazol während

einer Stabilisierungsphase vor Randomisierung eine Remission erreicht hatten, zeigte sich

Aripiprazol gegenüber Placebo überlegen im Hinblick auf die Prävention eines bipolaren

Rückfalls, vorwiegend bei der Prävention eines Rückfalls in die Manie. Es zeigte sich jedoch

keine Überlegenheit gegenüber Placebo bei der Prävention eines Rückfalls in die Depression.

einer

52-wöchigen,

Placebo-kontrollierten

Studie

Patienten

einer

akuten

manischen oder gemischten Episode einer Bipolar-I-Störung, die nach Behandlung mit

Aripiprazol

(10 mg/Tag bis 30 mg/Tag) adjunktiv zu Lithium oder Valproat über 12

aufeinanderfolgende Wochen eine anhaltende Remission (Y-MRS und MADRS Gesamtwerte

≤ 12) erreicht hatten, zeigte adjunktives Aripiprazol Überlegenheit gegenüber Placebo mit

einem 46% niedrigeren Risiko (Hazard-Ratio von 0,54) des Wiederauftretens einer bipolaren

Störung und einem 65% niedrigeren Risiko (Hazard-Ratio von 0,35) des Wiederauftretens

einer Manie. Bezüglich der Prävention des Wiederauftretens einer Depression konnte jedoch

keine Überlegenheit gegenüber Placebo nachgewiesen werden. Adjunktives Aripiprazol zeigte

sich

gegenüber

Placebo

überlegen

sekundären

Studienziel,

CGI-BP-Wert

Bestimmung des Schweregrads der Erkrankung (Manie).

In dieser Studie wurde den Patienten vom Prüfarzt entweder eine offene Lithium- oder

Valproat-Monotherapie zugewiesen, um ein partielles Nichtansprechen feststellen zu können.

Die Patienten wurden für mindestens 12 aufeinanderfolgende Wochen mit einer Kombination

von Aripiprazol und dem gleichen Stimmungsstabilisator stabilisiert.

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Stabilisierte Patienten erhielten dann weiterhin den gleichen Stimmungsstabilisator und dazu

– randomisiert

doppeltverblindet

entweder

Aripiprazol

oder

Placebo.

Vier

Untergruppen von Stimmungsstabilisatoren wurden in der randomisierten Phase beurteilt:

Aripiprazol + Lithium; Aripiprazol + Valproat; Placebo + Lithium; Placebo + Valproat.

Kaplan-Meier-Rate

für

Wiederauftreten

einer

beliebigen

Stimmungsepisode

Begleittherapiearm betrug 16% bei Aripiprazol + Lithium und 18% bei Aripiprazol + Valproat

verglichen mit 45% bei Placebo + Lithium und 19% bei Placebo + Valproat.

Kinder und Jugendliche

Schizophrenie bei Jugendlichen

einer

6-wöchigen

Placebo-kontrollierten

Studie

schizophrenen

jugendlichen

Patienten (13-17 Jahre), die positive oder negative Symptome aufwiesen, war Aripiprazol im

Vergleich

Placebo

einer

statistisch

signifikant

stärkeren

Verbesserung

psychotischen Symptome verbunden.

In einer Subanalyse der jugendlichen Patienten im Alter von 15 bis 17 Jahren, die 74% der

Gesamtpopulation der Studie darstellten, wurde dieser Effekt auch während der 26-wöchigen

unverblindeten Verlängerung der Studie beobachtet.

Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung bei Kindern und Jugendlichen

Aripiprazol wurde in einer 30-wöchigen Placebo-kontrollierten klinischen Studie mit 296

Kindern und Jugendlichen (10-17 Jahre) untersucht, die den DSM-IV-Kriterien für Bipolar-I-

Störung

manischen

oder

gemischten

Episoden

oder

ohne

psychotische

Züge

entsprachen und als Baseline einen Y-MRS-Score ≥ 20 aufwiesen. Von den Patienten, die zur

primären Wirksamkeitsanalyse herangezogen wurden, hatten 139 Patienten eine bestehende

komorbide Diagnose von ADHS.

Aripiprazol erwies sich als überlegen gegenüber Placebo bzgl. der Veränderung der Baseline

in Woche 4 und in Woche 12 im Y-MRS-Gesamt-Score. In einer post-hoc-Analyse zeigte sich

die Verbesserung gegenüber Placebo deutlicher bei Patienten mit einer Komorbidität von

ADHS als bei der Gruppe ohne ADHS, wo kein Unterschied zu Placebo bestand. Eine

Rückfallprävention wurde nicht nachgewiesen.

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Mittlere Verbesserung gegenüber baseline Y-MRS-Score bei psychiatrischen Komorbiditäten

Psychiatrische

Komorbidität

Woche 4

Woche 12

ADHS

Woche 4

Woche 12

Aripiprazol 10 mg

(n = 48)

14,9

15,1

Aripiprazol 10 mg

(n = 44)

15,2

15,6

Aripiprazol 30 mg

(n = 51)

16,7

16,9

Aripiprazol 30 mg

(n = 48)

15,9

16,7

Placebo

(n = 52)

Placebo

(n = 47)

Keine

psychiatrischen

Komorbiditäten

Woche 4

Woche 12

Kein ADHS

Woche 4

Woche 12

Aripiprazol 10 mg

(n = 27)

12,8

15,9

Aripiprazol 10 mg

(n = 37)

12,7

15,7

Aripiprazol 30 mg

(n = 25)

15,3

14,7

Aripiprazol 30 mg

(n = 30)

14,6

13,4

Placebo

(n = 18)

Placebo

(n = 25)

10,0

n = 51 in Woche 4

n = 46 in Woche 4

Die häufigsten behandlungsassoziierten Nebenwirkungen bei Patienten, die eine Dosis von

erhielten,

waren

extrapyramidale

Störungen

(28,3%),

Somnolenz

(27,3%),

Kopfschmerzen (23,2%) und Übelkeit (14,1%). Im Mittel haben Patienten, die 30 Wochen

mit Aripiprazol behandelt wurden, 2,9 kg Gewicht zugenommen, verglichen mit 0,98 kg bei

Patienten, die Placebo erhielten.

Reizbarkeit im Zusammenhang mit autistischer Störung bei Kindern und Jugendlichen (siehe

Abschnitt 4.2)

Aripiprazol wurde bei Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren in zwei 8-wöchigen Placebo-

kontrollierten Studien [eine mit flexibler Dosis (2-15 mg/Tag) und eine mit fester Dosis (5,

10 oder 15 mg/Tag)] und in einer 52-wöchigen offenen Studie untersucht. In diesen Studien

wurde die Initialdosis von 2 mg/Tag nach einer Woche auf 5 mg/Tag gesteigert und in

wöchentlichen Schritten um 5 mg/Tag bis zur Zieldosis erhöht. Über 75% der Patienten

waren unter 13 Jahre alt. Aripiprazol zeigte bei der Unterskala „Reizbarkeit“ der „Aberrant

Behaviour Checklist“ statistisch eine bessere Wirksamkeit als Placebo. Die klinische Relevanz

dieses

Befundes

wurde

nicht

nachgewiesen.

Sicherheitsprofil

wurden

Gewichtszunahme

Veränderungen

Prolaktinspiegels

einbezogen.

Studiendauer

Langzeit-Sicherheit

Wochen

begrenzt.

Niedrige

Serum-

Prolaktin-Spiegel bei weiblichen (< 3 ng/ml) und männlichen (< 2 ng/ml) Patienten traten

bei Behandlung mit Aripiprazol mit einer Häufigkeit von 27/46 (58,7%) bzw. 258/298

(86,6%)

(gepoolte

Studien).

Placebo-kontrollierten

Studien

betrug

mittlere

Gewichtszunahme 0,4 kg unter Placebo und 1,6 kg unter Aripiprazol.

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Aripiprazol wurde auch in einer Placebo-kontrollierten Langzeitstudie zur Erhaltungsphase

untersucht. Nach einer 13- bis 26-wöchigen Stabilisierung mit Aripiprazol (2-15 mg/Tag)

wurden Patienten mit stabilem Ansprechen für 16 Wochen entweder auf Aripiprazol belassen

oder auf Placebo umgestellt. In der Woche 16 betrug die Kaplan-Meier-Rate für einen

Rückfall 35% für Aripiprazol und 52% für Placebo. Hazard-ratio für einen Rückfall innerhalb

von 16 Wochen (Aripiprazol/Placebo) war 0,57 (kein statistisch signifikanter Unterschied).

Die mittlere Gewichtszunahme in der Stabilisierungsphase (bis zu 26 Wochen) mit Aripiprazol

betrug 3,2 kg und eine weitere mittlere Zunahme von 2,2 kg für Aripiprazol verglichen mit

für

Placebo

wurde

zweiten

Teil

Wochen)

Studie

beobachtet.

Extrapyramidale Symptome wurden hauptsächlich während der Stabilisierungsphase bei 17%

der Patienten beobachten, 6,5% davon Tremor.

Mit dem Tourette-Syndrom assoziierte Tics bei Kindern und Jugendlichen (siehe Abschnitt

4.2)

Wirksamkeit

Aripiprazol

Kindern

Jugendlichen

Tourette-Syndrom

(Aripiprazol: n = 99, Placebo: n = 44) wurde in einer randomisierten, doppelblinden,

Placebo-kontrollierten

8-wöchigen

Studie

untersucht,

angelegt

war,

dass

Behandlungsgruppen eine vom Körpergewicht abhängige Festdosis im Dosisbereich von 5

mg/Tag bis 20 mg/Tag und eine Anfangsdosis von 2 mg erhielten. Die Patienten waren

zwischen 7 und 17 Jahre alt und wiesen zu Beginn einen mittleren Gesamt-Tic-Score-Wert

von 30 auf der Yale Global Tic Severity Scale (TTS-YGTSS) auf. Aripiprazol zeigte bei der

Veränderung ab Studienbeginn bis Woche 8 eine Verbesserung auf der TTS-YGTSS von

13,35 bei der Gruppe mit niedriger Dosis (5 mg oder 10 mg) und 16,94 bei der Gruppe mit

hoher Dosis (10 mg oder 20 mg) im Vergleich zu einer Verbesserung von 7,09 in der

Placebo-Gruppe.

Wirksamkeit

Aripiprazol

Kindern

Jugendlichen

Tourette-Syndrom

(Aripiprazol: n = 32, Placebo: n = 29) wurde ebenfalls in einer in Süd-Korea durchgeführten

10-wöchigen

randomisierten,

doppelblinden,

Placebo-kontrollierten

Studie

einem

flexiblen Dosisbereich von 2 mg/Tag bis 20 mg/Tag und einer Anfangsdosis von 2 mg

untersucht. Die Patienten waren zwischen 6 und 18 Jahre alt und wiesen zu Beginn einen

mittleren Wert von 29 auf der TTS-YGTSS auf. Bei der Veränderung ab Studienbeginn bis

Woche 10 zeigte die Aripiprazol-Gruppe auf der TTS-YGTSS eine Verbesserung von 14,97 im

Vergleich zu einer Verbesserung von 9,62 in der Placebo-Gruppe.

diesen

beiden

Kurzzeitstudien

konnte

klinische

Relevanz

Ergebnisse

Wirksamkeit, angesichts des Ausmaßes der Behandlungswirkung im Vergleich zu der großen

Placebowirkung

unklaren

Wirkungen

hinsichtlich

psychosozialen

Funktionsfähigkeit, nicht erwiesen werden. Es liegen keine Langzeitdaten zur Wirksamkeit

und Unbedenklichkeit von Aripiprazol bei dieser fluktuierenden Erkrankung vor.

Europäische

Arzneimittel-Agentur

für

Referenzarzneimittel,

Aripiprazol

enthält, eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in

einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung der Schizophrenie und

Behandlung

bipolaren

affektiven

Störung

gewährt

(siehe

Abschnitt

bzgl.

Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

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Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Aripiprazol wird gut resorbiert, wobei maximale Plasmaspiegel innerhalb von 3 bis 5 Stunden

nach der Einnahme erreicht werden. Aripiprazol unterliegt einem minimalen präsystemischen

Metabolismus. Die absolute orale Bioverfügbarkeit der Tablettenformulierung beträgt 87%.

Eine Mahlzeit mit hohem Fettgehalt hat keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von

Aripiprazol.

Verteilung

Aripiprazol wird im gesamten Körper mit einem scheinbaren Verteilungsvolumen von 4,9 l/kg

verteilt,

extensive

extravaskuläre

Verteilung

deutet.

therapeutischen

Konzentrationen wird Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol zu über 99% an Plasmaproteine,

hauptsächlich Albumin, gebunden.

Biotransformation

Aripiprazol wird überwiegend in der Leber hauptsächlich über drei Biotransformationswege

metabolisiert: Dehydrierung, Hydroxylierung und N-Dealkylierung. Basierend auf

in vitro

Studien sind die Enzyme CYP3A4 und CYP2D6 für die Dehydrierung und Hydroxylierung von

Aripiprazol verantwortlich, die N-Dealkylierung wird durch CYP3A4 katalysiert. Aripiprazol

macht den Hauptanteil des Arzneimittels im systemischen Kreislauf aus. Im Steady-State

beträgt der Anteil von Dehydro-Aripiprazol, dem aktiven Metaboliten, ca. 40% der AUC von

Aripiprazol im Plasma.

Elimination

Die mittlere Eliminationshalbwertszeit liegt bei annähernd 75 Stunden für Aripiprazol bei

extensiven Metabolisierern über CYP2D6 und bei annähernd 146 Stunden bei „schlechten“ (=

„poor“) Metabolisierern über CYP2D6.

Die Gesamtkörper-Clearance von Aripiprazol beträgt 0,7 ml/min/kg, die hauptsächlich über

die Leber stattfindet.

Nach oraler Gabe einer Einzeldosis von

C-markiertem Aripiprazol wurden ca. 27% der

gegebenen Radioaktivität im Urin und annähernd 60% in den Faeces gefunden. Weniger als

1% Aripiprazol wurde unverändert im Urin ausgeschieden und ca. 18% wurden unverändert

in den Faeces gefunden.

Pharmakokinetik in speziellen Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik von Aripiprazol und Dihydro-Aripiprazol bei pädiatrischen Patienten im

Alter von 10 bis 17 Jahren war vergleichbar mit derjenigen von Erwachsenen nach Korrektur

des Unterschieds im Körpergewicht.

Ältere Menschen

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Bei Aripiprazol gibt es keinen Unterschied in der Pharmakokinetik zwischen älteren und

jüngeren

gesunden

erwachsenen

Probanden.

Ebenso

zeigten

sich

pharmakokinetischen Untersuchung schizophrener Patienten keine altersabhängigen Effekte.

Geschlecht

Bei Aripiprazol gibt es keine Unterschiede in der Pharmakokinetik zwischen männlichen und

weiblichen

gesunden

Probanden,

ebenso

zeigten

sich

einer

pharmakokinetischen

Untersuchung schizophrener Patienten keine geschlechtsabhängigen Effekte.

Rauchen und ethnische Zugehörigkeit

Eine Populations-spezifische Auswertung zur Pharmakokinetik ergab keinen Hinweis auf

klinisch

signifikante

Unterschiede

hinsichtlich

ethnischen

Zugehörigkeit

oder

Auswirkung des Rauchens auf die Pharmakokinetik von Aripiprazol.

Nierenschaden

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol waren bei

Patienten mit schwerer Nierenerkrankung im Vergleich zu jungen gesunden Probanden

ähnlich.

Leberschaden

Eine Einzeldosis-Studie bei Probanden mit verschiedengradiger Leberzirrhose (Child-Pugh

Klassen A, B und C) zeigte keinen signifikanten Effekt hinsichtlich der Beeinträchtigung der

Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Aripiprazol und Dehydro-Aripiprazol, aber die

Studie umfasste nur 3 Patienten mit Leberzirrhose der Klasse C, was nicht ausreicht, um

Schlüsse auf deren metabolische Kapazität zu ziehen.

5.

Pharmakovigilanz

Der Antragsteller erbrachte den Nachweis, dass ihm eine adäquat qualifizierte für die

Pharmakovigilanz verantwortliche Person sowie ein System zur Erfassung und Meldung

sowohl von innerhalb als auch außerhalb der Europäischen Gemeinschaft aufgetretenen

Nebenwirkungen

Verfügung

steht.

Antragsteller

vorgelegte

detaillierte

Beschreibung seines Pharmakovigilanz-Systems entspricht den Anforderungen des von der

Europäischen Kommission erstellten und veröffentlichten Leitfadens über die Erfassung,

Überprüfung

Vorlage

Berichten

über

Nebenwirkungen,

einschließlich

technischen Anforderungen an den elektronischen Austausch von Pharmakovigilanzdaten

gemäß

international

vereinbarten

Formaten.

Eine

Beschreibung

Risikomanagementsystems, das der Antragsteller einführen wird, wurde vorgelegt.

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A-1200 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Traisengasse 5, A-1200 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien

15 von 15

6.

Overall conclusion, Nutzen-Risiko-Beurteilung und Empfehlung

Lesbarkeitstest

Es wurde ein Lesbarkeitstest der Gebrauchsinformation mit Patienten - Zielgruppen auf der

Basis eines „Bridging Reports“ mit Bezugnahme auf Aripiprazol 5 mg Tabletten Bristol- Myers

durchgeführt. Der durch den Antragsteller eingereichte „Bridging report“ kann akzeptiert

werden.

vorliegenden

Gutachten

haben

eine

positive

Nutzen-Risiko-Bewertung

für

gegenständliche Arzneispezialität ergeben.

Dem Antrag der Firma G.L. Pharma GmbH auf Zulassung gemäß § 10 Abs. 1 und 15 in

Verbindung mit § 20 des Arzneimittelgesetzes (AMG), BGBl. Nr. 185/1983 idgF wurde mit

Bescheid

Bundesamtes

für

Sicherheit

Gesundheitswesen

06.10.2015

stattgegeben.

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung

Alle Änderungen, die Fach- und Gebrauchsinformationen betreffen, werden in den BASG-

Verlautbarungen unter https://verlautbarung.basg.gv.at/ publiziert.

Aktuelle Versionen der Fach- und Gebrauchsinformationen der in Österreich zugelassenen

Arzneispezialitäten

können

unter

https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

abgerufen

werden.

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