Apydan extent 300 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung Tablette mit veränderter Wirkstofffreisetzung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Oxcarbazepin
Verfügbar ab:
Desitin Arzneimittel GmbH
ATC-Code:
N03AF02
INN (Internationale Bezeichnung):
Oxcarbazepine
Darreichungsform:
Tablette mit veränderter Wirkstofffreisetzung
Zusammensetzung:
Oxcarbazepin 300.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
65226.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Apydan extent 300 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung

Wirkstoff: Oxcarbazepin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was sind Apydan extent Tabletten und wofür werden sie angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Apydan extent Tabletten beachten?

Wie sind Apydan extent Tabletten einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie sind Apydan extent Tabletten aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was sind Apydan extent Tabletten und wofür werden sie angewendet?

Apydan extent Tabletten sind ein Arzneimittel zur Behandlung von epileptischen

Anfallserkrankungen (Antiepileptikum).

Apydan extent Tabletten werden eingenommen:

zur Behandlung von epileptischen Anfällen, die von einer begrenzten Region des Gehirns

ausgehen (fokale epileptische Anfälle), die z. B. mit automatisch ablaufenden

Bewegungsmustern, Verwirrtheitszuständen, Erinnerungslücken und eventuell eingeschränktem

Bewusstsein einhergehen.

zur Behandlung von epileptischen Anfällen, die sich nach einem fokalen epileptischen Anfall

auf das gesamte Gehirn ausbreiten (generalisierte tonisch-klonische Anfälle) und mit Mus-

kelzuckungen des gesamten Körpers und vorübergehender Bewusstlosigkeit einhergehen.

Apydan extent Tabletten können allein (Monotherapie) oder zusammen mit anderen Medikamenten

(Kombinationstherapie) zur Behandlung einer Epilepsie von Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren

eingenommen werden.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Apydan extent Tabletten beachten?

Bitte befolgen Sie alle Anweisungen des Arztes genau. Möglicherweise lauten sie anders als die in

dieser Packungsbeilage enthaltenen allgemeinen Informationen.

Überwachung während der Behandlung mit Apydan extent

Vor und während der Behandlung mit Apydan extent wird Ihr Arzt möglicherweise Bluttests

durchführen, um Ihre Dosis festzulegen. Ihr Arzt wird Sie darüber informieren.

Apydan extent Tabletten dürfen nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Oxcarbazepin (den Wirkstoff von Apydan extent) oder einen der in

Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind oder wenn Sie

allergisch gegen Eslicarbazepin sind.

Wenn dies auf Sie zutrifft, sprechen Sie vor der Einnahme von Apydan extent mit Ihrem Arzt. Wenn

Sie vermuten, allergisch zu sein, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Apydan extent Tabletten einnehmen. Dies gilt

insbesondere:

Wenn Sie Überempfindlichkeitsreaktionen auf Carbamazepin oder andere Arzneimittel

gegen epileptische Anfallsleiden gezeigt haben. Wenn Sie allergisch gegen Carbamazepin sind,

beträgt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Sie auch eine allergische Reaktion gegen

Oxcarbazepin (Apydan extent) haben könnten, etwa 1 zu 4 (25 %).

Wenn Sie bei sich ein Anschwellen der Lippen, des Gesichts oder des Nackens zusammen mit

Schwierigkeiten beim Atmen, Sprechen oder Schlucken oder sonstige Anzeichen einer

Überempfindlichkeitsreaktion (z. B. eine Rötung oder Bläschenbildung auf der Haut, Fieber

oder Gelenkschmerzen) feststellen, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder begeben Sie sich in

das nächste Krankenhaus (siehe Abschnitt ”Nebenwirkungen”). Die Behandlung mit Apydan

extent muss dann sofort beendet werden.

Falls Sie nach der Einnahme von Apydan extent schwere Hautreaktionen wie Blasenbildung

am ganzen Körper (auch im Mund-, Nasen- und Genitalbereich), Hautrötung und Fieber

(Stevens-Johnson Syndrom, Lyell Syndrom und Erythema multiforme) entwickeln, informieren

Sie sofort Ihren Arzt oder begeben Sie sich in das nächste Krankenhaus. Es könnte sein, dass

Sie stationär behandelt werden müssen. In einem solchen Fall, wird Ihr Arzt Apydan extent

absetzen und darf es erst wieder verordnen, wenn ein Zusammenhang der Hautreaktion mit

Apydan extent ausgeschlossen ist. Falls die Therapie aufgrund von

Überempfindlichkeitsreaktionen abgebrochen wurde, dürfen Sie Apydan extent nicht mehr

einnehmen. Ihr Arzt wird Ihnen dann ein anderes Antiepileptikum verschreiben.

Wenn Sie zur Bevölkerungsgruppe der Han-Chinesen oder Thailänder gehören, kann Ihr Arzt

anhand eines Bluttests erkennen, ob Sie ein erhöhtes Risiko für diese schweren Hautreaktionen

in Verbindung mit der Behandlung mit Carbamazepin oder chemisch verwandter Wirkstoffe

haben. Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob ein Bluttest erforderlich ist, bevor Sie mit der Einnahme

von Oxcarbazepin beginnen können.

Wenn Sie an einer Nierenerkrankung leiden, die zu einem niedrigen Natriumspiegel im Blut

(einer Störung Ihres Salzhaushalts) führt, oder wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel einnehmen,

die den Natriumspiegel erniedrigen, wie z. B. harntreibende Medikamente (sog. Diuretika oder

Desmopressin) oder solche gegen rheumatische Entzündungen (nicht-steroidale

Antirheumatika), sollte Ihr Arzt vor Beginn der Behandlung den Natriumspiegel in Ihrem Blut

bestimmen. Während Ihrer Behandlung mit Apydan extent wird er regelmäßig Ihren

Natriumspiegel überwachen. Das gleiche gilt, wenn bei Ihnen während der Behandlung mit

Apydan extent eine Behandlung mit Arzneimitteln begonnen wird, die den Natriumspiegel

erniedrigen.

Oxcarbazepin, der Wirkstoff von Apydan extent, kann den Natriumspiegel in Ihrem Blut

verringern. In den meisten Fällen werden Sie hiervon keine Anzeichen verspüren. Sollten Sie

aber bei sich Anzeichen eines Natriummangels (Trägheit, Verwirrtheit, Muskelzucken oder

eine deutliche Verschlimmerung Ihrer Anfälle) bemerken, informieren Sie sofort Ihren Arzt. Er

wird dann den Natriumspiegel in Ihrem Blut bestimmen und geeignete Maßnahmen treffen.

Wenn Sie an Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) leiden, sollte Ihr Gewicht regelmäßig

kontrolliert werden, um festzustellen, ob Ihr Körper zu viel Flüssigkeit zurückhält. In diesem

Fall oder bei einer Verschlechterung der Herzfunktion sollte der Natriumspiegel in Ihrem Blut

bestimmt werden. Wenn ein niedriger Natriumspiegel festgestellt wird, ist es wichtig, dass Sie

weniger Flüssigkeit aufnehmen.

Wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine Leberschädigung besteht, sollte Ihr Arzt

Leberfunktionstests durchführen und das Absetzen von Apydan extent in Betracht ziehen.

Wenn Sie an Störungen der Reizleitung des Herzens (z. B. AV-Block,

Herzrhythmusstörungen) leiden, sollte die Behandlung mit Oxcarbazepin, dem Wirkstoff von

Apydan extent, sorgfältig überwacht werden, da eine Behandlung mit Oxcarbazepin in sehr

seltenen Fällen zu Störungen der Reizleitung am Herzen führte.

Wenn Sie nach Beginn der Einnahme von Apydan extent häufiger als zuvor unter epileptischen

Anfällen leiden, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder gehen Sie zur Notaufnahme des

nächstgelegenen Krankenhauses. Dies ist besonders für Kinder von Bedeutung, kann aber auch

Erwachsene betreffen.

Wenn Sie bei sich Anzeichen einer Störung des Blutbilds feststellen, z. B. Erschöpfung,

Kurzatmigkeit bei Anstrengungen, ein blasses Aussehen, Kopfschmerzen, Kältegefühl,

Schwindelgefühl, häufige Infektionen mit Fieber, Halsentzündung, Geschwüre im Mund,

Nasenbluten, rötliche oder purpurfarbene Flecken, unerklärliche Hautflecken, oder wenn Sie

leichter als normal bluten oder nach dem Anstoßen blaue Flecken bekommen, informieren Sie

sofort Ihren Arzt.

Wenn Sie Symptome bzw. Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion, wie

Gewichtszunahme, Müdigkeit, Haarausfall, Muskelschwäche, Kältegefühl bemerken,

informieren Sie sofort Ihren Arzt.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Oxcarbazepin behandelt wurden,

hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu

irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in

Verbindung.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern wird der Arzt möglicherweise eine Überwachung der Schilddrüsenfunktion vor

Behandlungsbeginn und während der Behandlung empfehlen.

Apydan extent wird zur Behandlung von Kindern ab 6 Jahren empfohlen.

Ältere Menschen

Bei älteren Menschen sind keine besonderen Dosierungsempfehlungen notwendig, da die

therapeutische Dosis individuell bestimmt wird. Bei älteren Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion wird eine Dosisanpassung empfohlen (siehe unter 3. Wie sind Apydan extent

Tabletten einzunehmen?).

Einnahme von Apydan extent Tabletten zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Antibabypille: Wenn Sie gleichzeitig eine Antibabypille einnehmen, kann die

Schwangerschaftsverhütung unwirksam werden. Eine Schwangerschaft kann dann nicht mehr

ausgeschlossen werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über andere oder zusätzliche

Verhütungsmethoden (wie z.B. Kondom, Diaphragma oder chemische Verhütungsmittel wie

Scheidenzäpfchen etc.).

Lamotrigin (Arzneimittel gegen epileptische Anfälle): Wenn Sie Apydan extent und Lamotrigin

gleichzeitig einnehmen, besteht ein höheres Risiko für Nebenwirkungen wie Übelkeit, Müdigkeit,

Schwindel und Kopfschmerzen. Sie sollten dann sorgfältig ärztlich überwacht werden. Dies gilt

besonders bei Kindern, die gleichzeitig mit Lamotrigin behandelt werden.

Enzyminduzierende Arzneimittel, wie z. B. Phenytoin, Phenobarbital oder Carbamazepin (andere

Arzneimittel gegen epileptische Anfälle) oder Rifampicin, und Apydan extent können sich

gegenseitig in ihrer Wirksamkeit beeinflussen. Falls Sie neben Apydan extent gleichzeitig ein oder

mehrere andere Arzneimittel gegen epileptische Anfälle einnehmen, sollte Ihr Arzt in jedem Einzelfall

eine Dosisanpassung erwägen. Sie müssen dann sorgfältig ärztlich überwacht werden.

Felodipin (Mittel gegen Bluthochdruck), Tacrolimus oder Ciclosporin (Medikamente, die eine

Abstoßungsreaktion unterdrücken): Die Wirksamkeit dieser Arzneimittel kann durch Apydan extent

vermindert werden.

Monoaminoxidase-Hemmer (Mittel gegen Depressionen) und Apydan extent können sich

wechselseitig beeinflussen. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie ein solches Medikament

erhalten, da der Einsatz vom Arzt sorgfältig abgewogen werden muss.

Lithium (Arzneimittel zur Behandlung und Vorbeugung bestimmter geistig-seelischer

Erkrankungen): Durch die gleichzeitige Gabe von Lithium und Apydan extent kann eine schädigende

Wirkung auf das Nervensystem verstärkt werden.

Einnahme von Apydan extent Tabletten zusammen mit Nahrungsmitteln und Alkohol

Alkohol kann die schläfrig machende Wirkung von Apydan extent verstärken. Vermeiden Sie daher

Alkohol soweit wie möglich.

Die Aufnahme des Wirkstoffes von Apydan extent in das Blut (Bioverfügbarkeit) wird durch

gleichzeitige Nahrungsaufnahme geringfügig erhöht.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Schwangerschaft

Es wurde beobachtet, dass die Missbildungsrate bei Kindern von Frauen mit einer Epilepsie zwei- bis

dreimal größer ist als in der Normalbevölkerung, in der die Missbildungsrate bei ca. 3% liegt. Die

Behandlung mit mehreren Medikamenten gegen Epilepsie kann die Missbildungsrate noch weiter

erhöhen. In welchem Umfang eine Behandlung mit Oxcarbazepin (dem Wirkstoff von Apydan extent)

zu dieser erhöhten Missbildungsrate beiträgt, ist bisher noch nicht geklärt.

Teilen Sie daher Ihrem Arzt unbedingt mit, wenn Sie schwanger sind, wenn Sie planen, schwanger zu

werden oder wenn Sie stillen. Wenn Sie während der Behandlung mit Apydan extent schwanger

werden oder eine Behandlung mit Apydan extent während der Schwangerschaft notwendig wird, muss

der Nutzen des Arzneimittels sorgfältig gegen das erhöhte Risiko für Ihr Kind abgewogen werden.

Dies ist in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft besonders wichtig.

Auf keinen Fall dürfen Sie eine wirksame Behandlung mit Apydan extent während der

Schwangerschaft unterbrechen, da eine Verschlechterung der Epilepsie sowohl für die

Mutter als auch das ungeborene Leben von Nachteil ist.

Antiepileptika können zu einem Folsäuremangel beitragen. Die ergänzende Gabe von Folsäure vor

und während der Schwangerschaft wird daher empfohlen. Auch die Verabreichung von Vitamin K

1

den letzten Wochen der Schwangerschaft an die Mutter und nach der Geburt an das Neugeborene wird

empfohlen, um Blutgerinnungsstörungen zu vermeiden.

Frauen im gebärfähigen Alter sollten Apydan extent, wenn immer möglich, nicht zusammen mit

anderen Antiepileptika einnehmen.

Möglicherweise wird Ihr Arzt die Dosis von Apydan extent, die Sie einnehmen müssen, während und

nach der Schwangerschaft verändern, da sich die Wirksamkeit im Verlauf der Schwangerschaft

abschwächen kann.

Stillzeit:

Sie dürfen während der Behandlung mit Apydan extent nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Apydan extent kann Schwindel und Schläfrigkeit hervorrufen. Ferner kann es zu

Verschwommensehen, Doppeltsehen, Störungen der Muskelkoordination oder Bewusstseinstrübung

kommen, insbesondere wenn die Behandlung begonnen oder die Dosis erhöht wird. Dadurch können

Ihr Reaktionsvermögen und Ihre Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt werden. Diese Wirkung kann

zusammen mit Alkohol verstärkt werden.

Sie sollten daher zu Beginn der Behandlung nicht Auto oder andere Fahrzeuge fahren, keine

Maschinen oder elektrische Geräte bedienen oder Arbeiten durchführen, die hohe Aufmerksamkeit

erfordern, z.B. Arbeiten ohne festen Halt. Warten Sie ab, bis Sie einschätzen können, ob Apydan

extent Ihre Fähigkeit beeinträchtigt, Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen. Es ist wichtig, dass

Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen können.

Apydan extent enthält Natrium

Apydan extent enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d.h., es ist

nahezu „natriumfrei“.

3.

Wie sind Apydan extent Tabletten einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Hinweis zur Einnahme der Tabletten

Sie sollten Apydan extent zweimal täglich, morgens und abends, zu einer Mahlzeit einnehmen, am

besten immer ungefähr zur jeweils gleichen Tageszeit. Dadurch halten Sie Ihre Erkrankung besser

unter Kontrolle und Sie erinnern sich am leichtesten daran, wann Sie die Tabletten einnehmen müssen.

Apydan extent Tabletten sollen unzerkaut mit Wasser geschluckt werden. Für Patienten mit

Schluckbeschwerden kann Apydan extent auch in Wasser gegeben und nach umrühren getrunken

werden.

Apydan extent 300 mg Tabletten können in gleiche Dosen geteilt werden: Sie sind entweder in zwei

gleiche Hälften zu je 150 mg Oxcarbazepin oder in gleiche Viertel zu je 75 mg Oxcarbazepin teilbar.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, beträgt die empfohlene Dosis:

Erwachsene

Die übliche Anfangsdosis beträgt 600 mg Oxcarbazepin (Wirkstoff von Apydan extent) pro Tag

verteilt auf zwei Einzeldosen (2-mal 1 Tablette Apydan extent 300 mg). Die Tagesdosis kann in

Abständen von einer Woche in Schritten von höchstens 600 mg gesteigert werden, um die gewünschte

Wirkung zu erzielen. Ihr Arzt entscheidet über die erforderliche Menge Oxcarbazepin (Wirkstoff von

Apydan extent), die Sie bei einer längerfristigen Behandlung täglich einnehmen sollten.

Ältere Patienten

Für ältere Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wird eine niedrigere Dosis empfohlen (siehe

”Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion”). Bei Patienten mit dem Risiko für einen

Natriummangel siehe: ”Was müssen Sie vor der Einnahme von Apydan extent beachten?”.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion ist keine

Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion liegen

keine Untersuchungen mit Oxcarbazepin (dem Wirkstoff von Apydan extent) vor. Daher ist bei der

Behandlung dieser Patienten Vorsicht geboten.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Behandlung mit 300 mg Oxcarbazepin

(Wirkstoff von Apydan extent) pro Tag verteilt auf zwei Einzelgaben begonnen werden (2-mal ½

Tablette Apydan extent 300 mg) und die Dosis in Abständen von mindestens einer Woche gesteigert

werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Die Dosissteigerung bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion bedarf einer sorgfältigeren Überwachung.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Bei der Mono- und der Kombinationstherapie wird mit einer täglichen Dosis von 8–10 mg

Oxcarbazepin pro kg Körpergewicht, verteilt auf zwei Einzelgaben, begonnen. Die Tagesdosis kann in

Abständen von einer Woche in Schritten von höchstens 10 mg pro kg Körpergewicht gesteigert

werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Die mittlere tägliche Dosis liegt dann bei etwa 30

mg pro kg Körpergewicht; die tägliche Maximaldosis liegt bei 46 mg pro kg Körpergewicht.

Wechsel von einem anderen Antiepileptikum auf Apydan extent

Wenn Sie von einem anderen Antiepileptikum auf Apydan extent wechseln, muss die Dosis der

abzusetzenden Antiepileptika bei Beginn der Behandlung mit Apydan extent schrittweise verringert

werden. Wird Apydan extent mit anderen Antiepileptika kombiniert, muss möglicherweise die Dosis

der anderen Antiepileptika gesenkt und/oder die Dosis von Apydan extent langsamer erhöht werden.

Wenn Sie bereits mit anderen Oxcarbazepin-haltigen Arzneimitteln behandelt werden:

Bei einer Umstellung von anderen Oxcarbazepin-haltigen Arzneimitteln auf Apydan extent können die

Dosis und die Einnahmeabstände beibehalten werden, wobei der Arzt die Aufrechterhaltung

ausreichender Serumspiegel durch geeignete Blutuntersuchungen kontrolliert. Die Dosierung wird

dann in Abhängigkeit vom Ansprechen der Behandlung bzw. zur Aufrechterhaltung ausreichender

Serumspiegel individuell durch den Arzt angepasst.

Dauer der Anwendung

Die Anwendungsdauer richtet sich nach Ihrer individuellen Reaktion und wird durch den

behandelnden Arzt bestimmt. Die Behandlung der Epilepsie ist grundsätzlich eine

Langzeitbehandlung. Über die notwendige Dosis, die Behandlungsdauer und das Absetzen von

Apydan extent muss Ihr Arzt entscheiden.

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Apydan extent daher nicht und ändern Sie die

Dosierung nicht, ohne vorher Ihren Arzt zu fragen!

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Apydan

extent Tabletten zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Apydan extent Tabletten eingenommen haben, als Sie sollten:

Im Falle einer Überdosierung ist umgehend ärztliche Behandlung erforderlich.

Nach Einnahme zu großer Mengen können unter anderem folgende Anzeichen auftreten:

Schläfrigkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, unwillkürliche Bewegungen (Hyperkinesie),

Koordinationsstörungen (Ataxie) und Augenzittern. Ein spezifisches Gegenmittel ist nicht bekannt.

Nach Bedarf sollten die Symptome behandelt werden. Eine Entfernung des Arzneimittels durch

Magenspülung und/oder die Gabe von Aktivkohle sollten in Erwägung gezogen werden.

Wenn Sie die Einnahme von Apydan extent Tabletten vergessen haben:

Wenn Sie vergessen haben, Apydan extent einzunehmen, fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker

nach, wie Sie weiter vorgehen sollen. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die

vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Apydan extent abbrechen:

Sie dürfen keinesfalls mit der Einnahme aufhören ohne Ihren Arzt zu fragen! Um zu verhindern,

dass bei Ihnen plötzlich wieder Anfälle auftreten, soll die Behandlung mit Apydan extent wie bei allen

Mitteln gegen Epilepsie nur allmählich beendet werden.

Bitte informieren Sie Ihren behandelnden Arzt, wenn Unverträglichkeiten oder eine Änderung in

Ihrem Krankheitsbild eintreten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Schläfrigkeit, Kopfschmerz, Schwindel,

Doppeltsehen, Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit, die bei über 10 % der Patienten auftreten können.

Sehr häufige Nebenwirkungen (betrifft mehr als 1 Behandelten von 10) sind:

Schläfrigkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerz.

Doppeltsehen.

Übelkeit und Erbrechen.

Müdigkeit.

Häufige Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100) sind:

erniedrigter Natriumspiegel im Blut. In den meisten Fällen werden Sie hiervon keine Anzeichen

verspüren und eine Anpassung der Therapie ist dann nicht notwendig.

Verwirrungszustände, Depression, Antriebsverarmung (Apathie), Unruhe (z. B. Nervosität),

Stimmungsschwankungen (Affektlabilität).

Gedächtnisstörungen, Koordinationsstörungen, Konzentrationsschwäche, Augenzittern, Zittern.

Verschwommensehen, Sehstörungen.

Schwindel.

Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen, Gewichtszunahme.

Akne, Haarausfall, entzündliche Hautveränderungen (Exanthem).

Schwächegefühl.

Gelegentliche Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000) sind:

verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie).

Veränderungen der Leberfunktionswerte (Anstieg der Transaminasen und/oder der alkalischen

Phosphatase).

Bläschenbildung (Urtikaria).

Sehr seltene Nebenwirkungen (betrifft weniger als 1 Behandelten von 10.000) sind:

erniedrigter Natriumspiegel im Blut mit Symptomen wie Anfällen, Verwirrtheit,

Bewusstseinstrübung, Gehirnerkrankungen, Sehstörungen (z. B. Verschwommensehen),

Erbrechen und Übelkeit beobachtet. Beim Auftreten dieser Symptome informieren Sie sofort

Ihren Arzt.

verminderte Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie).

Überempfindlichkeitsreaktionen, charakterisiert durch Symptome wie entzündliche

Hautveränderungen (Exanthem), Fieber, Lymphknotenschwellung, Schwellung von Gesicht,

Zunge oder anderen Körperteilen, die zu Atemnot führen kann, Gelenkschwellung, Muskel- und

Gelenkschmerzen, Wasseransammlung in der Lunge, Atemnot, Asthma, Kurzatmigkeit,

Schädigung des Gehirns, Leberfunktionswerte außerhalb der Norm, veränderte Anzahl

bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie, Leukozytopenie), verminderte Zahl der

Blutplättchen, Milzschwellung, Proteine im Urin, Nierenentzündung oder -versagen. Beachten

Sie bitte den Hinweis unten!

Herzrhythmusstörungen oder Reizleitungsstörungen des Herzens (AV-Block).

Entzündung der Bauchspeicheldrüse und/oder Erhöhung bestimmter Enzyme (wie Lipase

und/oder Amylase).

Leberentzündung. Beachten Sie bitte den Hinweis unten!

Hautrötungen mit/ohne scheiben- oder knotenförmigen Veränderungen und Einblutungen

(Erythema multiforme), schwere Hautreaktionen mit Blasenbildung am ganzen Körper inkl.

Mund-, Nasen- und Genitalbereich (Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale

Nekrolyse/Lyell-Syndrom) und Schwellung von Gesicht, Zunge oder anderen Körperteilen, die

zu Atemnot führen kann (Angioödem). Beachten Sie bitte den Hinweis unten!

chronisch-entzündliche Erkrankung des Gefäßbindegewebes (systemischer Lupus

erythematodes).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar):Knochenmarkdepression mit Störung der Blutbildung im Knochenmark

(aplastische Anämie, Agranulozytose, Panzytopenie, Neutropenie). Anzeichen eines Abfalls der

Zahl der Blutplättchen oder der Zahl der Blutzellen können sein: Müdigkeit, Kurzatmigkeit bei

Anstrengungen, blasses Aussehen, Kopfschmerzen, Kältegefühl, Schwindelgefühl, häufige

Infektionen mit Fieber, Halsentzündung, Geschwüre im Mund, Nasenbluten, rötliche oder

purpurfarbene Flecken, unerklärliche Hautflecken oder wenn Sie leichter als normal bluten oder

nach dem Anstoßen blaue Flecken bekommen.

Syndrom mit Hautreaktionen, geschwollenen Lymphknoten, Fieber und möglicher Beteiligung

weiterer Organe (DRESS-Syndrom).

Hautreaktion mit Rötung und Blasenbildung (akute generalisierte exanthematische Pustulose).

allergische Reaktionen.

Schilddrüsenunterfunktion mit Symptomen wie Gewichtszunahme, Müdigkeit, Haarausfall,

Muskelschwäche und Kältegefühl. Beachten Sie bitte den Hinweis unten!

Verschlechterung des bestehenden Anfallsleidens bei Kindern.

allergische Kreuzreaktionen mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung von Epilepsien.

hoher Blutdruck.

Sprechstörungen.

Sturz.

Es wurden Fälle von Verringerungen der Knochendichte (Osteoporose bis hin zu Knochenbrüchen)

berichtet. Bitte beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie Antiepileptika über eine

lange Zeit anwenden, wenn bei Ihnen eine Osteoporose festgestellt wurde oder wenn Sie gleichzeitig

Kortison oder andere Steroidhormone einnehmen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie sind Apydan extent Tabletten aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Kunststoff-Behältnis

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Apydan extent Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung enthalten:

Der Wirkstoff ist: Oxcarbazepin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Ammoniummethacrylat-Copolymer (Typ B), Riboflavin,

Mikrokristalline Cellulose, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Magnesiumstearat

(Ph.Eur.) [pflanzlich]

Bitte beachten Sie folgende Hinweise:

Insbesondere beim Auftreten von Fieber, Halsschmerzen, Halsentzündung, Geschwüren im

Mund, Hautreaktionen wie Hautausschlag, Entstehen von unerklärlichen, z.

B. rötlichen oder

purpurfarbenen Flecken oder von Blasen auf der Haut inkl. Mund, Nase oder Genitalbereich,

Nasenbluten, wenn Sie leichter als normal bluten oder nach dem Anstoßen blaue Flecken

bekommen, bei häufigen Infektionen mit Fieber, bei grippeähnlichen Krankheitsbeschwerden,

Schlappheit,

Müdigkeit,

Kurzatmigkeit

Anstrengungen,

blassem

Aussehen,

Kopfschmerzen, Kältegefühl, Schwindelgefühl, Appetitlosigkeit, Gelbverfärbung der Haut,

Gewichtszunahme,

Haarausfall,

Muskelschwäche

sowie

Trägheit,

Verwirrtheit,

Muskelzucken (vgl. den Abschnitt ”Was sollten Sie vor der Einnahme von Apydan

extent

beachten?”) müssen Sie sofort den Arzt aufsuchen.

Wie Apydan extent Tabletten aussehen und Inhalt der Packungen:

Apydan extent 300 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung: Viertelbare, runde, gelbliche

Tabletten mit rötlichen Färbungen und Kreuzkerbe.

Apydan extent 300 mg Tabletten sind in Kunststoff-Behältnissen mit 48, 50, 98, 100, 198 und 200

Tabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

DESITIN Arzneimittel GmbH

Weg beim Jäger 214

22335 Hamburg

Telefon: (040) 5 91 01 525

Telefax: (040) 5 91 01 377

Mitvertrieb:

Declimed GmbH

Obenhauptstraße 14

22335 Hamburg

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im {Monat JJJJ}

Weitere Stärken

Apydan extent 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung

Apydan extent 600 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung

FACHINFORMATION (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Apydan extent 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung

Apydan extent 300 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung

Apydan extent 600 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Apydan extent 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung:

1 Tablette enthält 150 mg Oxcarbazepin

Apydan extent 300 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung:

1 Tablette enthält 300 mg Oxcarbazepin

Apydan extent 600 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung:

1 Tablette enthält 600 mg Oxcarbazepin

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette mit veränderter Wirkstofffreisetzung

Apydan extent 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung:

Viertelbare, runde, gelbliche Tabletten mit rötlichen Färbungen und Kreuzkerbe. Die Tabletten können

in gleiche Hälften (je 75 mg Oxcarbazepin) oder gleiche Viertel (je 37,5 mg Oxcarbazepin) geteilt

werden.

Apydan extent 300 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung:

Viertelbare, runde, gelbliche Tabletten mit rötlichen Färbungen und Kreuzkerbe. Die Tabletten können

in gleiche Hälften (je 150 mg Oxcarbazepin) oder gleiche Viertel (je 75 mg Oxcarbazepin) geteilt

werden.

Apydan extent 600 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung:

Teilbare, ovale, gelbliche Tabletten mit rötlichen Färbungen und Bruchkerbe. Die Tabletten können in

gleiche Hälften (je 300 mg Oxcarbazepin) geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von fokalen Anfällen mit oder ohne sekundär generalisierten tonisch-klonischen

Anfällen.

Zur Monotherapie oder Kombinationstherapie von Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Apydan extent 150 mg und 300 mg Tabletten besitzen Kreuzkerben und können in gleiche Viertel

geteilt werden. Apydan extent 600 mg Tabletten besitzen eine Bruchkerbe und können in gleiche

Hälften geteilt werden.

Die Mono- und Kombinationstherapie mit Apydan extent kann bereits mit einer klinisch wirksamen

Dosis begonnen werden, die auf zwei Einzeldosen pro Tag verteilt wird. Die Einnahme sollte zu den

Mahlzeiten erfolgen. Die Dosis kann je nach Ansprechen des Patienten auf die Therapie gesteigert

werden. Wenn andere Antiepileptika durch Apydan extent ersetzt werden sollen, ist die Dosis des

abzusetzenden Antiepileptikums/der abzusetzenden Antiepileptika bei Beginn der Behandlung mit

Apydan extent schrittweise herabzusetzen. Da bei der Kombinationstherapie die Gesamtdosis an

Antiepileptika steigt, muss möglicherweise die Dosis des anderen Antiepileptikums/der anderen

Antiepileptika gesenkt und/oder die Dosis von Apydan extent langsamer erhöht werden (siehe 4.5 ).

Therapeutisches Drug-Monitoring

Die therapeutische Wirkung von Oxcarbazepin wird primär über den aktiven Metaboliten 10-

Monohydroxyderivat (MHD) von Oxcarbazepin vermittelt (siehe Abschnitt 5).

Eine routinemäßige Kontrolle der Plasmaspiegel von Oxcarbazepin oder MHD ist nicht erforderlich,

kann jedoch in Situationen von Nutzen sein, in welchen eine Veränderung der MHD-Clearance zu

erwarten ist (siehe Abschnitt 4.4). In solchen Fällen kann die Apydan extent-Dosis (auf Grundlage der

2-4 Stunden nach der Gabe gemessenen Plasmaspiegel) so angepasst werden, dass ein maximaler

MHD-Plasmaspiegel von < 35 mg/l eingehalten wird.

Die nachfolgend aufgeführten Dosierungsempfehlungen (Erwachsene, ältere Patienten und Kinder)

beruhen auf den Erfahrungen aus klinischen Studien für alle Altersgruppen. Wo angezeigt, können

jedoch auch niedrigere Anfangsdosen verwendet werden.

Patienten, die bereits mit Oxcarbazepin-haltigen Arzneimitteln behandelt werden:

Apydan extent weist im Vergleich zu anderen Oxcarbazepin-haltigen Arzneimitteln eine verzögerte

Freisetzung mit einer langsameren Wirkstoffanflutung auf.

Eine Umstellung kann 1:1 erfolgen, d. h. in gleicher Dosis und mit gleichen Einnahmeabständen.

Dabei sollte Apydan extent zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Dosishöhe und -abstände

werden dann individuell nach klinischem Bild durch den Arzt angepasst. In Abhängigkeit vom

Ansprechen und zur Aufrechterhaltung vergleichbarer Plasmaspiegel kann die Tagesdosis von Apydan

extent etwa 10 % höher als bei normal freisetzenden Oxcarbazepinprodukten liegen. Bei Umstellung

von anderen Oxcarbazepin-haltigen Arzneimitteln auf Apydan extent sind die Serumspiegel des

aktiven Metaboliten MHD (Monohydroxyderivat) zu kontrollieren. Die Tagesdosis wird üblicherweise

auf 2 Einnahmen verteilt.

Für Patienten mit Schluckbeschwerden können Apydan

extent Tabletten ohne vorheriges Mörsern in

Wasser dispergiert und nach Umrühren getrunken werden. Alternativ steht für diese Fälle oder bei

Patienten, denen die benötigte Dosierung nicht in Tablettenform verabreicht werden kann,

Oxcarbazepin in Form einer Suspension zum Einnehmen zur Verfügung.

Erwachsene

Monotherapie

Empfohlene Anfangsdosis

Die Behandlung mit Apydan extent kann mit einer Tagesdosis von 600 mg (8–10 mg Oxcarbazepin/kg

Körpergewicht (KG)/Tag), verteilt auf zwei Einzeldosen, begonnen werden.

Erhaltungsdosis

Wenn klinisch erforderlich, kann die Tagesdosis in Abständen von einer Woche in Schritten von

maximal 600 mg bis zur gewünschten Wirkung gesteigert werden. Die Erhaltungsdosis liegt zwischen

600 mg und 2400 mg Oxcarbazepin/Tag.

Kontrollierte Monotherapiestudien an bisher nicht mit Antiepileptika behandelten Patienten haben die

Wirksamkeit einer Tagesdosis von 1200 mg gezeigt; bei therapierefraktären Patienten, die von

anderen Antiepileptika auf eine Monotherapie mit Oxcarbazepin umgestellt wurden, erwies sich eine

Tagesdosis von 2400 mg als wirksam.

Empfohlene Maximaldosis

Unter kontrollierten stationären Bedingungen konnte die Tagesdosis innerhalb von 48 Stunden auf

2400 mg Oxcarbazepin gesteigert werden.

Kombinationstherapie

Empfohlene Anfangsdosis

Die Behandlung mit Apydan extent kann mit einer Tagesdosis von 600 mg (8–10 mg Oxcarbazepin/kg

KG/Tag), verteilt auf zwei Einzeldosen, begonnen werden.

Erhaltungsdosis

Wenn klinisch erforderlich, kann die Tagesdosis in Abständen von einer Woche in Schritten von

höchstens 600 mg bis zur gewünschten Wirkung gesteigert werden. Die Erhaltungsdosis liegt

zwischen 600 mg und 2400 mg Oxcarbazepin/Tag.

Empfohlene Maximaldosis

Tagesdosen von 600 bis 2400 mg Oxcarbazepin/Tag erwiesen sich in einer kontrollierten Studie in der

Kombinationstherapie als wirksam, wobei die meisten Patienten, hauptsächlich wegen zentralnervöser

Nebenwirkungen, eine Tagesdosis von 2400 mg nicht ohne eine Dosisverringerung der anderen

gleichzeitig gegebenen Antiepileptika tolerierten.

Tagesdosen über 2400 mg wurden nicht systematisch in klinischen Studien untersucht.

Ältere Patienten (ab 65 Jahre)

Für ältere Patienten sind keine speziellen Dosierungsempfehlungen erforderlich, da die therapeutische

Dosis individuell angepasst wird. Bei älteren Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-

Clearance < 30 ml/min) wird eine Dosisanpassung empfohlen (Angaben zur Dosierung siehe unten bei

„Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion“).

Bei Patienten mit Hyponatriämie-Risiko ist eine engmaschige Überwachung der Natriumkonzentration

erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion ist keine

Dosisanpassung erforderlich. Untersuchungen an Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz liegen

nicht vor, daher ist bei der Behandlung dieser Patienten Vorsicht geboten (siehe 5.2).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Die Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min)

sollte mit einer Anfangsdosis von 300 mg/Tag begonnen und in Abständen von mindestens einer

Woche bis zur gewünschten Wirkung gesteigert werden (siehe 5.2).

Die Dosissteigerung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bedarf einer sorgfältigeren

Überwachung.

Kinder und Jugendliche

Empfohlene Anfangsdosis

Bei Mono- und Kombinationstherapie sollte die Behandlung mit Apydan extent mit einer Dosis von 8-

10 mg/kg KG/Tag, verteilt auf zwei Einzeldosen, begonnen werden.

Erhaltungsdosis

In Kombinationstherapiestudien hat sich eine Erhaltungsdosis von 30-46 mg/kg KG/Tag, die über

einen Zeitraum von zwei Wochen erreicht wurde, bei Kindern als wirksam und gut verträglich

erwiesen. Therapeutische Erfolge wurden mit einer mittleren Erhaltungsdosis von etwa 30 mg/kg

KG/Tag erzielt.

Empfohlene Maximaldosis

Wenn klinisch erforderlich, kann die Tagesdosis in Abständen von etwa einer Woche in Schritten von

höchstens 10 mg/kg KG/Tag bis zu einer Maximaldosis von 46 mg/kg KG/Tag gesteigert werden, um

die gewünschte Wirkung zu erzielen (siehe Abschnitt 5.2).

Apydan extent wird zur Behandlung von Kindern ab 6 Jahren empfohlen. In kontrollierten klinischen

Studien wurden Sicherheit und Wirksamkeit bei ca. 230 Kindern im Alter von einem Monat bis

6 Jahren untersucht. Apydan extent wird nicht für Kinder unter 6 Jahren empfohlen, da Sicherheit und

Wirksamkeit nicht ausreichend belegt sind.

Die oben aufgeführten Dosierungsempfehlungen (Erwachsene, ältere Patienten und Kinder) beruhen

auf den Erfahrungen aus klinischen Studien für alle Altersgruppen. Gegebenenfalls können jedoch

auch niedrigere Anfangsdosen verwendet werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Eslicarbazepin oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Überempfindlichkeitsreaktionen

Über allergische Reaktionen vom Soforttyp (Typ I) einschließlich Rash (flüchtige Hautrötung),

Pruritus, Urtikaria, Angioödem und anaphylaktischer Reaktionen wurde nach Markteinführung

berichtet. Anaphylaktische Reaktionen und Angioödeme im Bereich des Larynx, der Glottis, der

Lippen und der Augenlider wurden sowohl nach Ersteinnahme als auch im weiteren Verlauf der

Therapie mit Oxcarbazepin beobachtet. Beim Auftreten dieser Reaktionen unter der Behandlung mit

Apydan extent sollte das Medikament sofort abgesetzt und eine alternative Behandlung eingeleitet

werden.

Patienten, die Überempfindlichkeitsreaktionen auf Carbamazepin

oder andere Antiepileptika

gezeigt

haben, sollten darüber informiert werden, dass auch bei Behandlung mit Apydan extent

Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. schwere Hautreaktionen)

auftreten können (siehe Abschnitt 4.8).

Die Kreuzreaktionsrate beträgt bei Kombination mit Carbamazepin 25–30 %.

Überempfindlichkeitsreaktionen, darunter auch solche, die mehrere Organe betreffen, können auch bei

Patienten ohne Überempfindlichkeit auf Carbamazepin in der Vorgeschichte auftreten. Solche

Reaktionen können Haut, Leber, Blut und Lymphsystem sowie andere Organe, entweder einzeln oder

zusammen im Sinne einer systemischen Reaktion, betreffen. Grundsätzlich sollte Apydan extent bei

Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion (siehe 4.8) sofort abgesetzt werden.

Dermatologische Reaktionen

Sehr selten wurde im Zusammenhang mit der Einnahme von Oxcarbazepin über schwere

dermatologische Reaktionen, darunter Stevens-Johnson Syndrom, Epidermolysis acuta toxica (Lyell

Syndrom) und Erythema multiforme berichtet. Patienten mit schweren Hautreaktionen sollten

gegebenenfalls stationär behandelt werden, da dieser Zustand lebensbedrohlich sein kann und sehr

selten zum Tode führen kann. Diese schweren Hautreaktionen wurden sowohl bei Kindern als auch

bei Erwachsenen beobachtet. Im Median traten die ersten Symptome nach ca. 19 Tagen auf. In

einzelnen Fällen traten nach erneuter Einnahme von Oxcarbazepin erneut schwere dermatologische

Reaktionen auf. Bei Patienten, die nach der Einnahme von Apydan extent eine Hautreaktion

entwickeln, muss Apydan extent sofort abgesetzt werden und darf erst wieder verabreicht werden,

nachdem ein Zusammenhang mit Apydan extent ausgeschlossen wurde. Falls Apydan extent abgesetzt

wird, sollte zur Anfallsprophylaxe evtl. ein anderes Antiepileptikum verabreicht werden. Auf die

erneute Gabe von Apydan extent sollte verzichtet werden, falls die Therapie aufgrund von

Überempfindlichkeitsreaktionen abgebrochen wurde (siehe 4.3).

Allel HLA-A*3101 – Personen europäischer und japanischer Abstammung

Es liegen Daten vor, die darauf hinweisen, dass das Allel HLA-A*3101 bei Personen mit europäischer

Abstammung sowie bei Japanern mit einem erhöhten Risiko von Carbamazepin-induzierten

unerwünschten Arzneimittelwirkungen der Haut assoziiert ist, z. B. Stevens-Johnson-Syndrom (SJS),

toxisch epidermale Nekrolyse (TEN), Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen

Symptomen (DRESS-Syndrom) oder weniger schwer akuter generalisierter exanthematischer

Pustulose (AGEP) und makulopapulösem Arzneimittelexanthem.

Die Häufigkeit des HLA-A*3101-Allels zeigt starke Variationen zwischen den verschiedenen

ethnischen Gruppen. Das Allel HLA-A*3101 hat eine Prävalenz von 2 % bis 5 % bei der europäischen

Bevölkerung und von etwa 10 % bei der japanischen Bevölkerung.

Das Vorliegen des Allels HLA-A*3101 kann das Risiko Carbamazepin-induzierter Hautreaktionen (in

den meisten Fällen von geringerem Schweregrad) von 5,0 % bei der Allgemeinbevölkerung auf

26,0 % bei Patienten europäischer Abstammung steigern, wohingegen das Fehlen dieses Allels das

Risiko von 5,0 % auf 3,8 % senken kann.

Allel HLA-A*3101 – Andere Bevölkerungsgruppen

Die Frequenz dieses Allels wird bei der Mehrheit der australischen, asiatischen, afrikanischen und

nordamerikanischen Bevölkerungsgruppen auf weniger als 5 % geschätzt, mit einigen Ausnahmen im

Bereich von 5 bis 12 %. Bei einigen ethnischen Gruppen in Südamerika (Argentinien und Brasilien),

Nordamerika (USA – Navajo und Sioux; Sonora/Mexiko – Seri) und Südindien (Tamil Nadu) wird die

Frequenz auf über 15 % geschätzt, bei anderen Ureinwohnern in diesen Regionen auf 10 bis 15 %.

Die Allelfrequenzen beziehen sich auf den Prozentsatz der Chromosomen in der jeweiligen

Bevölkerungsgruppe, die ein bestimmtes Allel tragen. Da eine Person jeweils zwei Exemplare eines

Chromosoms besitzt, jedoch schon ein einzelnes HLA-A*3101-Allel das SJS-Risiko erhöhen kann,

beträgt der Prozentsatz der potenziellen Risikopatienten nahezu das Doppelte der Allelfrequenz.

Es liegen keine ausreichenden Daten für die Empfehlung einer Untersuchung auf das Vorliegen des

Allels HLA-A*3101 vor Beginn einer Behandlung mit Carbamazepin oder chemisch verwandter

Wirkstoffe vor.

Ist bei Patienten europäischer oder japanischer Herkunft bekannt, dass sie das Allel HLA-A*3101

tragen, kann die Anwendung von Carbamazepin oder chemisch verwandter Wirkstoffe in Erwägung

gezogen werden, wenn der voraussichtliche Nutzen größer ist als das Risiko.

Allel HLA-B*1502 bei Han-Chinesen, Thailändern und anderen asiatischen Bevölkerungsgruppen

Es wurde nachgewiesen, dass das Vorhandensein des Allels HLA-B*1502 bei Personen, die von Han

Chinesen oder Thailändern abstammen, stark mit dem Risiko des Auftretens schwerer Hautreaktionen,

und zwar des Stevens-Johnson-Syndroms (SJS)/ der toxisch epidermalen Nekrolyse (TEN), verbunden

ist, wenn sie mit Carbamazepin behandelt werden. Die chemische Struktur von Oxcarbazepin ähnelt

der von Carbamazepin, so dass die Möglichkeit besteht, dass Patienten, die das Allel HLA

B*1502

tragen, auch bei der Behandlung mit Oxcarbazepin das Risiko eines SJS/TEN aufweisen. Es liegen

Daten vor, die bei Oxcarbazepin auf einen solchen Zusammenhang hindeuten. Die Prävalenz von

Trägern des HLA-B*1502-Allels beträgt bei den Bevölkerungsgruppen der Han-Chinesen und der

Thailänder etwa 10 %. Diese Personen sollten vor Beginn der Therapie mit Carbamazepin oder einem

chemisch verwandten Wirkstoff auf dieses Allel hin untersucht werden, wann immer dies möglich ist.

Werden Patienten mit entsprechender Abstammung positiv auf das Allel HLA

B*1502 getestet, kann

die Anwendung von Apydan extent in Erwägung gezogen werden, wenn der voraussichtliche Nutzen

höher ist als das Risiko.

Aufgrund der Prävalenz dieses Allels bei anderen asiatischen Bevölkerungsgruppen (z. B. über 15 %

auf den Philippinen und in Malaysia) ist in Erwägung zu ziehen, Patienten aus besonders gefährdeten

ethnischen Gruppen genetisch auf das Vorhandensein des Allels HLA-B*1502 zu testen.

Bei getesteten Personen mit beispielsweise europäischer, afrikanischer und lateinamerikanischer

Herkunft sowie bei Japanern und Koreanern ist die Prävalenz des Allels HLA-B*1502 zu

vernachlässigen (< 1 %).

Die Allelfrequenzen beziehen sich auf den Prozentsatz der Chromosomen in der jeweiligen

Bevölkerungsgruppe, die ein bestimmtes Allel tragen. Da eine Person jeweils zwei Exemplare eines

Chromosoms besitzt, jedoch schon ein einzelnes HLA-B*1502-Allel das SJS-Risiko erhöhen kann,

beträgt der Prozentsatz der potenziellen Risikopatienten nahezu das Doppelte der Allelfrequenz.

Grenzen des genetischen Screenings

Das genetische Screening darf kein Ersatz für entsprechende klinische Vigilanz und adäquates

Patientenmanagement sein, da viele asiatische Patienten, die Träger des HLA-B*1502-Allels sind und

mit Apydan extent behandelt werden, kein SJS/TEN entwickeln, andererseits aber HLA-B*1502-

negative Patienten beliebiger ethnischer Herkunft dennoch an SJS/TEN erkranken können. Ähnlich ist

die Situation bei HLA-A*3101 bezüglich des Risikos für SJS, TEN, DRESS, AGEP oder

makulopapulösen Ausschlag. Inwiefern andere Faktoren wie Dosis des Antiepileptikums, Compliance,

Begleitmedikation und Begleiterkrankungen sowie das Ausmaß der dermatologischen Kontrolle das

Auftreten dieser schwerwiegenden unerwünschten Hautreaktionen und der damit verbundenen

Erkrankungen begünstigen, ist noch nicht untersucht.

Informationen für medizinisches Fachpersonal

Für Tests auf das Allel HLA-B*1502 wird die hochauflösende „HLA-B*1502-Genotypisierung“

empfohlen. Der Test ist positiv, wenn ein oder zwei HLA-B*1502-Allele nachgewiesen werden, und

negativ, wenn kein HLA-B*1502-Allel nachgewiesen wird. Ebenso wird für Tests auf das Allel HLA-

A*3101 die hochauflösende „HLA-A*3101-Genotypisierung“ empfohlen. Der Test ist positiv, wenn

ein oder zwei HLA-A*3101-Allele nachgewiesen werden, und negativ, wenn kein HLA-A*3101-Allel

nachgewiesen wird.

Risiko für die Exazerbation von Krampfanfällen

In Zusammenhang mit der Anwendung von Apydan extent wurde über ein Risiko für die Exazerbation

von Krampfanfällen berichtet. Dieses Risiko betrifft besonders Kinder; eine Exazerbation von

Krampfanfällen kann jedoch auch bei Erwachsenen auftreten. Wenn es zu einer Exazerbation von

Krampfanfällen kommt, ist Oxcarbazepin abzusetzen.

Hyponatriämie

Serum-Natrium-Konzentrationen unter 125 mmol/l wurden bei bis zu 2,7 % der mit Oxcarbazepin

behandelten Patienten beobachtet. Sie sind gewöhnlich asymptomatisch und machen keine Anpassung

der Dosierung erforderlich. Die Erfahrungen aus den klinischen Studien zeigen, dass sich die Serum-

Natrium-Konzentrationen normalisieren, wenn die Oxcarbazepin-Dosis verringert, Oxcarbazepin

abgesetzt oder der Patient konservativ (z. B. mit Flüssigkeitsrestriktion) behandelt wird. Bei Patienten

mit vorbestehender Nierenerkrankung, die mit einer niedrigen Serum-Natrium-Konzentration

einhergeht oder bei Patienten, die gleichzeitig mit die Natrium-Konzentration senkenden

Arzneimitteln (z. B. Diuretika, Desmopressin) oder mit nicht steroidalen Antirheumatika (z. B.

Indometacin) behandelt werden, sollte die Serum-Natrium-Konzentration vor der Behandlung

bestimmt werden. Danach sollte die Serum-Natrium-Konzentration zunächst nach etwa zwei Wochen

und dann während der ersten drei Monate der Behandlung in monatlichen Abständen oder

entsprechend der klinischen Notwendigkeit bestimmt werden. Die oben genannten Risikofaktoren

treten besonders bei älteren Patienten auf. Bei Patienten, die mit Apydan extent behandelt werden und

bei denen eine Behandlung mit die Natrium-Konzentration-senkenden Arzneimitteln begonnen wird,

sollte dem gleichen Schema für die Bestimmung der Serum-Natrium-Konzentration gefolgt werden.

Grundsätzlich sollte eine Bestimmung der Serum-Natrium-Konzentration in Betracht gezogen werden,

wenn während der Behandlung mit Apydan extent klinische Zeichen einer Hyponatriämie auftreten

(siehe 4.8). Ansonsten können Bestimmungen der Serum-Natrium-Konzentration Teil der

routinemäßigen Laborkontrollen sein.

Bei allen Patienten mit Herzinsuffizienz sollte eine regelmäßige Gewichtskontrolle durchgeführt

werden, um das Auftreten einer Flüssigkeitsretention festzustellen. Im Falle einer Flüssigkeitsretention

oder einer Verschlechterung der Herzfunktion sollte die Serum-Natrium-Konzentration bestimmt

werden. Wenn eine Hyponatriämie festgestellt wird, ist eine Flüssigkeitsrestriktion eine wichtige

Behandlungsmaßnahme. Da Oxcarbazepin in sehr seltenen Fällen zu Störungen der Reizleitung am

Herzen führte, sollten Patienten mit bereits bestehenden Reizleitungsstörungen (z.B. AV-Block,

Arrhythmien) sorgfältig überwacht werden.

Hypothyreose

Hypothyreose ist eine Nebenwirkung von Oxcarbazepin (die Häufigkeit ist „nicht bekannt“, siehe

Abschnitt 4.8). Angesichts der Bedeutung der Schilddrüsenhormone für die kindliche Entwicklung

nach der Geburt wird für die pädiatrische Altersgruppe eine Überwachung der Schilddrüsenfunktion

während der Behandlung mit Apydan extent empfohlen.

Leberfunktionsstörungen

Es wurde über Einzelfälle von Hepatitis berichtet, die sich in den meisten Fällen hinreichend

zurückbildete. Wenn ein Verdacht auf eine Leberschädigung besteht, sollten Leberfunktionstests

durchgeführt und das Absetzen von Apydan extent in Betracht gezogen werden. Bei der Behandlung

von Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) ist während

der Behandlung mit Apydan extent Vorsicht geboten, insbesondere bei Festlegung der Anfangsdosis

und bei Dosiserhöhungen. Eine Überwachung der MHD-Plasmaspiegel kann erwogen werden (siehe

Abschnitte 4.2 und 5.2).

Hämatologische Störungen

In sehr seltenen Fällen wurde in Spontanmeldungen nach der Markteinführung über Agranulozytose,

aplastische Anämie und Panzytopenie bei mit Oxcarbazepin behandelten Patienten berichtet (siehe

Abschnitt 4.8). Das Absetzen von Apydan extent sollte in Erwägung gezogen werden, wenn

Anzeichen einer deutlichen Knochenmarkdepression auftreten.

Hormonale Kontrazeptiva

Frauen im gebärfähigen Alter sollten darauf hingewiesen werden, dass bei gleichzeitiger Anwendung

von Apydan extent und hormonalen Kontrazeptiva diese Art der Empfängnisverhütung unwirksam

werden kann (siehe 4.5). Bei Behandlung mit Apydan extent werden daher zusätzliche, nicht-

hormonale Verhütungsmethoden empfohlen.

Alkohol

Vorsicht ist geboten, wenn während der Behandlung mit Apydan extent Alkohol eingenommen wird,

da sich die sedativen Wirkungen möglicherweise addieren können.

Absetzen von Apydan extent

Wie alle Antiepileptika sollte auch Apydan extent nur langsam abgesetzt werden, um das Risiko eines

Wiederauftretens oder einer Zunahme von Anfällen zu minimieren.

Suizidale Gedanken und Verhaltensweisen

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter, placebo-

kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von

Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung

ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der

Einnahme von Oxcarbazepin nicht aus.

Deshalb

sollten

Patienten

hinsichtlich

Anzeichen

Suizidgedanken

suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden. Patienten

(und deren Betreuern) sollte geraten werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für

Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Überwachung der Plasmaspiegel

Obwohl die Korrelationen zwischen Dosierung und Plasmaspiegel von Oxcarbazepin sowie zwischen

Plasmaspiegel und klinischer Wirksamkeit oder Verträglichkeit eher schwach sind, kann die

Überwachung der Plasmaspiegel zur Verifizierung der Patienten-Compliance oder bei zu erwartender

Veränderung der MHD-Clearance u.a. in folgenden Situationen nützlich sein:

Veränderung der Nierenfunktion (siehe „Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion“,

Abschnitt 4.2).

Schwangerschaft (siehe Abschnitte 4.6 und 5).

gleichzeitige Anwendung von leberenzyminduzierenden Arzneimitteln (siehe Abschnitt 4.5).

Natriumgehalt

Apydan extent enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Enzyminduktion

Oxcarbazepin und dessen pharmakologisch aktiver Metabolit (Monohydroxyderivat MHD) induzieren

in vitro und in vivo schwach die Enzyme CYP3A4 und CYP3A5 des Cytochrom P450 Komplexes.

Diese Enzyme sind für die Metabolisierung einer Reihe von Arzneimitteln wie Immunsuppressiva (z.

B. Ciclosporin, Tacrolimus), orale Kontrazeptiva (siehe unten) und einige andere Antiepileptika (z. B.

Carbamazepin) verantwortlich und können daher zu einer Erniedrigung des Plasmaspiegels dieser

Arzneimittel führen (die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über weitere antiepileptische

Medikamente).

In vitro induzieren Oxcarbazepin und MHD die UDP-Glukuronyltransferase schwach (Effekte auf ein

spezifisches Enzym in dieser Familie sind nicht bekannt). In vivo können Oxcarbazepin und MHD

daher einen schwachen induzierenden Effekt auf die Metabolisierung von Medikamenten haben, die

hauptsächlich durch Konjugation über die UDP-Glukuronyltransferase eliminiert werden. Bei Beginn

der Therapie mit Oxcarbazepin oder bei der Änderung der Dosierung kann es zwei bis drei Wochen

dauern, ehe der volle enzyminduzierende Effekt erreicht ist.

Falls die Therapie mit Apydan extent abgebrochen wird, kann eine Reduktion gleichzeitig

verabreichter Arzneimittel nötig sein. Die Entscheidung hierzu sollte vom klinischen Monitoring

und/oder dem Plasmaspiegel abhängig gemacht werden

Der enzyminduzierende Effekt von Oxcarbazepin bildet sich nach Absetzen innerhalb von 2–3

Wochen zurück.

Hormonale Kontrazeptiva: Es wurde gezeigt, dass Oxcarbazepin die Serum-Konzentration von

Ethinylestradiol und Levonorgestrel, den beiden Komponenten eines hormonalen Kontrazeptivums,

beeinflusst. Die mittleren AUC-Werte von Ethinylestradiol und Levonorgestrel wurden um 48–52 %

bzw. 32–52 % erniedrigt. Daher kann die gleichzeitige Anwendung von Apydan extent und

hormonalen Kontrazeptiva diese unwirksam machen (siehe 4.4). Es sollte deshalb eine andere,

zuverlässige Verhütungsmethode angewandt werden.

Enzymhemmung

Oxcarbazepin und MHD inhibieren CYP2C19. Deshalb kann es bei hoher Dosierung von

Oxcarbazepin und der gleichzeitigen Gabe anderer Arzneimittel, die durch CYP2C19 (z. B.

Phenytoin) metabolisiert werden, zu Wechselwirkungen kommen. Die Phenytoin-Plasma-

Konzentrationen waren um bis zu 40 % erhöht, wenn Oxcarbazepin in Dosen über 1200 mg/Tag

gegeben wurde (Zusammenfassung der Ergebnisse mit anderen Antiepileptika in der nachfolgenden

Tabelle). Daher kann eine Verminderung der parallel verabreichten Phenytoin-Dosis notwendig

werden (siehe 4.2).

Wechselwirkungen mit anderen Antiepileptika und enzyminduzierenden Arzneimitteln

Mögliche Wechselwirkungen zwischen Oxcarbazepin und anderen Antiepileptika wurden in

klinischen Studien untersucht. Die Auswirkungen auf die mittleren Werte von AUC und C

sind in

der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Zusammenfassung der Wechselwirkungen zwischen anderen Antiepileptika und Oxcarbazepin

Antiepileptikum

Einfluss von Oxcarbazepin auf

das Antiepileptikum

Einfluss des

Antiepileptikums auf MHD

gleichzeitige Gabe von:

Konzentration:

Konzentration:

Carbamazepin

0–22 % Abnahme

(30 % Zunahme von

Carbamazepin-Epoxid)

40 % Abnahme

Clobazam

nicht untersucht

kein Einfluss

Felbamat

nicht untersucht

kein Einfluss

Lamotrigin

kein Einfluss

kein Einfluss

Phenobarbital

14–15 % Zunahme

30–31 % Abnahme

Phenytoin

0–40 % Zunahme

29–35 % Abnahme

Valproinsäure

kein Einfluss

0–18 % Abnahme

Starke Induktoren des Cytochrom-P450-Enzymkomplexes und/oder UGT wie Rifampizin,

Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital senken bei Erwachsenen die Plasma/Serum-

Konzentration von MHD (29–49 %); wenn eines dieser drei enzym-induzierenden Antiepileptika

verabreicht wurde, erhöhte sich bei Kindern zwischen 4 und 12 Jahren im Vergleich zur Monotherapie

die MHD-Clearance um 35 %,. Die Kombinationstherapie mit Oxcarbazepin und Lamotrigin ist mit

einem höheren Risiko für Nebenwirkungen verbunden (Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel und

Kopfschmerzen). Falls neben Oxcarbazepin gleichzeitig ein oder mehrere andere antiepileptische

Medikamente verabreicht werden, empfiehlt es sich gegebenenfalls die Serum-Konzentrationen

sorgfältig zu überwachen und eine Dosisanpassung zu erwägen. Dies gilt besonders für Kinder, die

gleichzeitig mit Lamotrigin behandelt werden.

Bei Oxcarbazepin wurde keine Autoinduktion beobachtet.

Andere Arzneimittelwechselwirkungen

Cimetidin, Erythromycin, Viloxazin, Warfarin und Dextropropoxyphen hatten keinen Einfluss auf die

Pharmakokinetik von MHD.

Eine Wechselwirkung von Oxcarbazepin mit MAO-Hemmern ist theoretisch möglich, basierend auf

einer ähnlichen Struktur von Oxcarbazepin und den trizyklischen Antidepressiva.

Mit trizyklischen Antidepressiva behandelte Patienten waren in die klinischen Studien eingeschlossen;

es wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen beobachtet.

Die gleichzeitige Gabe von Lithium und Oxcarbazepin kann zu erhöhter Neurotoxizität führen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Oxcarbazepin beeinträchtigt die Wirkung von oralen Kontrazeptiva. Deshalb sollte während der

Behandlung eine andere wirksame und sichere Verhütungsmethode angewendet werden.

Frauen im gebärfähigen Alter und kontrazeptive Maßnahmen

Apydan extent kann orale Kontrazeptiva, die Ethinylestradiol (EE) und Levonorgestrel (LNG)

enthalten, unwirksam machen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Frauen im gebärfähigen Alter sollten

angewiesen werden, während der Behandlung mit Apydan extent sehr zuverlässige

Verhütungsmethoden (vorzugsweise nicht-hormonelle, z. B. „Spirale“) anzuwenden.

Schwangerschaft

Generelle Risiken bei Epilepsie und der Einnahme von Antiepileptika

Innerhalb der Behandlungsgruppe von Frauen mit Epilepsie wurde unter Polytherapie, insbesondere

bei einer Polytherapie mit Valproat, eine höhere Missbildungsrate beobachtet.

Eine wirksame Antiepileptika-Therapie darf nicht unterbrochen werden, da eine Verschlechterung der

Krankheit sowohl für die Mutter als auch den Fötus schädlich ist.

Risiken aufgrund von Oxcarbazepin

Es liegen weitergehende Erfahrungen mit schwangeren Frauen vor (300-1000

Schwangerschaftsausgänge). Die Daten zu Oxcarbazepin im Zusammenhang mit angeborenen

Fehlbildungen sind jedoch begrenzt. Es zeigt sich kein Anstieg bei der Gesamt-Fehlbildungsrate mit

Oxcarbazepin im Vergleich zu der in der Allgemeinbevölkerung (2-3%). Dennoch kann mit diesem

Datenbestand ein mäßig erhöhtes teratogenes Risiko nicht völlig ausgeschlossen werden.

Unter Berücksichtigung dieser Daten ergibt sich:

Bei Eintritt einer Schwangerschaft während der Therapie mit Apydan extent oder wenn eine

Schwangerschaft geplant ist, muss die Anwendung dieses Arzneimittels sorgfältig überdacht

werden. Es sollte die niedrigste anfallskontrollierende Dosis verabreicht und wenn immer

möglich, als Monotherapie zumindest in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten gegeben

werden.

Die Patientinnen sollten über das möglicherweise erhöhte Risiko von Fehlbildungen aufgeklärt

und es sollte ihnen die Möglichkeit der Pränataldiagnostik angeboten werden.

Während der Schwangerschaft darf eine wirksame Oxcarbazepin-Therapie nicht unterbrochen

werden, da eine Verschlechterung der Epilepsie sowohl die Mutter als auch den Fötus schädigt.

Überwachung und Prävention

Einige Antiepileptika können zu einem Folsäuremangel, einem möglichen Faktor für fetale

Missbildungen, beitragen. Die ergänzende Gabe von Folsäure vor und während der Schwangerschaft

wird daher empfohlen. Da die Wirksamkeit dieser Maßnahme nicht bewiesen ist, sollte die

Möglichkeit einer speziellen Pränataldiagnostik auch für Frauen angeboten werden, die ergänzend

Folsäure einnehmen.

Die Daten bei einer begrenzten Anzahl von Frauen weisen darauf hin, dass die Plasmaspiegel des

aktiven Metaboliten von Oxcarbazepin, dem 10-Monohydroxyderivat (MHD), während der

Schwangerschaft allmählich abnehmen können. Es wird empfohlen, das klinische Ansprechen bei

Frauen, die Apydan extent während der Schwangerschaft einnehmen, sorgfältig zu beobachten, um

eine adäquate Anfallskontrolle sicherstellen zu können. Eine Untersuchung der Veränderungen der

MHD-Plasmaspiegel sollte in Betracht gezogen werden. Wenn die Dosis während der

Schwangerschaft erhöht wurde, kann eine Kontrolle der MHD-Plasmaspiegel nach der Geburt ebenso

erwogen werden.

Neugeborene

Bei Neugeborenen wurde über Blutgerinnungsstörungen unter leberenzyminduzierenden

Antiepileptika berichtet. Als Vorsichtsmaßnahme sollte der werdenden Mutter in den letzten Wochen

der Schwangerschaft sowie dem Neugeborenen Vitamin K

gegeben werden.

Stillzeit

Beim Menschen treten Oxcarbazepin und sein aktiver Metabolit (MHD) in die Muttermilch über.

Zwischen Milch und Plasma wurde ein Konzentrations-Verhältnis von 0,5 gefunden. Die

Auswirkungen auf den Säugling sind nicht bekannt. Daher darf während der Behandlung mit Apydan

extent nicht gestillt werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Fertilität in Bezug auf den Menschen vor.

Bei Ratten zeigte sich keine Beeinträchtigung der Fertilität durch Oxcarbazepin. Wirkungen auf

Reproduktionsparameter wurden bei weiblichen Ratten bei MHD-Dosen beobachtet, die mit denen

beim Menschen vergleichbar sind (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Unter der Behandlung mit Apydan extent wurde über Nebenwirkungen wie Schwindel, Schläfrigkeit,

Ataxie, Doppeltsehen, Verschwommensehen, Sehstörungen, Hyponatriämie und Bewusstseinstrübung

berichtet (vollständige Liste der Nebenwirkungen siehe Abschnitt 4.8), insbesondere zu

Behandlungsbeginn oder im Zusammenhang mit Dosisanpassungen (häufiger während

Dosissteigerungen). Daher sollte das Lenken von Fahrzeugen oder das Bedienen von Maschinen mit

besonderer Vorsicht erfolgen.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Schläfrigkeit, Kopfschmerz, Schwindelgefühl,

Doppeltsehen, Übelkeit, Erbrechen und Erschöpfung, die bei über 10 % der Patienten auftreten

können.

Das nach Organsystemen aufgeschlüsselte Nebenwirkungsprofil basiert auf

Nebenwirkungsmeldungen aus klinischen Studien und dem klinischen Monitoring sowie

Spontanmeldungen nach Markteinführung.

Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (

1/10)

Häufig (

1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (

1/1.000 bis < 1/100)

Selten (

1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Gelegentlich:

Leukopenie.

Sehr selten:

Thrombozytopenie.

Nicht bekannt:

Knochenmarkdepression, aplastische Anämie,

Agranulozytose, Panzytopenie, Neutropenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten:

Überempfindlichkeitsreaktionen

Nicht bekannt:

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen

Symptomen (DRESS-Syndrom), anaphylaktische

Reaktionen, allergische Kreuzreaktionen mit anderen

Antiepileptika.

Endokrine Erkrankungen

Häufig:

Gewichtszunahme

Nicht bekannt:

Hypothyreose.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig:

Hyponatriämie.

Sehr selten:

Hyponatriämie mit klinischen Symptomen wie

epileptischen Anfällen, Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung,

Enzephalopathie (vgl. auch weitere Nebenwirkungen unter

Erkrankungen des Nervensystems), Sehstörungen (z. B.

Verschwommensehen), Erbrechen, Übelkeit.**

Nicht bekannt:

Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion mit folgenden

Anzeichen und Symptomen: Lethargie, Übelkeit,

Schwindel, Abnahme der Serum(Blut)-Osmolalität,

Erbrechen, Kopfschmerzen, Verwirrungszustände oder

andere neurologische Anzeichen und Symptome.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig:

Verwirrungszustände, Depression, Apathie, Unruhe (z. B.

Nervosität), Affektlabilität.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig:

Schläfrigkeit, Kopfschmerz, Schwindelgefühl.

Häufig:

Nicht bekannt:

Ataxie, Tremor, Nystagmus, Konzentrationsschwäche,

Gedächtnisstörungen (Amnesie).

Sprechstörungen (einschließlich Dysarthrie); häufiger

während Steigerungen der Apydan extent-Dosis.

Verschlechterung des bestehenden Anfallsleidens bei

Kindern*.

Augenerkrankungen

Sehr häufig:

Doppeltsehen.

Häufig:

Verschwommensehen, Sehstörungen.

Erkrankungen des Ohrs und des

Labyrinths

Häufig:

Schwindel.

Herzerkrankungen

Sehr selten:

Arrhythmien, atrioventrikulärer Block.

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt:

Hypertonie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Übelkeit, Erbrechen.

Häufig:

Diarrhö, Verstopfung, Bauchschmerzen.

Sehr selten:

Pankreatitis und/oder Anstieg der Lipase und/oder der

Amylase.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten:

Hepatitis.

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Häufig:

Exanthem, Alopezie, Akne.

Gelegentlich:

Urtikaria.

Sehr selten:

Angioödem, Stevens-Johnson-Syndrom, Epidermolysis

acuta toxica (Lyell-Syndrom), Erythema multiforme (siehe

4.4).

Nicht bekannt:

Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Sehr selten:

Systemischer Lupus erythematodes.

Nicht bekannt:

Es gibt Fallberichte über die Abnahme der Knochendichte

unter dem Bild der Osteoporose bis hin zu pathologischen

Frakturen bei Patienten, die Apydan extent über eine lange

Zeit angewendet haben. Der Mechanismus, über den

Apydan extent den Knochen-Metabolismus beeinflusst, ist

nicht bekannt.

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig:

Müdigkeit.

Häufig:

Schwächegefühl.

Untersuchungen

Gelegentlich:

Anstieg der Leberenzymwerte, Anstieg der alkalischen

Phosphatase.

Nicht bekannt:

Abfall von T4 (mit unklarer klinischer Signifikanz).

Verletzung, Vergiftung und durch

Eingriffe bedingte Komplikationen

Nicht bekannt:

Sturz

Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich solcher, die mehrere Organe betreffen),

charakterisiert durch Symptome wie Hautausschlag, Fieber, Angioödem. Folgende andere Organe

oder Systeme können auch betroffen sein: Blut und Lymphsystem (z. B. Eosinophilie,

Thrombozytopenie, Leukozytopenie, Lymphknotenschwellung, Milzschwellung), Leber

(Leberfunktionswerte außerhalb der Norm, Hepatitis), Muskeln und Gelenke (z. B. Gelenkschwellung,

Myalgie, Gelenkschmerzen), Nervensystem (z. B. hepatische Enzephalopathie), Niere (z. B.

Proteinurie, interstitielle Nephritis, Nierenversagen), Lunge (z. B. Dyspnoe, Lungenödem, Asthma,

Bronchospasmus, interstitielle Lungenerkrankung).

* In der Literatur wurde über eine Verschlechterung des bestehenden Anfallsleidens v. a. bei Kindern

berichtet, die unter Anfallsformen litten (z.B. primär generalisierte Anfälle), für die Oxcarbazepin

nicht zugelassen ist. Es ist daher unbedingt darauf zu achten, dass Apydan extent nur gemäß den

zugelassenen Indikationen (bzw. bei den entsprechenden Anfallsformen) eingesetzt wird.

** Sehr selten kann sich unter der Behandlung mit Apydan extent eine klinisch relevante

Hyponatriämie (Natrium < 125 mmol/l) entwickeln. Sie trat in der Regel innerhalb der ersten drei

Monate der Behandlung mit Apydan extent auf, andererseits gab es auch Patienten, die über ein Jahr

nach Behandlungsbeginn zum ersten Mal einen Serum-Natrium-Spiegel von < 125 mmol/l

entwickelten (siehe 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen

4.9

Überdosierung

Einzelfälle von Überdosierung mit Oxcarbazepin sind berichtet worden. Die maximale eingenommene

Dosis betrug etwa 48.000 mg.

Symptome

Elektrolyt- und Flüssigkeitsbilanzstörungen: Hyponatriämie

Augenerkrankungen: Doppeltsehen, Miosis, Verschwommensehen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Übelkeit, Erbrechen, Hyperkinesie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Erschöpfung

Untersuchungen: Atemdepression, Verlängerung des QTc-Intervalls

Erkrankungen des Nervensystems: Benommenheit und Schläfrigkeit, Schwindel, Ataxie und

Nystagmus, Tremor, Koordinationsstörungen (abnorme Koordination), Konvulsion, Kopfschmerzen,

Koma, Verlust des Bewusstseins, Dyskinesie

Psychiatrische Erkrankungen: Aggression, Agitiertheit, Verwirrtheit

Gefäßerkrankungen: Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums: Dyspnoe.

Behandlung

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Nach Bedarf sollte eine symptomatische und unterstützende

Behandlung durchgeführt werden. Eine Entfernung des Arzneimittels durch Magenspülung und/oder

Inaktivierung durch Gabe von Aktivkohle sollte in Erwägung gezogen werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika

ATC-Code: N03AF02

Pharmakodynamische Wirkungen

Die pharmakologische Aktivität von Oxcarbazepin beruht hauptsächlich auf dem Metaboliten

Monohydroxyderivat (MHD), siehe auch 5.2. Es wird angenommen, dass der Wirkungsmechanismus

von Oxcarbazepin und MHD hauptsächlich auf einer Blockade spannungsabhängiger Natrium-Kanäle

beruht, was zu einer Stabilisierung übererregter Nervenmembranen, einer Hemmung hochfrequenter

neuronaler Aktivität und einer Verminderung der Ausbreitung von postsynaptischen Impulsen führt.

Zusätzlich kann auch eine erhöhte Durchlässigkeit der Zellmembran für Kalium und eine Modulation

der spannungsaktivierten Kalziumkanäle zu der antikonvulsiven Wirkung beitragen. Es wurden keine

signifikanten Wechselwirkungen mit Neurotransmitter- oder Modulatorbindungsstellen im Gehirn

beobachtet.

Oxcarbazepin und sein aktiver Metabolit (MHD) sind im Tierexperiment stark wirksame

Antikonvulsiva. Sie schützten Nager vor generalisierten tonisch-klonischen und in geringerem Maß

auch vor klonischen Krämpfen und beseitigten oder verminderten die Häufigkeit von chronisch

wiederkehrenden fokalen Anfällen bei Rhesusaffen mit Aluminiumimplantaten. Es wurde keine

Toleranzentwicklung (d. h. Abschwächung der antikonvulsiven Wirkung) bei tonisch-klonischen

Krämpfen an Mäusen und Ratten beobachtet, die 5 Tage bzw. 4 Wochen lang täglich mit

Oxcarbazepin oder MHD behandelt wurden.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Oxcarbazepin wird nach oraler Gabe (in Abhängigkeit der Darreichungsform) vollständig resorbiert

und weitgehend zu seinem pharmakologisch aktiven Metaboliten Monohydroxyderivat MHD

metabolisiert.

Die vergleichende Bioverfügbarkeit von Apydan extent zu einem Oxcarbazepin Referenzpräparat

wurde in mehreren Studien untersucht:

Einmalgabe

In einer Vergleichsstudie mit 16 männlichen Probanden betrug die mittlere C

des Metaboliten MHD

nach einmaliger Nüchterneinnahme von 600 mg Apydan extent 4,42 µg/ml bei einer t

von 6,12

Stunden. Die mittlere C

von MHD nach einmaliger Nüchterneinnahme einer 600 mg Tablette

Oxcarbazepin (Referenzpräparat) betrug 7,19 µg/ml bei einer t

von 4,31 Stunden.

Mehrfachgabe (steady state)

In einer pharmakokinetischen Studie mit 18 männlichen Probanden wurde die Bioverfügbarkeit von

Apydan extent 300 mg nach Mehrfachgabe (steady state) mit einem Oxcarbazepin-Referenzpräparat

verglichen. Die Probanden erhielten über 7 Tage entweder 2 x täglich 1 Tablette Apydan extent 300

mg mit veränderter Wirkstofffreisetzung oder 2 x täglich 1 Tablette Oxcarbazepin 300 mg

(Referenzpräparat) oder 1 x täglich 1 Tablette Apydan extent 600 mg mit veränderter

Wirkstofffreisetzung, siehe Tabelle 1:

Tabelle 1: Pharmakokinetische Parameter nach Mehrfachgabe

Apydan extent 300

mg Tabl. mit

veränderter

Wirkstofffreisetzung

2 x täglich

Referenzpräparat

Oxcarbazepin

300 mg,

2 x täglich

Apydan extent 600

mg Tabl. mit

veränderter

Wirkstofffreisetzung

1 x täglich

Fläche unter der Konzentrationszeitkurve

(µg/ml*h)

196,1 +/- 34,7

193,5 +/- 30,3

179,2 +/- 33,8

Maximale Serumkonzentration; C

(µg/ml)

9,74 +/- 1,92

10,31 +/- 1,44

9,83 +/- 1,86

Minimale Serumkonzentration

(µg/ml)

6,55 +/- 1,28

6,01 +/-1,23

4,96 +/- 1,31

Peak Trough Fluctuation

PTF (t=0-24h)

0,39 +/- 0,08

0,54 +/- 0,09

0,66 +/- 0,14

Angabe der Werte für MHD als Mittelwert und Streubreite

Nahrungsmitteleinfluss

In der o.g. Vergleichsstudie zur Einmalgabe mit 16 männlichen Probanden wurde zusätzlich der

Nahrungsmitteleinfluss auf die MHD-Resorption nach Einnahme von Apydan extent 600 mg

Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung untersucht.. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass

die Einnahme von Apydan extent mit Nahrung zu einer erhöhten Bioverfügbarkeit von MHD bei

gleichzeitig geringerer Streuung der Einzelwerte führt.

Siehe Tabelle 2.

Tabelle 2: Pharmakokinetische Parameter

Apydan extent 600 mg Tabl. mit

veränderter Wirkstofffreisetzung,

nüchtern

Apydan extent 600 mg Tabl. mit

veränderter Wirkstofffreisetzung,

nach Gabe einer Mahlzeit

Fläche unter der

Konzentrationszeitkurve

(µg/ml*h)

133,5 +/- 47,2

140,8 +/- 20,2

Fläche unter der

Konzentrationszeitkurve

0-tz

(µg/ml*h)

114,9 +/- 18,5

133,6 +/- 16,4

Maximale Serumkonzentration;

(µg/ml)

4,42 +/- 1,48

6,33 +/- 0,61

Halbwertszeit (h)

13,33 +/- 11,29

9,55 +/- 2,00

Angabe der Werte für MHD als Mittelwert und Streubreite

Massenbilanz

In einer Studie zur Massenbilanz waren beim Menschen nur 2 % der Gesamtradioaktivität im Plasma

unverändertes Oxcarbazepin, ca. 70 % war MHD, der Rest konnte sekundären Metaboliten

zugeschrieben werden, die rasch eliminiert wurden.

Verteilung

Das scheinbare Verteilungsvolumen von MHD beträgt 49 Liter.

MHD wird zu ca. 40 % an Serum-Proteine, vorwiegend Albumin, gebunden. Die Eiweißbindung war

im therapeutischen Bereich konzentrationsunabhängig. Oxcarbazepin und MHD werden nicht an α

Acid Glykoprotein gebunden.

Biotransformation

Oxcarbazepin wird in der Leber rasch durch Enzyme des Zytosols zu MHD reduziert, welches in

erster Linie für die pharmakologische Wirkung von Apydan extent verantwortlich ist. MHD wird

durch Konjugation mit Glukuronsäure weiter metabolisiert. Geringe Anteile (4 % der Dosis) werden

zu dem pharmakologisch inaktiven Metaboliten DHD (10,11-Dihydroxyderivat) oxidiert.

Elimination

Oxcarbazepin wird aus dem Körper hauptsächlich in Form von Metaboliten eliminiert, die vorwiegend

über die Nieren ausgeschieden werden. Über 95 % der Dosis erscheinen im Urin, wovon weniger als 1

% unverändertes Oxcarbazepin ist. Die Ausscheidung mit den Faeces beträgt weniger als 4 % der

verabreichten Dosis. Ca. 80 % der Dosis werden entweder als Glukuronide von MHD (49 %) oder als

unverändertes MHD (27 %) mit dem Urin ausgeschieden, während das inaktive DHD ca. 3 % und

Konjugate von Oxcarbazepin ca. 13 % der Dosis ausmachen.

Oxcarbazepin wird aus dem Plasma rasch mit einer scheinbaren Halbwertszeit zwischen 1,3 und 2,3

Stunden eliminiert. Im Gegensatz dazu beträgt die scheinbare Halbwertszeit von MHD

durchschnittlich 9,3 ± 1,8 Stunden.

Linearität/Nicht-Linearität

Die Ergebnisse einer Studie mit 18 männlichen Probanden nach Einmalgabe von Apydan extent 150,

300 und 600 mg weisen auf Dosislinearität hin. Eine weitere Studie belegte zusätzlich die

Dosisäquivalenz zwischen Apydan extent 150 mg und Apydan extent 600 mg Tabletten mit

veränderter Wirkstofffreisetzung (Studie mit 18 Probanden: Einmalgabe von Apydan extent 1 x 600

mg versus 4 x 150 mg Apydan extent, Bestimmung von MHD).

Besondere Patientengruppen

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Die Pharmakokinetik und der Metabolismus von Oxcarbazepin und MHD wurden an gesunden

Probanden und an Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion nach Einmalgabe von 900 mg

Oxcarbazepin untersucht. Eine geringe bis mittelschwere Einschränkung der Leberfunktion

beeinflusste die Pharmakokinetik von Oxcarbazepin und MHD nicht. Bei Patienten mit schwerer

Leberinsuffizienz wurde Apydan extent nicht untersucht.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es existiert eine lineare Beziehung zwischen Kreatinin-Clearance und der renalen Clearance von

MHD. Nach Einmalgabe von 300 mg Oxcarbazepin verlängert sich bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) die Eliminationshalbwertszeit von MHD um 60–90

% (16 bis 19 Stunden) im Vergleich zu Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion (10 Stunden) und

es kommt zu einer Verdoppelung der AUC bei diesen Patienten.

Kinder und Jugendliche

In klinischen Studien wurde die Pharmakokinetik von Oxcarbazepin bei Kindern mit einer Dosis von

10–60 mg/kg/Tag untersucht. Die gewichtsbezogene MHD Clearance vermindert sich, je mehr sich

das Alter und Gewicht dem Erwachsener annähert. Bei Kindern im Alter zwischen 4 und 12 Jahren ist

die durchschnittliche MHD Clearance (bezogen auf das Körpergewicht) um ungefähr 40 % höher als

bei Erwachsenen. Es ist daher zu erwarten, dass die MHD Exposition in diesen Kindern nur zwei

Drittel des Wertes Erwachsener erreicht, die mit der gleichen Dosis pro kg Körpergewicht behandelt

werden. Mit zunehmendem Körpergewicht werden bei Patienten ab 13 Jahren für die

gewichtsbezogene MHD Clearance die Werte Erwachsener erreicht.

Ältere Patienten

Nach Einmalgabe (300 mg) und Mehrfachgabe (600 mg/Tag) von Oxcarbazepin waren bei älteren

Probanden (Alter 60–82 Jahre) die maximalen Plasma-Konzentrationen und die AUC von MHD um

30–60 % höher als bei jungen Probanden (Alter 18–32 Jahre). Ein Vergleich der Kreatinin-Clearance

bei jungen und älteren Probanden zeigt, dass der Unterschied auf einer altersbedingten Verminderung

der Kreatinin-Clearance beruht. Spezielle Dosierungsempfehlungen sind nicht notwendig, da die

therapeutische Dosis individuell bestimmt wird.

Geschlecht

Geschlechtsabhängige pharmakokinetische Unterschiede wurden weder bei Kindern noch bei

Erwachsenen oder älteren Patienten beobachtet.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die präklinischen Daten aus den Studien mit Oxcarbazepin und dem pharmakologisch aktiven

Metaboliten, Monohydroxyderivat (MHD), zur Sicherheitspharmakologieund Genotoxizität zeigen

kein spezielles Risiko für die Anwendung am Menschen.

In Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe wurden bei Ratten Hinweise auf Nierentoxizität gefunden,

nicht jedoch bei Hunden und Mäusen.

Immuntoxizität

Versuche zur Immunstimulation an Mäusen zeigten, dass MHD (und in geringerem Ausmaß auch

Oxcarbazepin) eine verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion induzieren können.

Mutagenität

Oxcarbazepin erhöhte in vitro in einem Ames-Test ohne metabolische Aktivierung die

Mutationsfrequenz bei einem von fünf Bakterienstämmen. Oxcarbazepin und MHD führten in vitro im

Test an Ovarzellen des Chinesischen Hamsters ohne metabolische Aktivierung zu einem Anstieg der

Chromosomenaberrationen und/oder Polyploidie. MHD war im Ames-Test negativ, und weder

Oxcarbazepin noch MHD zeigten in vitro in V79-Zellen des Chinesischen Hamsters mutagene oder

klastogene Wirkungen. In vivo (Knochenmarktest an der Ratte) zeigten weder Oxcarbazepin noch

MHD klastogene oder aneugene Wirkungen (Mikronukleusbildung).

Reproduktionstoxizität

Bei Ratten wurde die Fertilität von beiden Geschlechtern durch Oxcarbazepin in oralen Dosen bis zu

150 mg/kg Körpergewicht/Tag, bei denen es keinen Sicherheitsfaktor gibt, nicht beeinträchtigt. Eine

Unterbrechung des Sexualzyklus sowie eine Abnahme der Corpora lutea, der Implantationen und der

lebenden Embryonen wurde bei den Weibchen nach Anwendung von MHD-Dosen, die mit denen

beim Menschen vergleichbar sind, beobachtet (siehe Abschnitt 4.6).

In Standardstudien zur Reproduktionstoxizität bei Nagern und Kaninchen zeigten sich bei Dosen, die

für das Muttertier toxisch waren, Befunde wie eine Zunahme der embryofetalen Mortalität und/oder

eine gewisse Verzögerung des prä- und/oder postnatalen Wachstums. In einer der acht Studien zur

embryofetalen Toxizität, die entweder mit Oxcarbazepin oder mit MHD durchgeführt wurden, trat bei

Ratten in Dosen, die für das Muttertier toxisch waren, auch eine Zunahme von fetalen Missbildungen

auf (siehe Abschnitt 4.6 ).

Kanzerogenität

In Studien zur Kanzerogenität wurden bei Ratten und Mäusen Tumoren der Leber, Hodentumoren und

bei Ratten Granularzelltumoren des weiblichen Genitaltrakts induziert. Die Lebertumoren waren

höchstwahrscheinlich eine Folge der Induktion von mikrosomalen Enzymen der Leber; diese

Induktion ist bei mit Oxcarbazepin behandelten Patienten jedoch nur schwach ausgeprägt oder fehlt,

obwohl sie nicht ganz ausgeschlossen werden kann. Die Hodentumoren können durch die erhöhte

Konzentration an luteinisierendem Hormon induziert worden sein. Da eine derartige Zunahme beim

Menschen fehlt, werden diese Tumoren als klinisch nicht relevant beurteilt. In der Studie zur

Kanzerogenität von MHD an Ratten wurde eine dosisabhängige Zunahme des Auftretens von

Granularzelltumoren des weiblichen Genitaltrakts (Zervix und Vagina) beobachtet. Diese Effekte

traten bei einer Exposition auf, die derjenigen in der klinischen Verwendung vergleichbar ist. Der

Mechanismus für die Entwicklung dieser Tumore konnte nicht völlig geklärt werden, könnte jedoch in

Zusammenhang mit nur bei Ratten vorkommenden erhöhten Estradiolspiegeln stehen. Die klinische

Relevanz dieser Tumore ist unklar.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Ammoniummethacrylat-Copolymer (Typ B)

Riboflavin

Mikrokristalline Cellulose

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)

Magnesiumsterarat (Ph.Eur).[pflanzlich]

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt der Behältnisse

Apydan extent 150 mg und 300 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung:

Kunststoff-Behältnis (PE) mit 48, 50, 98, 100, 198 oder 200 Tabletten

Klinikpackung: 48 oder 50 Tabletten

Apydan extent 600 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung:

Kunststoff-Behältnis (PE) mit 48, 50, 98, 100, 196, 198 oder 200 Tabletten

Klinikpackung: 48 oder 50 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Desitin Arzneimittel GmbH

Weg beim Jäger 214

22335 Hamburg

Telefon: (040) 5 91 01-525

Telefax: (040) 5 91 01-377

Mitvertrieb:

Declimed GmbH

Obenhauptstraße 14

22335 Hamburg

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Apydan extent 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung:

65225.00.00

Apydan extent 300 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung:

65226.00.00

Apydan extent 600 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung:

65227.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung 28. November 2007

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung 1. Februar 2013

10.

STAND DER INFORMATION

{MM.JJJJ}

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

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