Angeliq Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-01-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
drospirenonum, estradiolum
Verfügbar ab:
Bayer (Schweiz) AG
ATC-Code:
G03FA17
INN (Internationale Bezeichnung):
drospirenonum, estradiolum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
drospirenonum 2 mg, 1 mg estradiolum zu bekommen estradiolum hemihydricum 1.03 mg, lactosum monohydricum 48.2 mg, maydis für amylum, für amylum pregelificatum, povidonum K 25, magnesium stearas, hypromellosum, macrogolum 6000, Talkum, aqua purificata, E 171, E 172 (rot), für compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Estrogen-Gestagen-Substitutionstherapie
Zulassungsnummer:
56275
Berechtigungsdatum:
2005-04-04

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-01-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-01-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-01-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-01-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Angeliq®

Bayer (Schweiz) AG

Was ist Angeliq und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Angeliq ist eine Filmtablette zur Hormonersatztherapie. Angeliq ist verfügbar als Kalenderpackung

(Blisterstreifen) mit 28 Filmtabletten. Kalenderpackungen enthalten 28 oder 3× 28 Filmtabletten.

Angeliq enthält beide Arten von Hormonen, deren Produktion während des Klimakteriums

(Wechseljahre) eingestellt wird: Estradiol, ein Östrogen, und Drospirenon, ein Gestagen

(Gelbkörperhormon). Dabei ersetzt es beide Hormone. Obwohl die Wechseljahre einen natürlichen

Vorgang darstellen, führen sie oft zu beeinträchtigenden Erscheinungen, die mit dem fortschreitenden

Verlust der Hormonproduktion in den Eierstöcken verbunden sind.

Ausserdem führt dieser Verlust der körpereigenen Hormonproduktion zu einer Verminderung der

Knochenmasse. Dieser Effekt kann ausgeprägt sein (postmenopausale Osteoporose) und zu

Knochenbrüchen in späteren Jahren führen.

Estradiol beugt unangenehmen Symptomen (klimakterischen Beschwerden) vor oder verschafft

Linderung. Die kontinuierliche (ununterbrochene) zusätzliche Gabe eines Gestagens (Drospirenon)

beugt einer Verdickung der Gebärmutterschleimhaut vor und führt zu einer Abnahme (und bei den

meisten Frauen zu einem nachfolgenden Ausbleiben) einer menstruationsähnlichen Blutung.

Angeliq wird eingesetzt bei postmenopausalen Frauen mit Beschwerden wie z.B. Hitzewallungen und

Schwitzen, Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, Nervosität und Anzeichen von

Rückbildungserscheinungen der Blase und der Geschlechtsorgane. Angeliq ist geeignet für Frauen, die

noch eine intakte Gebärmutter haben, und deren letzte Menstruation mindestens ein Jahr zurückliegt.

Einige Frauen neigen aufgrund ihrer medizinischen Vorgeschichte und ihrem Lebensstil eher dazu, eine

Osteoporose (Verminderung der Knochenmasse) in ihrem späteren Leben zu entwickeln. Wenn es

angezeigt erscheint, kann Ihnen Angeliq zur Vorbeugung der Osteoporose verschrieben werden. Ihr Arzt

oder Ihre Ärztin kann Sie diesbezüglich beraten.

Was sollte dazu beachtet werden?

Angeliq ist kein orales Empfängnisverhütungsmittel.

Eine Hormonersatztherapie kann mit höheren Risiken gewisser Krankheiten wie Brustkrebs, Herz-

Kreislaufkrankheiten (Herzinfarkt, Schlaganfall, venöse Thrombosen und Lungenembolien, Bildung von

Blutgerinnseln in den Gefässen) verbunden werden (siehe «Wann ist bei der Einnahme / Anwendung

von Angeliq Vorsicht geboten?»).

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird mit Ihnen die Risiken einer Hormontherapie gegenüber dem erwarteten

Nutzen abwägen.

Melden Sie sich bei Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur jährlichen gynäkologischen Kontrolluntersuchung.

Wann darf Angeliq nicht eingenommen / angewendet werden?

Sie dürfen Angeliq nicht einnehmen bei Vorliegen folgender Zustände:

·wenn Sie an Brustkrebs leiden oder bei Ihnen ein Verdacht auf Brustkrebs besteht;

·wenn Sie an einem hormonabhängigen Tumor wie Gebärmutter- oder Eierstockkrebs leiden oder bei

Ihnen ein solcher Verdacht besteht;

·wenn Sie eine unbehandelte, übermässige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut

(Endometriumhyperplasie) haben;

·wenn Sie ungeklärte vaginale Blutungen haben;

·wenn Sie Lebertumore (gutartig oder bösartig) haben oder hatten;

·wenn Sie eine schwere Lebererkrankung haben oder hatten;

·wenn Sie eine schwere Nierenerkrankung haben oder hatten und Ihre Laborwerte für die

Nierenfunktion nicht normal sind;

·wenn Sie eine Thrombose (Bildung eines Blutgerinnsels) in einem Blutgefäss der Beine (tiefe

Venenthrombose) oder der Lunge (Lungenembolie) haben oder hatten;

·wenn bei Ihnen ein hohes Risiko für die Entstehung einer venösen oder arteriellen Thrombose

(Blutgerinnsel) besteht, wie z.B. Protein C-, Protein S- oder Antithrombin-Mangel);

·wenn Sie vor kurzem einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten;

·wenn Sie ernstlich erhöhte Triglyzerid-Blutwerte (spezieller Typ von Blutfetten) haben;

·wenn Sie an der Stoffwechselerkrankung Porphyrie leiden;

·wenn Sie schwanger sind oder stillen;

·wenn Sie überempfindlich (allergisch) auf einen Bestandteil von Angeliq sind.

Wenn einer dieser Zustände für Sie zutrifft, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, die Ihnen

weiteren Rat erteilen können. Wenn einer dieser Zustände während der Behandlung mit Angeliq zum

ersten Mal auftritt, brechen Sie die Einnahme sofort ab und suchen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Angeliq Vorsicht geboten?

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird vor Beginn der Behandlung Nutzen und Risiken einer Behandlung mit

Angeliq besprechen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird vor Beginn der Behandlung eine gründliche

allgemeine und gynäkologische Untersuchung durchführen, welche jährlich wiederholt wird.

Zusätzlich zu regelmässigen Kontrolluntersuchungen bei Ihrem Arzt bzw. bei Ihrer Ärztin, bei welchen

unter anderem auch Vorsorgeuntersuchungen der Brüste (ggf. einschliesslich Mammographie) und

Gebärmutterhalsabstriche durchgeführt werden, denken Sie bitte daran Ihre Brüste regelmässig auf

jegliche Veränderungen hin zu kontrollieren, z.B. eine Wölbung oder Vertiefung der Haut,

Veränderungen an der Brustwarze oder jegliche Art von Knoten, die Sie sehen oder fühlen können.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über jede Veränderung in Ihrer Brust.

Bei Auftreten einer oder mehrerer der folgenden Beschwerden sollten Sie die Einnahme von Angeliq

sofort abbrechen und unverzüglich einen Arzt / eine Ärztin kontaktieren:

·Neu auftretende Migräne oder ungewohnt starke Kopfschmerzen;

·plötzliche Atembeschwerden oder plötzliches Auftreten von Husten unklarer Ursache;

·unerklärliche Beinschmerzen mit oder ohne Schwellung;

·plötzliche Seh-, Hör-, Sprech- oder sonstige Wahrnehmungsstörung;

·plötzlicher starker Schmerz im Oberbauch oder Brustkorb mit oder ohne Ausstrahlung in den Arm;

·plötzliches Auftreten von Schwindel, Schwächegefühl, Gefühlsstörungen;

·Kollaps;

·Wiederauftreten von Blutungen;

·deutlicher Blutdruckanstieg bei mehreren Messungen;

·bei Gelbsucht;

·vermehrtes Auftreten von epileptischen Anfällen;

·bei Schwangerschaft oder Verdacht auf Schwangerschaft.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren, wenn Sie eine der nachfolgenden

Erkrankung haben oder in der Vergangenheit hatten bzw. wenn einer der folgenden Hinweise Sie

betrifft. In diesen Fällen können häufigere ärztliche Kontrolluntersuchungen notwendig sein:

·Wenn Sie unregelmässige Monatsblutungen, Brustveränderungen, Brustkrebs in der Familie oder

gutartige Geschwülste der Gebärmutter (sogenannte Myome) haben;

·Wenn Sie eine übermässige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) in der

Vorgeschichte haben;

·Wenn Sie eine Endometriose (Vorliegen von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut an Orten im Körper,

wo es normalerweise nicht gefunden wird) haben oder jemals hatten;

·Wenn Sie an einem Adenom (ein Tumor) des Hypophysenvorderlappens (Vorderlappen der

Hirnanhangdrüse) leiden, ist eine engmaschige ärztliche Überwachung erforderlich;

·Wenn Sie Risikofaktoren für Blutgerinnselbildung (thromboembolische Erkrankungen) haben (Siehe

auch Abschnitt «Erhöhtes Risiko für die Bildung einer Thrombose (Blutgerinnsel)» unten);

·Wenn Sie an Migräne leiden;

·Wenn Sie einen zu hohen Blutdruck haben;

·Wenn Sie an Zuckerkrankheit (Diabetes) leiden;

·Wenn Sie erhöhte Blutfettspiegel (Hypertriglyceridämie) haben oder diese Erkrankung in Ihrer Familie

vorgekommen ist;

·Wenn Sie an einer Leber- (z.B. gutartige Lebergeschwulst - Leberadenom) oder

Gallenblasenerkrankung (v.a. Gallensteinen) leiden;

·Wenn Sie an Asthma leiden;

·Wenn Sie an Epilepsie oder Veitstanz (Chorea minor) leiden;

·Wenn Sie an systemischem Lupus erythematosus (SLE; eine chronisch entzündliche Erkrankung)

leiden.

·Wenn bei Ihnen zuweilen anhaltende, bräunliche Flecken im Gesicht (Chloasma) auftreten oder

aufgetreten sind. In diesem Fall sollten Sie sich nicht zu sehr der Sonne oder ultravioletter Strahlung

aussetzen;

·Wenn Sie an vererbbarer Taubheit leiden (Otosklerose).

·Wenn Sie an einem erblich bedingten Angiödem leiden (in Episoden auftretendes Anschwellen von

Körperteilen wie Händen, Füssen, Gesicht oder Atemwegen).

Falls Sie sich einer Operation unterziehen werden, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt bzw. mit Ihrer

Ärztin. Es kann erforderlich sein, dass Sie die Einnahme von Angeliq 4 bis 6 Wochen vor der Operation

einstellen, um das Risiko der Bildung von Blutgerinnseln zu reduzieren. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird

Ihnen sagen, wann Sie die Behandlung fortsetzen können.

Tumorerkrankungen

Brustkrebs

In gewissen Studien wurde Brustkrebs bei Frauen, die während mehreren Jahren eine

Hormonersatztherapie (HRT) erhielten, etwas häufiger diagnostiziert. Dieses Risiko nimmt mit der

Dauer der Behandlung zu. Bei Produkten, welche nur Östrogene enthalten, war das Risiko nicht erhöht.

Wenn Frauen die HRT abbrechen, verschwindet das erhöhte Risiko innerhalb von wenigen Jahren. Die

HRT kann das Erscheinungsbild der Brust in Mammographieaufnahmen verändern (erhöht die Dichte in

mammografischen Bildern). Dies kann den mammografischen Nachweis von Brustkrebs in gewissen

Fällen erschweren. Aus diesem Grund wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin möglicherweise entscheiden, für

die Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung auch andere Methoden heranzuziehen.

Krebs der Gebärmutterschleimhaut

Das Risiko für Endometriumskrebs (Krebs der Gebärmutterschleimhaut) erhöht sich, wenn Östrogene

alleine über längere Zeit verabreicht werden. Drospirenon, das Gestagen (Gelbkörperhormon) in

Angeliq, wirkt diesem erhöhten Risiko weitgehend entgegen.

Eierstockkrebs

Einige Studien deuten darauf hin, dass Frauen, welche sich einer Therapie mit Hormonersatzpräparaten

unterzogen haben, ein leicht erhöhtes Risiko haben, an Eierstockkrebs zu erkranken im Vergleich zu

Frauen, die nie ein solches Präparat eingenommen haben. Während des Zeitraums der Anwendung ist

das Risiko noch höher. Nicht alle Studien konnten diese Zusammenhänge bestätigen.

Lebertumoren

In seltenen Fällen sind nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie Angeliq enthält, gutartige, noch

seltener bösartige Veränderungen an der Leber beobachtet worden, die vereinzelt zu lebensgefährlichen

Blutungen in die Bauchhöhle geführt haben. Deshalb ist der Arzt bzw. die Ärztin zu informieren, wenn

ungewohnte Oberbauchbeschwerden auftreten, die nicht von selbst bald vorübergehen.

Blutgerinnsel

Koronare Herzkrankheit und Schlaganfall

Zwei grosse klinische Studien mit Frauen unter einer Hormonersatztherapie (mit Östrogenen und einem

Gestagen, d.h. ein Gelbkörperhormon), lassen den Schluss zu, dass das Risiko für einen Herzinfarkt im

ersten Anwendungsjahr leicht erhöht sein kann. Dieses Risiko wurde mit Östrogenen allein nicht

beobachtet.

In zwei grossen Studien mit diesen Hormonen war das Risiko für Schlaganfall sowohl für Östrogene

alleine als auch für das kombinierte Präparat erhöht.

Erhöhtes Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels

Eine Hormonersatztherapie kann das Risiko einer Thrombosebildung (Blutgerinnsel in den Gefässen)

erhöhen.

Wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Thrombosen in den Venen haben, ist besondere Vorsicht geboten.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird prüfen, ob bei Ihnen z.B. aufgrund einer Kombination von Risikofaktoren

oder vielleicht aufgrund eines sehr starken Risikofaktors ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer

Thrombose besteht. Im Fall einer Kombination von Risikofaktoren kann das Risiko höher als die

einfache Addition zweier einzelner Risiken sein. Wenn das Risiko zu hoch ist, wird Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin keine Hormonersatztherapie verschreiben.

Das Risiko erhöht sich mit dem Alter und kann ebenfalls grösser sein,

·wenn Sie oder jemand in Ihrer nächsten Verwandtschaft eine Thrombose in den Blutgefässen der Beine

oder der Lunge gehabt hat;

·wenn Sie übergewichtig sind;

·wenn Sie an Krampfadern leiden;

·wenn Sie rauchen;

·wenn Sie an systemischem Lupus erythematodes (chronisch entzündliche Erkrankung) leiden;

·wenn Sie unter einer bösartigen Tumorerkrankung leiden.

Wenn Sie Angeliq bereits einnehmen, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin rechtzeitig im Voraus

über einen geplanten Spitalaufenthalt oder einen chirurgischen Eingriff. Das Risiko, eine tiefe

Venenthrombose zu erleiden, kann aufgrund einer Operation, einer schweren Verletzung oder Bettruhe

sowie eingeschränkter Bewegung vorübergehend erhöht sein.

Hirnleistungsstörung (Demenz)

Bei einer längeren Hormonersatztherapie mit einem andern Präparat wurde in sehr seltenen Fällen eine

Abnahme des Erinnerungsvermögens und der geistigen Leistungsfähigkeit (Demenz) bei Patientinnen,

welche bei Beginn der Hormonersatztherapie 65 Jahre oder älter waren, beobachtet.

Wechselwirkungen mit Labortests

Die Anwendung einer Hormonersatztherapie kann die Resultate bestimmter Laboruntersuchungen

beeinflussen. Informieren Sie in jedem Fall Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder das Laborpersonal, dass Sie

eine Hormonersatztherapie anwenden.

Sonstige Vorsichtsmassnahmen

Bitte nehmen Sie Angeliq erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie

unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Es dürfen gleichzeitig keine oralen Kontrazeptiva («die Pille» zur Schwangerschaftsverhütung)

eingenommen werden. Sollte eine Schwangerschaftsverhütung notwendig sein, konsultieren Sie bitte

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Einige Arzneimittel

·können einen Einfluss auf den Blutspiegel von Angeliq haben,

·können die Wirkung einer Hormonersatztherapie herabsetzen,

·können Blutungsunregelmässigkeiten verursachen.

Zu diesen Arzneimitteln zählen:

Arzneimittel zur Behandlung von:

·Epilepsie (Barbiturate, Phenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat, Primidon)

·Infektionen mit dem HIV- und Hepatitis C-Virus (sogenannte Proteaseinhibitoren und

Nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren)

·Tuberkulose (z.B. Rifampicin, Rifabutin)

·bakteriellen Infektionen (Tetracycline, Antibiotika wie z.B. Clarithromycin oder Erythromycin), oder

Pilzinfektionen (z.B. Itraconazol, Voriconazol, Fluconazol oder Ketoconazol)

·bestimmte Herzkrankheiten, hoher Blutdruck (z.B. Verapamil, Diltiazem)

·Bluthochdruck in den Lungenarterien (z.B. Bosentan)

·Schlafkrankheit (Modafinil)

·depressiven Verstimmungen wie das pflanzliche Heilmittel Johanniskraut

Wenn Sie Zweifel haben bezüglich Arzneimitteln, die Sie einnehmen, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin um Rat.

Wenn Sie einen erhöhten Blutdruck haben, kann Angeliq den Blutdruck möglicherweise senken.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie Arzneimittel gegen hohen Blutdruck einnehmen,

damit Sie entsprechend beraten werden können.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Für Angeliq ist kein Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, bekannt.

Es wurden diesbezüglich keine Studien durchgeführt. Beachten Sie jedoch die möglichen

unerwünschten Wirkungen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen!

Darf Angeliq während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet werden?

Angeliq darf nicht eingenommen werden, wenn Sie schwanger sind. Falls eine Schwangerschaft eintritt,

sollte die Behandlung mit Angeliq sofort abgebrochen werden und Sie müssen den Arzt bzw. die Ärztin

sofort benachrichtigen.

Beobachtungen haben jedoch gezeigt, dass Steroidhormone (wie es die Wirkstoffe von Angeliq sind)

das Risiko von Geburtsschäden bei Kindern, deren Mütter solche Hormone vor oder versehentlich

während der frühen Schwangerschaft einnahmen, nicht zu erhöhen scheinen.

Geringe Mengen an Geschlechtshormonen können in die Muttermilch ausgeschieden werden. Angeliq

darf während der Stillzeit deshalb nicht angewendet werden.

Wie verwenden Sie Angeliq?

Wie und wann sollte Angeliq eingenommen werden?

Jede Blisterpackung reicht für eine Behandlung von 28 Tagen. Sie müssen täglich eine Filmtablette

einnehmen.

Wenn Sie zum ersten Mal eine Hormonersatztherapie anwenden oder wenn Sie von einem kontinuierlich

kombinierten Präparat zur Hormonersatztherapie (d.h.: jede Tablette dieses Arzneimittels hat die gleiche

Zusammensetzung) zu Angeliq wechseln, können Sie mit der Einnahme von Angeliq jederzeit beginnen,

solange Sie keine Monatsblutungen mehr haben.

Wenn Sie von einem sequentiell kombinierten Hormonersatzpräparat (d.h.: die Tabletten dieses

Arzneimittels unterscheiden sich in der Zusammensetzung, was mit unterschiedlichen Farben der

Tabletten kenntlich gemacht wird) zu Angeliq wechseln, sollten Sie den laufenden Zyklus beenden,

bevor Sie die Behandlung mit Angeliq beginnen.

Es spielt keine Rolle, zu welcher Tageszeit Sie die Filmtabletten einnehmen, jedoch sollten Sie bei der

einmal gewählten Zeit bleiben. Die Filmtablette sollte unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen

werden, Rücksicht auf die Nahrungsaufnahme muss nicht genommen werden.

Wie lange sollte Angeliq eingenommen werden?

Wenn alle 28 Tabletten aufgebraucht sind, beginnen Sie mit der nächsten Blisterpackung am folgenden

Tag. Machen Sie keine Einnahmepause zwischen zwei Blisterpackungen, die Tabletteneinnahme sollte

kontinuierlich erfolgen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie hinsichtlich der Einnahmedauer beraten.

Was ist zu tun bei Blutungsunregelmässigkeiten?

Aufgrund seiner Zusammensetzung bewirkt Angeliq eine Hormonersatztherapie ohne zyklische

Blutungen. Es können jedoch während der ersten paar Monate der Behandlung Blutungen auftreten.

Blutungen können auch sonst jederzeit auftreten, es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie stark sind. Die

Blutungen sollten allmählich schwächer werden und schliesslich ganz aufhören.

Falls deutliche Blutungen weiterhin auftreten oder falls Blutungen oder Schmierblutungen inakzeptabel

für Sie werden, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, ob Sie die Therapie abbrechen und zu einem

anderen Arzneimittel wechseln sollten. Der Arzt bzw. die Ärztin wird eventuell auch Untersuchungen

vornehmen.

Was ist zu tun, wenn Sie mehr Filmtabletten eingenommen haben als vorgesehen?

Es gibt keine Berichte über krankmachende Effekte von Überdosierungen. Eine Überdosis kann

Übelkeit und Erbrechen verursachen sowie Blutungsunregelmässigkeiten. Eine spezifische Behandlung

ist nicht nötig, Sie sollten aber in einem solchen Fall Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren.

Was ist zu tun, wenn Sie vergessen haben, Angeliq einzunehmen?

Wenn Sie die vergessene Einnahme weniger als 24 Stunden nachher feststellen, nehmen Sie die

vergessene Filmtablette so bald als möglich ein. Die nächste Filmtablette wird wieder zur gewohnten

Zeit eingenommen.

Wenn Sie die vergessene Einnahme mehr als 24 Stunden nachher feststellen, lassen Sie diese

Filmtablette aus. Fahren Sie mit der täglichen Einnahme zur gewohnten Zeit weiter.

Wenn Sie Angeliq während einiger Tage nicht mehr einnehmen, können Blutungsunregelmässigkeiten

auftreten.

Zusätzliche Informationen zu besonderen Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Angeliq wird nicht bei Kindern und Jugendlichen angewendet.

Ältere Patientinnen

Es liegen keine Daten vor, die darauf hindeuten, dass bei älteren Patientinnen eine Anpassung der Dosis

erforderlich ist.

Patientinnen mit Leberfunktionsstörungen

Von Frauen mit schwerer Lebererkrankung darf Angeliq nicht eingenommen werden (siehe «Wann darf

Angeliq nicht eingenommen / angewendet werden?»).

Patientinnen mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Frauen mit leichter oder mässiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Von Frauen mit schwerer Nierenerkrankung darf Angeliq nicht eingenommen werden (siehe «Wann

darf Angeliq nicht eingenommen / angewendet werden?»).

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Angeliq haben?

Schwerwiegende Nebenwirkungen, welche im Zusammenhang mit einer Hormonsubstitutionstherapie

auftreten können, sind im vorangegangenen Abschnitt «Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von

Angeliq Vorsicht geboten?» beschrieben. Bitte lesen Sie sorgfältig diesen Abschnitt.

Die folgenden Nebenwirkungen von Angeliq basieren auf Berichten von klinischen Studien.

Während der ersten paar Monate der Behandlung können sehr häufig vaginale Blutungen zu

ungewohnten Zeiten (Durchbruchblutungen und Schmierblutungen auftreten. Diese Blutungen sind

gewöhnlich vorübergehend und verschwinden normalerweise mit Fortsetzen der Behandlung. Sollte dies

nicht der Fall sein, so kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Brustschmerzen ist ebenfalls ein sehr häufiges Symptom (bei mehr als 10%). Bei einer von fünf Frauen

in den klinischen Untersuchungen mit Angeliq trat dieses Symptom auf.

Folgende weitere unerwünschte Wirkungen können bei der Einnahme von Angeliq Filmtabletten zudem

auftreten:

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Brustschmerzen bzw. Spannungsgefühl in der Brust, genitale Blutungen (einschliesslich

Schmierblutungen).

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Emotionale Labilität, Nervosität, Depression, Kopfschmerzen (einschliesslich Migräne),

Bauchschmerzen, Übelkeit, Scheidenausfluss, Vergrösserung der Brust, Grössenzunahme von

Uterusmyomen (gutartige Geschwulste der Gebärmutter), Zervixpolypen (gutartige Geschwulst des

Gebärmutterhalses), Schwäche, lokalisierte Ödeme (örtliche Flüssigkeitsansammlung in den Geweben).

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Pilzinfektion in der Scheide, Harnwegsinfektion, Brustkrebs, verminderter oder gesteigerter Appetit,

Gewichtszunahme oder -abnahme, Veränderungen des Geschlechtstriebes, Ängstlichkeit,

Schlafstörungen, Bluthochdruck, venöse und arterielle thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe

Venenthrombose und Lungenembolie (Blutgerinnselbildung), Herzinfarkt, Schlaganfall), Blähungen,

Erbrechen, Veränderungen der Leberwerte, Hautausschlag, schwerer Juckreiz, Akne, Haarausfall,

übermässige Behaarung, Muskelkrämpfe, Rückenschmerzen, vulvovaginale Beschwerden (z.B.

Trockenheit der Vagina), Unterleibsschmerzen, Knoten in der Brust, Endometriumshyperplasie

(Gewebevermehrung der Gebärmutterschleimhaut), Unwohlsein, Schmerzen im Brustkorb.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Schwindel, Gallensteine.

Einzelfälle

Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Hautausschlag, Nesselsucht).

Andere unerwünschte Wirkungen, über die im Zusammenhang einer Östrogen/Gestagen Behandlung

berichtet wurde, sind:

Hypertriglyzeridämie (Erhöhung der Blutfettwerte) , Chloasma (gelb-braune Flecken auf der Haut im

Gesicht), erstmaliges Auftreten oder Verschlechterung eines hereditären Angioödems (in Episoden

auftretendes Anschwellen von Körperteilen wie Händen, Füssen, Gesicht oder Atemwege), Erythema

nodosum (eine Hauterkrankung, die mit Gelenkschmerzen, Fieber, Überempfindlichkeit oder Infektion

einhergeht und durch kleine, schmerzende rosa oder blaue Knötchen unter oder auf der Haut, die zum

Wiederauftreten neigen, charakterisiert ist), Erythema multiforme (ein roter Ausschlag, der durch eine

Arzneimittelunverträglichkeit, eine Erkrankung oder ein anderes Allergen verursacht wird), Gelbsucht,

durch Rückstau von Gallenflüssigkeit verursachter Juckreiz, Sexualhormon-abhängige noch nicht

bösartige oder bösartige Erkrankungen.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in klinischen Studien beobachtet, in welchen Angeliq

bei Patientinnen mit erhöhtem Blutdruck untersucht wurde. Über einen möglichen

Kausalzusammenhang sind keine Aussagen möglich:

Vorhofflimmern, Kardiomegalie (Herzvergrösserung), Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 30°C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Fachinformation

Angeliq®

Bayer (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Estradiolum, Drospirenonum.

Hilfsstoffe: Lactosum monohydricum, excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Rote, runde, bikonvexe Filmtablette; auf einer Seite sind die Buchstaben DL in einem regelmässigen

Sechseck eingeprägt.

Jede Filmtablette enthält: Estradiol 1,0 mg, Drospirenon 2,0 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hormonersatztherapie (HRT) für die Behandlung von Störungen und Symptomen eines

Östrogenmangels bei Frauen mit intaktem Uterus, bei welchen die letzte Menstruation mindestens 1

Jahr zurückliegt.

Osteoporoseprophylaxe oder -verzögerung, induziert durch Östrogenmangel, bei postmenopausalen

Frauen mit hohem Frakturrisiko, für die eine Behandlung mit anderen zur Prävention der

Osteoporose zugelassenen Arzneimitteln nicht in Frage kommt, oder bei Frauen, die gleichzeitig an

behandlungsbedürftigen Symptomen des Östrogenmangels leiden.

Dosierung/Anwendung

Für alle Indikationen soll immer die niedrigste wirksame Dosierung angewendet und so kurz wie

möglich behandelt werden. Die Hormonsubstitution sollte nur fortgesetzt werden, solange der

Nutzen das Risiko für die einzelne Patientin überwiegt.

Beginn der Einnahme

Frauen, die von einem kontinuierlichen oder zyklischen sequentiellen Präparat zu Angeliq wechseln,

sollten den laufenden Zyklus beenden, bevor sie die Behandlung mit Angeliq beginnen.

Frauen, die keine Östrogene einnehmen oder anwenden und keine Monatsblutungen mehr haben,

oder Frauen, die von einem kontinuierlich kombinierten Hormonersatztherapeutikum zu Angeliq

wechseln, können die Behandlung jederzeit beginnen.

Dosierung

Täglich wird eine Filmtablette eingenommen.

Wenn Angeliq zur Osteoporoseprophylaxe eingesetzt wird, soll eine ausreichende Kalzium-Zufuhr

gewährleistet sein.

Anwendung

Jede Blisterpackung reicht für 28 Behandlungstage. Die Behandlung erfolgt kontinuierlich, das heisst

mit der Einnahme der nächsten Packung wird ohne Pause fortgefahren. Die Filmtabletten sind

unzerkaut mit etwas Flüssigkeit einzunehmen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten

erfolgen. Die Filmtabletten sollten vorzugsweise jeweils zur gleichen Tageszeit eingenommen

werden.

Vergessene Einnahme

Falls eine Filmtablette vergessen wird, sollte sie eingenommen werden, sobald das Vergessen

bemerkt wird. Wenn mehr als 24 Stunden seit der letzten Tabletteneinnahme vergangen sind, muss

keine zusätzliche Tablette eingenommen werden. Werden mehrere Filmtabletten vergessen, können

Blutungen auftreten.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Angeliq ist bei Kindern und Jugendlichen nicht indiziert.

Ältere Patientinnen

Es liegen keine Daten vor, die darauf hindeuten, dass bei älteren Patientinnen eine Anpassung der

Dosis erforderlich ist.

Leberfunktionsstörungen

Angeliq darf wie alle Sexualhormonpräparate bei schweren Lebererkrankungen nicht angewendet

werden (siehe auch «Pharmakokinetik»).

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patientinnen mit leichter oder mässiger Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich

(siehe «Pharmakokinetik»). Bei schweren Nierenerkrankungen ist Angeliq kontraindiziert.

Kontraindikationen

·Bekanntes oder vermutetes Mammakarzinom;

·bekannte oder vermutete Sexualhormon-abhängige prämaligne oder maligne Erkrankung;

·unbehandelte Endometriumshyperplasie;

·nicht abgeklärte abnormale genitale Blutung;

·bestehende oder vorausgegangene benigne oder maligne Lebertumore;

·schwere Lebererkrankung;

·bestehende oder vorausgegangene schwere Nierenerkrankung, solange abnorme

Nierenfunktionsparameter bestehen;

·vorausgegangene oder bestehende venöse thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe

Venenthrombose, Lungenembolie);

·akute oder kürzlich aufgetretene arterielle thromboembolische Ereignisse (Myokardinfarkt,

Schlaganfall);

·Vorliegen von Risikofaktoren für die Entstehung venöser oder arterieller Thrombosen wie z.B.

bekannte Thrombophilie (z.B. Protein C-, Protein S- oder Antithrombin-Mangel);

·schwere Hypertriglyzeridämie;

·Porphyrie;

·Schwangerschaft oder Stillzeit;

·bekannte Überempfindlichkeit gegenüber einem Inhaltsstoff von Angeliq.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Angeliq ist kein Kontrazeptivum.

Jeder Hormonersatztherapie soll eine Untersuchung des klinischen Allgemeinzustandes und eine

gründliche gynäkologische Untersuchung vorangehen, die mindestens jährlich zu wiederholen sind.

Diese Untersuchungen beinhalten Messung des Blutdrucks, Untersuchung der Mammae, des

Abdomens und der Beckenorgane, inkl. Zervixzytologie und relevanter Laboruntersuchungen.

Eigen- und Familienanamnese sollten zur Erkennung möglicher Risikofaktoren ebenfalls

berücksichtigt werden. Eine Schwangerschaft muss ausgeschlossen werden. Das Nutzen-Risiko-

Verhältnis muss vor jeder

Therapie und für jede Patientin individuell sorgfältig abgewogen werden.

Gründe für ein sofortiges Absetzen

Während der Hormonersatztherapie soll die Behandlung sofort abgesetzt werden, wenn eine

Kontraindikation festgestellt wird oder in den folgenden Situationen:

·Symptome eines venösen oder arteriellen thromboembolischen Ereignisses bzw. bei Verdacht

hierauf; hierzu gehören auch:

·erstmaliges Auftreten migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen

·plötzlicher partieller oder vollständiger Visusverlust

·plötzliche Hörstörungen

·klinisch relevante Blutdruckerhöhung

·Ikterus, Hepatitis oder Verschlechterung der Leberfunktion

·erkennbares Wachstum von Myomen

·Zunahme epileptischer Anfälle

·Schwangerschaft

Umstände, die eine besondere Überwachung erfordern

Während einer HRT wurde über das Auftreten oder die Verschlechterung der nachfolgenden

Erkrankungen berichtet. Obwohl ein kausaler Zusammenhang mit einer HRT nicht eindeutig ist,

sollten Frauen mit diesen Erkrankungen speziell überwacht werden:

Risikofaktoren für hormonabhängige Tumoren (z.B. Auftreten von Mammakarzinom bei

Verwandten 1. Grades);

Endometriumshyperplasie in der Anamnese;

benigne Brustveränderungen;

Leiomyome oder Endometriose;

Risikofaktoren für thromboembolische Erkrankungen (siehe auch Abschnitt «Thromboembolische

Erkrankungen» unten);

Migräne;

Hypertonie;

Diabetes mellitus mit oder ohne vaskuläre Beteiligung;

Hypertriglyzeridämie;

Erkrankungen der Leber (z.B. Leberadenom) oder der Gallenblase;

Asthma;

Epilepsie;

systemischer Lupus erythematodes;

Chorea minor;

Otosklerose.

Im Falle eines Neuauftretens oder einer Verschlechterung der folgenden Zustände oder

Risikofaktoren, sollte erneut eine individuelle Nutzen-Risiko-Analyse durchgeführt werden. Dabei

sollte gegebenenfalls auch ein Abbruch der Behandlung in Betracht gezogen werden.

Tumorerkrankungen

Brustkrebs

Randomisierte kontrollierte Studien und epidemiologische Studien ergaben bei Frauen, die eine HRT

über mehrere Jahre anwendeten, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Bei allen Frauen sollten daher vor

Beginn einer HRT sowie jährlich Brustuntersuchungen durch den Arzt und monatliche

Selbstuntersuchungen der Brust durchgeführt werden. Abhängig vom Alter und den jeweiligen

Risikofaktoren kann zusätzlich eine Mammographie indiziert sein.

Eine Metaanalyse von 51 epidemiologischen Studien zeigte, dass das Risiko, an Brustkrebs zu

erkranken, mit der Dauer der HRT zunimmt und nach Absetzen der HRT abnimmt. Das relative

Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, war 1,35 (95% CI 1,21–1,49) für Frauen, die eine HRT während

5 Jahren oder länger anwendeten.

Die WHI-Studie zeigte im Vergleich zu Placebo unter kombinierter HRT mit konjugierten

Östrogenen und MPA nach einer durchschnittlichen Behandlungszeit von 5,6 Jahren eine Zunahme

von invasiven Mammakarzinomen in der Östrogen/Gestagen-Gruppe (relatives Risiko 1,24 [95% CI

1,02–1,50]). Es ist nicht bekannt, ob für andere kombinierte HRT-Präparate ein vergleichbares

Risiko besteht. Für die Östrogen-Monotherapie war das Risiko hingegen nicht erhöht (relatives

Risiko 0,77 [95% CI 0,59–1,01]).

Die Million Woman Study, eine nicht randomisierte Kohortenstudie, rekrutierte 1'084'110 Frauen.

Das durchschnittliche Alter der Frauen bei Eintritt in die Studie war 55,9 Jahre. Die Hälfte der

Frauen erhielt vor und/oder zum Zeitpunkt des Studienantritts eine HRT, die übrigen Frauen wurden

nie mit HRT behandelt. Es wurden 9'364 Fälle von invasivem Mammakarzinom und 637 Todesfälle

infolge von Brustkrebs registriert, nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 2,6 bzw.

4,1 Jahren. Frauen, die bei der Aufnahme in die Studie eine HRT anwendeten, zeigten verglichen mit

Frauen, die nie eine solche Behandlung erhalten hatten, ein höheres Risiko in Bezug auf Morbidität

(1,66 [95% CI 1,58–1,75]) und möglicherweise in geringerem Ausmass auch für die Mortalität

infolge Brustkrebs (1,22 [95% CI 1,00–1,48]). Das höchste Risiko wurde unter kombinierter

Östrogen-Gestagen-Therapie gesehen (2,00 [95% CI 1,88–2,12]). Für eine Östrogen-Monotherapie

betrug das relative Risiko 1,30 (95% CI 1,21–1,40). Die Resultate fielen für verschiedene Östrogene

und Gestagene, für unterschiedliche Dosierungen und Verabreichungswege sowie für kontinuierliche

und sequentielle Therapien ähnlich aus. Bei allen Arten der HRT stieg das Risiko mit zunehmender

Dauer der Anwendung. Nach Absetzen der Therapie war das Risiko rückläufig (letzte Anwendung

vor >5 Jahren: relatives Risiko 1,04 [95% CI 0,95–1,12]).

Eine HRT erhöht die Dichte der mammographischen Bilder, was die radiologische Detektion von

Mammakarzinomen in einigen Fällen beeinträchtigen kann.

Endometriumkarzinom

Die länger dauernde Einnahme von Östrogen erhöht das Risiko für die Entwicklung von

Hyperplasien und Karzinomen des Endometriums. Studien deuten darauf hin, dass dieser

Risikoerhöhung durch die zusätzliche Gabe eines Gestagens (wie Drospirenon im Falle von Angeliq)

weitgehend entgegengewirkt werden kann.

Ovarialkarzinom

Eine Metanalyse, welche insgesamt 52 epidemiologische Studien berücksichtigte, fand bei

Anwenderinnen einer Hormonersatztherapie (HRT) im Vergleich zu Frauen, die nie eine HRT

erhalten hatten, ein leicht erhöhtes Risiko für ein Ovarialkarzinom (RR 1,14; 95% KI 1,10-1,19). Bei

Frauen unter gegenwärtiger HRT war das Risiko etwas stärker erhöht (RR 1,43; 95% KI 1,31-1,56).

Andere Studien (wie z.B. die WHI-Studie) fanden hingegen keine derartige Risikoerhöhung.

Lebertumoren

In seltenen Fällen wurden nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie Angeliq enthält,

gutartige, noch seltener bösartige Veränderungen an der Leber beobachtet, die vereinzelt zu

lebensgefährlichen intraabdominalen Blutungen geführt haben. Wenn starke Oberbauchbeschwerden,

eine Lebervergrösserung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte ein

Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden.

Thromboembolische Erkrankungen

Koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und andere arterielle Thromboembolien.

Eine HRT sollte nicht eingesetzt werden zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen.

Grosse klinische Studien zeigten keinen günstigen Effekt in der Primärprophylaxe (WHI-Studie)

oder Sekundärprophylaxe (HERS-Studie) kardiovaskulärer Erkrankungen.

Die Women's Health Initiative (WHI) Studie, eine grosse, prospektive, Placebo-kontrollierte,

randomisierte Studie, zeigte bei mehr als 8'000 älteren, postmenopausalen Frauen (Alter bei

Studienbeginn 50–79 Jahre, mittleres Alter 63 Jahre), welche eine orale HRT mit konjugierten

Östrogenen und Medroxyprogesteronacetat (MPA) während durchschnittlich 5,2 Jahren erhielten, ein

gegenüber Placebo erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (relatives Risiko [RR] 1,24 [95%

CI 1,00–1,54], absolute Risikoerhöhung 6 Fälle pro 10'000 Personenjahre). Das Risiko war am

höchsten im ersten Jahr nach Beginn der HRT (RR 1,81 [95% CI 1,09–3,01]). Mit zunehmendem

Abstand zur Menopause nahm das Risiko zu (Menopause <10 Jahre: RR 0,89; Menopause 10–19

Jahre: RR 1,22; Menopause ≥20 Jahre: RR 1,71).

Ebenso war in der WHI-Studie das zerebrovaskuläre Risiko unter kombinierter Östrogen-Gestagen-

Therapie erhöht (RR 1,31 [95% CI 1,02-1,68]).

Im Östrogen-Monotherapie-Arm der WHI-Studie war kein signifikanter Einfluss auf das

kardiovaskuläre Risiko erkennbar (RR 0,91 [95% CI 0,75–1,12]). Hingegen war das Risiko für

zerebrovaskuläre Insulte erhöht (RR 1,39 [95% CI 1,10–1,77]).

Die Heart and Estrogen/Progestin Replacement Study (HERS und HERS II), eine prospektive,

Placebo-kontrollierte, randomisierte Studie, zeigte bei mehr als 1'300 postmenopausalen Frauen mit

vorbestehender koronarer Herzkrankheit (mittleres Alter bei Studieneinschluss 67 Jahre), welche

eine orale HRT mit konjugierten Östrogenen und MPA während durchschnittlich 4,1 Jahren (HERS)

bzw. 2,7 Jahren (HERS II) erhielten, keine Reduktion des kardiovaskulären Risikos. Das relative

Risiko war 0,99 (95% CI 0,84–1,17). Das Risiko war am höchsten im ersten Jahr nach Beginn der

HRT (RR 1,52 [95% CI 1,01–2,29]).

Obwohl unklar ist, in wie weit die Resultate dieser beiden Studien auf eine jüngere Population oder

auf HRT-Präparate mit anderen Wirkstoffen (wie z.B. Angeliq) extrapoliert werden können, sollten

sie vom Arzt bei der Verschreibung einer HRT berücksichtigt werden. Bei Frauen, welche bereits

Risikofaktoren für das Auftreten kardiovaskulärer oder zerebrovaskulärer Ereignisse aufweisen,

sollten alternative Therapien in Betracht gezogen werden.

Venöse Thromboembolie

Eine Hormonersatztherapie (HRT) ist mit einem erhöhten Risiko für venöse thromboembolische

Ereignisse (VTE) (z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie) verbunden.

Zwei kontrollierte randomisierte Studien (HERS und WHI) und mehrere epidemiologische Studien

ergaben ein 2–3fach erhöhtes Risiko bei Frauen, die eine HRT anwendeten, im Vergleich zu Frauen,

die nie eine solche Therapie erhalten hatten. Die WHI-Studie zeigte insbesondere eine erhöhte

Inzidenz von Lungenembolien. Die absolute Risikoerhöhung bei den mit HRT behandelten Frauen

betrug 8 Fälle auf 10'000 Personenjahre (15 vs 7), das relative Risiko 2,13 (95% CI 1,39–3,25).

Das erhöhte Risiko wurde nur bei Frauen unter HRT gefunden und bestand nicht bei Frauen, die

früher eine HRT angewendet hatten. Das Risiko scheint in den ersten Jahren der Anwendung höher

zu sein.

Für Nicht-Anwenderinnen wird die Anzahl der VTE-Fälle während eines Zeitraums von 5 Jahren für

die Altersgruppe 50–59 Jahre auf 3 von 1'000 Frauen und für die Altersgruppe 60–69 Jahre auf 8 von

1'000 Frauen geschätzt. Bei gesunden Frauen, die eine HRT über 5 Jahre durchführen, treten pro

1'000 Frauen 2–6 zusätzliche Fälle in der Altersgruppe 50–59 Jahre und 5–15 zusätzliche Fälle in der

Altersgruppe 60–69 Jahre auf.

Bei Auftreten entsprechender Symptome oder Verdacht auf eine VTE muss das Präparat sofort

abgesetzt werden. Patientinnen mit Risikofaktoren für thromboembolische Ereignisse sollen

sorgfältig überwacht werden. Bei diesen Frauen muss das Nutzen-Risiko-Verhältnis sorgfältig

abgewogen und wenn möglich andere Therapien in Betracht gezogen werden. Die Risikofaktoren für

venöse Thromboembolien umfassen eine entsprechende Eigen- oder Familienanamnese, Rauchen,

erhebliches Übergewicht, systemischen Lupus erythematodes und maligne Erkrankungen. Darüber

hinaus nimmt das Risiko für VTE mit dem Alter zu. Zur möglichen Bedeutung variköser Venen bei

VTE ist die Datenlage unklar.

Eine Anamnese mit wiederholten Spontanaborten sollte abgeklärt werden, um eine Thrombophilie-

Prädisposition auszuschliessen. Bei Frauen mit dieser Diagnose ist die Anwendung einer HRT

kontraindiziert.

Bei Frauen, welche eine Kombination von Risikofaktoren oder einen höheren Schweregrad eines

einzelnen Risikofaktors aufweisen, sollte berücksichtigt werden, dass das Risiko überadditiv erhöht

sein kann. Daraus kann sich unter Umständen eine Kontraindikation für eine Hormonersatztherapie

ergeben.

Das Risiko venöser Thromboembolien kann vorübergehend erhöht sein bei längerer

Immobilisierung, grösseren operativen Eingriffen oder nach einem schweren Trauma. Abhängig von

der Art des Eingriffs und der Dauer der Immobilisierung sollte eine vorübergehende Unterbrechung

der HRT in Erwägung gezogen werden. Im Falle elektiver Eingriffe sollte dies 4-6 Wochen vor dem

Eingriff erfolgen. Die Behandlung sollte erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Frau

vollständig mobil ist.

Demenz

In der Women's Health Initiative Memory Study (WHIMS), einer randomisierten,

placebokontrollierten, der WHI untergeordneten Studie, wurden mehr als 2'000 Frauen im Alter von

>65 Jahren (Durchschnittsalter 71 Jahre) mit oralen konjugierten equinen Östrogenen und

Medroxyprogesteronacetat behandelt und während durchschnittlich 4 Jahren überwacht.

Zudem wurden 1'464 hysterektomierte Frauen im Alter von 65 bis 79 Jahren mit oralen konjugierten

equinen Östrogenen allein behandelt und während durchschnittlich 5,2 Jahren überwacht. Weder die

Behandlung mit konjugierten Östrogenen und Medroxyprogesteronacetat noch die Östrogen-

Monotherapie zeigte einen günstigen Effekt auf die kognitive Funktion. Das Risiko für das Auftreten

einer Hirnleistungsstörung (wahrscheinliche Demenz) war für die kombinierte HRT sogar erhöht

(relatives Risiko 2,05 [95% Cl 1,21–3,48]. Dies bedeutet in absoluten Zahlen pro Jahr 23 zusätzliche

Fälle pro 10'000 behandelte Frauen.

Obschon unklar ist, inwieweit diese Resultate auf eine jüngere Population oder auf HRT Präparate

mit anderen Wirkstoffen extrapoliert werden können, sollten sie vom Arzt bei der Beurteilung des

Nutzen/Risiko Verhältnisses einer HRT berücksichtigt werden.

Andere Erkrankungen

Die Kaliumausscheidung kann bei Patientinnen mit Niereninsuffizienz eingeschränkt sein. In einer

klinischen Studie zeigte die Einnahme von Drospirenon bei Patientinnen mit leicht oder mittelstark

eingeschränkter Nierenfunktion keinen Effekt auf die Kaliumkonzentration im Serum. Ein

theoretisches Risiko für eine Hyperkaliämie muss nur für Patientinnen angenommen werden, deren

Kaliumkonzentration im Serum sich vor der Behandlung im oberen Referenzbereich befunden hat

und die zusätzlich kaliumsparende Wirkstoffe anwenden.

Es gibt keinen gesicherten Zusammenhang zwischen der Einnahme von HRT und dem Entstehen

einer klinischen Hypertonie. Obwohl unter der Anwendung von HRT über geringfügige

Blutdruckanstiege berichtet wird, sind klinisch relevant erhöhte Blutdruckwerte selten. Kommt es

unter einer HRT zu einer klinisch relevanten Blutdruckerhöhung (bei wiederholter Messung), sollte

diese abgesetzt werden.

Angeliq hat das Potential, den Blutdruck bei Frauen mit erhöhtem Blutdruck zu senken (siehe

«Eigenschaften/Wirkungen»). Dies sollte bei Patientinnen, welche unter einer Therapie mit

Antihypertonika stehen, berücksichtigt werden. Bei normotensiven Frauen sind keine klinisch

relevanten Änderungen des Blutdruckes zu erwarten.

Die Leberfunktion sollte regelmässig überprüft werden. Im Falle von Leberfunktionsstörungen wie

Hyperbilirubinämie, Dubin-Johnson-Syndrom oder Rotor-Syndrom, ist eine engmaschige

Überwachung erforderlich. Im Falle einer Verschlechterung der Leberparameter sollte die

Hormonersatztherapie abgebrochen werden (vgl. auch «Kontraindikationen»).

Östrogene können die Lithogenizität der Galle erhöhen. Dadurch ist bei einigen Frauen das Risiko

für Gallenblasenerkrankungen (v. a. Cholelithiasis) unter einer Östrogentherapie erhöht.

Bei Frauen mit Diabetes mellitus sollten insbesondere zu Beginn der Therapie die Blutzuckerwerte

engmaschig kontrolliert werden. Obwohl eine HRT einen Einfluss auf die periphere Insulinresistenz

und die Glukosetoleranz haben kann, ist eine Änderung des Therapieschemas im Allgemeinen jedoch

nicht erforderlich.

Bei Frauen mit bestehender oder familiärer Hypertriglyzeridämie kann das Pankreatitis-Risiko erhöht

sein.

Bei Patientinnen mit vorbestehendem Prolaktinom ist eine engmaschige ärztliche Überwachung

erforderlich (einschliesslich regelmässiger Bestimmung des Prolaktinspiegels), da in Einzelfällen

unter einer Östrogentherapie über eine Grössenzunahme von Prolaktinomen berichtet wurde.

Einige Patientinnen können unter einer HRT unerwünschte Manifestationen der östrogenen

Stimulation, wie abnorme uterine Blutungen, entwickeln. Häufige oder persistierende abnorme

uterine Blutungen während einer HRT erfordern eine diagnostische Abklärung zum Ausschluss

maligner Veränderungen (ggf. einschliesslich einer Endometriumsbiopsie).

Uterine Fibroide (Myome) können unter dem Einfluss von Östrogenen wachsen. Wenn dies der Fall

ist, sollte die HRT abgebrochen werden.

Sollte unter der HRT eine Endometriose reaktiviert werden, so wird der Abbruch der Therapie

empfohlen.

Gelegentlich kann ein Chloasma auftreten, v.a. bei Frauen mit Chloasma gravidarum in der

Anamnese. Frauen mit einer Tendenz zu Chloasmata sollten sich während der HRT nicht der Sonne

oder anderer ultravioletter Strahlung aussetzen.

Bei Frauen mit einem hereditären Angiödem können exogene Östrogene die Symptome induzieren

oder verschlimmern.

Die oben angegebenen Risiken einer HRT wurden überwiegend bei der Behandlung von Frauen im

Alter ≥50 Jahren beschrieben. Über die Übertragbarkeit dieser Daten auf Patientinnen mit vorzeitiger

Menopause (d.h. Ausfall der Ovarialfunktion vor Vollendung des 40. Lebensjahres infolge

endokriner/genetischer Erkrankungen, Ovarektomie, Malignomtherapie etc.) bis zum Erreichen des

normalen Menopausenalters liegen keine Daten vor. In dieser Altersgruppe sollte eine spezielle

Nutzen-Risiko-Bewertung durchgeführt werden, wobei auch die Ätiologie der vorzeitigen

Menopause (chirurgisch versus andere Ursachen) berücksichtigt werden sollte.

Diagnostik und Einleitung der Therapie sollten bei Patientinnen mit vorzeitiger Menopause

möglichst in einem entsprechenden Zentrum erfolgen, welches Erfahrung in der Behandlung dieses

Krankheitsbildes besitzt.

Jede Filmtablette von Angeliq enthält 48 mg Laktose. Patientinnen mit der seltenen hereditären

Galaktose-Intoleranz, Lapp-Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption, die eine

laktosefreie Diät einhalten, sollten diese Menge beachten.

Interaktionen

Um potentielle Interaktionen zu erkennen, sollte auch die Fachinformation der gleichzeitig

verabreichten Arzneimittel konsultiert werden.

Pharmakokinetische Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Angeliq

Enzyminduktoren

Eine erhöhte Clearance der Sexualhormone infolge einer Induktion hepatischer Enzyme kann zu

reduzierten Plasmakonzentrationen von Östrogenen und/oder Gestagenen führen und dadurch die

klinische Wirksamkeit vermindern und eventuell Blutungsunregelmässigkeiten verursachen. Dies gilt

z.B. für Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Felbamat, Modafinil, Oxcarbazepin, Phenytoin,

Primidon, Rifabutin, Rifampicin und Topiramat sowie für Arzneimittel, welche Johanniskraut

(Hypericum perforatum) enthalten.

Eine Enzyminduktion kann bereits nach wenigen Tagen beobachtet werden und kann während

mindestens 4 oder mehr Wochen nach dem Absetzen dieser Arzneimittel andauern.

Enzyminhibitoren

Starke und moderate CYP3A4 Inhibitoren wie Azol-Antimykotika (z.B. Itraconazol, Voriconazol,

Fluconazol), Makrolid-Antibiotika (z.B. Clarithromycin, Erythromycin), Diltiazem, Verapamil und

Grapefruitsaft können die Plasmakonzentrationen von Östrogenen und/oder Gestagenen erhöhen und

dadurch zum vermehrten Auftreten unerwünschter Wirkungen führen.

In einer Mehrfachdosis-Studie mit einer Kombination von Drospirenon (3 mg/Tag) und Estradiol

(1.5 mg/Tag) erhöhte die gleichzeitige Verabreichung des starken CYP3A4-Hemmers Ketoconazol

während 10 Tagen die AUC(0-24 h) von Drospirenon um das 2.30-Fache (90% KI: 2.08, 2.54). Für

Estradiol wurde keine Veränderung festgestellt, allerdings war die AUC(0-24 h) des Metaboliten

Estron um das 1.39-Fache erhöht (90% KI: 1.27, 1.52).

Wirkstoffe mit unterschiedlichem Einfluss auf die Clearance von Sexualhormonen

Verschiedene Inhibitoren der HIV/HCV-Protease und der Nichtnukleosidischen Reverse-

Transkriptase können die Plasmakonzentrationen von Östrogen oder Gestagenen erhöhen oder

erniedrigen, wenn sie gleichzeitig mit einer HRT angewendet werden. Diese Veränderungen können

in manchen Fällen klinisch relevant sein.

Einfluss von Angeliq auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

In vitro zeigte Drospirenon eine schwache bis mässige Hemmung der Cytochrom-P450-Enzyme

CYP1A1, CYP2C9, CYP2C19 und CYP3A4. Gemäss der Resultate klinischer Interaktionsstudien

mit Omeprazol, Simvastatin oder Midazolam als Marker-Substrat sind klinisch relevante

Interaktionen von Drospirenon mit dem Cytochrom P450-abhängigen Metabolismus anderer

Arzneimittel jedoch unwahrscheinlich.

Pharmakodynamische Interaktionen

Antihypertensiva und nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAID): Frauen mit erhöhtem Blutdruck,

die Angeliq gleichzeitig mit einer antihypertensiven Behandlung, wie z.B. ACE-Hemmern,

Angiotensin-II-Antagonisten oder Hydrochlorothiazid, erhalten, können eventuell eine zusätzliche

Abnahme des Blutdrucks zeigen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Angeliq und Antihypertensiva oder nicht-steroidalen

Antiphlogistika ist eine Erhöhung des Serum-Kaliums unwahrscheinlich.

Werden hingegen alle diese drei Medikationen gleichzeitig eingenommen, kann es zu einem leicht

erhöhten Serum-Kalium-Wert kommen, insbesondere bei Diabetikerinnen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Angeliq darf während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht angewendet werden. Tritt eine

Schwangerschaft während der Behandlung mit Angeliq ein, muss die Behandlung sofort

abgebrochen werden.

Zur Anwendung von Angeliq während einer Schwangerschaft liegen keine Humandaten vor.

Tierstudien haben unerwünschte Wirkungen während Schwangerschaft und Stillzeit gezeigt (siehe

«Präklinische Daten»). Resultate epidemiologischer Studien haben jedoch keine teratogenen Effekte

gezeigt, wenn schwangere Frauen unbeabsichtigt Östrogen/Gestagen Kombinationen ausgesetzt

waren.

Das Arzneimittel sollte nicht in der Stillzeit angewendet werden, da die Milchproduktion reduziert

und die Milchqualität verändert sein können und geringe Wirkstoffmengen in die Muttermilch

übertreten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurde keine spezifische Studie durchgeführt. Für Angeliq ist kein Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit

oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, bekannt (vgl. jedoch mit der Rubrik «Unerwünschte

Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Schwere unerwünschte Wirkungen in Verbindung mit der Anwendung einer

Hormonsubstitutionstherapie werden auch in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»

erwähnt.

Die Angaben zur Sicherheit von Angeliq beruhen auf den Daten von insgesamt 2842 Patientinnen

aus 13 klinischen Phase II/III-Studien, in welchen eine Kombination aus 1 mg Estradiol mit 0.5, 1, 2

oder 3 mg Drospirenon untersucht wurde. Die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen

unter Angeliq waren Brustschmerzen und genitale Blutungen, welche jeweils bei ≥10% der

Anwenderinnen beobachtet wurden.

Die Häufigkeit von Blutungsstörungen nimmt im Laufe der Behandlung ab. Die meisten Patientinnen

werden unter kontinuierlicher Behandlung innerhalb von 24 Monaten amenorrhöisch (siehe

Abschnitt «Eigenschaften/Wirkungen, Drospirenon»).

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem (MEDDRA) und Häufigkeit

angegeben, welche in den klinischen Studien und/oder während der Marktüberwachung beobachtet

wurden. Die Häufigkeiten werden dabei definiert als: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10),

gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1000); nicht bekannt (basierend

überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht

abgeschätzt werden).

Infektionen

Gelegentlich: vaginale Candidasis, Harnwegsinfekt.

Neoplasien

Gelegentlich: Mammakarzinom.

Immunsystem

Häufigkeit nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Rash, Urtikaria).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: verminderter oder gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme oder –abnahme.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Emotionale Labilität, Nervosität, Depression.

Gelegentlich: Veränderungen der Libido, Ängstlichkeit.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen (einschliesslich Migräne).

Gelegentlich: Schlafstörungen.

Selten: Schwindel.

Gefässe

Gelegentlich: Hypertonie, venöse und arterielle thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe

Venenthrombose, Lungenembolie, Myokardinfarkt, zerebrovaskulärer Insult).

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit.

Gelegentlich: Blähungen, Erbrechen.

Leber und Galle

Gelegentlich: Veränderungen der Leberwerte.

Selten: Cholelithiasis.

Haut

Gelegentlich: Hautausschlag, Pruritus, Akne, Alopezie, Hirsutismus.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Muskelkrämpfe, Rückenschmerzen.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr häufig: Brustschmerzen bzw. Spannungsgefühl in der Brust (17%), genitale Blutungen (14%;

einschliesslich Schmierblutungen).

Häufig: Fluor vaginalis, Vergrösserung der Brust, Grössenzunahme von Uterusmyomen,

Zervixpolypen.

Gelegentlich: vulvovaginale Beschwerden (z.B. Trockenheit der Vagina), Unterleibsschmerzen,

fibrozystische Veränderungen der Brust, Endometriumshyperplasie.

Allgemeine Störungen

Häufig: Asthenie, lokalisierte Ödeme.

Gelegentlich: Malaise, Thoraxschmerz.

Andere unerwünschte Wirkungen, über die im Zusammenhang einer Östrogen/Gestagen Behandlung

berichtet wurde, sind: Sexualhormon-abhängige prämaligne oder maligne Erkrankungen,

Hypertriglyzeridämie, Chloasma, Induktion oder Verschlechterung eines hereditären Angioödems,

Erythema nodosum, Erythema multiforme, chlostatischer Ikterus (bzw. cholestatischer Pruritus).

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in klinischen Studien beobachtet, in welchen

Angeliq bei Patientinnen mit erhöhtem Blutdruck untersucht wurde. Über einen möglichen

Kausalzusammenhang sind keine Aussagen möglich.

Hypokaliämie, Erhöhung des Aldosterons im Serum, Vorhofflimmern, Kardiomegalie,

Herzinsuffizienz, QT-Verlängerung.

Überdosierung

Studien zur akuten Toxizität zeigen, dass selbst im Fall von versehentlicher Einnahme eines

Mehrfachen der therapeutischen Dosis keine akute Toxizität zu erwarten ist. In klinischen Studien

wurden bis zu 100 mg Drospirenon als Einzeldosis und Östrogen/Gestagen Präparate mit 4 mg

Estradiol über 12 Zyklen gut vertragen. Eine Überdosierung kann Übelkeit und Erbrechen

hervorrufen, und bei einigen Frauen kann es zu einer Entzugsblutung kommen. Es gibt kein

spezifisches Antidot, so dass eine allfällige Behandlung symptomatisch erfolgen muss.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03FA17

Wirkungsmechanismus

Angeliq enthält 17β-Estradiol, welches chemisch und biologisch identisch zum endogenen humanen

Estradiol ist, sowie das synthetische Gestagen Drospirenon (DRSP).

Estradiol

Estradiol besitzt die höchste Affinität zum Östrogen-Rezeptor und ist das aktivste unter den

natürlichen Östrogenen. Die Östrogen-Zielorgane sind im speziellen Uterus, Vagina, Brust,

Hypothalamus, Hypophyse und Knochen (Osteoklasten).

Der Verlust der Ovarialfunktion wird begleitet von einer Verringerung der Östrogen- und

Progesteronproduktion und führt zu den charakteristischen vasomotorisch-vegetativen und

organischen menopausalen Symptomen. Eine Hormonsubstitutionstherapie ist indiziert zur

Behandlung dieser Beschwerden.

Drospirenon

DRSP ist ein starkes Gestagen mit einem zentral inhibierenden Effekt auf die Hypothalamus-

Hypophysen-Gonaden-Achse. Es besitzt zusätzlich antimineralokortikoide und antiandrogene

Eigenschaften.

Die vollständige Transformation eines mit Östrogen vorbehandelten Endometriums erfolgt nach

einer Behandlung über 10 Tage mit 4 oder 6 mg Drospirenon pro Tag (= 40–60 mg pro Zyklus).

Sicherheitspharmakodynamik

Endometriumssicherheit: Eine Östrogen-Monotherapie übt einen dosisabhängigen stimulierenden

Effekt auf die Mitose und die Proliferation des Endometriums aus und erhöht damit die Häufigkeit

von endometrialen Hyperplasien und daher das Risiko eines Endometriumkarzinoms. Um das Risiko

einer endometrialen Hyperplasie zu vermindern, ist die Kombination mit einem Gestagen notwendig.

Antimineralokortikoide Aktivität/Antialdosterone Aktivität: Drospirenon (DRSP) hat kompetitive

aldosteronantagonistische Eigenschaften. Die blutdrucksenkende Wirkung ist mit höheren DRSP-

Dosen bei hypertensiven Frauen ausgeprägter. Bei 123 Patientinnen mit erhöhtem Blutdruck, die

während 8 Wochen mit Angeliq behandelt wurden, trat eine signifikante Senkung der

systolischen/diastolischen Blutdruckwerte ein (Messung mit Manschette vs. Ausgangswert: –12/–9

mm Hg vs. Placebo –3/–4 mm Hg; Resultate mit ambulanter 24 Stunden Blutdruckmessung: –5/–3

mm Hg vs. Placebo –3/–2 mm Hg). Der Effekt ist innerhalb von 2 Wochen nachweisbar und erreicht

innerhalb von 6 Wochen ein Maximum.

Aufgrund seiner antimineralokortikoiden Eigenschaften kann Drospirenon die Kaliumspiegel im

Serum beeinflussen. Ein Risiko für eine Hyperkaliämie besteht jedoch vermutlich nur bei

Patientinnen, deren Kaliumkonzentration sich vor Beginn der Behandlung im oberen

Referenzbereich befand und die zusätzlich kaliumsparende Wirkstoffe anwenden.

Bei Patientinnen mit leicht- oder mässiggradig eingeschränkter Nierenfunktion fand sich kein

Einfluss auf den Kaliumspiegel im Serum. Auch bei mässiggradiger Leberinsuffizienz (Child Pugh

B) wurden trotz der in diesen Fällen erhöhten Drospirenon-Exposition keine klinisch relevanten

Veränderungen der Kaliumkonzentration gegenüber gesunden Probandinnen beobachtet. Auch bei

Vorliegen eines Diabetes mellitus und gleichzeitiger Behandlung mit Spironolacton (zwei Faktoren,

die für eine Hyperkaliämie prädisponieren können) wurde keine Erhöhung der Serum-Kalium-

Konzentrationen oberhalb der oberen Grenze des Normbereiches beobachtet.

Lipidstoffwechsel: Nach einjähriger Behandlung mit Angeliq kam es im Mittel zu einer leichten

Abnahme des HDL-Cholesterols um 1,6%. Die Serumspiegel von LDL-Cholesterol waren im

Durchschnitt um 14% vermindert, im Vergleich zu einer Verminderung um 9% nach einem Jahr der

Behandlung mit einem Östrogen-Monopräparat mit 1 mg Estradiol.

Angeliq scheint den durch die Behandlung mit Estradiol alleine (1 mg) verursachten Anstieg der

Triglyzeridspiegel abzuschwächen. Nach der Behandlung mit 1 mg Estradiol während eines Jahres

waren die Triglyzeridspiegel der Patientinnen im Durchschnitt gegen 18% oberhalb der Basislinie,

im Vergleich zu einem mittleren Anstieg von 5% unter Angeliq.

Klinische Wirksamkeit

Die Behandlung mit Angeliq während zwei Jahren führte zu einer durchschnittlichen Zunahme der

Knochenmineraldichte von 3–5%, wohingegen nach Placebo-Behandlung eine mittlere Abnahme

von ca. 0,5% beobachtet wurde. Sowohl bei osteopenischen wie bei nicht-osteopenischen

Patientinnen wurde zwischen Aktivbehandlung und Placebo ein statistisch signifikanter Unterschied

in der Mineraldichte des Hüftknochens gefunden. Ein Anstieg der Knochenmineraldichte in der

Gruppe unter Aktivbehandlung wurde auch an der Lendenwirbelsäule und am Gesamtkörper

gefunden.

Daten zur Langzeitbehandlung mit einer Hormonsubstitutionstherapie zeigten bei nicht-

osteoporotischen postmenopausalen Frauen eine Reduktion des Risikos peripherer Frakturen.

Angeliq wird als kontinuierlich kombinierte Hormonsubstitutionstherapie verabreicht mit der

Absicht, die üblichen Abbruchblutungen zu umgehen, wie sie mit zyklischen oder sequentiell

kombinierten Hormonersatzpräparaten auftreten. Während der ersten Behandlungsmonate sind

Blutungen und Schmierblutungen ziemlich häufig, nehmen aber mit der Zeit ab. Mit Angeliq stieg

die Amenorrhö-Rate bereits im 6. Zyklus rasch auf 81%, im 12. Zyklus auf 86% und im 24. Zyklus

auf 91% an.

Das in Angeliq enthaltene Drospirenon wirkt der Entwicklung einer Östrogen-induzierten

endometrialen Hyperplasie effektiv entgegen. Nach 12 Monaten Behandlung mit Angeliq wurde bei

71–77% der Frauen ein atrophisches/inaktives Endometrium erreicht.

Pharmakokinetik

Drospirenon

Absorption

DRSP wird nach oraler Gabe rasch resorbiert; die absolute Bioverfügbarkeit beträgt 76–85%.

Maximale Serumspiegel werden etwa 1 Stunde nach Verabreichung erreicht und liegen nach einer

Einzeldosis bei 21,9 ng/ml, im Steady State bei 35,9 ng/ml. Die AUC liegt nach einer Einzeldosis bei

161 ng/ml und erhöht sich im Steady State auf 408 ng/ml.

Die Bioverfügbarkeit von DRSP wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst.

DRSP weist im Dosisbereich von 1–4 mg eine lineare Absorptionskinetik auf.

Das Steady State wird unter Angeliq nach etwa 10 Behandlungstagen erreicht. Im Vergleich zur

Einzeldosis waren die Serumspiegel im Steady-State aufgrund der langen Halbwertszeit um das 2–

3fache erhöht.

Distribution

DRSP wird an Serumalbumin und nicht an SHBG (Steroidhormon-bindendes Globulin) oder CBG

(Kortikoidbindendes Globulin) gebunden. Nur 3–5% der Gesamtkonzentration im Serum liegen als

freies Steroid vor. Das Verteilungsvolumen von DRSP beträgt 3,7 ± 4,2 l/kg.

Metabolismus

DRSP wird fast vollständig metabolisiert. Die Hauptmetaboliten im Plasma sind die Säureform von

DRSP, die durch die Öffnung des Lactonringes entsteht, und 4,5-Dihydro-drospirenon-3-sulfat,

welches durch Reduktion und anschliessende Sulfatierung gebildet wird. DRSP unterliegt auch einer

CYP3A4-katalisierten oxidativen Umwandlung.

Elimination

Nach oraler Gabe nehmen die Serumspiegel von DRSP biphasisch ab.

Die totale Clearancerate von DRSP aus dem Serum beträgt 1,2–1,5 ml/min/kg. DRSP wird nur in

Spuren unverändert ausgeschieden. Seine Metaboliten werden mit Fäces und Urin im Verhältnis 1,2

zu 1,4 ausgeschieden, die Eliminationshalbwertszeit beträgt 35–40 Stunden.

Estradiol

Absorption

Nach oraler Gabe wird Estradiol rasch und vollständig resorbiert. Während der Absorptionsphase

und der ersten Leberpassage unterliegt Estradiol einem extensiven Metabolismus, was die absolute

Bioverfügbarkeit des Östrogens nach oraler Gabe auf etwa 5% der Dosis reduziert. Maximale

Konzentrationen von ca. 22 pg/ml werden 6–8 Stunden nach einer oralen Einzeldosis von Angeliq

erreicht. Die gleichzeitige Einnahme von Nahrung hat im Vergleich zur Einnahme auf leeren Magen

keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Estradiol.

Bei täglicher oraler Gabe von Angeliq erreichen die Estradiolkonzentrationen nach etwa fünf Tagen

den Steady-State. Die Serumspiegel von Estradiol steigen um etwa das Zweifache an. Bei einem

Dosisintervall von 24 Stunden fluktuieren die durchschnittlichen Steady-State Serumspiegel von

Estradiol im Bereich von 20–43 pg/ml.

Distribution

Estradiol ist nicht-spezifisch an Serumalbumin und spezifisch an SHBG gebunden. Nur etwa 1–2%

des zirkulierenden Estradiols liegt als freies Steroid vor, 40–45% sind an SHBG gebunden. Oral

verabreichtes Estradiol induziert die Bildung von SHBG, was die Verteilung hinsichtlich der

Serumproteine beeinflusst, indem es zu einer Erhöhung der SHBG-gebundenen Fraktion und einer

Verminderung der Albumin-gebundenen Fraktion kommt. Dies weist auf eine nicht-lineare

Pharmakokinetik von Estradiol nach der Einnahme von Angeliq hin.

Das Verteilungsvolumen von Estradiol nach einer intravenösen Einzeldosis beträgt ca. 1 l/kg.

Metabolismus

Estradiol wird rasch metabolisiert; neben Estron und Estronsulfat wird eine grosse Zahl weiterer

Metaboliten und Konjugate gebildet. Estron und Estriol sind als pharmakologisch aktive Metaboliten

von Estradiol bekannt. Nur Estron erscheint in relevanten Konzentrationen im Plasma, es erreicht

etwa 6-mal höhere Serumspiegel als Estradiol, ist jedoch weniger aktiv. Die Serumspiegel von

Estronkonjugaten sind etwa 26-mal höher als die entsprechenden Konzentrationen von freiem

Estron.

Elimination

Die metabolische Clearance beträgt ca. 30 ml/min/kg. Die Metaboliten von Estradiol werden via

Urin und Galle ausgeschieden und unterliegen einem enterohepatischen Kreislauf. Die Halbwertszeit

beträgt etwa einen Tag.

Pharmakokinetik spezieller Patientengruppen

Leberfunktionsstörung

Die Pharmakokinetik einer oralen Einzeldosis von 3 mg DRSP in Kombination mit 1 mg Östradiol

wurde bei 10 Patientinnen mit mittelschwerer Leberinsuffizienz (Child Pugh B) im Vergleich zu 10

gesunden Probandinnen untersucht. Die scheinbare orale Clearance war bei den Patientinnen mit

Leberinsuffizienz gegenüber den Gesunden um ca. 50% reduziert, erkennbar an einem Anstieg der

Exposition (AUC) auf das Doppelte und einer Verlängerung der Eliminationshalbwertszeit um den

Faktor 1,8. Die Spitzenkonzentrationen (Cmax) waren hingegen zwischen den Gruppen vergleichbar.

Niereninsuffizienz

Bei Frauen mit leichter Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance [CLcr] 50–80 ml/min) waren die

Steady State-Serumspiegel von Drospirenon (3 mg pro Tag) jenen bei Frauen mit normaler

Nierenfunktion (CLcr >80 ml/min) vergleichbar. Bei Frauen mit mässiggradiger Niereninsuffizienz

(CLcr 30–50 ml/min) waren die Drospirenon-Serumspiegel (AUC0–24 h) im Durchschnitt 37%

höher als bei Frauen mit normaler Nierenfunktion.

Eine lineare Regressionsanalyse zeigte eine Zunahme der Drospirenon-AUC um 3.5% bei Abnahme

der Kreatininclearance um 10 ml/min. Diese geringe Zunahme ist vermutlich klinisch nicht relevant.

Präklinische Daten

Präklinische Daten zeigen, basierend auf konventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter

Gabe, Genotoxizität, Karzinogenität und Reproduktionstoxikologie, kein spezielles Risiko für den

Menschen. Jedoch muss daran gedacht werden, dass Sexualsteroidhormone das Wachstum

bestimmter horomonabhängiger Gewebe und Tumore fördern können.

In Toxizitätsstudien an Tieren mit wiederholter Applikation wurden keine Effekte beobachtet, die auf

ein unerwartetes Risiko bei Menschen hindeuten.

Karzinogenität

Langzeitstudien zur Toxizität nach mehrmaliger Dosisapplikation ergaben keinen Hinweis auf ein

tumorauslösendes Potential. Jedoch muss daran gedacht werden, dass Sexualsteroidhormone das

Wachstum bestimmter hormonabhängiger Gewebe und Tumore fördern können.

Embryotoxizität/Teratogenität

Studien zur Embryotoxizität und Teratogenität sowie die Auswertung von Effekten von Drospirenon

alleine oder der Kombination von DRSP und Ethinylestradiol auf die Fertilität von Elterntieren,

fetale Entwicklung, Laktation und Fortpflanzungsfähigkeit der Jungtiere ergaben keinen Hinweis auf

ein relevantes Risiko. Die antiandrogenen Eigenschaften von Drospirenon führen zu einem

feminisierenden Effekt bei männlichen Rattenfeten nach der Behandlung von trächtigen Tieren

während der sensiblen Phase der fetalen Geschlechtsdifferenzierung, wobei dieser Effekt jedoch nur

nach Drospirenon-Expositionen auftrat, die substantiell höher waren als jene, welche bei Angeliq-

Anwenderinnen beobachtet wurden.

Mutagenität

Obwohl in in-vitro und in-vivo Studien an Ratten zwischen Drospirenon und DNA von Leberzellen

Interaktionen gefunden wurden, die auf ein genotoxisches Potential hindeuten, konnte eine solche

Beobachtung an menschlichen Leberzellen in-vitro nicht gemacht werden. Im Weiteren ergaben

Mutagenitätstests keinen Hinweis auf ein mutagenes Potential des Wirkstoffes. Gemäss aktuellem

Wissensstand kann kein relevantes mutagenes Potential anhand dieser Informationen festgestellt

werden.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Die Anwendung von Sexualsteroiden kann die Resultate gewisser Labortests (einschliesslich

biochemische Parameter der Leber, der Thyroidea, adrenaler und renaler Funktionen, Plasmaspiegel

von (Carrier-) Proteinen, z.B. Sexualhormon-bindendes Globulin und Lipid/Lipoprotein Fraktionen,

und Parameter von Koagulation und Fibrinolyse) beeinflussen. Die Veränderungen bleiben im

Allgemeinen innerhalb des Referenzbereichs. Die Glukosetoleranz wird durch die Anwendung von

Angeliq nicht beeinflusst.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Angeliq nicht über 30 °C lagern.

Zulassungsnummer

56275 (Swissmedic).

Packungen

Angeliq Filmtabl 1× 28 (Kalenderpackung). (B)

Angeliq Filmtabl 3× 28 (Kalenderpackung). (B)

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, Zürich.

Stand der Information

März 2016.

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