Anexate 0,5 mg - Injektionslösung

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

22-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

12-11-2020

Wirkstoff:
FLUMAZENIL
Verfügbar ab:
Cheplapharm Arzneimittel GmbH
ATC-Code:
V03AB25
INN (Internationale Bezeichnung):
flumazenil
Einheiten im Paket:
5 x 5 ml, Laufzeit: 60 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Flumazenil
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-18341
Berechtigungsdatum:
1987-10-15

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PACKUNGSBEILAGE

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Anexate 0,5 mg - Injektionslösung

Flumazenil

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Anexate und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Anexate beachten?

Wie ist Anexate anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Anexate aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Anexate und wofür wird es angewendet?

Anexate enthält den Wirkstoff Flumazenil.

Anexate ist ein Gegenmittel (Antidot) zur vollständigen oder teilweisen Aufhebung der

beruhigenden/schlafauslösenden Wirkung auf das zentrale Nervensystem oder einer sogenannten

paradox erregenden Wirkung von Benzodiazepinen (einer bestimmten Gruppe von Arzneimitteln mit

beruhigenden, schlafauslösenden, muskelentspannenden und angstlösenden Eigenschaften), wenn dies

aus gesundheitlichen Gründen und zum Wohl des Patienten erforderlich ist. Anexate kann daher im

Bereich der Anästhesie oder der Intensivmedizin angewendet werden, um Sie nach bestimmten

Untersuchungen oder wenn Sie durch Benzodiazepine ruhig gestellt wurden oder in Narkose waren,

wieder aufzuwecken. Anexate kann darüber hinaus zur Diagnose und Behandlung von Vergiftungen

mit oder einer Überdosierung von Benzodiazepinen angewendet werden.

Anexate wird angewendet bei Erwachsenen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen im Alter von

mehr als 1 Jahr bis 18 Jahren.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Anexate beachten?

Anexate darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Flumazenil oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie Benzodiazepine erhalten, um eine möglicherweise lebensbedrohliche Situation zu

beherrschen (z.B. zur Regulation des Drucks im Gehirn oder zur Unterbrechung eines

schwerwiegenden Krampfanfalls),

bei gemischten Vergiftungen mit Benzodiazepinen und/oder bestimmten Arten anderer

Antidepressiva (so genannter zyklischer (trizyklischer oder tetrazyklischer) Antidepressiva wie

z.B. Imipramin, Clomipramin, Mirtazepin oder Mianserin). Die schädlichen Wirkungen dieser

Antidepressiva können durch schützende Wirkungen von Benzodiazepinen verdeckt werden.

Wenn bei Ihnen Anzeichen einer relevanten Überdosierung mit diesen Antidepressiva bestehen,

darf Anexate nicht eingesetzt werden, um die Benzodiazepin-Wirkung aufzuheben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Anexate bei Ihnen angewendet wird.

Wenn Sie ein Krampfleiden (

Epilepsie

) haben und über einen langen Zeitraum eine Behandlung mit

Benzodiazepinen erhalten haben, wird die Anwendung von Anexate nicht empfohlen, da Anexate in

diesem Fall

Krampfanfälle

auslösen kann.

Patienten, die Anexate zur

Aufhebung einer mit Benzodiazepinen

hervorgerufenen Beruhigung

erhalten haben, werden in Abhängigkeit von der Dosis und Wirkungsdauer des verwendeten

Benzodiazepins für eine angemessene Zeitspanne auf Anzeichen einer neuerlichen Dämpfung, einer

Beeinträchtigung der Atemfunktion oder anderer verbleibender Benzodiazepin-Wirkungen überwacht

(EKG, Puls, Bewusstseinszustand, Sauerstoffsättigung des Blutes, Herzschlag, Atmung, Blutdruck).

Wenn Sie unter einer eingeschränkten Leberfunktion leiden, wird Ihr Arzt Sie für einen längeren

Zeitraum überwachen.

Da die Wirkung von Anexate in der Regel weniger lange anhält als die von Benzodiazepinen, kann die

beruhigende/schlafauslösende Wirkung

möglicherweise

wiederkehren

. Sie werden auf einer

Intensivstation engmaschig überwacht werden, bis die Wirkung von Anexate abgeklungen ist.

Wenn Sie nach Verabreichung von Anexate

nicht aufwachen

, wird ein anderer Grund für Ihren

Zustand in Erwägung gezogen, da Anexate speziell die Wirkung von Benzodiazepinen aufhebt.

Wenn Ihnen Anexate am

Ende einer Operation

verabreicht wird, um Sie aufzuwecken, sollte es erst

gegeben werden, wenn die Wirkung von muskelentspannenden Mitteln vollständig abgeklungen ist

und keine atemhemmende Wirkung von schmerzstillenden Arzneimitteln (Opiaten) mehr vorliegt.

Bei Patienten

mit erhöhtem Risiko

sollten die Vorteile einer Dämpfung mit Benzodiazepinen

gegenüber dem Risiko eines raschen Aufwachens abgewogen werden. Bei einigen Patienten (z.B. mit

Herzproblemen) kann die Aufrechterhaltung einer gewissen Dämpfung in einer frühen Phase nach der

Operation einem vollständigen Aufwachen vorzuziehen sein.

Wenn Sie eine

schwere Verletzung des Gehirns

erlitten haben (und/oder an einem instabilen Druck

im Gehirn leiden), wird die Behandlung mit Vorsicht erfolgen, da die Aufhebung der Benzodiazepin-

Wirkung durch Anexate zu einem starken

Druckanstieg

im Gehirn, zu einer Änderung der

Hirndurchblutung oder zu Krämpfen führen kann.

Wenn Sie eine langfristige (chronische) Behandlung mit Benzodiazepinen und/oder hohe

Benzodiazepindosen (bis einige Wochen vor der Gabe von Anexate) erhalten haben, sollte eine

schnelle Injektion

hoher Dosen von Anexate (mehr als 1 mg) vermieden werden, da dadurch

Entzugserscheinungen

hervorgerufen werden können. Dazu gehören Herzklopfen, Erregung, Angst,

emotionale Instabilität, leichte Verwirrung und Störungen der Wahrnehmung.

Wenn Sie über einen

langen Zeitraum mit hohen Dosen

von Benzodiazepinen behandelt wurden,

sollten die Vorteile der Anwendung von Anexate gegen das Risiko für das Auftreten von

Entzugserscheinungen

abgewogen werden.

Wenn Sie

Angst

vor der Operation haben oder Angststörungen in der Vergangenheit hatten, wird der

Arzt die Dosis von Anexate vorsichtig anpassen.

Es können Schmerzen nach einer Operation auftreten, daher kann die Aufrechterhaltung einer

gewissen Dämpfung einem vollständigen Aufwachen vorzuziehen sein.

Anexate wird nicht für die Behandlung einer

Benzodiazepin-Abhängigkeit

oder von

Benzodiazepin-

Entzugserscheinungen

empfohlen.

Wenn es bei Ihnen in der Vergangenheit zu

Panikanfällen

gekommen ist, kann Anexate neue Anfälle

verursachen.

Anexate sollte nicht angewendet werden, wenn Sie von Alkohol, Arzneimitteln und/oder sonstigen

Drogen abhängig sind, da in diesem Fall bei Ihnen das Risiko für eine Benzodiazepin-Toleranz oder

Benzodiazepin-Abhängigkeit erhöht ist.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann die Ausscheidung von Anexate verzögert und

die Wirkung von Benzodiazepinen verlängert sein.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche, die zuvor zur Beruhigung

Midazolam

(ein bestimmtes Benzodiazepin)

erhalten haben, sollten nach der Verabreichung von Anexate über mindestens 2 Stunden engmaschig

auf einer Intensivstation überwacht werden, da es

wiederholt zu einer Beruhigung/zum Einschlafen

und/oder zu

Atemproblemen

kommen kann. Im Falle einer Beruhigung mit anderen Benzodiazepinen

muss die Überwachungsdauer an die erwartete Dauer der Benzodiazepin-Wirkung angepasst werden.

Anexate sollte wegen geringer Erfahrung bei folgenden Anwendungen nur mit Vorsicht eingesetzt

werden:

Aufhebung einer Sedierung bei Kindern unter einem Jahr,

Behandlung einer Überdosierung bei Kindern,

Wiederbelebung von Neugeborenen,

Aufhebung der dämpfenden Wirkungen von zur Narkoseeinleitung eingesetzten Benzodiazepinen

bei Kindern.

Solange keine ausreichenden Daten vorliegen, ist Anexate bei Kindern im Alter von einem Jahr oder

jünger nicht anzuwenden, es sei denn, die Risiken für den Patienten (vor allem im Falle einer

versehentlichen Überdosierung) wurden sorgfältig gegenüber den Vorteilen der Behandlung

abgewogen.

Kinder und Jugendliche sollten Anexate nur nach einer

absichtlich herbeigeführten Beruhigung

(mit Benzodiazepinen) erhalten. Es liegen unzureichende Daten für etwaige andere

Anwendungsgebiete vor. Dies gilt auch für Kinder unter 1 Jahr.

Anwendung von Anexate zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Die Wirkung von Beruhigungs- oder Schlafmitteln mit ähnlicher Wirkweise wie die der

Benzodiazepine (Zopiclon, Triazolopyridazine) kann durch Anexate ebenfalls aufgehoben werden.

Bei Anwendung von Anexate im Fall einer versehentlichen Überdosierung muss berücksichtigt

werden, dass die schädlichen Wirkungen, wie Krampfanfälle und Herzrhythmusstörungen, anderer auf

die Psyche wirkender Arzneimittel (insbesondere von trizyklischen Antidepressiva wie Imipramin),

die gleichzeitig eingenommen wurden, zunehmen können, wenn die Wirkung der Benzodiazepine

abklingt.

Eine Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln mit dämpfender Wirkung auf das

Zentralnervensystem wurde nicht beobachtet.

Anwendung von Anexate zusammen mit Alkohol

Es ist keine direkte Wechselwirkung zwischen Anexate und Alkohol bekannt. Dennoch sollte Anexate

nicht angewendet werden, wenn Sie von Alkohol abhängig sind, da in diesem Fall bei Ihnen das

Risiko für eine Benzodiazepin-Toleranz oder Benzodiazepin-Abhängigkeit erhöht ist.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft:

Aufgrund unzureichender Erfahrungen während der Schwangerschaft sollte Anexate nur angewendet

werden, wenn der

Vorteil

für Sie größer ist als das mögliche

Risiko

für das ungeborene Kind.

Stillzeit:

Es ist nicht bekannt, ob Anexate in die Muttermilch ausgeschieden wird. Aus diesem Grund wird

empfohlen, nach Verabreichung von Anexate über

mindestens 24 Stunden nicht zu stillen

Notfallanwendung:

Eine

Notfallanwendung

von Anexate während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht

kontraindiziert

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung:

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und

Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Wenn Sie Anexate zur Aufhebung der beruhigenden/schlafauslösenden Wirkung von

Benzodiazepinen erhalten haben, dürfen Sie über

mindestens 24 Stunden

kein Fahrzeug lenken,

keine

Maschinen

bedienen und keine körperlich oder geistig

anspruchsvolle Tätigkeit

durchführen,

da die beruhigende/schlafauslösende Wirkung möglicherweise erneut auftreten kann.

Anexate enthält Natrium.

Dieses Arzneimittel enthält 0,16 mmol (ca. 3,67 mg) Natrium pro

Milliliter und somit weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro üblicher Dosis (0,3 bis 0,6 mg

Flumazenil), d.h. es ist nahezu „natriumfrei". Dosen über 0,6 mg enthalten mehr als 1 mmol (23 mg)

Natrium. Eine Dosis von 1 mg Flumazenil entspricht ca. 1,9% der von der WHO für einen

Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

3.

Wie ist Anexate anzuwenden?

Zur intravenösen Anwendung.

Anexate wird als intravenöse

Injektion

oder verdünnt als intravenöse

Infusion

(über einen längeren

Zeitraum) direkt in Ihre Vene verabreicht. Anexate wird Ihnen durch den Narkosearzt (Anästhesisten)

oder einen in diesem Bereich erfahrenen Arzt verabreicht.

Hinweis zur Handhabung des Arzneimittels:

Anexate soll nur von einem Anästhesisten oder einem Arzt mit Erfahrung in der Anästhesie intravenös

verabreicht werden.

Dieses Arzneimittel ist für die einmalige Anwendung bestimmt. Nicht verwendete Lösung ist zu

verwerfen. Die Lösung muss vor der Anwendung von Ihrem Arzt bzw. dem medizinischen

Fachpersonal visuell geprüft werden. Die Lösung kann verdünnt oder unverdünnt verabreicht werden.

Die Lösung darf nur verwendet werden, wenn sie klar, farblos und praktisch frei von Partikeln ist.

Anexate kann gleichzeitig mit anderen Wiederbelebungsmaßnahmen angewendet werden.

Wenn Flumazenil als Infusion gegeben werden soll, muss es zuvor verdünnt werden.

Infusion

kann der Inhalt der Ampulle ausschließlich in physiologischer Kochsalzlösung 0,9 % (9

mg pro ml), Glukose 5 % in Wasser (50 mg pro ml) oder 0,45 % Natriumchlorid-Lösung (4,5 mg pro

ml) mit 2,5 % Glukose (25 mg pro ml) verdünnt werden. Die Kompatibilität von Flumazenil mit

anderen Injektionslösungen ist nicht untersucht.

Längstens 24 Stunden nach dem Aufziehen in eine Spritze oder dem Mischen mit einer der oben

angeführten Lösungen sollte Anexate verworfen werden. Die Dosierung sollte gemäß der

beabsichtigten Wirkung titriert werden.

Da die Wirkungsdauer einiger Benzodiazepine die Wirkungsdauer von Flumazenil überschreiten kann,

kann eine wiederholte Verabreichung von Anexate erforderlich sein, falls es während der

Aufwachphase zu einer Resedierung des Patienten kommt.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Erwachsene:

Anästhesie:

Die Anfangsdosis beträgt 0,2 mg Anexate und wird intravenös über einen Zeitraum von 15 Sekunden

verabreicht. Eine weitere Dosis zu 0,1 mg kann verabreicht und in Abständen von 60 Sekunden bis zu

einer Höchstdosis von 1,0 mg wiederholt werden, wenn der gewünschte Bewusstseinsgrad nicht

innerhalb von 60 Sekunden erreicht wird. Üblicherweise liegt die erforderliche Dosis zwischen 0,3

und 0,6 mg, kann aber abhängig vom Zustand des Patienten und vom angewendeten Benzodiazepin

davon abweichen.

Intensivmedizin:

Die Anfangsdosis beträgt 0,3 mg und wird intravenös über einen Zeitraum von 15 Sekunden

verabreicht. Eine weitere Dosis zu 0,1 mg kann verabreicht und in Abständen von 60 Sekunden bis zu

einer Höchstdosis von 2,0 mg wiederholt werden (in begründeten Ausnahmefällen und wenn kein

Verdacht auf die Beteiligung anderer auf die Psyche wirkender Medikamente besteht, bis zu einer

Gesamtdosis von maximal 5 mg), wenn der gewünschte Bewusstseinsgrad nicht innerhalb von 60

Sekunden erreicht wird. Bei Wiederauftreten von Benommenheit kann Anexate erneut als

Kurzinjektion verabreicht werden. Eine intravenöse Infusion mit 0,1 bis 0,4 mg pro Stunde kann

ebenso nützlich sein. Dosis sowie Infusionsgeschwindigkeit werden individuell angepasst, um den

gewünschten Bewusstseinsgrad zu erzielen. Die Infusion kann zusätzlich zu der injizierten

Höchstdosis von 2 mg verabreicht werden. Alle sechs Stunden wird die Infusion unterbrochen, um den

Patienten auf eine eventuelle erneute Benommenheit zu überprüfen.

Bessern sich Bewusstseinszustand und Atemfunktion nach wiederholter Verabreichung von Anexate

nicht, muss angenommen werden, dass andere Ursachen als eine Benzodiazepin-Vergiftung vorliegen.

Bei Patienten auf Intensivstationen, die mit hohen Benzodiazepin-Dosen und/oder über lange Zeit mit

Benzodiazepinen behandelt wurden, sollten schrittweise und langsam verabreichte Dosen von Anexate

keine Entzugserscheinungen auslösen. Im Falle des Auftretens unerwarteter Symptome können

geringe Dosen von Benzodiazepinen (Diazepam oder Midazolam) langsam intravenös in einer nach

dem Ansprechen des Patienten schrittweisen Dosis verabreicht werden.

Spezielle Dosierungsvorschriften

Ältere Patienten ( über 65 Jahren)

Es liegen keine Daten zur Anwendung von Anexate bei älteren Patienten vor. Da ältere Patienten in

der Regel empfindlicher auf die Wirkungen von Arzneimitteln reagieren, wird der Arzt diese

Patientengruppe mit besonderer Vorsicht behandeln.

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann die Ausscheidung von Anexate verzögert sein,

so dass eine

vorsichtige Aufdosierung

empfohlen wird.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist

keine Dosisanpassung

erforderlich.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Kinder und Jugendliche (zwischen 1 und 18 Jahren)

Zur Aufhebung einer absichtlich herbeigeführten Beruhigung mit Benzodiazepinen erfolgt eine

Injektion von 0,01 mg pro kg Körpergewicht (bis zu einer Höchstdosis von 0,2 mg) langsam

intravenös über einen Zeitraum von 15 Sekunden. Wenn nach 45 Sekunden der erforderliche

Bewusstseinsgrad nicht erreicht wird, kann eine weitere Injektion von 0,01 mg pro kg Körpergewicht

(bis zu einer Höchstdosis von 0,2 mg) verabreicht werden. Wenn erforderlich, können in Abständen

von 60 Sekunden (bis zu maximal 4-mal) Injektionen bis zu einer Höchstdosis von 0,05 mg pro kg

Körpergewicht oder 1 mg (je nachdem, welche Dosis niedriger ist) erfolgen.

Die Dosis muss der individuellen Reaktion der Patienten angepasst werden. Es liegen keine Daten zur

Sicherheit und Wirksamkeit einer wiederholten Gabe von Anexate bei erneuter Sedierung bei Kindern

vor.

Kinder unter 1 Jahr

Es liegen unzureichende Daten zur Anwendung von Anexate bei Kindern unter 1 Jahr vor. Aus diesem

Grund sollte Anexate bei Kindern unter 1 Jahr nur angewendet werden, wenn der mögliche

Nutzen

für das Kind größer ist als das mögliche

Risiko

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Weitere Informationen für Ihren Arzt und anderes medizinisches Fachpersonal enthält der

entsprechende Abschnitt am Ende der Packungsbeilage.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Üblicherweise klingen die Nebenwirkungen ohne die Notwendigkeit einer Behandlung rasch wieder

Eine

sehr häufige

Nebenwirkung unter der Behandlung mit Anexate (die bei mehr als 10 von 100

Patienten auftritt) ist Übelkeit (bei der Verwendung zur Aufhebung einer Narkose, vor allem bei

zusätzlicher Verwendung von bestimmten schmerzstillenden Arzneimitteln (Opiate)).

Nebenwirkungen, die

häufig

auftreten, d.h. bei mehr als 1 von 100 Patienten:

Allergische Reaktionen

Furcht (nach schneller Injektion, erfordert keine Behandlung), Schlaflosigkeit - d.h. Probleme mit

dem Einschlafen und Durchschlafen, Schläfrigkeit

Benommenheit/Schwindel, Kopfschmerzen, nicht zu beeinflussendes Zittern oder Beben (Tremor),

Mundtrockenheit, ungewöhnlich schnelle und tiefe Atmung (Hyperventilation), Sprachstörungen,

subjektive Missempfindungen auf der Haut (z.B. Kälte, Wärme, Kribbeln, Druck usw.) bei Fehlen

eines entsprechenden Reizes (Parästhesie)

Doppeltsehen, Schielen (Strabismus), vermehrte Bildung von Tränenflüssigkeit

Herzklopfen (nach schneller Injektion, erfordert keine Behandlung)

Rötung der Haut, niedriger Blutdruck, niedriger Blutdruck beim Wechsel vom Liegen zum Stehen

Erbrechen (bei der Verwendung bei Narkose, vor allem bei zusätzlicher Verwendung von Opiaten),

Schluckauf

Schwitzen

Müdigkeit, Schmerzen an der Injektionsstelle

Nebenwirkungen, die

gelegentlich

auftreten, d.h. bei mehr als 1 von 1000 Patienten:

Hörstörung

Langsame oder beschleunigte Herzfrequenz, verfrühte Herzschläge (Extrasystolen)

Atemprobleme, Husten, verstopfte Nase, Brustschmerz

Blässe

Nebenwirkungen mit

unbekannter Häufigkeit

Psychische Veränderungen, Euphorie, Ruhelosigkeit, abnormales Weinen, aggressive Reaktionen

Entzugserscheinungen: Erregung (nach schneller Injektion, erfordert keine Behandlung),

Angstgefühl (nach schneller Injektion, erfordert keine Behandlung), ausgeprägte emotionale

Instabilität, Verwirrung und Wahrnehmungsstörungen

Krämpfe, Krampfanfälle (insbesondere bei Patienten, die an einer Epilepsie oder an einer schweren

Beeinträchtigung der Leberfunktion leiden, hauptsächlich nach langfristiger Behandlung mit

Benzodiazepinen oder Missbrauch mehrerer Arzneimittel), unwillkürliche Bewegungen

Vorübergehender Blutdruckanstieg (nach dem Aufwachen)

Gesichtsrötung

Verstärktes Schmerzgefühl, Gewichtszunahme, Kältegefühl, Schüttelfrost (nach schneller

Injektion, erfordert keine Behandlung)

Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen, häufig einhergehend mit

Blutdruckabfall, Schwindel, Übelkeit und evtl. Atemnot)

Wenn Sie über einen langen Zeitraum mit Benzodiazepinen behandelt wurden, kann Anexate

Entzugserscheinungen

hervorrufen. Dazu gehören: Anspannung, Erregung, Angst, Verwirrtheit,

Sinnestäuschungen, nicht steuerbares Zittern oder Beben (Tremor) und Krampfanfälle.

Wenn Sie eine langfristige (chronische) Behandlung mit Benzodiazepinen und/oder hohe Dosen von

Benzodiazepinen erhalten haben, sollte eine

schnelle Injektion

hoher Dosen von Anexate (mehr als 1

mg) vermieden werden, da dadurch

Entzugserscheinungen

hervorgerufen werden können. Dazu

gehören Herzklopfen, Erregung, Angst, emotionale Instabilität, leichte Verwirrung und Störungen der

Wahrnehmung.

Bei Patienten, die in der Vergangenheit an einer Panikerkrankung gelitten haben, kann Anexate

Panikattacken auslösen.

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Die Nebenwirkungen bei Kindern unterscheiden sich im Allgemeinen nicht sehr von denen bei

Erwachsenen. Wenn Anexate eingesetzt wird, um ein Kind aus einer/einem durch Arzneimittel

erzielten Beruhigung/Schlaf zu erwecken, wurde über ungewöhnliches Weinen, Erregung und

aggressive Reaktionen berichtet.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das aufgeführte nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website:

http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Anexate aufzubewahren?

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton bzw. Etikett nach „Verwendbar bis“ bzw.

„Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Längstens 24 Stunden nach dem Aufziehen in eine Spritze oder dem Mischen mit einer der unter

Abschnitt 3. angeführten Lösungen sollte Anexate verworfen werden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Anexate enthält

Der Wirkstoff ist: 0,5 mg Flumazenil (eine Ampulle zu 5 ml enthält 0,5 mg Flumazenil).

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumedetat, konzentrierte Essigsäure (99 %), Natriumchlorid,

1 N Natriumhydroxidlösung und Wasser für Injektionszwecke.

Wie Anexate aussieht und Inhalt der Packung

Anexate ist eine Injektionslösung. Es ist eine klare, farblose bis fast farblose Lösung, praktisch frei von

sichtbaren Partikeln, in Weißglasampullen.

Der pH-Wert der Lösung beträgt 3,0 - bis5,0.

Die Osmolalität der Anexate-Ampullen beträgt 299 bis 301 mOsmol pro kg.

Sie erhalten Anexate in Packungen mit 5 Ampullen zu je 5 ml Injektionslösung.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH

Ziegelhof 24

17489 Greifswald

Deutschland

Hersteller

CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH

Ziegelhof 23-24

17489 Greifswald

Deutschland

Zulassungsnummer

Zul. Nr. 1-18341

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2020.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Hinweis für den Arzt bei Überdosierung:

Im Falle einer Mischintoxikation, besonders mit zyklischen Antidepressiva, können die toxischen

Effekte (z.B. Krampfanfälle und kardiale Arrhythmien) durch das Abklingen der Wirkung des

Benzodiazepins in Erscheinung treten.

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen hinsichtlich akuter Überdosierungen mit Flumazenil vor.

Es existiert kein spezielles Antidot für Flumazenil.

Die Behandlung einer Überdosierung sollte aus allgemeinen unterstützenden Maßnahmen bestehen;

dies inkludiert Überwachung der Vitalfunktionen und Beobachtung des klinischen Status des

Patienten.

Auch bei Gaben von höheren als den empfohlenen Dosen (bis 100 mg i.v.) wurden keine Symptome

einer Überdosierung beobachtet.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Anexate 0,5 mg - Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Ampulle zu 5 ml enthält 0,5 mg Flumazenil.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 46,5 mg pro 5 ml Natriumchlorid; 0,5 mg pro 5 ml

Natriumedetat; 1 N Natriumhydroxydlösung zur pH-Einstellung.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung.

Klare, farblose bis fast farblose Lösung, praktisch frei von sichtbaren Partikeln.

Der pH-Wert der Lösung beträgt 3,0 bis 5,0.

Die Osmolalität der Anexate - Ampullen beträgt 299 bis 301 mOsmol pro kg.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1.

Anwendungsgebiete

Zur vollständigen oder teilweisen Umkehrung der zentral dämpfenden oder einer sogenannten paradox

erregenden Wirkung von Benzodiazepinen, wenn dies aus gesundheitlichen Gründen und zum Wohl

des Patienten erforderlich ist. Es wird daher in der Anästhesie und Intensivmedizin bei folgenden

Indikationen verwendet:

Anästhesie

Aufhebung einer durch Benzodiazepine herbeigeführten Sedierung, die im Rahmen kurzer

diagnostischer und/oder therapeutischer Maßnahmen bei ambulanten oder stationären Patienten

vorgenommen wurde.

Beendigung der hypnosedativen Wirkung bei durch Benzodiazepine eingeleiteter und/oder

aufrechterhaltener Vollnarkose bei stationären Patienten.

Intensivmedizin

Diagnose und Behandlung von Intoxikationen oder Überdosierungen nur mit oder hauptsächlich

mit Benzodiazepinen.

Als spezifische Therapie für die Umkehrung zentraler Effekte von Benzodiazepinen im Rahmen

einer Langzeitsedierung oder Arzneimittelüberdosierung (um Spontanatmung und Bewusstsein

wieder herbeizuführen, damit keine Intubation vorgenommen werden muss bzw. der Patient

extubiert werden kann).

Anexate 0,5 mg - Injektionslösung wird angewendet bei Erwachsenen, Kleinkindern, Kindern

und Jugendlichen im Alter von über 1 Jahr bis 18 Jahren.

4.2.

Dosierung und Art der Anwendung

Anexate soll nur von einem Anästhesisten oder einem Arzt mit Erfahrung in der Anästhesie intravenös

verabreicht werden.

Dosierung

Erwachsene:

Anästhesie

Die empfohlene Initialdosis beträgt 0,2 mg Flumazenil i.v. und soll innerhalb von 15 Sekunden

verabreicht werden. Falls sich innerhalb von 60 Sekunden nach der ersten i.v.-Verabreichung der

gewünschte Bewusstseinsgrad nicht einstellt, kann eine zweite Dosis zu 0,1 mg Flumazenil injiziert

werden. Dieses Vorgehen lässt sich bei Bedarf in Abständen von 60 Sekunden bis zu einer

Gesamtdosis von 1 mg Flumazenil wiederholen. Die übliche Dosis liegt im Bereich von 0,3 bis 0,6

mg Flumazenil, kann aber im Einzelfall - abhängig von den individuellen Gegebenheiten des

Patienten sowie von der Dosis und der Wirkungsdauer des verabreichten Benzodiazepins - davon

abweichen.

Intensivmedizin

Als Initialdosis werden 0,3 mg Flumazenil i.v. empfohlen, verabreicht innerhalb von 15 Sekunden.

Falls sich innerhalb von 60 Sekunden nach der ersten i.v.-Verabreichung der gewünschte

Bewusstseinsgrad nicht einstellt, kann eine zweite Dosis zu 0,1 mg Flumazenil wiederholt injiziert

werden. Dieses Vorgehen lässt sich bei Bedarf in Abständen von 60 Sekunden bis zu einer

Gesamtdosis von 2 mg Flumazenil (in begründeten Ausnahmefällen und wenn keinerlei Verdacht

auf Beteiligung zyklischer Antidepressiva oder Antikonvulsiva besteht bis zu einer Gesamtdosis

von maximal 5 mg, siehe Abschnitt 4.3), bzw. bis der Patient wach ist, wiederholen. Falls sich

erneut Sedierung einstellt, kann eine zweite Bolusinjektion Flumazenil verabreicht werden.

Eine i.v.-Infusion von 0,1 bis 0,4 mg pro Stunde kann ebenso nützlich sein. Dosis sowie

Infusionsgeschwindigkeit sollen individuell dem gewünschten Bewusstseinsgrad angepasst

werden. Die Infusion kann zusätzlich zu der injizierten Höchstdosis von 2 mg verabreicht werden.

Alle sechs Stunden ist die Infusion zu unterbrechen, um den Patienten auf eine eventuelle erneute

Sedierung zu überprüfen.

Bessern sich Bewusstseinszustand und Atemfunktion nach wiederholter Verabreichung von

Flumazenil nicht, muss angenommen werden, dass andere ätiologische Faktoren bzw.

Intoxikationen als eine Benzodiazepin-Intoxikation vorliegen.

Um bei Patienten auf Intensivstationen, die mit hohen Benzodiazepin-Dosen und/oder über lange

Zeit mit Benzodiazepinen behandelt wurden, Entzugserscheinungen zu vermeiden, sollte die

Flumazenil-Dosis individuell titriert und die Injektion langsam verabreicht werden. Im Falle des

Auftretens unerwarteter Entzugssymptome können Diazepam oder Midazolam langsam intravenös

in einer nach dem Ansprechen des Patienten titrierten Dosis verabreicht werden (siehe Abschnitt

4.4).

Spezielle Dosierungsvorschriften

Kinder und Jugendliche (über 1 Jahr bis 18 Jahren)

Für die Aufhebung einer Benzodiazepin-induzierten Sedierung ist die empfohlene Initialdosis 0,01 mg

pro kg (bis zu 0,2 mg), langsam intravenös verabreicht über 15 Sekunden. Wenn der gewünschte

Bewusstseinsgrad nach weiteren 45 Sekunden nicht erreicht ist, kann eine weitere Dosis von 0,01 mg

pro kg (bis 0,2 mg) verabreicht und bei Bedarf in Abständen von 60 Sekunden bis zu maximal 4-mal

wiederholt werden, bis eine maximale Gesamtdosis von 0,05 mg pro kg bzw. von 1 mg erreicht ist;

Endpunkt ist das Erreichen der niedrigeren der beiden Dosen. Die Dosis muss der individuellen

Reaktion der Patienten angepasst werden. Es liegen keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit einer

wiederholten Gabe von Flumazenil bei erneuter Sedierung bei Kindern vor.

Kinder unter 1 Jahr

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Flumazenil bei Kindern unter 1 Jahr vor.

Aus diesem Grund ist Flumazenil bei Kindern unter 1 Jahr nur nach strenger Nutzen-Risiko-

Abwägung anzuwenden.

Ältere Patienten (über 65 Jahren)

Da keine Daten zur Anwendung von Flumazenil bei älteren Patienten vorliegen, muss an dieser Stelle

darauf hingewiesen werden, dass ältere Patienten in der Regel empfindlicher auf die Wirkungen von

Arzneimitteln reagieren und mit der entsprechenden Vorsicht behandelt werden sollten.

Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz

Da Flumazenil hauptsächlich in der Leber metabolisiert wird, kann sich bei Patienten mit

eingeschränkter Leberfunktion die Eliminationshalbwertszeit von Flumazenil verlängern (siehe

Abschnitt 4.4 und 5.2); hier wird eine sorgfältige Titration der Dosis empfohlen. Bei Patienten mit

Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Art der Anwendung

Zur intravenösen Anwendung (Injektion oder Infusion).

Das Arzneimittel ist zur einmaligen Anwendung bestimmt. Anexate kann verdünnt oder unverdünnt

verabreicht werden (siehe Abschnitt 6.6). Es ist visuell zu überprüfen und nur zu verwenden, wenn es

klar und praktisch frei von Partikeln ist.

Die Dosierung sollte gemäß der beabsichtigten Wirkung titriert werden. Das Präparat kann auch in

Verbindung mit anderen Wiederbelebungsmaßnahmen eingesetzt werden.

Da die Wirkungsdauer einiger Benzodiazepine die Wirkungsdauer von Flumazenil überschreiten kann,

kann eine wiederholte Verabreichung von Anexate erforderlich sein, falls es während der

Aufwachphase zu einer Resedierung des Patienten kommt.

4.3.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Flumazenil ist bei all jenen Patienten kontraindiziert, die zur Beherrschung eines potentiell

lebensbedrohlichen Zustandes mit einem Benzodiazepin behandelt werden (z.B. Kontrolle des

Hirndrucks, Kontrolle eines Status epilepticus).

Flumazenil ist kontraindiziert bei Patienten mit Anzeichen einer schweren Intoxikation durch

zyklische Antidepressiva (Zuckungen, fokale Krampfanfälle, QRS-Verlängerung, Arrhythmien,

Mydriasis, anticholinerge Symptome).

Bei Mischintoxikationen mit Benzodiazepinen und zyklischen Antidepressiva kann die

Toxizität der Antidepressiva durch die schützende Benzodiazepin-Wirkung maskiert werden.

Bei vegetativen (anticholinergen), motorischen oder kardialen Anzeichen einer schweren

Vergiftung mit Trizyklika/Tetrazyklika ist daher die Benzodiazepin-Wirkung nicht mit

Flumazenil aufzuheben.

4.4.

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Überwachung

Patienten, die Flumazenil zur Aufhebung einer Benzodiazepin-induzierten Sedierung erhalten, sollen

in Abhängigkeit von der Dosis und Wirkungsdauer des verwendeten Benzodiazepins für eine

angemessene Zeitspanne auf Symptome einer Resedierung, Atemdepression oder auf andere residuale

Benzodiazepin-Effekte überwacht werden (EKG, Puls, Oxymetrie, Bewusstseinszustand sowie andere

Vitalzeichen wie Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck). Bei Patienten mit Leberinsuffizienz wird

empfohlen, den Überwachungszeitraum zu verlängern, da die Benzodiazepin-Wirkung, wie zuvor

beschrieben, verlängert sein kann.

Da Flumazenil in der Regel eine kürzere Wirkungsdauer besitzt als Benzodiazepine und eine erneute

Sedierung möglich ist, ist der Patient weiter engmaschig zu überwachen, wenn möglich auf der

Intensivstation, bis die Wirkung von Flumazenil vermutlich abgeklungen ist.

Falls der Patient nicht aufwacht

Der antagonistische Effekt von Flumazenil richtet sich spezifisch auf die Wirkung von

Benzodiazepinen. Falls der Patient nicht aufwacht, ist eine andere Ursache in Betracht zu ziehen.

Anästhesie

Bei Verwendung in der Anästhesie am Schluss einer Operation soll Flumazenil erst injiziert werden,

nachdem sichergestellt wurde, dass die Wirkung peripherer Muskelrelaxantien vollständig

abgeklungen ist und keine atemdepressorischen Effekte von Opiaten (Antagonisierung mit Naloxon)

mehr vorliegen.

Besondere Patientengruppen/Hochrisiko-Patienten

Bei Patienten mit erhöhtem Risiko sollten die Vorteile einer Sedierung mit Benzodiazepinen

gegenüber dem Risiko eines raschen Aufwachens abgewogen werden. Bei einigen Patienten (z.B. mit

Herzproblemen) kann die Aufrechterhaltung einer gewissen Sedierung während der frühen post-

operativen Phase einem vollständigen Aufwachen vorzuziehen sein.

Epileptiker

Die Anwendung des Antagonisten bei Epileptikern, die über einen längeren Zeitraum mit

Benzodiazepinen behandelt wurden, ist nicht empfohlen. Trotz einer gewissen intrinsischen

antiepileptischen Wirkung von Flumazenil kann die plötzliche antagonisierende Wirkung bei

Epileptikern Krampfanfälle auslösen.

Schädel-Hirn-Trauma

Bei Patienten mit schweren Schädel-Hirn-Traumen (und/oder instabilem intrakraniellen Druck) soll

Flumazenil mit Vorsicht angewendet werden, da die Aufhebung der Benzodiazepin-Wirkung durch

Flumazenil zu überschießendem Hirndruckanstieg, Änderung der Hirndurchblutung oder Krämpfen

führen kann.

Entzugserscheinungen

Die rasche Injektion von Flumazenil in hohen Dosen (über 1 mg) sollte bei Patienten, die mit hohen

Benzodiazepin-Dosen und/oder über lange Zeit mit Benzodiazepinen (bis einige Wochen vor der

Flumazenil-Gabe) behandelt wurden, vermieden werden. Die rasche Injektion kann in diesen Fällen

Entzugserscheinungen auslösen. Dazu gehören Palpitationen, Agitiertheit, Angst, emotionale Labilität

sowie leichte Verwirrung und Wahrnehmungsstörungen.

Bei Patienten, die über einen längeren Zeitraum mit Benzodiazepinen in hohen Dosen behandelt

wurden, müssen die Vorteile einer Gabe von Flumazenil gegenüber den Risiken der Entzugssymptome

abgewogen werden. Falls trotz einer vorsichtigen Dosierung Entzugssymptome auftreten, können

geringe Dosen von Benzodiazepinen (z.B. 5 mg Diazepam oder 5 mg Midazolam) in individuell

angepasster Dosis langsam intravenös injiziert werden.

Bei Patienten mit körperlicher Abhängigkeit, chronischem Benzodiazepin-Übergebrauch oder bei

Patienten mit unklarer Mischintoxikation ist besondere Vorsicht notwendig und es sollten die

empfohlenen einminütigen Dosierungsintervalle verlängert werden, da eine Einzeldosis bis zu 10

Minuten für einen vollständigen Wirkungseintritt benötigt. Hierdurch wird die geringste noch

wirksame Dosis appliziert und damit das mögliche Auftreten von körperlichen Entzugssymptomen

bzw. Krampfanfällen in vielen Fällen vermieden. Besonders im Falle einer Mischintoxikation von

Benzodiazepinen und zyklischen Antidepressiva können bestimmte toxische Effekte, die durch

Antidepressiva verursacht werden, wie Krampfanfälle und kardiale Arrhythmien, die aber in

geringerem Ausmaß bei gleichzeitiger Verabreichung mit Benzodiazepinen auftreten, bei

Verabreichung von Flumazenil verschlimmert werden.

Angst

Bei Patienten mit Angst vor der Operation oder chronischen oder episodischen Angststörungen in der

Vorgeschichte ist die Flumazenil-Dosis vorsichtig anzupassen.

Postoperative Schmerzen

Postoperative Schmerzen müssen berücksichtigt werden; es kann von Vorteil sein, eine leichte

Sedierung des Patienten aufrecht zu erhalten.

Kinder und Jugendliche

Aufgrund der potentiellen Gefahr einer erneuten Sedierung und Atemdepression sind Kinder, die

zuvor mit Midazolam sediert worden waren, nach der Gabe von Flumazenil mindestens zwei Stunden

lang zu überwachen. Im Falle einer Sedierung mit anderen Benzodiazepinen muss die Dauer der

Überwachung gemäß der jeweils erwarteten Wirkungsdauer angepasst werden.

Flumazenil sollte wegen begrenzter Erfahrung bei folgenden Anwendungen nur mit Vorsicht

eingesetzt werden: Aufhebung einer Sedierung bei Kindern unter 1 Jahr, Behandlung einer

Überdosierung bei Kindern, Wiederbelebung von Neugeborenen, Aufhebung der dämpfenden

Wirkungen von zur Narkoseeinleitung eingesetzten Benzodiazepinen bei Kindern.

Solange keine ausreichenden Daten vorliegen, ist Flumazenil bei Kindern im Alter von 1 Jahr oder

jünger nicht anzuwenden, es sei denn, die Risiken für den Patienten ( vor allem im Falle einer

versehentlichen Überdosierung) wurden sorgfältig gegenüber den Vorteilen der Behandlung

abgewogen.

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen für andere Indikationen als die Aufhebung einer durch

Benzodiazepine herbeigeführten Sedierung kann aufgrund eines Mangels an kontrollierten Studien

nicht empfohlen werden. Dasselbe gilt für Kinder unter 1 Jahr.

Benzodiazepin-Abhängigkeit

Flumazenil wird nicht zur Behandlung einer Benzodiazepin-Abhängigkeit oder zur Steuerung eines

protrahierten Benzodiazepin-Entzugssyndroms empfohlen.

Panikstörungen

Bei Patienten mit einer Panikstörung in der Vorgeschichte sind nach Anwendung von Flumazenil

Panikattacken beobachtet worden.

Abhängigkeitsanamnese

Aufgrund der erhöhten Inzidenz von Benzodiazepintoleranz und -abhängigkeit bei Alkohol-,

Medikamenten- und/oder sonstiger Drogenabhängigkeit sollte Flumazenil bei dieser Population mit

Vorsicht angewendet werden.

Leberinsuffizienz

Die Elimination von Flumazenil kann verzögert sein (siehe Abschnitt 4.2 und 4.4).

Dieses Arzneimittel enthält 0,16 mmol (ca. 3,67 mg) Natrium pro Milliliter und somit weniger als 1

mmol (23 mg) Natrium pro üblicher Dosis (0,3 bis 0,6 mg Flumazenil), d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“. Dosen über 0,6 mg enthalten mehr als 1 mmol (23 mg) Natrium. Eine Dosis von 1 mg

Flumazenil entspricht ca. 1,9 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen

täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

4.5.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Flumazenil hemmt die Wirkungen der Benzodiazepine durch kompetitiven Rezeptorantagonismus.

Die Wirkungen von Nicht-Benzodiazepin-Agonisten, wie Zopiclon, Triazolopyridazinen und andere,

an den Benzodiazepin-Rezeptoren werden durch Flumazenil ebenfalls blockiert.

Die Wirkung von anderen Wirkstoffen, die nicht denselben Wirkmechanismus aufweisen, wird nicht

beeinflusst. Wechselwirkungen mit anderen zentraldämpfenden Substanzen wurden nicht beobachtet.

Besondere Vorsicht ist angezeigt, wenn Flumazenil bei versehentlicher Überdosierung eingesetzt

wird, da toxische Effekte anderer, gleichzeitig eingenommener, psychotroper Medikamente (vor allem

zyklische Antidepressiva) durch das Abklingen der Wirkung des Benzodiazepins verstärkt in

Erscheinung treten können.

In Verbindung mit den Benzodiazepinen Midazolam, Flunitrazepam und Lormetazepam ist keine

Veränderung der Pharmakokinetik von Flumazenil beobachtet worden. Ebenso bleibt die

Pharmakokinetik dieser Benzodiazepine in Gegenwart von Flumazenil unverändert.

Es ist keine pharmakokinetische Interaktion zwischen Ethanol und Flumazenil bekannt.

4.6.

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Obwohl tierexperimentelle Studien nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf

Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen

lassen (siehe Abschnitt 5.3), ist bei der Anwendung in der Schwangerschaft, nach strenger Nutzen-

Risiko-Abwägung, Vorsicht geboten, da keine Daten zu möglichen Risiken für den Menschen durch

Gabe von Flumazenil in der Schwangerschaft vorliegen. Die Wirkung auf den Foetus wurde in

tierexperimentellen Studien nicht untersucht. Die möglichen Vorteile einer Anwendung während der

Schwangerschaft sind gegen die möglichen Risiken für den Foetus abzuwiegen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Flumazenil beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Bei einer

Verwendung von Flumazenil während der Stillzeit ist das Stillen für 24 Stunden zu unterbrechen.

Notfallanwendung

Die parenterale Verabreichung von Flumazenil in Notfällen ist während der Schwangerschaft und

Stillzeit nicht kontraindiziert.

4.7.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Obwohl Patienten nach Verabreichung von Flumazenil wach und bei Bewusstsein sind, sollen sie

mindestens in den 24 Stunden, die der Verabreichung folgen, von gefährlichen Verrichtungen, die

volle geistige Aufmerksamkeit erfordern (z.B. Bedienen von Maschinen, Lenken von

Kraftfahrzeugen) absehen, da die Wirkung des ursprünglich eingenommenen oder verabreichten

Benzodiazepins erneut auftreten kann.

4.8.

Nebenwirkungen

Üblicherweise klingen die Nebenwirkungen ohne die Notwendigkeit einer Behandlung rasch wieder ab.

Zur Klassifizierung der Häufigkeit von Nebenwirkungen werden die folgenden Kategorien benutzt:

Sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

Gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1.000 Behandelten

Selten: weniger als 1 von 1.000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten

Sehr selten: weniger als 1 von 10.000 Behandelten

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig:

Allergische Reaktionen

Nicht bekannt:

Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Anaphylaxie, wurden beobachtet

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig:

Furcht*, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit

Nicht bekannt:

Psychische Veränderungen, Euphorie, Ruhelosigkeit, anormales Weinen,

aggressive Reaktionen

Entzugserscheinungen: Agitiertheit*, Angstgefühl*, emotionale Labilität, Verwirrung und

Wahrnehmungsstörungen

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen, Schwindel, Tremor, Mundtrockenheit, Hyperventilation,

Sprachstörungen, Parästhesie

Nicht bekannt:

Generalisierte Krämpfe, Krampfanfälle (insbesondere bei Patienten mit

bestehender Epilepsie oder schwerer Leberfunktionsstörung, insbesondere nach

Langzeitbehandlung mit Benzodiazepinen oder Mischintoxikationen), unwillkürliche Bewegungen

Augenerkrankungen

Häufig:

Diplopie, Strabismus, verstärkter Tränenfluss

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich:Hörstörung

Herzerkrankungen

Häufig:

Palpitationen*

Gelegentlich:Tachykardie oder Bradykardie, Extrasystolen

Gefäßerkrankungen

Häufig:

Flush, Hypotonie, orthostatische Hypotonie

Nicht bekannt:

Vorübergehende Hypertonie (nach dem Aufwachen)

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich:Dyspnoe, Husten, verstopfte Nase, Schmerzen in der Brust

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Nausea (bei der Verwendung in der Anästhesie, vor allem bei zusätzlicher

Verwendung von Opiaten)

Häufig:

Erbrechen (bei der Verwendung in der Anästhesie, vor allem bei zusätzlicher Verwendung

von Opiaten), Schluckauf

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig:

Schwitzen

Gelegentlich:Blässe

Nicht bekannt:

Gesichtsrötung

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig:

Müdigkeit, Schmerzen an der Injektionsstelle

Nicht bekannt:

Verstärktes Schmerzgefühl, Gewichtszunahme, Kältegefühl, Schüttelfrost*

* nach rascher Injektion; keine Behandlung erforderlich

Bei Patienten, die Benzodiazepine über längere Zeit erhalten haben, kann Flumazenil zu

Entzugserscheinungen führen. Die Symptome können umfassen: Spannungszustände, Agitiertheit,

Angstgefühl, Konfusion, Halluzinationen, Tremor, Krämpfe.

Die rasche Injektion von Flumazenil in hohen Dosen (über 1 mg) sollte bei Patienten, die mit hohen

Benzodiazepin-Dosen und/oder über lange Zeit mit Benzodiazepinen behandelt wurden, vermieden

werden. Die rasche Injektion kann in diesen Fällen Entzugserscheinungen auslösen. Dazu gehören

Agitiertheit, Angst, emotionale Labilität sowie leichte Verwirrung und Wahrnehmungsstörungen.

Bei Patienten mit der Anamnese einer Panikerkrankung kann Flumazenil Panikattacken auslösen.

Kinder und Jugendliche

Im Allgemeinen unterscheidet sich das Nebenwirkungsprofil bei Kindern nicht erheblich von dem bei

Erwachsenen. Bei Verwendung von Flumazenil zur Aufhebung einer Sedierung können bei Kindern

zusätzlich anormales Weinen, Agitation und aggressive Reaktionen auftreten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das nationale Meldesystem anzuzeigen.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9.

Überdosierung

Im Falle einer Mischintoxikation, besonders mit zyklischen Antidepressiva, können die toxischen

Effekte (z.B. Krampfanfälle und kardiale Arrhythmien) durch das Abklingen der Wirkung des

Benzodiazepins in Erscheinung treten.

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen hinsichtlich akuter Überdosierungen mit Flumazenil vor.

Es existiert kein spezielles Antidot für Flumazenil.

Die Behandlung einer Überdosierung sollte aus allgemeinen unterstützenden Maßnahmen bestehen;

dies inkludiert Überwachung der Vitalfunktionen und Beobachtung des klinischen Status des

Patienten. Auch bei Gaben von höheren als den empfohlenen Dosen (bis 100 mg i.v.) wurden keine

Symptome einer Überdosierung beobachtet.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1.

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidot, Benzodiazepin-Antagonist, ATC-Code: V03AB25

Das Imidazobenzodiazepin Flumazenil ist ein hochspezifischer Benzodiazepin-Antagonist, der die

zentralnervösen Effekte von Stoffen, die ihre Wirkung über den Benzodiazepin-Rezeptor entfalten,

durch kompetitive Hemmung blockiert. Eine Neutralisation von paradoxen Reaktionen durch

Benzodiazepine ist beobachtet worden. Die zentralen Wirkungen von Substanzen, die keine Affinität

für den Benzodiazepin-Rezeptor aufweisen (z.B. Barbiturate, GABA-Mimetika und Adenosin-

Rezeptor-Agonisten), werden von Flumazenil nicht beeinträchtigt, während die Effekte der Nicht-

Benzodiazepinagonisten wie Zyklopyrrolone (z. B. Zopiclon) und Triazolopyridazine aufgehoben

werden. An gesunden Freiwilligen antagonisierte Flumazenil nach i.v.-Gabe die durch Benzodiazepin-

Agonisten ausgelöste Sedierung, Amnesie und psychomotorische Hemmung. Hypnotisch-sedative

Wirkungen von Benzodiazepinen werden nach i.v.-Injektion von Flumazenil rasch aufgehoben (1-2

Minuten) und können – in Abhängigkeit von der Halbwertszeit und dem Dosisverhältnis von Agonist

zu Antagonist – innerhalb von wenigen Stunden allmählich wieder auftreten.

Flumazenil entfaltet auch schwache agonistische Eigenwirkungen im Sinne eines antikonvulsiven

Effektes.

Bei Tieren löste Flumazenil nach einer langen Behandlungsdauer Entzugserscheinungen

einschließlich Krämpfen auf.

5.2.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Verteilung

Flumazenil, eine schwache lipophile Base, wird zu etwa 50 % an Plasmaproteine gebunden, wobei

Albumin zu etwa zwei Dritteln für die Bindung verantwortlich ist. Flumazenil weist eine ausgedehnte

Verteilung im extravasalen Raum auf. Die Plasmakonzentration von Flumazenil nimmt während der

Distributionsphase mit einer Halbwertszeit von 4 bis 15 Minuten ab. Das mittlere Verteilungsvolumen

im Fließgleichgewicht beträgt 0,9 bis 1,1 l pro kg.

Biotransformation

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