Anastrozol Sandoz Filmtabletten

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
anastrozolum
Verfügbar ab:
Sandoz Pharmaceuticals AG
ATC-Code:
L02BG03
INN (Internationale Bezeichnung):
anastrozolum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
anastrozolum 1 mg, excipiens pro compresso obducto.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Oncologicum
Zulassungsnummer:
58757
Berechtigungsdatum:
2008-12-15

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Anastrozol Sandoz®

Sandoz Pharmaceuticals AG

Was ist Anastrozol Sandoz und wann wird es angewendet?

Anastrozol Sandoz enthält den Wirkstoff Anastrozol. Dieser hemmt das Enzym Aromatase, welches

an der Produktion der weiblichen Geschlechtshormone, den Östrogenen beteiligt ist. Das Enzym

spielt v.a. bei der Östrogenbildung nach den Wechseljahren eine Rolle. Unter Behandlung mit

Anastrozol Sandoz kommt es zu einer Senkung der Östrogene auf sehr tiefe Werte und damit zu

einem verminderten Wachstumsreiz auf die Krebszellen bei Brustkrebs. Anastrozol Sandoz wird bei

Frauen nach den Wechseljahren eingesetzt als Zusatzbehandlung bei Brustkrebs im Frühstadium

nach der Operation sowie zur Behandlung beim fortgeschrittenen Brustkrebs.

Anastrozol Sandoz darf nur auf Verschreibung und unter ständiger Kontrolle eines Arztes oder einer

Ärztin verwendet werden.

Wann darf Anastrozol Sandoz nicht angewendet werden?

Anastrozol Sandoz darf nicht von schwangeren oder stillenden Frauen eingenommen werden.

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe darf

Anastrozol Sandoz nicht angewendet werden.

Wann ist bei der Einnahme von Anastrozol Sandoz Vorsicht geboten?

Unter der Behandlung mit Anastrozol Sandoz kann es zu Schwäche und Schläfrigkeit kommen.

Deshalb ist bei der Teilnahme am Strassenverkehr und der Bedienung von Maschinen Vorsicht

geboten.

Anastrozol Sandoz soll nicht bei Frauen vor den Wechseljahren d.h. wenn sie noch Monatsblutungen

haben, oder bei Kindern und Jugendlichen angewendet werden.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an Leber- oder Nierenerkrankungen

leiden.

Anastrozol Sandoz senkt die Blutspiegel der Östrogene (siehe «Was ist Anastrozol Sandoz und wann

wird es angewendet?»). Dies kann zu einer Abnahme des Knochenmineralgehaltes führen, was die

Knochenstärke verringern und deshalb das Risiko für Knochenbrüche erhöhen könnte.

Sie sollten gleichzeitig mit Anastrozol Sandoz keine Arzneimittel einnehmen, welche Östrogene

enthalten, da diese die Wirkung von Anastrozol Sandoz aufheben würden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an andern

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Anastrozol Sandoz während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Anastrozol Sandoz darf nicht während der Schwangerschaft oder der Stillzeit eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Anastrozol Sandoz?

Die übliche Dosierung beträgt 1 Filmtablette (= 1 mg) pro Tag unabhängig von den Mahlzeiten.

Nehmen Sie die ganze Filmtablette immer zur gleichen Tageszeit mit einem Glas Wasser ein.

Die Dauer der Behandlung mit Anastrozol Sandoz wird von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin festgelegt.

Falls Sie an einem Tag vergessen haben, die Filmtablette einzunehmen, sollten Sie dies nicht

nachholen, sondern nehmen Sie am darauf folgenden Tag die nächste Filmtablette zur üblichen Zeit

ein. Falls Sie mehr als die vorgeschriebene Dosis eingenommen haben, sollten Sie Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin konsultieren. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie

glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder

Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Anastrozol Sandoz haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Anastrozol Sandoz auftreten: Aufgrund

der Verminderung der im Körper zirkulierenden weiblichen Geschlechtshormone, den Östrogenen,

können sehr häufig Hitzewallungen, häufig Vaginaltrockenheit sowie leichter Haarausfall und in den

ersten paar Behandlungswochen Vaginalblutungen auftreten.

Im Weiteren wurde über folgende Nebenwirkungen berichtet:

Sehr häufig: Kopfschmerzen, Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Erschöpfung/Müdigkeit,

Schwäche, Muskel-/Knochenbeschwerden, Knochenbrüche, Gelenkschmerzen/-steifigkeit, Arthritis,

Hautausschläge.

Häufig: Schläfrigkeit, allergische Reaktionen, Karpaltunnelsyndrom (Schwund der

Daumenballenmuskulatur mit Sensibilitätsstörungen in der Hand und den Fingern aufgrund eines

Druckes auf den Nerv), Sensibilitätsstörungen wie Gefühlslosigkeit und oder Prickeln der Haut,

Verlust des Geschmackssinns oder mangelnder Geschmackssinn, Durchfall, Erbrechen, Erhöhung

des Cholesterols im Blut, Appetitlosigkeit, Trübung der Augenlinse, Blutgerinnselbildung in den

Venen, Gehirn-/Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Scheidenausfluss, Knochenschmerzen,

Muskelschmerzen, Erhöhung des Kalziums im Blut. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin,

falls Sie Übelkeit und/oder Erbrechen bekommen. Dies sind die Symptome eines erhöhten

Kalziumwertes im Blut. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird möglicherweise mit einer Blutuntersuchung

bestimmen. ob Sie einen erhöhten Kalziumwert im Blut haben.

Gelegentlich: Veränderung von Leberwerten, Entzündung der Leber, schnellender Finger,

Nesselfieber. Falls Sie sich schwach oder schläfrig fühlen, fragen Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin um Rat.

Selten und sehr selten: Schwere allergische Reaktionen mit Blutdruckabfall und Atembeschwerden,

schwerwiegende Hautreaktionen mit Verletzungen, Geschwür- oder Bläschenbildung. Allergische

Reaktionen mit Schwellungen im Gesicht, der Lippen, Zunge und/oder Kehle (Angioödem), welche

zu Schluck- und/oder Atemschwierigkeiten führen können, Hautausschlag aufgrund einer

Entzündung der kleinen Blutgefässe der Haut.

Nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin auf, wenn Sie solche Reaktionen bei

sich feststellen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern

lagern.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Falls Sie nach Beenden der Therapie noch übrige Filmtabletten haben oder Filmtabletten besitzen

sollten, deren Haltbarkeit abgelaufen ist, so bringen Sie diese bitte in Ihre Apotheke zur Vernichtung

zurück. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Anastrozol Sandoz enthalten?

Anastrozol Sandoz enthält den Wirkstoff Anastrozol sowie Hilfsstoffe und ist erhältlich als

Filmtablette zu 1 mg.

Zulassungsnummer

58757 Swissmedic.

Wo erhalten Sie Anastrozol Sandoz? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Es gibt Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Diese Packungsbeilage wurde im Februar 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Anastrozol Sandoz®

Sandoz Pharmaceuticals AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Anastrozolum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten à 1 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Adjuvante Behandlung beim Mammakarzinom mit Östrogen- oder Progesteron-Rezeptor-positivem

oder mit unbekanntem Hormon-Rezeptor-Status (Stadium I und II) bei postmenopausalen Frauen.

Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms bei postmenopausalen Frauen.

Dosierung/Anwendung

Bei Erwachsenen (inklusive älteren) beträgt die tägliche Dosierung 1× 1 mg (= 1 Filmtablette) per os

unabhängig von einer Mahlzeit.

Bei adjuvanter Therapie wird eine Behandlung von 5 Jahren empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern unter 18 Jahren gibt es für die Anwendung von Anastrozol Sandoz keine untersuchte

Indikation.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei leichter bis mässiger Leber- oder Niereninsuffizienz sind keine Dosisanpassungen notwendig.

Schwere Leber- oder Niereninsuffizienz: siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Kontraindikationen

Anastrozol Sandoz darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff

oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Bei schwangeren oder stillenden Frauen ist die Anwendung von Anastrozol Sandoz kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anastrozol Sandoz soll nicht bei prämenopausalen Frauen angewendet werden, da die

Arzneimittelsicherheit und die Wirksamkeit in dieser Patientengruppe nicht untersucht wurde.

Es liegen keine Daten über die Anwendung von Anastrozol Sandoz bei Patientinnen mit schwerer

Leber- oder Niereninsuffizienz vor. Deshalb soll bei diesen Patientinnen das Nutzen-Risiko-

Verhältnis einer Anastrozol Sandoz-Behandlung zuvor sorgfältig abgewogen werden.

Anastrozol Sandoz senkt die zirkulierenden Östrogenspiegel und kann deshalb zu einer Reduktion

der Knochenmineraldichte und als mögliche Folge zu einem erhöhten Risiko von Frakturen führen.

Bei Frauen mit Osteoporose oder mit einem Osteoporose-Risiko sollte bei der Behandlung mit

Anastrozol Sandoz zu Beginn der Behandlung und danach in regelmässigen Abständen eine

Bestimmung der Knochendichte mittels Knochendensitometrie durchgeführt werden. Gegebenenfalls

sollte eine Prophylaxe oder eine Behandlung der Osteoporose initiiert und sorgfältig überwacht

werden.

Interaktionen

Klinische Studien, in denen die gleichzeitige Verabreichung von Antipyrin bzw. Cimetidin und

Anastrozol untersucht wurden, ergaben keine Hinweise auf Interaktionen mit Beteiligung des

Cytochrom P 450-Systems.

Die in klinischen Studien erfassten Daten von Patientinnen, die neben Anastrozol noch andere, oft

verschriebene Präparate erhielten, ergaben keine Hinweise auf klinisch relevante Interaktionen.

Östrogenhaltige Arzneimittel sollten nicht gleichzeitig mit Anastrozol verabreicht werden, da sie

dessen pharmakologische Wirkung aufheben.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Tamoxifen mit Anastrozol ist keine erhöhte Wirksamkeit zu

erwarten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Anastrozol Sandoz ist in der Schwangerschaft und in der Stillzeit kontraindiziert.

Bei trächtigen Ratten und Kaninchen wirkte die perorale Verabreichung von ≤1,0 mg/kg/Tag bzw.

≤0,2 mg/kg/Tag nicht teratogen. Es konnten lediglich pharmakologisch bedingte Effekte wie

plazentare Vergrösserung bei Ratten oder Abort bei Kaninchen beobachtet werden.

Trächtigen Ratten wurde vom 17. Trächtigkeitstag bis 22 Tage post-partum ≥0,02 mg/kg/Tag

Anastrozol verabreicht. Die Würfe dieser Ratten zeigten aufgrund der pharmakologisch bedingten

Effekte der Substanz auf den Geburtsvorgang ein beeinträchtigtes Überleben. Es wurden jedoch

keine Verhaltens- oder Reproduktionsstörungen bei der Nachkommengeneration festgestellt, welche

auf die Anastrozol-Behandlung der Mutter hätten zurückgeführt werden können.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Unter Anastrozol wurde das Auftreten von Asthenie und Schläfrigkeit beobachtet. Deshalb ist bei der

Teilnahme am Strassenverkehr und der Bedienung von Maschinen Vorsicht geboten.

Unerwünschte Wirkungen

Die in klinischen Studien beobachteten unerwünschten Wirkungen waren meist mild bis mässig

schwer und führten nur in seltenen Fällen zu Therapieabbrüchen. Die hauptsächlichen

unerwünschten Wirkungen sind Symptome des Östrogenmangels wie Hitzewallungen (32,9%) und

Vaginaltrockenheit (6,8%).

Neoplasmen

Gelegentlich: Endometriumkarzinom (0,2%).

Immunsystem

Häufig: Allergische Reaktionen.

Selten: Anaphylaktische Reaktionen.

Sehr selten: Angioödem.

Metabolismus und Ernährungsstörungen

Häufig: Cholesterolerhöhung, Anorexie, Hyperkalzämie.

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig: Stimmungsschwankungen (19,3%).

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen (10,2%).

Häufig: Schläfrigkeit, Karpaltunnelsyndrom, sensorische Störungen, Parästhesien,

Geschmacksverlust, Geschmacks-Perversion.

Augen

Häufig: Katarakt.

Herz, Gefässe

Sehr häufig: Hitzewallungen (32,9%).

Häufig: venöse Thrombosen, ischämische kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Ereignisse.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Nausea (11,1%).

Häufig: Diarrhöe, Erbrechen.

Leber und Galle

Häufig: Erhöhung der alkalischen Phosphatase, ALT und AST.

Gelegentlich: Erhöhung der Gamma-GT und des Bilirubins, Hepatitis.

Haut

Sehr häufig: Hautausschläge (10,8%).

Häufig: Leichter Haarausfall (Alopezie).

Gelegentlich: Urtikaria.

Selten: Erythema multiforme, kutane Vaskulitis inklusive Schönlein-Henoch Purpura.

Sehr selten: Schleimhautaffektionen (Stevens-Johnson-Syndrom) gleichzeitig mit Hautausschlägen.

Muskelskelettsystem

Sehr häufig: Muskuloskelettale Beschwerden (35,6%), Frakturen (10,2%), Arthralgie (15,1%),

Gelenksteifheit (35,6%), Arthritis (16,6%).

Häufig: Knochenschmerzen, Myalgie.

Gelegentlich: schnellender Finger.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Leichte Vaginaltrockenheit, vaginaler Ausfluss, Vaginalblutungen während der ersten paar

Behandlungswochen. Diese traten vor allem bei Patientinnen mit fortgeschrittenem

Mammakarzinom nach dem Absetzen anderer Hormontherapien auf und sind wahrscheinlich auf

Änderungen des Östradiolspiegels infolge des Therapiewechsels zurückzuführen. Sollten die

Blutungen persistieren, sollen weitere Abklärungen vorgenommen werden.

Allgemeine Störungen

Sehr häufig: Erschöpfung/Müdigkeit (18,6%), leichte bis mässiggradige Asthenie (18,6%).

Überdosierung

Es liegen nur beschränkte klinische Erfahrungen mit Überdosierungen vor.

Klinische Studien wurden mit verschiedenen Dosierungen durchgeführt, wobei bei gesunden

männlichen Probanden bis zu 60 mg als Einzeldosis und bei postmenopausalen Frauen mit

fortgeschrittenem Mammakarzinom bis zu 10 mg täglich verabreicht wurde. Diese Dosen erwiesen

sich als gut verträglich.

Es ist kein spezifisches Antidot bekannt, die Behandlung von Überdosierungen muss symptomatisch

erfolgen. Bei deren Behandlung soll auch beachtet werden, ob gleichzeitig noch andere Arzneimittel

eingenommen wurden. Bei Patientinnen, die bei Bewusstsein sind, kann allenfalls die Emesis

induziert werden. Da Anastrozol nur schwach an Plasmaproteine gebunden wird, kann auch eine

Dialyse wirksam sein. Im Weiteren sind generelle unterstützende Massnahmen wie gute

Überwachung der Patientin und der lebenswichtigen Funktionen indiziert.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L02BG03

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Anastrozol ist ein nicht-steroidaler Aromatasehemmer. Östradiol wird bei postmenopausalen Frauen

primär aus Androstendion gebildet. In den peripheren Geweben erfolgt durch das Enzym Aromatase

die Umwandlung von Androstendion in Östron. Östron wird anschliessend weiter in Östradiol

umgewandelt. Sensitive Untersuchungsmethoden haben gezeigt, dass Anastrozol bei

postmenopausalen Frauen in einer täglichen Dosierung von 1 mg die Östradiolkonzentration um

>80% reduzieren kann. Es konnte gezeigt werden, dass die Reduktion von zirkulierendem Östradiol

einen hemmenden Effekt auf das Wachstum des Mammakarzinoms der Frau ausüben kann.

Anastrozol weist keine gestagene, androgene oder östrogene Wirkung auf.

Dosierungen von bis zu 10 mg Anastrozol täglich haben keinen Einfluss auf die Cortisol- oder

Aldosteronsekretion, gemessen vor und nach dem ACTH-Test. Eine gleichzeitige Verabreichung von

Kortikoiden ist demnach nicht erforderlich.

Klinische Wirksamkeit

Adjuvante Therapie bei Mammakarzinom

In einer 3-armigen Phase III Studie (ATAC) mit 9366 postmenopausalen Patientinnen wurde

Anastrozol vs. Tamoxifen vs. die Kombination beider Substanzen verglichen. Eingeschlossen

wurden Patientinnen nach Operation eines Mammakarzinoms Stadium I oder II, 84% waren

Hormonrezeptor-positiv, 61% waren nodal negativ. 48% der Patientinnen hatten eine Mastektomie,

die anderen 52% der Patientinnen hatten eine brusterhaltende Operation. Eine Strahlentherapie

wurde bei 63%, eine Chemotherapie bei 22% der Patientinnen durchgeführt.

Die Ergebnisse der gemäss Protokoll definierten 5 Jahres-Behandlung mit einer durchschnittlichen

Beobachtungsdauer von 68 Monaten (1226 Ereignisse) liegen vor. Primärer Wirksamkeitsendpunkt

war krankheitsfreies Überleben. Die durchschnittliche Behandlungsdauer war 60 Monate. Nur 8%

der Patientinnen erhielten nach 68 Monaten noch eine Therapie.

Der Vergleich von Anastrozol (3125 Patientinnen) mit Tamoxifen (3116 Patientinnen) zeigte ein

geringeres Rückfallrisiko in Bezug auf das krankheitsfreie Überleben in der Anastrozol-Gruppe. Für

die «intention to treat»-Gruppe (ITT) war HR= 0,87, p= 0,0127 und für die Hormonrezeptor-positive

Gruppe HR= 0,83, p= 0,0049.

Unter Anastrozol ereigneten sich statistisch signifikant weniger Rezidive als unter Tamoxifen (HR=

0,79, p= 0,0005 in der ITT-Gruppe; HR= 0,74, p= 0,0002 in der Hormonrezeptor-positiven Gruppe).

Anastrozol zeigte in der ITT-Population eine signifikante Überlegenheit in Bezug auf die Zeit bis

zum Auftreten von Fernmetastasen (HR= 0,086; p= 0,04) und einen ähnlichen Trend in der

Hormonrezeptor-positiven Subgruppe (HR= 0,84; p= 0,06).

Das Risiko eines kontralateralen Mammakarzinoms war in der Anastrozol-Gruppe statistisch

geringer im Vergleich zur Tamoxifen-Gruppe.

Fortgeschrittenes Mammakarzinom

Die Wirksamkeit von Anastrozol 1 mg in der 1st line Therapie des fortgeschrittenen

Mammakarzinoms bei postmenopausalen Patientinnen wurde in zwei kontrollierten Studien (0027

und 0030) vs. Tamoxifen geprüft. In Studie 0027 betrugen die Ansprechraten (CR+PR) 32,9% vs.

32,6%; die Zeit bis zur Progression betrug in beiden Armen 8,3 Monate. In Studie 0030 betrugen die

Ansprechraten (CR+PR) unter Anastrozol 21,1% und unter Tamoxifen 17,0%; die Zeit bis zur

Progression betrug unter Anastrozol 11,1 Monate vs. 5,6 Monate unter Tamoxifen. Überlebensdaten

liegen für diese Studien noch nicht vor.

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass nach Versagen einer Tamoxifen-Therapie mit Anastrozol

1 mg/Tag eine vergleichbare, klinische Ansprechrate (CR/PR 10,1%–10,4%) wie mit

Megestrolacetat erzielt wird. Das Überleben war signifikant länger bei den mit Anastrozol

behandelten Patientinnen (median time to death 26,7 Monate für Anastrozol vs. 22,5 Monate für

Megestrolacetat). Bezüglich «objective tumor response» und «time to progression» fanden sich keine

statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungen.

In der Studie (SABRE) wurde bei 234 postmenopausalen Frauen mit adjuvanter Behandlung mit

Anastrozol der Benefit einer gleichzeitigen Behandlung mit Risedronat 35 mg täglich untersucht.

Unterschieden wurden 3 Strata:

a) Niedriges Risiko für Frakturen (T-score 0 bis –1 ohne Vorgeschichte von Frakturen). Im Stratum

Niedrigrisiko wurde neben Substitution mit Ca und Vitamin D nur mit Anastrozol behandelt.

b) Mittleres Risiko (Osteopenie T-score <–1 bis –2 ohne Vorgeschichte von Frakturen von Frakturen

und ohne Risikofaktoren wie hohes Alter, frühe Menopause, niedriges Körpergewicht, Raucher oder

Frakturen bei Verwandten ersten Grades), im Stratum mittleres Risiko wurde zusätzlich zu

Anastrozol entweder Risedronat oder Placebo gegeben.

c) Hohes Risiko (Osteoporose T-score <–2 oder Osteopenie mit Risikofaktoren). Im Stratum

Hochrisiko erhielten alle Patientinnen Risedronat.

Nach 12 Monaten fand sich in der Niedrigrisikogruppe keine Änderung der Knochenmineraldichte

(BMD), nach 24 Monate aber eine signifikante Abnahme der BMD der Lendenwirbelsäule

gegenüber dem Ausgangswert um 2,07% (p= 0,01).

Im Stratum mittleres Risiko zeigte sich sowohl nach 12 Monaten wie auch nach 24 Monaten ein

Benefit der Zusatzbehandlung mit Risedronat. In der Risedronatgruppe nahm die BMD um 1,2%

bzw. um 2,4% zu, in der Placebogruppe um –1,22% bzw. 1,76% ab.

Im Stratum Hochrisiko betrug der Unterschied zu Baseline nach 12 Monaten 3,36% und nach 24

Monaten 3,02%.

Frakturdaten wurden nicht berichtet.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Anastrozol ist dosislinear.

Absorption

Anastrozol wird rasch absorbiert und maximale Plasmakonzentrationen werden bei nüchternem

Magen innerhalb von 2 Stunden erreicht. Die orale Bioverfügbarkeit beträgt 100–104%. Die

gleichzeitige Nahrungsaufnahme verringert zwar in geringem Masse die Geschwindigkeit, mit der

die maximale Plasmakonzentration (cmax= 36 ng/ml nach Verabreichung von 1 mg Anastrozol)

erreicht wird, nicht aber das Ausmass der Absorption.

Bei Einnahme von 1 mg pro Tag wird nach 7 Tagen ca. 90–95% der steady-state

Plasmakonzentration erreicht.

Distribution

Anastrozol wird nur zu 40% an Plasmaproteine gebunden. Das Verteilungsvolumen Vdss/F beträgt

ca. 90 Liter.

Metabolismus

Anastrozol wird bei postmenopausalen Frauen in der Leber extensiv metabolisiert. Die

Metabolisierung erfolgt durch N-Desalkylierung, Hydroxylierung und Glucuronidierung. Triazol,

einer der Hauptmetaboliten in Plasma und Urin, übt selber keine hemmende Wirkung auf die

Aromatase aus.

Studien mit humanen Hepatocyten und Mikrosomen zeigen, dass der Turnover von Anastrozol sehr

langsam ist. Die am Metabolismus beteiligten CYP-Isoenzyme sind nicht bestimmt.

Elimination

Anastrozol wird primär über den Urin in Form von Metaboliten ausgeschieden. Innerhalb von 72

Stunden nach Verabreichung werden weniger als 10% der Dosis unverändert im Urin ausgeschieden.

Die Eliminationshalbwertszeit von Anastrozol beträgt 40–50 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die bei Probanden mit stabiler Leberzirrhose oder Niereninsuffizienz beobachtete Clearance lag im

Bereich der Werte, die bei gesunden Probanden beobachtet wurden.

Die Pharmakokinetik von Anastrozol ist bei postmenopausalen Frauen altersunabhängig.

Bei Kindern wurde die Pharmakokinetik nicht untersucht.

Präklinische Daten

Akute Toxizität

Bei der Überprüfung der akuten Toxizität betrug die mittlere letale Dosis bei Nagern nach oraler

Verabreichung >100 mg/kg/Tag und nach intraperitonealer Gabe >50 mg/kg/Tag. Beim Hund betrug

die mittlere letale Dosis in einer oralen, akuten Toxizitätsstudie >45 mg/kg/Tag.

Chronische Toxizität

Zur Überprüfung der chronischen Toxizität wurden Ratten und Hunden Mehrfachdosierungen

verabreicht. Es konnte in diesen Toxizitätsstudien keine kritische Dosierung von Anastrozol ermittelt

werden, oberhalb welcher Toxizitäten auftreten. Die Auswirkungen, welche bei tieferer (1

mg/kg/Tag) und bei mittlerer Dosierung (Hunde 3 mg/kg/Tag; Ratten 5 mg/kg/Tag) beobachtet

wurden, waren entweder auf die pharmakologische Wirkung oder auf die enzyminduzierende

Wirkung von Anastrozol zurückzuführen und waren nicht mit signifikanten toxischen oder

degenerativen Veränderungen verbunden.

Mutagenität

In genetischen Toxikologiestudien war Anastrozol weder mutagen noch klastogen.

Reproduktionstoxikologie

(Siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Karzinogenität

In einer 2 Jahre dauernden Onkogenitätsstudie mit Ratten zeigte ausschliesslich die hohe Dosierung

von 25 mg/kg/Tag einen Anstieg der Inzidenz von hepatischen Neoplasmen, stromalen

Uteruspolypen (Weibchen) und Schilddrüsenadenomen (Männchen). Die Exposition, bei welcher

diese Veränderungen auftraten, ist gegenüber der Exposition, wie sie in der Humanmedizin mit

therapeutischen Dosen erreicht wird, 100fach erhöht. Die beschriebenen Veränderungen werden für

die Behandlung von Patientinnen mit Anastrozol als klinisch nicht relevant eingestuft.

Eine 2-Jahres-Onkogenitätsstudie mit Mäusen ergab eine Induktion benigner Ovarialtumore und eine

Veränderung in der Inzidenz lymphoretikulärer Neoplasmen (weniger histiozytäre Sarkome bei

Weibchen und mehr Todesfälle aufgrund von Lymphomen). Diese Beobachtungen werden als Maus-

spezifische Effekte der Aromatasehemmung und als klinisch nicht relevant für die Behandlung von

Patientinnen mit Anastrozol betrachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern

lagern.

Zulassungsnummer

58757 (Swissmedic).

Packungen

Anastrozol Sandoz Filmtabl 1 mg 30. (B)

Anastrozol Sandoz Filmtabl 1 mg 100. (B)

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch.

Domizil

Rotkreuz.

Stand der Information

Februar 2014.

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