Anafranil Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Clomipraminhydrochlorid
Verfügbar ab:
Dolorgiet GmbH & Co.KG
INN (Internationale Bezeichnung):
Clomipramine hydrochloride
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Clomipraminhydrochlorid 25.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
4088.00.02

Gebrauchsinformation:InformationfürdenAnwender

Anafranil®Injektionslösungzuri.m.Injektionundi.v.Infusion

Wirkstoff:Clomipraminhydrochlorid

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Apotheker.

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anDritteweiter.EskannanderenMenschenschaden,auchwenndiese

dieselbenSymptomehabenwieSie.

WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigt

oderSieNebenwirkungenbemerken,dienichtindieserGebrauchsinformation

angegebensind,informierenSiebitteIhrenArztoderApotheker.

1.WasistAnafranil®Injektionslösungundwofürwirdesangewendet?

WasmüssenSievorderAnwendungvonAnafranil®Injektionslösung

beachten?

3.WieistAnafranil®Injektionslösunganzuwenden?

4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5.WieistAnafranil®Injektionslösungaufzubewahren?

6.WeitereInformationen

1 1.WASISTANAFRANIL®INJEKTIONSLÖSUNGUNDWOFÜRWIRDSIE

ANGEWENDET?

Anafranil®InjektionslösungisteinArzneimittelausderGruppedersogenannten

trizyklischenAntidepressivazurBehandlungvonkrankhafterVerstimmung

(Depression)undSchmerzen.

Anafranil®Injektionslösungwirdangewendet:

-zurBehandlungdepressiverErkrankungen,

-zurBehandlungvonZwangsstörungen,PhobienundPanikstörungen,

-zurlangfristigenSchmerzbehandlungimRahmeneinestherapeutischen

Gesamtkonzeptes,

-beiSchlaflähmung,

-beiplötzlichemVerlustderMuskelspannung(Kataplexie),

-zurBehandlungvonHalluzinationenbeizwanghaftenSchlafanfällenwährend

desTages(hypnagogeHalluzinationenbeiNarkolepsie).

2 2.WASMÜSSENSIEVORDERANWENDUNGVONANAFRANIL®

INJEKTIONSLÖSUNGBEACHTEN?

Anafranil®Injektionslösungdarfnichtangewendetwerdenbei

-bekannterÜberempfindlichkeitgegenClomipraminhydrochlorid,diesonstigen

BestandteilevonAnafranil®Injektionslösungoderanderetrizyklische

Antidepressiva,

-akutenVergiftungenmitzentraldämpfendenArzneimittelnwieSchlafmitteln,

SchmerzmittelnoderArzneimittelnzurBehandlungvonseelischen

Erkrankungen(Psychopharmaka)odermitAlkohol,

-akutemHarnverhalten,

-akutenDelirien(Verwirrtheits-undErregungszuständemitSinnestäuschungen

undz.T.schwerenkörperlichenStörungen),

-unbehandeltemerhöhtemAugeninnendruck(Engwinkelglaukom),

-VergrößerungderVorsteherdrüse(Prostatahypertrophie)mitRestharnbildung,

-VerengungdesMagenausgangs(Pylorusstenose),

-Darmlähmung(paralytischerIleus),

-gleichzeitigerBehandlungmitbestimmtenanderenArzneimittelngegen

Depressionen(MAO-Hemmer),

-akutemStadiumeinesHerzinfarktes,

-angeborenenErkrankungen,diedurchVeränderungenimEKGgekennzeichnet

sind(QT-SyndrommitverlängertemQT-Intervall).

BesondereVorsichtbeiderAnwendungvonAnafranil®Injektionslösungist

erforderlich:

Anafranil®InjektionslösungdarfnurmitäußersterVorsichtbeiPatientenmit

erhöhterKrampfbereitschaftangewendetwerden,z.B.beiEpilepsieoder

HirnschädenunterschiedlicherUrsache,gleichzeitigerAnwendungvonNeuroleptika

(bestimmteArzneimittelzurBehandlungvonPsychosen),nachAlkoholentzugoder

AbsetzenvonArzneimittelnmitkrampflösendenEigenschaften(z.B.

Benzodiazepine).Esistmöglich,dassdasAuftretenvonKrampfanfällen

dosisabhängigist.DaherdarfdieempfohlenetäglicheGesamtdosisvonAnafranil®

Injektionslösungnichtüberschrittenwerden.

Anafranil®InjektionslösungdarfnurmitbesondererVorsichtbeiPatientenmit

HerzschwächeundVorschädigungendesHerzens,insbesonderebeiErre-

gungsleitungsstörungen,angewendetwerden:Patientenmitvorbestehendem

AV-BlockI.GradesoderanderenErregungsleitungsstörungen,vorallem

Linksschenkelblock,solltennurunterengmaschigerEKG-Kontrolle,Patientenmit

vorbestehendenhöhergradigenAV-Blockierungenoderdiffusensupraventrikulären

oderventrikulärenErregungsleitungsstörungennurinAusnahmefällenmit

Anafranil®Injektionslösungbehandeltwerden.

EsbestehtdasRisikovonVeränderungenimEKG(QTc-Verlängerungund

ArrhythmieneinschließlichTorsadesdesPointes),insbesonderebeiDosen,dieüber

dertherapeutischenDosisliegen,oderbeierhöhtenKonzentrationenvon

Clomipramin,demWirkstoffvonAnafranil®Injektionslösung,imBlutwiesiebei

gleichzeitigerAnwendungvonselektivenSerotonin-Wiederaufnahmer-Hemmern

(SSRI)oderSerotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern(SNRI)(bestimmte

ArzneimittelzurBehandlungvonDepressionen)auftreten.Dahersolltedie

gleichzeitigeAnwendungvonArzneimitteln,dieeineerhöhteKonzentrationvon

ClomipraminimPlasmaverursachenkönnen,vermiedenwerden.Ebensosollten

keineArzneimittel,diedasQTc-IntervallimEKGverlängernkönnen,gleichzeitig

angewendetwerden.Esistnachgewiesen,dasseinverringerterKaliumgehaltim

Blut(Hypokaliämie)einenRisikofaktorfürQTc-VerlängerungenundTorsadesde

Pointesdarstellt.DahermusseinebestehendeHypokaliämievorBeginnder

AnwendungvonAnafranil®InjektionslösungbehandeltwerdenundAnafranil®

InjektionslösungsolltemitVorsichtangewendetwerdenbeigleichzeitigerGabevon

SSRIs,SNRIsoderDiuretika(bestimmteArzneimittelzurBehandlungdes

Bluthochdrucks).

WegenseinerdieWirkungvonAcetylcholinunterdrückenden(anticholinergen)

EigenschaftensollteAnafranil®InjektionslösungnurmitVorsichtangewendet

werdenbeiPatientenmiterhöhtemAugeninnendruck(Engwinkelglaukom)oder

Harnverhalt(z.B.beiProstataerkrankungen)inderVergangenheit.

WegendesRisikoseinesSerotonin-Syndromsistesratsam,sichandie

empfohlenenDosierungenzuhaltenundDosissteigerungenmitbesondererVorsicht

vorzunehmen,wenngleichzeitigandereserotonin-agonistischwirkendeArzneimittel

angewendetwerden.EinSerotonin-SyndrommitSymptomenwiehohemFieber

(Hyperpyrexie),Muskelkrämpfen,gesteigerterkörperlicherErregbarkeit,

Krampfanfällen,DeliriumundKomakannmöglicherweiseauftreten,wenn

Anafranil®Injektionslösunggleichzeitigmitserotonin-agonistischenArzneimitteln

wieSSRIs,SNRIs,trizyklischenAntidepressivaoderLithiumgegebenwird.Für

Fluoxetin(bestimmtesArzneimittelzurBehandlungvonDepressionen)wirdeine

AuswaschphasevonzweibisdreiWochenvorundnachderBehandlungmit

Fluoxetinempfohlen.

Vorsichtistgeboten,wennAnafranil®InjektionslösungbeiPatientenmitschweren

LebererkrankungenundTumorendesNebennierenmarks(z.B.Phäochromozytom,

Neuroblastom)angewendetwerden,daBluthochdruckkrisenausgelöstwerden

können.

BeivielenPatientenmitAngststörungentretenzuBeginnderBehandlungmit

Anafranil®InjektionslösungverstärkteAngstzuständeauf.Dieseanfängliche

paradoxeVerstärkungderAngstzuständeistbesondersausgeprägtwährendder

erstenTagederBehandlungundklingtimAllgemeineninnerhalbvonzweiWochen

GelegentlichwurdedieAuslösungeinerPsychosebeischizophrenenPatienten,die

trizyklischeAntidepressivawieAnafranil®Injektionslösungerhielten,beobachtet.

BeiPatientenmitmanisch-depressivenErkrankungenkannesbeiBehandlungin

derdepressivenPhasezumehroderwenigerschwerenErregungszuständen

(hypomanischeundmanischeEpisoden)kommen.EineVerringerungderDosisvon

Anafranil®InjektionslösungoderdasAbsetzendesPräparatesunddieGabeeines

Antipsychotikums(MittelzurBehandlungvonPsychosen)kanndannerforderlich

seinsowienachEndederEpisodedieerneuteniedrigdosierteGabevonAnafranil®

Injektionslösung.

ZurErkennungderRisikolagemussvorderBehandlungmitAnafranil®

InjektionslösungderBlutdruckgemessenwerden.BeiPatientenmitniedrigem

Blutdruck,BlutdruckabfallbeimAufstehen(orthostatischeDysregulation)undlabilen

KreislaufverhältnissenkanneszustarkenBlutdruckabfällenkommen,

entsprechendeKontrollensindunterderTherapieangezeigt.

BeiPatientenmitSchilddrüsenüberfunktionundbeiBehandlungmit

Schilddrüsen-HormonenistVorsichtbeiderWahlderDosierunggeboten,da

unerwünschteHerz-Kreislauf-Effekteverstärktauftretenkönnen.

DieperiodischeKontrollederLeberenzymeistbeiPatientenmitLebererkrankungen

angezeigt.

DaesunterderBehandlungmitAntidepressivazuBlutbildveränderungenkommen

kann,sollteunterGabevonAnafranil®InjektionslösungdasBlutbildkontrolliert

werden.EntsprechendeKontrollensindinsbesonderebeiAuftretenvonFieberund

grippalenInfektenwährenddergesamtenDauerderBehandlungangezeigt.

EinegleichzeitigeAnwendungvonAnafranil®Injektionslösungund

ElektroschocktherapiesolltenuruntersorgfältigerÜberwachungdesPatienten

vorgenommenwerden.

BeiempfindlichenundälterenPatientenkannAnafranil®Injektionslösung,

insbesonderenachts,PsychosenmitVerwirrtheits-undErregungszuständen

auslösen.DieseverschwindenwenigeTagenachAbsetzendesArzneimittels.

BeiderBehandlungschwerdepressiverPatientenistgrundsätzlichzu

berücksichtigen,dassdasRisikoeinesSelbstmordesmitzumKrankheitsbildgehört

undbiszumEintritteinermaßgeblichenVerminderungderSymptometrotz

Behandlungfortbesteht.DiesePatientenbedürfeninderanfänglichen

TherapiephaseeinersorgfältigenÜberwachungundgegebenenfallseiner

stationärenBehandlung.ZuBeginnderBehandlungkanneine

KombinationstherapiemitBenzodiazepinen(ArzneimittelzurBeruhigung)oder

Neuroleptika(ArzneimittelzurBehandlungvonPsychosen)angezeigtsein.

Anafranil®InjektionslösungwurdeselteneralsanderetrizyklischeAntidepressivain

tödlicherÜberdosisgenommen.

SuizidgedankenundVerschlechterungIhrerDepression/Angststörung

WennSiedepressivsindoderunterAngststörungenleiden,könnenSie

manchmalGedankendaranhaben,sichselbstzuverletzenoderSuizidzu

begehen.SolcheGedankenkönnenbeidererstmaligenAnwendungvon

Antidepressivaverstärktsein,dennalledieseArzneimittelbraucheneinigeZeit

bissiewirken,gewöhnlichetwazweiWochen,manchmalauchlänger.

DasAuftretenderartigerGedankenistwahrscheinlicher,

wennSiebereitsfrühereinmalGedankendaranhatten,sichdasLebenzu

nehmenoderdarangedachthaben,sichselbstzuverletzen,

wennSieeinjungerErwachsenersind.ErgebnisseausklinischenStudien

habeneinerhöhtesRisikofürdasAuftretenvonSuizidverhaltenbeijungen

ErwachsenenimAlterbis25Jahregezeigt,dieuntereinerpsychiatrischen

ErkrankunglittenundmiteinemAntidepressivumbehandeltwurden.

GehenSiezuIhremArztodersuchenSieunverzüglicheinKrankenhausauf,

wennSiezuirgendeinemZeitpunktGedankendaranentwickeln,sichselbstzu

verletzenodersichdasLebenzunehmen.

Eskannhilfreichsein,wennSieeinemFreundoderVerwandtenerzählen,

dassSiedepressivsindoderuntereinerAngststörungleiden.BittenSiediese

Personen,diesePackungsbeilagezulesen.FordernSiesieaufIhnen

mitzuteilen,wennsiedenEindruckhaben,dasssichIhreDepressionoder

AngstzuständeverschlimmernoderwennsiesichSorgenüber

VerhaltensänderungenbeiIhnenmachen.

KinderundJugendliche

Anafranil®InjektionslösungsolltenichtzurBehandlungvonDepressionenbei

KindernundJugendlichenunter18Jahrenangewendetwerden.InStudienzur

BehandlungvonDepressionenindieserAltersgruppezeigtentrizyklische

AntidepressivakeinentherapeutischenNutzen.Studienmitanderen

Antidepressiva(SSRI,SNRI)habeneinerhöhtesRisikofürdasAuftretenvon

suizidalemVerhalten,SelbstschädigungundfeindseligemVerhaltenim

ZusammenhangmitderAnwendungdieserWirkstoffegezeigt.

DieseRisikenkönnenauchfürAnafranil®Injektionslösungnichtausgeschlossen

werden.

AußerdemistAnafranil®InjektionslösunginallenAltersgruppenmiteinemRisiko

fürNebenwirkungenamHerz-Kreislauf-Systemverbunden.

DarüberhinausliegenkeineDatenzurSicherheitbeiLangzeitanwendungbei

KindernundJugendlichenbezüglichWachstum,Reifungsowiezurgeistigen

EntwicklungundVerhaltensentwicklungvor(sieheauchKap.4)

VorsichtistgebotenbeiPatientenmitchronischerVerstopfung,daAnafranil®

InjektionslösunginsbesonderebeiälterenundbettlägrigenPatienteneinen

Darmverschluss(paralytischerIleus)auslösenkann.

VorchirurgischenEingriffensolltederAnästhesistüberdieTherapiemitAnafranil®

Injektionslösunginformiertwerden,dawenigüberdiegleichzeitigeVerabreichung

vontrizyklischenAntidepressivaundlokalenodersystemischenAnästhetika

(ArzneimittelzurörtlichenBetäubungoderNarkosemittel)bekanntist.

DabeiLangzeitbehandlungmitAntidepressivagehäuftZahnkariesund

Mundschleimhautveränderungenbeobachtetwurden,sollteregelmäßigder

Zahnstatusüberwachtwerden.

EineverminderteTränendrüsentätigkeitunddieAnsammlungvonschleimigem

SekretaufgrundanticholinergerEffektetrizyklischerAntidepressivakönnenzu

HornhautschädenbeiKontaktlinsenträgernführen.

AbruptesBeendeneinerBehandlungmitAnafranil®Injektionslösungsolltewegen

möglicherAbsetzphänomenevermiedenwerden.

BeiAnwendungvonAnafranil®InjektionslösungmitanderenArzneimitteln:

BitteinformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandereArzneimittel

einnehmen/anwendenbzw.vorkurzemeingenommen/angewendethaben,auch

wennessichumnichtverschreibungspflichtigeArzneimittelhandelt.

Anafranil®InjektionslösungkanndieblutdrucksenkendenWirkungenvon

Guanethidin,Betanidin,Reserpin,ClonidinundAlpha-Methyldopa(Arzneimittelzur

BehandlungdesBluthochdrucks)vermindernoderaufheben,beimitClonidin

behandeltenPatientenkanneszueinemWiederanstiegdesBlutdrucks

(Rebound-Hypertension)kommen.Patientenmitmedikamentös

behandlungsbedürftigemarteriellemBluthochdrucksolltendaherblutdrucksenkende

MittelmitanderenWirkmechanismenwiebeispielsweiseDiuretika(Mittelzur

ErhöhungderHarnausscheidung),Vasodilatatoren(MittelzurErweiterungder

Gefäße)oderBetarezeptoren-Blockererhalten.

BeigleichzeitigerVerabreichungandererArzneimittelmitdieWirkungvon

Acetylcholinunterdrückender(anticholinerger)WirkungwiePhenothiazine,

Antiparkinson-Mittel,Antihistaminika,Atropin,BiperidinistmiteinerVerstärkung

peripherer(Auge,Darm,Harnblase)undzentralerEffekte(insbesonderemit

Verwirrtheits-undErregungszuständen(Delir))zurechnen.

DieWirkungvonAlkoholunddieWirkungandererzentraldämpfendwirkender

Arzneimittel(z.B.Barbiturate,BenzodiazepineodersystemischeAnästhetika

(Narkosemittel))könnenbeigleichzeitigerAnwendungvonAnafranil®

Injektions-lösungverstärktwerden.

Diuretika(MittelzurErhöhungderHarnausscheidung)könnenzurVerringerungdes

KaliumgehaltesimBlut(Hypokaliämie)führen,diewiederumdasRisikoeiner

EKG-Veränderung(QTc-VerlängerungundTorsadesdesPointes)erhöht.Daher

musseineHypokaliämievorBeginnderAnwendungvonAnafranil®

Injektionslösungbehandeltwerden.

SollAnafranil®InjektionslösungnacheinerBehandlungmitMAO-Hemmern

(bestimmteArzneimittelgegenDepressionen)angewandtwerden,isteinzeitlicher

Zwischenraumvonmindestens14Tageneinzuhalten,dasonstschwerwiegende

unerwünschteWirkungen(u.a.Überaktivität,Hochdruckkrisen,hohesFieber

(Hyperpyrexie),Spastizität,Krämpfe,Muskelzuckungen,Delirien,Koma)auftreten

können.DieselbeVorsichtistgeboten,wennMAO-HemmerimAnschlussaneine

BehandlungmitAnafranil®Injektionslösungverabreichtwerdensollen.Nachoben

genanntemZeitraumsolltevorsichtigmitAnafranil®Injektionslösungbzw.

MAO-HemmernbegonnenunddieDosierunglangsamstufenweiseerhöhtwerden,

bisunterÜberwachungeineoptimaleEinstellungerreichtist.EsgibtGrundzuder

Annahme,dassAnafranil®Injektionslösungbereits24Stundennacheinem

reversiblenMAO-A-HemmstoffwieMoclobemidgegebenwerdenkann,aberdas

Zwei-Wochen-IntervallsolltebeiumgekehrterReihenfolgeeingehaltenwerden.

DiegleichzeitigeBehandlungmitselektiven

Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmstoffen(bestimmteArzneimittelzurBehandlung

vonDepressionen)undAnafranil®InjektionslösungkannzuzusätzlichenEffekten

aufdasserotonergeSystemführen.

EinSerotonin-Syndromkannmöglicherweiseauftreten,wennAnafranil®

InjektionslösunggleichzeitigmitdieWirkungvonSerotoninfördernd(serotonerg)

wirkendenSubstanzenwieselektivenSerotonin-Wiederaufnahme-Hemmern(SSRI),

Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern(SNRI),trizyklischen

AntidepressivaoderLithiumangewendetwird.VorundnachBehandlungmit

FluoxetinwirdeineAuswaschphasevon2-3Wochenempfohlen.

BeigleichzeitigerVerabreichungkannAnafranil®Injektionslösungdie

Herz-Kreislauf-WirkungvonSympathomimetikawieEpinephrin(Adrenalin),

Norepinephrin(Noradrenalin),Isoprenalin,EphedrinundPhenylephrin(z.B.Mittel

zurörtlichenBetäubung),sowievonNasentropfen,dieSympathikomimetika

enthalten,verstärken.

BestimmteMAO-Hemmstoffewiez.B.Moclobemid(MittelzurBehandlungvon

Depressionen),undbestimmteArzneimittelzurBehandlungvon

HerzrhythmusstörungenwieChinidinundPropafenondürfennichtgleichzeitigmit

Anafranil®Injektionslösungangewendetwerden.

SelektiveSerotonin-Wiederaufnahme-Hemmstoffe(SSRI)wieFluoxetin,Paroxetin,

SertralinoderFluvoxaminkönnendieKonzentrationvonClomipraminimBlutplasma

erhöhen,wobeientsprechendeNebenwirkungenauftretenkönnen.Der

PlasmaspiegelvonClomipraminhatsichbeigleichzeitigerAnwendungvon

FluvoxaminumetwadasVierfacheerhöht.

BeigleichzeitigerBehandlungmitAnafranil®InjektionslösungundNeuroleptika

(z.B.Phenothiazine,MittelzurBehandlungvonPsychosen)kanneszurErhöhung

derBlutspiegelvonClomipraminmitErniedrigungderKrampfschwelleundder

AuslösungvonKrampfanfällenkommen.UnterderKombinationvonAnafranil®

InjektionslösungundThioridazin(MittelzurBehandlungvonDepressionen)sind

schwereHerzrhythmusstörungenbeobachtetworden.

DiePlasmakonzentrationvonClomipraminkannbeigleichzeitigerBehandlungmit

Cimetidin,Methylphenidat,AlprazolamoderDisulfiramerhöhtsein,sodassdie

DosisvonAnafranil®Injektionslösungentsprechendverringertwerdensollte.

EswurdenkeineWechselwirkungenbeichronischerAnwendungvonMittelnzur

VerhütungderSchwangerschaft(täglich15oder30mgEthinylestradiol)und

Anafranil®Injektionslösung(täglich25mg)dokumentiert.Wechselwirkungenmit

Estrogenensindnichtzuerwarten.DennochwurdeninwenigenFällenbei

gleichzeitigerGabehoherEstrogen-Dosen(50mgtäglich)unddestrizyklischen

AntidepressivumsImipramineineerhöhteNebenwirkungsrateundeinverstärktes

therapeutischesAnsprechenfestgestellt.DieRelevanzdieserFällefürAnafranil®

InjektionslösungundniedrigereEstrogen-Dosenistunklar.DieÜberwachungdes

therapeutischenAnsprechensauftrizyklischeAntidepressivabeigleichzeitighohen

Estrogen-Dosen(50mgtäglich)wirdempfohlenundDosisanpassungenkönnen

notwendigsein.

TrizyklischeAntidepressivakönnendieblutgerinnungshemmendeWirkungvon

Cumarinderivatenwiez.B.Warfarin(MittelzurHerabsetzungderBlutgerinnung)

verstärken,indemsiederenAbbauüberdieLeberhemmen.EsgibtkeinenHinweis,

dassAnafranil®InjektionslösungdieMetabolisierungvonAntikoagulantienwie

Warfarinhemmt,dennochsolltenPatientenuntergleichzeitigerBehandlungmit

Anafranil®InjektionslösungundblutgerinnungshemmendenMitteln(orale

Antikoagulantien)verstärktüberwachtwerden.

Rifampicin(MittelzurBehandlungderTuberkulose)oderkrampflösendeMittel(z.B.

Barbiturate,Carbamazepin,PhenobarbitalundPhenytoin)könnendie

PlasmakonzentrationvonClomipraminherabsetzen.

NikotinundBestandteiledesZigarettenrauchsverminderndiePlasmakonzentration

vonClomipramin.BeiZigarettenrauchernwarendiePlasmakonzentrationenim

VergleichzuNichtrauchernhalbsohoch.

BeiAnwendungvonAnafranil®Injektionslösungzusammenmit

NahrungsmittelnundGetränken:

WährendderAnwendungvonAnafranil®InjektionslösungsolltenSiemöglichst

keinenAlkoholtrinken.

SchwangerschaftundStillzeit:

FragenSievorderEinnahme/AnwendungvonallenArzneimittelnIhrenArztoder

ApothekerumRat.

Schwangerschaft

DieErfahrungenmitAnafranil®InjektionslösunginderSchwangerschaftsind

begrenzt.DaeinmöglicherZusammenhangzwischenderBehandlungmitdieser

WirkstoffgruppeundnachteiligenEffekten(Entwicklungsstörungen)aufdenFötus

nichtauszuschließenist,solltenSiedieAnwendungvonAnafranil®Injektionslösung

währendderSchwangerschaftvermeidenundnurdanninBetrachtziehen,wenn

dererwarteteNutzennachsorgfältigerEinschätzungIhresArztesdaspotenzielle

RisikofürIhrKindrechtfertigt.SetzenSiesichdaherbitteumgehendmitIhremArzt

inVerbindung..

DaesbeiNeugeborenen,derenMütterbiszurGeburtAnafranil®Injektionslösung

anwenden,unterUmständenzuSymptomenwieAtemstörungen,Unruhe,

Lethargie,Koliken,Reizbarkeit,erhöhterodererniedrigterMuskelspannung,

Muskelzuckungenoder-krämpfen,BlaufärbungderHaut(Zyanose),erhöhter

TemperaturundKrämpfenwährenddererstenStundenoderTagekommenkann,

solltedurchIhrenbehandeltenArzterwogenwerdenAnafranil®Injektionslösung

zumindest7WochenvordemerrechnetenGeburtsterminzureduzierenoder

abzusetzen.

Stillzeit

DaderWirkstoffvonAnafranil®InjektionslösungindieMuttermilchübergeht,sollen

SieIhrenSäuglingwährendeinernotwendigenBehandlungnichtstillen.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen:

AuchbeibestimmungsgemäßemGebrauchundbesondersindenerstenTagender

TherapiekannAnafranil®InjektionslösungwegenSehstörungen,Benommenheit

undandererWirkungenaufdasZentralnervensystemdieFähigkeitzuraktiven

TeilnahmeamStraßenverkehrundzumBedienenvonMaschinenbeeinträchtigen.

DiesgiltinverstärktemMaßeimZusammenwirkenmitAlkoholoderanderen

zentralwirksamenMedikamenten.DahersolltendasFührenvonFahrzeugen,die

BedienungvonMaschinenodersonstigegefahrvolleTätigkeiten,zumindest

währenddererstenTagederBehandlung,unterbleiben.DieEntscheidunginjedem

EinzelfalltrifftderbehandelndeArztunterBerücksichtigungderindividuellen

ReaktionundderjeweiligenDosierung.

3 3.WIEISTANAFRANIL®INJEKTIONSLÖSUNGANZUWENDEN?

WendenSieAnafranil®InjektionslösungimmergenaunachderAnweisungdes

Arztesan.BittefragenSiebeiIhremArztoderApothekernach,wennSiesichnicht

ganzsichersind.

VorBeginnderAnwendungvonAnafranil®Injektionslösungmusseinebestehende

verringerteKaliumkonzentrationimBlut(Hypokaliämie)behandeltwerden.

DosierungundDauerderAnwendungmüssenderindividuellenReaktionslage,dem

AnwendungsgebietundderSchwerederErkrankungangepasstwerden.

ZuBeginnistdieDosisschrittweisesolangeinnerhalbdeszugelassenen

Dosisbereicheszusteigern,bisderPatientaufdieBehandlunganspricht,danachist

durchlangsameDosisverringerungdieErhaltungsdosisfestzulegen.Hierbeigilt,

dasszwarbeieinemAnsprechendesPatientendieDosissokleinwiemöglich

gehaltenwerdensollte,dassaufderanderenSeiteaberbeieinemNichtansprechen

derzurVerfügungstehendeDosierungsbereichausgenutztwerdensollte.Zu

BehandlungsendemussdieDosisschrittweiseverringertwerden.

WenngleichzeitiganderedieWirkungvonSerotoninförderndeSubstanzen(direkte

oderindirekteSerotonin-Agonisten)angewendetwerden,wirdzurEinhaltungder

empfohlenenDosenvonAnafranil®Injektionslösunggeratenundjede

DosiserhöhungsolltenurmitbesondererVorsichtvorgenommenwerden.

FallsvomArztnichtandersverordnet,istdieüblicheDosis:

Depressionen,Zwangsstörungen,PhobienundPanikstörungen

IntramuskuläreAnwendung

ZuBeginnderBehandlung1bis2AmpullenAnafranil®Injektionslösung

(entsprechend25bis50mgClomipraminhydrochlorid),täglicheSteigerungum1

AmpullebiszueinerTagesdosisvon4bis6Ampullen(entsprechend100bis150

mgClomipraminhydrochlorid).NacherfolgreicherparenteralerBehandlung

allmählicheReduktionderDosisbeigleichzeitigemÜbergangaufdieoraleGabe.

IntravenöseInfusionsbehandlung

Initialwerdentäglich2bis3AmpullenAnafranil®Injektionslösung(entsprechend50

bis75mgClomipraminhydrochlorid)in250bis500mlInfusionslösung(z.B.5%-ige

Glukoselösungoder0,9%-igephysiologischeKochsalzlösung)über2bis3Stunden

intravenösinfundiert.EineDosissteigerungaufbiszu6AmpullenAnafranil®

Injektionslösung(entsprechend150mgClomipraminhydrochlorid)täglichist

möglich.DemTagesverlaufdepressiverErkrankungenentsprechendempfiehltes

sich,dieApplikationamMorgendurchzuführen.BeiambulanterBehandlungmuss

einesorgfältigeÜberwachungdesPatientenauchnachApplikationderInfusion

gewährleistetsein.BeitherapeutischerWirksamkeit,dieinderRegelinnerhalbder

erstenWochezubeobachtenist,solltedieparenteraleBehandlungnochfür3bis5

Tagefortgesetztwerden.ImAnschlussandieInfusionsbehandlungmussdie

TherapiezurAufrechterhaltungdesBehandlungserfolgesoralweitergeführtwerden,

dabeientsprecheninderRegel50mgoralgegebenesClomipraminhydrochlorid

(z.B.2überzogeneTablettenAnafranil®25mg)1AmpulleAnafranil®

Injektionslösung(entsprechend25mgClomipraminhydrochlorid).Derstufenweise

ÜbergangvonderInfusionsbehandlungaufdieoraleErhaltungstherapiekannauch

durchUmstellungaufintramuskuläreInjektionenerfolgen.

ChronischeSchmerzzustände

BeginnderBehandlungdurchintravenöseInfusionsbehandlungmit1bis2

AmpullenAnafranil®Injektionslösung(entsprechend25bis50mg

Clomipraminhydrochlorid)täglich,beiTherapieansprechenUmstellungder

Behandlungauf2bis6überzogeneTablettenAnafranil®25mg(entsprechend50

bis150mgClomipraminhydrochlorid)proTag.

DieDosierungmussindividuellunterBerücksichtigungeinereventuellen

KombinationmitSchmerzmittelnangepasstwerden.

ErfahrungenüberdieBehandlungvonKindernunter5JahrenmitAnafranil®

Injektionslösungliegennichtvor.

ArtderAnwendung:

Anafranil®InjektionslösungwirdimRahmeneinerstationärenInitialbehandlung

intravenösinfundiertoderintramuskulärinjiziert.

BittesprechenSiemitIhremArztoderApotheker,wennSiedenEindruckhaben,

dassdieWirkungvonAnafranil®Injektionslösungzustarkoderzuschwachist.

WennSieeinegrößereMengeAnafranil®Injektionslösungangewendethaben

alsSiesollten:

VerständigenSiebeiVerdachtaufeineVergiftungsoforteinenArztoderNotarzt!

DieintensivmedizinischeBehandlungistsoschnellwiemöglicheinzuleiten!

Anafranil®InjektionslösungkannstarkeVergiftungserscheinungenauslösen,Kinder

undKleinkindersindbesondersgefährdet.

WennSiedieAnwendungvonAnafranil®Injektionslösungvergessenhaben:

SofernSiedenAnwendungsfehlerinnerhalbvon3Stundenbemerkthaben,können

SiedieAnwendungnachholen.AnsonstenwendenSiebeimnächstenMalnicht

mehrvonAnafranil®Injektionslösungan,sondernsetzenSiedieBehandlungmit

derverordnetenDosisfort.

WennSiedieAnwendungvonAnafranil®Injektionslösungabbrechen:

SprechenSieaufjedenFallmitIhremArzt,bevorSie-z.B.aufgrunddes

AuftretensvonNebenwirkungen-eigenmächtigdieBehandlungmitAnafranil®

Injektionslösungunterbrechenodervorzeitigbeenden.

BeiplötzlichemAbsetzenkanneszuAbsetzeffektenkommen,wieÜbelkeit,

Erbrechen,Bauchschmerzen,Durchfall,Schlaflosigkeit,Kopfschmerzen,Nervosität

undAngstgefühl.

EineeventuelleBeendigungderBehandlungistdaherdurchlangsame

VerringerungderDosisvorzunehmen.

WennSieweitereFragenzurAnwendungdesArzneimittelshaben,fragenSieIhren

ArztoderApotheker.

4 4.WELCHENEBENWIRKUNGENSINDMÖGLICH?

WiealleArzneimittelkannAnafranil®InjektionslösungNebenwirkungenhaben,die

abernichtbeijedemauftretenmüssen.

DieNebenwirkungensindüblicherweiseleichterundvorübergehenderNaturund

verschwindenimLaufederBehandlungodermitDosisverringerung.Siehängen

abernichtimmermitderDosisoderPlasmakonzentrationvonClomipramin

zusammen.Oftisteszudemschwierig,unerwünschteEffektevonSymptomender

DepressionwieMüdigkeit,Schlafstörungen,Erregung,Angst,Verstopfungund

Mundtrockenheitabzugrenzen.

WennschwerwiegendeneurologischeoderpsychischeReaktioneneintreten,sollten

Anafranil®Injektionslösungabgesetztwerden.

ÄltereMenschenreagierenbesondersempfindlichaufdieWirkungvonAcetylcholin

hemmende(anticholinerge),Nervenzell-bedingte(neuronale),psychischeoder

Herz-Kreislauf-Effekte.IhreFähigkeit,Präparateabzubauenundauszuscheiden,

kannvermindertsein,sodassdieGefahrerhöhterPlasmakonzentrationenauch

untertherapeutischenDosenbesteht.

BeiderBewertungvonNebenwirkungenwerdenfolgendeHäufigkeitsangaben

zugrundegelegt:

Sehrhäufig: mehrals1Behandeltervon10

Häufig: 1bis10Behandeltevon100

Gelegentlich: 1bis10Behandeltevon1.000

Selten: 1bis10Behandeltevon10.000

Sehrselten: wenigerals1Behandeltervon10.000

Nichtbekannt:HäufigkeitaufGrundlagederverfügbarenDatennicht

abschätzbar

MöglicheNebenwirkungen:

Blutsystem

Sehrselten:VerringerungderAnzahlderweißenBlutkörperchen(Leukopenie),

FehlenallerZellendesblutbildendenSystems(Agranulozytose),Abnahmeder

Blutplättchen(Thrombozytopenie),ErhöhungdereosinophilenBlutkörperchen,

Hautblutungen.

Überempfindlichkeit

Sehrselten:EntzündungderLunge(Alveolitis)durcheineallergischeReaktionmit

oderohneErhöhungbestimmterweißerBlutkörperchen(Eosinophilie),allergische

ReaktionenmitErniedrigungdesarteriellenBlutdruckes.

Hormonsystem

Sehrhäufig:Gewichtszunahme,sexuelleFunktionsstörungen(StörungvonLibido

undPotenz).

Häufig:SekretabsonderungenausderBrustdrüsebeiFrauen,

BrustdrüsenvergrößerungbeiMännern.

Sehrselten:SIADH(SyndromderinadäquatenADH-Sekretionoder

Schwartz-BartterSyndrom).

Psyche

Sehrhäufig:Benommenheit,Müdigkeit,innereUnruhe,Appetitsteigerung.

Häufig:Verwirrtheitszustände,Desorientiertheit,Halluzinationen(insbesonderebei

älterenPatientenoderParkinson-Kranken),Angstzustände,Erregung,

Schlafstörungen,mehroderwenigerschwereErregungszustände(Hypomanieoder

Manie),Aggressivität,Gedächtnis-undKonzentrationsstörungen,

Persönlichkeitsstörungen,verstärkteDepression,Schlaflosigkeit,Alpträume,

Gähnen.

Gelegentlich:AktivierungpsychotischerSymptome.

Nervensystem

Sehrhäufig:Schwindel,Zittern,Kopfschmerzen,Muskelkrämpfe.

Häufig:Verwirrtheits-undErregungszustände(Delir),Sprachstörungen,

Missempfindungen(Taubheitsgefühl,Kribbeln),Muskelschwäche,

Muskelvergrößerung.

Gelegentlich:Krampfanfälle,Bewegungsstörungen(Ataxie).

Sehrselten:EEG-Veränderungen,hohesFieber(Hyperpyrexie).

VegetativesNervensystem(anticholinergeEffekte)

Sehrhäufig:Mundtrockenheit,Schwitzen,Verstopfung,verschwommenesSehen,

Harnentleerungsstörungen.

Häufig:Hitzewallungen,Pupillenerweiterungen.

Sehrselten:GrünerStar,Harnsperre.

Sinnesorgane

Häufig:Geschmacksstörungen,Ohrengeräusche(Tinnitus).

Herz-Kreislauf-System

Häufig:SchnelleHerzschlagfolge(Sinustachykardien),„Herzstolpern“

(Palpitationen),BlutdruckabfallbeimAufstehen(orthostatischeDysregulation),

EKG-VeränderungenohneKrankheitswertbeimHerzgesunden(z.B.ST-und

T-Veränderungen).

Gelegentlich:Herzrhythmusstörungen,Blutdrucksteigerung.

Sehrselten:Reizleitungsstörungen(z.B.QRS-Verbreiterung,Verlängerungdes

QT-Intervalls,PQ-Veränderungen,Schenkelblock,TorsadesdesPointes,besonders

beiPatientenmiterniedrigtemKaliumgehaltimBlut).

Magen-Darm-System

Sehrhäufig:Übelkeit.

Häufig:Erbrechen,Bauchschmerzen,Durchfall,Appetitlosigkeit.

Leber-undGallensystem

Häufig:AnstiegderLeberenzymaktivitäten(meistTransaminasen).

Sehrselten:LeberentzündungmitoderohneGelbsucht.

HautundAnhangsgebilde

Häufig:AllergischeHautreaktionen(Ausschlag,Nesselsucht),Lichtempfindlichkeit,

Juckreiz.

Sehrselten:WassereinlagerungeninsGewebe(lokaleodergeneralisierteÖdeme),

Haarausfall.

Verschiedenes

DiefolgendenSymptometretenhäufignachplötzlicherUnterbrechungder

BehandlungoderDosisverringerungauf:Übelkeit,Erbrechen,Bauchschmerzen,

Durchfall,Schlaflosigkeit,Kopfschmerzen,NervositätundAngstgefühl.

FällevonSuizidgedankenundsuizidalemVerhaltenwährendderTherapiemit

Anafranil®InjektionslösungoderkurzeZeitnachBeendigungderBehandlungsind

berichtetworden(sieheAbschnitt„BesondereVorsichtbeiderAnwendungvon

Anafranil®Injektionslösung“).

InformierenSiebitteIhrenArztoderApotheker,wenneinederaufgeführten

NebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSieNebenwirkungenbemerken,

dienichtindieserGebrauchsinformationangegebensind.

5 5.WIEISTANAFRANIL®INJEKTIONSLÖSUNGAUFZUBEWAHREN?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

SiedürfendasArzneimittelnachdemaufderFaltschachtelunddem

Ampullenetikettnach<Verwendbarbis>angegebenenVerfalldatumnichtmehr

verwenden.DasVerfalldatumbeziehtsichaufdenletztenTagdesMonats.

Aufbewahrungsbedingungen:

AmpullenimUmkartonaufbewahren,umdenInhaltvorLichtzuschützen.

6 6.WEITEREINFORMATIONEN

WasAnafranil®Injektionslösungenthält:

DerWirkstoffist:Clomipraminhydrochlorid

1Ampulleenthält2mlInjektionslösungmit25mgClomipraminhydrochlorid,

entsprechend22,4mgClomipramin.

DiesonstigenBestandteilesind:Glycerol,WasserfürInjektionszwecke.

WieAnafranil®InjektionslösungaussiehtundInhaltderPackung:

WässrigeInjektionslösung

Anafranil®InjektionslösungistinPackungenmit10Ampullen(N2)erhältlich.

PharmazeutischerUnternehmer

DOLORGIETGmbH&Co.KG

Otto-von-Guericke-Straße1

D-53757SanktAugustin/Bonn

Telefon:02241/317-0

Telefax:02241/317390

E-Mail:info@dolorgiet.de

Hersteller

WeimerPharmaGmbH

ImSteingerüst30

76437Rastatt

Telefon:07222/504157

Telefax:07222/5044157

E-Mail:info@weimer.de

DieseGebrauchsinformationwurdezuletztüberarbeitetimJuni2008.

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-1-

Fachinformation(ZusammenfassungderMerkmaledesArzneimittels/SPC)

(Firmenzeichen) Anafranil ®

1. BezeichnungdesArzneimittels

Anafranil ® 10mg

Anafranil ® 25mg

Anafranil ® 75mgretard

Anafranil ® Injektionslösungzuri.m.Injektionundi.v.Infusion

Wirkstoff:Clomipraminhydrochlorid

2. QualitativeundquantitativeZusammensetzung

Anafranil10mg

1überzogeneTabletteenthält10mgClomipraminhydrochlorid,entsprechend9mg

Clomipramin.

Anafranil25mg

1überzogeneTabletteenthält25mgClomipraminhydrochlorid,entsprechend22,4mg

Clomipramin.

Anafranil75mgretard

1Retardtablette(teilbar)enthält75mgClomipraminhydrochlorid,entsprechend67,2mg

Clomipramin.

AnafranilInjektionslösungzuri.m.Injektionundi.v.Infusion

1Ampulleenthält2mlInjektionslösungmit25mgClomipraminhydrochlorid,entsprechend

22,4mgClomipramin.

SonstigeBestandteilesieheunter6.1„sonstigeBestandteile“

3. Darreichungsform

Anafranil10mg

überzogeneTabletten

Hellgelbe,dreieckige,bikonvexeüberzogeneTabletten.

HöhedesDreiecks:ca.5,8mm

Dicke:ca.3,3mm

Anafranil25mg

überzogeneTabletten

Hellgelbe,runde,bikonvexeüberzogeneTablettenmiteinemDurchmesservonca.5,6

mmundeinerDickevonca.3,5mm.

Anafranil75mgretard

Retardtabletten

Pinkfarbene,kapselförmige,bikonvexeTablettenmitBruchkerbeaufbeidenSeiten.Eine

SeiteträgtdiePrägung„C/G“,dieandereSeite„G/D“.

Länge:ca.13,2mm

Breite:ca.5,2mm

Dicke:ca.4,6mm

AnafranilInjektionslösungzuri.m.Injektionundi.v.Infusion

WässrigeInjektionslösung

4. KlinischeAngaben

4.1 Anwendungsgebiete

DepressiveErkrankungen,

Zwangsstörungen,PhobienundPanikstörungen,

LangfristigeSchmerzbehandlungimRahmeneinestherapeutischen

Gesamtkonzeptes,

beiSchlaflähmung

beiplötzlichemVerlustderMuskelspannung(Kataplexie),

HalluzinationenbeizwanghaftenSchlafanfällenwährenddesTages(hypnagoge

HalluzinationenbeiNarkolepsie)

Anafranil10mg,Anafranil25mgundAnafranil75mgretardzusätzlich

Schlaflähmung,Kataplexie,hypnagogeHalluzinationenbeiNarkolepsie

Anafranil25mgundAnafranil10mgzusätzlich

FunktionelleEnuresisnocturna(nachdem5.LebensjahrundnachAusschluss

organischerUrsachen)imRahmeneinestherapeutischenGesamtkonzeptes

4.2 Dosierung,ArtundDauerderAnwendung

VorBeginnderAnwendungvonAnafranilmusseinebestehendeHypokaliämiebehandelt

werden(sieheAbschnitt4.4„WarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfürdie

Anwendung“).

DosierungundDauerderAnwendungmüssenderindividuellenReaktionslage,dem

AnwendungsgebietundderSchwerederErkrankungangepasstwerden.

ZuBeginnistdieDosisschrittweisesolangeinnerhalbdeszugelassenenDosisbereiches

-3-

DosisreduktiondieErhaltungsdosisfestzulegen.Hierbeigilt,dasszwarbeieinem

AnsprechendesPatientendieDosissokleinwiemöglichgehaltenwerdensollte,dassauf

deranderenSeiteaberbeieinemNichtansprechenderzurVerfügungstehendeDo-

sierungsbereichausgenutztwerdensollte.ZuBehandlungsendemussdieDosis

schrittweiseverringertwerden.

ZurVorbeugunggegeneinmöglichesSerotonin-SyndromwirdzurEinhaltungder

empfohlenenDosenvonAnafranilgeraten.JedeDosiserhöhungsolltenurmitbesonderer

Vorsichtvorgenommenwerden,wenngleichzeitiganderedirekteoderindirekteSerotonin-

Agonistenangewendetwerden(sieheAbschnitte4.4„Warnhinweiseund

VorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung“und4.5„Wechselwirkungenmitanderen

ArzneimittelnundsonstigeWechselwirkungen“).

Anafranil10mg

Panikstörungen:

BeginnderBehandlungmiteinerüberzogenenTablettenAnafranil10mg(entsprechend

10mgClomipraminhydrochlorid)proTag,unterUmständenzusätzlichundbefristetein

Benzodiazepin.InAbhängigkeitvonderVerträglichkeitSteigerungderTagesdosisin

10mg-SchrittenbeischrittweiserReduktionderBenzodiazepin-Dosis.Diewirksamen

TagesdosenliegeninderRegelzwischen50und100mgClomipraminhydrochlorid.Falls

notwendig,kanndieDosisaufbiszu150mgClomipraminhydrochloriderhöhtwerden.Bei

ErreichenderwirksamenDosisisteinÜbergangaufAnafranil25mgoderAnafranil75mg

retardsinnvoll.BeistabilemTherapieerfolglangsamesAusschleichenin10mg-Schritten

unterEinsatzvonAnafranil10mg.

Geriatrie:

BeginnderBehandlungmiteinerüberzogenenTabletteAnafranil10mg(entsprechend10

mgClomipraminhydrochlorid)proTag.AllmählicheSteigerungbiszueinerDosisvon

täglich3bis5überzogeneTablettenAnafranil10mg(entsprechend30bis50mg

Clomipraminhydrochlorid),dienachetwa10Tagenerreichtseinsollte.DieBehandlung

mitdieserDosissollteübermehrereWochenbisMonateweitergeführtwerden.

Pädiatrie:

BeginnderBehandlungmiteinerüberzogenenTabletteAnafranil10mg(entsprechend10

mgClomipraminhydrochlorid)proTag.SteigerungderTagesdosisimVerlaufvon10

Tagenauf2überzogeneTablettenAnafranil10mg(entsprechend20mg

Clomipraminhydrochlorid)bei5-bis7-jährigen,auf2bis5überzogeneTablettenAnafranil

10mg(entsprechend20bis50mgClomipraminhydrochlorid)bei8-bis14-jährigen,auf5

überzogeneTablettenAnafranil10mg(entsprechend50mgClomipraminhydrochlorid)bei

über14JahrealtenPatienten.Beiüber14JahrealtenPatientenkannerforderlichenfalls

dieDosisbisaufdiebeiErwachsenenüblicheDosisgesteigertwerden.DieDauerder

BehandlungbeträgtüblicherweiseeinigeMonate.

DiejeweilserforderlicheDosisistmöglichstgleichmäßigüberdenTagverteiltzuoder

nachdenMahlzeitenmitFlüssigkeiteinzunehmen.

BeiEnuresis(beiKindernab5JahrenundnachAusschlussorganischerUrsachen)

solltendieüberzogenenTablettenalsEinzelgabenachderletztenMahlzeit(Abendessen)

verabreichtwerden.Kinder,diefrüheinnässen,erhalteneinenTeilderDosisbereitsum

16:00Uhr.NachEintrittdesTherapieerfolgesisteinestufenweiseSenkungderDosisbis

zurErhaltungsdosisvorzunehmenunddieBehandlungüber1bis3Monatefortzuführen.

AlternativkanninderErhaltungstherapieAnafranil25mgalshöherdosierte

DarreichungsformineinerDosierungvon1bis2überzogeneTabletten(entsprechend25

bis50mgClomipraminhydrochlorid)eingesetztwerden.

ErfahrungenüberdieBehandlungvonKindernunter5JahrenmitAnafranil10mgliegen

nichtvor.

Anafranil25mg

Depressionen,Zwangsstörungen,PhobienundPanikstörungen:

ZuBeginnderBehandlungtäglich2bis3überzogeneTablettenAnafranil25mg

(entsprechend50bis75mgClomipraminhydrochlorid).InnerhalbeinerWoche

stufenweiseErhöhungderTagesdosisauf4bis6überzogeneTablettenAnafranil25mg

(entsprechend100bis150mgClomipraminhydrochlorid)inAbhängigkeitvonder

individuellenVerträglichkeit.EineSteigerungaufbiszu225mgClomipra-minhydrochlorid

(9überzogeneTablettenAnafranil25mg)proTagistunterklinischenBedingungen

möglich.InAusnahmefällenkönnenauchhöhereDosen(nichtüber250mg)klinisch

erforderlichsein.

NachdeutlicherBesserungsolltedieBehandlungübermehrereWochenbisMonatemit

einertäglichenErhaltungsdosisvon2bis4überzogeneTablettenAnafranil25mg

(entsprechend50bis100mgClomipraminhydrochlorid)weitergeführtwerden.DasEnde

derdepressivenPhaseistdurchvorsichtigeDosisreduktionzuermitteln.

NarkoleptischesSyndrom:

1–3maltäglicheineüberzogeneTabletteAnafranil25mg(entsprechend25bis75mg

Clomipraminhydrochlorid).

ChronischeSchmerzzustände:

Täglich1bis6überzogeneTablettenAnafranil25mg(entsprechend25bis150mg

Clomipraminhydrochlorid).FürniedrigereDosierungenstehenDarreichungsformenmit

geringererDosisstärkezurVerfügung.DieDosierungmussindividuellunter

BerücksichtigungeinereventuellenKombinationmitAnalgetikaangepasstwerden.

DiejeweilserforderlicheDosisistmöglichstgleichmäßigüberdenTagverteiltzuoder

-5-

FunktionelleEnuresisnocturna:

BehandlungvonKindernineinemAlterab5JahrennachAusschlussorganischer

Ursachen.

1–2maltäglicheineüberzogeneTabletteAnafranil25mg(entsprechend25mg

Clomipraminhydrochlorid).DieüberzogenenTablettensolltenalsEinzelgabenachder

letztenMahlzeit(Abendessen)verabreichtwerden.Kinder,diefrüheinnässen,erhalten

einenTeilderDosisbereitsum16:00Uhr.NachEintrittdesTherapieerfolgesstufen-weise

SenkungderDosisbiszurErhaltungsdosisundFortführungderBehandlung

über1bis3Monate.

SindgeringereEinzeldosenangezeigt,kannalternativeineniedrigerdosierte

Darreichungsformeingesetztwerden.

ErfahrungenüberdieBehandlungvonKindernunter5JahrenmitAnafranil25mgliegen

nichtvor.

Anafranil75mgretard

Depressionen,Zwangsstörungen,PhobienundPanikstörungen:

ZuBeginnderBehandlungeinmaltäglich,vorzugsweiseabends,1Retardtablette

Anafranil75mgretard(entsprechend75mgClomipraminhydrochlorid).Isteineniedrigere

Dosierungangezeigt,kanndieBehandlungmit½RetardtabletteAnafranil75mgretard

(entsprechend37,5mgClomipraminhydrochlorid)täglichdurchgeführtwerden.In

schwerenFällenkanndieDosisinnerhalbeinerWocheinAbhängigkeitvonder

Verträglichkeitauf2RetardtablettenAnafranil75mgretard(entsprechend150mg

Clomipraminhydrochlorid)täglichgesteigertwerden.EineSteigerungderDosisaufbiszu

3RetardtablettenAnafranil75mgretard(entsprechend225mgClomipraminhydrochlorid)

istunterklinischenBedingungenmöglich.

NachdeutlicherBesserungsolltedieBehandlungübermehrereWochenbisMonatemit

einertäglichenErhaltungsdosisvon1RetardtabletteAnafranil75mgretardweitergeführt

werden.DasEndederdepressivenPhaseistdurchvorsichtigeDosisreduktionzu

ermitteln.Hierfürkönnen½RetardtabletteAnafranil75mgretard(entsprechend37,5mg

Clomipraminhydrochlorid)oderAnafranil25mgverwendetwerden.

NarkoleptischesSyndrom:

Einmaltäglich1RetardtabletteAnafranil75mgretard(entsprechend75mg

Clomipraminhydrochlorid)vorzugsweiseabends.IsteineniedrigereDosierungangezeigt,

können½RetardtabletteAnafranil75mgretard(entsprechend37,5mgClomi-

praminhydrochlorid),Anafranil25mgoderAnafranil10mgeingesetztwerden.

ChronischeSchmerzzustände:

Einmaltäglich1RetardtabletteAnafranil75mgretard(entsprechend75mg

Clomipraminhydrochlorid)vorzugsweiseabends.IsteineniedrigereDosierungangezeigt,

können½RetardtabletteAnafranil75mgretard(entsprechend37,5mgClomi-

praminhydrochlorid),Anafranil25mgoderAnafranil10mgeingesetztwerden.In

schwerenFällenkanndieDosisinnerhalbeinerWocheinAbhängigkeitvonder

Verträglichkeitauf2RetardtablettenAnafranil75mgretard(entsprechend150mg

Clomipraminhydrochlorid)täglichgesteigertwerden.

DieDosierungmussindividuellunterBerücksichtigungeinereventuellenKombinationmit

Analgetikaangepasstwerden.

DieRetardtablettenkönnenhalbiertwerden.

AnafranilInjektionslösungzuri.m.Injektionundi.v.Infusion

Depressionen,Zwangsstörungen,PhobienundPanikstörungen

IntramuskuläreApplikation

ZuBeginnderBehandlung1bis2AmpullenAnafranilInjektionslösung(entsprechend

25bis50mgClomipraminhydrochlorid),täglicheSteigerungum1Ampullebiszueiner

Tagesdosisvon4bis6Ampullen(entsprechend100bis150mg

Clomipraminhydrochlorid).NacherfolgreicherparenteralerBehandlungallmähliche

ReduktionderDosisbeigleichzeitigemÜbergangaufdieoraleGabe.

IntravenöseInfusionsbehandlung

Initialwerdentäglich2bis3AmpullenAnafranilInjektionslösung(entsprechend50bis

75mgClomipraminhydrochlorid)in250bis500mlInfusionslösung(z.B.5%-ige

Glukoselösungoder0,9%-igephysiologischeKochsalzlösung)über2bis3Stunden

intravenösinfundiert.EineDosissteigerungaufbiszu6AmpullenAnafranil

Injektionslösung(entsprechend150mgClomipraminhydrochlorid)täglichistmöglich.

DemTagesverlaufdepressiverErkrankungenentsprechendempfiehltessich,die

ApplikationamMorgendurchzuführen.BeiambulanterBehandlungmusseine

sorgfältigeÜberwachungdesPatientenauchnachApplikationderInfusion

gewährleistetsein.BeitherapeutischerWirksamkeit,dieinderRegelinnerhalbder

erstenWochezubeobachtenist,solltedieparenteraleBehandlungnochfür3bis5

Tagefortgesetztwerden.ImAnschlussandieInfusionsbehandlungmussdieTherapie

zurAufrechterhaltungdesBehandlungserfolgesoralweitergeführtwerden,dabei

entsprecheninderRegel50mgoralappliziertesClomipraminhydrochlorid

(z.B.2überzogeneTablettenAnafranil25mg)1AmpulleAnafranilInjektionslösung

(entsprechend25mgClomipraminhydrochlorid).DerstufenweiseÜbergangvonder

InfusionsbehandlungaufdieoraleErhaltungstherapiekannauchdurchUmstellungauf

intramuskuläreInjektionenerfolgen.

ChronischeSchmerzzustände

BeginnderBehandlungdurchintravenöseInfusionsbehandlungmit1bis2Ampullen

AnafranilInjektionslösung(entsprechend25bis50mgClomipraminhydrochlorid)

täglich,beiTherapieansprechenUmstellungderBehandlungauf2bis6Dragées

Anafranil25mg(entsprechend50bis150mgClomipraminhydrochlorid)proTag.

DieDosierungmussindividuellunterBerücksichtigungeinereventuellenKombination

mitAnalgetikaangepasstwerden.

ErfahrungenüberdieBehandlungvonKindernunter5JahrenmitAnafranil

Injektionslösungliegennichtvor.

-7-

Anafranil10mgundAnafranil25mg

DieEinnahmeerfolgtzuodernachdenMahlzeitenunzerkautmitausreichendFlüssigkeit.

Anafranil75mgretard

DieEinnahmeerfolgtvorodernachdenMahlzeitenunzerkautmitausreichend

Flüssigkeit.

AnafranilInjektionslösungzuri.m.Injektionundi.v.Infusion

AnafranilInjektionslösungwirdimRahmeneinerstationärenInitialbehandlungintravenös

infundiertoderintramuskulärinjiziert.

Hinweise

DieeinleitendeBehandlungistdurchschrittweiseDosissteigerungunddieBeendigung

derBehandlungdurchlangsameVerringerungderDosisvorzunehmen.Einplötzliches

Absetzeneinerlängerfristigen,hochdosiertenTherapiemitAnafranilsolltevermieden

werden,damitAbsetzsymptomenwieUnruhe,Schweißausbrüchen,Übelkeit,Erbrechen

undSchlafstörungenzurechnenist.

DieInjektionslösungeignetsichinersterLiniezurAkutbehandlung.Nach1bis2Wochen

solltedieWeiterbehandlungauforaleDarreichungsformenumgestelltwerden.

WährenddieberuhigendeWirkungmeistunmittelbarindenerstenTageneinsetzt,istdie

stimmungsaufhellendeWirkunginderRegelnach1-3Wochenzuerwarten.Überdie

DauerderBehandlungmussderArztindividuellentscheiden.DiemittlereDauereiner

BehandlungsperiodebiszumNachlassenderKrankheitserscheinungenbeträgtim

Allgemeinenmindestens4-6Wochen.

BeiendogenenDepressionensollnachRückbildungderdepressivenSymptomatikdie

Behandlungeventuellmiteinerverringerten(ambulanten)Dosisfür4-6Monate

weitergeführtwerden.

4.3 Gegenanzeigen

Anafranildarfnichtangewendetwerdenbei:

bekannterÜberempfindlichkeitgegenClomipraminhydrochlorid,diesonstigen

BestandteilevonAnafraniloderanderetrizyklischeAntidepressiva,

akutenIntoxikationenmitzentraldämpfendenPharmakawieHypnotika,Analgetika

oderPsychopharmakaodermitAlkohol,

akutemHarnverhalten,

akutenDelirien,

unbehandeltemEngwinkelglaukom,

ProstatahypertrophiemitRestharnbildung,

Pylorusstenose,

paralytischemIleus,

gleichzeitigerBehandlungmitMAO-Hemmern(sieheAbschnitt4.5

"WechselwirkungenmitanderenMitteln"),

akutemStadiumeinesMyokardinfarktes,

angeborenemQT-SyndrommitverlängertemQT-Intervall.

4.4 BesondereWarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung

Warnhinweise

TrizyklischeAntidepressivasenkenbekanntermaßendieKrampfschwelle.Daherdarf

AnafranilnurmitäußersterVorsichtbeiPatientenmitEpilepsieoderanderen

prädisponierendenFaktorenwiez.B.HirnschädenunterschiedlicherÄtiologie,

gleichzeitigerAnwendungvonNeuroleptika,nachAlkoholentzugoderAbsetzenvon

ArzneimittelnmitantikonvulsivenEigenschaften(z.B.Benzodiazepine)angewendet

werden.Esistmöglich,dassdasAuftretenvonKrampfanfällendosisabhängigist.Daher

darfdieempfohlenetäglicheGesamtdosisvonAnafranilnichtüberschrittenwerden.

AnafranildarfnurmitbesondererVorsichtbeiPatientenmitHerzinsuffizienzund

VorschädigungendesHerzens,insbesonderebeiErregungsleitungsstörungen,

angewendetwerden:PatientenmitvorbestehendemAV-BlockI.Gradesoderanderen

Erregungsleitungsstörungen,vorallemLinksschenkelblock,solltennurunter

engmaschigerEKG-Kontrolle,PatientenmitvorbestehendenhöhergradigenAV-

Blockierungenoderdiffusensupraventrikulärenoderventrikulären

ErregungsleitungsstörungennurinAusnahmefällenmitAnafranilbehandeltwerden.

EsbestehtdasRisikoeinerQTc-VerlängerungundvonTorsadesdesPointes,

insbesonderebeiDosen,dieüberdertherapeutischenDosisliegen,oderbeierhöhten

PlasmakonzentrationenvonClomipramin,wiesiebeigleichzeitigerAnwendungvon

selektivenSerotonin-Wiederaufnahmer-Hemmern(SSRI)oderSerotonin-Noradrenalin-

Wiederaufnahme-Hemmern(SNRI)auftreten.DahersolltediegleichzeitigeAnwendung

vonArzneimitteln,dieeineKumulationvonClomipraminimPlasmaverursachenkönnen,

vermiedenwerden.EbensosolltenkeineArzneimittel,diedasQTc-Intervallverlängern

können,gleichzeitigangewendetwerden(sieheAbschnitt4.5„Wechselwirkungenmit

anderenMitteln“).Esistnachgewiesen,dassHypokaliämieeinenRisikofaktorfürQTc-

VerlängerungenundTorsadesdePointesdarstellt.Dahermusseinebestehende

HypokaliämievorBeginnderAnwendungvonAnafranilbehandeltwerdenundAnafranil

solltemitVorsichtangewendetwerdenbeigleichzeitigerGabevonSSRIs,SNRIsoder

Diuretika(sieheAbschnitt4.5„WechselwirkungenmitanderenArzneimittelnundsonstige

Wechselwirkungen“).

WegenseineranticholinergenEigenschaftensollteAnafranilnurmitVorsichtangewendet

werdenbeiPatientenmiterhöhtemAugeninnendruck,Engwinkelglaukomoder

Harnverhalt(z.B.beiProstataerkrankungen)inderAnamnese.

WegendesRisikoseinesSerotonin-Syndromsistesratsam,sichandieempfohlenen

DosierungenzuhaltenundDosissteigerungenmitbesondererVorsichtvorzunehmen,

wenngleichzeitigandereserotonin-agonistischwirkendeArzneimittelangewendet

werden.EinSerotonin-SyndrommitSymptomenwieHyperpyrexie,Muskelkrämpfe,

-9-

Anafranilgleichzeitigmitserotonin-agonistischenArzneimittelnwieSSRIs,SNRIs,

trizyklischenAntidepressivaoderLithiumgegebenwird.FürFluoxetinwirdeine

AuswaschphasevonzweibisdreiWochenvorundnachderBehandlungmitFluoxetin

empfohlen.

Vorsichtistgeboten,wenntrizyklischeAntidepressivabeiPatientenmitschweren

LebererkrankungenundTumorendesNebennierenmarks(z.B.Phäochromozytom,

Neuroblastom)angewendetwerden,dahypertensiveKrisenausgelöstwerdenkönnen.

BeivielenPatientenmitAngststörungentretenzuBeginnderBehandlungmitAnafranil

verstärkteAngstzuständeauf(sieheAbschnitt4.2„Dosierung,ArtundDauerder

Anwendung).DieseinitialeparadoxeVerstärkungderAngstzuständeistbesonders

ausgeprägtwährenddererstenTagederBehandlungundklingtimAllgemeineninnerhalb

vonzweiWochenab.

GelegentlichwurdedieAuslösungeinerPsychosebeischizophrenenPatienten,die

trizyklischeAntidepressivaerhielten,beobachtet.

BeiPatientenmitmanisch-depressivenErkrankungenkannesbeiBehandlunginder

depressivenPhasezuhypomanischenundmanischenEpisodenkommen.Reduktionder

DosisvonAnafraniloderAbsetzendesPräparatesundGabeeinesAntipsychotikums

kanndannerforderlichseinsowienachEndederEpisodedieerneuteniedrigdosierte

GabevonAnafranil.

Suizid/SuizidgedankenoderklinischeVerschlechterung:

DepressiveErkrankungensindmiteinemerhöhtenRisikofürdieAuslösungvon

Suizidgedanken,selbstschädigendemVerhaltenundSuizid(Suizid-bezogeneEreignisse)

verbunden.DieseserhöhteRisikobesteht,biseszueinersignifikantenLinderungder

Symptomekommt.Dadiesenichtunbedingtschonwährendderersten

Behandlungswochenauftritt,solltendiePatientendaherbiszumEintritteinerBesserung

engmaschigüberwachtwerden.DiebisherigeklinischeErfahrungzeigt,dassdas

SuizidrisikozuBeginneinerBehandlungansteigenkann.

AnderepsychiatrischeErkrankungen,fürdieAnafranilverschriebenwird,könnenebenso

miteinemerhöhtenRisikofürSuizid-bezogeneEreignisseeinhergehen.Außerdem

könnendieseErkrankungenzusammenmiteinerdepressivenErkrankung(Episoden

einerMajorDepression)auftreten.DahersolltenbeiBehandlungandererpsychiatrischer

ErkrankungendiegleichenVorsichtsmaßnahmeneingehaltenwerdenwiebeider

BehandlungvondepressivenErkrankungen.

BeiPatientenmitsuizidalemVerhalteninderAnamneseodersolchen,dievorder

TherapieausgeprägteSuizidabsichtenhatten,istdasRisikofürdieAuslösungvon

Suizidgedankenoder–versuchenerhöht.SiesolltendaherwährendderBehandlung

besonderssorgfältigüberwachtwerden.EineMeta-AnalysevonPlacebo-kontrollierten

klinischenStudienzurAnwendungvonAntidepressivabeiErwachsenenmit

psychiatrischenStörungenzeigtefürPatientenunter25Jahren,dieAntidepressiva

einnahmen,einerhöhtesRisikofürsuizidalesVerhaltenimVergleichzuPlacebo.

DieArzneimitteltherapiesolltemiteinerengmaschigenÜberwachungderPatienten,vor

allemderPatientenmithohemSuizidrisiko,insbesonderezuBeginnderBehandlungund

nachDosisanpassungeneinhergehen.Patienten(undderenBetreuer)sindaufdie

NotwendigkeiteinerÜberwachunghinsichtlichjederklinischenVerschlechterung,des

AuftretensvonsuizidalemVerhaltenoderSuizidgedankenundungewöhnlicher

Verhaltensänderungenhinzuweisen.SiesolltenunverzüglichmedizinischenRateinholen,

wennderartigeSymptomeauftreten.

KinderundJugendlicheunter18Jahren

Anafranil®10mgsolltenichtzurBehandlungvonDepressionenbeiKindernund

Jugendlichenunter18Jahrenangewendetwerden.InStudienzurBehandlungvon

DepressionenindieserAltersgruppezeigtentrizyklischeAntidepressivakeinen

therapeutischenNutzen.StudienmitanderenAntidepressiva(SSRI,SNRI)habenein

erhöhtesRisikofürdasAuftretenvonsuizidalemVerhalten,Selbstschädigungund

feindseligemVerhaltenimZusammenhangmitderAnwendungdieserWirkstoffegezeigt.

DieseRisikenkönnenauchfürClomipraminhydrochloridnichtausgeschlossenwerden.

AußerdemistClomipraminhydrochloridinallenAltersgruppenmiteinemRisikofür

kardiovaskuläreNebenwirkungenverbunden.

DarüberhinausliegenkeineDatenzurSicherheitbeiLangzeitanwendungbeiKindern

undJugendlichenbezüglichWachstum,ReifungsowiezurkognitivenEntwicklungund

Verhaltensentwicklungvor(sieheauchAbschnitt4.8„Nebenwirkungen“)

Vorsichtsmaßnahmen

ZurErkennungderRisikolageistvorderBehandlungderBlutdruckzumessen.Bei

PatientenmitHypotonie,orthostatischerDysregulationundlabilenKreislaufverhältnissen

kanneszustarkenBlutdruckabfällenkommen,entsprechendeKontrollensindunterder

Therapieangezeigt.

BeiPatientenmitHyperthyreoseundbeiBehandlungmitSchilddrüsen-Hormonenist

VorsichtbeiderWahlderDosierunggeboten,daunerwünschtekardialeEffekteverstärkt

auftretenkönnen.

DieperiodischeKontrollederLeberenzymeistbeiPatientenmitLebererkrankungen

angezeigt.

DaesunterderBehandlungmitAntidepressivazuBlutbildveränderungenkommenkann,

sollteunterGabevonAnafranildasBlutbildkontrolliertwerden.EntsprechendeKon-

trollensindinsbesonderebeiAuftretenvonFieberundgrippalenInfektenwährendder

gesamtenDauerderBehandlungangezeigt.

EinegleichzeitigeAnwendungvontrizyklischenAntidepressivaundElektroschocktherapie

solltenuruntersorgfältigerÜberwachungdesPatientenvorgenommenwerden.

BeiprädisponiertenundälterenPatientenkönnentrizyklischeAntidepressiva,

insbesonderenachts,delirantePsychosenauslösen.DieseverschwindenwenigeTage

nachAbsetzendesArzneimittels.

-11-

dassdasRisikoeinesSuizidsmitzumKrankheitsbildgehörtundbiszumEintritteiner

relevantenSymptomremissiontrotzBehandlungfortbesteht.DiesePatientenbedürfenin

derinitialenTherapiephaseeinersorgfältigenÜberwachungundggf.einerstationären

Behandlung.ZuBeginnderBehandlungkanneineKombinationstherapiemit

BenzodiazepinenoderNeuroleptikaangezeigtsein(sieheAbschnitte4.4„Warnhinweise

undVorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung“und4.5„Wechselwirkungenmitanderen

ArzneimittelnundsonstigeWechselwirkungen“).Anafranilwurdeselteneralsandere

trizyklischeAntidepressivaintödlicherÜberdosisgenommen.

VorsichtistgebotenbeiPatientenmitchronischerObstipation,datrizyklische

AntidepressivainsbesonderebeiälterenundbettlägerigenPatienteneinenparalytischen

Ileusauslösenkönnen.

VorchirurgischenEingriffensolltederAnästhesistüberdieTherapiemitAnafranil

informiertwerden,dawenigüberdiegleichzeitigeVerabreichungvontrizyklischenAnti-

depressivaundAnästhetika(lokalodersystemisch)bekanntist(sieheAbschnitt4.5

„WechselwirkungenmitanderenArzneimittelnundsonstigeWechselwirkungen“).

DabeiLangzeitbehandlungmitAntidepressivagehäuftZahnkariesund

Mundschleimhautveränderungenbeobachtetwurden,sollteregelmäßigderZahnstatus

überwachtwerden.

EineaufGrundderanticholinergenEigenschaftentrizyklischerAntidepressiva

verminderteTränendrüsentätigkeitunddieAnsammlungvonmukösemSekretkönnen

HornhautschädenbeiKontaktlinsenträgernbewirken.

AbruptesBeendeneinerAnafranil-TherapiesolltewegenmöglicherAbsetzphänomene

vermiedenwerden(sieheAbschnitt4.8„Nebenwirkungen“).

PatientenmitderseltenenhereditärenFructose-Intoleranz,Glucose-Galactose-

MalabsorptionoderSaccharase-Isomaltase-MangelsolltenAnafranil10mgundAnafranil

25mgnichteinnehmen.

Anafranil10mgundAnafranil25mgenthaltenLactose.Patientenmitseltenen

angeborenenStoffwechseldefektenwieGalactoseintoleranz,Lactasedefizienzoder

Glucose-GalactoseMalsorptionsolltendiesesArzneimittelnichteinnehmen

Poly(oxyethylen)-(7-60)-glyceroltris(12-hydroxyoctadecanoat)kannMagenverstimmung

undDurchfallhervorrufen.

4.5 WechselwirkungenmitanderenArzneimittelnundsonstigeWechselwirkungen

PharmakodynamischeWechselwirkungen

AdrenergeNeuronenhemmer

AnafranilkanndieantihypertensivenWirkungenvonGuanethidin,Betanidin,Reserpin,

ClonidinundAlpha-Methyldopavermindernoderaufheben,beimitClonidin

behandeltenPatientenkanneszueinemWiederanstiegdesBlutdrucks(Rebound-

Hypertension)kommen.Patientenmitmedikamentösbehandlungsbedürftiger

arteriellerHypertoniesolltendaherAntihypertensivamitanderenWirkmechanismen

wiebeispielsweiseDiuretika,VasodilatatorenoderBetarezeptoren-Blockererhalten.

AnticholinergwirkendeSubstanzen

BeigleichzeitigerVerabreichungandererArzneimittelmitanticholinergerWirkungwie

Phenothiazine,Antiparkinson-Mittel,Antihistaminika,Atropin,Biperidinistmiteiner

Verstärkungperipherer(Auge,Darm,Harnblase)undzentralerEffekte(insbesondere

einemDelir)zurechnen.

ZentraldämpfendeSubstanzen

DieWirkungvonAlkoholunddieWirkungandererzentraldämpfendwirkender

Arzneimittel(z.B.Barbiturate,BenzodiazepineodersystemischeAnästhetika)können

beigleichzeitigerEinnahmevonAnafranilverstärktwerden.

Diuretika

DiuretikakönnenzurHypokaliämieführen,diewiederumdasRisikoeinerQTc-

VerlängerungundvonTorsadesdesPointeserhöht.DahermusseineHypokaliämie

vorBeginnderAnwendungvonAnafranilbehandeltwerden.

MAO-Hemmstoffe

SollAnafranilnacheinerBehandlungmitMAO-Hemmernangewandtwerden,istein

Intervallvonmindestens14Tageneinzuhalten,dasonstschwerwiegende

unerwünschteWirkungen(u.a.Hyperaktivität,Hochdruckkrisen,Hyperpyrexie,

Spastizität,Konvulsionen,Myoklonien,Delirien,Koma)auftretenkönnen.Dieselbe

Vorsichtistgeboten,wennMAO-HemmerimAnschlussaneineAnafranil-Therapie

verabreichtwerdensollen.Nacho.g.ZeitraumsolltevorsichtigmitAnafranilbzw.MAO-

HemmernbegonnenunddieDosierunglangsamstufenweiseerhöhtwerden,bisunter

ÜberwachungeineoptimaleEinstellungerreichtist.EsgibtGrundzuderAnnahme,

dassAnafranilbereits24Stundennacheinemreversiblen,selektivenMAO-A-

HemmstoffwieMoclobemidgegebenwerdenkann,aberdasZwei-Wochen-Intervall

solltebeiumgekehrterReihenfolgeeingehaltenwerden.

SelektiveSerotonin-Wiederaufnahme-Hemmstoffe

DiegleichzeitigeBehandlungmitselektivenSerotonin-Wiederaufnahme-Hemmstoffen

undAnafranilkannzuadditivenEffektenaufdasserotonergeSystemführen.

SerotonergwirkendeSubstanzen

EinSerotonin-Syndromkannmöglicherweiseauftreten,wennAnafranilgleichzeitigmit

serotonergwirkendenSubstanzenwieselektivenSerotonin-Wiederaufnahme-

Hemmern(SSRI),Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern(SNRI),

trizyklischenAntidepressivaoderLithiumangewendetwird.VorundnachBehandlung

mitFluoxetinwirdeineAuswaschphasevon2-3Wochenempfohlen.

Sympathomimetika

BeigleichzeitigerVerabreichungkannAnafranildiekardiovaskuläreWirkungvon

SympathomimetikawieEpinephrin(Adrenalin),Norepinephrin(Noradrenalin),

Isoprenalin,EphedrinundPhenylephrin(z.B.Lokalanästhetika),sowievon

-13-

PharmakokinetischeWechselwirkungen

Anafranil(Clomipramin)wirdüberwiegendnachMetabolisierungeliminiert.Der

hauptsächlicheAbbauwegistdieDemethylierung,wobeiderebenfallsaktiveMetabolit

N-Desmethylclomipramingebildetwird,gefolgtvoneinerHydroxylierungundweiterer

KonjugationvonN-DesmethylclomipraminundderMuttersubstanz.Verschiedene

Cytochrom-P

-IsoenzymesindindieDemethylierungeingebunden,vorwiegend

CYP3A4,CYP2C19undCYP1A2.DieEliminierungbeideraktiverSubstanzenerfolgt

nachHydroxylierungundwirdkatalysiertdurchCYP2D6.

GleichzeitigeVerabreichungvonCYP2D6-InhibitorenkannzueinerErhöhungdes

PlasmaspiegelsbeideraktiverSubstanzenführen.BeiPatientenmitextensivem

Debrisoquin/Spartein-Metabolismus-PhenotypkannderPlasmaspiegelbisaufdas

DreifacheerhöhtseinunterUmwandlungzumPhenotypdeslangsamenMetabolisierers.

BeigleichzeitigerGabevonCYP1A2-,CYP2C19-undCYP3A4-Inhibitorenisteine

ErhöhungderClomipramin-undeineErniedrigungderN-Desmethylclomipramin-

KonzentrationimPlasmazuerwarten.Diesmussnichtnotwendigerweisezueiner

BeeinflussungderGesamtpharmakologieführen.

MAO-Hemmstoffe,dieinvivostarkeCYP2D6-Inhibitorensind,wiez.B.Moclobemid,

sindfüreinegleichzeitigeAnwendungmitAnafranilkontraindiziert.

AntiarrhythmikawieChinidinundPropafenon,diestarkeCYP2D6-Inhibitorensind,

dürfennichtgleichzeitigmittrizyklischenAntidepressivaangewendetwerden.

SelektiveSerotonin-Wiederaufnahme-Hemmstoffe(SSRI)wieFluoxetin,Paroxetin

oderSertralin,dieCYP2D6sowieandereIsoenzymeeinschließlichCYP1A2und

CYP2A19(z.B.Fluvoxamin)hemmen,könnendiePlasmakonzentrationvon

Clomipraminerhöhen,wobeientsprechendeNebenwirkungenauftretenkönnen.Der

PlasmaspiegelvonClomipraminimSteady-Statehatsichbeigleichzeitiger

AnwendungvonFluvoxaminumetwadasVierfacheerhöht(DieKonzentrationvon

N-Desmethlyclomipraminwurdeca.umdasZweifachegesenkt.).

BeigleichzeitigerBehandlungmitAnafranilundNeuroleptika(z.B.Phenothiazine)

kanneszurErhöhungderBlutspiegeltrizyklischerAntidepressivawieClomipraminmit

ErniedrigungderKrampfschwelleundderAuslösungvonzerebralenKrampfanfällen

kommen.UnterderKombinationvonAnafranilundThioridazinsindschwere

Herzrhythmusstörungenbeobachtetworden.

DiePlasmakonzentrationvonAnafranilkannbeigleichzeitigerBehandlungmit

Cimetidin,Methylphenidat,AlprazolamoderDisulfiramerhöhtsein,sodassdieDosis

vonAnafranilentsprechendreduziertwerdensollte.

EswurdenkeineWechselwirkungenbeichronischerAnwendungvonoralen

Kontrazeptiva(täglich15oder30mgEthinylestradiol)undAnafranil(täglich25mg)

dokumentiert.EstrogenegeltennichtalsCYP2D6-Inhibitoren,dasindie

AusscheidungvonClomipraminhauptsächlicheingebundeneEnzym.Dahersind

Wechselwirkungennichtzuerwarten.DennochwurdeninwenigenFällenbei

gleichzeitigerGabehoherEstrogen-Dosen(50mgtäglich)unddestrizyklischen

AntidepressivumsImipramineineerhöhteNebenwirkungsrateundeinverstärktes

therapeutischesAnsprechenfestgestellt.DieRelevanzdieserFällefürClomipramin

undniedrigereEstrogen-Dosenistunklar.DieÜberwachungdestherapeutischen

AnsprechensauftrizyklischeAntidepressivabeigleichzeitighohenEstrogen-Dosen

(50mgtäglich)wirdempfohlenundDosisanpassungenkönnennotwendigsein.

TrizyklischeAntidepressivakönnendieantikoagulatorischeWirkungvon

Cumarinderivatenwiez.B.Warfarinpotenzieren,indemsiederenhepatische

Metabolisierunghemmen.EsgibtkeinenHinweis,dassAnafranildieMetabolisierung

vonAntikoagulantienwieWarfarinhemmt,dennochsolltenPatientenunter

gleichzeitigerBehandlungmitAnafranilundoralenAntikoagulantienverstärkt

überwachtwerden.

DiegleichzeitigeVerabreichungvonSubstanzen,dieCytochrom-P

-Enzyme,

insbesondereCYP3A4,CYP2C19und/oderCYP1A2,induzieren,könnendie

MetabolisierungvonClomipraminbeschleunigenunddieWirksamkeitvonAnafranil

herabsetzen.

CYP3A4-undCYP2C19-InduktorenwieRifampicinoderAntikonvulsiva(z.B.

Barbiturate,Carbamazepin,PhenobarbitalundPhenytoin)könnendie

PlasmakonzentrationvonClomipraminherabsetzen.

InduktorenvonCYP1A2(z.B.Nikotin/BestandteiledesZigarettenrauchs)vermindern

diePlasmakonzentrationvontrizyklischenAntidepressiva.BeiZigarettenrauchern

warendiePlasmakonzentrationenimSteady-StateimVergleichzuNichtrauchernhalb

sohoch(keineVeränderungderPlasmakonzentrationvonN-Desmethyl-clomipramin).

ClomipraministaucheinIn-vitro-(Ki=2,2µM)undIn-vivo-InhibitorderCYP2D6-Aktivität

(Spartein-Oxidation)undkanndahererhöhteKonzentrationenvongleichzeitig

verabreichtenSubstanzen,dievorwiegenddurchCYP2D6beischnellenMetabolisierern

abgebautwerden,verursachen.

4.6 SchwangerschaftundStillzeit

DieklinischenErfahrungenmitAnafranilinderSchwangerschaftsindbegrenzt.In

tierexperimentellenStudienwurdenreproduktionstoxischeWirkungen,aberkeine

teratogenenEffektebeobachtet(siehe5.3)DainEinzelfällenübereinenmöglichen

ZusammenhangzwischentrizyklischenAntidepressivaundnachteiligenEffekten

(Entwicklungsstörungen)aufdenFötusberichtetwurde,istdieAnwendungvonAnafranil

währendderSchwangerschaftzuvermeidenundnurdanninBetrachtzuziehen,wenn

dererwarteteNutzendaspotenzielleRisikofürdenFötenrechtfertigt.

DaesbeiNeugeborenen,derenMütterbiszurGeburtAnafranileinnehmen,u.U.zu

SymptomenwieAtemstörungen,Unruhe,Lethargie,Koliken,Reizbarkeit,

Muskelhypo-/Muskelhypertonie,TremoroderSpasmen,Zyanose,Hyperthermieund

KrämpfenwährenddererstenStundenoderTagekommenkann,sollte-soweitvertretbar

-erwogenwerden,Anafranilzumindest7WochenvordemerrechnetenGeburtsterminzu

reduzierenoderabzusetzen.DiesebeobachtetenSymptomewerdenalsEntzugs-bzw.

Absetzerscheinungenangesehen.

Stillzeit

DaderWirkstoffvonAnafranilindieMuttermilchübergeht,sollderSäuglingnichtgestillt

werden.

4.7 AuswirkungenaufdieVerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

AuchbeibestimmungsgemäßemGebrauchundbesondersindenerstenTagender

TherapiekannAnafranilwegenSehstörungen,BenommenheitundandererZNS-Effekte

(sieheAbschnitt4.8„Nebenwirkungen“)dieFähigkeitzuraktivenTeilnahmeam

-15-

verstärktemMaßeimZusammenwirkenmitAlkoholoderanderenzentralwirksamen

Medikamenten.DahersolltendasFührenvonFahrzeugen,dieBedienungvonMaschinen

odersonstigegefahrvolleTätigkeiten,zumindestwährenddererstenTageder

Behandlung,unterbleiben.DieEntscheidunginjedemEinzelfalltrifftderbehandelndeArzt

unterBerücksichtigungderindividuellenReaktionundderjeweiligenDosierung.

4.8 Nebenwirkungen

DieNebenwirkungensindüblicherweiseleichterundvorübergehenderNaturund

verschwindenimLaufederBehandlungodermitDosisreduktion.Siekorrelierenaber

nichtimmermitderDosisoderPlasmakonzentration.Oftisteszudemschwierig,

unerwünschteEffektevonSymptomenderDepressionwieMüdigkeit,Schlafstörungen,

Agitation,Angst,ObstipationundMundtrockenheitabzugrenzen.

WennschwerwiegendeneurologischeoderpsychischeReaktioneneintreten,sollte

Anafranilabgesetztwerden.

-16-

ÄltereMenschenreagierenbesondersempfindlichaufanticholinerge,neuronale,

psychischeoderkardiovaskuläreEffekte.IhreFähigkeit,Präparatezumetabolisierenund

auszuscheiden,kannreduziertsein,sodassdieGefahrerhöhterPlasmakonzentrationen

auchuntertherapeutischenDosenbesteht.

Häufigkeitsangaben:Sehrhäufig(≥1/10),häufig(≥1/100,<1/10),gelegentlich

(≥1/1000,<1/100),selten(≥1/10000,<1/1000),sehrselten(<1/10000,einschließlich

Einzelfälle).

Blutsystem

Sehrselten:Leukopenie,Agranulozytose,ThrombozytopenieEosinophilie,Purpura

Überempfindlichkeit

Sehrselten:AllergischeAlveolitis(Pneumonitis)mitoderohneEosinophilie,systemische

anaphylaktische/anaphylaktoideReaktionenmitHypotonie.

Hormonsystem

Sehrhäufig:Gewichtszunahme,sexuelleFunktionsstörungen(StörungvonLibidound

Potenz).

Häufig:Galaktorrhö,Gynäkomastie.

Sehrselten:SIADH(SyndromderinadäquatenADH-SekretionoderSchwartz-Bartter-

Syndrom).

Psyche

Sehrhäufig:Benommenheit,Müdigkeit,innereUnruhe,Appetitsteigerung.

Häufig:Verwirrtheitszustände,Desorientiertheit,Halluzinationen(insbesonderebeiälteren

PatientenoderParkinson-Kranken),Angstzustände,Erregung,Schlafstörungen,

HypomanieoderManie,Aggressivität,Gedächtnis-undKonzentrationsstörungen,

Persönlichkeitsstörungen,verstärkteDepression,Schlaflosigkeit,Alpträume,Gähnen.

Gelegentlich:AktivierungpsychotischerSymptome.

FällevonsuizidalenGedankenodersuizidalemVerhaltenwährendderTherapiemit

AnafraniloderkurzeZeitnachBeendigungderBehandlungsindberichtetworden(siehe

Abschnitt4.4.„BesondereWarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung“).

Nervensystem

Sehrhäufig:Schwindel,Tremor,Kopfschmerzen,Myoklonien.

Häufig:Delir,Sprachstörungen,Parästhesien,Muskelschwäche,Muskelhypertonie.

Gelegentlich:Konvulsionen,Ataxie.

Sehrselten:EEG-Veränderungen,Hyperpyrexie.

Vegetativum(anticholinergeEffekte)

Sehrhäufig:Mundtrockenheit,Schwitzen,Obstipation,visuelle

Akkommodationsstörungen,verschwommenesSehen,Miktionsstörungen.

Häufig:Hitzewallungen,Mydriasis.

Sehrselten:Glaukom,Harnsperre.

Sinnesorgane

Häufig:Geschmacksstörungen,Tinnitus.

Herz-Kreislauf-System

Häufig:Sinustachykardien,Palpitationen,orthostatischeDysregulation,klinischirrelevante

EKG-VeränderungenbeimHerzgesunden(z.B.ST-undT-Veränderungen).

Gelegentlich:Arrhythmie,Blutdrucksteigerung.

-17-

Sehrselten:Reizleitungsstörungen(z.B.QRS-Verbreiterung,VerlängerungdesQT-

Intervalls,PQ-Veränderungen,Schenkelblock,TorsadesdesPointes,besondersbei

PatientenmitHypokaliämie).

Magen-Darm-System

Sehrhäufig:Übelkeit.

Häufig:Erbrechen,abdominaleBeschwerden,Diarrhö,Anorexie.

Leber-undGallensystem

Häufig:AnstiegderLeberenzymaktivitäten(meistTransaminasen).

Sehrselten:HepatitismitoderohneIkterus.

HautundAnhangsgebilde

Häufig:AllergischeHautreaktionen(Exanthem,Urtikaria),Photosensibilität,Pruritus.

Sehrselten:Ödeme(lokalodergeneralisiert),Haarausfall.

Verschiedenes

DiefolgendenSymptometretenhäufignachplötzlicherUnterbrechungderBehandlung

oderDosisreduktionauf:Übelkeit,Erbrechen,Abdominalschmerzen,Diarrhö,

Schlaflosigkeit,Kopfschmerzen,NervositätundAngstgefühl.

4.9 Überdosierung

DieSymptomederÜberdosierungmitAnafranilentsprechendenen,diefürandere

trizyklischeAntidepressivaberichtetwurden.KardialeundneurologischeStörungensind

dieHauptkomplikationen.BeiKindernistdieversehentlicheEinnahmejederbeliebigen

Mengealsernstundpotenziellfatalzubetrachten.

a)SymptomederIntoxikation

DieIntoxikationssymptometreteninnerhalbvon4StundennachÜberdosierungeinund

erreichenmaximaleSchwerenach24Stunden.BedingtdurchverzögerteAbsorption

(anticholinergerEffekt),langeEliminationshalbwertzeitundenterohepatischer

RückresorptiondesPräparats,bestehenRisikenwährend4bis6Tagen.

FolgendeSymptomekönnenauftreten:

Zentralnervensystem:Benommenheit,Schläfrigkeit,Verwirrung,Koma,Ataxie,Unruhe,

Agitation,gesteigerteReflexe,Muskelstarre,athetotischeundchoreatischeBewegungen,

Konvulsionen.ZusätzlichkönnenSymptome,diemitdemSerotonin-Syndrom

einhergehen,beobachtetwerden(Hyperpyrexie,Muskelkrämpfe,DelirundKoma).

Herz:Blutdruckabfall,Tachykardie,QTc-VerlängerungundArrhythmieneinschließlich

TorsadesdesPointes,Überleitungsstörungen,Herzinsuffizienz,sehrseltenHerzstillstand.

AußerdemkönnenAtemdepression,Zyanose,Schock,Erbrechen,Fieber,Mydriasis,

Schweißausbruch,OligurieoderAnurieauftreten.

b)TherapievonIntoxikationen

JederVerdachtaufEinnahmeeinerÜberdosisAnafranil-besondersbeiKindern-

erforderteineHospitalisierungmitengerÜberwachungfürzumindest72Stunden.Die

VerabreichungvonPhysostigministumstritten,dadasRisikovonepileptischenAnfällen,

BradykardieundAsystolieerhöhtwerdenkann.Physostigminkannjedochverschiedene

zentraleIntoxikationssymptome(Delir,Koma,Myoklonus,extrapyramidaleSymptome)

schnellunderfolgreichdurchbrechen.AuchbeiIntoxikationenmittachykarden

Rhythmusstörungen,diehäufigmitventrikulärenExtrasystolenund/oder

Erregungsleitungsstörungen(Schenkelblock,QRS-Verbreitung,AV-Block)auftreten,

eignetsichPhysostigmin.UnterintensivmedizinischerÜberwachung(EKG-Kontrolle)

werden2bismaximal8mgPhysostigmin/hinfundiert.Leitsymptomesinddie

-18-

HerzfrequenzundderQRS-Komplex.

VorsichtbeiHypotonie.

BeiÜberdosierungmitPhysostigmin(Eliminationshalbwertzeit20–40Min.)istAtropin

dasMittelderWahl.0,5mgAtropinantagonisierenetwa1mgPhysostigmin.Eineklinisch-

toxikologischeUntersuchungvonBlutbzw.Plasma,UrinundersterMagenspülflüssigkeit

wirdempfohlen.

NachoralerEinnahmeeinerÜberdosissollteversuchtwerden,künstlichesErbrechen

herbeizuführen,sofernderPatientbeiBewusstseinist.AndernfallsisteineMagenspülung

erforderlich.Aktivkohlesollteverabreichtwerden.DieseMaßnahmenkönnenbiszur12.

Stundeempfohlenwerden.

BeiallenPatientenmitEKG-AbnormitätensollteauchnachNormalisierungdesEKG'sdie

Herztätigkeitmindestensweitere72Stundenüberwachtwerden,daRückfällemöglich

sind.

BeiÜberdosierungsindfolgendeMaßnahmeneinzuleiten:

-Ateminsuffizienz:IntubationundkünstlicheBeatmung.

-SchwereHypotonie:entsprechendeLagerungdesPatienten.Verabreichungvon

Plasma-Expander,DopaminoderDobutaminalsTropfinfusion.

-Herzrhythmusstörungenmüssenindividuellbehandeltwerden;evtl.Implantationeines

Herzschrittmachers;AusgleichniedrigerKaliumwerteundeinermöglichenAzidose.

-Konvulsionen:VerabreichungvonDiazepami.v.odereinesanderenkrampflösenden

Mittels,wiez.B.PhenobarbitaloderParaldehyd(dieseSubstanzenkönneneine

bestehendeAteminsuffizienz,HypotonieodereinKomaverstärken).

-DialyseundHämodialysesindwegendeshohenVerteilungsvolumensvonClomipramin

nichtvonNutzen.

c)Gegenmittel

EinspezifischesAntidotistnichtbekannt.

5. PharmakologischeEigenschaften

5.1 PharmakodynamischeEigenschaften

PharmakotherapeutischeGruppe/ATC(Anatomical-Therapeutic-Chemical)-Code

TrizyklischesAntidepressivum

N06AA04

ClomipraministeinepsychotropeSubstanzausderKlassedertrizyklischen

AntidepressivamitgeringersedierenderWirkkomponente.Darüberhinauszeigt

ClomipramineineantinozizeptiveWirkung.AkutgegebenzeigtClomipramineinesehr

starkeHemmwirkungaufdieneuronaleAufnahmevonSerotoninundeineweniger

starkausgeprägteHemmwirkungaufdieneuronaleAufnahmevonNorepinephrin

(Noradrenalin)undantagonistischeEigenschaftenandenM-Cholinozeptoren(M

und

),Histaminrezeptoren(H

stärkeralsH

),an-Adrenozeptoren(

stärkerals

)und

Serotoninrezeptoren(5-HT

stärkerals5-HT

).DerHauptmetabolit

DesmethylclomipraminhemmtdagegendieneuronaleAufnahmevonNorepinephrin

(Noradrenalin)stärkeralsvonSerotonin.

Clomipraministinallenverhaltenspharmakologischenundbiochemisch-

pharmakologischenExperimenten,diederzeitalsModellebeiderSuchenach

antidepressivenSubstanzenbenutztwerden,wirksam.

-19-

5.2 PharmakokinetischeEigenschaften

NachoralerundintramuskulärerVerabreichungwirddieWirksubstanzvonAnafranil

vollständigresorbiert.DieabsoluteBioverfügbarkeitdesunretardiertenAnafranilbeträgt

aufgrundeinesausgeprägtenMetabolismusbeidererstenLeberpassage(First-pass-

Metabolismus)etwa50%.DabeiwirdhauptsächlichderebenfallsaktiveMetabolitN-

Desmethylclomipramingebildet.DierelativeBioverfügbarkeitdesretardiertenAnafranil

beträgtimVergleichzurunretardiertenFormetwa90%.

MaximaleSerumkonzentrationenwerdenbeiderunretardiertenFormnachetwa3-4

Stundenerreicht,beiderretardiertenFormnachetwa5-8Stunden.

DerZeitraumbiszumErreichendesFließgleichgewichts(Steadystate)beträgt

durchschnittlich7Tage.

BeitäglicherperoralerVerabreichungkonstanterDosenvonAnafranilzeigendieSteady-

state-KonzentrationenvonClomipraminstarkeSchwankungen.BeidenüblichenDosen

von3x25mgoder1x75mgAnafranilproTagwerdeninterindividuelleKonzentrationen

zwischen20und175ng/mlerreicht.DieseStreuunggibtdieinterindividuellen

UnterschiedevonVerteilungsvolumendesMedikamentesundClearancewieder.Die

intraindividuellenSchwankungensindwesentlichgeringer.

DieSteady-state-KonzentrationendesaktivenMetabolitenfolgendemgleichenMuster,

sindjedochbeieinerDosierungvon75mgAnafranilproTagimDurchschnittum

40–85%höheralsdievonClomipramin.

Nachwiederholterintravenöserbzw.intramuskulärerGabevon50–150mgAnafranil

täglichwerdenGleichgewichtskonzentrationenimPlasmainderzweiten

Behandlungswocheerreicht.DiesebetragenfürClomipraminimMittel

<15bis447ng/ml,fürN-DesmethylclomipraminzumgleichenZeitpunktimMittel

<15bis669ng/ml.

WegenseinerhohenLipidlöslichkeiterreichtClomipraminindenOrganenundGeweben

wesentlichhöhereKonzentrationenalsimBlut;dasapparenteVerteilungsvolumenbeträgt

beimMenschenca.12l/kgKörpergewicht.

DiePlasmaproteinbindungbeträgt98%,dieKonzentrationimLiquorentsprichtmit

ungefähr2%demungebundenenAnteilderSubstanz.

ClomipraminwirdmiteinerPlasma-Halbwertzeitvondurchschnittlich21Stunden

(Variationsbreite12-36)nahezuvollständigmetabolisiert;derebenfallswirksame

HauptmetabolitDesmethylclomipraminhateinemittlereHalbwertzeitvon36Stunden.

AlsStoffwechselprozessefindensichDemethylierung,Hydroxylierunginverschiedenen

PositionenundGlukuronidierung.

DerhauptsächlicheAbbauwegistdieDemethylierung,wobeiderebenfallsaktiveMetabolit

N-Desmethylclomipramingebildetwird,gefolgtvoneinerHydroxylierungundweiterer

KonjugationvonN-DesmethylclomipraminundderMuttersubstanz.Verschiedene

Cytochrom-P

-IsoenzymesindindieDemethylierungeingebunden,vorwiegendCYP3A4,

CYP2C19undCYP1A2.DieEliminierungbeideraktiverSubstanzenerfolgtnach

HydroxylierungundwirdkatalysiertdurchCYP2D6.

DieAusscheidungerfolgtzuetwa2/3renalundzu1/3überdieFäzes.Unverändertes

ClomipraminundDesmethylclomipraminwerdenjeweilszuwenigerals2%derDosismit

demUrinausgeschieden.

BedingtdurcheineverminderteClearancevonClomipraminimPlasmabenötigenältere

-20-

PatientenniedrigereDosenvonAnafranilalsErwachsenemittlerenAlters.

5.3 PräklinischeDatenzurSicherheit

InUntersuchungenzurchronischenToxizitätwurdenAspermatogenese,Kalzifikation

undAtrophiederTestes,Leberveränderungen(VakuolenbildungundFettinfiltration,

Entzündung,Hypertrophie),PhospholipideinlagerungeninderLungeund

arteriosklerotischeVeränderungeninLungeundTestesbeobachtet.

ClomipraminwurdenurunzureichendbezüglichMutagenitätgeprüft.Nebennegativen

In-vitro-BefundenzeigteClomipramininUntersuchungenanDrosophilaeinemutagene

Wirkung.DieBedeutungdieserBefundefürdieklinischeAnwendungistderzeit

ungeklärt.IneinerLangzeitstudieüber2JahreanRattenergabensichkeineHinweise

aufeinekanzerogeneWirkungvonClomipramin.

InTierstudienzurReproduktionstoxizitätwurdenkeineteratogenenWirkungen

beobachtet.BeipränatalerVerabreichungundbeiGabewährendderLaktationsphase

kannClomipraminVerhaltensstörungenbeidenNachkommenauslösen.

6. PharmazeutischeAngaben

6.1 SonstigeBestandteile

Anafranil10mg:

Copovidon,Eisen(III)-hydroxid-oxidE172,Hypromellose,Lactose-Monohydrat,Macrogol

8000,Magnesiumstearat(Ph.Eur.),Maisstärke,mikrokristallineCellulose,PovidonK30,

Sucrose,hochdispersesSiliciumdioxid,Talkum,TitandioxidE171.

Anafranil25mg:

Copovidon,Eisen(III)-hydroxid-oxidE172,Glycerol85%,,Hypromellose,Lactose-

Monohydrat,Macrogol8000,Magnesiumstearat(Ph.Eur.),Maisstärke,mikrokristalline

Cellulose,PovidonK30,Sucrose,Stearinsäure,hochdispersesSiliciumdioxid,Talkum,

TitandioxidE171.

Anafranil75mgretard:

Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat,Calciumstearat,Eisen(III)-hydroxid-oxidE172,

Hypromellose,Poly(ethylacrylat-co-methylmethacrylat)(2:1),

Poly(oxyethylen)-(7-60)-glyceroltris(12-hydroxyoctadecanoat),

hochdispersesSiliciumdioxid,Talkum,TitandioxidE171.

AnafranilInjektionslösungzuri.m.Injektionundi.v.Infusion

Glycerol,WasserfürInjektionszwecke.

6.2 Inkompatibilitäten

Nichtbekannt.

6.3 DauerderHaltbarkeit

5Jahre

6.4 BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieAufbewahrung

Anafranil10mg,25mgund75mgretard

Keine.

-21-

AnafranilInjektionslösungzuri.m.Injektionundi.v.Infusion

AmpulleimUmkartonaufbewahren,umdenInhaltvorLichtzuschützen.

6.5 ArtundInhaltdesBehältnisses

ArtderBehältnisse

Anafranil10mgund25mg

Aluminium-PVC-Blisterpackungen

Anafranil75mgretard

Aluminium-PVC-Blisterpackungen

AnafranilInjektionslösung

2ml-AmpullenausfarblosemGlas,TypI

Packungsgrößen

Anafranil10mg

20überzogeneTabletten(N1)

50überzogeneTabletten(N2)

100überzogeneTabletten(N3)

Klinikpackungmit600überzogenenTabletten

Anafranil25mg

20überzogeneTabletten(N1)

50überzogeneTabletten(N2)

100überzogeneTabletten(N3)

Klinikpackungmit600überzogenenTabletten

Anafranil75mgretard

20Retardtabletten(N1)

50Retardtabletten(N2)

100Retardtabletten(N3)

Klinikpackungmit600Retardtabletten

AnafranilInjektionslösungzuri.m.Injektionundi.v.Infusion

10Ampullen(N2)

Klinikpackungmit100Ampullen

6.6 BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieBeseitigung

KeinebesonderenAnforderungen

InhaberderZulassung

DOLORGIETGmbH&Co.KG

Otto-von-Guericke-Straße1

D-53757SanktAugustin/Bonn

Telefon:02241/317-0

Telefax:02241/317390

Email:: info@dolorgiet.de

-22-

-23-

8. Zulassungsnummer

Anafranil10mg: 4088.00.01

Anafranil25mg: 4088.01.01

Anafranil75mgretard:4088.00.00

AnafranilInjektionslösungzuri.m.Injektionundi.v.Infusion: 4088.00.02

9. DatumderZulassung/VerlängerungderZulassung

11.04.1984/28.06.2006

10. StandderInformation

Juni2008

Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

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