Amikacin Fresenius Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Amikacinsulfat
Verfügbar ab:
Fresenius Kabi Deutschland GmbH
ATC-Code:
J01GB06
INN (Internationale Bezeichnung):
Amikacin sulfate
Darreichungsform:
Infusionslösung
Zusammensetzung:
Amikacinsulfat 667.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6614021.00.00

paldeff-amikacinfresenius-zars-qrd-07-2018.rtf

Seite 1 von 9

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Amikacin Fresenius 5 mg/ml Infusionslösung

Amikacin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Amikacin Fresenius und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Amikacin Fresenius beachten?

3. Wie ist Amikacin Fresenius anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Amikacin Fresenius aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Amikacin Fresenius und wofür wird es angewendet?

Amikacin Fresenius ist ein Aminoglykosid-Antibiotikum (Arzneimittel gegen Bakterien).

Amikacin Fresenius ist angezeigt zur Behandlung schwerwiegender Infektionen mit Amikacin-

empfindlichen Gram-negativen Erregern (einschließlich Pseudomonaden, E.coli, indol-negativer und

indol-positiver Proteus spp., Klebsiellen, Enterobacter, Serratia, Salmonellen und Shigellen).

Amikacin Fresenius wird angewendet zur Behandlung von:

Infektionen der Atemwege,

Infektionen des Bauchraums einschließlich Bauchfellentzündung (Peritonitis),

schweren septischen Infektionen der Nieren, ableitenden Harnwege und der

Geschlechtsorgane

vorübergehendem Vorhandensein von Bakterien im Blut (Bakteriämie), Blutvergiftung

(Septikämie), Hirnhautentzündung (Meningitis), Herzinnenhautentzündung (Endokarditis)

(nur in Kombination mit einem Betalaktam-Antibiotikum),

infizierten Verbrennungswunden

Die allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen

Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Amikacin Fresenius zu berücksichtigen.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Amikacin Fresenius beachten?

Amikacin Fresenius darf nicht angewendet werden,

paldeff-amikacinfresenius-zars-qrd-07-2018.rtf

Seite 2 von 9

wenn Sie allergisch gegen Amikacin, andere Aminoglykoside oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Bei Patienten mit Neigung zu Allergien ist eher mit allergischen Reaktionen zu rechnen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Amikacin

Fresenius anwenden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Amikacin Fresenius ist erforderlich,

- bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion,

- bei Patienten mit Gehör- oder Vestibularisschäden (Innenohrschäden)

- nach unmittelbarer vorausgegangener Behandlung mit einem Aminoglykosid und bei Myasthenia

gravis.

- bei Patienten mit Morbus Parkinson und anderen neuromuskulären Syndromen.

- bei Früh- und Neugeborenen wegen der noch unreifen Nierenfunktion und der daraus resultierenden

Verlängerung der Serumhalbwertszeit.

Wie alle Aminoglykoside wird Amikacin in der Nierenrinde und im Innenohr gespeichert.

Folgende Risikofaktoren erhöhen die Gefahr für Schädigung des Gehörs oder der Nieren:

Frühgeburt, hohes Alter;

Niereninsuffizienz;

Bestehender Hörschaden bzw. Vorerkrankungen im Hörbereich;

Vorbehandlung mit anderen Aminoglykosid-Antibiotika bzw. Vorbehandlung mit anderen

die Nieren belastenden Substanzen;

Gleichzeitige Gabe anderer ototoxischer oder nephrotoxischer Substanzen;

Notwendigkeit einer hochdosierten (hohe Serumspitzen- und Talspiegel) und langdauernden

Amikacin-Behandlung;

Schock, Dehydratation;

Sepsis;

Schwere Begleit- und Grundkrankheiten (z. B. Anämie, Diabetes, kardiovaskuläre

Dekompensation, Malignome).

In solchen Fällen sollte Amikacin Fresenius nur nach strenger Nutzen-Risikoabwägung angewendet

werden, und es muss eine besondere engmaschige tägliche Überwachung der Nieren-, Gehör- und

Vestibularfunktion erfolgen. Darüber hinaus sind die Wirkstoffkonzentrationen von Amikacin im

Blut zu bestimmen.

Unter der Anwendung von Amikacin sind Kontrollen der Serumkonzentration von Amikacin

erforderlich. Ggf. ist die Dosis entsprechend anzupassen.

Ferner sind folgende Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos von Nebenwirkungen erforderlich:

Vor, während und nach der Therapie sind die Nierenfunktion (u. a. Serum-Kreatinin,

Kreatinin-Clearance), das Blutbild, die Leberfunktion sowie die Hör- und

Gleichgewichtsfunktion zu kontrollieren.

Es ist eine ausreichende Hydratation und Harnproduktion zu gewährleisten (ggf.

Urinuntersuchung).

Siehe auch Abschnitt 3. „Wie ist Amikacin Fresenius anzuwenden?“.

Ältere Menschen

Bei älteren Patienten ist eine mögliche Einschränkung der Nierenfunktion zu berücksichtigen.

Anwendung von Amikacin Fresenius zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere

paldeff-amikacinfresenius-zars-qrd-07-2018.rtf

Seite 3 von 9

Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden.

Harntreibende Arzneimittel (Diuretika):

Die Nephro- und Ototoxizität von Amikacin wird erhöht durch schnell wirkende Diuretika (z. B.

Furosemid, Etacrynsäure und Mannit).

Bei gesteigerter Harnausscheidung (forcierte Diurese) wird über eine verstärkte Amikacin-

Ausscheidung ein Absinken der Blutspiegel herbeigeführt.

Andere Antibiotika:

Cephalosporine erhöhen ebenfalls die Nephrotoxizität. Bei gleichzeitiger Gabe muss daher

Nierenfunktion und Hörvermögen engmaschig kontrolliert werden.

Amikacin hat mit Azlocillin und Piperacillin eine synergistische Wirkung bei der Behandlung von

Pseudomonas aeruginosa und anderen Enterobakterien.

Ein verstärkender Effekt hinsichtlich der antibakteriellen Wirkung kann sich bei der Kombination mit

Betalaktam-Antibiotika ergeben.

In-vitro-Experimente zeigen, dass eine Mischung von Aminoglykosiden mit Betalaktam-Antibiotika

zu signifikanter gegenseitiger Inaktivierung führen kann. Die Serum-Aktivität von Amikacin kann

auch reduziert werden, wenn in vivo ein anderes Aminoglykosid oder ein Penicillin-Antibiotikum

gleichzeitig separat appliziert wird. Klinisch signifikant ist die Aminoglykosid-Inaktivierung nur bei

Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Muskelerschlaffende Arzneimittel (Muskelrelaxantien):

Bei gleichzeitiger Anwendung von Muskelrelaxantien (z. B. d-Tubocurarin) muss damit gerechnet

werden, dass Amikacin die neuromuskulär blockierende Wirkung steigert.

Inhalationsnarkotika:

Bei gleichzeitiger Anwendung von Inhalationsnarkotika (z. B. Halothan) muss damit gerechnet

werden, dass Amikacin die neuromuskulär blockierende Wirkung steigert.

Sonstige Arzneimittel:

Die gleichzeitige oder aufeinander folgende Gabe von Amikacin und anderen neuro-, nephro- oder

ototoxischen Substanzen (v. a. Bacitracin, Cisplatin, Amphotericin B, Cefaloridin, Paromomycin,

Viomycin, Polymyxin B, Colistin, Vancomycin, andere Aminoglykoside) sollte vermieden werden,

da hierdurch die Gefahr von entsprechenden Nebenwirkungen erhöht wird.

Indometacin kann die Plasmakonzentration von Amikacin bei Neugeborenen erhöhen.

Laborwerte:

Die Serumkreatinin-Bestimmung kann bei gleichzeitiger Gabe von Cephalosporinen

fälschlicherweise erhöhte Werte liefern.

Die Inaktivierung kann sich in Proben (Serum, Liquor u. a.), die für die Laboruntersuchung

abgenommen werden, fortsetzen und dann die Bestimmung des Aminoglykosid-Spiegels verfälschen.

Die Proben sind deshalb nach der Abnahme adäquat zu behandeln (sofortige Bestimmung,

Aufbewahrung im Kühlschrank oder Zugabe von Betalaktamase).

Bei der Bestimmung von Aminosäuren im Urin mittels der Ninhydrin-Reaktion kommt es unter der

Aminoglykosid-Therapie zu überhöhten Werten (Aminoglykoside reagieren mit Ninhydrin).

Schwangerschaft und Stillzeit

paldeff-amikacinfresenius-zars-qrd-07-2018.rtf

Seite 4 von 9

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Es ist bekannt, dass Aminoglykoside die Plazentaschranke passieren, und es gibt eine begrenzte

Anzahl Daten, dass dies zu bleibenden Schäden des ungeborenen Kindes führen kann.

Obwohl es keine Berichte über negative Auswirkungen auf das ungeborene Kind oder Neugeborene,

deren Mütter mit Amikacin behandelt wurden, gibt, muss von einer potenziell schädlichen Wirkung

ausgegangen werden.

Es ist nicht bekannt, ob Amikacin in die Muttermilch ausgeschieden wird.

Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf

die Behandlung mit Amikacin verzichtet werden soll.

Amikacin darf Schwangeren und Neugeborenen nur bei eindeutiger Indikation und unter ärztlicher

Aufsicht verabreicht werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen:

Nach bisherigen Erfahrungen hat Amikacin im Allgemeinen keinen Einfluss auf die Konzentrations-

und Reaktionsfähigkeit. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen kann jedoch ggf. das

Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und zum Bedienen von

Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol (s.

a. Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Amikacin Fresenius enthält Natrium.

Eine Durchstechflasche mit 50 ml Infusionslösung enthält etwa 10 mmol (230 mg) Natrium, eine

Durchstechflasche mit 100 ml Infusionslösung enthält etwa 20 mmol (460 mg) Natrium

(Hauptkomponente im Kochsalz/Speisesalz). Dies entspricht 11,5 % bzw. 23 % der für einen

Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung. Wenn Sie eine

kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

3. Wie ist Amikacin Fresenius anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Höhe der Dosis von Amikacin ist abhängig vom Alter, Gewicht und Nierenfunktion des

Patienten, vom Schweregrad und Ort der Infektion sowie von den vermuteten und nachgewiesenen

Erregern.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Erwachsene und Kinder über 12 Jahre

Die empfohlene intramuskuläre oder intravenöse Dosierung bei Erwachsenen und Jugendlichen mit

normaler Nierenfunktion (Kreatinin Clearance ≥ 50 ml/min) beträgt 15 mg/kg/Tag, die als

Einmaldosis oder in zwei gleich großen Einzeldosen, entsprechend 7,5 mg/kg alle 12 Stunden,

verabreicht wird. Die Tageshöchstdosis sollte 1,5 g nicht überschreiten. Bei Patienten mit

Endokarditis oder febriler Neutropenie sollte die Dosierung zweimal täglich erfolgen, da eine einmal

tägliche Dosierung durch eine unzureichende Datenlage nicht unterstützt wird.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Kinder von 4 Wochen bis 12 Jahre

Die empfohlene intramuskuläre oder intravenöse (langsame intravenöse Infusion) Dosis bei Kindern

mit normaler Nierenfunktion beträgt 15-20 mg/kg/Tag, die als Einmaldosis, entsprechend 15-20

paldeff-amikacinfresenius-zars-qrd-07-2018.rtf

Seite 5 von 9

mg/kg/Tag, oder als 7,5-mg/kg-Dosis alle 12 Stunden, verabreicht wird.

Neugeborene

Die Initialdosis beträgt 10 mg/kg, gefolgt von einer Dosis von 7,5 mg/kg alle 12 Stunden.

Frühgeborene

Die empfohlene Dosis bei Frühgeborenen beträgt 7,5 mg/kg alle 12 Stunden.

Besondere Empfehlung für die intravenöse Verabreichung: Bei pädiatrischen Patienten ist die

benötigte Menge an Lösungsmitteln abhängig von der Menge des Amikacins, die vom Patienten

vertragen werden kann. Die Lösung sollte normalerweise in einer Zeit zwischen 30 und 60 Minuten

infundiert werden. Säuglingen sollte eine ein- bis zweistündige Infusion verabreicht werden.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich. Ihr Arzt wird dies

entscheiden. Weiterhin ist während der Behandlung eine Kontrolle der Amikacin-Serumspiegel

erforderlich, die während 30 und 90 Minuten nach der Infusion nicht über 30 - 35 µg/ml liegen

sollten.

Art und Dauer der Anwendung

Amikacin Fresenius ist zur intravenösen Kurzinfusion vorgesehen.

Die Behandlungsdauer liegt, je nach Schwere der Infektion, zwischen 3 und 10 Tagen.

Wenn Sie eine größere Menge von Amikacin Fresenius angewendet haben, als Sie sollten

Vordergründige Gefahr bei Amikacin-Überdosierung ist, wie bei allen Aminoglykosiden, eine

potenziell nephro-, oto- und neurotoxische (neuromuskuläre Blockade) Wirkung. Im Falle einer

Überdosierung oder von toxischen Wirkungen wird Amikacin abgesetzt und ggf. die Elimination

durch forcierte Diurese beschleunigt (siehe auch Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Anwendung

von Amikacin Fresenius beachten?“ unter „Bei Anwendung von Amikacin Fresenius zusammen mit

anderen Arzneimitteln“). Weiterhin wird die Hämodialyse (oder auch Peritonealdialyse) zur

Entfernung von Amikacin aus dem Blut empfohlen. Dabei ist die Hämodialyse der Peritonealdialyse

in der Effektivität überlegen. Beim Neugeborenen sollte auch an die Möglichkeit einer

Austauschtransfusion gedacht werden.

Zur Soforttherapie bei neuromuskulärer Blockade mit Atemlähmung ist die künstliche Beatmung

erforderlich. Außerdem wird als Antagonist Calcium in ionisierter Form (z. B. als Gluconat oder

Lactobionat in 10 - 20%iger Lösung) empfohlen.

Wenn Sie die Anwendung von Amikacin Fresenius abbrechen

Bei einer Unterbrechung der Behandlung gefährden Sie den Behandlungserfolg.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

paldeff-amikacinfresenius-zars-qrd-07-2018.rtf

Seite 6 von 9

Sehr häufig:

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten:

kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen

Sehr selten:

kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Untersuchungen:

Gelegentlich: leichte, vorübergehende Erhöhung der Leberwerte (SGOT, SGPT, alkalische

Phosphatase (AP)), verminderter Magnesiumspiegel.

Herzerkrankungen:

Gelegentlich: Niedriger Blutdruck.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Gelegentlich: reversible Auswirkungen toxischer und allergischer Art wie Verminderung der weißen

Blutkörperchen (Granulozytopenie, Leukopenie), Blutplättchenmangel (Thrombopenie), Blutarmut

(Anämie) oder Eosinophilie.

Erkrankungen des Nervensystems:

Gelegentlich: Atemdepression bei einer zu schnellen intravenösen Infusion sowie bei intrapleuraler

oder intraperitonealer Applikation hoher Dosen, Kopfschmerzen, Empfindungsstörungen, Zittern.

Sehr selten: Atemstillstand, dieses Risiko besteht auch bei gleichzeitiger Gabe von Anästhetika und

Muskelrelaxantien, Muskelzuckungen, Krämpfe.

Erkrankungen des Ohres und des Labyrinths:

Häufig: Gleichgewichtsstörungen, Schwindelgefühle, unwillkürliche Augenbewegungen

(Nystagmus), Ohrensausen (Tinnitus), Druck auf oder in den Ohren, Innenohrschwerhörigkeit.

Sehr selten: Ertaubung.

Diese Nebenwirkungen treten vor allem auf beim Überschreiten der empfohlenen Dosierung, bei

einer Behandlungsdauer von mehr als 10 Tagen und wenn die Dosis nicht einer verminderten

Nierenfunktion angepasst wird.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig: Übelkeit, Erbrechen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Häufig: Schädigung der Nierentubuli mit einer mehr oder weniger reversiblen Einschränkung der

Nierenfunktion. Diese Nebenwirkung birgt die Gefahr in sich, über Anreicherung von Amikacin eine

schädigende Wirkung auf das Innenohr auszulösen oder zu verstärken.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag (Exanthem), Juckreiz, Nesselsucht.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Gelegentlich: Gelenkschmerzen.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen:

Gelegentlich: zusätzliche Infektion oder Kolonisation mit resistenten Keimen oder Sprosspilzen nach

langfristiger oder wiederholter Anwendung von Amikacin Fresenius.

Erkrankungen des Immunsystems:

paldeff-amikacinfresenius-zars-qrd-07-2018.rtf

Seite 7 von 9

Gelegentlich: Arzneimittelfieber.

Sehr selten: lebensbedrohlicher Schock aufgrund einer Überempfindlichkeitsreaktion

(anaphylaktischer Schock).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Webseite:

www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Amikacin Fresenius aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und Etikett nach „Verwendbar bis:"

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie Folgendes bemerken:

Wenn Ihnen z. B. sichtbare Trübungen (Ausflockungen, Ausfällungen) der Lösung auffallen oder das

Behältnis beschädigt ist.

Aufbewahrungsbedingungen:

Nicht über 25 °C lagern.

Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Kein Mehrdosenbehältnis. Nach Anwendung verbleibender Rest der Infusionslösung muss verworfen

und ordnungsgemäß entsorgt werden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz

der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Amikacin Fresenius enthält

Der Wirkstoff ist: Amikacin

Eine Durchstechflasche mit 50 ml Infusionslösung enthält 333,5 mg Amikacinsulfat (Ph.Eur.)

entsprechend 250 mg Amikacin.

Eine Durchstechflasche mit 100 ml Infusionslösung enthält 667,0 mg Amikacinsulfat (Ph.Eur.)

entsprechend 500 mg Amikacin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Natriumchlorid, Salzsäure, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke.

Theoretische Osmolarität: 334 mosm/l

Wie Amikacin Fresenius aussieht und Inhalt der Packung

Amikacin Fresenius ist eine klare Infusionslösung.

Amikacin Fresenius ist erhältlich in Packungen mit 10 Durchstechflaschen zu 50 ml und in

paldeff-amikacinfresenius-zars-qrd-07-2018.rtf

Seite 8 von 9

Packungen mit 10 Durchstechflaschen zu 100 ml.

Pharmazeutischer Unternehmer

Fresenius Kabi Deutschland GmbH

D-61346 Bad Homburg

Tel.: +49 6172 686 8200

Fax: +49 6172 686 8239

E-Mail: Kundenberatung@fresenius-kabi.de

Hersteller

Fresenius Kabi Austria GmbH

Hafnerstraße 36

A-9055 Graz

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2018.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Der gebrauchsfertigen Infusionslösung Amikacin Fresenius sollten keine anderen Medikamente

zugesetzt werden.

Es besteht mit einer Reihe von Medikamenten eine chemische Inkompatibilität (Amphotericin,

Ampicillin, Cefapirin, Cephalotin, Chlorthiazide, Erythromycin, Heparin, Nitrofurantoin,

Novobiocin, Phenytoin, Sulphadiazin, Thiopenton, (Chlor)tetracyclin und Vitamin B mit Vitamin C).

Amikacin Fresenius darf daher mit diesen Substanzen nicht gemischt werden.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:

Bei eingeschränkter Nierenfunktion mit einer glomerulären Filtrationsrate unter 70 ml/min ist eine

Verminderung der Dosis oder die Verlängerung des Dosierungsintervalls zu empfehlen, da mit einer

allmählichen Anhäufung von Amikacin im Organismus gerechnet werden muss. Bei einer

gleichbleibenden Initialdosis von 7,5 mg Amikacin/kg KG errechnet sich das richtige

Dosierungsintervall durch Multiplikation des Serumkreatininwertes des Patienten mit dem Faktor 9.

Bei chronischer Niereninsuffizienz und bekannter Kreatinin-Clearance berechnet man die

Erhaltungsdosis, die alle 12 Stunden zu geben ist, nach der Formel:

krea

des Patienten (ml/min)/Cl

krea

Normalwert (ml/min) x 7,5 mg Amikacin/kg KG.

Die Initialdosis sollte 7,5 mg Amikacin/kg KG betragen.

Bei stärkerer Niereninsuffizienz ist während der Therapie die Kontrolle der Serumspiegel

erforderlich. Dabei sollten die Talspiegel unter 10 µg/ml liegen. Die angestrebten

Spitzenkonzentrationen sollten etwa 25 µg/ml betragen.

Bei Patienten unter Hämo- bzw. Peritonealdialyse gibt man jeweils am Ende eines Hämo- bzw.

Dialysevorganges einmalig die Hälfte der normalen Dosis.

Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz:

Kreatinin-

Clearance

Serum-

Kreatinin

Dosis

Amikacin

pro 12 h

Dosis Amikacin

Fresenius

pro 12 h

Tagesdosis

Amikacin

paldeff-amikacinfresenius-zars-qrd-07-2018.rtf

Seite 9 von 9

ml/min

mg/100 ml

mg bez. auf

70 kg KG

ml bez. auf

70 kg KG

mg/kg KG

und Tag

70 - 80

40 - 69

30 - 39

20 - 29

15 - 19

≤ 1,2

1,3 - 2,2

2,3 - 3,0

3,1 - 4,2

4,3 - 6,0

266 - 280

147 - 266

112 - 147

77 - 112

56 - 77

53 - 56

29 - 53

22 - 29

15 - 22

11 - 15

7,6 – 8,0

4,2 - 7,6

3,2 - 4,2

2,2 - 3,2

1,6 - 2,2

Lit.: H. Knothe: Aminoglykoside; Verlag U & M, Frankfurt/M

spcdeff-amikacinfresenius-zarsqrd-07-2018.rtf

Seite 1 von 11

FACHINFORMATION

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Amikacin Fresenius 5 mg/ml Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

50 ml Infusionslösung enthalten: 333,5 mg Amikacinsulfat (Ph.Eur.), entsprechend 250 mg Amikacin

100 ml Infusionslösung enthalten 667 mg Amikacinsulfat (Ph.Eur.) entsprechend 500 mg Amikacin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Natrium

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Infusionslösung

Theoretische Osmolarität: 334 mosm/l

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Amikacin Fresenius wird angewendet zur Behandlung schwerwiegender Infektionen mit Amikacin-

empfindlichen Gram-negativen Erregern (einschließlich Pseudomonaden, E.coli, indol-negativer und

indol-positiver Proteus spp., Klebsiellen, Enterobacter, Serratia, Salmonellen und Shigellen).

Amikacin Fresenius eignet sich zur Behandlung von:

Infektionen der Atemwege,

Infektionen des Bauchraums einschließlich Peritonitis,

schweren septischen Infektionen im Urogenitalbereich,

Bakteriämie, Septikämie, Meningitis, Endokarditis (nur in Kombination mit einem

Betalaktam-Antibiotikum),

infizierten Verbrennungswunden

Die allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen

Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Amikacin Fresenius zu berücksichtigen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Höhe der Dosis von Amikacin ist abhängig vom Alter, Gewicht und Nierenfunktion des Patienten,

vom Schweregrad und Ort der Infektion sowie von den vermuteten und nachgewiesenen Erregern.

Erwachsene und Kinder über 12 Jahre

Die empfohlene intramuskuläre oder intravenöse Dosierung bei Erwachsenen und Jugendlichen mit

normaler Nierenfunktion (Kreatinin Clearance ≥ 50 ml/min) beträgt 15 mg/kg/Tag, die als

spcdeff-amikacinfresenius-zarsqrd-07-2018.rtf

Seite 2 von 11

Einmaldosis oder in zwei gleich großen Einzeldosen, entsprechend

7,5 mg/kg alle 12 Stunden, verabreicht wird. Die Tageshöchstdosis sollte 1,5 g nicht überschreiten.

Bei Patienten mit Endokarditis oder febriler Neutropenie sollte die Dosierung zweimal täglich

erfolgen, da eine einmal tägliche Dosierung durch eine unzureichende Datenlage nicht unterstützt

wird.

Kinder von 4 Wochen bis 12 Jahre

Die empfohlene intramuskuläre oder intravenöse (langsame intravenöse Infusion) Dosis bei Kindern

mit normaler Nierenfunktion beträgt 15-20 mg/kg/Tag, die als Einmaldosis, entsprechend 15-20

mg/kg/Tag, oder als 7,5-mg/kg-Dosis alle 12 Stunden, verabreicht wird.

Neugeborene

Die Initialdosis beträgt 10 mg/kg, gefolgt von einer Dosis von 7,5 mg/kg alle 12 Stunden (siehe 4.4

und 5.2).

Frühgeborene

Die empfohlene Dosis bei Frühgeborenen beträgt 7,5 mg/kg alle 12 Stunden (siehe 4.4 und 5.2).

Besondere Empfehlung für die intravenöse Verabreichung:

In pädiatrischen Patienten ist die benötigte Menge an Lösungsmitteln abhängig von der Menge des

Amikacins, die vom Patienten vertragen werden kann. Die Lösung sollte normalerweise in einer Zeit

zwischen 30 und 60 Minuten infundiert werden. Säuglingen sollte eine ein- bis zweistündige Infusion

verabreicht werden.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:

Bei Niereninsuffizienz ist während der Behandlung die Kontrolle der Amikacin-Serumspiegel

erforderlich, die während 30 und 90 Minuten nach der Infusion nicht über 30 - 35 μg/ml liegen sollten.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion mit einer glomerulären Filtrationsrate unter 70 ml/min ist eine

Dosisreduktion oder die Verlängerung des Dosierungsintervalls zu empfehlen, da mit einer Kumulation

von Amikacin im Organismus gerechnet werden muss. Bei einer gleichbleibenden Initialdosis von 7,5

mg Amikacin/kg KG errechnet sich das richtige Dosierungsintervall durch Multiplikation des

Serumkreatininwertes des Patienten mit dem Faktor 9.

Bei chronischer Niereninsuffizienz und bekannter Kreatinin-Clearance berechnet man die

Erhaltungsdosis, die alle 12 Stunden zu geben ist, nach der Formel:

krea

des Patienten (ml/min)/Cl

krea

Normalwert (ml/min) x 7,5 mg Amikacin/kg KG.

Die Initialdosis sollte 7,5 mg Amikacin/kg KG betragen.

Bei stärkerer Niereninsuffizienz ist während der Therapie die Kontrolle der Serumspiegel erforderlich.

Dabei sollten die Talspiegel unter 10 μg/ml liegen. Die angestrebten Spitzenkonzentrationen sollten etwa

25 μg/ml betragen.

Bei Patienten unter Hämo- bzw. Peritonealdialyse gibt man jeweils am Ende eines Hämo- bzw.

Dialysevorganges einmalig die Hälfte der normalen Dosis.

spcdeff-amikacinfresenius-zarsqrd-07-2018.rtf

Seite 3 von 11

Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz:

Kreatinin-

Clearance

Serum-

Kreatinin

Dosis

Amikacin

pro 12 h

Dosis

Amikacin

Fresenius

pro 12 h

Tagesdosis

Amikacin

ml/min

mg/100 ml

mg bez. auf

70 kg KG

ml bez. auf

70 kg KG

mg/kg KG

und Tag

70 - 80

40 - 69

30 - 39

20 - 29

15 - 19

≤ 1,2

1,3 - 2,2

2,3 - 3,0

3,1 - 4,2

4,3 - 6,0

266 - 280

147 - 266

112 - 147

77 - 112

56 - 77

53 - 56

29 - 53

22 - 29

15 - 22

11 - 15

7,6 - 8

4,2 - 7,6

3,2 - 4,2

2,2 - 3,2

1,6 - 2,2

Lit.: H. Knothe: Aminoglykoside; Verlag U & M, Frankfurt/M

Art und Dauer der Anwendung

Lösung zur i.v. Kurzinfusion.

Die Behandlungsdauer liegt, je nach Schwere der Infektion, zwischen 3 und 10 Tagen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Aminoglykoside oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. Bei Patienten mit Neigung zu Allergien ist eher mit

allergischen Reaktionen zu rechnen.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, bei Patienten mit Gehör- oder

Vestibularisschäden (Innenohrschäden) sowie nach unmittelbarer vorausgegangener Behandlung mit

einem Aminoglykosid und bei Myasthenia gravis.

Wie alle Aminoglykoside wird Amikacin in der Nierenrinde und im Innenohr gespeichert.

Folgende Risikofaktoren erhöhen die Gefahr oto- und nephrotoxischer Reaktionen:

Frühgeburt, hohes Alter;

Niereninsuffizienz;

bestehender Hörschaden bzw. Vorerkrankungen im Hörbereich;

Vorbehandlung mit anderen Aminoglykosid-Antibiotika bzw. Vorbehandlung mit anderen die

Nieren belastenden Substanzen;

gleichzeitige Gabe anderer ototoxischer oder nephrotoxischer Substanzen;

Notwendigkeit einer hochdosierten (hohe Serumspitzen- und Talspiegel) und langdauernden

Amikacin-Behandlung;

Schock, Dehydratation;

Sepsis;

schwere Begleit- und Grundkrankheiten (z. B. Anämie, Diabetes, kardiovaskuläre

Dekompensation, Malignome).

In solchen Fällen sollte Amikacin nur nach strenger Nutzen-Risikoabwägung angewendet werden und es

muss eine besondere engmaschige tägliche Überwachung der Nieren-, Gehör- und Vestibularfunktion

erfolgen. Darüber hinaus sind die Wirkstoffkonzentrationen von Amikacin im Blut zu bestimmen.

Ebenso sollte Amikacin nicht bei Myasthenia gravis angewendet werden.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Morbus Parkinson und anderen neuromuskulären Syndromen.

spcdeff-amikacinfresenius-zarsqrd-07-2018.rtf

Seite 4 von 11

Kinder und Jugendliche

Aminoglykoside sollten mit Vorsicht bei Früh- und Neugeborenen wegen der noch unreifen

Nierenfunktion und der daraus resultierenden Verlängerung der Serumhalbwertszeit dieser

Arzneimittel angewendet werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist eine mögliche Einschränkung der Nierenfunktion zu berücksichtigen.

Während der Anwendung von Amikacin sind Kontrollen der Serumkonzentration von Amikacin

erforderlich. Ggf. ist die Dosis entsprechend anzupassen.

Ferner sind folgende Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos von Nebenwirkungen erforderlich:

Vor, während und nach der Therapie sind die Nierenfunktion (u. a. Serum-Kreatinin, Kreatinin-

Clearance), das Blutbild, die Leberfunktion sowie die Hör- und Gleichgewichtsfunktion zu

kontrollieren.

Es ist eine ausreichende Hydratation und Harnproduktion zu gewährleisten (ggf.

Urinuntersuchung).

Amikacin Fresenius enthält Natrium, je 100 ml Infusionslösung etwa 20 mmol (entsprechend 460 mg)

Natrium. Dies entspricht 23% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen

täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2g. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter

Natrium kontrollierter (natriumarmer/kochsalzarmer) Diät.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Diuretika:

Die Nephro- und Ototoxizität von Amikacin wird erhöht durch schnell wirkende Diuretika (z. B.

Furosemid, Etacrynsäure und Mannit).

Bei forcierter Diurese wird über eine verstärkte Amikacin-Ausscheidung ein Absinken der Blutspiegel

herbeigeführt.

Andere Antibiotika:

Cephalosporine erhöhen ebenfalls die Nephrotoxizität. Bei gleichzeitiger Gabe muss daher

Nierenfunktion und Hörvermögen engmaschig kontrolliert werden.

Amikacin hat mit Azlocillin und Piperacillin eine synergistische Wirkung bei der Behandlung von

Pseudomonas aeruginosa und anderen Enterobakterien.

Ein synergistischer Effekt hinsichtlich der antibakteriellen Wirkung kann sich bei der Kombination mit

Betalaktam-Antibiotika ergeben.

In-vitro-Experimente zeigen, dass eine Mischung von Aminoglykosiden mit Betalaktam-Antibiotika zu

signifikanter gegenseitiger Inaktivierung führen kann. Die Serum-Aktivität von Amikacin kann auch

reduziert werden, wenn in vivo ein anderes Aminoglykosid oder ein Penicillin-Antibiotikum gleichzeitig

separat appliziert wird. Klinisch signifikant ist die Aminoglykosid-Inaktivierung nur bei Patienten mit

stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Muskelrelaxantien:

Bei gleichzeitiger Anwendung von Muskelrelaxantien (z. B. d-Tubocurarin) muss damit gerechnet

werden, dass Amikacin die neuromuskulär-blockierende Wirkung steigert.

Inhalationsnarkotika:

Bei gleichzeitiger Anwendung von Inhalationsnarkotika (z. B. Halothan) muss damit gerechnet werden,

dass Amikacin die neuromuskulär-blockierende Wirkung steigert.

spcdeff-amikacinfresenius-zarsqrd-07-2018.rtf

Seite 5 von 11

Sonstige Arzneimittel:

Die gleichzeitige oder aufeinander folgende Gabe von Amikacin und anderen neuro-, nephro- oder

ototoxischen Substanzen (v. a. Bacitracin, Cisplatin, Amphotericin B, Cefaloridin, Paromomycin,

Viomycin, Polymyxin B, Colistin, Vancomycin, andere Aminoglykoside) sollte vermieden werden, da

hierdurch die Gefahr von entsprechenden Nebenwirkungen erhöht wird.

Indometacin kann die Plasmakonzentration von Amikacin bei Neugeborenen erhöhen.

Laborwerte:

Die Serumkreatinin-Bestimmung kann bei gleichzeitiger Gabe von Cephalosporinen fälschlicherweise

erhöhte Werte liefern.

Die Inaktivierung kann sich in Proben (Serum, Liquor u. a.), die für die Laboruntersuchung

abgenommen werden, fortsetzen und dann die Bestimmung des Aminoglykosid-Spiegels verfälschen.

Die Proben sind deshalb nach der Abnahme adäquat zu behandeln (sofortige Bestimmung,

Aufbewahrung im Kühlschrank oder Zugabe von Betalaktamase).

Bei der Bestimmung von Aminosäuren im Urin mittels der Ninhydrin-Reaktion kommt es unter der

Aminoglykosid-Therapie zu überhöhten Werten (Aminoglykoside reagieren mit Ninhydrin).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft:

Daten über eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren weisen darauf hin, dass

Aminoglykoside dem Fötus schaden können.

Aminoglykoside passieren die Plazentaschranke und es gibt Berichte über irreversible beidseitig

angeborene Taubheit bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Streptomycin

behandelt wurden. Obwohl es keine Berichte über negative Auswirkungen auf den Fötus oder das

Neugeborene, deren Mütter mit anderen Aminoglykosiden behandelt wurden, gibt, muss von einer

potentiell schädlichen Wirkung ausgegangen werden.

Tierexperimentelle Studien an Ratten und Mäusen zeigten keine Auswirkungen auf die Fertilität oder

die embryonale/fötale Entwicklung.

Falls eine schwangere Patientin mit Amikacin behandelt werden muss, oder die Patientin während der

Therapie mit Amikacin schwanger wird, sollte sie über die potentielle Gefahr für den Fötus

unterrichtet werden.

Amikacin darf Schwangeren und Neugeborenen nur bei eindeutiger Indikation und unter ärztlicher

Aufsicht verabreicht werden (siehe auch Abschnitt 4.4 “Besondere Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

Stillzeit:

Es ist nicht bekannt, ob Amikacin in die Muttermilch ausgeschieden wird.

Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf

die Behandlung mit Amikacin Fresenius verzichtet werden soll.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Durch das Auftreten von Nebenwirkungen kann bei Anwendung von Amikacin Freseniusggf. das

Reaktionsvermögen verändert und dadurch die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol

(siehe auch Abschnitt 4.8 „Nebenwirkungen“).

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

spcdeff-amikacinfresenius-zarsqrd-07-2018.rtf

Seite 6 von 11

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Untersuchungen:

Gelegentlich: leichte, vorübergehende Erhöhung der SGOT, SGPT und AP

Herzerkrankungen:.

Gelegentlich: Hypotonie

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Gelegentlich: reversible Auswirkungen auf das Blutbild toxischer und allergischer Art

(Granulozytopenie, Thrombopenie, Anämie, Leukopenie oder Eosinophilie), Hypomagnesiämie

Erkrankungen des Nervensystems:

Gelegentlich: Atemdepression, sehr selten (< 0,01 %) Atemstillstand bei zu schneller i.v.-Infusion sowie

intrapleuraler oder intraperitonealer Applikation hoher Dosen

Dieses Risiko besteht auch bei gleichzeitiger Gabe mit Anästhetika und Muskelrelaxantien.

Kopfschmerzen, Parästhesien, Tremor

Sehr selten: Muskelzuckungen, Krämpfe

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths:

Häufig: Gleichgewichtsstörungen, Schwindelgefühle, Nystagmus, Ohrensausen (Tinnitus), Druck auf

oder in den Ohren, Innenohrschwerhörigkeit

Sehr selten: Ertaubung

Diese Nebenwirkungen treten vor allem auf beim Überschreiten der empfohlenen Dosierung, bei einer

Behandlungsdauer von mehr als 10 Tagen und wenn die Dosis nicht einer reduzierten Nierenfunktion

angepasst wird.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig: Übelkeit, Erbrechen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Häufig: Schädigung der Nierentubuli mit einer mehr oder weniger reversiblen Einschränkung der

Nierenfunktion

Diese Nebenwirkung birgt die Gefahr in sich, über einen Kumulationsprozess die ototoxischen

Wirkungen von Amikacin auszulösen bzw. zu verstärken.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Exanthem, Juckreiz, Nesselsucht

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Arthralgie

Infektionen und parasitäre Erkrankungen:

Gelegentlich: Superinfektion oder Kolonisation mit resistenten Keimen oder Sprosspilzen nach

langfristiger oder wiederholter Anwendung von Amikacin

Erkrankungen des Immunsystems:

Gelegentlich: Arzneimittelfieber

Sehr selten: anaphylaktischer Schock

Wichtige Hinweise für die Behandlung

Nierenfunktionsstörungen, neurologisch bedingte Hörschäden sowie Unverträglichkeitsreaktionen

können weitgehend durch folgende Vorsichtsmaßnahmen vermieden werden:

spcdeff-amikacinfresenius-zarsqrd-07-2018.rtf

Seite 7 von 11

Kontrolle der Nierenfunktion, des Blutbildes, der Leberfunktion sowie der Hör- und

Gleichgewichtsfunktion vor, während und nach der Therapie; Gewährleistung ausreichender

Hydratation und Harnproduktion; ggf. Serumkonzentrationsbestimmungen bei besonders gefährdeten

Patienten und entsprechende Dosisanpassung.

Siehe auch Abschnitt 4.2, hier „Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion“.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53173 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Vordergründige Gefahr bei Amikacin-Überdosierung ist, wie bei allen Aminoglykosiden, eine potenziell

nephro-, oto- und neurotoxische (neuromuskuläre Blockade) Wirkung. Im Falle einer Überdosierung

oder von toxischen Wirkungen wird Amikacin abgesetzt und ggf. die Elimination durch forcierte Diurese

beschleunigt (siehe auch Abschnitt 4.5 „Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen“). Weiterhin wird die Hämodialyse (oder auch Peritonealdialyse) zur Entfernung von

Amikacin aus dem Blut empfohlen. Dabei ist die Hämodialyse der Peritonealdialyse in der Effektivität

überlegen. Beim Neugeborenen sollte auch an die Möglichkeit einer Austauschtransfusion gedacht

werden.

Zur Soforttherapie bei neuromuskulärer Blockade mit Atemlähmung ist die künstliche Beatmung

erforderlich. Außerdem wird als Antagonist Calcium in ionisierter Form (z. B. als Gluconat oder

Lactobionat in 10 - 20%iger Lösung) empfohlen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Amikacin ist ein parenterales Antibiotikum aus der Gruppe der

Aminoglykoside, ATC-Code: J01GB06

Wirkungsmechanismus

Der Wirkungsmechanismus von Amikacin beruht auf einer Störung der Proteinbiosynthese am

bakteriellen Ribosom durch Interaktion mit der rRNS und nachfolgender Hemmung der Translation.

Hieraus resultiert eine bakterizide Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus maximaler Serumkonzentration

) und minimaler Hemmkonzentration (MHK) des Erregers ab.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Amikacin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

Enzymatische Inaktivierung: Die enzymatischen Modifikationen der Aminoglykosidmoleküle ist

der häufigste Resistenzmechanismus. Hierfür sind Acetyltransferasen, Phosphotransferasen oder

Nukleotidyltransferasen verantwortlich, die zumeist plasmidkodiert sind. Amikacin verfügt über

eine weitgehende Stabilität gegenüber Aminoglykosid-inaktivierenden Enzymen. Es kann daher

Bakterien hemmen, die gegen Gentamicin und andere Aminoglykoside resistent sind.

Verminderte Penetration und aktiver Efflux: Diese Resistenzmechanismen finden sich vor allem

bei Pseudomonas aeruginosa.

spcdeff-amikacinfresenius-zarsqrd-07-2018.rtf

Seite 8 von 11

Veränderung der Zielstruktur: Modifikationen innerhalb der Ribosomen kommen als Ursache

einer Resistenz vor.

Diese entstehen entweder durch Mutation oder die Bildung von

Methyltransferasen.

Es besteht eine partielle Kreuzresistenz von Amikacin mit anderen Aminoglykosidantibiotika.

Grenzwerte

Die Testung von Amikacin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende minimale

Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Enterobacterales

8 mg/l

> 16 mg/l

Pseudomonas spp.

8 mg/l

> 16 mg/l

Acinetobacter spp.

8 mg/l

> 16 mg/l

Staphylococcus spp.

8 mg/l

> 16 mg/l

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit

variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale

Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation

die Wirksamkeit von Amikacin in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten

angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine

mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber

Amikacin anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus

nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und –studien (Stand: Februar 2018):

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus

Staphylococcus haemolyticus

Staphylococcus hominis °

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Acinetobacter pittii

Citrobacter freundii

Citrobacter koseri

Enterobacter aerogenes

Enterobacter cloacae

Escherichia coli

Klebsiella oxytoca

Klebsiella pneumoniae

Morganella morganii

Proteus mirabilis

Proteus vulgaris °

Pseudomonas aeruginosa

1

Salmonella enterica (Enteritis-Salmonellen) °

Serratia liquefaciens °

Serratia marcescens

Shigella spp.

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen

können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus epidermidis

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

spcdeff-amikacinfresenius-zarsqrd-07-2018.rtf

Seite 9 von 11

Acinetobacter baumannii

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Enterococcus spp.

Streptococcus spp.

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Burkholderia cepacia

Stenotrophomonas maltophilia

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroides spp.

Prevotella spp.

Andere Mikroorganismen

Chlamydia spp.

Chlamydophila spp.

Mycoplasma spp.

Ureaplasma urealyticum

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,

Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

Bei Isolaten von besonderen Patientengruppen wie z.B. Patienten mit cystischer Fibrose beträgt die

Resistenzrate ≥ 10%.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Amikacin wird nach oraler Gabe praktisch nicht resorbiert und ist daher nur parenteral anwendbar.

Maximale Serumspiegel werden nach 1 bis 2 Stunden erreicht. Die Serumhalbwertszeit beträgt 2,2 bis

2,4 Stunden. Mit einer Verlängerung der Halbwertszeit ist bei niereninsuffizienten Patienten sowie bei

Früh- und Neugeborenen zu rechnen. Die Plasmaproteinbindung beträgt 4 bis 10 %.

Verteilung

Die Diffusion in den Liquor ist bei entzündeten Meningen ausreichend. In der Nierenrinde und der

Innenohrflüssigkeit akkumuliert die Substanz. Aus diesen tiefen Kompartimenten erfolgt eine

Elimination nur langsam.

Biotransformation und Elimination

Amikacin wird im Organismus nicht metabolisiert. Die Elimination erfolgt überwiegend renal (60 bis 82

% werden in unveränderter Form innerhalb der ersten 6 Stunden ausgeschieden), aber auch über die

Galle.

Amikacin ist hämodialysierbar und in geringem Maße auch peritoneal dialysierbar.

Studien zur mehrmals täglichen Dosierung zeigen, dass spinale Flüssigkeitsspiegel bei Neugeborenen

etwa 10 bis 20 % der Serumkonzentration betragen und bei einer Meningitis 50 % der

Serumkonzentration erreichen können.

Bei Neugeborenen und insbesondere Frühgeborenen ist die renale Ausscheidung des Amikacins

herabgesetzt.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeIn einer Einzelstudie wurde bei

Neugeborenen (1-6 Tage postnatal), gruppiert nach Geburtsgewicht (< 2000, 2000 - 3000 und > 3000

g), intramuskulär und/oder intravenös eine Dosis von 7,5 mg/kg Amikacin verabreicht. Die

Ausscheidung bei Neugeborenen über 3000 g betrug 0,84 ml/min/kg. Die terminale Halbwertszeit

betrug etwa 7 Stunden. In dieser Gruppe betrugen das anfängliche Verteilungsvolumen und das

Verteilungsvolumen im Steady-State-Zustand 0,3 ml/kg bzw. 0,5 ml/kg. In den Gruppen mit

niedrigerem Geburtsgewicht war die Ausscheidung/kg geringer und die Halbwertszeit länger.

Wiederholte Gaben alle 12 Stunden in allen o. g. Gruppen zeigten keine Akkumulation nach 5 Tagen.

spcdeff-amikacinfresenius-zarsqrd-07-2018.rtf

Seite 10 von 11

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei tierexperimentellen Untersuchungen fanden sich nach parenteraler Gabe akute oto- und

nephrotoxische Wirkungen. In Langzeitstudien ließen sich histopathologische Veränderungen in den

Nieren nachweisen.

Bisherige in-vitro Untersuchungen verliefen negativ und ergaben für Amikacin keine relevanten

Hinweise hinsichtlich eines genotoxischen Potentials.

Langzeituntersuchungen hinsichtlich eines tumorerzeugenden Potentials liegen nicht vor.

In unzureichend dokumentierten reproduktionstoxikologischen Untersuchungen traten unter Amikacin-

Medikation dosisabhängig embryotoxische und teratogene Effekte auf. Bei Mäusen und Ratten war die

Anzahl unreifer Feten erhöht und es wurden vermehrt Skelettanomalien beobachtet. Bei

Meerschweinchen wurden Schädigungen am Innenohr beschrieben. Die Fertilität wurde bei Ratten nicht

beeinträchtigt. Ebenfalls unzureichend dokumentierte Postnatalbeobachtungen bei Ratten und Mäusen

zeigten keine zusätzlichen Entwicklungsstörungen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid, Salzsäure, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Amikacin Fresenius sollten keine anderen Arzneimittel zugesetzt werden.

Es bestehen chemische Inkompatibilitäten mit Amphotericin, Ampicillin, Cefapirin, Cephalotin,

Chlorthiazide, Erythromycin, Heparin, Nitrofurantoin, Novobiocin, Phenytoin, Sulphadiazin,

Thiopenton, (Chlor)tetracyclin und Vitamin B mit Vitamin C. Amikacin Fresenius darf daher mit

diesen Substanzen nicht gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnet:

3 Jahre

Haltbarkeit nach Anbruch:

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Wenn es nicht sofort

benutzt wird, liegen die Aufbewahrungszeiten und die Bedingungen vor Gebrauch in der

Verantwortung des Anwenders.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Die Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Kein Mehrdosenbehältnis. Nach Anwendung verbleibende Reste der Infusionslösung müssen

verworfen und ordnungsgemäß entsorgt werden.

Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflaschen (50 ml bzw. 100 ml) aus farblosem Glas gemäß Ph.Eur.

spcdeff-amikacinfresenius-zarsqrd-07-2018.rtf

Seite 11 von 11

Die Glasdurchstechflaschen sind mit einem Verschluss aus Halobutyl-Gummi und Aluminiumkappen

versehen.

Packungen mit 10 Durchstechflaschen zu je 50 ml Infusionslösung

Packungen mit 10 Durchstechflaschen zu je 100 ml Infusionslösung

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Nur verwenden, wenn die Lösung klar und das Behältnis unbeschädigt sind.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Fresenius Kabi Deutschland GmbH

D-61346 Bad Homburg

Tel.: +49 6172 686-8200

Fax: +49 6172 686 8239

E-Mail: Kundenberatung@fresenius-kabi.de

8.

ZULASSUNGSNUMMER

6614021.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung/Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 04. Juni 2004

10.

STAND DER INFORMATION

Juli 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen