Ambene parenteral Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Phenylbutazon, Lidocainhydrochlorid 1 H<2>O
Verfügbar ab:
Recordati Pharma GmbH
ATC-Code:
M01AA51
INN (Internationale Bezeichnung):
Phenylbutazone, Lidocaine Hydrochloride 1 H<2>O
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Phenylbutazon 373.4mg; Lidocainhydrochlorid 1 H<2>O 4.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6030521.00.02

Ambene parenteral GI

Amb_400_AMP_GI_1906_Z10a_clean, 24.06.2019, Seite 1 von 12

Version 04, 02/2016

PACKUNGSBEILAGE

Ambene parenteral GI

Amb_400_AMP_GI_1906_Z10a_clean, 24.06.2019, Seite 2 von 12

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Ambene

®

parenteral, 400 mg Injektionslösung

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Wirkstoffe: Phenylbutazon-Natrium, Lidocainhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Ambene parenteral und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Ambene parenteral beachten?

Wie ist Ambene parenteral anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Ambene parenteral aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Ambene parenteral und wofür wird es angewendet?

Ambene parenteral ist ein schmerzstillendes und entzündungshemmendes Arzneimittel

n

icht

s

teroidales

A

r

heumatikum,

NSAR

Anwendungsgebiete von Ambene parenteral:

Zur einmaligen intramuskulären Injektion:

Symptomatische Behandlung von Schmerz und Entzündung bei

akuten Schüben von Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans),

akuten Schüben bei chronischer Polyarthritis (chronische Gelenkentzündung),

Gichtanfall.

Die Anwendung von Ambene parenteral bietet keinen Vorteil gegenüber der oralen Darreichungsform

und sollte daher nur erfolgen, wenn eine Einnahme nicht möglich ist.

Die Anwendung von Ambene parenteral sollte grundsätzlich nur erfolgen, wenn andere

therapeutische Maßnahmen, einschließlich anderer nichtsteroidalen Antiphlogistika, unzureichend

gewirkt haben.

Die Gabe von Phenylbutazon über die Tageshöchstdosierung hinaus oder die zusätzliche

Einnahme/Anwendung anderer nichtsteroidaler Antirheumatika (Ausnahme niedrig dosierte

Acetylsalicylsäure zur Hemmung der Thrombozytenaggregation) bringt keinen therapeutischen

Nutzen, birgt aber ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Wirkungen und wird daher nicht empfohlen.

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Angesichts der vielfältigen möglichen Nebenwirkungen und Interaktionen ist eine besonders strenge

Indikationsstellung erforderlich.

Wenn Sie sich nicht besser oder gar schlechter fühlen, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Ambene parenteral beachten?

Ambene parenteral darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Lidocain, Phenylbutazon, andere Pyrazolon-

Verbindungen oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels sind.

wenn Sie in der Vergangenheit mit Asthmaanfällen, Nasenschleimhautschwellungen oder

Hautreaktionen nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nichtsteroidalen

Entzündungshemmern reagiert haben,

bei ungeklärten Blutbildungs- und Gerinnungsstörungen,

bei bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen Magen-/Zwölffingerdarm-

Geschwüren (peptischen Ulzera) oder Blutungen (mindestens 2 unterschiedliche Episoden

nachgewiesener Geschwüre oder Blutungen),

bei Magen-Darm-Blutung oder -Durchbruch (Perforation) in der Vorgeschichte im

Zusammenhang mit einer vorherigen Therapie mit nichtsteroidalen

Antirheumatika/Antiphlogistika (NSAR),

bei Hirnblutungen (zerebrovaskulären Blutungen) oder anderen aktiven Blutungen,

bei allgemeiner Blutungsneigung,

bei eingeschränkter Nierenfunktion,

bei eingeschränkter Leberfunktion,

bei schwerer Störung der Herzfunktion (Herzinsuffizienz),

während der Schwangerschaft,

während der Stillzeit,

bei Kindern und Jugendlichen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Ambene parenteral anwenden.

Im Folgenden wird beschrieben, wann Ambene parenteral nur unter bestimmten Bedingungen und nur

mit besonderer Vorsicht angewendet werden darf. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch,

wenn diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.

Sicherheit im Magen-Darm-Trakt

Eine gleichzeitige Anwendung von Ambene parenteral mit anderen NSAR, einschließlich

sogenannten COX-2-Hemmern (Cyclooxigenase-2-Hemmern), sollte vermieden werden.

Nebenwirkungen können reduziert werden, indem die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten,

für die Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet wird.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten treten häufiger Nebenwirkungen nach Anwendung von NSAR auf, insbesondere

Blutungen und Durchbrüche im Magen- und Darmbereich, die unter Umständen lebensbedrohlich sein

können. Daher ist bei älteren Patienten eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung

erforderlich.

Blutungen des Magen-Darm-Traktes, Geschwüre und Durchbrüche (Perforationen)

Blutungen des Magen-Darm-Traktes, Geschwüre und Perforationen, auch mit tödlichem Ausgang,

wurden unter allen NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome bzw.

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schwerwiegende Ereignisse im Magen-Darm-Trakt in der Vorgeschichte zu jedem Zeitpunkt der

Therapie auf.

Das Risiko für das Auftreten von Magen-Darm-Blutungen, Geschwüren und Durchbrüchen ist höher

mit steigender NSAR-Dosis, bei Patienten mit Geschwüren in der Vorgeschichte, insbesondere mit

den Komplikationen Blutung oder Durchbruch (siehe Abschnitt 2: „Ambene parenteral darf nicht

angewendet werden“), und bei älteren Patienten. Diese Patienten sollten die Behandlung mit der

niedrigsten verfügbaren Dosis beginnen.

Für diese Patienten sowie für Patienten, die eine begleitende Therapie mit niedrig-dosierter

Acetylsalicylsäure (ASS) oder anderen Arzneimitteln, die das Risiko für Magen-Darm-Erkrankungen

erhöhen können, benötigen, sollte eine Kombinationstherapie mit Magenschleimhaut-schützenden

Arzneimitteln (z. B. Misoprostol oder Protonenpumpenhemmer) in Betracht gezogen werden.

Wenn Sie, insbesondere in höherem Alter, eine Vorgeschichte von Nebenwirkungen am Magen-

Darm-Trakt aufweisen, sollten Sie jegliche ungewöhnliche Symptome im Bauchraum (vor allem

Magen-Darm-Blutungen) insbesondere am Anfang der Therapie melden.

Vorsicht ist angeraten, wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die das Risiko für Geschwüre

oder Blutungen erhöhen können, wie z. B. orale Kortikosteroide, blutgerinnungshemmende

Medikamente wie Warfarin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, die unter anderem zur

Behandlung von depressiven Verstimmungen eingesetzt werden, oder

Thrombozytenaggregationshemmer wie ASS (siehe Abschnitt 2: „Anwendung von Ambene parenteral

zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Wenn es bei Ihnen unter Ambene parenteral zu Magen-Darm-Blutungen oder Geschwüren kommt, ist

die Behandlung abzusetzen.

NSAR sollten bei Patienten mit einer gastrointestinalen Erkrankung in der Vorgeschichte (z. B.

Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) mit Vorsicht angewendet werden, da sich ihr Zustand verschlechtern

kann (siehe Abschnitt 4).

Wirkungen am Herz-Kreislauf-System

Arzneimittel wie Ambene parenteral sind möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko für

Herzanfälle („Herzinfarkt“) oder Schlaganfälle verbunden. Jedwedes Risiko ist wahrscheinlicher mit

hohen Dosen und länger dauernder Behandlung. Überschreiten Sie nicht die empfohlene Dosis oder

Behandlungsdauer!

Wenn Sie Herzprobleme oder einen vorangegangenen Schlaganfall haben oder denken, dass Sie ein

Risiko für diese Erkrankungen aufweisen könnten (z. B. wenn Sie hohen Blutdruck, Diabetes oder

hohe Cholesterinwerte haben oder Raucher sind), sollten Sie Ihre Behandlung mit Ihrem Arzt oder

Apotheker besprechen.

Hautreaktionen

Unter NSAR-Therapie wurde sehr selten über schwerwiegende Hautreaktionen mit Rötung und

Blasenbildung, einige mit tödlichem Ausgang, berichtet (exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-

Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse/Lyell-Syndrom; siehe Abschnitt 4). Das höchste Risiko

für derartige Reaktionen scheint zu Beginn der Therapie zu bestehen, da diese Reaktionen in der

Mehrzahl der Fälle im ersten Behandlungsmonat auftraten. Beim ersten Anzeichen von

Hautausschlägen, Schleimhautläsionen oder sonstigen Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion

sollte Ambene parenteral nicht mehr angewendet und umgehend der Arzt konsultiert werden.

Sonstige Hinweise

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Ambene parenteral sollte nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses angewendet

werden:

bei bestimmten angeborenen Blutbildungsstörungen (induzierbare Porphyrien),

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich:

bei Schilddrüsenerkrankungen,

direkt nach größeren chirurgischen Eingriffen,

bei Allergien (z. B. Hautreaktionen auf andere Arzneimittel, Asthma, Heuschnupfen),

chronischen Nasenschleimhautschwellungen oder chronischen, die Atemwege verengenden

Atemwegserkrankungen.

Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock) werden sehr selten

beobachtet. Bei ersten Anzeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion nach Verabreichung

von Ambene parenteral muss die Therapie abgebrochen werden. Der Symptomatik entsprechende,

medizinisch erforderliche Maßnahmen müssen durch fachkundige Personen eingeleitet werden.

Phenylbutazon, der Wirkstoff von Ambene parenteral, kann vorübergehend die Blutplättchenfunktion

(Thrombozytenaggregation) hemmen. Patienten mit Gerinnungsstörungen sollten daher sorgfältig

überwacht werden.

Wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung oder zur Senkung des

Blutzuckerspiegels einnehmen, sollten vorsichtshalber Kontrollen der Blutgerinnung bzw. der

Blutzuckerwerte erfolgen.

Bei gleichzeitiger Gabe von Ambene parenteral und bestimmten Mitteln zur Entwässerung

(kaliumsparenden Diuretika) ist eine Kontrolle der Kaliumkonzentration im Blut nötig.

Bei längerdauernder Gabe von Ambene parenteral ist eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte, der

Nierenfunktion sowie des Blutbildes erforderlich.

Bei Anwendung von Ambene parenteral vor operativen Eingriffen ist der Arzt oder Zahnarzt zu

befragen bzw. zu informieren.

Ambene parenteral kann die Interpretation von labordiagnostischen Tests zur Beurteilung der

Schilddrüsenfunktion erschweren, da es – je nach Testmethode – die labordiagnostischen Werte

erhöhen oder erniedrigen kann.

Bei längerem Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch

erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wenn Sie

trotz der Anwendung von Ambene parenteral häufig unter Kopfschmerzen leiden!

Ganz allgemein kann die gewohnheitsmäßige Einnahme/Anwendung von Schmerzmitteln,

insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe, zur dauerhaften

Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen.

Wie andere Arzneimittel, die die Prostaglandinsynthese hemmen, kann Ambene parenteral es Ihnen

erschweren, schwanger zu werden. Sie sollten Ihren Arzt informieren, wenn Sie eine Schwangerschaft

planen oder wenn Sie Probleme haben, schwanger zu werden.

Kinder und Jugendliche

Ambene parenteral darf bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 2:

„Ambene parenteral darf nicht angewendet werden“).

Anwendung von Ambene parenteral zusammen mit anderen Arzneimitteln

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Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die gleichzeitige Anwendung von Ambene parenteral und Phenytoin (Mittel zur Behandlung von

Krampfanfällen) oder Lithium (Mittel zur Behandlung geistig-seelischer Störungen) kann den

Plasmaspiegel dieser Arzneimittel erhöhen. Eine Kontrolle der Serum-Lithium-Spiegel ist nötig. Eine

Kontrolle der Serum-Phenytoin-Spiegel wird empfohlen.

Ambene parenteral kann die Wirkung von Digitoxin (herzkraftstärkendes Mittel), entwässernden und

blutdrucksenkenden Arzneimitteln (Diuretika und Antihypertonika) abschwächen.

Ambene parenteral kann die Wirkung von ACE-Hemmern (Mittel zur Behandlung von Herzschwäche

und zur Blutdrucksenkung) abschwächen. Bei gleichzeitiger Anwendung kann weiterhin das Risiko

für das Auftreten einer Nierenfunktionsstörung erhöht sein.

Die gleichzeitige Gabe von Ambene parenteral und kaliumsparenden Diuretika (bestimmte

Entwässerungsmittel) kann zu einer Erhöhung des Kaliumspiegels im Plasma führen.

Die gleichzeitige Verabreichung von Ambene parenteral mit anderen entzündungs- und

schmerzhemmenden Mitteln aus der Gruppe der NSAR oder mit Glukokortikoiden erhöht das Risiko

für Magen-Darm-Geschwüre oder Blutungen.

Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure und bestimmte Antidepressiva (selektive

Serotonin-Wiederaufnahmehemmer/SSRI) können das Risiko für Magen-Darm-Blutungen erhöhen.

Die Gabe von Ambene parenteral innerhalb von 24 Stunden vor oder nach Gabe von Methotrexat

kann zu einer erhöhten Konzentration von Methotrexat und zu einer Zunahme seiner unerwünschten

Wirkungen führen.

Die gleichzeitige Einnahme von Ambene parenteral und blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (z.

B. Warfarin) kann zu einer Verstärkung der Blutgerinnungshemmung führen.

Die gleichzeitige Einnahme von Barbituraten (z. B. Phenobarbital – enthalten in Schlafmitteln und in

Mitteln gegen Anfallsleiden), Chlorphenamin (Antiallergikum), Rifampicin (Antibiotikum),

Promethacin und Colestyramin führt zu einer Erniedrigung der Konzentration von Ambene parenteral

im Blutserum und damit zu einer verminderten Wirkung.

Die gleichzeitige Einnahme von Methylphenidat oder anabolen Steroiden (z. B. Methandrostenolon)

kann zu einer Erhöhung der Konzentration von Ambene parenteral im Blutserum und damit zu einer

gesteigerten Wirkung führen.

Bei gleichzeitiger Einnahme/Anwendung kann durch Ambene parenteral die Wirkstärke oder

Wirkdauer von oralen Antidiabetika und Insulin zunehmen, so dass die Gefahr einer Unterzuckerung

(Hypoglykämie) besteht.

Anwendung von Ambene parenteral zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Während der Anwendung von Ambene parenteral sollte Alkoholgenuss möglichst vermieden werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

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Über die Sicherheit einer Anwendung in der Schwangerschaft liegen für den Menschen keine

ausreichenden Erfahrungen vor. Da der in Ambene parenteral enthaltene Wirkstoff Phenylbutazon

einen wichtigen Stoffwechselweg beeinflusst (Hemmung der Prostaglandinsynthese) und der Einfluss

dieser Hemmung auf die Schwangerschaft ungeklärt ist, sollte Phenylbutazon in der Schwangerschaft

nicht angewendet werden. Aufgrund des Wirkungsmechanismus kann es zu einer Hemmung der

Wehentätigkeit, zu einer Steigerung der Blutungsneigung von Mutter und Kind, zu einer verstärkten

Flüssigkeitsansammlung bei der Mutter und zu einem vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus

Botalli beim ungeborenen Kind kommen.

Wird während der Gabe von Ambene parenteral eine Schwangerschaft festgestellt, so ist der Arzt zu

benachrichtigen.

Da in Ambene parenteral Propylenglycol enthalten ist, das eine mögliche gesundheitsschädigende

Wirkung auf den Embryo hat, sollte es auch aus diesem Grund während der Schwangerschaft nicht

angewendet werden.

Stillzeit

Der Wirkstoff Phenylbutazon geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Aufgrund der

möglichen Nebenwirkungen darf Ambene parenteral in der Stillzeit nicht angewendet werden.

Fortpflanzungsfähigkeit

Die Anwendung von Ambene parenteral kann die weibliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Die

Anwendung bei Frauen, die schwanger werden möchten, wird daher nicht empfohlen. Bei Frauen, die

Schwierigkeiten haben schwanger zu werden oder bei denen Untersuchungen zur Unfruchtbarkeit

durchgeführt werden, sollte das Absetzen von Ambene parenteral in Betracht gezogen werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Da bei der Anwendung von Ambene parenteral in höherer Dosierung zentralnervöse Nebenwirkungen

wie Müdigkeit und Schwindel auftreten können, kann im Einzelfall das Reaktionsvermögen verändert

und die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen

beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol. Sie können

dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren.

Fahren Sie in diesem Fall nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine Werkzeuge oder

Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt!

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Ambene parenteral

Aufgrund des Lidocaingehaltes kann es bei Anwendung von Ambene parenteral durch schnelle

Anflutung (versehentliche Injektion in eine Vene, Injektion in stark durchblutetes Gewebe) oder

durch eine Überdosierung zu körperlichen Reaktionen kommen wie Schwindel, Erbrechen,

Benommenheit, Krämpfe, Rhythmusstörungen des Herzens, Verlangsamung des Herzschlags, Schock.

Ambene parenteral enthält Natrium

Eine Ampulle enthält 1,22 mmol (48,84 mg) Natrium. Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten

müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

3.

Wie ist Ambene parenteral anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt:

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Zu Beginn der Behandlung akuter Schübe der Bechterew-Krankheit, der rheumatoiden Arthritis

Gichtanfalls

wird

einmalig

Inhalt

Ampulle

Ambene

parenteral

(400

Phenylbutazon) verabreicht.

Art der Anwendung

Der Inhalt 1 Ampulle soll langsam und tief in den Gesäßmuskel gespritzt werden.

Injektion

Um örtliche Reizwirkungen, die durch hochkonzentrierte Arzneimittellösungen möglich sind, zu

vermeiden,

eine

sehr

sorgfältige

Injektionstechnik

achten.

Injektion

unter

streng

keimfreien Bedingungen und Sicherstellung, dass die Nadel nicht in einem Blutgefäß liegt, sehr

langsam (!) vornehmen, um eine Gewebeschädigung und Dehnungsschmerz zu vermeiden. Die

Injektion am liegenden Patienten hat sich bewährt. Die Injektionslösung muss tief und sicher in

den Muskel verabreicht werden. Bei Patienten mit starken Fettpolstern (Adipositas) muss ggf. eine

längere Kanüle verwendet werden. Die Injektion darf nicht in Nerven oder Nervennähe erfolgen

(Gefahr von Nervenschäden). Treten unter der Injektion starke Schmerzen oder Gefühlsstörungen

auf, so ist die Injektion sofort abzubrechen. Die Injektion in den vorderen Teil des Gesäßmuskels

(ventroglutäale Injektionstechnik nach "von Hochstetter") bietet am meisten Gewähr, dass das

Injektionsgut

sicher

Muskel

nicht

Nervennähe

gelangt.

Besondere

Vorsichtsmaßnahmen

gelten

Injektionen

hinteren

Teil

Gesäßmuskels

(dorsal

glutäal):

Injektion nach vorheriger Sicherstellung, dass die Nadel nicht in einem Blutgefäß liegt, sehr

langsam in den oberen, äußeren Quadranten des Gesäßmuskels.

Nadelspitze niemals medialwärts, sondern streng sagittal in Richtung Darmbeinkamm. Bei

falscher

Nadelrichtung

-nach

unten

nach

innen-

kann

Ischiasnerv

geschädigt

werden. Besonders bei medial vorgenommener Injektion ist eine Gefäßschädigung mit

muskulärer Durchblutungsstörung und Gewebeuntergang möglich.

Injektion tief intramuskulär platzieren und nicht ins Fettgewebe.

Vor der Injektion sollte die Lösung möglichst körperwarm sein.

Wegen

möglichen

Auftretens

anaphylaktischen

Reaktionen

sollte,

anderen

Arzneimitteln aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antiphlogistika auch, eine Beobachtungszeit

von mindestens 1 Stunde nach Injektion Ambene parenteral eingehalten werden.

Dauer der Anwendung

einem

akuten

Schub

sollte

eine

Injektion

Ambene

parenteral

weitere

Behandlung mit Tabletten oder Zäpfchen erfolgen, wobei die jeweiligen Anwendungshinweise zu

beachten sind.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Ambene parenteral zu stark oder zu schwach ist.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Ambene parenteral ist nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen bestimmt (siehe Abschnitt

2: „Ambene parenteral darf nicht eingenommen werden“).

Wenn Sie eine größere Menge von Ambene parenteral angewendet haben, als Sie sollten

einer

Überdosierung

können

Bauchschmerzen,

Übelkeit

Erbrechen,

Blutungen,

Benommenheit, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit, anfänglich gesteigerte Atemtätigkeit, später

herabgesetzte Atemfunktion auftreten. Weitere Symptome einer Überdosierung können Störungen

der Nierenfunktion bis hin zum akuten Nierenversagen und Störungen der Leberfunktion sein.

Gegebenenfalls

treten

Blutbildveränderungen

auf.

Laborchemisch

lassen

sich

neben

einer

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atmungs- und stoffwechselabhängigen Azidose (Ansäuerung des Blutes), erhöhte Transaminasen

SGOT, SGPT (best. Leberenzyme) und eine Erhöhung der alkalischen Phosphatase ggf. auch

Blutbildveränderungen (Verminderung der weißen und roten Blutkörperchen) nachweisen.

Ein spezifisches Gegenmittel (Antidot) existiert nicht. Es werden die entstandenen Störungen

symptomatisch behandelt: Sicherung der Vitalfunktionen (Kreislaufstabilisierung, Ausgleich des

angesäuerten Blutes, evtl. künstliche Beatmung) und ausscheidungsbeschleunigende Maßnahmen

(Dialyse des Blutes, Steigerung der Harnbildung).

Die Gabe von Antacida und Aktivkohle senkt den Plasmaspiegel.

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit Ambene parenteral benachrichtigen Sie bitte Ihren Arzt.

Dieser kann entsprechend der Schwere einer Vergiftung über die gegebenenfalls erforderlichen

Maßnahmen entscheiden.

Wenn Sie die Anwendung von Ambene parenteral vergessen haben

Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten:

kann bis zu 1 von 1 000 Behandelten betreffen

Sehr selten:

kann bis zu 1 von 10 000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen

Bei den folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen muss berücksichtigt werden, dass sie

überwiegend dosisabhängig und von Patient zu Patient unterschiedlich sind.

häufigsten

beobachteten

Nebenwirkungen

betreffen

Verdauungstrakt.

Magen-

/Zwölffingerdarm-Geschwüre (peptische Ulzera), Perforationen (Durchbrüche) oder Blutungen,

manchmal

tödlich,

können

auftreten,

insbesondere

älteren

Patienten

(siehe

Abschnitt

„Warnhinweise

Vorsichtsmaßnahmen“).

Übelkeit,

Erbrechen,

Durchfall,

Blähungen,

Verstopfung,

Verdauungsbeschwerden,

abdominale

Schmerzen,

Teerstuhl,

Bluterbrechen,

ulcerative Stomatitis (geschwürige Entzündung der Mundschleimhaut), Verschlimmerung von

Colitis

ulcerosa

Morbus

Crohn

(siehe

Abschnitt

„Warnhinweise

Vorsichtsmaßnahmen“)

sind

nach

Anwendung

berichtet

worden.

Weniger

häufig

wurde

Magenschleimhautentzündung beobachtet.

Insbesondere

Risiko

für

Auftreten

Magen-Darm-Blutungen

abhängig

Dosisbereich und der Anwendungsdauer.

Ödeme

(Wassereinlagerungen

Gewebe),

Bluthochdruck

Störungen

Herzfunktion

(Herzinsuffizienz) wurden im Zusammenhang mit NSAR-Behandlung berichtet.

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Arzneimittel wie Ambene parenteral sind möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko

für Herzanfälle („Herzinfarkt“) oder Schlaganfälle verbunden.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr

selten

zeitlichen

Zusammenhang

Anwendung

bestimmter

entzündungshemmender Arzneimittel (NSAR, zu diesen gehört auch Ambene parenteral), eine

Verschlechterung infektionsbedingter Entzündungen (z. B. Entwicklung einer nekrotisierenden

Fasciitis; dies ist eine schwerwiegende bakterielle Weichteilinfektion von der die Haut, Unterhaut

und sogar die Faszien betroffen sind) beschrieben worden.

Wenn während der Anwendung von Ambene parenteral Zeichen einer Infektion (z. B. Rötung,

Schwellung, Überwärmung, Schmerz, Fieber) neu auftreten oder sich verschlimmern, sollte daher

unverzüglich der Arzt zu Rate gezogen werden.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich:

Störungen der Blutbildung (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie,

Agranulozytose). Erste Anzeichen können sein: Fieber, Halsschmerzen, oberflächliche Wunden im

Mund, grippeartige Beschwerden, starke Abgeschlagenheit, Nasenbluten und Hautblutungen.

In diesen Fällen ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und der Arzt aufzusuchen. Jegliche

Selbstbehandlung mit schmerz- oder fiebersenkenden Arzneimitteln sollte unterbleiben.

Sehr

selten:

Dauer

Stärke

Blutungen

kann

Anwendung

von Ambene

parenteral verlängert bzw. verstärkt sein.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr häufig:

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag und Hautjucken.

Gelegentlich:

Allergische Reaktionen (z. B. Asthmaanfälle mit und ohne Blutdruckabfall).

In diesem Fall ist umgehend der Arzt zu informieren, und Ambene parenteral darf nicht mehr

angewendet werden.

Sehr

selten:

Schwere

Überempfindlichkeitsreaktionen.

Anzeichen

hierfür

können

sein:

Anschwellen

Gesicht,

Zunge

Kehlkopf,

Ödeme,

Atemnot,

Herzjagen,

schwere

Kreislaufstörungen bis zum lebensbedrohlichen Schock.

Auftreten

dieser

Erscheinungen,

schon

Erstanwendung

vorkommen

können,

sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich:

Schwellung der Schilddrüse.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig:

Erregung, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit.

Herzerkrankungen

Sehr selten:

Störung der Herzfunktion (Herzinsuffizienz).

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich:

Kreislaufstörungen (sowohl Blutdruckabfall als auch -anstieg).

Sehr selten:

Blutdruckanstieg und Kreislaufüberlastung.

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Sollten die genannten Symptome auftreten oder sich verschlimmern, so müssen Sie Kontakt mit

Ihrem Arzt aufnehmen.

Erkrankungen der Atemwege des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich:

Lungenödem.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und unbemerkte Blutverluste im

Magen-Darm-Trakt, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut verursachen können.

Gelegentlich:

Funktionsstörungen

Bauchspeicheldrüse,

Speicheldrüsenentzündung,

Mundschleimhautentzündungen,

Magen-Darm-Geschwüre

(unter

Umständen

Blutung

Durchbruch).

Sollten stärkere Schmerzen im Oberbauch und/oder eine Schwarzfärbung des Stuhls auftreten, so

müssen Sie den Arzt sofort informieren.

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig:

Erhöhungen

Leberenzymwerten

(Anstieg

Transaminasen

alkalischer

Phosphatase), Gelbsucht (cholestatisches Syndrom), Leberentzündung (Hepatitis).

Befolgen Sie die oben bei bestimmten Nebenwirkungen aufgeführten Verhaltensmaßregeln!

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten:

Auftreten oder Verschlimmerung eines Lupus erythematodes disseminatus, schwere

Hautreaktionen

Hautausschlag

Rötung

Blasenbildung

Stevens-Johnson-

Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse/Lyell-Syndrom).

Selten:

Fettgewebsnekrosen (Gewebetod des Fettgewebeabschnitts, in den injiziert wurde) bei

einer Fehlinjektion in das Fettgewebe. Nach Injektionen in Arterien kann das sog. Nicolau-

Syndrom oder Embolia cutis medicamentosa (Durchblutungsnot der Haut mit anschließendem

Gewebetod) auftreten. Nervenschäden (periphere), insbesondere im Versorgungsgebiet des großen

Beinnervs (Nervus ischiadicus).

Sollten die genannten Symptome auftreten oder sich verschlimmern, so müssen Sie Kontakt mit

Ihrem Arzt aufnehmen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig:

Neigung zur Wasseransammlung im Körper (Ödemneigung).

Sehr selten:

Verminderung der Harnausscheidung; Ansammlung von Wasser im Körper (Ödeme),

meist im Bereich der Unterschenkel, die auf Behandlung mit entwässernden Mitteln (Diuretika)

nicht ansprechen und allgemeines Unwohlsein. Diese Krankheitszeichen können Ausdruck einer

Nierenerkrankung bis hin zum Nierenversagen sein.

Sollten die genannten Symptome auftreten oder sich verschlimmern, so müssen Sie sofort Kontakt

mit Ihrem Arzt aufnehmen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3,

Ambene parenteral GI

Amb_400_AMP_GI_1906_Z10a_clean, 24.06.2019, Seite 12 von 12

D-53175 Bonn,

Website: http://www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Ambene parenteral aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Ampulle angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz

der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Ambene parenteral enthält

DieWirkstoffe sind: Phenylbutazon- Natrium, Lidocainhydrochlorid 1 H

Die sonstigen Bestandteile sind: Propylenglycol, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke.

Eine Ambene parenteral Ampulle mit 2 ml Injektionslösung enthält 400 mg Phenylbutazon- Natrium

und 4 mg Lidocainhydrochlorid 1 H

Wie Ambene parenteral aussieht und Inhalt der Packung

Ambene parenteral ist in Originalpackungen mit 1 Ampulle oder 50 Ampullen erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

Recordati Pharma GmbH

Eberhard-Finckh-Str. 55

89075 Ulm

Telefon: (0731) 7047-0

Fax: (0731) 7047-297

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2019.

Versionscode: Z10a

Ambene parenteral FI

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Version 04, 02/2016

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

Ambene parenteral FI

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FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Ambene

parenteral, 400 mg Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Ampulle mit 2 ml Injektionslösung enthält:

Wirkstoffe:

Phenylbutazon-Natrium 400 mg (entspr. 373,4 mg Phenylbutazon),

Lidocainhydrochlorid 1 H

O 4 mg

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Natriumhydroxid

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur einmaligen intramuskulären Injektion.

Symptomatische Behandlung von Schmerz und Entzündung bei:

akuten Schüben der Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew),

akuten Schüben der rheumatoiden Arthritis,

Gichtanfall.

Die Anwendung von Ambene parenteral bietet keinen Vorteil gegenüber der oralen Darreichungsform

und sollte daher nur erfolgen, wenn eine Einnahme nicht möglich ist. Angesichts der möglichen

Nebenwirkungen und Interaktionen ist eine besonders strenge Indikationsstellung erforderlich.

Die Anwendung von Ambene parenteral sollte grundsätzlich nur erfolgen, wenn andere

therapeutische Maßnahmen, einschließlich anderer nichtsteroidaler Antiphlogistika, unzureichend

gewirkt haben. Die Gabe von Phenylbutazon über die Tageshöchstdosierung hinaus oder die

zusätzliche Einnahme/Anwendung anderer nichtsteroidaler Antirheumatika (Ausnahme niedrig

dosierte Acetylsalicylsäure zur Hemmung der Thrombozytenaggregation) bringt keinen

therapeutischen Nutzen, birgt aber ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Wirkungen und wird daher

nicht empfohlen.

Ambene parenteral wird angewendet bei Erwachsenen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

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Soweit nicht anders verordnet, wird zu Beginn der Behandlung akuter Schübe der Spondylitis

ankylosans, der rheumatoiden Arthritis und des Gichtanfalls einmalig 1 Ampulle Ambene parenteral

mit 400 mg Phenylbutazon-Natrium verabreicht. Von der parenteralen Therapie sind jedoch keine

klinischen Vorteile zu erwarten, lediglich zusätzliche Risiken.

Die Dosierung von Phenylbutazon ist so niedrig wie möglich zu wählen.

Bei ausnahmsweise länger durchgeführter Anwendung bei Patienten mit akuten Schüben von Morbus

Bechterew (Spondylitis ankylosans) oder chronischer Polyarthritis sollen vor und während der

Therapie Blutbildkontrollen durchgeführt werden.

Nebenwirkungen können reduziert werden, indem die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten,

zur Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet wird (siehe Abschnitt 4.4).

Besondere Patientengruppen

Patienten mit eingeschränkter Leber- und/oder Nierenfunktion

Phenylbutazon ist für Patienten mit eingeschränkter Leber- und/oder Nierenfunktion wegen des hohen

Wirkstoffgehaltes nicht geeignet (siehe Abschnitt 4.3).

Ältere Patienten

Die Dosierung von Phenylbutazon ist so niedrig wie möglich zu wählen. Wegen des möglichen

Nebenwirkungsprofils (siehe Abschnitt 4.8) sollten ältere Menschen besonders sorgfältig überwacht

werden (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Ambene parenteral darf bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 18 Jahren nicht angewendet

werden (siehe Abschnitt 4.3).

Art der Anwendung

Ambene parenteral wird zur Therapieeinleitung einmalig langsam und tief intraglutäal injiziert.

Wegen des möglichen Auftretens von anaphylaktischen Reaktionen bis hin zum Schock sollte unter

Bereithaltung eines funktionstüchtigen Notfallbestecks, eine Beobachtungszeit von mindestens 1

Stunde nach Injektion von Ambene parenteral eingehalten werden. Der Patient ist über den Sinn

dieser Maßnahme aufzuklären.

Die weitere Behandlung sollte oral erfolgen, wobei die jeweiligen Anwendungshinweise zu beachten

sind.

Dauer der Anwendung

Die Behandlungsdauer soll eine Woche nicht überschreiten.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, andere Pyrazolon-Verbindungen oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,

bekannte Reaktionen von Bronchospasmus, Asthma, Rhinitis oder Urtikaria nach der

Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nichtsteroidalen Entzündungshemmern in der

Vergangenheit,

ungeklärte Blutbildungs- und Gerinnungsstörungen,

bestehende oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretene peptische Ulzera oder

Hämorraghien (mindestens 2 unterschiedliche Episoden nachgewiesener Ulzeration oder

Blutung),

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gastrointestinale Blutungen oder Perforation in der Anamnese im Zusammenhang mit einer

vorherigen Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika,

zerebrovaskuläre oder andere aktive Blutungen,

allgemeine Blutungsneigung,

eingeschränkte Nierenfunktion,

eingeschränkte Leberfunktion,

schwere Herzinsuffizienz,

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6),

Kinder und Jugendliche.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Gastrointestinale Sicherheit

Die Anwendung von Ambene parenteral in Kombination mit NSAR, einschließlich selektiver

Cyclooxygenase-2-Hemmer, sollte vermieden werden.

Nebenwirkungen können reduziert werden, in dem die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten,

zur Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet wird (siehe Abschnitt 4.2 und

gastrointestinale und kardiovaskuläre Risiken weiter unten).

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten kommt es unter der NSAR-Therapie häufiger zu unerwünschten Wirkungen

(siehe Abschnitt 4.2), vor allem zu gastrointestinalen Blutungen und Perforationen, auch mit letalem

Ausgang.

Gastrointestinale Blutungen, Ulzera und Perforationen:

Gastrointestinale Blutungen, Ulzera und Perforationen, auch mit letalem Ausgang, wurden unter allen

NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome bzw. schwerwiegende

gastrointestinale Ereignisse in der Anamnese zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf.

Das Risiko gastrointestinaler Blutung, Ulzeration oder Perforation ist höher mit steigender NSAR-

Dosis, bei Patienten mit Ulzera in der Anamnese, insbesondere mit den Komplikationen Blutung oder

Perforation (siehe Abschnitt 4.3), und bei älteren Patienten. Diese Patienten sollten die Behandlung

mit der niedrigsten verfügbaren Dosis beginnen. Für diese Patienten sowie für Patienten, die eine

begleitende Therapie mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS) oder anderen Arzneimitteln, die

das gastrointestinale Risiko erhöhen können, benötigen (siehe Abschnitt 4.5), sollte eine

Kombinationstherapie mit protektiven Arzneimitteln (z. B. Misoprostol oder

Protonenpumpenhemmer) in Betracht gezogen werden (siehe unten und Abschnitt 4.5).

Patienten mit einer Anamnese gastrointestinaler Toxizität, insbesondere in höherem Alter, sollten

jegliche ungewöhnliche Symptome im Bauchraum (vor allem gastrointestinale Blutungen)

insbesondere am Anfang der Therapie melden. Vorsicht ist angeraten, wenn die Patienten gleichzeitig

Arzneimittel erhalten, die das Risiko für Ulzera oder Blutungen erhöhen können, wie z. B. orale

Kortikosteroide, Antikoagulanzien wie Warfarin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder

Thrombozytenaggregationshemmer wie ASS (siehe Abschnitt 4.5).

Wenn es bei Patienten unter Ambene parenteral zu gastrointestinalen Blutungen oder Ulzera kommt,

ist die Behandlung abzusetzen.

NSAR sollten bei Patienten mit einer gastrointestinalen Erkrankung in der Anamnese (z. B. Colitis

ulcerosa, Morbus Crohn) mit Vorsicht angewendet werden, da sich ihr Zustand verschlechtern kann

(siehe Abschnitt 4.8).

Kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Wirkungen

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Eine angemessene Überwachung und Beratung von Patienten mit Hypertonie und/oder leichter bis

mittelschwerer dekompensierter Herzinsuffizienz in der Anamnese sind erforderlich, da

Flüssigkeitseinlagerungen und Ödeme in Verbindung mit NSAR-Therapie berichtet wurden.

Klinische Studien und epidemiologische Daten legen nahe, dass die Anwendung von manchen NSAR

(insbesondere bei einer hohen Dosis und bei Langzeitbehandlung) möglicherweise mit einem

geringfügig erhöhten Risiko von arteriellen thrombotischen Ereignissen (z. B. Herzinfarkt und

Schlaganfall) verbunden ist. Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um ein entsprechendes Risiko

für Phenylbutazon auszuschließen.

Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, bestehender ischämischer

Herzerkrankung, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und/oder zerebrovaskulärer Erkrankung

sollten mit Phenylbutazon nur nach sorgfältiger Abwägung behandelt werden. Vergleichbare

Abwägungen sollten auch vor Initiierung einer längerdauernden Behandlung von Patienten mit

Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse (z. B. Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes

mellitus, Rauchen) gemacht werden.

Hautreaktionen

Unter NSAR-Therapie wurde sehr selten über schwerwiegende Hautreaktionen, einige mit letalem

Ausgang, einschließlich exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale

Nekrolyse (Lyell-Syndrom) berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Das höchste Risiko für derartige

Reaktionen scheint zu Beginn der Therapie zu bestehen, da diese Reaktionen in der Mehrzahl der

Fälle im ersten Behandlungsmonat auftraten. Beim ersten Anzeichen von Hautausschlägen,

Schleimhautläsionen oder sonstigen Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion sollte Ambene

parenteral abgesetzt werden.

Sonstige Hinweise

Ambene parenteral sollte nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses angewendet

werden:

bei induzierbaren Porphyrien.

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich:

bei Schilddrüsenerkrankungen,

direkt nach größeren chirurgischen Eingriffen,

bei Patienten, die an Heuschnupfen, Nasenpolypen oder chronisch obstruktiven

Atemwegserkrankungen leiden, da für sie ein erhöhtes Risiko für das Auftreten allergischer

Reaktionen besteht. Diese können sich äußern als Asthmaanfälle (sog. Analgetika-Asthma),

Quincke-Ödem oder Urtikaria,

bei Patienten, die auf andere Stoffe allergisch reagieren, da für sie bei der Anwendung von

Ambene parenteral ebenfalls ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von

Überempfindlichkeitsreaktionen besteht.

Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock) werden sehr selten

beobachtet. Bei ersten Anzeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion nach Verabreichung

von Ambene parenteral muss die Therapie abgebrochen werden. Der Symptomatik entsprechende,

medizinisch erforderliche Maßnahmen müssen durch fachkundige Personen eingeleitet werden.

Phenylbutazon, der Wirkstoff von Ambene parenteral kann vorübergehend die

Thrombozytenaggregation hemmen. Patienten mit Gerinnungsstörungen sollten daher sorgfältig

überwacht werden.

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Bei längerdauerenden Anwendung von Ambene parenteral ist eine regelmäßige Kontrolle der

Leberwerte, der Nierenfunktion sowie des Blutbildes erforderlich.

Besondere Vorsicht ist geboten bei der Anwendung von Ambene parenteral vor operativen Eingriffen.

Phenylbutazon kann die Interpretation von labordiagnostischen Tests zur Beurteilung der

Schilddrüsenfunktion erschweren, da es – je nach Testmethode – die labordiagnostischen Werte

erhöhen oder erniedrigen kann.

Bei längerem Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch

erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen.

Ganz allgemein kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei

Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe, zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem

Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen.

Bei Anwendung von NSAR können durch gleichzeitigen Genuss von Alkohol, wirkstoffbedingte

Nebenwirkungen, insbesondere solche, die den Gastrointestinaltrakt oder das zentrale Nervensystem

betreffen, verstärkt werden.

Bezüglich weiblicher Fertilität siehe Abschnitt 4.6.

Aufgrund des Lidocain-Gehaltes ist Ambene parenteral kontraindiziert bei schweren

Überleitungsstörungen, akut dekompensierter Herzinsuffizienz und Überempfindlichkeit gegenüber

Lidocain.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren ist nicht angezeigt (siehe Abschnitte 4.2

und 4.3).

Eine Ampulle enthält 1,22 mmol (48,84 mg) Natrium. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen

unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/-kochsalzarmer) Diät.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Phenylbutazon (wie andere NSAR) sollte nur mit Vorsicht zusammen mit den folgenden

Arzneistoffen eingenommen werden:

Andere NSAR einschließlich Salicylate

Die gleichzeitige Gabe mehrerer NSAR kann das Risiko gastrointestinaler Ulzera und Blutungen auf

Grund eines synergistischen Effekts erhöhen. Daher soll die gleichzeitige Anwendung von

Phenylbutazon mit anderen NSAR vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).

Phenytoin, Lithium

Die gleichzeitige Anwendung von Ambene parenteral mit Phenytoin- oder Lithiumpräparaten kann

den Serumspiegel dieser Arzneimittel erhöhen. Eine Kontrolle der Serum-Lithium-Spiegel ist nötig.

Eine Kontrolle der Serum-Phenytoin-Spiegel wird empfohlen.

Digitoxin

Ambene parenteral kann die Wirkung von Digitoxin abschwächen.

Diuretika, ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Antagonisten

NSAR können die Wirkung von Diuretika und Antihypertensiva abschwächen. Bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion (z. B. exsikkierte Patienten oder ältere Patienten) kann die

gleichzeitige Einnahme eines ACE-Hemmers oder Angiotensin-II-Antagonisten mit einem

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Arzneimittel, das die Cyclooxygenase hemmt (wie Phenylbutazon), zu einer weiteren

Verschlechterung der Nierenfunktion, einschließlich eines möglichen akuten Nierenversagens, führen,

was gewöhnlich reversibel ist. Daher sollte eine solche Kombination, vor allem bei älteren Patienten,

nur mit Vorsicht angewendet werden. Die Patienten müssen zu einer adäquaten Flüssigkeitseinnahme

aufgefordert werden und eine regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte sollte nach Beginn einer

Kombinationstherapie in Erwägung gezogen werden. Die gleichzeitige Gabe von Ambene parenteral

und kaliumsparenden Diuretika kann zu einer Hyperkaliämie führen. Eine Kontrolle der

Kaliumkonzentration im Blut ist erforderlich.

Glucocorticoide

Erhöhtes Risiko gastrointestinaler Ulzera oder Blutungen (siehe Abschnitt 4.4)

Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure und selektive Serotonin-

Wiederaufnahmehemmer (SSRI)

Erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutungen (siehe Abschnitt 4.4).

Methotrexat

Die Gabe von Ambene parenteral innerhalb von 24 Stunden vor oder nach Gabe von Methotrexat

kann zu einer erhöhten Konzentration von Methotrexat und einer Zunahme seiner toxischen Wirkung

führen.

Antikoagulanzien

NSAR können die Wirkung von Antikoagulanzien wie Warfarin verstärken (siehe Abschnitt 4.4.).

Eine Kontrolle der Blutgerinnung ist daher angezeigt.

Barbiturate, Chlorphenamin, Rifampicin, Promethacin und Colestyramin

Die gleichzeitige Einnahme von Barbituraten (z. B. Phenobarbital), Chlorphenamin, Rifampicin,

Promethacin und Colestyramin führt zu einer Erniedrigung der Konzentration von Phenylbutazon im

Blutserum und damit zu einer verminderten Wirkung.

Methylphenidat und anabole Steroide (z. B. Methandrostenolon)

Die gleichzeitige Einnahme von Methylphenidat oder von anabolen Steroiden (z. B.

Methandrostenolon) kann zu einer Erhöhung der Konzentration von Phenylbutazon im Blutserum und

damit zu einer gesteigerten Wirkung führen.

Orale Antidiabetika und Insulin

Bei gleichzeitiger Anwendung kann Ambene parenteral die Wirkstärke oder Wirkdauer von oralen

Antidiabetika und Insulin steigern, so dass die Gefahr einer Hypoglykämie besteht. Daher wird bei

gleichzeitiger Therapie eine Kontrolle der Blutzuckerwerte empfohlen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Angesichts der vielfältigen möglichen Nebenwirkungen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8 und

nachfolgend unter „Klasseneffekte von nichtsteroidalen Antirheumatika“) ist die Anwendung von

Phenylbutazon in der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Klasseneffekte von nichtsteroidalen Antirheumatika

Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryo-fetale

Entwicklung negativ beeinflussen. Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes

Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung eines

Prostaglandinsynthesehemmers in der Frühschwangerschaft hin. Es wird angenommen, dass das

Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt.

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Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem

prä- und post-implantärem Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Ferner wurden erhöhte

lnzidenzen verschiedener Missbildungen, einschließlich kardiovaskulärer Missbildungen, bei Tieren

berichtet, die während der Phase der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten.

Während des dritten Schwangerschaftstrimesters können alle Prostaglandinsynthesehemmer:

- den Fetus folgenden Risiken aussetzen:

kardiopulmonale Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler

Hypertonie),

Nierenfunktionsstörung, die zu Nierenversagen mit Oligohydramniose fortschreiten kann.

- die Mutter und das Kind, am Ende der Schwangerschaft, folgenden Risiken aussetzen:

mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein thrombozytenaggregationshemmender Effekt,

der selbst bei sehr geringen Dosen auftreten kann,

Hemmung von Uteruskontraktionen, mit der Folge eines verspäteten oder verlängerten

Geburtsvorganges.

Stillzeit

In der Stillzeit darf Ambene parenteral nicht angewendet werden, da Phenylbutazon in die

Muttermilch übergeht (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Die Anwendung von Ambene parenteral kann, wie die Anwendung anderer Arzneimittel, die

bekanntermaßen die Cyclooxygenase/Prostaglandinsynthese hemmen, die weibliche Fertilität

beeinträchtigen und wird daher bei Frauen, die schwanger werden möchten, nicht empfohlen. Bei

Frauen, die Schwierigkeiten haben schwanger zu werden oder bei denen Untersuchungen zur

Infertilität durchgeführt werden, sollte das Absetzen von Ambene parenteral in Betracht gezogen

werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Ambene parenteral hat einen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen. Da bei der Anwendung von Ambene parenteral zentralnervöse Nebenwirkungen wie

Müdigkeit und Schwindel auftreten können, kann die Fähigkeit zum Führen eines Kraftfahrzeuges

und/oder zum Bedienen von Maschinen eingeschränkt sein. Dies gilt in verstärktem Maße im

Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig

≥1/10

Häufig

≥1/100 bis <1/10

Gelegentlich

≥1/1.000 bis <1/100

Selten

≥1/10.000 bis <1/1.000

Sehr selten

<1/10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Bei den folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen muss berücksichtigt werden, dass sie

überwiegend dosisabhängig und interindividuell unterschiedlich sind.

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen betreffen den Verdauungstrakt. Peptische Ulcera,

Perforationen oder Blutungen, manchmal tödlich, können auftreten, insbesondere bei älteren Patienten

(siehe Abschnitt 4.4). Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Blähungen, Verstopfung,

Verdauungsbeschwerden, abdominale Schmerzen, Teerstuhl, Hämatemesis, ulcerative Stomatitis,

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Verschlimmerung von Colitis und Morbus Crohn (siehe Abschnitt 4.4) sind nach Anwendung

berichtet worden. Weniger häufig wurde Gastritis beobachtet. Insbesondere das Risiko für das

Auftreten von Magen-Darm-Blutungen ist abhängig vom Dosisbereich und der Anwendungsdauer.

Ödeme, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz wurden im Zusammenhang mit NSAR-Behandlung

berichtet.

Klinische Studien und epidemiologische Daten legen nahe, dass die Anwendung einiger NSAR

(insbesondere bei einer hohen Dosis und bei Langzeitbehandlung) möglicherweise mit einem

geringfügig erhöhten Risiko von arteriellen thrombotischen Ereignissen (z. B. Herzinfarkt und

Schlaganfall) verbunden ist (siehe Abschnitt 4.4).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr selten

ist im zeitlichen Zusammenhang mit der systemischen Anwendung von NSAR eine

Verschlechterung infektionsbedingter Entzündungen (z. B. Entwicklung einer nekrotisierenden

Fasciitis) beschrieben worden. Dies steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem

Wirkmechanismus der NSAR.

Wenn während der Anwendung von Ambene parenteral Zeichen einer Infektion neu auftreten oder

sich verschlimmern, wird dem Patienten daher empfohlen, unverzüglich den Arzt aufzusuchen. Es ist

zu prüfen, ob die Indikation für eine antiinfektiöse/antibiotische Therapie vorliegt.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich:

Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie, Agranulozytose. Erste

Anzeichen können sein: Fieber, Halsschmerzen, oberflächliche Wunden im Mund, grippeartige

Beschwerden, starke Abgeschlagenheit, Nasenbluten und Hautblutungen.

Sehr selten:

Die Dauer und Stärke von Blutungen kann bei Anwendung von Ambene parenteral

verlängert bzw. verstärkt sein.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr häufig:

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag und Hautjucken.

Gelegentlich:

Allergische Reaktionen (z. B. Asthmaanfälle mit und ohne Blutdruckabfall).

Der Patient ist anzuweisen, in diesem Fall umgehend den Arzt zu informieren und Ambene parenteral

nicht mehr anzuwenden.

Sehr selten:

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen. Anzeichen hierfür können sein: Anschwellen

von Gesicht, Zunge und Kehlkopf, Ödeme, Atemnot, Herzjagen, schwere Kreislaufstörungen bis zum

lebensbedrohlichen Schock.

Bei Auftreten einer dieser Erscheinungen, die schon bei Erstanwendung vorkommen können, ist

Ambene parenteral nicht mehr anzuwenden und sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich:

Schwellung der Schilddrüse.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig:

Erregung, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit.

Herzerkrankungen

Sehr selten:

Herzinsuffizienz

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Gefäßerkrankungen

Gelegentlich:

Kreislaufstörungen (sowohl Blutdruckabfall als auch -anstieg).

Sehr selten:

Blutdruckanstieg und Kreislaufüberlastung.

Aufgrund des Lidocain-Gehaltes sind durch schnelle Anflutung (versehentliche i.v.-Injektion,

Injektion in stark durchblutetes Gewebe) oder durch Überdosierung systemische Reaktionen möglich,

wie Schwindel, Erbrechen, Benommenheit, Krämpfe, Rhythmusstörungen des Herzens, Bradykardie,

Schock.

Erkrankungen der Atemwege des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich:

Lungenödem.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und unbemerkte Blutverluste im

Magen-Darm-Trakt, die in Ausnahmefällen eine Anämie verursachen können.

Gelegentlich:

Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse, Sialadenitis, Stomatitis, Magen-Darm-

Geschwüre (unter Umständen mit Blutung und Durchbruch).

Der Patient ist anzuweisen, bei Auftreten von stärkeren Schmerzen im Oberbauch oder bei Meläna

oder Hämatemesis das Arzneimittel abzusetzen und sofort einen Arzt aufzusuchen.

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig:

Anstieg der Transaminasen und alkalischer Phosphatase, cholestatisches Syndrom, Hepatitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten:

Auftreten oder Verschlimmerung eines Lupus erythematodes disseminatus, bullöse

Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom).

In seltenen Fällen ist mit folgenden lokalen Nebenwirkungen zu rechnen:

Fettgewebsnekrosen bei Fehlinjektionen in das Fettgewebe,

nach Injektionen in Arterien das sog. Nicolau-Syndrom oder Embolia cutis medicamentosa,

periphere Nervenschäden, insbesondere im Versorgungsgebiet des N. ischiadicus.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig:

Generalisierte und/oder periphere Ödeme.

Sehr selten:

Verminderung der Harnausscheidung, Ödeme (meist im Bereich der Unterschenkel), die

auf Behandlung mit Diuretika nicht ansprechen und allgemeines Unwohlsein.

Diese Krankheitszeichen können Ausdruck einer Nierenerkrankung bis hin zum Nierenversagen sein.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3,

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anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

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Symptome

Neben gastrointestinalen Störungen (Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerzen, Blutungen) und

zentralnervösen Störungen (Verwirrtheit, Übererregbarkeit, initiale Hyperventilation,

Atemdepression, gesteigerte Krampfbereitschaft bis hin zum Koma) sind Störungen der

Nierenfunktion (bis hin zum akuten Nierenversagen) sowie Funktionseinschränkungen der Leber

möglich. Labordiagnostisch lassen sich neben einer respiratorischen bzw. metabolischen Azidose,

erhöhten Transaminasen (SGOT, SGPT) und einer erhöhten alkalischen Phosphatase ggf. auch

Blutbildveränderungen (Leukopenie, Thrombopenie) nachweisen.

Therapiemaßnahmen

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Als symptomatische Maßnahmen sind unter Sicherung der

Vitalfunktionen (Kreislaufstabilisierung, Azidose-Ausgleich, evtl. künstliche Beatmung)

resorptionsmindernde und eliminationsbeschleunigende Maßnahmen angezeigt (medizinische Kohle,

forcierte Diurese, Hämodialyse).

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika –

Butylpyrazolidine, ATC-Code: M01AA51

Wirkmechanismus Phenylbutazon

Phenylbutazon ist ein nichtsteroidales Analgetikum/Antiphlogistikum aus der Klasse der Pyrazolone.

Seine entzündungshemmende Wirkung ist in den üblichen tierexperimentellen Modellen

nachgewiesen worden. Auch beim Menschen reduziert es entzündliche Schwellungen und Schmerzen.

Der Wirkungsmechanismus von Phenylbutazon beruht hauptsächlich auf der Hemmung der

Prostaglandinsynthese. Prostaglandine spielen als Vermittler der Entzündungsreaktion eine

wesentliche Rolle. Ferner hemmt Phenylbutazon die Leukozytenfunktion und die

Plättchenaggregation. Eine urikosurische Wirkung ist ebenfalls bekannt; sie beruht auf einer

Verminderung der tubulären Rückresorption von Harnsäure.

Wirkmechanismus Lidocainhydrochlorid

Das Lokalanästhetikum blockiert reversibel die Fortleitung des Aktionspotentials über Nervenfasern

und vermindert die Schmerzempfindung bei der Injektion.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Phenylbutazon weist nach intraglutäaler Injektion die pharmakokinetischen Eigenschaften einer

kombiniert raschen Wirkstoffanflutung während der ersten 2 Stunden mit nachfolgender, protahierter

Wirkstoff-Freisetzung aus Gewebe auf gleichbleibend hohem Niveau über mehrere Stunden hinweg

auf.

Verteilung

Während der raschen Anflutungsphase liegen nach ca. 2 h bereits Wirkstoffkonzentrationen von etwa

80%-90% der Maximalkonzentrationen vor, die im Bereich des Wirkstoffplateaus beobachtbar sind.

Biotransformation

Die Metabolisierung von Phenylbutazon erfolgt durch Oxidation und Glukuronidierung in der Leber.

Der Hauptmetabolit ist das pharmakologisch wirksame Oxyphenbutazon. Die übrigen Metaboliten

erscheinen hinsichtlich der entzündungshemmenden Wirkung von untergeordneter Bedeutung.

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Amb_400_AMP_FI_1906_F02a_clean, 18.06.2019, Seite 12 von 14

Elimination

Die Elimination des unveränderten Wirkstoffs sowie seiner Metaboliten erfolgt sowohl renal (ca. 70

%) als auch biliär (ca. 30 %). Die Eliminationshalbwertzeit liegt zwischen 50 und 100 Stunden mit

großer interindividueller Variabilität; sie kann bei eingeschränkter Leber- und/oder Nierenfunktion

erheblich verlängert sein.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Phenylbutazon ist zu ca. 99 % an Plasmaproteine gebunden. Die hohe Plasmaproteinbindung kann

klinisch bedeutsame Interaktionen verursachen, ebenso die Fähigkeit der Enzyminduktion in der

Leber.

Eine im Jahr 1993 durchgeführte Bioverfügbarkeitsstudie an 12 Probanden ergab im Vergleich

zum Referenzpräparat

Ambene parenteral

(400 mg Phenylbutazon)

Ambene Tabletten

(200 mg Phenylbutazon)

maximale

Plasmakonzentration

[µl/ml]

44.03 ± 6.97

28.91± 4.28

Zeitpunkt der maximalen

Plasmakonzentration

1.50*

2.62 ± 2.2

1.50*

2.04 ± 1.24

Fläche unter der

Konzentrations-Zeit-Kurve

/ AUC

0-336

[µg*h/ml]

3782.44 ± 543.75 /

3666.33 ± 536.59

2045.71 ± 327.96 /

1977.83 ± 316.52

*Median

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die Prüfung von Phenylbutazon auf ein mutagenes Potential zeigte in vitro und in vivo überwiegend

negative Ergebnisse. Die Induktion von Gen- und Chromosomenmutationen wurde in Säugerzellen in

vitro im Konzentrationsbereich mit toxischen Effekten mehrfach beobachtet.

In Kanzerogenitätsstudien an Ratten erwies sich die Niere als Zielorgan mit toxischen Effekten und

erhöhter Tumorinzidenz. Studien an Mäusen ergaben nur bei männlichen Tieren eine erhöhte Inzidenz

von Lebertumoren.

Bei subkutaner Verabreichung während der Trächtigkeit wurden bei zwei Spezies vermehrt

Fehlbildungen festgestellt. Bei Kaninchen und Mäusen traten Aplasien von Schwanzwirbeln auf, bei

Kaninchen wurden zusätzlich Nabelbrüche beobachtet. Bei oraler Verabreichung sind keine

teratogenen Wirkungen beschrieben worden, es kam jedoch zu Embryoletalität und

Entwicklungsretardierungen. Die Gabe von Phenylbutazon zum Ende der Trächtigkeit rief einen

Anstieg der perinatalen Mortalität bei den Jungtieren hervor, der auf die Beeinträchtigung der

Wehentätigkeit zurückgeführt wird.

Lidocain

Es gibt Hinweise darauf, dass ein bei der Ratte, möglicherweise auch beim Menschen aus Lidocain

entstehendes Stoffwechselprodukt, 2,6-Xylidin, mutagene Wirkung haben könnte. Diese Hinweise

ergeben sich aus In-vitro-Tests, in denen dieser Metabolit in sehr hohen, nahezu toxischen

Konzentrationen eingesetzt wurde. Dafür, dass auch die Muttersubstanz Lidocain selbst mutagen ist,

gibt es derzeit keinen Anhalt.

Ambene parenteral FI

Amb_400_AMP_FI_1906_F02a_clean, 18.06.2019, Seite 13 von 14

In einer Kanzerogenitätsstudie mit transplazentarer Exposition und nachgeburtlicher Behandlung der

Tiere über 2 Jahre mit 2,6-Xylidin an Ratten wurden in einem hochempfindlichen Testsystem

(transplazentare Exposition und nachgeburtliche Behandlung der Tiere über 2 Jahre mit sehr hohen

Dosen) bösartige und gutartige Tumoren vor allem in der Nasenhöhle (Ethmoturbinalia) beobachtet.

Eine Relevanz dieser Befunde für den Menschen erscheint nicht völlig unwahrscheinlich. Daher sollte

Lidocain nicht über längere Zeit in hohen Dosen verabreicht werden.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Propylenglycol, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Keine.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Behältnis:

OPC-Braunglasampullen

Packungsgrößen:

Ampullen als OP 1 [N1], OP 50, AP 3, AP 10, AP 50

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Recordati Pharma GmbH

Eberhard-Finckh-Str. 55

89075 Ulm

Telefon: (0731) 7047-0

Fax: (0731) 7047-297

24 Stunden-Telefondienst für Notfälle: (0731) 440 11

8.

ZULASSUNGSNUMMER

Ambene parenteral FI

Amb_400_AMP_FI_1906_F02a_clean, 18.06.2019, Seite 14 von 14

6030521.00.02

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 14. Juni 2005

10.

STAND DER INFORMATION

Juni 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Weitere Angaben:

Versionscode: F02a

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