Amantadin-ratiopharm 200 mg Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Amantadinhemisulfat
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
N04BB01
INN (Internationale Bezeichnung):
Amantadinhemisulfat
Darreichungsform:
Infusionslösung
Zusammensetzung:
Amantadinhemisulfat 200.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
45509.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

200 mg/500 ml

Amantadinhemisulfat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

beachten?

3. Wie ist

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung und wofür wird es angewendet?

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

ist ein Arzneimittel, das die Virusvermehrung hemmt

(Virustatikum) und die Symptome einer Parkinson-Erkrankung verringert (Antiparkinsonmittel).

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

wird angewendet bei:

Intensiv- und Initialbehandlung der akinetischen Krise bei akuter Verschlechterung der Parkinson-

Symptomatik;

Vigilanzminderung bei postkomatösen Zuständen unterschiedlicher Genese im Rahmen eines

therapeutischen Gesamtkonzeptes unter stationären Bedingungen.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

beachten?

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Amantadinverbindungen oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind;

bei schwerer, nicht kompensierter Herzmuskelschwäche (Stadium NYHA IV);

bei bestimmten anderen Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathien, Myokarditiden);

bei Überleitungsstörungen des Herzens (AV-Block Grad II und III);

bei langsamem Herzschlag (unter 55 Schläge pro Minute);

bei bestimmten im EKG erkennbaren Besonderheiten (bekanntem langem QT-Intervall oder

erkennbaren U-Wellen);

bei Fällen von angeborenem QT-Syndrom bei einem leiblichen Verwandten;

bei einer Vorgeschichte von schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen (ventrikulären Arrhythmien

einschließlich Torsade de pointes);

bei einer Verminderung von Kalium oder Magnesium im Blut.

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

darf nicht in Kombination mit Budipin oder anderen

QT-verlängernden Arzneimitteln (siehe „Anwendung von

Amantadin-ratiopharm

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200 mg

Infusionslösung

zusammen mit anderen Arzneimitteln“) verabreicht werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

anwenden.

Amantadin sollte nicht angewendet werden bei:

- schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min).

Besondere Vorsicht ist erforderlich, wenn Sie unter folgenden Zuständen leiden:

Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie);

erhöhtem Augeninnendruck, wie z. B. bei Grünem Star (Engwinkelglaukom);

Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz verschiedener Schweregrade) (siehe unten);

vorbestehenden oder bestehenden Erregungs- und Verwirrtheitszuständen;

deliranten Syndromen sowie exogenen Psychosen (schwerwiegende psychische Störungen);

sowie bei Patienten, die mit Memantin behandelt werden (siehe „Anwendung von

Amantadin-

ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach ist ein EKG (50 mm/s) zu

schreiben und die frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell zu bestimmen. Bei

Dosiserhöhungen zu späterem Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und zwei Wochen nach

Dosiserhöhung geschrieben werden. Danach haben EKG-Kontrollen zumindest jährlich zu erfolgen.

Sollten Symptome wie Herzklopfen, Schwindel oder Ohnmachtsanfälle auftreten, ist

Amantadin-

ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

abzusetzen und der behandelnde Arzt bzw. ein Notarzt zu

kontaktieren.

Bei Herzschrittmacherpatienten ist die exakte Bestimmung der QT-Zeiten nicht möglich. Daher muss

die Entscheidung über eine Therapie mit

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

Abstimmung mit dem behandelnden Kardiologen getroffen werden.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion besteht die Gefahr der Wirkstoffanhäufung durch eine

Verschlechterung der Ausscheidungsleistung der Nieren. Es kann zum Auftreten von

Überdosierungserscheinungen kommen. Deshalb ist eine sorgfältige ärztliche Einstellung der

Dosierung, die Überwachung und Messung der glomerulären Filtrationsrate während der Behandlung

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

erforderlich (siehe 3. „Wie ist

Amantadin-

ratiopharm

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200 mg Infusionslösung

anzuwenden?“).

Bei Patienten mit hirnorganischem Psychosyndrom (Hirnleistungsstörungen) und vorbestehendem

Krampfleiden erfordert die Anwendung von

Amantadin-ratiopharm

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200 mg Infusionslösung

besondere Vorsicht, da sich einzelne Krankheitssymptome verschlechtern und Krampfanfälle auftreten

können (siehe 3. „Wie ist

Amantadin-ratiopharm

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200 mg Infusionslösung

anzuwenden?“ und 4.

„Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Patienten mit bekannter Anfallsneigung auch in der Vorgeschichte oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen

müssen während der gleichzeitigen Behandlung mit

Amantadin-ratiopharm

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200 mg Infusionslösung

unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle stehen.

Sobald Herzklopfen, Schwindelgefühl oder kurz dauernde Bewusstlosigkeit auftreten, beenden Sie

bitte sofort die Einnahme von

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

und fragen Sie Ihren

Arzt um Rat, damit er Ihren Herzrhythmus untersuchen kann. Wenn keine Herzrhythmusstörungen

vorliegen, kann

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

unter Berücksichtigung der

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen wieder eingesetzt werden (siehe 4. „Welche Nebenwirkungen

sind möglich?“).

Ein plötzliches Absetzen von

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

ist zu vermeiden, da es

bei Parkinson-Patienten zu starker Verschlechterung der Bewegungsabläufe bis hin zur

Bewegungsunfähigkeit kommen kann.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Neuroleptika (Arzneimittel zur Behandlung von geistig-seelischen

Erkrankungen) ist im Falle des plötzlichen Absetzens von

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg

Infusionslösung

die Gefahr des Auftretens eines lebensbedrohlichen Zustandes gegeben (malignes

neuroleptisches Syndrom). Dieser Zustand geht mit plötzlich hoher Körpertemperatur, Muskelstarre

und Störungen des vegetativen Nervensystems einher.

Oft werden bei Parkinson-Patienten Krankheitszeichen wie niedriger Blutdruck, Speichelfluss,

Schweißausbrüche, erhöhte Körpertemperatur, Hitzestauungen, Wasseransammlungen und depressive

Verstimmungen beobachtet. Sie sind unter Beachtung der Neben- und Wechselwirkungen von

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

zu behandeln.

Falls Beschwerden beim Wasserlassen auftreten, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Familie/Pflegeperson feststellen, dass Sie den Drang

oder das Verlangen entwickeln, sich auf für Sie ungewöhnliche Weise zu verhalten, und Sie dem

Impuls, dem Drang oder der Versuchung nicht widerstehen können, bestimmte Tätigkeiten

auszuführen, die Ihnen oder anderen schaden könnten. Dies wird als Impulskontrollstörungen

bezeichnet und kann Verhaltensweisen wie Spielsucht, exzessives Essen oder Geldausgeben, einen

abnorm starken Sexualtrieb oder vermehrte sexuelle Gedanken oder Gefühle umfassen.

Möglicherweise muss Ihr Arzt Ihre Dosis von

Amantadin-ratiopharm

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200 mg Infusionslösung

anpassen oder das Arzneimittel ganz absetzen.

Wenden Sie sich bitte umgehend an einen Augenarzt, wenn Verschwommensehen oder andere

Sehstörungen auftreten.

Kinder

Ausreichende Erfahrungen bei Kindern liegen nicht vor.

Ältere Menschen

Bei älteren Patienten, insbesondere bei solchen mit Erregungs- und Verwirrtheitszuständen sowie mit

deliranten Syndromen sollte mit Vorsicht dosiert werden (siehe 3. „Wie ist

Amantadin-ratiopharm

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200 mg Infusionslösung

anzuwenden?“).

Anwendung von Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung zusammen mit anderen

Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Amantadin-ratiopharm

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200 mg Infusionslösung

darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln

angewendet werden, für die eine Verlängerung des QT-Intervalls bekannt ist. Beispiele sind:

bestimmte Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika der Klasse IA wie z. B.

Chinidin, Disopyramid, Procainamid und der Klasse III wie Amiodaron, Sotalol);

bestimmte Arzneimittel gegen Wahnvorstellungen (Antipsychotika wie z. B. Thioridazin,

Chlorpromazin, Haloperidol, Pimozid);

bestimmte Mittel gegen Depressionen (tri- und tetracyclische Antidepressiva wie z. B.

Amitriptylin);

bestimmte Mittel gegen Heuschnupfen (Antihistaminika wie z. B. Astemizol, Terfenadin);

bestimmte Mittel gegen Pilz- und Bakterieninfektionen (Makrolidantibiotika wie z. B.

Erythromycin, Clarithromycin);

bestimmte Mittel gegen Bakterieninfektionen (Gyrasehemmer wie z. B. Sparfloxacin);

bestimmte Mittel gegen Pilzinfektionen (Azol-Antimykotika);

sowie weitere Arzneimittel wie Budipin, Halofantrin, Cotrimoxazol, Pentamidin, Cisaprid oder

Bepridil.

Diese Aufzählung kann nicht vollständig sein. Vor der gleichzeitigen Anwendung von

Amantadin-

ratiopharm

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200 mg Infusionslösung

mit einem anderen Arzneimittel wird Ihr Arzt prüfen, ob eine

Wechselwirkung durch QT-Verlängerung zwischen diesem Mittel und

Amantadin-ratiopharm

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200

mg Infusionslösung

möglich ist. Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie neben

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

noch weitere Arzneimittel einnehmen oder kürzlich

eingenommen haben.

Es ist möglich,

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

mit anderen Mitteln zur Behandlung

der Parkinson’schen Krankheit zu kombinieren. Zur Vermeidung von Nebenwirkungen (wie z. B.

geistig-seelischen Reaktionen kann eine Dosisverringerung der anderen Arzneimittel bzw. der

Kombination notwendig werden.

Die zusätzliche Gabe von Amantadin zur Prophylaxe und Behandlung der Virusgrippe vom Typ A ist

wegen der Gefahr der Überdosierung zu vermeiden.

Es liegen keine gezielten Untersuchungen über das Auftreten von Wechselwirkungen nach

Verabreichung von

Amantadin-ratiopharm

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200 mg Infusionslösung

mit anderen

Antiparkinsonmitteln vor (z. B. mit Levodopa, Bromocriptin, Memantin, Trihexyphenidyl etc.) (siehe

4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Bei gleichzeitiger Therapie mit

Amantadin-ratiopharm

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200 mg Infusionslösung

und den im

Folgenden aufgeführten Arzneimittelgruppen bzw. Wirkstoffen kann es zu den im Folgenden

beschriebenen Wechselwirkungen kommen:

Anticholinergika:

Verstärkung von Nebenwirkungen der Anticholinergika (Verwirrtheitszustände und Halluzinationen)

bei Kombination mit z. B. Trihexyphenidyl, Benzatropin, Scopolamin, Biperiden, Orphenadrin etc.)

Indirekt zentral wirkende Sympathomimetika:

Verstärkung der zentralen Wirkung von Amantadin.

Alkohol:

Verminderung der Alkoholtoleranz

Levodopa (Antiparkinsonmittel):

Gegenseitige Verstärkung der therapeutischen Wirkung. Deshalb kann Levodopa mit

Amantadin-

ratiopharm

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200 mg Infusionslösung

kombiniert werden.

Sonstige Antiparkinsonmittel:

Memantin kann die Wirkung und Nebenwirkungen von

Amantadin-ratiopharm

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200 mg

Infusionslösung

verstärken (Gegenanzeigen beachten).

Andere Arzneimittel:

Die gleichzeitige Gabe bestimmter harntreibender (entwässernder) Arzneimittel (Diuretika) vom Typ

der Kombination Triamteren/Hydrochlorothiazid kann die Ausscheidung von Amantadin verringern

und zu toxischen Plasmakonzentrationen mit Störung des Bewegungsablaufes, Schüttelkrampf und

Verwirrtheit führen. Deshalb sollte eine gleichzeitige Verabreichung von

Amantadin-ratiopharm

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200

mg Infusionslösung

mit solchen Arzneimitteln unterbleiben.

Anwendung von Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung zusammen mit

Nahrungsmitteln und Getränken

Vermeiden Sie die Einnahme alkoholhaltiger Getränke, da

Amantadin-ratiopharm

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200 mg

Infusionslösung

deren Verträglichkeit mindert.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Die Erfahrungen mit der Anwendung von

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

Schwangeren sind unzureichend. Es liegen Fallberichte vor, in denen von gesunden Kindern, aber

auch von Schwangerschaftskomplikationen und Fehlbildungen berichtet wurde. Amantadin, der

Wirkstoff aus

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

, erwies sich in Tierstudien als

fruchtschädigend. Das potentielle Risiko für Menschen ist nicht bekannt. Daher darf Ihnen

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

in der Schwangerschaft nur verordnet werden, wenn

Ihr Arzt dies für zwingend erforderlich hält. Im Falle einer Therapie in den ersten drei Monaten der

Schwangerschaft sollte Ihnen der Arzt die Durchführung einer Ultraschallfeindiagnostik anbieten.

Wenn Sie während der Behandlung mit

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

schwanger

werden möchten oder vermuten, dass Sie schwanger sind, teilen Sie die bitte umgehend Ihrem Arzt

mit, damit er über die Notwendigkeit der weiteren Behandlung mit

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg

Infusionslösung

, bzw. der Umstellung auf ein anderes Arzneimittel oder des Abbruchs der Behandlung

entscheiden kann.

Stillzeit

Amantadin geht in die Muttermilch über. Hält der Arzt eine Anwendung während der Stillzeit für

zwingend erforderlich, sollte Ihr Säugling aufgrund möglicher Arzneimittelwirkungen (Hautausschlag,

Harnverhalten, Erbrechen) unter Beobachtung stehen. Falls notwendig, müssen Sie auf Anweisung

Ihres Arztes abstillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Auswirkungen auf die Aufmerksamkeit und Wachheit (Vigilanz) und Anpassung des Auges in Bezug

auf das Sehvermögen (Akkomodation) sind - auch im Zusammenwirken mit anderen Mitteln zur

Behandlung der Parkinson-Syndrome - nicht auszuschließen. Zu Beginn der Behandlung kann es

daher - über die krankheitsbedingten Einschränkungen hinaus - zu einer Verminderung der

Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, kommen.

Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt reagieren.

Fahren Sie deshalb nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt Auto oder andere Fahrzeuge bzw.

bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen. Beachten Sie besonders, dass Alkohol

Ihre Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert!

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung enthält Natrium

Eine Durchstechflasche mit 500 ml Infusionslösung enthält 75,3 mmol (1.731 mg) Natrium

(Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz). Dies entspricht 87 % der für einen Erwachsenen

empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

3. Wie ist Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung anzuwenden?

Die empfohlene Dosis beträgt

Parkinson-Syndrome

Bei akuter Verschlechterung der Parkinson-Symptomatik im Sinne einer akinetischen Krise wird

Amantadinhemisulfat in Dosen von 200 mg in 500 ml Lösung 1- bis 3mal/Tag intravenös angewendet.

Die Infusionsgeschwindigkeit sollte 55 Tropfen/min nicht überschreiten. Das bedeutet eine

Infusionsdauer von etwa 3 Stunden.

Bei älteren Patienten, insbesondere bei solchen mit Erregungs- und Verwirrtheitszuständen sowie mit

deliranten Syndromen sollte mit einer geringeren Dosis begonnen werden.

Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit anderen Antiparkinsonmitteln ist die Dosierung individuell

vom Arzt zu bestimmen.

Vigilanzminderung

Bei Vigilanzminderung bei postkomatösen Zuständen unterschiedlicher Genese kann initial mit der

Infusion von 200 mg Amantadinhemisulfat in langsamer Infusionsgeschwindigkeit (> 3 h) ein

Therapieversuch über 3-5 Tage begonnen werden. Entsprechend dem Krankheitsverlauf kann die

Anwendung - soweit möglich mit oralen Darreichungsformen - mit 200 mg Amantadinhemisulfat/Tag

bis zu 4 Wochen fortgesetzt werden.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Grundsätzlich ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion die Höhe der Dosis an das Ausmaß

der verringerten Nieren-Clearance (gemessen an der glomerulären Filtrationsrate = GFR) wie folgt

anzupassen:

GFR

(ml/min)

Dosierung

(Amantadinhemisulfat)

Dosierungsintervall

80-60

100 mg

(entsprechend 250 ml

Infusionslösung)

alle 12 Stunden

60-50

200 mg und 100 mg

(entsprechend 500 ml

und 250 ml

Infusionslösung)

jeden 2. Tag abwechselnd

50-30

100 mg

(entsprechend 250 ml

Infusionslösung)

1-mal täglich

30-20

200 mg

(entsprechend 500 ml

Infusionslösung)

2-mal wöchentlich

20-10

100 mg

(entsprechend 250 ml

Infusionslösung)

3-mal wöchentlich

< 10 und Hämodialyse

200 mg und 100 mg

(entsprechend 500 ml

und 250 ml

Infusionslösung)

wöchentlich oder jede 2. Woche

Um die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) abschätzen zu können, darf folgende Näherung angewendet

werden:

= (140 - Alter) x Gewicht

72 x Kreatinin

wobei Cl

= Kreatinin-Clearance in ml/min

und Kreatinin = Serumkreatinin in mg/100 ml ist.

Der so berechnete Wert der Kreatinin-Clearance gilt für Männer, er beträgt für Frauen ca. 85 % und

darf der Inulin-Clearance zur Ermittlung der GFR (beim Erwachsenen 120 ml/min) gleichgesetzt

werden.

Amantadin ist nur bedingt dialysierfähig (ca. 5 %).

Art der Anwendung

Nach einem Anwendungsgang nicht verbrauchte Infusionslösung ist zu verwerfen.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Behandlung wird vom behandelnden Arzt bestimmt. Sie richtet sich nach der Indikation

und der individuellen Reaktion des Patienten.

Wenn Sie die Anwendung von Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung abbrechen

Bitte informieren Sie Ihren behandelnden Arzt, wenn Sie die Anwendung z. B. wegen

Unverträglichkeiten oder bei Besserung Ihres Krankheitsbildes beenden wollen.

Die Anwendung sollte nicht plötzlich beendet werden, da es sonst zu einer Verschlimmerung des

Krankheitsbildes und zu Absetzerscheinungen kommen kann.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel

Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Häufig können Schlafstörungen, motorische und psychische Unruhe, Harnverhaltung bei

Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie) auftreten.

Besonders bei dazu veranlagten (prädisponierten) älteren Patienten können wahnhafte (paranoid

gefärbte), mit optischen Halluzinationen einhergehende exogene Psychosen (Störungen der

Wahrnehmung und des Verhaltens) ausgelöst werden. Diese unerwünschten Wirkungen können

besonders in der Kombination von

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

mit anderen

Antiparkinsonmitteln (z. B. Levodopa, Bromocriptin, Memantin) häufiger auftreten.

Häufig ist auch die Ausbildung einer für Amantadin charakteristischen Hautreaktion einer Livedo

reticularis (Bild einer „marmorierten Haut“), zuweilen verbunden mit Wasseransammlungen im

Fußknöchel- und Unterschenkelbereich, zu beobachten.

Häufig kommt es zu Übelkeit, Schwindel, Mundtrockenheit, Regulationsstörungen des Kreislaufes

beim Stehen oder Aufstehen (orthostatische Dysregulation).

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Verschwommensehen.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Hornhautläsion, Hornhautschwellung (Hornhautödem), verminderte Sehschärfe.

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Sehr selten wurde während der Behandlung mit Amantadin über hämatologische Nebenwirkungen wie

Leukopenie und Thrombozytopenie berichtet.

Sehr selten wurde über Herzrhythmusstörungen wie ventrikulärer Tachykardie, Kammerflimmern,

Torsade de pointes und QT-Verlängerungen berichtet. In den meisten dieser Fälle lagen

Überdosierungen, bestimmte Ko-Medikationen oder Risikofaktoren für Herzrhythmusstörungen vor

(siehe 2. unter „

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

darf nicht angewendet werden“

sowie „Anwendung von

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

zusammen mit anderen

Arzneimitteln“).

Sehr selten sind vorübergehender Sehverlust, gesteigerte Lichtempfindlichkeit und

Herzrhythmusstörungen mit gesteigerter Herzschlagfolge berichtet worden.

Weiterhin wurde vereinzelt die Auslösung epileptischer Anfälle, meist im Zusammenhang mit

höheren als den empfohlenen Dosen, beobachtet.

Sehr selten wurden Muskelzuckungen und Gefühlsstörungen der Gliedmaßen berichtet.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Drang, sich auf ungewöhnliche Weise zu verhalten – starker Impuls zu exzessivem Spielen,

verändertes oder verstärktes sexuelles Interesse, unkontrollierbares, exzessives Einkaufen oder

Geldausgeben, Binge-Eating (Verzehr von großen Mengen an Nahrung in einem kurzen Zeitraum)

oder zwanghaftes Essen (Verzehr von ungewöhnlich viel Nahrung über das Sättigungsgefühl hinaus).

Nach Infusionstherapie sind die oben beschriebenen Nebenwirkungen seltener berichtet worden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung enthält

Der Wirkstoff ist: Amantadinhemisulfat.

Jede Durchstechflasche mit 500 ml Infusionslösung enthält 200 mg Amantadinhemisulfat.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Natriumchlorid, Natriumhydroxid, Salzsäure, Wasser für Injektionszwecke.

Wie Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung aussieht und Inhalt der Packung

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

ist in Packungen mit 1 Durchstechflasche zu 500 ml

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2018.

Versionscode: Z07

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

200 mg/500 ml

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Durchstechflasche mit 500 ml Infusionslösung enthält 200 mg Amantadinhemisulfat.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Natriumverbindungen (1.731 mg

Natrium/500 ml).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Infusionslösung

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Intensiv- und Initialbehandlung der akinetischen Krise bei akuter Verschlechterung der

Parkinson-Symptomatik

Vigilanzminderung bei postkomatösen Zuständen unterschiedlicher Genese im Rahmen

eines therapeutischen Gesamtkonzeptes unter stationären Bedingungen

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach ist ein EKG (50 mm/s) zu

schreiben und die frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell zu bestimmen. Bei

Dosiserhöhungen zu einem späteren Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und zwei Wochen

nachher geschrieben werden. Danach haben EKG-Kontrollen zumindest jährlich zu erfolgen.

Patienten mit QTc-Vorwerten über 420 ms, oder mit einem QTc-Anstieg von über 60 ms unter

Amantadin oder mit QTc-Zeiten > 480 ms unter Amantadin sowie mit erkennbaren U-Wellen

sind von der Behandlung auszuschließen. Damit kann bei gleichzeitiger Beachtung der im

Abschnitt 4.3 genannten Gegenanzeigen die sehr seltene, aber bedrohliche Nebenwirkung

Torsade-de-pointes-Kammertachykardie verhindert werden.

Parkinson-Syndrome

Bei akuter Verschlechterung der Parkinson-Symptomatik im Sinne einer akinetischen Krise

werden Dosen von 200 mg Amantadinhemisulfat in 500 ml Lösung 1- bis 3-mal/Tag intravenös

angewendet.

Die Infusionsgeschwindigkeit sollte 55 Tropfen/min nicht überschreiten. Das bedeutet eine

Infusionsdauer von etwa 3 Stunden.

Bei älteren Patienten, insbesondere bei solchen mit Erregungs- und Verwirrtheitszuständen

sowie mit deliranten Syndromen sollte mit einer geringeren Dosis begonnen werden.

Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit anderen Antiparkinsonmitteln ist die Dosierung

individuell vom Arzt zu bestimmen.

Vigilanzminderung

Bei Vigilanzminderung bei postkomatösen Zuständen unterschiedlicher Genese kann initial mit

der Infusion von 200 mg Amantadinhemisulfat in langsamer Infusionsgeschwindigkeit (> 3 h)

ein Therapieversuch über 3-5 Tage begonnen werden. Entsprechend dem Krankheitsverlauf

kann die Anwendung - soweit möglich mit oralen Darreichungsformen - mit 200 mg

Amantadinhemisulfat/Tag bis zu 4 Wochen fortgesetzt werden.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Grundsätzlich ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion die Höhe der Dosis an das

Ausmaß der verringerten Nieren-Clearance (gemessen an der glomerulären Filtrationsrate =

GFR) wie folgt anzupassen (siehe Tabelle 1):

Tabelle 1: Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

GFR

(ml/min)

Dosierung

(Amantadinhemisulfat)

Dosierungsintervall

-

100 mg

(entsprechend 250 ml

Infusionslösung)

alle 12 Stunden

-

200 mg und 100 mg

(entsprechend 500 ml und 250

ml Infusionslösung)

jeden 2. Tag abwechselnd

-

100 mg

(entsprechend 250 ml

Infusionslösung)

1-mal täglich

-

200 mg

(entsprechend 500 ml

Infusionslösung)

2-mal wöchentlich

-

100 mg

(entsprechend 250 ml

Infusionslösung)

3-mal wöchentlich

< 10 und Hämodialyse

200 mg und 100 mg

(entsprechend 500 ml und 250

ml Infusionslösung)

wöchentlich oder jede 2. Woche

Um die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) abschätzen zu können, darf folgende Näherung

angewendet werden:

= (140 - Alter) x Gewicht

72 x Kreatinin

wobei Cl

= Kreatinin-Clearance in ml/min

und Kreatinin = Serumkreatinin in mg/100 ml ist.

Der so berechnete Wert der Kreatinin-Clearance gilt für Männer, er beträgt für Frauen ca. 85 %

und darf der Inulin-Clearance zur Ermittlung der GFR (beim Erwachsenen 120 ml/min)

gleichgesetzt werden.

Amantadin ist nur bedingt dialysierfähig (ca. 5 %).

Art und Dauer der Anwendung

Nach einem Anwendungsgang nicht verbrauchte Infusionslösung ist zu verwerfen.

Ein plötzliches Absetzen der Infusion von Amantadin ist zu vermeiden, da es sonst bei

Parkinson-Patienten zu starker Verschlechterung der extrapyramidalen Symptomatik bis hin zur

akinetischen Krise kommen kann.

Die Anwendungsdauer bei Fortsetzung der Behandlung mit oralen Gaben bei

Vigilanzminderung (siehe Abschnitte 4.1 und 4.2) sollte 4 Wochen nicht überschreiten.

4.3

Gegenanzeigen

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

darf nicht angewendet werden bei Patienten

mit:

Überempfindlichkeit gegen Amantadin-Verbindungen oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile

schwerer nicht kompensierter Herzinsuffizienz (Stadium NYHA IV)

Kardiomyopathien und Myokarditiden

AV-Block Grad II und III

bekannter Bradykardie unter 55 Schläge/min

bekanntem langem QT-Intervall (QTc nach Bazett > 420 ms) oder erkennbaren U-Wellen

oder angeborenem QT-Syndrom in der Familienanamnese

einer Vorgeschichte von schwerwiegenden ventrikulären Arrhythmien einschließlich

Torsade de pointes

gleichzeitiger Therapie mit Budipin oder anderen QT-verlängernden Arzneimitteln (siehe

Abschnitt 4.5)

Verminderung von Kalium und Magnesium im Blut

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Amantadin sollte nicht angewendet werden bei:

schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min)

Amantadin darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit:

Prostatahypertrophie

Engwinkelglaukom

Niereninsuffizienz (verschiedener Schweregrade; durch eine Verschlechterung der

Filtrationsleistung der Nieren besteht die Gefahr der Kumulation, siehe Abschnitt 4.2)

Erregungs- und Verwirrtheitszuständen

deliranten Syndromen sowie exogenen Psychosen in der Anamnese

sowie bei Patienten, die mit Memantin behandelt werden (siehe Abschnitt 4.5)

Kinder und Jugendliche

Ausreichende Erfahrungen bei Kindern liegen nicht vor.

Vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach ist ein EKG (50 mm/s) zu

schreiben und die frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell zu bestimmen. Bei

Dosiserhöhungen zu späterem Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und zwei Wochen

nachher geschrieben werden. Danach haben EKG-Kontrollen zumindest jährlich zu erfolgen.

Patienten mit QTc-Vorwerten über 420 ms oder mit einem QTc-Anstieg von über 60 ms unter

Amantadin oder mit QTc-Zeiten > 480 ms unter Amantadin sowie mit erkennbaren U-Wellen

sind von der Behandlung auszuschließen.

Bei Risikogruppen für Elektrolytstörungen, z. B. Diuretika-Medikation, häufigem Erbrechen

und/oder Durchfall, Anwendung von Insulin in Notfallsituationen, Nierenerkrankungen oder

anorektischen Zuständen sind adäquate Laborkontrollen und ein entsprechender Elektrolyt-

Ausgleich durchzuführen, insbesondere für Kalium und Magnesium.

Sobald Symptome wie Palpitationen, Schwindel oder Synkopen auftreten, ist Amantadin

abzusetzen und der Patient - innerhalb von 24 Stunden - auf eine eventuelle QT-Verlängerung

zu untersuchen. Wenn keine QT-Verlängerung vorliegt, kann Amantadin unter

Berücksichtigung der Gegenanzeigen und Wechselwirkungen wieder eingesetzt werden.

Bei Herzschrittmacherpatienten ist die exakte Bestimmung der QT-Zeiten nicht möglich. Daher

muss die Entscheidung über eine Amantadin-Therapie in Abstimmung mit dem behandelnden

Kardiologen individuell erfolgen.

Die zusätzliche Gabe von Amantadin zur Prophylaxe und Behandlung der Virusgrippe vom Typ

A ist wegen der Gefahr der Überdosierung zu vermeiden.

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Neuroleptika und Amantadin behandelt werden, besteht die

Gefahr des Auftretens eines lebensbedrohlichen malignen neuroleptischen Syndroms, wenn

Amantadin plötzlich abgesetzt wird.

Bei gestörter Nierenfunktion kann es zur Intoxikation kommen.

Bei Patienten mit einem hirnorganischen Psychosyndrom sowie zerebralen Anfallsleiden in der

Anamnese erfordert die Anwendung von Amantadin besondere Vorsicht, da sich einzelne

Krankheitssymptome verschlechtern und Krampfanfälle auftreten können (vgl. Abschnitte 4.2

und 4.8).

Patienten mit bekannten Herz-Kreislauferkrankungen müssen während der gleichzeitigen

Behandlung mit Amantadin unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle stehen.

Sobald Symptome wie Palpitationen, Schwindel oder Synkopen auftreten, ist Amantadin

abzusetzen, und der Patient - innerhalb von 24 Stunden - auf eine eventuelle QT-Verlängerung

zu untersuchen. Wenn keine QT-Verlängerung vorliegt, kann Amantadin unter

Berücksichtigung der Gegenanzeigen und Wechselwirkungen wieder eingesetzt werden (siehe

Abschnitt 4.8).

Oft werden bei Parkinson-Patienten Krankheitszeichen wie niedriger Blutdruck, Speichelfluss,

Schweißausbrüche, erhöhte Körpertemperatur, Hitzestauungen, Wasseransammlungen und

depressive Verstimmungen beobachtet. Sie sind unter Beachtung der Neben- und

Wechselwirkungen von Amantadin zu behandeln.

Die Patienten sollen aufgefordert werden, bei Auftreten von Beschwerden beim Wasserlassen

den behandelnden Arzt aufzusuchen.

Impulskontrollstörungen: Die Patienten sind regelmäßig hinsichtlich der Entwicklung von

Impulskontrollstörungen zu überwachen. Patienten und ihre Pflegepersonen sollten darauf

hingewiesen werden, dass Verhaltenssymptome von Impulskontrollstörungen, u. a. Spielsucht,

verstärkte Libido, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Kaufsucht sowie Binge-

Eating und zwanghaftes Essen, bei Patienten unter der Behandlung mit dopaminerg wirkenden

Arzneimitteln einschließlich

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

auftreten können.

Bei Entwicklung dieser Symptome sind eine Dosisreduktion oder ein Ausschleichen der

Behandlung zu erwägen.

Bei Auftreten von Verschwommensehen oder anderen Sehstörungen sollte ein Augenarzt

konsultiert werden, um ein Hornhautödem auszuschließen. Falls ein Hornhautödem

diagnostiziert wird, ist die Behandlung mit Amantadin abzusetzen.

Sonstige Bestandteile

Eine Durchstechflasche mit 500 ml Infusionslösung enthält 75,3 mmol (1.731 mg) Natrium,

entsprechend 87 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen

Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Amantadin mit anderen Arzneimitteln, für die eine

Verlängerung des QT-Intervalls bekannt ist, ist kontraindiziert. Beispiele sind:

bestimmte Antiarrhythmika der Klasse IA (wie z. B. Chinidin, Disopyramid, Procainamid)

und der Klasse III (wie Amiodaron, Sotalol);

bestimmte Antipsychotika (wie z. B. Thioridazin, Chlorpromazin, Haloperidol, Pimozid)

bestimmte tri- und tetracyclische Antidepressiva (wie z. B. Amitriptylin);

bestimmte Antihistaminika (wie z. B. Astemizol, Terfenadin);

bestimmte Makrolidantibiotika (wie z. B. Erythromycin, Clarithromycin);

bestimmte Gyrasehemmer (wie z. B. Sparfloxacin);

Azol-Antimykotika sowie weitere Arzneimittel wie Budipin, Halofantrin, Cotrimoxazol,

Pentamidin, Cisaprid oder Bepridil.

Diese Aufzählung kann nicht vollständig sein. Vor der gleichzeitigen Anwendung von

Amantadin mit einem anderen Arzneimittel ist dessen Fachinformation dahingehend zu prüfen,

ob eine Interaktion durch QT-Verlängerung zwischen diesem Mittel und Amantadin möglich

ist.

Es ist möglich, Amantadin mit anderen Antiparkinsonmitteln zu kombinieren. Zur Vermeidung

von Nebenwirkungen (wie z. B. psychotischen Reaktionen) kann eine Dosisreduktion der

anderen Arzneimittel bzw. der Kombination notwendig werden.

Es liegen keine gezielten Untersuchungen über das Auftreten von Wechselwirkungen nach

Verabreichung von Amantadin mit anderen Antiparkinsonmitteln (z. B. mit Levodopa,

Bromocriptin, Memantin, Trihexyphenidyl etc.) vor (Abschnitt 4.8 beachten).

Bei gleichzeitiger Therapie mit Amantadin und den im Folgenden aufgeführten

Arzneimittelgruppen bzw. Wirkstoffen kann es zu den im Folgenden beschriebenen

Wechselwirkungen kommen:

Anticholinergika

Verstärkung von Nebenwirkungen der Anticholinergika (Verwirrtheitszustände und

Halluzinationen) bei Kombination mit z. B. Trihexyphenidyl, Benzatropin, Scopolamin,

Biperiden, Orphenadrin etc.

Indirekt zentral wirkende Sympathomimetika

Verstärkung der zentralen Wirkung von Amantadin.

Alkohol

Verminderung der Alkoholtoleranz.

Levodopa (Antiparkinsonmittel)

Gegenseitige Verstärkung der therapeutischen Wirkung. Deshalb kann Levodopa mit

Amantadin kombiniert werden.

Sonstige Antiparkinsonmittel

Memantin kann die Wirkung und Nebenwirkungen von Amantadin verstärken (Gegenanzeigen

beachten).

Andere Arzneimittel

Die gleichzeitige Gabe von Diuretika vom Typ der Kombination

Triamteren/Hydrochlorothiazid kann die Plasma-Clearance von Amantadin reduzieren und zu

toxischen Plasmakonzentrationen führen. Eine gleichzeitige Anwendung sollte daher

unterbleiben.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Zum Plazentatransfer liegen keine Daten vor. Die Erfahrungen mit der Anwendung von

Amantadin bei Schwangeren sind unzureichend. Es liegen einige Fallberichte vor, in denen von

gesunden Kindern, aber auch von Schwangerschaftskomplikationen und fünf Fehlbildungen

(kardiovaskuläre Defekte, Reduktion der Gliedmaßen) berichtet wurde. Amantadin erwies sich

in Tierstudien als embryotoxisch und teratogen (siehe Abschnitt 5.3). Das potentielle Risiko für

den Menschen ist nicht bekannt.

Daher darf Amantadin in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies zwingend

erforderlich ist. Im Falle einer Therapie im 1. Trimenon sollte eine Ultraschallfeindiagnostik

durchgeführt werden.

Falls Amantadin einer Patientin im reproduktionsfähigen Alter verschrieben wird, sollte diese

darauf hingewiesen werden, sich unverzüglich mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn

sie schwanger zu werden wünscht, oder eine Schwangerschaft vermutet.

Stillzeit

Amantadin geht in die Muttermilch über. Ist eine Anwendung während der Stillzeit zwingend

erforderlich, sollte der Säugling aufgrund möglicher Arzneimittelwirkungen (Hautausschlag,

Harnretention, Erbrechen) unter Beobachtung stehen. Falls notwendig, muss abgestillt werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Auswirkungen auf die Vigilanz und Akkomodation sind - auch im Zusammenwirken mit

anderen Mitteln zur Behandlung der Parkinson-Syndrome - nicht auszuschließen. Im Beginn der

Behandlung kann es daher - über die krankheitsbedingten Einschränkungen hinaus - zu einer

Verminderung der Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, kommen.

Dies gilt in verstärktem Maße bei gleichzeitigem Alkoholkonsum.

4.8

Nebenwirkungen

Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten

≥ 1/10.000, < 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Sehr selten

Leukopenie

Thrombozytopenie

Psychiatrische

Erkrankungen

Häufig

Besonders bei prädisponierten älteren Patienten

können paranoid gefärbte, mit optischen

Halluzinationen einhergehende exogene

Psychosen ausgelöst werden. Diese

unerwünschten Wirkungen können besonders bei

Kombination von Amantadin mit anderen

Antiparkinsonmitteln (z. B. Levodopa,

Bromocriptin, Memantin) häufiger auftreten.

Motorische und psychische Unruhe

Nicht bekannt

Impulskontrollstörungen: Spielsucht, verstärkte

Libido, Hypersexualität, zwanghaftes

Geldausgeben oder Kaufsucht sowie Binge-

Eating und zwanghaftes Essen können bei

Patienten unter der Behandlung mit dopaminerg

wirkenden Arzneimitteln einschließlich

Amantadin-ratiopharm

®

200 mg Infusionslösung

auftreten (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des

Nervensystems

Häufig

Schlafstörungen

Schwindel

Sehr selten

Auslösung epileptischer Anfälle, meist im

Zusammenhang mit höheren als den

empfohlenen Dosen

Myoklonien

Symptome einer peripheren Neuropathie

Augenerkrankungen

Gelegentlich

Verschwommensehen

Selten

Hornhautläsion, z. B. punktförmige,

subepitheliale Trübungen, die mit einer Keratitis

superficialis punctata assoziiert sein könnten,

Hornhautepithelödem und merklich verminderte

Sehschärfe

Sehr selten

Vorübergehender Visusverlust

Gesteigerte Lichtempfindlichkeit

Herzerkrankungen

Sehr selten

Kardiale Arrhythmien wie ventrikuläre

Tachykardie, Kammerflimmern, Torsade de

pointes und QT-Verlängerungen. In den meisten

dieser Fälle lagen Überdosierungen, bestimmte

Ko-Medikationen oder Risikofaktoren für

kardiale Arrhythmien vor (siehe Abschnitte 4.3.

und 4.5).

Herzrhythmusstörungen mit Tachykardie

Gefäßerkrankungen

Häufig

Orthostatische Dysregulation

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Häufig

Übelkeit

Mundtrockenheit

Erkrankungen der Haut

und des

Unterhautzellgewebes

Häufig

Ausbildung einer Livedo reticularis (Bild einer

„marmorierten Haut“), zuweilen verbunden mit

Ödemen im Unterschenkel- und Knöchelbereich

Erkrankungen der

Nieren und Harnwege

Häufig

Harnretention bei Prostatahypertrophie

Nach Infusionstherapie sind die oben beschriebenen Nebenwirkungen seltener berichtet worden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel

Grundsätzlich sollte immer an die Möglichkeit einer Mehrfach-Intoxikation, beispielsweise bei

Einnahme mehrerer Arzneimittel in suizidaler Absicht, gedacht werden.

Symptome einer Überdosierung

Der akute Intoxikations-Zustand ist gekennzeichnet durch Übelkeit, Erbrechen,

Übererregbarkeit, Tremor, Ataxie, Verschwommensehen, Lethargie, Depression, Dysarthrie und

cerebrale Krampfanfälle; in einem Fall wurde eine maligne kardiale Arrhythmie berichtet.

Akute toxische Psychosen in Form von Verwirrtheitszuständen mit visuellen Halluzinationen

bis hin zum Koma sowie Myoklonus wurde bei gleichzeitiger Verabreichung von Amantadin

mit anderen Antiparkinsonmitteln beobachtet.

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Eine spezifische medikamentöse Therapie oder ein Antidot ist nicht bekannt.

Bei vital bedrohlichen Intoxikationen sind darüber hinaus Intensivüberwachungsmaßnahmen

erforderlich. Therapeutisch kommen ferner Flüssigkeitszufuhr, Ansäuerung des Urins zur

schnelleren Ausscheidung der Substanz, ggf. Sedierung, antikonvulsive Maßnahmen und

Antiarrhythmika (Lidocain i.v.) in Frage.

Zur Behandlung neurotoxischer Symptome (wie oben beschrieben) kann bei Erwachsenen die

intravenöse Gabe von 1-2 mg Physostigmin alle 2 Stunden, bei Kindern 0,5 mg 2-mal in

Abständen von 5-10 Minuten bis zu einer Maximaldosis von 2 mg versucht werden. Aufgrund

der geringen Dialysierbarkeit von Amantadin (ca. 5 %) ist eine Hämodialyse nicht sinnvoll.

Es wird empfohlen, die Patienten hinsichtlich einer möglichen QT-Verlängerung und Faktoren,

die das Auftreten von Torsade de pointes begünstigen, z. B. Elektrolytstörungen (insbesondere

Hypokaliämie und Hypomagnesiämie) oder Bradykardie besonders zu beobachten.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Virustatikum und Antiparkinsonmittel

ATC-Code: N04BB01

Amantadin weist vielfältige pharmakologische Effekte auf. Amantadin wirkt indirekt

agonistisch am striatalen Dopamin-Rezeptor. Tierstudien haben gezeigt, dass Amantadin die

extrazelluläre Dopamin-Konzentration durch gesteigerte Dopamin-Freisetzung als auch durch

Hemmung der Wiederaufnahme in die präsynaptischen Neurone erhöht. Amantadin hemmt in

therapeutischen Konzentrationen die NMDA-Rezeptor vermittelte Freisetzung von Acetylcholin

und kann so anticholinerge Wirkungen hervorrufen. Mit

-Dopa zeigt es synergistische

Wirkungen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Bioverfügbarkeit von wässrigen Lösungen zur intravenösen Gabe ist als vollständig (100 %)

anzusehen. Im folgenden Absatz ist die Pharmakokinetik von oral verabreichtem Amantadin

beschrieben.

Resorption

Amantadinhydrochlorid wird nach oraler Gabe schnell und vollständig aus dem

Gastrointestinaltrakt resorbiert.

Maximale Plasmakonzentrationen werden nach etwa 2 und 8 Stunden (t

) nach Gabe einer

Einzeldosis erreicht.

Das leicht lösliche Amantadinhydrochlorid gibt eine höhere Amantadin-

Plasmaspitzenkonzentration als das schwerer lösliche Amantadinhemisulfat, dessen maximale

Plasmaspitzenkonzentration (C

) später auftritt als das des Hydrochlorids. Nach einer

peroralen Einzeldosis von 250 mg Amantadinhydrochlorid wird C

von 0,5 µg/ml erreicht.

Bei einer Dosierung von 200 mg/Tag tritt ein Steady state nach 4-7 Tagen ein, wobei

Plasmaspiegel zwischen 400-900 ng/ml erreicht wurden. Nach Einnahme von 100 mg

Amantadinhemisulfat beträgt die C

0,15 µg/ml.

Die Gesamtmenge an resorbiertem Wirkstoff (AUC-Wert) unterscheidet sich für beide Salze

des Amantadins nicht.

Verteilung

Das scheinbare Verteilungsvolumen (4,2 + 1,9 l/kg) ist altersabhängig; es beträgt bei Älteren

6,0 l/kg.

Amantadin wird zu etwa 67 % (in vitro) an Plasmaproteine gebunden, ca. 33 % befinden sich

als freie Fraktion im Plasma. Die Blut-Hirn-Schranke wird mit Hilfe eines sättigbaren

Transportsystems überwunden.

Biotransformation

Beim Menschen wird Amantadin nicht metabolisiert.

Elimination

Die Plasma-Clearance war mit der renalen Clearance identisch, sie betrug bei gesunden älteren

Probanden 17,7 + 10 l/h.

Die Eliminationshalbwertszeit (HWZ) beträgt zwischen 10 bis 30 Stunden, im Mittel etwa 15

Stunden. Sie wird entscheidend vom Alter der Patienten beeinflusst. Ältere männliche Patienten

(62 bis 72 Jahre) zeigen HWZ um 30 h. Bei niereninsuffizienten Patienten kommt es zu einer

erheblichen Verlängerung der terminalen HWZ auf 68 + 10 Stunden.

Amantadin wird nahezu vollständig unverändert mit dem Urin ausgeschieden (90 % der

Einmaldosis), geringe Mengen mit den Faeces.

Die Dialysierbarkeit von Amantadinhydrochlorid ist gering und liegt bei 5 % für eine

Einzeldialyse.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Amantadin hat Wirkungen auf die Elektrophysiologie des Herzens, es verlängert u. a. die

Aktionspotentialdauer über eine Hemmung repolarisierender Kaliumströme. Diese Effekte

können in seltenen Fällen auch beim Menschen zu bestimmten Fällen von

Herzrhythmusstörungen (Spitzenumkehrtachykardien oder Torsade-de-pointes-Arrhythmien)

führen.

In Studien zur chronischen Toxizität wurden in erster Linie ZNS-stimulierende Effekte gesehen.

An Hunden und Affen wurden vereinzelt Extrasystolen, am Hund auch leichte Fettinfiltrationen

am Herzmuskel beobachtet.

In einer Mutagenitätsprüfung mit etablierten

In-vitro-

In-vivo

-Tests ergaben sich für

Amantadin keine Hinweise auf ein genotoxisches Potential.

Langzeituntersuchungen zur Kanzerogenität von Amantadin liegen nicht vor.

Embryotoxizitätsstudien an Ratten, Mäusen und Kaninchen haben nur bei Ratten embryoletale

Wirkungen und Fehlbildungen in hoher Dosierung gezeigt. Es traten vermehrt Ödeme,

Fehlstellungen der Hinterbeine und Skelettanomalien auf. Auswirkungen auf die Fertilität sind

unzureichend untersucht, es liegen Hinweise auf eine Fertilitätsbeeinträchtigung bei Ratten vor.

Untersuchungen über den Peri-/Postnatalzeitraum wurden nicht durchgeführt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid, Natriumhydroxid, Salzsäure, Wasser für Injektionszwecke.

6.2

Inkompatibilitäten

Bisher keine bekannt.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 1 Durchstechflasche zu 500 ml Infusionslösung

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

45509.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 29. November 2001

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 14. Mai 2009

10.

STAND DER INFORMATION

November 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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