Alveofact 45 mg/ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Suspension

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

22-03-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

22-03-2020

Wirkstoff:
PULMONALE PHOSPHOLIPIDFRAKTION (SURFACTANT)
Verfügbar ab:
Lyomark Pharma GmbH
ATC-Code:
R07AA02
INN (Internationale Bezeichnung):
PULMONARY PHOSPHOLIPIDE FRACTURE (SURFACTANT)
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
2-00394
Berechtigungsdatum:
2012-04-26

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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Alveofact

®

45 mg/ml

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Suspension

Wirkstoff: Phospholipidfraktion aus Rinderlunge (Surfactant)

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist ALVEOFACT und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von ALVEOFACT beachten?

Wie ist ALVEOFACT

anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist ALVEOFACT

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist ALVEOFACT und wofür wird es angewendet?

ALVEOFACT ist ein natürliches Surfactant aus Rinderlunge. Diese Substanz verringert die

Oberflächenspannung in den Lungenbläschen. Bei einem Surfactantmangel können die

Lungenbläschen kollabieren.

Alveofact wird bei Frühgeborenen mit hohem Risiko für die Entwicklung eines

Atemnotsyndroms (Respiratory Distress Syndrome, RDS) vorbeugend angewendet.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von ALVEOFACT beachten?

ALVEOFACT

darf NICHT angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Phospholipidfraktion aus Rinderlunge oder einen der in Abschnitt

6. genannten sonstigen Bestandteile von ALVEOFACT sind.

Bisher sind keine substanzspezifischen Gegenanzeigen bekannt.

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Hinweis: Nutzen und Risiko der Behandlung mit ALVEOFACT bei angeborenen Infektionen

Frühgeborener sind derzeit noch nicht ausreichend geklärt. Bei Verdacht auf angeborene

Lungenentzündung kann der Akuteffekt vermindert sein. Bei gleichzeitiger Unterentwicklung

der Lunge (länger bestehender Fruchtwassermangel durch Blasensprung oder angeborene

Nierenfunktionsstörung) ist auch eine Verschlechterung der Lungenfunktion möglich.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Zellen

körpereigenen

Abwehrsystems

(Fresszellen,

weiße

Blutkörperchen)

bauen

Fettemulsionen

Eine

Beeinträchtigung

dieses

Systems

durch

ALVEOFACT

Lungenentzündung und/oder Blutvergiftung ist möglich.

ALVEOFACT darf nur angewendet werden, wenn adäquate Einrichtungen zur Beatmung und

Überwachung von Frühgeborenen mit Atemnotsyndrom zur Verfügung stehen.

In Einzelfällen ist eine Verlegung des Beatmungsschlauchs durch zähflüssiges Material

beschrieben worden. Die Herkunft und Zusammensetzung dieses Materials ist nicht bekannt.

Obwohl

kein

sicherer

ursächlicher

Zusammenhang

zwischen

Anwendung

ALVEOFACT

diesem

lebensbedrohlichen

Ereignis

belegt

ist,

wichtig,

angegebenen Anwendungs- und Aufbewahrungshinweise zu beachten. Bei Verdacht auf

Verlegung des Beatmungsschlauchs wird empfohlen, den Beatmungsschlauch abzusaugen

bzw. ihn zu wechseln.

Anwendung von ALVEOFACT zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bisher sind keine substanzspezifischen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

bekannt.

Negative Auswirkungen einer Behandlung mit ALVEOFACT nach einer Behandlung der

Mutter mit Ambroxol Infusionslösungskonzentrat oder Glukokortikoiden zur Vorbeugung

eines Atemnotsyndroms sind nicht beobachtet worden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Nicht zutreffend.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

ALVEOFACT enthält Natrium

Die Fertigspritze mit Lösungsmittel enthält 0,078 bzw. 0,156 mmol (1,8 bzw. 3,6 mg)

Natrium, also weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Fertigspritze (=Einzeldosis), d.h. es

ist nahezu natriumfrei.

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3.

Wie ist ALVEOFACT anzuwenden?

ALVEOFACT wird bei Frühgeborenen angewendet.

Empfohlen wird eine Einzeldosis von 1,2 ml ALVEOFACT pro kg Körpergewicht

(entsprechend 54 mg Gesamtphospholipide pro kg Körpergewicht) und die Anwendung sollte

innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt erfolgen.

Wie und wann soll ALVEOFACT angewendet werden?

Erste Applikation

Die erste Applikation von ALVEOFACT soll innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt

erfolgen.

Art der Anwendung

Die Behandlung mit ALVEOFACT wird ausschließlich als intratracheopulmonale Instillation

durchgeführt. D.h. es wird über einen in die Luftröhre eingeführten Katheter in die Lunge

eingebracht.

Ein entsprechend vorbereiteter Katheter (z.B. ein Nabelvenenkatheter oder eine Magensonde)

wird durch den liegenden Beatmungstubus eingeführt und die Öffnung des Katheters auf

Höhe der Tubusspitze platziert. Mit einer Injektionsspritze wird die Einzeldosis von 1,2 ml

ALVEOFACT pro kg Körpergewicht (entsprechend 54 mg Gesamtphospholipide pro kg

Körpergewicht) über diesen Katheter intratracheal verabreicht.

Die Vollständigkeit der Instillation wird durch Nachspritzen von Luft unterstützt. Nach

Entfernen des Katheters wird der Patient wieder an das Beatmungssystem angeschlossen.

Unterstützung der gleichmäßigen Ausbreitung:

gleichmäßige

Ausbreitung

ALVEOFACT

fördern,

möglich,

Patienten nacheinander für jeweils wenige Sekunden sanft in die linke und rechte Seitenlage

zu drehen.

Wie lange soll ALVEOFACT angewendet werden?

Abhängig vom Beatmungsbedarf sind nach der Erstanwendung bis zu 3 Folgeanwendungen

mit derselben Dosis möglich. Die Gesamtdosis sollte 4 Dosen zu 1,2 ml ALVEOFACT pro kg

Körpergewicht (entsprechend 216 mg Gesamtphospholipide pro kg Körpergewicht) innerhalb

der ersten 5 Lebenstage nicht überschreiten.

Wie soll ALVEOFACT vor der Anwendung zubereitet werden?

Es stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl:

Möglichkeit 1 – mit Vial-Adapter

Möglichkeit 2 – mit Kanüle

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Möglichkeit 1 – mit Vial-Adapter

Anmerkung:

Spritze

Vial-Adapter

bleiben

während

gesamten

Rekonstitutionsprozedur

Durchstechflasche

verbunden

werden

auch

Entnahme der fertigen Suspension verwendet.

Packung des

Vial-Adapters

oben öffnen.

Spritzenkonus

auf den

Vial-Adapter

stecken.

Vial-Adapter

mit der Spitze

kräftig auf den

Gummistopfen

der Durch-

stechflasche

drücken, bis er

einrastet.

Zugeben

des Lösungs-

mittels in die

Durchstech-

flasche.

Danach

sofort 5 sec.

schütteln.

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Ca. 1 min warten.

Danach ist eine

Trennung

von Schaum und

Suspension

erfolgt.

Empfehlung

hierzu:

Standhilfe in

der Packung nutzen!

Suspension

über Kopf in

die Spritze

aufziehen und

Spritze zur

Applikation ent-

nehmen.

Ein Rest Schaum

bleibt dabei in der

Durchstech-

flasche zurück.

Die Suspension

über Kopf in

die Spritze

aufziehen und

wieder in die

Durchstech-

flasche zu-

rückspritzen.

5x wieder-

holen

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Möglichkeit 2 – mit Kanüle

Anmerkung: die Spritze mit Kanüle verbleibt während der gesamten Rekonstitutionsprozedur

in der Durchstechflasche und wird auch zur Entnahme der fertigen Suspension verwendet.

Packung der

Kanüle oben

öffnen.

Spitzenkonus

auf die Kanüle

stecken.

Kanüle

durch den

Gummistopfen

in die

Durchstech-

flasche

einstechen.

Zuspritzen

des Lösungs-

mittels in die

Durchstech-

flasche.

Danach

sofort 5 sec.

schütteln.

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Was ist bei der Anwendung von ALVEOFACT zu beachten?

- Vor der Anwendung von ALVEOFACT ist die korrekte Lage des Applikationskatheters im

Beatmungstubus zu überprüfen.

- Innerhalb der ersten Stunden nach Anwendung von ALVEOFACT können sich die

Kohlendioxidpartialdruckwerte rasch ändern. Es ist daher bevorzugt durch fortlaufende

Messung des Kohlendioxid- und Sauerstoffpartialdruckes durch die Haut oder durch

wiederholte Kapillarblutgasanalyse darauf zu achten, dass ausgeprägte Veränderungen des

Kohlendioxidpartialdruckes durch die Anpassung der Beatmungsparameter (inspiratorischer

Spitzendruck, Beatmungsfrequenz) vermieden werden.

Ca. 1 min

warten.

Danach ist eine

Trennung von

Schaum und

Suspension

erfolgt.

Empfehlung

hierzu:

Standhilfe in

der Packung

nutzen!

Suspension

kann durch

langsames

Aufziehen

entnommen

werden.

Ein Rest

Schaum bleibt

dabei in der

Durchstech-

flasche zurück.

Die Suspension wird in schräger Position in

die Spritze aufgezogen und wieder in die

Durchstechflasche zurückgespritzt. Diesen

Vorgang insgesamt 5 x wiederholen.

Danach Kanüle aus der Suspension

(jedoch nicht aus der Durchstechflasche)

herausziehen, um ein Aufsteigen der

Suspension in die Spritze zu vermeiden.

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- Ebenso ist darauf zu achten, dass durch Anpassung der Sauerstoffkonzentration in der

Einatmungsluft der arterielle Sauerstoffpartialdruck die angestrebten Grenzwerte nicht

übersteigt, um das Risiko für die Entstehung einer Netzhautschädigung beim Frühgeborenen

nicht zu erhöhen.

- Bei maschineller Beatmung mit höheren Frequenzen (Beatmungsfrequenz höher als 60 pro

Minute, Ausatmungszeit kürzer als 0,6 Sekunden) muss unbedingt darauf geachtet werden,

dass die Dauer der Ausatmung nach der Anwendung von ALVEOFACT ausreichend lang

ist.

Falls die Beatmung nach der Anwendung von ALVEOFACT nicht in diesem Sinne

angepasst wird, droht durch einen „inadvertant oder auto-PEEP“ eine langsam zunehmende

Überblähung der Lunge:

Bei unvollständiger passiver Ausatmung bleibt der Druck in der Lunge am Ende der

Ausatmung höher, als es der Einstellung am Beatmungsgerät entspricht. Dadurch kann sich

das Gasvolumen, das nach normaler Ausatmung noch in der Lunge vorhanden ist,

krankhaft erhöhen. Die zur Beatmung nötigen Einatmungsdrucke müssen dann

unangemessen erhöht werden, wodurch das Risiko einer Druckschädigung der Lunge

zunimmt.

- Bis zur völligen Verteilung von ALVEOFACT in der Lunge sind in den ersten Minuten

nach Anwendung bei der Einatmung grobblasige Rasselgeräusche über dem Brustkorb

hörbar. Diese sind keine Indikation zum trachealen Absaugen, welches ansonsten jederzeit

erfolgen darf.

- Überschreitet der Sauerstoffbedarf bei Normoventilation einen Wert von 40 %, können bis

zu 3 Folgeanwendungen von 1,2 ml ALVEOFACT pro kg Körpergewicht (entsprechend 54

mg Gesamtphospholipide pro kg Körpergewicht) im Abstand von 12 bis 24 Stunden

durchgeführt werden. Bei ungenügendem Ansprechen auf die Erstanwendung wird eine

rasche Zweitanwendung (30 bis 60 Minuten nach Erstanwendung) von 1,2 ml

ALVEOFACT pro kg Körpergewicht (entsprechend 54 mg Gesamtphospholipide pro kg

Körpergewicht) empfohlen.

- Vor jeder Anwendung ist ein gründliches Absaugen der Luftröhre nötig, um

schleimbedingte Ausbreitungsstörungen und Schaumbildung von ALVEOFACT zu

verhindern.

- Bei akuter Verschlechterung der Sauerstoffaufnahme (Anstieg des

Kohlendioxidpartialdruckes und Abfall des Sauerstoffpartialdruckes) wird empfohlen, die

korrekte Lage und Durchgängigkeit des Beatmungstubus zu überprüfen.

- Eine durch Beeinträchtigung des Stoffwechsels bzw. des Gasaustausches bedingte

Übersäuerung des Blutes sollte vor Anwendung von ALVEOFACT korrigiert werden, da

nach vorklinischen Befunden die Wirksamkeit des Präparates dadurch beeinträchtigt wird.

- Bei Verwendung eines Doppellumentubus oder eines so genannten „side port connector“

zur Anwendung von ALVEOFACT ohne Unterbrechung der Beatmung, müssen die

Beatmungsparameter besonders sorgfältig angepasst werden.

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Wenn Sie eine größere Menge von ALVEOFACT angewendet haben, als Sie sollten

Überdosierungen sind bisher nicht bekannt geworden. Im unwahrscheinlichen Fall einer

versehentlichen

Überdosierung

wird

klinischer

Verschlechterung

empfohlen,

verabreichte Flüssigkeitsmenge möglichst vollständig abzusaugen. Gegebenenfalls sollte eine

symptomatische Therapie durchgeführt werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann ALVEOFACT Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Mögliche Nebenwirkungen:

Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind substanzspezifische Nebenwirkungen nicht zu

erwarten.

Unmittelbar

nach

Anwendung

ALVEOFACT

kann

durch

Flüssigkeitsmenge

einer

kurzfristigen

Verlegung

der

großen

Atemwege

kommen, die durch eine Erhöhung des Beatmungsdruckes für 30 bis 60 Sekunden

behoben werden kann.

Einzelfällen

eine

Verlegung

des

Beatmungstubus

durch

zähflüssiges

Material beschrieben worden. Ein ursächlicher Zusammenhang mit der Anwendung

von ALVEOFACT ist nicht belegt.

Hirn- und Lungenblutungen sind beschrieben worden. Ihre Häufigkeit entspricht

annähernd den Angaben in der Literatur für diese Patientengruppe.

Überempfindlichkeit.

Eine

bestehende

Überempfindlichkeit

gegen

Eiweiß

Rinderlungen ist bei Frühgeborenen unwahrscheinlich. Sie könnte jedoch prinzipiell

zu schockartigen Reaktionen führen, die die übliche Notfallbehandlung erfordern.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

AT-1200 WIEN

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

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5.

Wie ist ALVEOFACT aufzubewahren?

Aufbewahrungsbedingungen:

Das Pulver und das Lösungsmittel nicht über 30 °C aufbewahren.

Das Pulver, das Lösungsmittel sowie die gebrauchsfertige Suspension nicht einfrieren.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Das Verfalldatum ist auf der Faltschachtel, auf dem Etikett der Durchstechflasche mit dem

Pulver und dem Etikett der Fertigspritze mit dem Lösungsmittel nach {verwendbar bis:}

aufgedruckt. Nach diesem Datum darf ALVEOFACT nicht mehr verwendet werden. Das

Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch bzw. Zubereitung

Die gebrauchsfertig zubereitete Suspension kann bis zu 6 Stunden bei Temperaturen bis 25 °C

bzw. 24 Stunden bei 2 – 8 °C (im Kühlschrank) aufbewahrt werden. In diesem Falle muss die

Durchstechflasche bzw. die Fertigspritze vor der Anwendung einmal leicht umgeschwenkt

werden.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ALVEOFACT enthält:

Der Wirkstoff ist: Phospholipidfraktion aus Rinderlunge

1 Durchstechflasche mit 54 mg Gesamtphospholipiden für 1,2 ml Lösungsmittel enthält:

50,76 – 60,00 mg einer Phospholipidfraktion aus Rinderlunge (Trockenmasse) entsprechend

einem Gehalt von 66 µmol bzw. 54 mg Gesamtphospholipiden als gefriergetrocknetes Pulver.

1 Durchstechflasche mit 108 mg Gesamtphospholipiden für 2,4 ml Lösungsmittel enthält:

101,52 – 120,00 mg einer Phospholipidfraktion aus Rinderlunge (Trockenmasse)

entsprechend einem Gehalt von 132 µmol bzw. 108 mg Gesamtphospholipiden als

gefriergetrocknetes Pulver.

Die sonstigen Bestandteile sind:

1 Lösungsmittelfertigspritze enthält:

Natriumchlorid, Natriumhydrogencarbonat, Wasser für Injektionszwecke

Der pH Wert der rekonstituierten Suspension beträgt 6,0 – 7,5.

Wie ALVEOFACT aussieht und Inhalt der Packung

1, 2 oder 4 Packungen mit jeweils:

Pulver: 1 Durchstechflasche aus Weißglas Typ I, mit grauem Gummistopfen und

Aluminiummanschette mit violettem (54 mg) bzw. blauem (108 mg) Abrisseinsatz.

Lösungsmittel: 1 Fertigspritze aus Weißglas und Kolbenstopper aus Gummi mit 1,2 ml bzw.

2,4 ml.

1 Kanüle

1 Polystyrol-Vial-Adapter

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Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Lyomark Pharma GmbH

82041 Oberhaching

Deutschland

e-mail: info@lyomark.com

Z.Nr.: 2-00394

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2015.

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal

bestimmt:

Alveofact Blisterverpackung

Der beigefügte Vial-Adapter ist ein Medizinprodukt und trägt die Kennzeichnung CE 0482.

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Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels)

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Alveofact® 45 mg/ml

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Suspension

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Wirkstoff: Phospholipidfraktion aus Rinderlunge (Surfactant)

1 Durchstechflasche mit 54 mg enthält 50,76 - 60,00 mg einer Phospholipidfraktion aus Rinderlunge

(Trockenmasse) entsprechend einem Gehalt von 66 µmol bzw. 54 mg Gesamtphospholipiden als

gefriergetrocknetes Pulver.

1 Durchstechflasche mit 108 mg enthält 101,52 - 120,00 mg einer Phospholipidfraktion aus Rinderlunge

(Trockenmasse) entsprechend einem Gehalt von 132 µmol bzw. 108 mg Gesamtphospholipiden als

gefriergetrocknetes Pulver.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1

3.

Darreichungsform

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Suspension.

Weißliches Pulver und klares, farbloses Lösungsmittel (pH 7,3 - 8,3).

Der pH-Wert der rekonstituierten Suspension beträgt 6,0 – 7,5.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Alveofact wird angewendet bei Frühgeborenen.

Vorbeugende Anwendung bei Frühgeborenen mit hohem Risiko für die Entwicklung eines Atemnotsyndroms

(Respiratory Distress Syndrome, RDS).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung für Frühgeborene

Empfohlen wird eine Einzeldosis von 1,2 ml Alveofact pro kg Körpergewicht (entsprechend 54 mg

Gesamtphospholipide pro kg Körpergewicht) und die Anwendung sollte innerhalb der ersten Stunde nach der

Geburt erfolgen.

Abhängig vom Beatmungsbedarf sind nach der Primärapplikation bis zu 3 Folgeapplikationen mit derselben

Dosis möglich. Die Gesamtdosis sollte 4 Dosen zu 1,2 ml Alveofact pro kg Körpergewicht (entsprechend 216

mg Gesamtphospholipide pro kg Körpergewicht) innerhalb der ersten 5 Lebenstage nicht überschreiten.

Die Behandlung mit Alveofact wird ausschließlich als intratracheopulmonale Instillation durchgeführt.

Anweisung zur Rekonstitution des Pulvers:

Es stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl:

Möglichkeit 1 – mit Vial-Adapter

Möglichkeit 2 – mit Kanüle

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Möglichkeit 1 – mit Vial-Adapter

Anmerkung: Spritze und Vial-Adapter bleiben während der gesamten Rekonstitutionsprozedur mit der

Durchstechflasche verbunden und werden auch zur Entnahme der fertigen Suspension verwendet.

Packung des Vial-Adapters oben öffnen. Spritzenkonus auf den Vial-Adapter stecken.

Vial-Adapter

Spitze

kräftig

Gummistopfen

Durchstechflasche

drücken, bis er einrastet.

Zugeben des Lösungsmittels in die Durchstechflasche.

Danach sofort 5 sec.

schütteln.

Die Suspension über Kopf in die Spritze aufziehen und wieder in die Durchstechflasche

zurückspritzen.

5 x wiederholen!

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Ca. 1 min warten. Danach ist eine Trennung von Schaum und Suspension erfolgt.

Empfehlung hierzu:

Standhilfe in der Packung nutzen!

Suspension über Kopf in die Spritze aufziehen und Spritze zur Applikation entnehmen.

Ein Rest Schaum bleibt dabei in der Durchstechflasche zurück.

Möglichkeit 2 – mit Kanüle

Anmerkung: Die Spritze mit Kanüle verbleibt während der gesamten Rekonstitutionsprozedur in der

Durchstechflasche und wird auch zur Entnahme der fertigen Suspension verwendet.

Packung der Kanüle oben öffnen. Spritzenkonus auf die Kanüle stecken.

Kanüle durch den Gummistopfen in die Durchstechflasche einstechen.

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Zuspritzen des Lösungsmittels in die Durchstechflasche.

Danach sofort 5 sec. schütteln.

Die Suspension wird in schräger Position in die Spritze aufgezogen und

wieder in die Durchstechflasche zurückgespritzt. Diesen Vorgang insgesamt

5 x wiederholen.

Danach Kanüle aus der Suspension (jedoch nicht aus der Durchstechflasche)

herausziehen, um ein Aufsteigen der Suspension in die Spritze zu vermeiden.

Ca. 1 min warten. Danach ist eine Trennung von Schaum und Suspension erfolgt.

Empfehlung hierzu:

Standhilfe in der Packung nutzen!

Suspension kann durch langsames Aufziehen entnommen werden.

Ein Rest Schaum bleibt dabei in der Durchstechflasche zurück.

Die erste Applikation von Alveofact soll als Bolus innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt erfolgen.

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Ein entsprechend vorbereiteter Katheter (z. B. ein Umbilikalkatheter oder eine Magensonde) wird durch den

liegenden Trachealtubus eingeführt und die Öffnung des Katheters auf Höhe der Tubusspitze platziert. Mit einer

Injektionsspritze wird die Einzeldosis von 1,2 ml Alveofact pro kg Körpergewicht (entsprechend 54 mg

Gesamtphospholipide pro kg Körpergewicht) als Bolus über diesen Katheter intratracheal verabreicht. Die

Vollständigkeit der Instillation wird durch Nachspritzen von Luft unterstützt. Nach Entfernen des Katheters

wird der Patient wieder an das Beatmungssystem angeschlossen.

Um die gleichmäßige Ausbreitung von Alveofact zu fördern, ist es möglich, den Patienten nacheinander für

jeweils wenige Sekunden sanft in die linke und rechte Seitenlage zu drehen.

Besondere Hinweise für die Anwendung:

Vor der Anwendung von Alveofact ist die korrekte Position des Applikationskatheters im

Trachealtubus zu überprüfen.

Innerhalb der ersten Stunden nach Applikation von Alveofact können sich die pCO

-Werte rasch

ändern. Es ist daher bevorzugt durch kontinuierliche transkutane pCO

- und pO

-Messung oder durch

wiederholte Kapillarblutgasanalyse darauf zu achten, dass ausgeprägte Veränderungen des CO

Partialdruckes durch die Anpassung der Beatmungsparameter (inspiratorischer Spitzendruck,

Beatmungsfrequenz) vermieden werden.

Ebenso ist darauf zu achten, dass durch Anpassung der inspiratorischen Sauerstoffkonzentration der

arterielle pO

die angestrebten Grenzwerte nicht übersteigt, um das Risiko für die Entstehung einer

Frühgeborenen-Retinopathie nicht zu erhöhen.

Bei maschineller Beatmung mit höheren Frequenzen (Beatmungsfrequenz höher als 60 pro Minute,

Exspirationszeit kürzer als 0,6 Sekunden) muss unbedingt sichergestellt werden, dass die

Exspirationsdauer nach der Alveofact-Applikation ausreichend lang ist.

Falls die Beatmung nach der Behandlung mit Alveofact nicht in diesem Sinne adaptiert wird, droht

durch einen "inadvertant oder auto-PEEP" eine langsam zunehmende Überblähung der Lunge:

Bei unvollständiger passiver Exspiration bleibt der intrapulmonale end-exspiratorische Druck höher,

als es der Einstellung am Respirator entspricht. Dadurch kann sich eine pathologisch hohe

funktionelle Residualkapazität ausbilden. Die zur Ventilation nötigen inspiratorischen Spitzendrucke

müssen dann inadäquat erhöht werden, wodurch das Risiko einer barotraumatischen Schädigung der

Lunge zunimmt.

Bis zur völligen Verteilung von Alveofact in der Lunge sind in den ersten Minuten nach Applikation

inspiratorisch grobblasige Rasselgeräusche über dem Thorax auskultierbar. Diese sind keine Indikation

zum trachealen Absaugen, welches ansonsten jederzeit erfolgen darf.

Überschreitet der Sauerstoffbedarf bei Normoventilation einen Wert von 40 %, können bis zu 3

Folgeapplikationen von 1,2 ml Alveofact pro kg Körpergewicht (entsprechend 54 mg

Gesamtphospholipide pro kg Körpergewicht) im Abstand von 12 bis 24 Stunden durchgeführt werden.

Bei ungenügendem Ansprechen auf die Erstanwendung wird eine rasche Zweitanwendung (30 bis 60

Minuten nach Erstanwendung) von 1,2 ml Alveofact pro kg Körpergewicht (entsprechend 54 mg

Gesamtphospholipide pro kg Körpergewicht) empfohlen.

Vor jeder Applikation ist ein gründliches tracheales Absaugen nötig, um schleimbedingte

Ausbreitungsstörungen und Schaumbildung von Alveofact zu verhindern.

Bei akuter Verschlechterung der Oxygenierung (Anstieg des pCO

und Abfall des pO

) wird

empfohlen, die korrekte Lage und Durchgängigkeit des Beatmungstubus zu überprüfen.

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Vor der Applikation von Alveofact sollte eine metabolische oder respiratorische Azidose korrigiert

werden, da nach vorklinischen Befunden die Wirksamkeit des Präparates dadurch beeinträchtigt wird.

Bei Verwendung eines Doppellumentubus oder eines sogenannten "side port connector" zur

Anwendung von Alveofact ohne Unterbrechung der Beatmung, müssen die Beatmungsparameter

besonders sorgfältig angepasst werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Bisher sind keine substanzspezifischen Gegenanzeigen bekannt.

Hinweis:

Nutzen und Risiko der Alveofact-Behandlung bei angeborenen Infektionen Frühgeborener sind derzeit noch

nicht ausreichend geklärt. Bei Verdacht auf konnatale Pneumonie kann der Akuteffekt vermindert sein. Bei

gleichzeitiger Lungenhypoplasie (länger bestehende Oligohydramnie durch Blasensprung oder angeborene

Nierenfunktionsstörung) ist auch eine Verschlechterung der Lungenfunktion möglich.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Vorklinische Studien zeigen, dass Zellen der granulozytären Abwehr (Makrophagen, Leukozyten)

Fettemulsionen phagozytieren. Eine Beeinträchtigung dieses Systems durch Alveofact bei Pneumonien

und/oder Sepsis ist möglich.

Alveofact darf nur angewendet werden, wenn adäquate Einrichtungen zur Beatmung und Überwachung von

Frühgeborenen mit RDS zur Verfügung stehen.

In Einzelfällen ist eine Verlegung des Trachealtubus durch visköses Material beschrieben worden. Die

Herkunft und Zusammensetzung dieses Materials ist nicht bekannt. Obwohl kein sicherer

Kausalzusammenhang zwischen der Anwendung von Alveofact und diesem lebensbedrohlichen Ereignis

belegt ist, ist es wichtig, die angegebenen Anwendungs- und Aufbewahrungshinweise zu beachten (siehe unter

4.2 "Besondere Hinweise für die Anwendung" und 6.4 "Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die

Aufbewahrung"). Bei Verdacht auf Verlegung des Beatmungstubus wird empfohlen, den Beatmungstubus

abzusaugen bzw. den Beatmungstubus zu wechseln.

Alveofact enthält 0,078 mmol (1,8 mg) Natrium, also weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro

Lösungsmittelfertigspritze (Einzeldosis).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bisher sind keine substanzspezifischen Wechselwirkungen bekannt.

Insbesondere sind negative Auswirkungen einer Behandlung mit Alveofact nach erfolgter pränataler

Atemnotsyndrom-Prophylaxe durch Verabreichung von Ambroxol Infusionslösungskonzentrat oder

Glukokortikoiden an die Mutter nicht beobachtet worden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Entfällt.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Entfällt.

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4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen sind folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig

(≥ 1/ 10)

Häufig

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten

(≥ 1/ 10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/ 10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Bisher sind keine substanzspezifischen Nebenwirkungen bekannt.

Unmittelbar nach Applikation von Alveofact kann es durch die Flüssigkeitsmenge zu einer kurzfristigen

trachealen bzw. bronchialen Obstruktion kommen, die durch eine Erhöhung des Inspirationsdruckes für 30 bis

60 Sekunden behoben werden kann.

Hinweis:

In Einzelfällen ist eine Verlegung des Trachealtubus durch visköses Material beschrieben worden. Ein

Kausalzusammenhang mit der Anwendung von Alveofact ist nicht belegt.

Hirn- und Lungenblutungen sind beschrieben worden. Ihre Häufigkeit entspricht annähernd den Angaben in der

Literatur für diese Patientengruppe.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das

nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

AT-1200 WIEN

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Eine bestehende Sensibilisierung (Überempfindlichkeit) gegen Protein aus Rinderlungen ist bei Frühgeborenen

unwahrscheinlich, könnte jedoch prinzipiell zu anaphylaktoiden Reaktionen führen, die die übliche

Notfalltherapie erfordern.

Überdosierungen sind bisher nicht bekannt geworden. Im unwahrscheinlichen Fall einer versehentlichen

Überdosierung wird bei klinischer Verschlechterung empfohlen, die applizierte Flüssigkeitsmenge möglichst

vollständig abzusaugen. Gegebenenfalls sollte eine symptomatische Therapie durchgeführt werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Grenzflächenaktive Phospholipide (natürliches Surfactant)

ATC-Code: R07AA02

Alveofact verbessert dosisabhängig die Lungenmechanik und den Gasaustausch bei unreifen Kaninchen- und

Lammfeten.

Bei lungenreifen Tieren verursacht die intratracheale Instillation von Alveofact eine reversible Einschränkung

der Atemfunktion, die sich innerhalb eines Zeitraumes von einer Woche normalisiert.

Seite 8/10

Bei unreifen Frühgeborenen mit Atemstörungen ist durch die Eröffnung und Stabilisierung der Alveolen ein

günstiger Effekt auf die Lungencompliance und den Gasaustausch zu erwarten.

5.2

Pharmkokinetische Eigenschaften

Nach intratrachealer Instillation von radioaktiv markiertem Alveofact (14-C Lecithin) und Verteilung über die

Oberfläche der Alveolen fanden sich bei erwachsenen Kaninchen Maximalwerte von Radioaktivität im Blut

(2,5 – 5 % der Gesamtdosis) nach 7 – 24 h.

Sowohl

erwachsenen

Ratten

auch

Kaninchen

Radioaktivität

über

ganzen

Körper

nachweisbar mit Akkumulationen in Leber, Nieren und Nebennieren. Die Halbwertszeit im Blut wurde zu 70 h

kalkuliert. Der größte Teil der Radioaktivität war 7 h nach Applikation in der Lunge (Ratte) nachweisbar und

war auch noch nach 7 Tagen dort zu finden, aber auch in Spuren in Leber, Nieren und Nebennieren.

Bei mit Alveofact behandelten Frühgeborenen ließ sich die Halbwertszeit von Phosphatidylglycerol mit 43 +/-

11 h abschätzen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die wiederholte intratracheale Instillation von Alveofact führt bei lungenreifen Tieren zu einer Vermehrung und

Vergrößerung von Alveolarmakrophagen, die teilweise fokal akkumuliert werden. Dadurch kommt es zur

Ausbildung von umschriebenen atelektatischen Bezirken. Innerhalb von 14 Tagen ist noch keine vollständige

Reversibilität dieser Befunde erreicht.

Das potenzielle Risiko der Ausbildung von atelektatischen Lungenbezirken hängt von der Gesamtlipidbelastung

der Lunge ab. In Anbetracht des therapeutischen Nutzens ist die klinisch empfohlene Gesamtdosis von 4 x 54

mg Gesamtphospholipide pro kg Körpergewicht innerhalb der ersten 5 Lebenstage vertretbar.

Bei 12 von 641 untersuchten Patienten (2 %) wurden 4 Wochen nach Applikation spezifische Antikörper gegen

Alveofact nachgewiesen. Bei 4 dieser Patienten war jedoch der Antikörpernachweis schon vor Alveofactgabe

positiv. Die Patienten mit Antikörpernachweis hatten im Mittel ein etwas höheres Geburtsgewicht als das

untersuchte Gesamtkollektiv. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist derzeit nicht bekannt.

In einer empfindlichen vorklinischen Versuchsanordnung wurde gezeigt, dass durch Alveofact die Bildung von

spezifischen Antikörpern induziert werden kann. Das antigene Potenzial bei intratrachealer Applikation ist

allerdings gering.

Präexistierende Antikörper konnten in den Seren von erwachsenen gesunden Probanden nicht nachgewiesen

werden.

Ein Boosterschema muss auf jeden Fall vermieden werden, es sei denn, dass der Nachweis des Ausbleibens

einer humoralen oder lokalen Immunantwort geführt werden kann.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

1 Lösungsmittelfertigspritze zu 1,2 ml bzw. 2,4 ml enthält:

Natriumchlorid, Natriumhydrogencarbonat, Wasser für Injektionszwecke.

6.2

Inkompatibilitäten

Alveofact wird nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Seite 9/10

3 Jahre

Lagerungsbedingungen für das rekonstituierte Arzneimittel

Die gebrauchsfertig zubereitete Suspension kann bis zu 6 Stunden bei Temperaturen bis 25 °C bzw. 24

Stunden bei 2 - 8 °C (im Kühlschrank) aufbewahrt werden. In diesem Falle muss die Durchstechflasche bzw.

die Fertigspritze vor der Anwendung einmal leicht umgeschwenkt werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Das Pulver und das Lösungsmittel nicht über 30 °C lagern.

Das Pulver, das Lösungsmittel sowie die gebrauchsfertige Suspension nicht einfrieren.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3 Dauer der Haltbarkeit.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses und spezielles Zubehör für den Gebrauch, die Anwendung oder

die Implantation

1, 2 oder 4 Packungen jeweils mit:

Pulver: 1 Durchstechflasche aus Weißglas Typ I, mit grauem Gummistopfen und Aluminiummanschette mit

violettem (54 mg) bzw. blauem (108 mg) Abrisseinsatz.

Lösungsmittel: 1 Fertigspritze aus Weißglas und Kolbenstopper aus Gummi mit 1,2 ml bzw. 2,4 ml.

1 Kanüle

1 Polystyrol-Vial-Adapter

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Alveofact Blisterverpackung

Der beigefügte Vial-Adapter ist ein Medizinprodukt und trägt die Kennzeichnung CE 0482.

Seite 10/10

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7.

Inhaber der Zulassung

Lyomark Pharma GmbH

Keltenring 17

82041 Oberhaching, Deutschland

E-mail: info@lyomark.com

8.

Zulassungsnummer

2-00394

9.

Datum der Erteilung der Zulassung / Verlängerung der Zulassung

26.04.2012

10.

Stand der Information

Oktober 2015

Rezeptpflicht / Apothekenpflicht

Rezept- und apothekenpflichtig

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National Public Assessment Report

Öffentlicher Beurteilungsbericht

Bezeichnung der Arzneispezialität:

Alveofact 45 mg/ml Pulver und Lösungsmittel zur

Herstellung einer Suspension

Teil I:

Informationen über das Verfahren________________________________2

Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation ______________________3

Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens ________________4

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung ____________________________8

Dieser öffentliche Beurteilungsbericht wurde am 23.05.2016 erstellt.

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Teil I:

Informationen über das Verfahren

1. Bezeichnung der Arzneispezialität bei Zulassung

Alveofact 45 mg/ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Suspension

2. Antragstyp

Arzneispezialität – human (Zulassung gemäß § 10 Abs. 8 und 14 des

Arzneimittelgesetzes (AMG), BGBl. Nr. 185/1983, zuletzt geändert durch das

Bundesgesetz BGBl. I Nr. 146/2009)

3. Wirkstoff

PULMONALE PHOSPHOLIPIDFRAKTION (SURFACTANT)

4. Darreichungsform

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension

5. Stärke

45 mg/ml

6. Zulassungsinhaber

Gebro Pharma GmbH

Bahnhofbichl 13

AT - 6391 Fieberbrunn

7. Verfahrensnummer

955597

8. Zulassungsnummer

2-00394

9. Zulassungsdatum

26.04.2012

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Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation

Die aktuelle Fachinformation (SPC) finden Sie unter folgendem Link:

https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&zulnr=2-

00394&type=DOTC_FACH_INFO

Die aktuelle Gebrauchsinformation finden Sie unter folgendem Link:

https://aspregister.basg.gv.at/document/servlet?action=show&zulnr=2-

00394&type=DOTC_GEBR_INFO

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Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens

1.

Einleitung

2.

Qualitätsaspekte

2.1.

Einleitung

Bei Alveofact 45 mg/ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Suspension

handelt es sich um ein weißliches Pulver und klares, farbloses Lösungsmittel zur

Herstellung einer Injektionssuspension, welches wie folgt verpackt ist:

Pulver:

Durchstechflaschen

Weißglas

Eur.,

grauem

Gummistopfen sowie einer Verschlusskappe aus Aluminium/Polypropylen

Lösungsmittel: in Fertigspritzen aus Weißglas, Kolbenstopper aus Gummi.

Medizinprodukte: 1 Injektionskanüle, 1 Vialadapter aus Polysytrol

2.2.

Wirkstoff

2.2.a.

Beschreibung

Der Wirkstoff im vorliegenden Arzneimittel ist PULMONALE PHOSPHOLIPIDFRAKTION

(SURFACTANT).

Der Wirkstoff ist ein weißliches Pulver.

2.2.b.

Spezifikation und Kontrolle

Spezifikation

Wirkstoffes

entspricht

Anforderungen

aktuellen

wissenschaftlichen

Standes.

Durch

Vorlage

entsprechender

Daten

Wirkstoffkontrolle wurde die ausreichende Qualität des Wirkstoffes belegt.

2.2.c. Stabilität

Stabilität

Wirkstoffes

wurde

unter

Bedingungen

getestet.

übermittelten

Ergebnisse

Stabilitätsuntersuchungen

belegen

festgesetzte

Retest-Periode.

Fertigprodukt

2.3.a.

Zusammensetzung

Wirkstoff:

Phospholipidfraktion aus Rinderlunge (Surfactant)

1 Durchstechflasche mit 54 mg enthält 50,76 - 60,00 mg einer Phospholipidfraktion

aus Rinderlunge (Trockenmasse) entsprechend einem Gehalt von 66 µmol bzw. 54

mg Gesamtphospholipiden als gefriergetrocknetes Pulver.

1 Durchstechflasche mit 108 mg enthält 101,52 - 120,00 mg einer

Phospholipidfraktion aus Rinderlunge (Trockenmasse) entsprechend einem Gehalt

von 132 µmol bzw. 108 mg Gesamtphospholipiden als gefriergetrocknetes Pulver.

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Hilfsstoffe:

2.3.b.

Hersteller

Der für die Chargenfreigabe verantwortliche Hersteller ist Lyomark Pharma GmbH,

Keltenring 17, 82041 Oberhaching, Deutschland.

2.3.c.

Pharmazeutische Entwicklung

Die Entwicklung des Produktes wurde hinreichend durchgeführt und für ausreichend

befunden. Der Einsatz aller vorhandenen Hilfsstoffe wurde beschrieben.

2.3.d.

Freigabespezifikation und Kontrolle

Die Freigabespezifikation beinhaltet die Kontrolle aller für diese Darreichungsform

relevanten Parameter.

Es liegen ausreichend Daten von der Fertigproduktkontrolle des Arzneimittels vor,

welche die Einhaltung der Vorgaben der Freigabespezifikation belegen.

2.3.e.

Abpackung

Die Verpackung des Arzneimittels erfolgt

Pulver

Durchstechflaschen

Weißglas

grauem

Gummistopfen

Verschlusskappe aus Aluminium/Polypropylen

- Lösungsmittel in einer Fertigspritze mit Kolbenstopper aus Gummi

und entspricht den aktuellen, gesetzlichen Anforderungen.

2.3.f

Stabilität

Die Stabilität des Arzneimittels wurde unter ICH Bedingungen getestet.

Aufgrund dieser Datenlage wurde eine Laufzeit für das Arzneimittel von 36 Monaten

festgelegt. Lagerungsbedingungen für das rekonstituierte Arzneimittel

Die gebrauchsfertig zubereitete Suspension kann bis zu 6 Stunden bei Temperaturen

bis 25 °C bzw. 24 Stunden bei 2 - 8 °C (im Kühlschrank) aufbewahrt werden. In

diesem Falle muss die Durchstechflasche bzw. die Fertigspritze vor der Anwendung

einmal leicht umgeschwenkt werden.

Als Lagerungsbedingungen werden empfohlen:

Nicht über 30º lagern.

Das Pulver, das Lösungsmittel sowie die gebrauchsfertige Suspension nicht einfrieren.

2.4.

Zusammenfassung

Die pharmazeutische Qualität von Alveofact 45 mg/ml Pulver und Lösungsmittel zur

Herstellung einer Suspension wurde adäquat belegt.

Natriumchlorid

Natriumhydrogencarbonat

Wasser für Injektionszwecke

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3.

Nichtklinische Aspekte

Basierend auf den vorgelegten und bekannten präklinischen Daten wurden die Abschnitte

„Schwangerschaft und Stillzeit“, „Präklinische Daten zur Sicherheit“ und „Überdosierung“ der

Produktinformation unter Einhaltung der aktuellen gesetzlichen Anforderungen und der

Empfehlungen der entsprechenden Leitlinien genehmigt.

Hinsichtlich des Wirkstoffes ist bekannt:

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die wiederholte intratracheale Instillation von Alveofact führt bei lungenreifen Tieren zu einer

Vermehrung und Vergrößerung von Alveolarmakrophagen, die teilweise fokal akkumuliert

werden. Dadurch kommt es zur Ausbildung von umschriebenen atelektatischen Bezirken.

Innerhalb von 14 Tagen ist noch keine vollständige Reversibilität dieser Befunde erreicht.

Das potenzielle Risiko der Ausbildung von atelektatischen Lungenbezirken hängt von der

Gesamtlipidbelastung der Lunge ab. In Anbetracht des therapeutischen Nutzens ist die

klinisch empfohlene Gesamtdosis von 4 x 54 mg Gesamtphospholipide pro kg Körpergewicht

innerhalb der ersten 5 Lebenstage vertretbar.

Bei 12 von 641 untersuchten Patienten (2 %) wurden 4 Wochen nach Applikation spezifische

Antikörper

gegen

Alveofact

nachgewiesen.

dieser

Patienten

jedoch

Antikörpernachweis schon vor Alveofactgabe positiv. Die Patienten mit Antikörpernachweis

hatten im Mittel ein etwas höheres Geburtsgewicht als das untersuchte Gesamtkollektiv. Die

klinische Bedeutung dieser Befunde ist derzeit nicht bekannt.

In einer empfindlichen vorklinischen Versuchsanordnung wurde gezeigt, dass durch Alveofact

die Bildung von spezifischen Antikörpern induziert werden kann. Das antigene Potenzial bei

intratrachealer Applikation ist allerdings gering.

Präexistierende Antikörper konnten in den Seren von erwachsenen gesunden Probanden

nicht nachgewiesen werden.

Ein Boosterschema muss auf jeden Fall vermieden werden, es sei denn, dass der Nachweis

des Ausbleibens einer humoralen oder lokalen Immunantwort geführt werden kann.

4.

Klinische Aspekte

Basierend

vorgelegten

bekannten

klinischen

Daten

wurden

klinisch-

pharmakologischen Abschnitte der Fach- und Gebrauchsinformation unter Einhaltung der

aktuellen gesetzlichen Anforderungen und der Empfehlungen der entsprechenden Leitlinien

genehmigt.

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Hinsichtlich des Wirkstoffe

ist bekannt:

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Grenzflächenaktive Phospholipide (natürliches

Surfactant)

ATC-Code: R07AA02

Alveofact verbessert dosisabhängig die Lungenmechanik und den Gasaustausch bei unreifen

Kaninchen- und Lammfeten.

Bei lungenreifen Tieren verursacht die intratracheale Instillation von Alveofact eine reversible

Einschränkung der Atemfunktion, die sich innerhalb eines Zeitraumes von einer Woche

normalisiert.

Bei unreifen Frühgeborenen mit Atemstörungen ist durch die Eröffnung und Stabilisierung

der Alveolen ein günstiger Effekt auf die Lungencompliance und den Gasaustausch zu

erwarten.

Pharmkokinetische Eigenschaften

Nach intratrachealer Instillation von radioaktiv markiertem Alveofact (14-C Lecithin) und

Verteilung über die Oberfläche der Alveolen fanden sich bei erwachsenen Kaninchen

Maximalwerte von Radioaktivität im Blut (2,5 – 5 % der Gesamtdosis) nach 7 – 24 h.

Sowohl bei erwachsenen Ratten als auch bei Kaninchen war Radioaktivität über den ganzen

Körper nachweisbar mit Akkumulationen in Leber, Nieren und Nebennieren. Die

Halbwertszeit im Blut wurde zu 70 h kalkuliert. Der größte Teil der Radioaktivität war 7 h

nach Applikation in der Lunge (Ratte) nachweisbar und war auch noch nach 7 Tagen dort zu

finden, aber auch in Spuren in Leber, Nieren und Nebennieren.

Bei mit Alveofact behandelten Frühgeborenen ließ sich die Halbwertszeit von

Phosphatidylglycerol mit 43 +/- 11 h abschätzen.

5.

Pharmakovigilanz

Der Antragsteller erbrachte den Nachweis, dass ihm eine adäquat qualifizierte für die

Pharmakovigilanz verantwortliche Person sowie ein System zur Erfassung und Meldung

sowohl von innerhalb als auch außerhalb der Europäischen Gemeinschaft aufgetretenen

Nebenwirkungen

Verfügung

steht.

Antragsteller

vorgelegte

detaillierte

Beschreibung seines Pharmakovigilanz-Systems entspricht den Anforderungen des von der

Europäischen Kommission erstellten und veröffentlichten Leitfadens über die Erfassung,

Überprüfung

Vorlage

Berichten

über

Nebenwirkungen,

einschließlich

technischen Anforderungen an den elektronischen Austausch von Pharmakovigilanzdaten

gemäß

international

vereinbarten

Formaten.

Eine

Beschreibung

Risikomanagementsystems, das der Antragsteller einführen wird, wurde vorgelegt.

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6.

Overall conclusion, Nutzen-Risiko-Beurteilung und Empfehlung

Lesbarkeitstest

Die Gebrauchsinformation wurde gemäß den Anforderungen des Artikels 59 (3) und 61 (1)

der Direktive 2001/83/EC durch die Ergebnisse eines Lesbarkeitstests (Readabilitytest)

bewertet und erstellt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Gebrauchsinformation die Kriterien der Lesbarkeit gemäß der

„Guideline on the Readability of the Labelling and Package Leaflet of Medicinal Products for

human Use“ erfüllt.

vorliegenden

Gutachten

haben

eine

positive

Nutzen-Risiko-Bewertung

für

gegenständliche Arzneispezialität ergeben.

Dem Antrag der Firma Gebro Pharma GmbH auf Zulassung gemäß § 10 Abs. 8 und 14 in

Verbindung mit § 20 des Arzneimittelgesetzes (AMG), BGBl. Nr. 185/1983, zuletzt geändert

durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 146/2009 wurde mit Bescheid des Bundesamtes für

Sicherheit im Gesundheitswesen vom 26.04.2012 stattgegeben.

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung

Alle Änderungen, die Fach- und Gebrauchsinformationen betreffen, werden in den BASG-

Verlautbarungen unter https://verlautbarung.basg.gv.at/ publiziert.

Aktuelle Versionen der Fach- und Gebrauchsinformationen der in Österreich zugelassenen

Arzneispezialitäten

können

unter

https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/

abgerufen

werden.

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